Sezession
25. Juni 2014

Wie dick ist Bertha wirklich?

Gastbeitrag / 17 Kommentare

Seltsam: Passend, wenige Wochen vor der Europa-Wahl, mehrten sich die Jubelmeldungen, und nun – nach der Europa-Wahl – herrscht scheinbar Panik, und EZB und Co. zünden die nächste Stufe des geldpolitischen Experiments namens Euro.

So haben Irland und Portugal den Euro-Rettungsschirm verlassen, und als naiver Nachrichtenkonsument hätte man nun vermuten können, diese Länder hätten ihre Schulden an die übrigen Euro-Länder zurückgezahlt. Doch weit gefehlt. Gemeint ist nämlich, daß die weitere Verschuldung wieder ganz normal am internationalen Kapitalmarkt erfolgen soll.

Dort ist aber schon lange nichts mehr normal, denn praktisch alle große Notenbanken haben massiv am Kapitalmarkt eingegriffen, um die Zinsen zu senken.

Bevor sie ihre monatlichen Käufe zu reduzieren begann, kaufte die US-amerikanische Notenbank „Fed“ für monatlich 85 Mrd. US-Dollar vornehmlich amerikanische Staatsanleihen, also über 1000 Mrd. Dollar p.a. im Rahmen des sogenannten quantitative easing-Programms. Die europäische Zentralbank EZB ging subtiler vor und versuchte mittels Kreditvergabe an Geschäftsbanken zu Minizinsen einen vergleichbaren Effekt zu erzielen, ohne aber offen gegen das Verbot der Staatsfinanzierung zu verstoßen. „Super Mario“ Draghi prägte dafür den Begriff der „dicken Bertha“, um Willen und Fähigkeit der EZB zu illustrieren, mit der amerikanischen „Bazooka“ gleichzuziehen.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Operation ist das Nullgewichtungsprivileg für Staatsanleihen der Euro-Länder. Das bedeutet, daß Geschäftsbanken für Euro-Staatsanleihen keinerlei Risikopuffer in Form von Eigenkapital vorhalten müssen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Griechische Staatsanleihen gelten bankenregulierungstechnisch als risikofrei!?

Im Ergebnis führen beide Vorgehensweisen zum gleichen Ergebnis, denn diese zusätzliche Nachfrage treibt die Anleihekurse und senkt dadurch die Zinsen, sodaß sich die Staaten immer günstiger verschulden können.

Die Motive sind vielfältig, aber wesentlich sind die erhofften Auswirkungen auf Staatshaushalte und Bankbilanzen. Da die europäische Finanzkrise mittlerweile als eine Staatsschuldenkrise wahrgenommen wird, mildern die sinkenden Zinsen den Druck auf die Staatshaushalte. Das hatten wir vor fünfzehn Jahren aber schon einmal, als vor der Euro-Einführung die Zinsen der „Südkurve“ massiv sanken. Daß das gesparte Geld diesmal sinnvoller eingesetzt wird, darf man bezweifeln.

Zinsen-1996-14

Quelle: Cesifo-Gruppe

Im übrigen zeigt die Grafik auch, daß die Finanzmärkte die No-Bail-Out-Klausel damals nicht ernstnahmen, denn daß von Griechenland bis Deutschland alle Euro-Länder gleich hohe Zinsen bezahlen, ist natürlich nur erklärlich, wenn in allen Fällen letztlich der gleiche Schuldner dahintersteht. Erst im Zuge der Krise brach zeitweise Realismus aus.


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Kommentare (17)

Oppermann, Ralf
25. Juni 2014 12:31

Im Ganzen erscheint mir der Artikel gut verständlich und einleuchtend. Allein einen Satz [auf der dritten Seite] begreife ich nicht : „Die EZB hat in der Vergangenheit jedoch stets auf die ,Sterilisierung‘ ihrer Kredite an Banken geachtet, sodaß diese nicht unmittelbar die Geldmenge erhöhten.“ Will die EZB denn nicht gerade mit Hilfe der Ausgabe von – in den Geld – Ware – Geld – Kreislauf hineingeleiteten - Krediten die Geldmenge vergrößern, um die Inflationsrate zu erhöhen bzw. der Deflation entgegenzuwirken? So heißt es im Artikel [auf der vierten Seite]: „Derzeit grassiert die Angst vor Deflation und die unkonventionellen Maßnahmen der EZB wurden wesentlich dahingehend interpretiert...“ Sie erreichten ihr Ziel jedoch nicht, denn [s. die dritte Seite]: „Es zählt...die Bonität des Kreditnehmers. ...jede erfolgreiche Stimulierung der Kreditvergabe [setzt] eine entsprechende Nachfrage solventer Kreditnehmer voraus. Salopp formuliert: Diejenigen, die Kredit wollen, bekommen keinen und diejenigen, die Kredit bekommen würden, wollen keinen.“ – Den Text dieser Zitate verstehe ich so, daß entgegen der Absicht der EZB die Geldmengenvergrößerung mit darauf erfolgender Erhöhung der Inflationsrate (auf 2%) nicht gelungen ist. Inwiefern handelt es sich dann aber um eine gewollte „Sterilisierung“, „sodaß diese (sc. die EZB-Kredite) nicht unmittelbar die Geldmenge erhöhten“?

Inselbauer
25. Juni 2014 13:06

Hervorragender Artikel. Toll, dass es so was hier gibt.

Stephan
25. Juni 2014 14:00

Es gibt kaum noch einen Artikel auf der Sezession, den ich nicht lese. Sie sind durchweg hervorragend.

Ein Fremder aus Elea
25. Juni 2014 14:10

Herr Oppermann,

unter'm Strich bedeutet das alles einfach, daß weltweit nur die FED Geld schöpfen darf. Andere Währungen, wie der Euro, müssen durch Dollar abgesichert werden.

Der Rest betrifft die Frage, wie die amerikanische Geldschöpfung global verteilt wird.

Langer
25. Juni 2014 18:08

Ich will niemanden entmutigen, aber: Wenn man die Finanz-Verhaeltnisse nicht ein ganzes Stueck deutlicher (d.h.: grundlegender) darstellt, werden hier wohl einige nicht viel verstehen.

Schon die Frage: Was ist denn die Grundeinheit in diesem Spiel? Mir erscheint Marktwirtschaft wie ein Pyramidenschema: Irgendwann kommt der Punkt, an dem nicht "mehr rauszuholen" ist.

Martin
25. Juni 2014 21:28

@Oppermann und Fremder aus Elea:
Sterilisierung bedeutet, dass die EZB vor dem Ankauf der Anleihen von betroffenen Staaten bspw. verlangt, einen Antrag beim ESM zu stellen. Sie müssen sich darin zu bestimmten wirtschafts- und finanzpolitischen Reformmaßnahmen verpflichten. Das ist jedoch keine Sterilisierung i. e. S.
Sterilisierung i. e. S. meint, dass die Notenbank nicht nur Wertpapiere kauft, wodurch sich die Liquidität der Märkte erhöht. Sie führt gleichzeitig an anderer Stelle des Marktes umgekehrte Transaktionen durch. Das heißt, sie verkauft Papiere, um dadurch die ursprünglich geschaffene Liquidität wieder "aufzusaugen". Dadurch, dass die EZB zur gleichen Zeit kauft und verkauft, bleibt ihre Bilanzsumme unverändert.
Mehr dazu hier.

@Langer: Lassen Sie Herrn Lichert doch noch ein wenig Futter für kommende Beiträge. Er wird uns bestimmt noch Alternativen zum herrschenden Geldsystem aufzeigen.

Pohler
25. Juni 2014 23:43

@Langer: Zielführender wäre es wirklich, eine Erklärung von Wirtschaft mit einer anderen "Grundeinheit" zu beginnen. Wie wäre es mit der Arbeit? Das ist klassische Nationalökonomie und kein marxistisches Hirngespinst, um den Klassenkampf zu rechtfertigen. Geld und seine Einrichtung folgen in einer nachgelagerten Ebene. Im Verein für Staatspolitik sollte man eigentlich wissen, dass die "Staatswissenschaft" in ihrer disziplinären Mehrdimensionalität Geld nicht an die erste Stelle einer Analyse der (ja, immer noch!) Güterwirtschaft stellen kann.

Michael Schlenger
26. Juni 2014 00:18

Sehr solide Betrachtung, Herr Lichert!

Für Fachleute in der Sache korrekt und durchaus nicht neu, aber hier vielleicht etwas herausfordernd im Sinne von: „Das nötige Verständnis muss ich mir erst erarbeiten“. Schadet aber einem sich sonst gern überlegen dünkenden Geist keineswegs.

Letztlich ist die Botschaft: Das Problem der dauerhaft nicht tragbaren Staatsschulden ist nicht gelöst, sondern nur in die Zukunft verschoben. Die EZB kauft den hochverschuldeten Ländern im Süden des Euroraums mit ihren Niedrigzinsen Zeit. Spanien etwa kann sich dank der Zinspolitik der EZB und den Stützungsversprechen des Herrn Draghi Geld zu historischen Niedrigzinsen leihen. Frankreich und Italien auch.

Nutzen müssen die Länder diese Atempause selbst doch davon ist bislang wenig zu sehen. Figuren wie Hollande, der lieber nachts zu seiner angeblichen Maitresse ausschwärmt, und der xte jugendliche Hoffnungsträger in Rom namens Renzi (vormals immerhin Bürgermeister) werden das Ruder jedenfalls nicht herumreißen. Denn das hieße, sich mit der starken Lobby der Staatsprofiteure anzulegen, die auf Kosten der am Markt tätigen Mittelschicht ihr parasitäres Dasein genießen.

Das "starke" Deutschland spielt dabei nur eine Rolle, nämlich die des Kreditgebers der letzten Instanz. Nur so ist der Euro-Rettungs-Bluff von Herrn Drahgi einigermaßen glaubwürdig: Egal, was passiert, Deutschland wird jedes Programm zur „Rettung“ des Euro-Währungssystems abnicken, auch wenn es gegen Gesetze und heilige Prinzipien der Ordnungspolitik verstößt . Deutsche Interessen gibt es dabei nicht, allenfalls dasjenige, im Reigen der globalen Bankrotteure und Rechtsbeuger nicht negativ aufzufallen.

Weder ist das Zinsniveau der EZB angemessen für die rundlaufende deutsche Wirtschaft, noch entspricht die großzügige Interpretation des EZB-Mandats deutschem Rechtsempfinden. In der Bundesbank jedenfalls dürften die meisten Fachleute mit der geballten Faust in der Tasche herumlaufen. Demnächst wird Deutschland sogar im maßgeblichen EZB-Rat turnusmäßig nicht vertreten sein, denn das Rotationsprinzip will es so.

Langer Rede kurzer Sinn: An diesem Geschehen ist klar abzulesen, wie autonom Deutschland tatsächlich ist – als Staat jedenfalls gar nicht. Es bleibt aber jedem überlassen, sein heimliches Deutschland zu pflegen und es damit durch die Zeiten zu retten. Alles andere halte ich für utopisch.

Michael Schlenger

Thomas Wawerka
26. Juni 2014 11:10

"Das ist klassische Nationalökonomie und kein marxistisches Hirngespinst, um den Klassenkampf zu rechtfertigen."

Vielleicht wärs Zeit für eine "rechte Relektüre" Marxens, anstatt ihn einfach den Marxisten zu überlassen.

Heinrich Brück
26. Juni 2014 12:42

Wieso müssen Staaten Zinsen zahlen? Staatsbanken gründen. Dem
Steuerzahler nicht auch noch Zinsen aufbürden. Solche Politiker
braucht kein Mensch.

Stevanovic
26. Juni 2014 16:12

Draghis Bertha ist eine Waffe aus der Zeit der Nationalwährungen. Wurden Drachmen gedruckt, blieben die in Griechenland, ebenso frische Lira in Italien. Frische Euros dagegen können dank der Freiheit des Kapitalverkehrs in jedes Land der Eurozone transferiert und investiert werden. Wenn also tatsächlich frische Euros von griechischen Banken vergeben werden, warum sollte ein Investor in ein unsicheres Geschäft in Griechenland investieren (wenn es sicher wäre, hätte er den Kredit ja schon bekommen), das eine überschaubare Rendite bei hohen Zinsen abwirft (Risikoaufschlag der Bank, denn das Geld wird ja nicht per Kelle verteilt)? Dh letztlich werden die Kröten nach Norden wandern und zB in Deutschland am Immobilienmarkt zur Blasenbildung (die bis jetzt halbwegs vermieden wurde) beitragen. Es ist wichtig zu verstehen, dass zu keinem Zeitpunkt wirklich mehr Geld im südländischen Kreislauf sein wird. Die Vorstellung, Deutschland würde Südländer alimentieren, ist falsch. Richtig ist, dass der deutsche Steuerzahler Spekulationsblasen in Deutschland alimentiert, für deren Platzen er auch noch bezahlen wird. Wegen des heterogenen Euroraumes hat das Anwerfen der Geldpresse ganz andere Ergebnisse, als zu Zeiten der Nationalbanken. Für Deutschland hat die Dicke Bertha einen zu hohen Rückstoß, für die Südländer ist sie eine Wasserpistole.
Selbst Eurobonds wären sinnvoller (da transparenter) gewesen. Da sie aber das Ende der Strukturreformen bedeutet hätten, Strukturreformen ohne Investitionen nicht möglich sind und wir eben kein Mittel mehr haben, Geld gezielt einzusetzen, drehen wir uns bei der Hilfe für die Südländer (die ich für Richtig halte) permanent im Kreis. Die Griechen werden den Hilfs-Euro niemals sehen, aber das wird der Euro sein, den wir beim Hauskauf überbieten müssen. Hm, klingt nicht clever.

Pohler
26. Juni 2014 23:44

Leider scheint hier kaum jemand (außer etwa T. Wawerka, wobei Marx zwar Wichtiges geleistet hat, aber nicht zu überschätzen ist) über das Spiel am Black-Jack-Tisch hinauszukommen, wenn es um Volkswirtschaft geht. Ich fordere ein Eingreifen der Staatswissenschaft (!), nicht eine Vereinnahmung durch das Unternehmertum! Hat der Verein für Staatspolitik eigentlich eine ökonomische Leitmaxime? Und wenn ja: reicht sie über eine nationale Denkweise hinaus? Traut sie sich etwa zu, eine (mitteleuropäisch-)internationale zu sein? Oder wäre das wieder zu marxistisch? Ersetzen Sie das "international" mit "imperial", gefällt es Ihnen dann besser?

Waldgänger aus Schwaben
27. Juni 2014 07:56

Ein hervorragender Artikel.
Die politischen Aspekte kommen vielleicht etwas zu kurz.

Hat die EZB erst einmal Staatsanleihen eines Staates in nennenswertem Umfang gekauft ist dieser Staat erpressbar. Die EZB kann diese Anleihen verkaufen oder auch nur damit drohen keine weitere Anleihen eines Staates zu kaufen, damit steigen dann die Zinsen, die dieser Staat für neue Anleihen zahlen muss. Staaten, die in einer grenzwertigen ökonomischen Lage sind, können so unter dem ESM Schirm gezwungen werden.

Natürlich darf die EZB keinen Einfluss auf Staaten nehmen und ihnen wirtschaftliche oder politische Massnahmen vorschreiben, aber wenn sie die Macht dazu hat, wird sie es tun. Alles andere zu glauben, wäre lebensfremd.

So wächst der EZB die Rolle eines Machtzentrums zu, welches nicht demokratisch legitimiert ist. Die EZB als Politbüro des Zentralkomitees der EU.

Die EZB hat übrigens auch angedeutet, Unternehmensanleihen zu kaufen:

Quantitative Lockerung kann nicht nur Staatsanleihen beinhalten, sondern auch Kredite aus dem Privatsektor. Wir werden darüber reden, wenn die Zeit dafür reif ist.

Damit kann die EZB neben Staaten auch Unternehmen und damit dern Heimatstataten steuern.

Ein Fremder aus Elea
27. Juni 2014 10:18

Pohler,

der Stolz der Exporteure übersetzt sich nur in ihrer Phantasie in imperiale Macht. Letzten Endes entscheidet das Militär.

Die Vereinigten Staaten halten die Ozeane offen und dafür lassen sie sich via Welthandelsorganisation bezahlen.

China beweist, daß sich ein Industrieland in einer Generation machen läßt.

Das alles ist natürlich schrecklich unübersichtlich, wenn man imperial denkt. Aber alles, was das heißt ist, daß letztlich keine imperialen Absichten verfolgt werden, sondern ganz was anderes.

Karl
28. Juni 2014 14:22

@ Pohler

", wobei Marx zwar Wichtiges geleistet hat, aber nicht zu überschätzen ist)

Was bitte hatte Marx "Wichtiges " geleistet? Mir fallen zwar noch einige Scharlatane seiner Abstammung entsprechend ein, er aber hat wohl den grössten Schaden angerichtet. Also, was haben wir ihm positives zu verdanken?

Harald de Azania
28. Juni 2014 19:56

Mon cher amis,

1. Der Artikel ist erstklassig und nuechtern, vor allem kein Geweiere!

2. Wer verkompliziert, will tarnen (und taeuschen) >> la obscurite tue!! ( siehe CS!!)

3. Niedrig- und Niedrigstzinsen sind das grosse Gift, ob bei Staaten oder bei Privaten.

4. Nur realistische d.h. von politischen Entscheidungen unabhaengige Zinssaetze ermoeglichen serioeses wirtschaften >> wer billig Geld bekommt, setzt seine Konsum- oder Investitionsentscheidungen nicht richtig!.

5. "Quantitative easing" oder sonstige dunkle Tricks der Dunkelmaenner helfen nur rein bilanzmaessig das System aufrecht zu erhalten, dieses "Geld" ist rein scheinbar; daher keine Inflationsgefahr so paradox das klingt.

6. Der "Subventionsstaat-Banken"-Komplex betreibt seit Jahren phantasievollen aber dennoch irrealen Raubbau in der Scheinwelt der Bilanzen und Budgets. Das schaedigt nur wenn wir > die Buerger der realen Welt - es zulassen.

7. Nicht mitspielen und total verweigern ist die beste Opposition.

8. Der "absaugende " Staat muss auf "Nulldiaet" gesetzt werden. "Ka Geld, ka Musi".

9. Ehrliche Insolvenzen,so schockierend auf den ersten Blick, sind Faessern ohne Boden vorzuziehen.

10. Daher: Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!

11. Industrie kommt von industria,ae = Fleiss. Die heutige traege Gesellschaft muss wieder eine fleissige Gesellschaft werden.

12. Niedrigste Steuern (nicht mehr als 5 % Umsatzsteuer und 10% Einkommens- bzw Koerperschaftsteuer>> bitte: Steuersatz sollte bei nicht mehr als 1 % anfangen!), kompletter Abbau aller, ja aller Subventionen und Sozialleistungen fuehren zu >> ja einem grimmigen ersten Jahr aber dann koennte es losgehen >>siehe Hong Kong seit Jahrzehnten.

13. Schaffung von dauernden Wohlstand funktioniert nur nach dem Motto: marschieren oder krepieren! Alles andere ist wirtschaftspolitische Romantik!

14. Moeglichkeit der Realisisierung dieser Vorschlaege: ziemlich gleich "Null", ohne einen Sulla geht es nicht, aber wo ist dieser?

HdA

Frankstein
30. Juni 2014 07:24

Harald de Azania, zu kurz gedacht. Alleine der Vergleich mit der Dicken Berta zeigt doch eine Phantom-Diskussion. Die Dicke wurde gegen belgische und französische Sperrforts entwickelt, das ist doch nicht ernsthaft die Strategie der EZB? Zumal es die Sperrforts nicht mehr gibt. Im Gegenteil ist Belgien und Frankreich offen für alles und nicht mehr ganz dicht. Einzig der erneute Einsatz gegen Sewastopol ist denkbar. Der Vergleich ist nur stimmig, wenn er das Primat des Militärs unterstellt. Wie auch hier schon mehrfach betont, ist die Finanzwirtschaft der Wegbereiter der Militärherrschaft. Wer diesen Zusammenhang verleugnet - wie Deutschland heute -, wird weder bei der globalen Landverteilung, noch bei der Ressourcensicherung noch beim Handel ernstgenommen. Insoweit ist auch Staatsverschuldung nur eine Binnen-Chimäre. Sie gibt es nur dann, wenn Binnenwerte den ausufernden Binnen- und Butenverpflichtungen gegengerechnet werden. Das Geldsystem war von Anbeginn auf Raub und Eroberung ausgelegt. Nichts anders ist die Gold- und Silberbindung. Die reichsten Staaten der Vergangenheit waren die mit den geringsten Edelmetallvorkommen. Wenn Gold und Silber, Land und Patente nicht mehr geraubt werden dürfen, hat das System seinen Sinn verloren. Das ist die wahre Finanzkrise. Aller andere ist Mäkelei am Leichnam. Es ist real völlig egal, ob Deutschland 5 Billionen oder 50 Billionen Dollar Schulden hat, sie sind eh' nicht begleichbar. Die Weltschulden sollen sich auf 800 Billionen beziffern, sie könnten auch 800 Trillionen betragen. Kein Staat der Welt wird sie begleichen. Ist man erst völlig ruiniert, dann lebt's sich völlig ungeniert. Die Verschuldungsdebatte ist auch nur im unbegrenzten Außenverhältnis möglich, im Binnenverhältnis könnte sie gar nicht entstehen. Hier sorgt die Gemeinschaft für den notwendigen Ausgleich. Die Debatte vertuscht die wahren Ursachen, zu enge europäische und internationale Verflechtungen, ein Netzwerk von Freunden, Auflösung der Gemeinschaft, Austausch der Bevölkerung, Entfall von Staatsgrenzen und Alimentierung der kranken Regionen. Der "absaugende" Staat ist im Gegenteil zu stärken, dazu dienen u.a. niedrige Zinsen. Da die Staatsquote mittlerweile über 50 % und die gesamte Abgabenquote nahe 75% beträgt, muss der Bürger sich weiter verschulden. Niedrige Zinsen sind dabei hilfreich.
Entweder machen wir so weiter, bis die Schulden galaktische Dimensionen erreichen, oder wir kehren zurück zum ursprünglichen System oder wir erfinden ein ganz neues System. Diese Schuldendiskussion erinnert mich immer an den üblichen Leichenschmaus, wo die Vorzüge des Toten noch einmal Erwähnung finden.

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