Das war’s. Diesmal mit Engländern, Türken, Müllmännern und Islamisten (mutmaßlichen)

1. 8. 2014

Ein viel zu kurzer Kent-Aufenthalt liegt hinter uns. Alle waren begeistert. Großartige Urlaubsstimmung, sogar beim weniger anglophilen (erwachsenen) Familienmitglied. Die Dreizehnjährige sucht skeptisch nach dem Grund für die Euphorie.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

„Am Ende lag’ s nur dar­an, daß halt Feri­en sind. Ich mein, Mama! Du hat­test dort hier eigent­lich die­sel­ben Back­stein­häu­ser wie in Nord­deutsch­land. Und dort fin­dest du’s trist. Und von wegen LPG-Rie­sen­fel­dern: In Eng­land waren die Fel­der doch fast genau­so groß. Halt etwas hüge­li­ger, na und.“ Alle rät­seln ein biß­chen. Woher kommt’s? Das man es so schön fand? Es kommt her­aus: Wir haben auf unse­rer beträcht­li­chen Stre­cke kein ein­zi­ges Wind­rad gese­hen, exakt zwei solar­zel­len­be­deck­te Dächer, kei­ne Rol­la­den­käs­ten (nicht mal in den Städ­ten), über­haupt kaum ste­ri­le Bau­markt­wa­re zur Haus­ver­schö­ne­rung (wie grü­ne Metall­zäu­ne oder Blu­men­ra­bat­ten­ein­fas­sun­gen in Beton). Dafür: Hecken als Feld­be­gren­zung. Grund­sätz­lich viel­fach gesproß­te Fens­ter, nie­mals Häu­ser mit Glotz­au­gen, weder städ­tisch noch länd­lich. Kilo­me­ter­wei­se Puff­boh­nen auf den Fel­dern, kein Mais. Die Elf­jäh­ri­ge nach län­ge­rem Nach­den­ken: „Mir kom­men die Eng­län­der auch so klug und vor­nehm vor. Sogar die Kin­der. Irgend­wie klü­ger als bei uns. Ich glaub, ich weiß, wor­an das liegt: Die kön­nen alle per­fekt englisch.“

3. 8. 2014

Die bei­den Gro­ßen sind noch ein paar Tage auf der Insel geblie­ben. Groß­ar­tig sei es, per Anhal­ter gäbe aber lei­der kein Vor­an­kom­men. Kei­ner hält hier für Tram­per. Die Fäh­re nach Calais soll­te 47 € pro Per­son ohne Auto kos­ten (mit dem Auto & der gan­zen Fami­lie hat­ten wir 102 € hin & zurück bezahlt). Das hät­ten sie nicht ein­ge­se­hen. Drum hät­ten sie es kurz vor­her sehr hart­nä­ckig ver­sucht, mit­ge­nom­men zu wer­den. Am Ende habe sie ein Klein­bus mit Tür­ken mit­ge­nom­men. Die sei­en aber komisch gewe­sen. „Und, hat­tet ihr nicht Angst?“ – „Nö. Wir waren ja zu zweit.“ 8. 8. 2014

Es gab zahl­rei­che Grün­de, auf’s Land zu zie­hen. Manch­mal ver­geß ich sie. Eher im Win­ter. Mal auch im Som­mer. Wir haben zwei Gär­ten: wenn schon, denn schon. Der zwei­te Gar­ten ist ein paar Geh­mi­nu­ten ent­fernt, und weil der Tag nur 24 Stun­den hat, ist man da nicht täg­lich. Nach zwei Regen­güs­sen hab ich abends mal wie­der vor­bei­ge­schaut, mit lee­rem Eimer, um ein biß­chen was zu ern­ten. Zurück kam ich ohne Frucht, aber mit 295 Schne­cken: kei­ne Phan­ta­sie­zahl, son­dern aus Lan­ge­wei­le mit­ge­zählt. Die Enten finden’s  toll, und wir freu­en uns im spä­ten Herbst, daß eine Ente für die gan­ze Fami­lie reicht.
Aber so wirk­lich wit­zig fand ich’s nicht. Die Schne­cken waren gut satt zu ihrer Todes­stun­de, von drei­ßig Salat­köp­fen haben sie sage und schrei­be null übrig gelas­sen. Und das hat man / haben wir also anschei­nend nötig: Säen, hegen, pfle­gen, um einen Bruch­teil zu ern­ten. Und das bei 0,59 €/Salatkopf im Net­to! Man könn­te es bil­li­ger haben. Und beque­mer. Und kul­ti­vier­ter, in der Stadt. Gut, und nun habe ich wie­der acht Stadt­ta­ge hin­ter mir. Erst Mün­chen, dann Offen­bach. War nicht schlecht. Und doch ist mir schnell der Haupt­grund für die Stadt­flucht wie­der ein­ge­fal­len: die Masse.
Ganz unphi­lo­so­phisch und banal: Ich ertra­ge es aus per­sön­li­chen Emp­find­lich­keits­grün­den nur schwer, Leu­te mit sinn­lo­sen Auf­schrift-T-Shirts zu sehen, Leu­te, die sich in den Ohren krat­zen und hin­ter­her die Fin­ger­nä­gel inspi­zie­ren, Leu­te, die ohne vor­ge­hal­te­ne Hand – gar genüß­lich – gäh­nen, Leu­te, die unnüt­zen Mist vor sich hin oder mit­ein­an­der labern, über­haupt Leu­te, die weit weg sind von mei­nen Gepflo­gen­hei­ten. In der Stadt sind sie über­all, und ich habe kei­ner­lei Hand­ha­be. Zu Hau­se umge­ben mich im Nor­mal­fall maxi­mal acht Leu­te, und ich kann sie maßregeln.
Heu­te, Offen­bach: Wache um 5.20 Uhr auf. Habe ver­ges­sen, das Fens­ter zu schlie­ßen. Die Urlaubs­flie­ger wecken mich. Eine hal­be Stun­de unun­ter­bro­che­ner Flug­lärm. Ich ver­su­che wei­ter­zu­d­ö­sen, doch das über­aus fröh­li­che Geläch­ter des städ­ti­schen Klein­kinds aus dem Nach­bar­gar­ten hält mich wach. Typi­sche spä­te Eltern, Mot­to: Wir haben Nach­wuchs! Es ist der Nach­wuchs für Euch, lie­be Gesell­schaft, wir, die toughen Eltern, sind längst wach! Es klingt unschön, aber ich ver­här­me in die­sem Moment und lie­ge sehr bit­ter im Bett. Döse weg, da kommt kurz vor sie­ben die Müll­ab­fuhr. Ich sprin­ge genervt auf, rei­ße den Rol­la­den hoch.
Zwei dun­kel­ge­sich­ti­ge Män­ner tun ihren Job. Müll­ton­nen ran­zie­hen, ein­klin­ken, abneh­men, zurück­stel­len. Grad, wie ich run­ter­gu­cke, geht der eine Müll­mann zum Laven­del­busch am Vor­gar­ten mei­nes Eltern­hau­ses, reißt sich eine Ris­pe ab mit der behand­schuh­ten Hand, führt das halb­blü­hen­de Zeug zur Nase, brö­selt es dann auf die Stra­ße. Ein Roman­ti­ker! Bin halb ver­söhnt. Mit Stadt, Land, allen Ländern.

12.8. 2014

Im Deutsch­land­funk geht es um gewalt­be­rei­te Isla­mis­ten. Auf­hän­ger sind die Vor­fäl­le in Her­ford, wo Sym­pa­thi­san­ten des sog. Isla­mi­schen Staats auf offe­ner Stra­ße Jesi­den ange­grif­fen haben. Mode­ra­to­rin Chris­tia­ne Kaess spricht unent­wegt von „mut­maß­li­chen Isla­mis­ten“. Für mich spricht dar­aus eine Mischung aus falsch­ver­stan­de­ner Dezenz, Zurück­hal­tung und Unter­wür­fig­keit, die ich schwer begrei­fe. Ich hab noch nie gehört, daß man von „mut­maß­li­chen Neo­na­zis“ spricht, wenn irgend­wo die NPD oder „Kame­rad­schaf­ten“ demons­trie­ren. Und zwar auch dann nicht, wenn auf sol­chen Demos gar kei­ne Stim­mung für „den Natio­nal­so­zia­lis­mus“ gemacht wurde.
Sol­chen Leu­ten – selbst wenn sie als zwar schräg anzu­schau­en­de, doch gewalt­lo­se Grup­pe lau­fen; sie „mar­schie­ren“ ja nie, wie es immer behaup­tet wird – drückt man den Stem­pel „Nazi“ jedes Mal umstands­los auf, sogar das „Neo“ wird oft weg­ge­las­sen. In Her­ford nun kam es zu regel­rech­ten Kra­wal­len und Mes­ser­ste­che­rei­en, aber die arti­ge Jour­na­lis­tin tut, als sei unklar, ob das wirk­lich auf’s Kon­to von Isla­mis­ten ging – oder ob die nur so getan haben, als wären sie wel­che. Viel­leicht geht sie ein­fach von hoch­dif­fe­ren­zier­ten Indi­vi­du­en aus, die sich ungern klas­si­fi­zie­ren lassen.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (22)

Ein Fremder aus Elea

16. August 2014 07:57

Und das hat man / haben wir also anscheinend nötig: Säen, hegen, pflegen, um einen Bruchteil zu ernten.

Naja, was hilft?

Besser nicht auf Salat bauen. Bohnen und Erbsen können Schnecken weniger anhaben. Mohn auch nicht. Aber mit Mohn gibt's andere Probleme.

Übrigens, sehr erschrocken mußte ich feststellen, daß Schnecken Ginkgobäume wie Salat fressen. Aber an andere gehen sie nicht ran.

Ich habe hier bisher am meisten Freude mit Ebereschenkultivaren (Granatnaja, um genau zu sein) und blauen Heckenkirschen. Letztere sind dieses Jahr endlich mal reif geworden und haben vorzüglich geschmeckt (so gegen Mitte Juni, zeitgleich mit den Wilderdbeeren). Granatnaja und Co. kommen noch.

Auch sind dieses Jahr ein paar Kornelkirschensamen aufgegangen. Das ist hier großes Glück. Hoffentlich wachsen sie so gut, wie ihr Vorfahr im botanischen Garten in Tartu. Die muß nicht vor Schnecken schützen, aber vor Mäusen.

Und alles andere muß man vor Hasen schützen. Ich hatte eine Zirbe leichtsinnig ungeschützt stehen lassen, nun ja, sie lebt immerhin noch, aber schön ist's nicht.

Die Hasen hier sind übrigens riesig, Schulterhöhe vielleicht 35cm. Wahrscheinlich sollte ich an einer Hasenfalle basteln.

Die Äpfel haben zum Teil Probleme mit Wespen, aber zum Teil auch nicht, eher zum größeren nicht.

Eßkastanien wachsen hier leider nicht, aber immerhin leben noch zwei von acht Weißeichen, auch wenn ich nicht recht weiß, was daraus wird. Wär natürllich toll, wenn wenigstens eine groß wird. Die anderen Eichen, deutsche und Roteichen, wachsen ordentlich, nun ja, die Säuleneichen halt etwas langsamer, hatte 50 eingebuddelt und weiß immer noch nicht, wieviele davon Säuleneichen werden, aber wahrscheinlich so 3 oder 4.

Und Araukarien wachsen hier leider nicht. Das sind sind die zwei Bäume, bei denen es mir Leid tut. Für Kiwis hingegen gibt's Ersatz, nämlich Aktinidien (Kiwi berries auf englisch, Strahlengriffel auf deutsch, nun ja, die ganze Familie heißt so).

Und was Walnüsse und Verwandte angeht... irgendetwas wächst da wie verrückt, während die anderen bisher ausgesprochen mickrig aussehen. Auch die Eiben, welche ich gepflanzt habe, wachsen nur so la la und tragen bisher nichts, was ich ausgesprochen ärgerlich finde. Ebenso wie die Pflaumen und Kirschen.

Aber die eine Aronie trägt zuverlässig. Naja, nur schmecken tun die nicht besonders toll. Immerhin, als Zusatz zum Apfelsaft geeignet.

Ja, es ist schon seltsam mit Bäumen, einige wollen wachsen, andere nicht. Bisher sind eigentlich nur drei bisher richtig gut dabei, eine Bergulme, nur der Schönheit wegen gepflanzt, eine Granatnaja-Eberesche und eben die Butternuß oder Texasnuß, oder was auch immer das genau ist, ich weiß es nicht.

O.k., die Gankgos eigentlich auch, aber die haben halt mit den Schnecken zu kämpfen. Es heißt, die seien durch die Eiszeit zurückgedrängt worden. Schwer zu glauben, Kälte halten die aus. Wahrscheinilch haben sich einfach die Schnecken weiterentwickelt im Laufe der Zeit des Bestehens der Ginkgoliden.

Hermann Karst

16. August 2014 13:24

Ich nehme Ihnen alles ab, Frau Kositza: die Puffbohnen, die Türken, die Müllmänner, ja sogar die 295 Schnecken. Eines aber nicht – da haben Sie wohl ein bißchen geschummelt, nämlich: Leute, die Ihnen auf den Keks gehen, weil sie „sich in den Ohren kratzen und hinterher die Fingernägel inspizieren“.

Solche Leute gibt es nur Dresden. Dort waren Sie aber nicht, sofern Ihr mitgeteiltes Itinerar vollständig ist. Aber auch in Dresden gibt es solcherart Ohrbohrer nur sehr punktuell. Daß diese wenigen übrigens, wie jüngst zu lesen war, durchweg schw... sein sollen, halte ich für ein Gerücht, dem man mit aller Schärfe entgegentreten sollte.

Ich hätte gern noch mehr geschrieben – zu Ginkgos, Bahnschwellen, Semiten, Sprossenfenstern, Rutengängern, Hasen und Äpfeln, aber ich muß dringend runter in unseren weitläufigen Garten zum Schneckensammeln. Ich werde zählen.

ene

16. August 2014 13:52

Also wenn etwas unter als "normaler Wahnsinn" zu werten ist,dann ja wohl die Tatsache, daß zwei 17jährige Mädchen allein durch die Mongolei "trampen"! Was geht denn in den Köpfen von deren Eltern vor? - Überhaupt ist von Trampen junger Mädchen (typischerweise "um Geld zu sparen") dringend abzuraten!

Ein Fremder aus Elea

16. August 2014 16:21

Naja, ene, es war die innere Mongolei, eine Region Chinas. Aber ich würde grundsätzlich zustimmen. Es ist schwer zu wissen, wo es sicher ist und wo nicht. Man, also Fräulein, sollte sich vielleicht wenigstens mit Ortskundigen über dieses Thema unterhalten.

Und ich, Herr Karst, bin wieder aus dem Garten zurück. Habe mein "Eichenfeld" inspiziert und ein paar Eichen umgepflanzt. Sieht doch so aus, als ob ich um die 12 Säuleneichen hätte. Ach ja, und ein paar Schnecken von Ginkgos entfernt habe ich auch. Aber das ist besser geworden, im Frühjahr waren ständig 20 gleichzeitig auf einem Bäumchen. Sie fressen sich bis auf's Kernholz durch! Unglaublich! Kann man das überhaupt "Holz" nennen bei einem Ginkgo?

Trouver

16. August 2014 18:48

Moderatorin Christiane Kaess spricht unentwegt von „mutmaßlichen Islamisten“

Hmm, gibt es auch mutmassliche Antifaschisten?

Frankstein

17. August 2014 08:47

Ein Nachtrag zu den Trampern. Die Eltern hatten sich im Vorfeld kundig gemacht, es gibt diverse Möglichkeiten über Regierungs- und Hilfsorganisationen. Die Mongolei ist nicht am Arm der Welt, sondern Mitte der Welt. Jedenfalls nach chinesischer Version. Und es gibt/gab dort Karawansereien, die jugendliche Alleinreisende aufnehmen. Noch aus der Zeit der Großen Kaiser, die Herbergen in Tagesetappen an allen Reichsstraßen errichten ließen. Heute wie früher unterstehen sie der direkten Aufsicht der regionalen Behörden. Von dort sind keine Auffälligkeiten berichtet, anders wie vom Berliner Alexanderplatz. Die beiden -blonden- Mädchen wurden vielfach respektvoll behandelt, auch und gerade zwischen den Stützpunkten. So mußten sie häufig Weggaben und Geschenke ablehnen, weil sie nicht alles tragen konnten. Die Freundin meines Sohnes feierte dann am Ende der Tour ihren 18.Geburtstag mit ihren Eltern in der verbotenen Stadt. Die hat ihren Enkeln noch was zu erzählen. Vorbereitet hatten sich die Beiden ein Jahr zuvor mit 3 Wochen im Yellowstone Nationalpark.

Monika

17. August 2014 10:43

Was mich an Ihren Schilderungen so berührt, Frau Kositza, ist die präzise Beschreibung des ganz normalen Wahnsinns. Von vielen erlebt, können jedoch nur wenige das so konzentriert wiedergeben. Kann man das eigentlich irgendwo lernen?

Lieber Frankstein,

Nein, das kann man nicht lernen !
Diese Schreibe beherrschen nur intelligente Frauen mit mindestens drei Kindern, die einen gefährlichen Beruf ausüben.
Vor den Risiken und Nebenwirkungen dieses Berufes warnt Manuela Schwesig:

https://www.focus.de/politik/deutschland/nur-zeit-mit-den-kindern-verbringen-schwesig-warnt-muetter-vor-leben-als-hausfrau_id_4064016.html
Nur, wer sich auf dieses Abenteuer einlässt, kommt zu diesen Zuständen höchster Konzentration, die solche Texte hervorbringen.
Diese Literaturgattung ist vom Aussterben bedroht. Es gibt sie fast nur noch antiquarisch:

https://www.google.de/search?q=erma+bombeck+hilfe,mich+habe+urlaub&ie=UTF-8&oe=UTF-8&hl=de&client=safari

Damals konnten Frauen gut davon leben.
Heute verzweifeln sie, wenn sie eine Kosten/ Nutzen Aufstellung ihrer Talente machen.
30 Salatköpfe à 0, 59 Cent = 17, 70 Euro
Keinen Salat geerntet.
Dafür fast 300 Schnecken gesammelt. Entenfutter gespart.
Diese Rechnung geht nicht auf.
Ich habe nur Frisee - Salat gepflanzt, 6 Pflänzchen für 1Euro. Ein Friseesalat kostet im Supermarkt fast 3 Euro. Schnecken fressen diesen Salat nicht. Die meisten Kinder allerdings auch nicht. D.h. Habe ca. 17 Euro gespart, Wasser und Arbeit nicht eingerechnet.
Dagegen hatte ich bis jetzt eine Rekord-Tomatenernte. Produziere Tomatensosse, Ketchup, Saft in Riesenmengen. Auch der Rosenblütengelee wurde zum Renner. Manch eine Hausfrau hat daraus ein Geschäftsmodell entwickelt. Wobei wir wieder bei gefährlichen Berufen wären. Die zudem Nerven kosten. Siehe trampende Kinder.

Konradin

17. August 2014 11:41

Bin halb versöhnt. Mit Stadt, Land, allen Ländern

Danke Frau Kositza, daß Sie uns als Leser an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen, auch an inneren. Gerade die Klarheit, in der einem Mißstände, der alltägliche Wahnsinn oder auch Schwachsinn bewußt sind, führt leicht zu Verbitterung oder Hass. Und solche Momente, in denen man wieder versöhnt und in Frieden sein kann (ohne sich dabei über die Realität hinwegzutäuschen), sind immer etwas Besonderes.

Zu den Islamisten: die sind doch in gewisser Weise wie winkende Zaunpfähle. Wie müssen sich die Dinge noch entwickeln, dass wir aufwachen und von unserer großartigen Toleranz ablassen? Toleranz kann man übrigens z.T. auch als verkappte Ignoranz auffassen (Herbert L. Müller https://www.heute.de/deutsche-islamisten-kehren-aus-syrien-und-irak-zurueck-fragen-an-verfassungsschuetzer-34519810.html) Eine klare Haltung zu entwickeln, dazu sind die Islamisten doch geradezu ein Aufruf!

Wobei natürlich die Frage ist, was so eine Haltung ausmachen könnte. Würde sie Verachtung und Haß beinhalten, wie das z.B. bei PI ja häufig zu finden ist, wäre sie derjenigen der Islamisten zumindest nicht unähnlich. Eine Haltung, die auch den Feind als Mensch achtet, wäre eine andere. Das aber kann zugegebenermaßen auch eine Herausforderung sein, unter den sich verschärfenden Umständen.

Jan

17. August 2014 12:00

Ja, bei solchen mutmaßlichen Moderator_Innen hätte man sein abGEZocktes Geld lieber verbrannt. Obwohl Deutschlandfunk noch geht. Ich höre im Auto praktisch nur Info-Sender, alles ist besser als immergrinsende Gute-Laune-Zombies.

Langer

18. August 2014 21:20

Was war denn so komisch an den Tuerken?

Und ist das die Ruhe vor dem Sturm? Im Auge des Sturms? Diese Gewaechse im Garten?
Mich sehnt es nach neuer Ideologie. Nach Verdichtung, nach Auslese, nach Destillation. Wie stehen die Dinge, wie sollten die Dinge sein und wie begibt man sich dahin? Ich will keine Fluchtanleitungen, ich will lieber noch gegen neue Plaene Einwaende erheben!

Was sprechen Ihre Kinder fuer Einsichten der Wirklichkeit, die Sie erzittern lassen? Was zurueck zur Ursprungsfrage fuehrt...

Langer

18. August 2014 21:26

Es ist im uebrigen aeusserst komisch, dass man bei Ihnen Dinge sagen darf, von denen man das Gefuehl hat, dass man sie woanders nicht sagen duerfte.

Erlauben Sie das auch Ihren Kindern? Macht das vielleicht einen Unterschied zu Kindern aus, die, sagen wir mal, dann den Mund verboten bekommen?

Hermann Karst

19. August 2014 10:42

@ Ein Fremder aus Elea

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem vielseitig ausgestatteten Arboretum. Beneidenswert!

Die Eiche, obschon nicht nur bei uns verbreitet, ist ja nach altehrwürdiger Ansicht der deutsche Baum schlechthin. Die Säuleneiche, im 18. Jh. im Fränkischen, also mitten in Deutschland entdeckt, wäre als autochthone Variante der Stieleiche dann eigentlich der allerdeutscheste Baum, den man sich vorstellen kann. Und Sie, Sie haben gleich ein rundes Dutzend davon – wunderbar.

Der Ginkgo hingegen stammt, soweit ich weiß, aus Mittelchina, ist also ein extremer Fremdling hierzulande.

Wenn ich Ihren Kommentar richtig verstehe, dann lassen in Ihrem Garten die Schnecken die Eichen und die anderen einheimischen Gehölze friedlich vor sich hin wachsen, fallen aber über die Ginkgos her und machen sie rücksichtslos nieder. Unabwendbar drängt sich der Gedanke auf, der sich übrigens durch weitere Beobachtungen stützen läßt: Schnecken sind ausländerfeindlich, die sind – rechts. Ein bedenklicher Befund, den man den hierfür Zuständigen eigentlich zur Kenntnis bringen sollte. Vielleicht ließe sich die Antifa im Zuge ihres Kampfes gegen rechts zur Schneckenbekämpfung gewinnen? Ein Einsatz der Nichtsnutze zu unser aller Nutz und Frommen – das wäre doch mal was.

Linke Schnecken, die gibt es meines Erachtens eher nicht. Auch daß in Schnellroda bei einer einzigen Aktion 295 Schnecken eingesammelt wurden, spricht dafür keineswegs. Ganz abgesehen davon, daß dort, wie Frau Kositza unlängst mitteilte, „alte Neger“ angebaut werden, darf daran erinnert werden, daß die Nutzpflanzen in unseren Gärten historisch gesehen zumeist ausländischer Herkunft sind.

Zum Schneckenfraß in unserem eigenen Garten möchte ich hier kein Lamento anhängen. Hinweisen möchte ich allerdings darauf, daß die Schnecken vor einigen Jahren – nota bene – unsere unter Naturschutz stehenden Türkenbundlilien mit Stumpf und Stiel ausgerottet haben.

Revolte

19. August 2014 19:48

Das Erleben der Scholle, in deren Erde man greift - eine Meditation, die zu profunden Betrachtungen führt - beschreibt schon Ernst Jünger begeistert in den "Strahlungen":

"Wenn man im Boden wühlt, teilt die Erde den Händen eine Veränderung mit; sie macht sie trockener, ausgezehrter und, wie ich meine, geistiger. Die Hand erfährt im Boden eine Reinigung."

Beneidenswert, wer sich ein Stückchen Land sichern kann. Ich selbst träume einstweilen noch davon.

Heinrich Brück

19. August 2014 20:35

"Unter Linden wächst der Traum,
Der als Deutsche uns bestimmt,
Diese Blüten decken Raum,
Den uns kein Besatzer nimmt."
www.lammla.de/register.php?reihe=10&teil=7

Ein Fremder aus Elea

20. August 2014 09:59

Herr Karst,

danke, danke. Aber ob Schnecken wirklich rechts sind, weil sie gern exotisch fressen gehen? Wobei der Ginkgo ja in Europa gelebt hat. Er ist hier nur ausgestorben. Wie auch die Douglasie.

Und daß es die Eiche noch gibt, verdankt sie nur dem Menschen, denn sie hat sich in Symbiose mit dem Mammut entwickelt. Eichenwälder müssen gelichtet werden, damit sie nachwachsen. Und wenige Tiere können ausgewachsene Eichenwälder lichten.

Frankstein

20. August 2014 10:44

Monica, danke für die Erläuterungen. In einem Punkt muss ich widersprechen, Abenteuer, die man übersteht, kosten keine Nerven. Sie stählen diese. Nur die Harten kommen in den Garten, wo sie dann auch den Schnecken widerstehen. Ich kann gut reden, ich selber und auch meine Kinder haben ähnliche Abenteuer gut überstanden. Es gibt wenig in dieser Zivilisation, was uns schrecken kann. Und Hilfe wird erst nach dem zweiten Schlaganfall akzeptiert. Schließen Sie aber bitte nicht daraus, ich hätte kein Wasser geschwitzt, als meine gerade volljährige Tochter alleine durch halb Europa kutschierte. " Verstehe ich nicht " sagte sie, " hast Du nicht immer gesagt, Selbstvertrauen erwirbt man nicht als Sesselpupser ?". Nur werden wir nie den Nordpol zu Fuß überqueren oder den Nanga Parbat besteigen, aber alles darunter ist das wahre Leben. Was soll man denn sonst im Pflegeheim bequatschen ?
Langer kann mir schon bald leid tun, er verlangt nach neuen Ideologien, nach Verdichtung und Destillation, die neue Auslese gebiert. " Es gibt nichts Gutes, außer man ( Langer) tut es !". Was helfen könnte, eine Nacht alleine auf einer Hochalm unter dem Band der Milchstraße. Dazu Fragen, wie = wer bin ich, was will ich und bin ich dazu bereit ? Das kann zur Verdichtung und Destillation beitragen, eine Ideologie ist dabei hinderlich. Im Angesicht von Milliarden Sternen die eigene Bedeutung einzuschätzen, ist hilfreich für die Wahrnehmung alltäglicher Ungemach. Wenn man sich erst einmal klar macht, welche titanischen Kräfte dort konkurrieren, welch unvorstellbarer Geist dort regiert, wird alleine die eigene Existenz zum Glücksfall. Und künftig wird sie kein Weg mehr das Fürchten lernen. Einzig Menschen, die in ihrer eigenen Furcht befangen sind, bereiten ihnen körperliches Unwohl.
Hermann Karst kann ich beipflichten, gerade berichten deutsche Obstbauern von zunehmenden Schäden an fremden -importierten- Gehölzen. Die Klimaveränderungen bringen jetzt auch die dortigen Schädlinge zu uns. Sogar deren natürliche Gegner wurden schon hier gesichtet. Die forcierte Artenvielfalt zu Lasten einheimischer Gehölze wird sich als Verlustgeschäft erweisen. Als Kleingärtner habe ich immer den ältesten noch lebenden Gartenfreund um Rat gefragt.

Stil-Blüte

20. August 2014 14:38

@ Herman Karst

Wer einmal, besser mehrere Male in einem Botanischen Garten war, ist verblüfft darüber, wie viele uns als einheimisch vertraute Pflanzen, Sträucher, Bäume aus ffernen Regionen stammen: Ich wage die These, ohne den Anbau der Kartoffel hätten wir Deutschen Hungerjahre nicht überlebt.

Der Apfelbaum? Ein Rosengewächs aus China. Mit den Streuobstwiesen haben sich wundersam eigene Biotope mit eigener Vogel- und Insektenwelt (schon wieder durch unseren Unverstand im Aussterben begriffen entwickelt.

Und erst die Eiche? Nichts Größeres als bei von Eichendorff und Caspar David Friedrich - die Eiche lebt, so viele tote Äste sie auch haben mag. Symbol für Vanitas.

Gingko biloba stammt eigentlich aus einer Region, die jenseits von Zeit und Raum liegt, was Goethes Gespür für die Urpflanze nahekommt.

Quer durch Garten, Wiese, Feld und Forst: Was auf dem Boden, in dem Klima gedeiht, wird ein-heimisch, So ging es Jahrhunderte bis... ja bis uns die Haltbarkeitsdauer, Sorteneinfalt, standardisierte Größe und Form, massenhaft exotische Früchte zu jeder Jahreszeit u. a. dekadente Merkmale beschert hat.

Wer keine täglichen Enttäuschudngen ertragen kann, sollte nicht gärtnern oder daran lernen, wie man Widrigkeiten erträgt.

@Revolte

Fragen Sie hier oder anderswo doch mal ganz unspektakulär an: 'Wer tut mit? Ich wohne da und da und möchte mit jemanden ein Stück Land beackern.' Oder: 'Wo kann ich mittun?' Ein Stück Land mit Brief und Siegel sein eigen nennen dürfen, also eine Scholle besitzen, das ist, da täuscht Sie Ihre Sehnsucht nicht, elementar. Nur zu!

Hermann Karst

21. August 2014 10:04

@ Stil-Blüte

Ich habe mir mit meinem Schnecken-Beitrag erlaubt zu scherzen… Sie haben’s natürlich gemerkt. Einerseits. Andererseits gehen Sie ernsthaft auf Aspekte meines „Beitrags“ ein; deshalb zum Thema „eingewanderte Nutzpflanzen“ doch noch eine Anmerkung – diesmal ohne Augenzwinkern.

Ich stimme Ihnen in vielfacher Hinsicht völlig zu, habe aber beim Apfelbaum als Zuwanderer Bedenken. Dem deutschen Wort „Apfel“ mit Parallelen in allen germanischen Sprachen liegt die indogermanische Wurzel *abel- (mit Ablautformen) zugrunde. Es gibt Reflexe dieser Wurzel im Italischen (latein. Ortsname Abella in Campanien; hier wird Apfelzucht vermutet), im Keltischen (*ablu „Apfel“, *abaln- „Apfelbaum“; gallischer Ortsname Aballo = französ. Avallon, altirisch ubull „Apfel“), im Slawischen (z.B. russ. jabloka „Apfel“) und im Baltischen (z.B. lett. abuolis „Apfel“).

Gegenseitige Entlehnung des Wortes ist ausgeschlossen. Da sich der indogermanische Sprachverband schon im 3. Jahrtausend v. Chr. in Dialekte und Einzelsprachen aufgelöst hat, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Apfel bei unseren Vorfahren bereits vor Jahrtausenden eine Rolle gespielt hat, mit Gewißheit als Speisefrucht. Ich selbst habe einen einheimischen Wildapfelbaum. Seine Früchte lassen sich in Hinsicht auf Größe, Konsistenz und Geschmack natürlich nicht entfernt mit unseren modernen Apfelsorten vergleichen, sind aber durchaus eßbar. Ob die modernen Sorten ihre Wurzeln in China haben, wie Sie schreiben, weiß ich nicht, bin da aber sehr skeptisch. Die Indogermanen sind jedenfalls keine Einwanderer aus dem fernen Osten (woher sie den Apfel hätten mitbringen können), man braucht sie nicht wie etwa Heinrich Himmler auf dem Dach der Welt zu suchen. Sie waren in Mittel- und Osteuropa zu Hause, und was sie als Apfelbaum kannten, ist das, was bei mir im Garten steht.

derherold

21. August 2014 12:30

„Mir kommen die Engländer auch so klug und vornehm vor. Sogar die Kinder. Irgendwie klüger als bei uns. Ich glaub, ich weiß, woran das liegt: Die können alle perfekt englisch.“

Das wird an der Sprache liegen. Die PISA- und sonstigen Schulstudien GB´sind eher katastrophal. ... zumal Kent auch, wie soll ich mich ausdrücken ... eher untypisch für die demogrphische und soziale Entwicklung Englands sein soll.

Ein Fremder aus Elea

22. August 2014 10:09

Herr Karst,

ich denke, die Genese des Indogermanischen wird sich irgendwo zwischen Wolga und Schwarzem Meer vollzogen haben, aber das war das Resultat der Vermischung von Zuwanderern aus Zentralasien mit der einheimischen Bevölkerung dort.

Erstere könnten ohne weiteres den Apfelbaum eingeführt haben. Mithin könnte er beispielsweise aus dem Tien Shan stammen.

Hermann Karst

22. August 2014 19:43

@ Ein Fremder aus Elea

Glauben Sie tatsächlich, daß der durchaus mickrige europäische Wildapfel aus den Steppen Zentralasiens bei uns eingeführt worden sein könnte? Da habe ich Zweifel.

Zweifel habe ich auch hinsichtlich Ihrer Annahme zur Herkunft der Indogermanen. Sie hängen offensichtlich der Hypothese von Marija Gimbutas an. Es gibt konkurrierende, ganz anders gestrickte Hypothesen. Muß man die Indogermanen überhaupt von irgendwoher einwandern lassen? Nein, eigentlich nicht.

Frau Kositza hat oben in ihrem Netztagebuch über „Engländer, Türken, Müllmänner und Islamisten“ geschrieben. Die ollen Indogermanen hatte sie nicht im Visier. Vorschlag deshalb: Lassen wir dieselben in Frieden ruhen, sie sind ja doch schon lange tot.

Ein Fremder aus Elea

22. August 2014 23:43

Herr Karst,

ich will die Sache hier nicht weiterführen, aber einwandern lassen müssen Sie die Indogermanen schon, fragt sich nur von woher und wann. Und was den Apfel betrifft, so haben sich die reinen Pferdenomaden wohl später entwickelt, denn andernfalls hätte es nie Streitwagen gegeben. Die hätten also auch nicht mitten in der Steppe gelebt, sondern in den Täler des Tien Shan oder am Ufer des Oxos oder auch an den Nordhängen Irans, ist lange her. Und von dort aus hätten sie die Steppe überquert. Im Falle der erstgenannten Variante hätten sie leicht Äpfel entlang den Tälern des Tien Shans mitführen können, aber wie auch immer das gewesen ist.

Die Alternative wäre die Route über die Türkei. Dagegen spricht aber die Differenz der Häufigkeit von heller Pigmentierung und "nordischem Profil" in Afghanistan, welche nur doch Rückmigration erklärt werden kann.

Lassen wir die Welt besser so, wie sie ist.

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