Sezession
27. August 2014

Matthias Steinbach (Hrsg.): Mobilmachung 1914. Ein literarisches Echolot – eine Rezension

Götz Kubitschek

Matthias Steinbach (Hrsg.): Mobilmachung 1914. Ein literarisches Echolot, Stuttgart: Reclam 2014. 288 S., 12.95 €
Das Wort »Echolot« im Untertitel dieser Zusammenstellung ist in Anspielung auf das weltberühmte Echolot-Projekt Walter Kempowskis gewählt: Hier wie dort wird der Ablauf eines historischen Großereignisses anhand von Zitaten und längeren Textpassagen atmosphärisch nachgezeichnet:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Auswahl und Anordnung waren bei Kempowski die eigentliche künstlerische Leistung, sie sind es im vorliegenden Falle auch, jedoch erhebt Matthias Steinbach nicht denselben Anspruch.

Er hat Selbstzeugnisse von über hundert Schriftstellern, Künstlern und Politikern ausgewählt und mit einer knappen Einleitung versehen. Sie umfassen den Zeitraum von Juli 1914 bis Juli 1916. Plastisch werden »Der Geist von 1914« und das »Augusterlebnis« (siehe auch die Texte in dieser Sezession) – und die Ernüchterung, die spätestens nach den verheerenden Abnutzungsschlachten bei Verdun einsetzte.

Wichtig wäre, daß Steinbach einen Band bis 1918 folgen ließe: Die ein oder andere Kriegstrompete sähe sich dann zur Friedensposaune umgedengelt – heftig bemüht, die Klänge von 1914 zu überspielen.

Matthias Steinbach (Hrsg.): Mobilmachung 1914. Ein literarisches Echolot kann man hier bestellen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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