Sezession
5. September 2014

Die AfD, die realpolitische Flexibilität und wir

Götz Kubitschek / 76 Kommentare

Wir waren am Sonntag in Dresden, um den Kinofilm "Wolfskinder" von Rick Ostermann zu sehen, gemeinsam mit den größeren Kindern. Die Fahrt hat sich gelohnt, wer kann, sollte sich den Film anschauen. Man muß ein bißchen Vorwissen mitbringen über die rechtlose Zeit nach dem Krieg, über die geographische Lage des russisch besetzten Teils Ostpreußens und den litauischen Partisanenkampf. Die Vorführung begann um viertel vor sieben. Da hatte der Deutschlandfunk die ersten Hochrechnungen schon gebracht: Die AfD lag bei 10 Prozent. Mit etwas weniger ging sie aus dem Rennen, wie wir jetzt wissen.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Es ist ein seltsam Ding mit dieser Partei. Als sie sich aus einer CDU-stämmigen Wahlalternative heraus entfaltete, im März letzten Jahres, war mir klar, daß diese neue Partei für uns zweierlei bedeuten könnte: Resonanzraum und Kantenschere. Heute, anderthalb Jahre später, kann man sagen: Beides hat sich erfüllt.

Zweifelsohne hat die AfD den Resonanzraum für konservative Projekte erweitert - die Junge Freiheit und Karlheinz Weißmann setzen aktiv auf diese Karte, wir nehmen mit, was sich ergibt. Und natürlich hat diese junge, neue Partei für ihren raschen Aufwuchs folgende Richtlinie durchgesetzt: Entweder man unterwirft sich einer von Lucke zwar nicht explizit formulierten, durch Personalentscheidungen jedoch unmißverständlich eingeforderten Parteidiziplin - oder man gerät unter die Kantenschere, ist außen vor, und das bedeutet: nicht mit dabei auf dem Weg in Richtung Mitte, Establishment und Normalität.

Eine junge, beargwöhnte Partei kann wohl gar nicht anders, als sich ihrer Querköpfe und Exoten zu entledigen. Interessant daran ist jedoch, daß die AfD aus der Mitte kommt, in einer weit ausholenden Bewegung das Unmuts- und Protestpotential von rechts eingesammelt hat und in eine staatstragende Beteiligung überführt. Von den mehr oder minder Konservativen selbst wird diese Mäßigung mit den Argumenent einer "realpolitischer Flexibilität" und "strategischer Klugheit" akzeptiert und mitvollzogen. Endlich dabeisein dürfen!

So weit, so belanglos: Das Gründungschaos und die Geburtswehen einer Partei sind nichts, was mich beschäftigt. Spürbar wird die Justierung aber dort, wo sie direkt auf das rechtsintellektuelle Milieu einzuwirken beginnt. Ich meine damit: dort, wo sich beispielsweise die Ausrichtung der Jungen Freiheit  direkt auf die Strategie der AfD zu und gegen die Querköpfe und Exoten des eigenen Milieus wendet.

Die Junge Freiheit hat die publizistische Förderung und Flankierung des Projekts AfD zu so etwas wie einer Leitlinie der eigenen Blattentwicklung gemacht. Wer den einzigen verbliebenen Mitbegründer der JF, Dieter Stein, etwas genauer kennt und sich an seine Grundsatzbeiträge und Äußerungen der vergangenen zwei Jahrzehnten erinnert, kann sich über diesen für eine Zeitung etwas außergewöhnlichen Kurs nicht wirklich wundern. Stein ist im Kern ein ernsthafter Liberalkonservativer, der immer ein bißchen ratlos vor den zugleich ironischen, lässigen und unversöhnlichen Anknüpfungsstrategien der Neuen Rechten stand. Er hat seine Position früh in einer grundlegenden Arbeit über das "Phantom Neue Rechte" ausgeführt und hartnäckig verteidigt, obwohl ihm das Institut für Staatspolitik (damals noch unter maßgeblicher Beteiligung Karlheinz Weißmanns) in einer parallel erscheinenden Studie fehlende Durchdringungstiefe der Materie vorgeführt hat.

Stein blieb davon unbeeindruckt, er hat die Modernisierung seiner Überzeugungen konsequent betrieben und seine Redaktion entlang dieser Ausrichtung erzogen - mit Erfolg: Der Hohenzollerndamm ist mittlerweile weit weg von jeder Unversöhnlichkeit mit dieser Gesellschaft. Die Richtlinie der Zeitung und die der AfD ist die Stabilisierung.

Was soll stabilisiert werden? Wovon geht man aus? Das ist die entscheidende Fragestellung vor aller Politik: Wovon geht man aus?

Ich für meinen Teil gehe davon aus, daß wir in einem kranken Staatsgebilde und Volkskörper leben: amerikanisiert, also umerzogen bis zur Selbstverleugnung; an den Westen verloren entgegen vitaler Interessen, die wir als die Nation der Mitte Europas auch in Richtung Osten zu vertreten haben; am Rande einer demographischen Katastrophe; in manchen Regionen und Städten überfremdet bis zur Unkenntlichkeit; in steilem Sinkflug begriffen von einem Niveau der Bildung herab, das einst seinesgleichen auf der Welt suchte; seelisch verkrüppelt durch eine auf Schuld, Schande und verbrecherisches Erbe fixierte Geschichtserzählung und -politik. Undsoweiter.

Trotzdem kann man einen Verlag betreiben und sein Leben führen, natürlich. Der Umbau der Gesellschaft und die Ausdünnung des Deutschen läßt denen, die nicht mitgehen wollen, einen gewissen Spielraum, auch wenn er - das läßt sich unschwer belegen - enger geworden ist in den vergangenen Jahren.

Aber was heißt das schon: ein bißchen rechts sein zu dürfen? Die oben aufgezählten Substanzverluste und Kernprobleme sind das unverzichtbare Koordinatensystem einer rechtsintellektuellen Lagebestimmung, und wenn man das auch nicht ständig plakatiert oder in einem Bauchladen vor sich herträgt, ist dennoch klar, daß man seinen Frieden mit den Verhältnissen nicht recht wird machen können. Denn: Was könnte da stabilisiert werden, wenn das Ganze nicht das Richtige ist?


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (76)

Unke
5. September 2014 09:33

Das ist ja alles ganz nett -etwas intellektuellisierendes Parlieren über ideologische Verortungen jenseits der Altparteien-, bestätigt aber nur das allzu Offensichtliche.
Die AfD ist hat an ihrer Spitze die gleichen Klassensprechertypen (Lucke; Henkel) wie die Altparteien auch*, ein kräftige Dosis Nigel Farage oder -huch!- Joschka Fischer würde ihr guttun.
Das bedeutet und im Übrigen bzw. es bleibt dabei: Änderung wird nicht (allein) durch eine neue Partei bewirkt. Man muss eine Gegenmacht aufbauen, und zwar in Form einer Graswurzelbewegung.
* zudem werden gewählte Mandatsträger schneller korrumpiert werden als wir "Schweinetrog!" rufen können - vgl. Luckes Abstimmverhalten in Sachen Putin.

Zadok Allen
5. September 2014 09:54

Vollumfängliche Zustimmung zu Ihrer Einschätzung der Lage, Herr Kubitschek. Die AfD könnte sich für jene, die jetzt auf sie setzen, zur kaum entrinnbaren Falle entwickeln. Die Partei wird derzeit offenbar probehalber geduldet, wobei sie interessanterweise sowohl für die Normalitätssüchtigen, die der Lage nicht ins Gesicht sehen können oder wollen, als auch für klassische "national" Engagierte attraktiv ist.

Die Lage ist nun so, daß bezüglich AfD alle Optionen offen stehen. Ich sehe folgende mögliche Perspektiven:

a) Die Partei entwickelt sich zu einer nationalkonservativen Kleinpartei und man läßt sie gewähren. In diesem, wohl "günstigsten", Falle wären die AfD-Optanten um den Preis der weiteren faktischen Machtlosigkeit mit einem kleinen Stück vom Kuchen der Staatsknete abgespeist, denn was interessiert es die internationalen Entscheidungsträger, ob in der BRD eine "eurokritische" Partei mit 10% im Bundestag sitzt? Es bliebe bei der bloßen Ventilfunktion.

b) Die Partei entwickelt sich zu einer nationalkonservativen Kleinpartei, und die Etablierten führen eine Kampagne gegen sie, drängen sie aus den Parlamenten, kriminalisieren sie wie REP, BfB usw. Dann stünden die AfD-Optanten im Regen, und wie wollte bspw. Dieter Stein sich nach einem solchen Desaster noch positionieren?

c) Die Partei entwickelt sich durch das Überwiegen der alten CDU- und FDP-Seilschaften, zur FDP 2.0. Die AfD-Optanten müßten dann gute Miene zum bösen Spiel machen oder sich schmollend ins Abseits zurückziehen. Auch hier stünde zur Frage, wie sich Dieter Stein nach einem solchen Desaster noch positionieren wollte. (Es wäre für die JF der Fall Gauck in der dritten Potenz.)

Summa: Die Partei ist potentiell gefährlich für jene, die auf sie setzen und kann sich, bei geschicktem Taktieren, an dem ich keinen Zweifel habe, zum Gottesgeschenk für das Establishment entwickeln. Ich bin gespannt auf die ersten Impulse, die jetzt von der AfD ausgehen werden.

franz spitzauer
5. September 2014 10:11

Hat einst schon Jörg Haider in Österreich die ideologische Weichspülung des rechten Lagers betrieben, ist es nun die AfD in Deutschland, die als Staubsauger in Sachen ideologischer Anpassung an die bürgerliche Mitte fungiert. Die Ähnlichkeiten der Entwicklung sind überdeutlich. Was und wer rechts ist, soll sich wegducken und still halten, oder er oder es wird mit der Nazi-Keule bearbeitet. So einfach ist das. Und wenn sich dann das rechtsdemokatische Element in der bürgerlichen Kuscheligkeit auflöst, dann ist der deutsche Michl dort angelangt, wo er psychotherapeutisch betrachtet historisch stets hin will. Mutig ist das nicht. Aber Standpunkt zu zeigen, wie G.K. das verlangt, war dem Michl ohnedies nie gegeben. Der Bürger, auch wenn er sich für rechts hält, drängt halt immer dorthin, wo es gefühlt für ihn am besten zu sein scheint: zur konformistischen Bürgerlichkeit. Und letztere ist ja bei der AfD reichlich zu beobachten. Und wenn dann dieser Tage, um wieder zur österreichischen FPÖ zu kommen, der FPÖ-Landesparteiobmann von Salzburg in einem Interview auf die Frage "Wo wollen sie politisch noch hin?" antwortet: "Ich will überhaupt nirgends hin. Ich bewege mich dort, wo die Partei mich braucht.", dann sieht man die AfD direkt vor sich.

Gruß aus Österreich

Rüdiger Happ
5. September 2014 11:21

@Zadok Allen

c) Die Partei entwickelt sich durch das Überwiegen der alten CDU- und FDP-Seilschaften, zur FDP 2.0. Die AfD-Optanten müßten dann gute Miene zum bösen Spiel machen oder sich schmollend ins Abseits zurückziehen.

Fragt sich, wer hier schmollen wird. Ich persönlich habe 2009 FDP gewählt und wäre auch dabei geblieben, wenn das Anti-Euro-Parteivolksbegehren dort erfolgreich ausgegangen wäre. Ich bin wegen der Euro- und EU-Kritik AfD-Mitglied geworden. An einem Putin-Fanclub z. B. habe ich kein Interesse und beobachte höchst befremdet die Sympathie, die dieser Diktator in der rechten Hälfte der AfD-Basis genießt. Manchmal habe ich den Eindruck, die Ukraine-Krise hat die AfD auf dem falschen Fuß erwischt ... Auf geolitico schrieb dazu jemand, er habe als Praktikant im BaWü-Landtag anfangs der 90er erlebt, wie schon einmal eine Partei, damals die REPs, an der mangelnden Zähmung des "rechten Narrensaums" zugrunde gegangen sei. Wer weiß, ob es der AfD nicht ähnlich ergehen wird. Manch liberal Gesinnte sind schon ausgetreten, und z. B. hier wird darüber engagiert diskutiert - aus liberaler Sicht. Es sind ja nicht nur die Rechten, die sich was von der AfD erhoffen ;-)

Ciao und Gruß aus Tübingen

Albert
5. September 2014 11:24

Traurigen Herzens muß ich Kubitschek zustimmen. Überhaupt stimmt mich dieser Beitrag ziemlich traurig. Man merkt GK an, daß er lange mit sich gerungen hat, bevor er dies schrieb... Sicher hat sich die JF zu einem Mainstream-nahen Projekt gemausert, aber es lohnt nicht, das Tischtuch zu zerschneiden ... Dafür sind die Zeiten zu dürftig.

Bei einem meiner ersten Besuche 2007 beim IfS endete KHW seinen Vortrag mit den Worten: "Unsere Zeit kommt!". Nun, "unsere Zeit" kam und kam nie, und nun soll "unsere Zeit" mit dieser AfD kommen?

Ich wünsche der AfD das Beste und eine starke Position im Parlament. Nur eine Zeitenwende wird von dieser Partei nicht ausgehen. Gestern hörte ich einen Vortrag der hiesigen AfD-Spitzenkandidatin, die forderte, den muslimischen Frauen unter ihrer Burka die Hand zu reichen und ihnen zu helfen, sich zu integrieren. Hääh? Und mit diesen Leuten soll unsere Zeit kommen? Das soll unsere Zeit sein? Letztlich vertritt die AfD astreine CDU-Forderungen der späten 90er Jahre, ist also in keinster Weise genuin "konservativ" im Sinn des "konservativen Minimums" von KHW, von der KR ganz zu schweigen.

Rückblickend auf die Niederlage der Konservativen/Rechten im Kulturkampf der frühen 90er Jahre (als das Blatt ungewöhnlich gut stand für uns Deutsche und als tatsächlich noch etwas zu retten gewesen wäre), sagte KHW einmal: "Wir haben damals die Feigheit des Bürgers unterschätzt." Umso sehr verwundert mich, daß KHW nun soviel Enthusiasmus der AfD entgegenbringt.

Umso wichtiger ist es, eine Vision, einen Mythos, einen Entwurf, ein "Was nun? Was tun?" zu entwerfen, damit wir eine Orientierung bekommen im Hinblick auf die Daseinskämpfe der Zeit.

Gold Eagle
5. September 2014 11:45

Im Grunde ist das der natürliche Gang der Dinge. Das ist genauso wie mit der taz, eigentümlich frei, konkret...Wenn eine Zeitung über ihr Milieu hinaus wächst, dann muss sie sich ideologisch ausdünnnen. Das kann man natürlich als Leser der ersten Stunde kritisieren, aber die Blattmacher werden eben auch älter und wollen auch einmal ankommen. Hohe Auflagenbreite und ideologische Tiefe sind wirklich miteinander vereinbar. Das schafft dann immer Raum für neue kleine Projekte.

Bei Parteien ist das genauso. Kleinstparteien können die reine Lehre vertreten, sehen aber dafür nie ein Parlament von innen. Wenn einen Partei wächst, dann muss sie mehr Flügel integrieren und mehr Wählergruppen bei der Stange halten, und wird damit automatisch weniger eindeutig in ihren Aussagen. Eine AfD, die 20 Prozent hätte, wäre wahrscheinlich von der CDU nicht mehr unterscheidbar. Die AfD muss heute schon konservative, liberalen und linken Protestwählern gerecht werden. Wenn sie sich ideologisch vollkommen eindeutig positioniert, verliert sie die anderen Wählergruppen und hat keine Chance mehr in ein Parlament zu kommen.

Zam
5. September 2014 11:50

"Es ist nicht ohne Bedeutung, daß sich die AfD als Partei des gesunden Menschenverstands präsentierte, denn das heißt: Sie ist von vornherein theorieschwach, nicht-ideell, sondern sieht sich als Anreicherungsbecken für den arbeitenden, staatstragenden, pragmatischen Bürger, der keine Visionen hat, sondern ein Bedürfnis nach einem ordentlichen, soliden Leben, und zwar noch im morschesten Haus."

Das erinnert mich an ein zutiefst deprimierendes Gespräch mit einem erfolgreichen Jungunternehmer vor einigen Jahren in einem (wohl etwas zu) urigen Beisl in Wien. Sohn der Barbesitzerin, beäugte er uns zunächst einige Zeit, bevor er sich entschloss, zum Angriff überzugehen, da er uns zielsicher als Studenten identifiziert hatte. Es folgten mehrere Minuten Diskussion, die sich bald in ein Crescendo aus Anschuldigungen verwandelte. Im Endeffekt hätten wir uns fast geprügelt, die Barbesitzerin erteilte uns jedenfalls Hausverbot.
Zusammengefasst: Es war für mich unmöglich, ihm klarzumachen, dass ich eigentlich auf seiner Seite stehe. Er hatte – natürlich zurecht – instinktiv eine dunkle Ahnung, dass da auf der Universität etwas vor sich gehe, das der Gesellschaft schade, sein erklärtes Gegenmittel aber erschöpfte sich in dem zornigen Ausspruch "De soin doch amoi wos arbeitn, diese fauln Hund". Es kam ihm überhaupt nicht in den Sinn, dass es im Ideenkampf auch etwas zu gewinnen gäbe, er sah in der Totalverweigerung den besseren Weg.
Manchmal stelle ich mir eine Welt vor, wo ich ihn schüttle und mit eindringlicher Stimme und genau dem rechten Maß an aufrüttelnder Verzweiflung im Ton beschwöre: Ihr werdet verlieren. Begreift ihr das nicht? Ihr habt keine Chance ohne einen ideologischen Überbau.

Rolf Weidmann
5. September 2014 11:59

Danke, Herr Kubitschek, dafür, daß Sie die Problematik mit der AfD
so sehr auf den Punkt gebracht haben.
Eindrucksvoller hätte dies vermutlich keiner der mittlerweile verun-
sicherten, wenn nicht sogar enttäuschten, AfD-Wähler darstellen
können.
Konservative Bürger und Wähler dieser BRD können mit der bisherigen
Darstellung der gewählten AfD-Politiker nur dann zufrieden sein, wenn
sie nach dem Motto verfahren: "Besser der Spatz in der Hand als die
Taube auf dem Dach !"

Mir persönlich reicht dies nicht. Ein "Raubvogel auf dem Dach" wäre mir
da schon lieber. Eine zweite FDP haben wir AfD-Wähler und auch dieses Land nicht verdient.

Man sollte in der Politik der AfD und deren Repräsentanten wenigstens
hin und wieder eine Spur dessen erkennen, was konservative Wähler
ihr Kreuz neben die AfD setzen ließ.

Es sollte mich wundern, wenn dieser Personenkreis sein Wahlkreuz
nochmals an dieselbe Stelle setzt, sofern nicht wenigstens peripher ein Teil seiner Hoffnungen und Wünsche, die er in diese Partei gesetzt
hat, in den Äußerungen der Partei-Repräsentaten berücksichtigt wird. Bei den Mehrheitsverhältnissen in den BRD-Parlamenten sowie auch im Europa-Parlament ist die Durchsetzung konservativer Politik nur sehr eingeschränkt möglich, Zielvorstellungen sollten jedoch von Zeit zu Zeit wenigstens angesprochen werden.

Gruß

Rolf Weidmann

Steffen
5. September 2014 12:07

Ich glaube es bleibt jedem selbst überlassen, diese Partei im Werdegang selbst mit zu gestalten - wenn kein Sezessionist dieser Runde sein Können und Wissen in die Waagschale werfen will, woher sollten entsprechende Inhalte sonst kommen? Bei welcher anderen Partei wäre dies überhaupt noch möglich? Und es geht leider nur über den Parteiweg! In Deutschland im Jahre 2014 auf irgendeine andere Form des Aufbruchs zu hoffen ist naiv und angesichts der Lage vollkommen wahnsinnig.

Thomas Wawerka
5. September 2014 12:13

Frau Petry hat gesagt, die AfD werde im Parlament Sachpolitik leisten und zusammenarbeiten, keine Fundamentalopposition bilden wie etwa die NPD. Das heißt, die AfD MUSS Kompromisse suchen, sie MUSS sich zur Mitte hinbewegen - dafür ist ein Parlament da. Es ist der Ort, an dem um Ausgleich der verschiedenen Interessen gerungen wird. So funktioniert Demokratie. Mit Fundamentalopposition erreicht man gar nichts.

Es gibt Leute, die wünschen sich eine andere Gesellschaft, ein anderes politisches System, ein anderes Land. Die gibt es auf der linken wie auf der rechten Seite. Aber das Gros wünscht sich eben keine andere Gesellschaft, sondern bessere Umstände. GK's Analyse mag stimmen: Dieser Organismus "Gesellschaft" mag krank sein. Aber das Gros wünscht sich keinen Gnadenstoß, sondern Medizin zur Heilung oder wenigstens zur Linderung der Schmerzen. Von diesem Gros, von dieser "Mitte" gehen die politischen Gravitationskräfte aus. Eine andere Gesellschaft (anderes Land etc.) würde nur möglich, wenn diese "Mitte" sich fundamental ändern würde. Dazu müsste es ihr sehr schlecht gehen. Oder sie müsste tiefgreifende Einsichten gewinnen, wofür es aber zumindest historisch kein Beispiel gibt ... außer evtl. die freiwillige Selbsttransformation der sowjetischen Gesellschaft durch Perestroika und Glasnost.

Ich denke, daran wird der eigentliche Unterschied zwischen Konservativen und neuen (oder alten) Rechten deutlich. Konservative wollen das erhalten, was gut funktioniert, und sind deshalb bereit, den Ausgleich zu suchen. Ein paar kleine Schritte, die zur Besserung der Lage führen, sind ihnen lieber als das Gesamtpaket. Konservative wollen behutsame Veränderungen statt einen radikalen Schnitt.

Vielleicht ist der Organismus tatsächlich so krank, dass er nicht mehr zu heilen ist. Nun, dann wird er sterben, wenn seine Zeit gekommen ist. Konservative sind wie gute Ärzte: Sie geben ihren Patienten nicht vor der Zeit auf. Und Sterbehilfe lehnen sie aus moralischen Gründen ab.

kommentar kubitschek:
ich sehe keinen widerspruch zu dem, was ich schrieb. eine partei muß verfahren wie eine partei verfahren muß. und eine zeitung kann sich auch neu erfinden, keine frage. die frage ist nur: worauf verzichtet sie in zukunft? und wohin nur mit den ganzen katechismen, die man mal geschrieben hat? schließlich wohnen derlei prediger nicht unter schönen sandsteinbögen, deren schlußstein ein lamm mit einem banner ziert.

Marcus Junge
5. September 2014 12:22

Rüdiger Happ

"rechter Narrensaum" oder nicht doch der Verfassungsschutz-Abschaum, der vom BRD-System gezielt eingesetzt wurde um dafür zu sorgen, daß es "keine demokratische Partei rechts der CSU" gibt.

Außerdem ist es ein Irrsinn an sich, was in der BRD als nicht hinnehmbarer rechter Rand gilt, in jedem anderem Land ist das die normale Rechte und regiert dort dann halt, egal ob Israel oder USA.

Putin als Diktator zu bezeichnen? Der Mann wird in, für russische Verhältnisse, fairer Wahl, von mehr Leuten gewählt, als es sich die Verführer der westlichen Welt je erträumen könnten, ist aber der pöhse Diktator. Schon klar.
Also lieber das Lied der friedlich, freundlichen USA, ihres tollen Geldsystems und Weltmachtanspruchs, ihrer kulturellen Umformung der Welt, ect. pp. singen und nicht ein gutes Haar an Putin lassen, weil die USA und Vasallen es so wollen? Nein Danke. Außerdem ist man kein Putin-Kuschler, nur weil man mehr Sympathien für den Mann hegt, als für die transatlantischen Dauerkrieger- und Lügner, aber das wird ja absichtlich nicht verstanden, sonst bröckelt ja das simplizierte Weltbild in s/w.

Der Gutmensch
5. September 2014 12:23

Also die Lektüre des Artikel erschließt einem jedenfalls nicht, was den Autor dermaßen vergrätzt.

Soweit bekannt, hat man sich doch schon vor langer Zeit entschieden:

Der eine dafür, dass er eine neue, allgemeinverbindliche Richtung vorgeben möchte. Dafür muss er natürlich an das anknüpfen, was gerade gesellschaftliche Wirklichkeit ist und die Idealisten in die Schranken weisen, damit sie niemanden verschrecken, um den er wirbt.

Der andere entschied sich dafür, Spielräume für Ideen zu erhalten, von denen viele Menschen heute gar nichts mehr wissen. Da nicht anzunehmen ist, dass die Masse von jetzt auf gleich vom wilden Lerneifer befallen wird, wird er den mainstream wohl allerhöchstens posthum bestimmen.

Nun scheint es, dass das gesellschaftliche Klima erlaubt, der Entscheidung des Erstgenannten praktische Taten folgen zu lassen. Und folgerichtig grenzt sich er sich intensiv ab; er will eben gerne neuer Meinungsführer sein! Der andere tut, was er immer schon tat – nur, dass er nun auch neue Spielräume hat: Bestimmte Autoren können über kurz oder lang nicht mehr als von vornherein tabuisiert gelten; wer sollte denn über diese Tabus noch wachen - ohne sich komplett lächerlich zu machen? Und wenn man bestimmte Namen wieder angstfrei nennen kann, wird es auch wieder mehr Leute geben, die sich dafür interessieren, sie – und im Schlepptau dessen auch andere - zu lesen und sich darüber auszutauschen; da plagt mich nun wirklich keine Sorge.

kommentar kubitschek:
vielleicht, gutmensch, schreibe ich demnächst mal die ganze insider-geschichte des vergangenen jahres auf. dann verstehen Sie besser, was "kantenschere" bedeutet.

Matthias Grund
5. September 2014 12:36

Die "Kantenschere" trifft es auf den Punkt, Danke!

Daraus folgt leider, dass die AfD Teil des Problems ist, und nicht Teil der Lösung.

Die AfD monopolisiert das letzte bisschen an legitimem "Widerstand" gegen die zahlreichen Fehlentwicklungen hierzulande. In einer "strategische Klugheit" genannten Bettelei um Anerkennung verschiebt sie die Demarkationslinie des gerade noch so (und oft schon nicht mehr) Tolerierten weiter nach links.

Die AfD bestimmt, was gerade noch so politisch gedacht und gesagt werden darf - und hier wiederum ist sie fremdgesteuert vom Nasenring der ideologischen Leitmedien (Spiegel Online, Zeit, Süddeutsche, Tagesschau usw.) und den Strategen der anderen Parteien, die die üblichen Distanzierungsforderungen auffahren.

Indem die AfD die Rolle des Gegners als Grenzlinienzieher des Tolerierten akzeptiert, unterwirft sie sich deren Hoheit und bestärkt diese nur. Sie bestätigt die Rolle des politischen Gegners als "Gatekeeper" der politischen Debatte, anstatt diese herauszufordern. Andere wiederum, die weiter als die AfD gehen, stellt sie unausgesprochen ins Abseits.

Dadurch sorgt die AfD dafür, dass die politische Debatte nicht vielfältiger, sondern weiter eingeengt wird. Zu zentralen Themen schweigt sie, ist auffallend leise oder demonstrativ gefügig. Bloß nicht auffallen, bloß nicht zu kontrovers. So hätte ich mir die AfD etwa gewünscht, als Lampedusa nahezu widerspruchslos als Chiffre für die totale Entgrenzung Europas, für die totale Zuwanderung etabliert wurde. Nicht nur hier hat die AfD gezeigt, dass sie sich an zentralen Scheidepunkten lieber weg duckt, als Stellung zu beziehen.

Wofür die "Alternative für Deutschland" überhaupt steht, bleibt auch nach anderthalb Jahren vage; sie ist damit letztlich nur eine symbolische Alternative. Die Partei unterliegt dem selben feigen Konformitätsdruck, wie fast all die anderen Unzufriedenen, die trotz Widerspruchs nicht in der Lage sind, ihr Oppositionsrecht unserer Demokratie zu nutzen. Wer Freund des politischen Gegners sein will und bis zur Selbstverleugnung um seine Anerkennung kämpft, nicht aber um die seiner Wähler, ist nicht nur zu blöd für die Demokratie, sondern beschädigt diese auch. Denn sie zementiert die pseudo-konsensuale Erstarrung unserer Post-Demokratie und gibt ihr noch das Feigenblatt der angeblichen Debattenvielfalt.

Ergo: Die AfD ist Teil des Problems, nicht Teil der Lösung.

Noah
5. September 2014 12:45

Die JF ist ein genuin bürgerlich-konservatives Blatt mit sowohl liberalen, libertären als auch rechtskonservativen Ausfransungen. Sie hat sich aus ihren anfänglichen, selbstauferlegten, ideoligischen Klammern befreit.

Ideen sind erst dann zu verstehen und wirkmächtig, wenn man sie mit den ihnen zugrunde liegenden realen Lebensbedingungen in Zusammenhang sieht und bringt. Genau das tut die JF und hat deshalb Erfolg!

Wer die Welt nur in schwarz oder weiß sieht oder sehen möchte, wird letztlich scheitern. Es braucht unhintergehbare Standpunkte - ja, aber es geht nicht ohne Kompromisse.

kommentar kubitschek:
bis hierher paßt es einigermaßen.

Der "Zwischentag" im letzten Jahr hat gezeigt, daß die Junge Freiheit und die Szene um den letztjährigen Ausrichter des Zwischentags nicht kongruent sind. Die Junge Freiheit hat wohl deshalb nicht teilgenommen, weil ihr erfreulicherweise jegliche Bezüge zum Neofaschismus fehlen, der offenbar im Zwischentagsmilieu durchaus tragfähig zu sein scheint (Casa Pound).

kommentar kubitschek:
jetzt paßt es nicht mehr. denn es ist zweierlei: etwas ob seiner organisationsform, den provokationsmitteln und der integrativen kraft zu studieren oder aber inhalte kopieren zu wollen. wir machen ersteres, das zweite ist typisch italienisch und hat mit uns nichts zu tun. stein rieb sich auch nicht daran, sondern unter anderem an einer "bruchlosen anknüpfung an die kr". was und wen meinte er damit? weißmanns kr-ausstellung, die auf dem letzten zwischentag gezeigt wurde? oder dessen buch "kr in europa", das letztes jahr erschienen ist?

Nils Wegner
5. September 2014 12:52

Manchmal frage ich mich wirklich, ob es da irgendwo einen Arbeitskreis gibt, der überall unter AfD-kritischen Artikeln diese "Maul halten und mitmachen"-Kommentare abliefert. Das müßte doch eigentlich als Vollzeitjob vergütet werden.

Reichsvogt
5. September 2014 13:14

Die Realität ist, dass eine "strammere" Partei rechts der CDU keinerlei Chance hat und in zukunft auch nicht haben wird. Kann man schade finden. Ist aber so. Von daher braucht uns die AfD nicht zu stören und ich pflichte "Gold Eagle" bei. Sollen sie machen, viel Erfolg. Trotzdem wünsche ich mir weiterhin die Sezession-Linie, wie sie ist und auch die solide Arbei des IfS! Den Bruch mit KHW finde ich sehr bedauernswert. Das sang und klanglose Ausscheiden aus Sezession und IfS hat er bei seiner geleisteten Arbeit nicht verdient, wie auch immer die Gespräche gelaufen sind. Ein reiner AfD-Jubler ist er in keiner Weise. Er ist realistisch genug um festzustellen, dass er über die JF mehr Leser erreichen kann. Daraus kann man ihm keinen Vorwurf machen. Die scharfe Kritk an der JF kann ich voll unterstützen. Um mich über smartphonegesteuerte Spülmaschinen zu informieren, brauche ich keine JF. Zuviel Banalität und Seichtes! Auch eine Parteizeitung brauchen wir wirklich nicht! Aber Dieter Stein hatte schon immer den Drang in diese Richtung, also brav-konservativ und bei jeder WM in Jubel ausbrechend ober des schwarz-rot-gold-Hypes. Die Trennung von den unkontrollierbaren JF-Leserkreisen nach den ersten JF-Sommerakademien erfolgt schon aus diesen Anpassungsgründen. Was die JF Lektüre angeht, so interessiert mich nur noch die Weißmann-Kolumne, etwas Pankraz (aber längst nicht jede Folge!), Thorsten Hinz/Doris Neujahr (wie lange er wohl noch schreibt?) und Paulwitz. Der Rest wir meist überblättert. Ein Jammer!

Roland
5. September 2014 13:29

@Thomas Wawerka

Wir brauchen im konservativen Spektrum mehr Pluralismus. Kubitschek geht es doch vor allem um die Distanzierungen aus unserem eigenen Lager. Unnötige und schädliche Abgrenzungen, um sich an den linken Mainstream anzubiedern. Hier ist vor allem die Junge Freiheit gemeint, die ihre eigenen Wurzeln verrät, um der Alternative für Deutschland "keine Probleme" zu bereiten. Wie eben einen Artikel oder Kommentar zum zwischentag, an dem man selbst schon nicht mehr teilnehmen will, weil er zu umstritten ist! Denkt Stein wirklich, dass man so konservative Themen im Mainstream etablieren kann? Beim letzten zwischentag hat die JF sogar einen kritischen Distanzierungsartikel von Henning Hoffgaard veröffentlicht. Hoffgaard ist übrigens der Autor, der Dominique Venner nach seinem Freitod in der JF verhöhnt hat. Jetzt räumt Stein nach und nach, die letzten umstrittenen Themen vom Tisch. Das "Interregnum" Mohlers ist auch ein gutes Beispiel. Dass man sich dann auch noch gegen mühevoll etablierte Begriffe wie die "Neue Rechte" wendet, ist einfach fatal. Metapolitischen Frontgewinne können eben nur erzielt werden, wenn man sich im Realpolitischen nicht völlig von der eigenen Metapolitik distanziert hat. Aber die Linken wissen, dass es bei uns sehr gut funktioniert und pflegen es deshalb auch: "Distanzieren Sie sich!"

Natürlich sind realpolitische Umsetzungsversuche zu begrüßen. Aber warum muss sich denn z.B. eine Wochenzeitung immer distanzieren un abgrenzen? Am Ende hat man die Politik nicht wesentlich konservativer gemacht, sondern sich nur linker. Stein dürfte eigentlich den Weg unserer ehemals konservativen FAZ kennen.

Carabus violaceus
5. September 2014 13:56

Wenn Lucke & Co. in der AfD weiterhin das sagen haben, wird diese Partei auf immer und ewig ein harmloser, abnickender Transatlantikerverein bleiben. Eine Wende ist dort nur möglich, wenn sich vernünftige Leute von der Parteibasis durchsetzen. Die Feigheit wird in vielen Fällen sichtbar, wonach vermutlich kein Hahn gekräht hätte:
- Die Sachsen-AfD hat ja vermeintlich "böse" Mitglieder in ihren Reihen
- Lucke stimmt den Sanktionen im EU-Parlament gegen Russland zu und lässt Gauland im Regen stehen (da muss man kein "Putin-Versteher" sein um diese Taktik zu durchschauen - schließlich möchte Lucke an die prall gefüllten Fleischtöpfe der Parlamente)
- Das Zurückschrecken nach der Einladung von Andreas Mölzer - und und und...
Eine "Alternative" sieht anders aus! Ich kann Herrn Kubitscheck also nur zustimmen.

Rumpelstilzchen
5. September 2014 14:33

Freiheit

Freiheit ist kein käuflich Gericht;
man hat sie oder man hat sie nicht.
Und wer sie hat, wer wirklich frei,
hat noch ein kleines Lächeln dabei.

Christian Morgenstern

Nun kommt zusammen, was zusammengehört. Das kleine Lächeln vergeht, wenn man den DURCHBRUCH ! ( Aktuelle Ausgabe JF ) endlich erreicht hat und die Chance wittert, zur Hofpostille einer sich etablierenden Neupartei zu werden. Das weckt Begehrlichkeiten und man schämt sich seiner peinlichen Verwandtschaft, der schwarzen Schafe, die zwar ganz amüsant sind, aber leider nicht parketttauglich. Das ist nur allzumenschlich.
Herr Lucke ist sehr beflügelt von seinem Sieg und beherrscht schon recht ordentlich die Gesetze der Macht. Er bietet sich an ( der SPD) und läßt sich umschmeicheln. Biedenkopf preist Lucke im Handelsblatt als hellen Kopf. Er warnt davor, die AFD voreilig als rechte Partei abzustempeln.
Und vielleicht ist die AFD gar linkskompatibel. Denn die Linke hat laut FAZ eine neue Liebe zur alten BRD, zur Adenauerzeit entdeckt. Und Sehnsucht nach Geborgenheit.
Dazu passt noch wunderbar die durch Meinungsumfragen abgesicherte Verlustangst der Deutschen. Diese sorgen sich am meisten um ihr sauer verdientes Geld. Sie sind glücklich, wenn alles so bleibt, wie es ist. Das meint Stabilisierung. Ist ja in Ordnung.
Da passen die wilden Gesellen nicht mehr so dazu und die, die an Deutschland leiden, werden noch etwas einsamer.
Das mag traurig sein. Lustiger ist es aber allemal.

Nihil
5. September 2014 14:48

Ich möchte mich nicht als Hellseher gerieren, aber die Abbestellung der JF vor etlichen Jahren war für mich eine Wohltat und absolut indiziert, seit sich die aus Desinteresse ungelesenen Ausgaben stapelten.
Der liberal-bürgerlich-christliche Kurs hatte nichts mehr mit den 90er oder den Anfängen der 2000er Jahre gemein. Das Blatt trieb immer mehr die Kernfrage der Bürgerlichen um: „Was werden die anderen bloß denken?“. Doch wer so denkt, hat mMn schon verloren. Und jetzt ist sie vollends bürgerlich geworden. Die AfD hat sogar das letzte Tabu gebrochen und die Westbindung vollzogen.

Immer wieder erlebe ich junge Menschen, die sich von den Schriften derNouvelle Droite aus den 80er bzw. 70er Jahren b egeistert zeigen. Das wirkt immer noch „revolutionär“, „neu“, „anders“. Lichtmesz ist für mich der einzige, der diese „Stimmung“ annähernd konserviert und „weiterentwickelt“ hat (ebenso wie die – man staune(!) – junge angloamerikanische New Right).
Die deutsche Neue Rechte war immer so klinisch-steril-melancholisch-schlaff wie deutscher Neofolk (der Vergleich ist etwas überzogen: deutscher Neofolk war und ist noch viel(!) schlimmer). Wohltuende Ausnahmen: Mohler, stellenweise Weißmann oder der Import von Kurtagic und Montherlant. In der BRD war man offenbar immer – ganz bürgerlich letztlich – darauf bedacht doch irgendwann an die Realpolitik anknüpfen zu dürfen, irgendwann „anzukommen“ (vielleicht auch weil man immer älter wurde, das persönliche Zeitfenster immer kleiner wurde; soviel auch zum „Bürgerlich-Konservativen“ als Alterserscheinung).

Dazu haben sich Benoist, Faye, Venner u.a. nie hinreißen lassen. In der BRD hatte man stets große Angst als „obskure Sekte“ zu gelten oder zu enden (was nicht völlig unberechtigt ist, aber eben …) – so mein Eindruck von "außen". Die Franzosen waren durchwegs konsequenter: konsequenter in der Theorie (Nouvelle Droite, Bruch mit der alten Rechten), konsequenter in der Praxis (Bloc Identitaire, Generation Identitaire). Und sie sind bis heute glücklicherweise konsequent europäisch orientiert, wogegen man in Deutschland doch noch viel "deutschnationales Erbe" mitschleppt(e). Die Angriffslust und das bewahrende Moment war in der NR immer stark ausgeprägt, die Hoffnung doch noch zu retten, was zu retten ist, habe ich oft explizit oder implizit lesen müssen (immer in angeblichem Wissen wie „schwer“ ein „Wiederaufbau“, die Etablierung eines „funktionalen Staatswesens“ ist; Überlegungen die wohl eher zu 1945 und nicht in die Gegenwart passen).

Ich sage es unverblümt – egal ob es mir „zusteht“ oder nicht: Das hat man nun davon!

Innerer Exilant
5. September 2014 15:01

Meiner Meinung nach darf man sich in gesellschaftlich so randständigen Milieus wie dem unseren nicht an Grabenkämpfen abarbeiten. Realpolitisch muss man im Blick behalten, was überhaupt möglich ist. Und im gegenwärtigen gesamtgesellschaftlichen Paradigma, in dem schon die AfD, angefeindet wird, als wäre sie eine harte rechte Partei, ist mehr einfach nicht drin. Es klingt nach Resignation, aber wir werden in diesem antinationalen, globalistischen Paradigma - wenn man mit den Leuten da draußen spricht wird das ganz offensichtlich - keine konservative Revolution erleben. Die Begriffe, die erlaubt zu denken sind, sind nicht die unseren, es sind Linke und Liberale, die gegenwärtig das Erlaubte definieren. Als Sozialisten im 19. Jahrhundert gesamtgesellschaftlich gesehen in einer ähnlichen Lage waren, hatten sie wenigstens noch Sympathien im Kunst und Kulturbetrieb und konnten sich auf den relativ homogenen Block der Arbeiter stützen. Wir haben diesen Resonanzraum nicht. Fassen wir einmal zusammen,

a) Den Menschen geht es gut, da ist sogar noch viel Raum nach unten, bevor Materielles ein Veränderungsfaktor wird.

b) Es herrscht im Großen und Ganzen Frieden, Mord und Totschlag durch gewisse Gruppen fallen noch nicht ins Gewicht, es gibt Gesellschaften mit 10 mal höheren Mordraten als der Unseren, die trotzdem nicht kollabieren.

c) Die Meinungsmuliplikatoren und Ideengeber in Politik, Medien und Kunst verabreichen seit 40 Jahren sedierende Sozialismus und Liberalismusderivate, quasi intravenös, die mittlerweile die einzige gängige geistige Währung darstellen, wie wir alle sicherlich schon das ein oder andere Mal erfahren haben.

d) Kein Segment der Bevölkerung ist wirklich in revolutionärer Laune, aus irgendeinem Grund. Das gegängelte und überfremdete Proletariat in gewissen stark bereicherten Stadtarealen vielleicht mal ausgenommen, aber im gegenwärtigen geistigen Klima wissen diese Leute nicht einmal, wie sie ihren Unmut äußern DÜRFEN. Bevor man sich zum "Nazi" stempeln lässt, assimiliert man sich lieber. Hab ich schon des Öfteren beobachten können.

Angesichts dieser Vorrausetzungen, ganz ehrlich, was will man tun ? Das Schimpfen aus dem Elfenbeinturm scheint das Letzte zu sein, was möglich ist. Die haben gewonnen, wir haben verloren. Manchmal denke ich mir, es wäre besser sich irgendwie in diese lächerliche Zeit zu integrieren und den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen.

Mit deprimierten Grüßen,
Innerer Exilant

kommentar kubitschek:
sehe ich im großen und ganzen auch so. aber die jf+x sieht das anders, sonst hätte sie sich nicht so vehement distanziert, nicht?

F.H.
5. September 2014 15:07

Vielen Dank für diesen Beitrag. Junge Freiheit... das hat ungefähr den spirit der Jungen Union der 80er. Und Herr Lucke bespaßt das Seniorenkränzchen. Ich wünsche mir hier selbstverständlich noch ein wenig mehr Radikalität. Jetzt doch erst recht, oder?

antwort kubitschek:
nein, warum auch? in irgendeiner radikalität um der radikalität willen liegt so wenig witz wie in einer alternative, die keine ist.

Nothung
5. September 2014 15:17

Die Lage in Deutschland haben Sie treffend beschrieben. Dennoch, habe ich mich über die 10%AfD-Wähler in Sachsen gefreut (ebenso über 5% nationale Stimmen und 50% Nichtwähler). Und daß die CDU lieber mit Kinderschändern ins Bett steigt als mit der AfD sagt eigentlich alles.
Was ich der JF zugute halte: Immer ein kritischer Blick auf die knoppsigen Gauckler, die hündisch das Ansehen unserer Ahnen vor aller Welt besudeln.
Die AfD ist wohl nicht das Non plus Ultra aber sicherlich eine mögliche Alternative.
Mehr als im kleinen Kreis verändern kann man zur Zeit eben nicht, haben wir noch etwas Geduld, das Kartenhaus wird implodieren.

antwort kubitschek:
gegen eine solche position habe ich nichts einzuwenden, wie auch? ist schon recht. indes: darum gehts in meinem artikel nicht.

Innerer Exilant
5. September 2014 15:33

Wenn die JF weiter berichtet, wie sie berichtet und ihr ihre "Distanzierung" ein paar tausend Leser mehr bringt, hey, warum nicht ?

Was gibts denn zu verlieren ? :)

Getrennt marschieren, gemeinsam Zuschlagen, so machts die Linke doch bei allen relevanten gesellschaftlichen Veränderungen auch. Offiziell "distanziert" die SPD sich beispielsweise auch von manchen Auswüchsen am linken Rand, was in der Praxis allerdings keinerlei Konsequenzen hat. Beim nächsten "Antirechts" Projekt oder irgendeinem anderen linken Herzensanliegen stehen sie trotzdem wieder neben der Antifa. Kann die JF doch auchmal probieren, vielleicht klappts ja, strenth in numbers und so. ;)

Ein gebürtiger Hesse
5. September 2014 15:40

Vor allem eines ist bedauerlich: daß über die Auseinandersetzung mit der AfD der "Sezession" Karlheinz Weißmann und Karlheinz Weißmann die "Sezession" abhanden gekommen ist. Erst gestern Abend hörte ich ihn einen glühenden Vortrag halten, veranstaltet von der JF, über "Die Entstehung des häßlichen Deutschen", und dachte: verflucht nochmal, dieser Mann ist doch unverzichtbar. Wie wichtig wäre es, daß sich die Zwistpartner nach dem Zerreißen des Tischtuches doch wenigstens die Stühle wieder langsam an den Tisch heranrückten. Der ist, wenn mich nichts täuscht, nämlich immer noch der gleiche.

kommentar kubitschek:
ich glaube, ich muß nun doch wenigstens einen teil der ganzen geschichte erzählen, sie heißt: der gemeinsame tisch.

Tullius Destructivus
5. September 2014 15:49

Die AfD steht heute vor der gleichen Herausforderung (und wahrscheinlich auch dem gleichen Schicksal) wie die „Republikaner“ vor 20 Jahren. Nicht nur, daß sich ihre Mitglieder aus Bürgern dieses Staates zusammensetzten, die hier und auf diesen Staat sozialisiert worden waren, nicht nur, daß diesen Mitglieder – wie dien Mitglieder aller anderen zugelassenen Parteien in diesem Staate auch – der Unterschied zwischen Staat und Gesellschaft und zwischen Politik und Sozialverteilung unklar, wenn nicht gar unbekannt war, nicht nur, daß deren Wähler sich monokausal aus hauptsächlich sozialpolitischen Verteilungskämpfen – wozu auch die Asyl- und die Zuwanderungs-„fragen“ gehörten – zusammensetzten, nein, weit gravierender noch, die Parteielite wollte mit dieser Partei erklärtermaßen lediglich die seit Adenauer vakante Position innerhalb und im Rahmen des Status quo der politischen Form dieses Staates einnehmen. Das aber bedeutet nichts anderes – und anderes ist im Grunde genommen für eine legale Partei gleich welcher Coleur selbst bei vereinzelten Bestrebungen auch völlig ausgeschlossen –, als daß die politische Form des Staates Bundesrepublik Deutschland als eine der aktuellen Herausforderung im Politischen adäquate angesehen wird; einzig die Form der Regierung im Inneren, die Sicherstellung eben dieser politischen Form, wird als mangelhaft angesehen und oppositionell angegangen. Und wer eben dies als maßgeblich anerkennt und akzeptiert, ist nach dem Eigenverständnis dieser Parteien ein sogenannter „Realo“ – ein Status quo-Positivist.
Sofern die Form eines Staates und damit auch seine Politik jedoch nicht der aktuellen konkreten Herausforderung im Bereich des Politischen entsprechen sollte, muß man über die Bewertung nachdenken. Eine Partei innerhalb eines solchen Staates, der seinen Namen dann wohl zu Unrecht trägt, die verfassungsbejahend ist, trägt damit gleichwohl dazu bei, daß eben jene Form des Staates, die nicht mehr den Herausforderungen im Bereich des Politischen entspricht, erhalten bleibt. Aus welchen Gründen auch immer, sei es, daß dieser Partei die existentielle Herausforderung des Politischen schlichtweg nicht vorhanden zu sein scheint, sei es, daß sie sich einer normativen Vorgabe auch um den Preis der Subjektivierung des Staates verpflichtet fühlt, oder auch beides, in diesem Falle ist eine solche Partei, die einen solchen Staat bejaht, unpolitisch, politikunwillig und politikunfähig. Eine solche Partei wirkt in ihrer Konsequenz zerstörend für das Gemeinwesen.
Davor feit jedoch wiederum das Beispiel der „Republikaner“: so schnell wie sie aufgetaucht sind, so schnell sind sie auch wieder verschwunden, nachdem auch dem dümmsten Anhänger klar geworden ist, wofür diese Partei stand.
Gleiches galt am Ende jedoch nicht für deren mediale Begleitung - die haben halt rasch mal auf das neue Pferd "AfD" gesetzt. Und wenn deren letzte Tage im dann nach wie vor unveränderten System kommen sollten, wird wahrscheinlich irgendwer irgendwo erneut einen solchen Anlauf unternehmen ... usw.

RL
5. September 2014 15:52

Ein hervorragender Artikel, dem ich voll und ganz zustimmen kann.
Spätestens als Dieter Stein letztes Jahr die Burschenschaftliche Gemeinschaft aufs schärfste kritisiert hat, weil diese am jus sanguinis festhält und er voll und ganz für das von rot-grün eingeführte Staatsbürgerrecht plädiert hat, hatte ich innerlich mit der "JF" abgeschlossen.
Diesen, man muß schon fast sagen, Kult um die AfD habe ich eh nie verstanden.
Heute habe ich die Konsequenzen gezogen und das Abo der "JF" gekündigt. Es gibt Wege auf denen ich nicht mitmarschiere.

Langer
5. September 2014 15:56

Kubitschek: Soll sein, und es ist fast müßig zu betonen, daß ich keine politische Alternative zu formulieren oder gar auf die Beine zu stellen in der Lage bin.

Ja, warum eigentlich nicht? Denn genau das fehlt der intellektuellen Rechten doch am meisten. Sie sollte sich klar positionieren und eben nicht nur wissen, wogegen sie alles ist, sondern auch wofuer und welche Schritte dazu notwaendig waeren. Dabei lese ich lieber von Massnahmen, die derzeit utopisch erscheinen, als von gar keinen. So schwebt ueber allem bestaendig eine Unbestimmtheit, die wohl allgemein wenig anziehend wirkt.

sven
5. September 2014 16:12

D. Stein hyperventiliert die AFD zur konservativen Brechstange und G. Kubitschek ist "schwermutsvoll entblößt" (W. Bergengruen). Aber Melancholie ist hier die Haltung zum gelingenden Leben!

enickmar
5. September 2014 16:20

ich glaube, ich muß nun doch wenigstens einen teil der ganzen geschichte erzählen, ...

Das glaub' ich aber auch ...

Waldgänger
5. September 2014 16:26

Ich möchte Herrn Kubitschek, obwohl er inhaltlich-sachlich nichts Falsches geschrieben hat, doch widersprechen.

Ich halte diese Entweder-oder-Sicht für falsch.

Wenn sich Deutschland seinem Niedergang, seiner drohenden Auflösung erfolgreich entgegenstemmen will, dann bedarf es vieler Akteure in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen.

Diese Akteure – z.B. Sezession, oder Junge Freiheit und AfD schließen sich doch nicht einander aus!

Es geht doch nicht darum, sich stolz auf die Brust zu schlagen und zu rufen „Wir haben die ganze Wahrheit und wissen den Weg!“

sondern es kommt darauf an, dass sich das gesellschaftliche Klima in seine Gesamtheit ändert.

Die AfD trägt zu dieser Änderung des gesellschaftlichen Klimas in Richtung auf das Nationalkonservative und Rechte ebenso bei wie die Sezession, Elsässers Compact und eine Reihe anderer Initiativen.

Auch wenn es Herr Kubitschek vielleicht nicht so gern hört, aber rechtsintellektuelle Zirkel bleiben solange bedeutungslos, wie das gesellschaftliche und geistige Vorfeld allein vom Gegner beherrscht wird.

Natürlich ist die AfD recht weichgespült – und doch gehört sie ebenso zur nützlichen Vorfeldstabilisierung wie die Junge Freiheit oder der verstorbene Scholl-Latour.

Ist es doch auch gerade der Vorlust dieses konservativen und rechten Vorfelds in den Medien und an den Hochschulen, der sich so unsäglich negativ auswirkt.

Insofern soll man ruhig getrennt marschieren, man muss sich ja nicht verbrüdern – den Gegner stört´s trotzdem. Und darauf kommt´s an!

Was aber wirklich kontraproduktiv ist, dass ist ein Streit um die rechte 100%igkeit. Das erinnert mich dann an den Streit der westdeutschen K-Gruppen.

Thomas Wawerka
5. September 2014 16:31

kommentar kubitschek:
ich sehe keinen widerspruch zu dem, was ich schrieb.

Es ist ja auch kein Widerspruch.

Lucke stimmt den Sanktionen im EU-Parlament gegen Russland zu und lässt Gauland im Regen stehen

und weicht somit der eigentlichen Frage, dem Knackpunkt, der Herrschaftsfrage aus. - Diese nicht zu rechtfertigende Wende wiegt für mich schwerer als dieser oder jener kleine konservative Programmpunkt. Krieg liegt in der Luft, und die AfD reiht sich ein in die "Koalition der Willigen".
Dagegen klare Worte von Willy Wimmer, einem CDU-Mann:
https://www.freiewelt.net/reportage/wird-europa-auf-den-krieg-vorbereitet-10034206/

Den Begriff "Kantenschere" habe ich nicht verstanden, vermute aber, Herr Kubitschek fühlt sich von Herrn Stein verraten.

antwort kubitschek:
nein, warum auch? in irgendeiner radikalität um der radikalität willen liegt so wenig witz wie in einer alternative, die keine ist.

Ein wahres Wort. Ein gutes Wort.

Martin Lichtmesz
5. September 2014 16:46

Diese Akteure – z.B. Sezession, oder Junge Freiheit und AfD – schließen sich doch nicht einander aus!

Theoretisch nein. Praktisch...

Martin
5. September 2014 16:52

kommentar kubitschek:
ich glaube, ich muß nun doch wenigstens einen teil der ganzen geschichte erzählen, sie heißt: der gemeinsame tisch.

Das wird sicher viele interessieren. Weißmann Artikel waren für mich immer Pflichtartikel in der Sezession. Schade, wenn er nicht mehr dort veröffentlichen würde.

Roland
5. September 2014 16:57

Herr Kubitschek,
die Geschichte der Auseinandersetzung scheint aber für das Verstehen sehr wichtig zu sein. Man kann sich schwer vorstellen, dass Weißmann nicht mehr über die KR oder Themen der Neuen Rechten schreiben wollte, nur weil eine neue liberal-konservative Partei aufgetaucht ist. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass er verlangt hat, die stark metapolitische Sezession in eine Art Parteiheft zu verwandeln und das IfS zu einem Partei-Institut zu machen. Ich würde mich doch noch einmal an einen Tisch setzten.

Ich glaube die Tendenz zu verstehen: Weißmann versucht einiges (weniges) Metapolitisches in Realpolitik umzusetzen. Wobei Sie durch die realpolitische Schwäche befürchten, dass es zu großen Abgrenzungen kommen könnte und kommt. Also dass man "unter die Kantenschere" gerät. Damit würde der nur geringfügig gewachsene Raum des Realpolitischen, den Raum der Metapolitik stark verkleinern.

Wenn man realpolitisch tätig wäre, ohne sich gleich von seinen Wurzeln abzugrenzen, wäre das schon sehr hilfreich. Denn eigentlich sollte doch der, wenn auch wenig gewachsene realpolitische Raum, auch den metapolitischen vergrößern.

Realist
5. September 2014 17:04

Realos gegen Fundis, war da nicht schon mal was? So hat jedes Lager seine Flügelkämpfe.

Ich sage indes: "Es gibt kein richtiges Leben im falschen" und "Wenn ein Mann nicht bereit ist, für seine Überzeugungen Risiken einzugehen, dann taugen entweder seine Überzeugungen oder er selbst nichts."

Platt, aber so ist es. Gerade im Hinblick auf die erneute Kündigung des Veranstaltungsortes frage ich: "Wer ist ernsthaft bereit, sich diesem System auch nur ein Stück weit anzupassen."

Dann lieber aufrecht und allein und machtlos. Gibt es überhaupt noch ein quantitativ relevantes Volk, welches anzuführen sich lohnt.

"Unsere Zeit wird kommen". Ich denke, da irrt Weißmann. Die Zeit einer konservativen Renaissance, in welcher Form auch immer, wird es so sicher geben, wie Geschichte sich wiederholt. Mit den zeitgenössischen Akteuren wird sie allerdings nichts zu tun haben

Johannes P.
5. September 2014 17:19

Für mich schwingt in dieser Klage als starker Unterton der Vorwurf mit, die ehemaligen Weggefährten verhielten sich in der kritisierten Weise aus Opportunismus und Heuchelei. Da ich ungern Schlechtes annehme, keinen der Beteiligten näher kenne und der Artikel keine Belege liefert, ziehe ich es vor anzunehmen, daß einer (oder alle) einfach ihre Meinungen weiterentwickelt haben und sich so voneinander entfremdet haben. Das soll vorkommen.

kommentar kubitschek:
das darf sogar vorkommen. die frage ist nur: muß man sich auf kosten anderer weiterentwickeln?

Frank S.
5. September 2014 18:01

Nach dieser Theorie wäre Opus Dei ein liberaler Waschlappenverein, da sie sich nach dem II. Vatikanischen Konzil noch als verlässliche Stütze des Vatikan positionierten.

Stattdessen hat das alles einen simplen und einleuchtenden Hintergrund, der folgendermaßen lautet:

1. Wir können die Kirche stützen, uns neutral verhalten oder sie bekämpfen. Zusammenarbeit schafft mehr Synergien als Neutralität. Die Katholische Kirche ist immerhin besser als der gesellschaftliche Mainstream. Ein gegenseitiges Bekämpfen hilft aber ausgerechnet aber den Gegnern der Kirche, weshalb unter diesen Bedingungen eine Unterstützung der vernünftigste Kurs ist.

2. Wenn wir uns als verlässliche Stütze der Kirche positionieren gewinnen wir Vertrauen und Förderung statt Bekämpfung und haben damit die beste Ausgangsposition diesen Ressonanzraum für die Einbringung unseres Beitrages zu nutzen. Die Gegenleistung wäre ein Verzicht auf das in der NPD übliche "Auf die Pauke" hauen, das regelmäßig mehr Gegenaktion als Nutzen bringt.

Björn Clemens
5. September 2014 18:08

Ich stimme Herrn Kubitschek in puncto JF zu. Denjenigen, die meinen, man müsse mit Medizin versuchen, das System zu erhalten, stimme ich hingegen nicht zu. Das System ist nicht reformierbar. Und insofern teile ich auch nicht die Ansicht, dass eine Partei sich so benehmen muss, wie es die AfD tut. Nur eine solche Partei muss sich so benehmen, die mitspielen und -kassieren will. Eine Partei, die verändern will, verhält sich anders. die AfD wird nichts verbessern, gar nichts. Sie wird stattdessen das System des Volkstodes stützen.

OJ
5. September 2014 19:33

Wenn man von der Warte Schnellroda auf die AfD schaut, ist sie natürlich ein "Wurmfortsatz der Altparteien". Aus meiner Warte sieht das ganz anders aus. Mein Umfeld werkelt (immer noch) größtenteils in CDU-Organisationen herum und ist der ernsthaft vorgetragenen Meinung, dass hier Seilschaften zu bilden seien. Wenn man dann die immer gleichströmiger werdenden Satzbausteine zu hören bekommt, ist etwa eine Frau Petry mit ihren "3 Kindern pro deutscher Familie" ein echter Lichtstreif am Horizont.

Dinkie
5. September 2014 20:00

Typisch deutsche Diskussion. Weh und Ach. Wenn die Rechte ihr Angebot etwas diversifiziert, ist das völlig in Ordnung. Man muss die Leute eben da abholen, wo sie sind. Die "Volksfront Judäa vs. Judäische Volksfront"-Geschichte ist ja für direkt Beteiligte sicher sehr ernsthaft und bedrückend, aber für Außenstehende sowas von unsexy...
Getrennt marschieren, vereint schlagen!

Kritiker2
5. September 2014 20:16

Was Herr Kubitschek geschrieben hat, ist die bittere Wahrheit.

Der AfD gebe ich als Mitglied bis Ende Dezember noch eine Chance, bevor ich austrete.

Die JF werde ich aber weiter lesen, weil sie eines der letzten Bollwerke ist, obwohl sie wirklich viel zu harmlos ist und die Kritik von Herrn Kubitschek zutrifft. Eine Trennung erfolgt nur, wenn es seitens der JF zu einer öffentlichen Abgrenzung zu Herrn Kubitschek kommen sollte.

Die Sezession braucht mehr Abonnenten, die Antaios-Bücher höhere Auflagen und ansonsten kann man dort die meisten Bücher, die man braucht, auch dort kaufen.

Geld ist nicht alles. Werben wir für weitere Unterstützung, suchen wir weitere Unterstützer. Wir sind doch eine ganze Menge an Leuten, die was drauf haben. Machen wir was daraus. Schaffen wir einen lebendigen Kristallisationspunkt.

PB
5. September 2014 20:32

@ RL

"Spätestens als Dieter Stein letztes Jahr die Burschenschaftliche Gemeinschaft aufs schärfste kritisiert hat ... habe ich die Konsequenzen gezogen und das Abo der „JF“ gekündigt. Es gibt Wege auf denen ich nicht mitmarschiere."

In einer Korrespondenz mit einem glühenden Verehrer konservativer Protagonisten aus der Zeit Ernst Jüngers hatte ich (selbst AH im WSC) zu Bedenken gegeben, dass es in jeder Zeit Formen und Inhalte gebe, die in darauf folgenden Zeiten nicht ohne Weiteres würden Bestand haben können und führte hierzu Beispiele aus der Welt der schlagenden Verbindungen an. Zur Antwort bekam ich den wütenden Vorwurf, wie ich nur darauf käme, ihn mit solchen bündischen Phänomenen zu behelligen, er wolle mit "solchen Leuten" absolut nichts zu tun haben.

Diese Episode ist prototypisch für das ganze Milieu: "Ist Deine Sicht auf die Welt nicht zu 100 Prozent deckungsgleich mit der meinen, so will ich mit Dir nichts, aber auch gar nichts mehr zu tun haben."

Und so geht dann eben jeder seinen eigenen, super-idealen Weg: naturgemäß wieder ganz auf sich allein gestellt. Der linke Hegemon lacht sich ins Fäustchen über diese Art von gelebter "Diversity".

Irrlicht
5. September 2014 23:04

@Nihil
In Bezug auf eine mögliche ideologische Kontinuität zwischen GRECE und der angloamerikanischer New Right gibt es von Benoist selbst eine deutliche Distanzierung, er schreibt im Occidental Quaterly "On the other hand there is a radical minority, represented by small extremist groups who call themselves 'racialists', whose ideology boils down to a mixture of nationalism and xenophobia. Not only has the ENR [European New Right] never identified itself with any of these Anglo- Saxon rightist cliques, it has consistently fought against their principles and presuppositions."

Nach 1945 gab es weder in der Bundesrepublik noch in der DDR eine umfassende nicht-linke politische Theorie, die "ihre Zeit in Gedanken erfasst" - zu häufig die nun auch von Stein und der JF mit staatstragender Attitüde praktizierte und als Realpolitik ausgegebene Annäherung an den Mainstream - weshalb eine Anlehnung entweder an die Nouvelle Droite oder an den White Nationalism der angloamerikanischen Rechten attraktiv erscheinen mag - unter Preisgabe der deutschen Identität. Der deutsche Sonderfall passt weder zu den Erklärungsmodellen der Nouvelle Droite, die die Gegenwart primär als Folge kulturrevolutionärer Umbrüche um 1968 begreift, noch zu denen des White Nationalism, der in der Analyse als zentralen Akteur eine ehtno-religiöse Gruppe ausmacht.

kommentar kubitschek:
dies ist ziemlich genau auch meine meinung, und wer unsere suche nach und das zur sprache bringen von bausteinen der deutschen identität in unseren texten und büchern nicht wahrnimmt, dem ist nicht zu helfen.

Wind
5. September 2014 23:37

Diese Stellungnahme ernüchtert. Leider. Dabei bewegen wir uns in Zeiten, die uns in die Hände spielen (sollten). Oder glaubt man das einfach nur von jeder Zeit? Obwohl ich die höchste Achtung vor der Lebensleistung des GK habe, überwiegt in mir der Unmut über diese Zeilen. Für mich sind sie vorallem eine Abrechnung mit KHW.
Das missfällt mir.
Sowohl im Text selber, als auch in den Kommentarantworten von GK geht es häufig, und besonders zwischen den Zeilen nämlich genau um KHW. Die Abrechnung ist bei zu vielen Absätzen heimliche Überschrift.
Ich war zuerst froh, dass die schmerzliche Trennung sezession und KHW ohne Polterei vonstatten ging. Kein Rosenkrieg. Als Leser deprimiert mich die Trennung trotzdem.
Aber schon in der ersten Ausgabe ohne KHW, störte mich in der Ankündigung die Feststellung, es sei wohl die beste Aussage, die jemals erschienen sei. Meiner Meinung nach, war sie eher eine der schwächsten und das offene Heft 57 und allen voran KHW Grundlagentext zur Politik und Metapolitik einer der besten Texte.
Die JF hat mMn die Zeichen der Zeit für sich anders erkannt. Politik ist die Kunst des Möglichen. Sie versucht das Mögliche. Dass KHW die Kantenschere neu wetzt sehe ich schlichtweg nicht. Von ihm ging doch kein "Wer jetzt nicht dabei ist, ist entgültig raus" oder "Rechts neben uns ist die Grenze des politisch Erlaubten" aus. Und das wäre die Kantenschere. Sollte es anders sein und öffentlich zugängliche Quellen dies zeigen, so bitte ich um Verzeihung und lese die Stellen nach.
Für mich hat es einfach Meinungsverschiedenheiten gegeben und beide Seiten haben eine bestimmte Position. Ich sehe das Problem nicht.
Die Sezession stellt doch auch immer wieder klar, wie weit sie inhaltlich und praktisch entfernt ist, vom sog. "Nationalen Widerstand". (Ich begrüße das sehr) Ist auch einfach eine Setzung einer Position und keine allgemeine Kantenschere seitens der Sezession.
Abschließend noch ein Gedanke:
Den Sezessionisten ist doch klar, wie weit sie entfernt sind, von dem Objekt, welches sie retten wollen! Vllt. Ist das ein Grund für diese ganze misanthropische, latent depressive, Caspar David Friedrich wähwähwäh Stimmung, die hier im Kommentarbereich ständig herrscht. Dies ist kennzeichnend für diese Szene. Zum Glück gibt es EK und ihr "Das wars". Wahrscheinlich der einzige positive Lichtblick für einige Kommentierende hier (nicht die Autoren!!), die, Wagner hörend, vereinsamt zuhause sitzen und als unverstandene Aussätzige verbittert, gefühlstechnisch schon im Landwehrkanal treiben. Vllt. gehört dieses anti-intrazeptionistische aber auch zum konservativen Typus.

Nihil
6. September 2014 02:01

@Irrlicht

Die Parallelen zwischen der New Right und der Nouvelle Droite sehe ich, da kann ein Benoist (den ich schätze, der sich aber auch verändert hat) sagen was er will - ich meine das auch va. vom Stil her. Und man kann die New Right nicht einfach mit irgendeinem plumpen "White Nationalism" gleichsetzen. Das ist geradezu eine Beleidigung. Ist Kurtagic? "White Nationalism" -> nein, ist er "New Right" -> ja. Und dass "Rasse" (sprich: Ethnie, Anthropologie) völlig unbedeutsam ist, ist natürlich auch Käse. Wie kann sonst ein Buch wie "Anthropologie Europas" im Umfeld der Neuen Rechten erscheinen. Die Neue Rechte, wie ich sie verstehe, zeichnet eher ein ganzheitlicher, holistischer Ansatz aus: ethnokulturelle Identität (eine schlechte französische Übersetzung(?), weil [bei uns] eigentlich der Ethnos sowohl Biologie als auch Kultur umfasst).

Und in einer Zeit wo ganz Europa im Sterben liegt, treibt die Suche nach einer rein "deutschen Identität" treibt mich als Letztes um und an. Hier sollte man etwas "großzügiger" denken.

Kritiker2
6. September 2014 09:42

Zur Verdeutlichung der Positionen des White Nationalism und der American New Right empfehle ich das jüngst erschienene Buch von Greg Johnson "New Right versus Old Right" (Counter Currents Publishing).

Die "Neue Rechte" in den USA hat viele Ausprägungen. Counter Currents z.B. sieht die "White Nationalists" als Bestandteil der Neuen Rechten.

Ich habe kein Problem damit, mich als White Nationalist zu bezeichnen und gleichzeitig zu versuchen, in Deutschland von der Restsubstanz des Deutschen so viel wie möglich zu retten.

Indes ist der Zug abgefahren: Aus einem hoffnungslos überfremdeten (West-)Europa kann es kein zurück geben. Was bleibt, sind künftig überall weiße Minderheiten. Was hindert uns, neben der eigenen nationalen Identität eine neue die des "White Nationalism" zu entwickeln. Wir sind ja auch keine Germanen mehr, sondern schon lange Deutsche. Warum sollte nicht die nächste Stufe - der WN - kommen. Es kommt immer was Neues, das vielleicht auch noch besser, als das Alte, ist.

Dr. Tom Sunic hat dieses Thema im Netz an verschiedenen Stellen ausführlich analysiert und den (noch) bestehenden Unterschied zwischen den nationalen Bewegungen in Europa und dem WN-Konzept herausgearbeitet. Das bedeutet aber nicht, daß es in Zukunft nicht zu einer neuen, höheren Einheit, dem WN kommen kann. Alleine das Internet hat hier schon zahlreiche übernationale Verbindungen geschaffen, wie z.b. bei Counter Currents Publishing.

In Budapest ist gerade eine solche internationale Konferenz der Neuen Rechten angesetzt, organisiert in den USA.

kolkrabe
6. September 2014 09:47

Zur von Kubitschek angesprochenen Suche nach der deutschen Identität, die in der Tat alles Schreiben und Denken der Sezessionisten prägt: Man entdeckt doch allenfalls noch Restbestände, in denen aber kaum noch Leben ist. Es öffnen sich vielleicht individuell begehbare Wege, eher Pfade als Heerstraßen, aber keine über das Individuum und Kleingruppen hinausgehenden Gestaltungsoptionen.

Vielleicht sollte Nietzsches Nihilismus-Diagnose gerade in rechtskonservativen Kreisen etwas ernster genommen. Sie ist keinesfalls erledigt und schon gar nicht ein Ausdruck von „Nietzsches Geisteskrankheit“. Der Nihilismus ist keine Meinung, sondern ein geschichtliches Geschehen, ist „Seinsgeschichte“ mit gewaltiger Wirkungskraft. Sind wir da wirklich schon hindurchgegangen oder nicht erst mitten drin, sozusagen im Auge des Taifuns?

Heidegger und Jünger haben darüber Anfang der 50er Jahre einen auch heute noch überaus lesenswerten und wichtigen Disput geführt (Jünger: „Über die Linie“, dazu Heideggers Antwort „Zur Seinsfrage“ – gerade den Jüngeren hier sehr zur Lektüre empfohlen). Während Jünger bereits das Gröbste hinter sich und uns glaubte, warnte Heidegger eindringlich davor, sich in eine Rekultivierung überlebter Bestände zu flüchten und auf der sicheren Seite zu wähnen (was sehr gut auch anhand der kürzlich publizierten „Schwarzen Hefte“ nachzuvollziehen ist). Doch auch Jünger war keineswegs blind für die Realität. Ich meine, es war im Vorwort zu den 1949 veröffentlichten "Strahlungen", als Jünger selbst noch konstatierte, dass der konservative Anspruch Wechsel auf nicht mehr vorhandene Guthaben ausstelle. Und in "Typus, Name, Gestalt" stellt er Anfang der 60er das Scheitern von Setzungen mit Rückgriff auf den Mythos fest.

Also: Wir sind noch lange nicht durch.

Wenn AfD und JF sich der Pflege der Restbestände widmen (und dabei auf Partizipation hoffen), erinnert das bestenfalls an die Rekultivierung der gerade uns Deutschen so lieben „alten Sorten“ etwa bei Kartoffeln, Äpfeln und Tomaten. Sie schmecken manchem besser, können sich aber gegen die Designersorten aus den Laboren nicht durchsetzen und werden immer ein Nischendasein führen.

Der Konservative hat eine natürliche Abneigung gegenüber der Zerstörung, er versucht zu hegen und zu pflegen. Das ist im Persönlichen sicher ein guter und gangbarer und notwendiger Weg (Familie wäre ohne diese Hege gar nicht möglich), aber bezogen auf Staat und Gesellschaft ein Fehler. Vielleicht wäre eine Radikalkur mit ungezügelter Lust an der Zerstörung – der Zerstörung der Zivilisation des „letzten Menschen“ – der eigentlich zu begehende Weg. Und war es nicht der Radikalchrist Léon Bloy, dessen Visitenkarte ihn als „Démoliteur“, als Abrissunternehmer auswies?

Dies zum Bedenken.

Roland
6. September 2014 10:20

@Wind

Das war ebenfalls eine ziemlich harte Abrechnung. Aber halten wir fest: Die meisten Leser wissen zwar nicht weshalb sich die Wege trennten, empfinden diesen Schritt aber als völlig unnötig. Herr Kubitschek muss auch aufpassen, dass seine Theorie der "Kantenschere" nicht unnötigerweise zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird.

Dazu ist der Verlust von KHW auch wirklich schwer. Ich würde mir wirklich wünschen, dass man sich doch noch einmal an den Tisch setzen könnte und würde.

Die JF und die Sezession ergänzen sich immer noch. Auch wenn die JF neben einigen wenigen Kolumnen etwas bieder geworden ist.

Martin
6. September 2014 12:14

Auch wenn es sehr naiv klingt, aber ich versteh das Ganze - als reiner Leser der Sezession und dieser Internetseite (JF habe ich nie gelesen) - irgendwie nicht. Ich habe die AfD inhaltlich noch nie irgendwie auch nur ansatzweise mit der Sezession in Verbindung gebracht, auch wenn der eine oder andere Autor mit der AfD sympathisiert oder sympathisiert haben mag.

Als nun wirklich Außenstehender erschließt sich mir hier nur ein Erklärungsansatzpunkt:

Die JF will endlich mal Geld verdienen (was ja ein legitimer Ansatz ist) und im Sog "breiterer Schichten", wie sie die AfD nunmehr darstellt (es gibt ja auch noch nach wie vor eine nicht gerade kleine Personenanzahl in der Union, die latent auf dem Sprung zum "rübermachen" sind - das Potential der AfD als Partei ist noch lange nicht ausgeschöpft) stören dann so einstmals interessante Nischenprojekte und den neuen Kuchen will man vielleicht auch nicht teilen. Unabhängig vom wirtschaftlichen Aspekt ist die Versuchung für eher inhaltlich geprägte Leute, endlich einmal an größere Schichten mit seinem Meinungen heran zu kommen, evtl. sogar etwas bewegen zu können, natürlich auch nicht klein und sehr verständlich.

Eine Radikalisierung der Sezession als Antwort darauf wäre meiner Meinung nach der falsche Weg. Konsequent den bisherigen Weg weiter gehen, neue Autoren gewinnen und seine eigenen ökologische Nische weiter pflegen und ausbauen ist der richtige Weg, auch wenn ein Totschweigen des Sezessionskreises durch die JF sicher erst einmal - auch wirtschaftlich - sehr weh tun wird. Die vielfach (zum Teil zu Recht) geschmähte Plattform pi ist da, vermute ich, noch deutlich offener - daher evtl. auch in diese Richtung offen sein.

Nihil
6. September 2014 13:01

„Für eine dionysische Aufgabe gehört die Härte des Hammers, die Lust selbst am Vernichten in entscheidender Weise zu den Vorbedingungen.“ (Ecce Homo, 8).

Der Schaffende muss immer auch ein Vernichtender sein.

Thomas
6. September 2014 14:05

Ich verfolge die Geschichte der JF und die der sezession bzw. der Personen Kubitschek / Stein / Weißmann seit Anbeginn, also seit langen Jahren, und bin einerseits entsetzt, daß es wohl zum Bruch kam. Indes sah ich dies kommen, es scheint einfach ein Naturgesetz, dass so starke Persönlichkeiten wie die Genannten mit zwangsläufig recht stark ausgeprägten Egos irgendwann ihren jeweiligen Standpunkt absolut setzen und keine Widersprüche mehr dulden - bei einem bis dahin gemeinsam betriebenen Projekt ist das dann eben das Ausscheren von Beteiligten. Also soweit alles der normale Lauf der Dinge ...

Andererseits hat doch die Verbindung der jf / sezession und der genannten Personen über so lange Jahre so vorbildlich gehalten, dass es mir fast schon unheimlich schien. Dieser Fakt zeigt, dass ein vernünftiger Umgang miteinander auch weiterhin möglich sein sollte. Also ein Appell an die Beteiligten von meiner Seite: Reisst euch bitte zusammen, lasst noch ein wenig Zeit verstreichen bis sich jeder beruhigt hat und dann überlegt euch, wie ihr dennoch zusammenwirken könnt - um des gemeinsamen höheren Ziels willen.

Und der kleinste gemeinsame Nenner auf den sich alle einigen können müssten, ist doch das Aufbrechen der linken Hegemonie in Staat, Politik und Kultur! Und dafür sollte es ja wohl auch weiterhin möglich sein, dass man Gastbeiträge im jeweils anderen Medium unterbringt, das man in der JF auf Veranstaltungen der sezession hinweist (und umgekehrt) etc. pp. Alles andere wäre Kindergarten.

Andrenio
6. September 2014 14:46

Habe die letzten Tage mit KenFM verbracht. Teilweise erstklassige Interviews!
Richtig schlau wird man nicht über die politische Positionierung. Vielleicht macht das die unglaubliche Resonanz dieses "nonembeded Journalismus" aus.
Plötzlich sind Diskussionsrunden im Rosa-Luxemburg-Haus mit Gauweiler, Wimmer et.al. möglich. Der ATTAC-Mitbegründer sieht im Nationalstaat eine Bastion gegen die Globalisierung etc.
Es ist etwas in Bewegung und ich würde mir ein GötzFM wünschen, denn Eloquenz und Ausstrahlung fehlen GK nicht.
Formate, die man im eigenen Drucker vervielfältigen kann und bei den Nachbarn einwerfen.
Die Positionierung der JF auf der Atlantikschiene, nicht als Kommentar mit Gegenposition, sondern als redaktionelles Statement war ein Schock für einen Abonnenten der ersten Stunde.

Martin Lichtmesz
6. September 2014 15:11

„Für eine dionysische Aufgabe gehört die Härte des Hammers, die Lust selbst am Vernichten in entscheidender Weise zu den Vorbedingungen.“ (Ecce Homo, 8).

Der Schaffende muss immer auch ein Vernichtender sein.

Aber nicht jeder Vernichter ist auch ein Schaffender... fast nie, um es deutlich zu sagen.

Weltversteher
6. September 2014 21:14

Aus vielen Meldungen hier lese ich Unverständnis - gegenüber den Geschehnissen, wie auch gegenüber den Hintergründen.
Ich fühle mit Kubitschek, soweit er sich hier vermittelt.
Nun, der Sezessionsverlag ist auch ein Gewerbe, das seinen Mann ernähren muß. Ferner neigt man, aus dem wirtschaftlichen Erfolg auf den geistigen zu schließen. Damit habe ich keine Erfahrung.

Viele Pragmatiker hier befürchten, unversöhnlich Anspruchsvolle blieben im Hintertreffen, bald krähe kein Hahn mehr nach ihnen. Meiner Meinung nach setzen aber die auf ein totes Pferd, die sich der BRD-Politik als Teilnehmer oder Beurteiler zuwenden. Deren Weg, und der an ihr haftenden Massen, ist vorgezeichnet; die Wegmarken dräuen bereits gut sichtbar.
Doch was hätten wir kostbareres zu verlieren als unsere Visionen, unsere Ahnung und Erfahrung einer besseren Welt? Es geht darum, den Geist zu retten, am Leben zu erhalten, weiterzugeben den Kommenden. Unmöglich ist das in den Niederungen der BRD, ihrer Politik, ihrer Gefolgschaft.
So verstehe ich die Haltung des Kerns der Sezession.

Neulich stand hier, Deutsch sein sei eine Evolutionsstufe. Ja, es schafft uns ein Potential, um dessentwillen wir es uns erhalten müssen. Wir erhandeln stumpfe Klingen, wenn wir uns aus Kraftlosigkeit und Mutlosigkeit auf kleinere gemeinsame Nenner wie das Rassebewußtsein zurückziehen. Ebenos fruchtlos sind künstliche Gebilde wie eine europäische Kultur oder eine sog. "Europäische Volksgemeinschaft".
Es hat auch wenig Bedeutung, ob noch einige Millionen Untote mit deutschen Ahnen um uns wandeln, wodurch wir glauben, in ihnen erhielte sich unser Volkstum.

Einige Schritte auslassend, zugespitzt, meine ich, da wir unseres irdischen Körpers, nämlich unseres Staates und eines leiblich relevanten Volkes, längst beraubt sind, gar nicht anders mehr können, als die entgrenzte Welt damit zu impfen, wozu uns unser deutsches Gewissen, unsere deutschen Visionen treiben. Das erscheint mir eine zeitgemäße Rolle, wie sie das Judentum aus seiner Lage heraus längst angenommen hat.
Dann das ist in meinen Augen das Entscheidende: Was wir wollen! Wir brauchen kein stattliches Volk, keinen reichen oder oredntlichen Staat für unser bloßes Dasein, worin manche Völker sich zufrieden geben, wenn dies nicht die Keimzelle einer Lebenswirklichkeit nach unseren Visionen wird. Deshalb möchte ich Deutscher sein und bleiben, weil nur das mir ermöglicht, bestimmte Träume zu haben und sie zu verfolgen.

Die Aufgabe einer identitären, konservativen Publizistik scheint mir, diese Ziele zu ergründen, auszusprechen, zu verfolgen. Und solch mächtiges Geschehen wird wohl auch weiterhin Mitleser, Mitdenker und Mitstreiter anlocken, wenn manche Sprachrohre verstummt oder verstopft sind.
Ich denke an eine Glut, wohl noch eher eine Strahlung, die bei genügender Stärke jeden noch so starken Mantel durchdringt.

Hühnerbaron
6. September 2014 21:39

Komme gerade von einer Kundgebung mit Lucke und Gauland. Man hat das Gefühl da geht was: Die Euro-Geschichte läuft nur noch unter ferner Liefen, man positioniert sich doch deutlich entfernt von allen etablierten Parteien. Selbst in der Russland/Ukraine Frage war die interne Diskussion zwischen Gauland und Lucke auf dem Podium hörenswert und auf höherem Niveau, als was sonst so dazu geboten wird. Insgesamt scheint mir, dass die AFD die Leute, die dort waren eher ermutigt hat und das Gefühl der inneren Resignation - weil man sich allein fühlt- etwas aufbrach. Dem gemeinen Volk sind entfernte Kausalhintergründe eh nicht zu vermitteln und über die hat sich Lucke wahrscheinlich auch wenig Gedanken gemacht, aber wichtig ist erstmal, dass man mit den Ansätzen im Ergebnis leben kann. Die AFD macht hier das in der aktuellen Lage maximale in Sachen Parteipolitik und versucht, aus einem beschleunigenden Zug, der gegen die Wand fährt, mit der Handbremse Fahrt rauszunehmen. Das kann man neidlos anerkennen.

Sezession IfS etc. ist doch eine ganz andere Ebene, eines Denk-Tanks wo noch freier gedacht und auch mal richtig gesponnen werden kann, weil nur Konsens weniger hergestellt werden und keine Regierungsfähigkeit demonstriert muss. Was der Trennungshokuspokus - der hier ja das eigentliche Thema ist - soll verstehe ich allerdings als Außenstehender nicht.
Selbst wenn die JF zum Vorwärts der AFD würde, bleibt doch umso mehr Platz im freien Raum für die Sezession das Vakuum aufzufüllen -JF ist mir z.B. zu langweilig -, allein Personal müsste (woher?) nachrücken. Aber uns Kommentatoren fehlt tatsächlich der Überblick was da eigentlich los ist?!

PS: Antifa hier nach 10 Minuten Trillerpfeifen müde, Polizei sperrt gut ab. Gruß nach Bonn.

Waldgänger
7. September 2014 13:56

@ Martin Lichtmesz

Sie schrieben am 5. 9., 16.46 Uhr auf meinen vorangegangenen Beitrag bezogen:

Diese Akteure – z.B. Sezession, oder Junge Freiheit und AfD – schließen sich doch nicht einander aus!

Theoretisch nein. Praktisch…

Stimme Ihnen zu.
Theorertisch müssen sie sich keineswegs ausschließen.
Wenn sie sich hingegen praktisch ausschließen, so ist das eine Art Panne, ein Unglück.

Ich denke, man muss hier unterscheiden zwischen der Kooperation oder Nichtkooperation zwischen verschiedenen konservativen oder rechten Strömungen einerseits und ihrer auch bei Nichtkooperation vorhandenen Nützlichkeit im Gesamtbild.

Sie erinnern sich an mein sprachliches Bild vom "Vorfeld".
Es müssen sich in diesem Vorfeld nicht alle lieben und auch nicht alle gleich radikal sein, aber sie sollten begreifen, dass sie aus Sicht des gemeinsamen linksliberalen Gegners zusammengehören und diesen gemeinsamen Gegner nerven.
Und darauf kommt es an.

Die rein persönlichen Schwierigkeiten zwischen den bewussten Personen sind - aus einiger Entfernung betrachtet - unwichtig.

Meier Pirmin
8. September 2014 04:57

Verfolge die Diskussion mit Kubitschek, Junge Freiheit, AfD schon länger und mit Interesse als kritischer Schweizer Autor der Rechten seit 1964. Die höchste Übereinstimmung mit der Jungen Freiheit habe ich in Sachen Kritik am Gender-Totalitarismus, in diesem Punkt ist es eine freiheitliche Zeitschrift mit klarem progressivem Profil. Auch habe ich anlässlich seines Besuches in der Schweiz beobachtet, dass etwa der Bundesrpäsident der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, sich ein freies Land tatsächlich nicht vorstellen kann. Er kann sich nicht vorstellen, dass alles, was zum Beispiel an Nationalsozialismus und Stalinismus erinnert, in der Schweiz schon deshalb nicht möglich ist, weil es hier weder ein Staatshoberhaupt noch eine Hauptstadt geben darf, so wie in Rousseaus Verfassung von Korsika nicht vorgesehen. Ein Bundesrat oder Minister ist einem Stadtpräsidenten in keiner Weise vorgesetzt, und überdies gibt es das Ständemehr über dem Volksmehr. Selbst Politiker etwa in der Grössenordnung von Strauss und Blocher lässt man hier nicht aufkommen, von Jörg Haider ganz zu schweigen. Wir haben uns von allen monarchischen und ersatzmonarchischen Strukturen definitiv getrennt. Philosophisch bin ich zwar meinerseits wie vielleicht Herr Kubitschek vom deutschen Idealismus geprägt, aber nicht von Fichte, sicher auch nicht von Heidegger, sondern von Baader, der von allen deutschen Idealisten dem Nationalismus die deutlichste Absage gab und natürlich auch in der gesellschaftlichen Analyse Marx nicht nur haushoch überlegen war, sondern in seiner Abhandlung über die Proetairs auch voraus, aussenpolitisch sehr russlandfreundlich und absolut frei von linkem Demokratismus. Die freieste Gegend, die es in Deutschland je gab, war die Hauensteiner Einung im Schwarzwald, hier redete von oben fast niemand einem freien Völklein drein. Diese Struktur wurde zur NS-Zeit vorübergehend ausser Kraft gesetzt, verschwand dann endgültig dank der Gemeindereformen der CDU.

Bei der AfD ist mir aufgefallen, dass sie ungefähr das Niveau der Amerikanerin Sarah Palin hat, gilt vor allem für die Dame aus Sachsen. Das ist für amerikanische Verhältnisse nicht schlecht, ich bekomme regelmässig Mails aus jenen Kreisen, bloss sind sie nicht gut genug und bisschen zu dumm. Sicher ist auch, dass ein Politiker wie Blocher im Vergleich zu Lucke oder Petry in Deutschland problemlos 25 Prozent hätte machen können, allerdings hätte er, wie Strauss, als relativ starker Mann (übrigens wie Strauss auch eher überschätzt, aber weniger korrupt als dieser) in Deutschland stark unter der Nazikeule zu leiden bekommen. Er macht mir gelegentlich Mühe, ist aber insofern beeindruckend, als er weltanschaulich von den Mainstreams in Europa vollständig unabhängig ist. Philosophisch habe ich mit dem nationalistischen Geraune und der ignoranten Rousseau-Kritik der deutschen Rechten Mühe, auch sie könnten sich ein wirklich freies Land vielleicht nicht vorstellen. Ich finde aber die hier geführten Diskussionen immer interessant und anregend, wiewohl ich zum Beispiel einen Armin Mohler nie zu den 200 bedeutendsten Denkern und Autoren aus der Schweiz rechnen würde. Gemeinsam mit den Freunden der Jungen Freiheit und Kubitschek bin ich Jünger-Leser, auch Leser von Leopold Ziegler, aber nie Anhänger von etwas. Zu den Jünger-Lesern gehörte auch Bundesrat Hans Schaffner und seine Frau, einer der wichtigsten Repräsentanten des Handelsabkommen Schweiz - Europäische Union, also schon damals ein konsequenter Gegner des Anschluss unter Erhaltung einer realistischen Zusammenarbeit.

Meier Pirmin
8. September 2014 05:12

PS. Es muss natürlich heissen: "Gegner des Anschlusses unter Erhaltung einer realistischen Zusammenarbeit." Der mir am nächsten stehende Denker und Autor der deutschen Rechten war für mich Gerd-Klaus Kaltenbrunner, über den ich im Netz einen einigermassen würdigenden Nachruf geschrieben habe. Sein Spätwerk ist indes als konsequenter Austritt aus der Politik zu verstehen, was ich mir als Bürger eines freien Landes nicht leisten kann.

Rüdiger Happ
8. September 2014 12:48

Man hat das Gefühl da geht was: Die Euro-Geschichte läuft nur noch unter ferner Liefen,

Das ist ja das Schlimme. Da geht was in die falsche Richtung. Noch ein bißchen mehr, und man muß raus als liberal denkender Mensch - der dann als Eurokritiker keine Heimat mehr hat in der Parteienlandschaft.

Carl Menger
8. September 2014 18:15

Die Sezession, das IfS und die JF kommen auch ganz gut ohne die vormals starke Vernetzung aus. Im Grunde muss man es befürworten, wenn jedes dieser Projekte eine stärkere Eigenständigkeit und damit ein unverwechselbareres Profil entwickelt. Ideologie um ihrer selbst Willen zu produzieren mag seinen Reiz haben, aber wenn man sich im Jahr 2014 (was hat sich seit 2000 technisch doch alles getan!) noch glaubt an die KR der 20er Jahre anknüpfen zu müssen, dann oje, oje... Wie sagte doch der amerikanische Soziologe William S. Bainbridge einmal:

"The current western society is not viable in the long run as it currently exists. [...] We face an abyss, the same one that Nietzsche looked into over a century ago. On the other side, I believe and I hope, will be a viable kind of transhuman life. But in beeween is great peril. [...] I argue that transhumanism is really not a choice but a necessity. [...] What role are we going to play in the world, to what extent can we work within existing social and cultural structures versus creating our own? [...] It's not just a single individual, you are the heroes of the future, you and the millions more like you who will join this wider movement over the coming decades."

Frank
9. September 2014 08:39

Ich kann Waldgänger nur entschieden zustimmen. Kubitscheks Beitrag erinnert mich an "Das Leben des Brian": Judäische Volksfront gegen Volksfront von Judäa. Anstatt bei allen normalen Differenzen den wichtigen Kampf gegen einen zwar merklich schwächelnden, aber immer noch übermächtigen Gegner zu führen, beharkt man sich lieber gegenseitig: Nimmst du mir mein Förmchen weg, nehm' ich dir meins weg. Bäääh! Einen größeren Gefallen kann man den Linken kaum tun.

Ich bin froh, dass es die Sezession gibt, und genauso froh bin ich über die JF, eigentümlich frei, Blaue Narzisse usw. Wir leben (noch) in einem (halbwegs) freien Land, in dem es zum Glück einen kleinen, aber angesichts der beschränkten Zielgruppe ansehnlichen Markt an "oppositioneller" Presse gibt, wo jeder das lesen kann, was seiner persönlichen Vorliebe entspricht. Wer es lieber eher systemkonform mag, liest halt die JF, wer auf die härteren Drogen abfährt, greift eher zur Sezession. Wo ist hier das Problem?

Ja, die JF ist oft windelweich und manchen zu systemkonform, aber sie ist mir immer noch viel lieber als FAZ, Welt, Focus oder der Rest der gleichgeschalteten "bürgerlichen" Presse. Genauso verhält es sich mit der AfD. Sicher, sie kann für den einen ruhig noch etwas libertärter sein, für den anderen noch bissiger, aber wer kann es schon allen recht machen? Gegenüber früher, als man nur die Wahl hatte, seine Stimme an Splitterparteien zu verschenken oder notgedrungen CDU oder CSU zu wählen, ist sie schon ein merklicher Fortschritt. Besser als nichts.

Es ist zudem nicht gesagt, dass sie der Weisheit letzter Schluss ist; sie repräsentiert lediglich das, was derzeit machbar, möglich und halbwegs erfolgversprechend ist. Angesichts dessen, was sich da an diversen Unwettern über uns zusammenbraut, kann ich mir vorstellen, dass es neben dem Euro auch noch reichlich andere Ansatzpunkte für künftige konservativ-rechte Oppositionsparteien gibt. Alles ist besser als das Kartell der sozialistisch-sozialdemokratischen Blockparteien im Bundestag. Alles. Auch die AfD.

So, und jetzt vertragt euch endlich wieder.

Knut
9. September 2014 19:30

Wer die Plakate, Werbespots und Auftritte der AfD kennt, kann sich nicht mit dieser Partei gemein machen. Ihr Besitzstandswahren zielt auf die öden Einfamilienhäuser-Siedlungen und den VW vor der Tür ab. Dafür habe ich nichts übrig.
Daß die Sezession Abstand hält erscheint mir da nur natürlich, denn hier wird gefährlicher gedacht.

NN
9. September 2014 20:16

Meine Herren,

1. wir befinden uns am Anfang eines epochelen Wandels, welcher den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit in den Schatten stellen wird.

2. Angesichts der zu erwartenden (und sich bereits deutlich ankündigenden) ganz realen Auswirkungen erscheint selbst der radikalste gedankliche Analyseansatz noch zu seicht. Jeder andere Gedanke, als derjenige, der sich mit der Frage nach den Bedingungen des zukünftigen Überlebens der eigenen Familie beschäftigt, ist überfüssig.

3. Die Trennung zum Schaden der Sezession ging von der JF-Fraktion aus. Es ist zu vermuten, daß der Hintergrund in der Kooperation der JF mit der AfD zu suchen ist. Der Grund des Entstehens der AfD (die Forcierer der UKIP waren hier maßgebend) und die zumindest persönlichen Verbindungen Luckes zu einem ausländischen, auch in der BRD bedeutsamen Einfluß- und Strategiezentrum waren entscheidend. Die mittlerweile fast wohlwollende Behandlung der AfD durch die Presse ist kein Zufall.
Dem Kreis der JF dürfte es entweder reizen, näher an die Fleischtöpfe heranzurücken oder im Sandkasten der "Politik" mitzuspielen. Man dürfte sie vor die Wahl gestellt haben, dazu fremden Bedingungen zu akzeptieren.

4. Der Unterschied zwischen Sezessionisten und JF ist im Kern ein ästhetischer.

5. Am Anfang der Politik steht die Benennung des eigenen (!) vitalen Interesses. Und darauf folgt die Analyse der Möglichkeiten, dieses zu befördern. An dritter Stelle steht die Frage nach denen, die gegenläufige Interessen besitzen und deren Möglichkeiten, diese zu befördern und die eigenen zu beschränken.

6. Auch die Sezession benennt nicht. Noch schlägt sie eine Schneise durch die Wälder des Geschriebenen. Sie streift hindurch und befördert vieles zu Tage. Das ist ihr Verdienst.
Im Wald der Theorie sind noch viele Hügel, die man großräumig meidet.

Magnus Göller
10. September 2014 02:04

Lichtmesz, Kleine-Hartlage, jetzt Kubitschek: Verantwortliche Patrioten machen den Transatlantiker-Schmu der AfD nicht (mehr) mit. Das ist zu loben.
Ein Jürgen Elsässer - er mag dahergekommen sein, woher er mag - , ja selbst ein Xavier Naidoo (!) steht neuerdings auf seine Art mehr für deutsche Souveränität als ein Dieter Stein. Merkt letzterer das nicht, oder ist es ihm schlicht egal?
Nein, keine Seelentiefenauslotung hier. Stein hat wohl, wie inzwischen jeder anständige Deutsche, den Islam ganz lieb. Sonst wäre er ja ein "Islam-Hasser", und das wäre ganz böse, und so einer hätte laut Lucke auch keinen Platz in der AfD.
Firlefanz. Es ist das übliche Spiel.

Nordlaender
11. September 2014 00:11

@ Knut

VW? Kleine-Hartlage?

Letzterer hat sich immerhin mit dem Büchlein "Neue Weltordnung" sehr verdient gemacht, indem er über lobenswerterweise über gewisse Stiftungen aufgeklärt hat, die - auch im konservativen Lager - kaum jemand zu interessieren scheinen:

Foroutan, Naika
Geb. 24.12.1971 in Boppard, Sozialwissenschaftlerin. Leitet Forschungsprojekt „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“, finanziert von der Volkswagen-Stiftung. Mutter deutsch, Vater Perser. (wikipedia)

(Projekt HEYMAT
Institut für Sozialwissenschaften
Humboldt Universität Berlin) und hat folgendes Ziel:
Durch eine transdisziplinäre Verknüpfung von Politikwissenschaft
mit sozialpsychologischen, religionssoziologischen und kommunikationswissenschaftlichen
Ansätzen wird ein theoretischer
Analyserahmen erarbeitet, der die Untersuchung der Forschungsfrage
erlaubt, warum viele der hier lebenden Menschen
mit muslimischem Migrationshintergrund sich auch nach Jahrzehnten
nicht mit Deutschland und Europa als Heimat identifizieren
und wie dies verändert werden kann. Ausgehend von den
Anfangsbuchstaben des Projekttitels, ergibt sich der Kurztitel
HEYMAT, der als Dekonstruktion des Begriffes Heimat verstanden
werden soll, nach welcher zu streben die Logik der Integration
ist.
Ausgehend von der Hypothese, dass es hybrider Identitäten
bedarf, um die beidseitig zu beobachtende Entfremdung zwischen
Mehrheits- und Minderheitsgesellschaft zu überbrücken,
kommt der Rolle von Menschen, die sich unterschiedlichen kulturellen
Räumen zugehörig fühlen, eine besondere Forschungsrelevanz
zu. Mittels qualitativer Untersuchungsmethoden wird
erforscht, ob Menschen mit muslimischem Migrationshintergrund
in Deutschland und Europa als Träger hybrider Identitätsmuster
dazu beitragen können, die Wandelbarkeit von nationalen und
kulturellen Identitäten zu dokumentieren und ob deren Potential
zur Mediation genutzt werden kann, um interkulturelle Alltagskompetenz
zu etablieren und Identität als gesellschaftspolitische
Konfliktkategorie zu entschärfen.

Weltversteher
11. September 2014 13:06

Meier Pirmin: In welchem freien Land sind Sie Bürger? Vielleicht möchten manche Leser gern dahin umsiedeln.

Knut
11. September 2014 20:44

@Nordlaender

Das wundert mich garnicht, dass Volkswagen derartiges finanziert. Einen Bürgerkrieg kann man sich nicht leisten. Große Unternehmen können grundsätzlich kein Interesse an Heimat in einem reaktionären Sinne haben. Es ist doch auch elitärer Spinnefax.
Da bezahlt man doch lieber Sozialingenieure.

Nordlaender
12. September 2014 14:52

@ Knut

"Es ist doch auch elitärer Spinnefax."

Wenn man von Nomadenvölkern einmal absieht, ist die Verbundenheit mit der Heimat eine zeitunabhängige Konstante.

Weiterhin korreliert die Heimatverbundenheit signifikant reziprok mit der Höhe des gesellschaftlichen Status.
Je mehr jemand zur Elite gehört, desto größer die Neigung zur Lebensweise des Nomaden, desto höher die Mittel, dieses Nomadenleben überaus komfortabel gestalten zu können.

blixa
12. September 2014 17:42

Verkehrte Welt: Da versucht gestern das unselige Tendenzmagazin "Monitor" eine Verbindung der AfD mit der Neuen Rechten zu skandalisieren, indem es auf die Anwesenheit mehrer AfD-Mitglieder (so u.a. eines Mitautors des Wahlprogramms für Sachsen) auf dem Zwischentag verweist und ehemalige Mitglieder aus dem Liberalen- und Migrantenmilieu als Kronzeugen für den Rechtstrend der Partei zu Wort kommen lässt. Und gleichzeitig fühlt sich Kubitschek wegen der AfD an den Rand gedrängt. Ich sehe es eher so, dass die Spaltung zwischen JF und IfS / Sezession vielleicht von der unterschiedlichen Haltung zur AfD ausgelöst wurde, die AfD selbst aber keine Ausgrenzung vorgenommen hat. Welcher "Exoten und Querköpfe" hat sich die AfD denn entledigt? Die Nennung von Namen würde an dieser Stelle erheblich zur Klarheit beitragen.

Es gibt jedenfalls nicht wenige AfD-Mitglieder, welchen die Vorarbeiten von Sezession, IfS und Blauer Narzisse geläufig sind. Das mag weniger die Grundlagenschriften betreffen, aber durchaus Beiträge zur Tagespolitik wie die Asylstudie oder das Buch "Deutsch Opfer, fremde Täter".

Noch ist alles im Fluss, doch scheint mir die Grundtendenz des Artikels unangemessen pessimistisch.

knoppek
12. September 2014 18:00

"Knut": "Ihr Besitzstandswahren zielt auf die öden Einfamilienhäuser-Siedlungen und den VW vor der Tür ab. Dafür habe ich nichts übrig."

... ich bin mir nicht sicher, wie sich die Angelegenheiten des Herrn Kubitschek ohne das Geld VW-fahrender Eigenheimbewohner gestalten würden.

Harald de Azania
12. September 2014 21:22

Verehrte Konservative Freunde,

Als -zumindest - geographischer Aussenseiter betrachte ich diese Diskussion mit Kopfschuetteln.

Dasz die Deutschen Lande (und nicht nur diese, fuer England siehe >> www.takimag.com) ein ziemlicher Saustall erscheinen, da stimme ich mit G.K. ueberein.

Man kann jetzt

a) darob verzweifeln und unter den eigenen Sargdeckel kriechen,

b) die Radikalkur a outrance akzeptieren also den Buergerkrieg ( der in nuce schon laeuft als kombinierter Rassen- und Klassenkrieg ) oder

c) pragmatisch jede Chance auf eine Kurswende ergreifen.

Mangelnde "Durchdringungstiefe' mag ein wissenschaftlich-dogmatisch valides Argument sein, aber wir haben uns im bluehenden, wenn auch manchmal etwas stinkendem Leben der Politk zu behaupten.

Bevor mich jemand als durch Praesenilitaet zur Altersmilde Neigenden schimpft: Ich schrecke mich als alter Bewunderer des Caudillo vor konsequenten Szenarien nicht, aber man musz nicht immer im radikalen und konsequenten Denken den pragmatischen Zugang verlieren.

Ist die Fassade des "Saustalls" wirklich so gross-maechtig; manchmal kommt mir dies wie ein Spuk vor der mit mehr Mut und Konsequenz fortgeweht werden koennte. Sind wir taktisch auf der Hoehe? So viele geistige Potenzen alleine bei sezession.de und die koennen sich nicht durchsetzen?

Also: mehr Koordination und weniger Dissoanzen, bittschoen!

Die AfD ist eine wenn auch kleine Chance.

Welchen Sinn hat es bitte, wenn jede Menge konservative und nationale Energien auf einen Streit untereinander verschwendet werden?

Anstatt (zB) die Monarchie zu restaurieren streitet man um des (eh nicht vorhandenen) Kaiser's Bart!

Pardon, das verstehe ich nicht!

Alles was "Rechts' ist ( konservativ, rechtsliberal, national, legitimistisch, EU skeptisch, zynisch, radikal dogmatisch, pragmatisch- subversiv, betont buergerlich, soldatisch, elitaer, christich-sozial , foederal, libertaer, ordoliberal, whatever !!), hat nur dann eine Chance wenn all diese funkelnden Geister

(vorerst!) "Getrennt marschieren, vereint schlagen".

Alles andere ist "lolliebop".

Harald Sitta

Knut
14. September 2014 14:02

Weiterhin korreliert die Heimatverbundenheit signifikant reziprok mit der Höhe des gesellschaftlichen Status.
Je mehr jemand zur Elite gehört, desto größer die Neigung zur Lebensweise des Nomaden, desto höher die Mittel, dieses Nomadenleben überaus komfortabel gestalten zu können.

Achso,

es ist also nur die Elite die in Scharen zu Mediamarkt rennt um den neusten Flatscreen und das neuste Smartphone zu ergattern. Es ist nur eine nomadenhafte Elite die alle fünf Jahre ein neues Auto braucht, den Traum vom Eigenheim nach eigenen Vorstellungen also zum Nachteil aller ästhetisch empfindlichen Menschen verwirklicht.
AfD-Wähler sind meistens diese "Das darf man doch noch sagen dürfen"-Typen mit denen man abseits von klitzekleinen politischen Überschneidungen nichts zu tun haben will. Deren Xenophobie entspringt nur aus Hohlheit und Leere, nach dem Motto: "Der Ali hat so ein Feuer in den Augen, Hilfe!". Das liegt daran das in ihm schon längst nichts mehr brennt.

Nordlaender
15. September 2014 17:00

@ Knut

"es ist also nur die Elite die in Scharen zu Mediamarkt rennt um den neusten Flatscreen und das neuste Smartphone zu ergattern."

Nö.
Ob jemand sich so einen neuen schnurlosen Wählsprechapparat oder einen Flachbildschirm kauft, ist das eine.
Ob jemand die Mittel besitzt, alle naslang seinen Wohnsitz zu verlegen, von einer Luxusunterkunft in die andere, ein vollkommen anderes Thema.

"AfD-Wähler sind meistens diese „Das darf man doch noch sagen dürfen“-Typen mit denen man abseits von klitzekleinen politischen Überschneidungen nichts zu tun haben will."

Konservative halt, die unter dem Regime der BUNTEN Republik unbedingt auch dazugehören wollen, alles Mögliche, jedoch mit Sicherheit keine Rechten.

" „Der Ali hat so ein Feuer in den Augen, Hilfe!“. Das liegt daran das in ihm schon längst nichts mehr brennt."

So jemand nimmt immerhin noch Fremdheit wahr. Auch wenn die Mitteilung der Wahrnehmung verboten ist: Im Durchschnitt ist der Japaner oder Chinese deutlich reservierter, als wir es sind, während das Temperament sich beim Südländer deutlicher als bei uns nach außen abzeichnet, und zwar nicht immer in einer Art, die uns hier auch sympathisch ist.

"Das liegt daran das in ihm schon längst nichts mehr brennt."

Soll wirklich etwas Gutes bei so einer Selbstgeißelung herauskommen?

Frankstein
15. September 2014 17:23

Weltversteher, im Kern völlig einig. Ich benutzte diese Zuweisung um die Dimension klar zu machen. Hier verschwindet nicht einfach ein Staat oder ein Volk, hier wird eine Kultur zu Tode geschleift, die m.E. den augenblicklichen Höchsstand der sozialen Evolution erreicht hatte. Ja ,hatte und eine biologische Evolution gibt es nicht. Es mag künftig einen neuen Höchsstand geben, wahrscheinlich ist es nicht. Wo sollte diese Evolution ihren Anfang nehmen? An den Ufern des Euphrat, am Tempelberg in Jerusalem, in den Bankschließfächern der Londoner City, oder in den Büros von Brüssel? Von den Früchten dieser Evolution lebt die ganze Welt und manchmal völlig unverdient. Erhalt und Bewahrung sollte Aufgaben der politischen Parteien sein, ist es aber im Nachkriegsdeutschland nie gewesen. Die Parteien sahen ihre Aufgabe immer nur in der Umverteilung im Inneren. Alleine deswegen sind sie staatsschädlich, der Staat definiert sich zuallererst über sein Außenverhältnis, die innere Organisation kann erst danach folgen und sichert die Staatsräson. Es ist lächerlich , wenn Merkel Staatsräson definiert. Das kann nur das gesamte Volk in freier Abstimmung. Jeder Akteur in diesem inneren Zirkel ist nur ein Puppenspieler, solange dies und das Außenverhältnis nicht geklärt ist. Was in Deutschland bekannterweise nicht möglich ist. Da Parteien nur nach diesen Regeln erfolgreich sein können, gleicht das dem Wettlauf der Internierten in den Ghetto-Beirat. Dennoch finde ich es mutig, sich so dem Gespött auszusetzen. Und auch der Artikel ist notwendig, um den letzten Zweifel an selbsternannte Heilsretter auszumerzen. Jeder der behauptet, Europa sei die Zukunft ist ein Totengräber Deutschlands. Jede internationale oder interkulturelle Gedenkfeier auf deutschem Boden und mit deutschem Geld ist ein Sargnagel. Und jede Entgegennahme von ausländischen Ehrungen durch deutsche Politiker und die Verleihung von deutschen Ehrungen an ausländische ist ein Faustschlag ins Gesicht der Hinterbliebenen.

Alexander
16. September 2014 08:09

blixa:
Schauen Sie mal hier: https://www.sezession.de/40977/wie-die-afd-konservative-koepfe-rollen-laesst.html

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