16. September 2014

Rußland will Krieg?

Gastbeitrag / 57 Kommentare

von Thomas Bargatzky

Wenn man bei Google auf „Bilder“ klickt und nach „Rußland will Krieg“ sucht, bekommt man eine Karte zu sehen, auf der die us-amerikanischen Stützpunkte eingetragen sind, von denen Rußland umringt ist. Unter der Karte steht geschrieben: „seht her, wie es unseren Basen auf den Pelz rückt“.

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  • Sezession

russland-will-krieg-us-basen-qpressDiese satirische Karte bringt die verzerrte westliche Wahrnehmung Rußlands und seiner wahren geostrategischen Lage in der Gegenwart auf den Punkt.

Das Bekenntnis „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen“ wird nicht nur durch die ständigen Auslandseinsätze entwertet; auch der Verlauf der Ukraine-Krise läßt den Verdacht aufkommen, daß es damit so ernst nicht mehr gemeint sein kann. Endlich stehen wir ja auf der richtigen Seite, dürfen dem „Reich des Guten“ als Teil einer neuen „Koalition der Willigen“ beispringen – für human rights, Pussy Riot, and democracy, gegen den „Aggressor Putin“, der die „Krim annektiert“ habe und sich aufmache, Osteuropa wieder heim ins neue Sowjetreich zu holen.

Der Pastor sagt es, der Hosenanzug sagt es auch und von der Leyendarstellerin hören wir das gleiche, und auch die führenden Medien predigen es. Sanktionen müssen her, um Russland zu „strafen“ - warum muß ich bei diesem Wort sofort an Charlie Chaplin alias Diktator Hynkel denken? (“ … und sie straffen, straffen, straffen“).

Für welches Vergehen und mit welchem Recht soll Rußland „bestraft“ werden? Die NATO hat sich seit dem Fall der Mauer beständig von einem Verteidigungsbündnis zu einem Angriffsbündnis entwickelt (Jugoslawien, Afghanistan, Libyen) und nimmt heute mit verschiedenen Kooperationsangeboten mehr und mehr eine globale Gestalt an. Zu Beginn des Jahres 2012 zählte die NATO 28 Staaten als Mitglieder. Zwölf davon traten dem Bündnis in insgesamt drei Erweiterungsrunden (1999, 2004, 2009) seit dem Ende des Kalten Krieges bei. Bis auf Albanien, Kroatien und Slowenien handelt es sich dabei allesamt um frühere Mitglieder des Warschauer Paktes. Für Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mazedonien gibt es sogenannte „Membership Action Plans“ – der letzte Schritt vor der Aufnahme als Vollmitglied. In Georgien (2003) und der Ukraine (2004) sollten die westlich gesteuerten „Farben-Revolutionen“ den Weg für die Vollmitgliedschaft in der NATO ebnen; Aserbaidschan und Kasachstan werden umworben.

Die Absicht hinter der Einkreisung Rußlands hat „Dr. Brz“ Zbigniew Brzezinski (The Grand Chessboard, 1997) offengelegt, sie ist auch mehreren offiziellen Dokumenten zu entnehmen – Rebuilding America’s Defenses (2000), Nuclear Posture Review (2001) – oder der von fünf hochrangigen ehemaligen NATO-Generälen im Jahre 2007 veröffentlichten Denkschrift Towards a Grand Strategy for an Uncertain World. Letztlich läuft alles auf die Schaffung einer globalen NATO mit nordatlantischer Identität hinaus, Die EU fungiert dabei als eine Art „ziviler Arm“ der NATO; Rußland soll als Rivale des „Empire of Chaos“ (Pepe Escobar) ausgeschaltet werden.

Der 2010 zum Präsidenten der Ukraine gewählte pro-russische Viktor Janukowitsch löste per Dekret eine Kommission auf, die sich seit 2006 mit einem Beitritt der Ukraine zur NATO befaßt hatte. Janukowitsch wollte die Ukraine nicht nur als blockfreien Staat erhalten, sondern er setzte im November 2013 auch das Assoziierungsabkommen mit der EU aus. Daraufhin wurde er mit der Unterstützung des Westens weggeputscht, noch bevor die von ihm im Februar 2014 angekündigten vorgezogenen Präsidentschaftswahlen stattfinden konnten. Als Folge beschloß das Regionalparlament der Krim im März 2014 die Abspaltung von der Ukraine und am 16. März fand das Referendum über den Anschluß der Krim an Rußland statt. Da Rußland aufgrund der aggressiven Expansionspolitik der NATO auch noch den Verlust seines Marinestützpunktes Sewastopol befürchten mußte, griff es zu.

Die vereinigte westliche Propaganda spricht seither von Annexion. Was auf der Krim geschah, war aber keine Annexion, so der Strafrechtler und Rechtsphilosoph Reinhard Merkel in der FAZ (7. 4. 2014), sondern eine Sezession, die Erklärung der Abspaltung von der Ukraine und die durch ein Referendum bestätigte Ausrufung der staatlichen Unabhängigkeit. Darauf folgte der Antrag auf die Aufnahme in die Russische Föderation, den Moskau annahm. Die Abspaltung war zwar aus der Sicht der Ukraine verfassungswidrig, aber die ukrainische Verfassung bindet Rußland nicht. Der Staatsrechtler Karl Albrecht Schachtschneider ergänzt: Nicht Staaten sind souverän, sondern die Menschen als Bürger! „Das Verbot der Sezession ist überwiegende Auffassung jedenfalls der freiheitsvergessenen deutschen Staatsrechtslehre … Diese Lehre ist falsch. Sie doktriniert den Staat als unberührbares politisches Gebilde, das mit allen Mitteln des Staates erhalten werden darf und muß, gar durch Intervention anderer Staaten“ („Der Kampf um die Krim als Problem des Staats- und Völkerrechts“, 2014). Welche Ironie: Machte man sich die Logik der USA und ihrer EU-Vasallen zu eigen, dann hätten sich die „rebels“ der dreizehn neuenglischen Kolonien niemals von Großbritannien abspalten und für unabhängig erklären dürfen.

Mit Hilfe des Westens wurden in Kiew Kräfte an die Macht geputscht, die mit Fug und Recht als faschistisch oder neonazistisch bezeichnet werden können. Sogar dem gewiß nicht übermäßig abendlandkritischen Londoner Guardian wurde es zu viel, denn bereits am 29. Januar 2014 stand dort zu lesen, daß Faschisten, Oligarchen und die westliche Expansion die Schuld an der Krise in der Ukraine trügen. In aller Offenheit nennt der Autor Seumas Milne die Organisation „Rechter Sektor“ (Prawyj Sektor) und die rechtsextreme, antisemitische Svoboda-Partei, deren Anführer Oleg Tyahnybok die Ukraine von der „Moskauer Judenmafia“ befreien möchte. Im Dezember 2013 erhielt er bei gemeinsamen Presse- und Fernsehauftritten Zuspruch vom Obama-Gegner John McCain (der sich durch Sätze wie „bomb bomb bomb Iran“ als Vordenker profiliert hat). Die Svoboda-Partei war auch eine treibende Kraft bei dem Fackelzug der 15.000 zu Ehren Stephan Banderas am 1. Januar 2014, dessen Aufständische an der Seite der Wehrmacht kämpften und für den Tod zehntausender Polen während der „ethnischen Säuberungen“ der Jahre 1942-44 verantwortlich sind. Eine andere unappetitliche Erscheinung ist das Bataillon Asow, eine rechtsradikale Miliz, die auf Helmen und Uniformen die Wolfsangel auf gelbem Grund und die schwarze „Haken-Sonne“ führt. Da ist es keine Überraschung, daß Premierminister Jazeniuk Russen als Untermenschen („subhumans“) bezeichnete, von denen die Ukraine gesäubert werden müsse.

Aufklärung wird in diesen Tagen fast nur von alternativen Webseiten betrieben, ansonsten ist es geradezu abenteuerlich, wie in Deutschland mit diesen unsäglichen Umtrieben umgegangen wird, wie Politik, „Qualitätsmedien“, Rundfunk und Fernsehen sich winden, verharmlosen und verschleiern, um die häßliche Fratze der in der Ukraine vom Westen gestützen Marionetten vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Sollte der von oben verordnete „Kampf gegen Rechts“ als Staatsraison eine politische Lebenslüge der Bundesrepublik sein?

Aber es gibt auch Anlaß zur Hoffnung: „Das Treiben des rechten Mobs in der Ukraine bleibt in der Bundesrepublik weitgehend unbeachtet“, schrieb vor kurzem eine Tageszeitung, die dazu ein ganzes Dossier veröffentlichte. Ihr Name ist: Junge Welt. Und einer der wenigen Politiker, die zu den Vorgängen dort Klartext spricht, ist Gregor Gysi.

Das konservative Lager sollte sich daher selbstkritisch die Frage stellen, warum es versäumt, die politische Steilvorlage zu nutzen, die sich ihm durch die Ukraine-Krise bietet, warum es sich nicht entschieden von den westlichen Machenschaften distanziert. Der Wunsch, es dem Iwan zu zeigen, läuft zwar unseren Interessen zuwider, ist aber offenbar leider Teil der „deutschen Identität“, vor dem sich auch der deutsche Konservative so leicht nicht befreien kann. Das hat jedoch nichts mit Völkerpsychologie zu tun, sondern mit schlechter Tradition.


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Kommentare (57)

eulenfurz
16. September 2014 09:07

Was auf der Krim geschah, war aber keine Annexion.

Das ist sowieso alles verwirrend: Ein "Gebietsrevisionismus" ist laut Verfassungsschutzberichten und Verbotsverfügungen dann verfassungsfeindlich, wenn er sich auf ein Gebiet bezieht, aus welchem die Bevölkerung gewaltsam vertrieben wurde (Ostgebiete). Aber gemäß herrschendem Handeln dann legitim, wenn er sich auf ein Gebiet bezieht, dessen Bevölkerung in übergroßer Mehrheit die Abspaltung forderte (Krim).

Das Thüringer Oberlandesgericht führt in seinem Beschluß Az.: 9 W 140/13 zur Verfassungsfeindlicheit eines Vertriebenenvereins aus:

Ein Verstoß gegen den Gedanken der Völkerverständigung liegt dabei insbesondere vor, wenn Gewalt in das Verhältnis von Völkern hereingetragen wird, wobei es ausreicht, dass [der Unterstützer] Gewalt nicht selbst ausübt, aber Gruppierungen unterstützt, die ihrerseits durch Ausübung von Gewalt das friedliche Miteinander der Völker beeinträchtigen.

Angesichts der Unterstützung von (Bürger-)Kriegsparteien durch BRD-Regierung und -Opposition erfüllen DIE alle Maßstäbe für eine Verfassungsfeindlichkeit (wohingegen der Gebietsrevisionismus des inkriminierten Schlesiervereins laut OLG nicht gegen das Verfassungsgut verstößt).

Das ist doch spektakulär - der Verfassungsschutz hat jahrelang die Falschen stigmatisiert!

[Hier mehr]

Nordlaender
16. September 2014 10:20

"bereits am 29. Januar 2014 stand dort zu lesen, daß Faschisten, Oligarchen und die westliche Expansion die Schuld an der Krise in der Ukraine trügen. In aller Offenheit nennt der Autor Seumas Milne die Organisation „Rechter Sektor“ (Prawyj Sektor) und die rechtsextreme, antisemitische Svoboda-Partei, deren Anführer Oleg Tyahnybok die Ukraine von der „Moskauer Judenmafia“ befreien möchte."

So ein Kampf gegen Rechts ("Nazi"-, Faschismus- und Antisemitismusalarm) führt doch ins Leere.
Die richtige weiterführende Frage wäre, wie es möglich ist, daß in der Ukraine mächtige jüdische Oligarchen und Antisemiten im gleichen Boot sitzen.

Marcus Junge
16. September 2014 10:31

eulenfurz

Diesen Irrsinn zur Vertreibung, kann es auch nur in der BRD geben, in der ja Sondergesetze für bestimmte Vorgänge im/nach dem 2. Weltkrieg, "Normalität" sind.

"Ein „Gebietsrevisionismus“ ist laut Verfassungsschutzberichten und Verbotsverfügungen dann verfassungsfeindlich, wenn er sich auf ein Gebiet bezieht, aus welchem die Bevölkerung gewaltsam vertrieben wurde"

Womit dann also die Vertreibung auch legitimiert ist und alles morden, rauben, ect. pp. nicht so schlimm und als Fakt anerkannt werden. Womit dann der grundlegende Rechtsgrundsatz gebrochen ist, wonach illegal erworbenes Gut niemals in den Besitz des Verbrechers übergeht und Mord nicht verjährt oder Menschheitsverbrechen nicht verjähren.

"Aber gemäß herrschendem Handeln dann legitim, wenn er sich auf ein Gebiet bezieht, dessen Bevölkerung in übergroßer Mehrheit die Abspaltung forderte"

Wir freuen uns auf 2050, wenn das türkisch / moslemische Ruhrgebiet eine Sezession macht und den Beitritt zur Türkei / Kalifat / wem auch immer vollzieht.

Der Gutmensch
16. September 2014 10:57

Ich halte es ja für etwas leichtfertig, darüber hinwegzurationalisieren, dass Putin in einem etwas größeren (im Sinne von: geographisch größer) Land sozialisiert wurde, als er heute regieren darf.

Bezeichnungen wie "der Hosenanzug" gefallen mir nicht; wir haben nun einmal Führungspersonal und wir tun uns bestimmt keinen Gefallen, indem wir sie öffentlich diskreditieren (gegen das Kritisieren ist natürlich nichts einzuwenden). Aber sei dem, wie dem auch immer sei; Herr Putin und Frau Merkel brauchen jedenfalls keinen Dolmetscher - egal in wessen Muttersprache sie sich gerade austauschen. Da es im übrigen keinem von beiden an mentaler Härte und Verstand mangelt, denke ich, man wird sich völkerverständigen und im übrigen den Mund halten.

Karl Eduard
16. September 2014 11:47

Ich finde es etwas leichtfertig, die Diktion des Kremel oder der Leute von Neurussland zu übernehmen und von "neonazistisch" oder "faschistisch" zu fantasieren.

Daß das die Russen tun, wegen der moralischen Überlegenheit, unter Berufung auf die Traditionen des Großen Vaterländischen Krieges der Sowjetunion, ist verständlich. Es handelt sich aber schlicht um Nationalisten, die eine freie Ukraine anstreben. Frei von Russen, Polen und denen, gegen die auch Stephan Bandera kämpfte.

Der Rest ist wohl unbestritten.

Bis 2008 hat sich Rußland herumschubsen lassen. Der georgisch - russische Krieg hat ein eindeutiges Zeichen gesetzt. Bis dahin und nicht weiter. Seither hat Rußland aus den Erfahrungen dieses Krieges gelernt und auch, was Versprechen westlicher Demokratien wert sind. Nichts.

Ich denke, daß Rußland keinen Krieg will, weil es ihn nicht braucht. Es wird aber auch keine Verletzung seiner vitalen Interessen mehr dulden .

Nils Wegner
16. September 2014 12:03

@ Junge:

So weit her ist es mit Ihren "grundlegenden Rechtsgrundsätzen" gar nicht. Insbesondere nicht mit der abgeschafften Verjährung für Mord. Vielleicht belesen Sie sich mal darüber, unter welchen Umständen das 1979 (!, wahnsinnig "grundlegend"...) so geregelt worden ist. Da merken Sie dann auch ganz schnell, daß es kein Recht oder Gesetz gibt, daß man nicht beugt oder anpaßt, sobald die Zeiten es zu fordern scheinen.

E-Ward
16. September 2014 12:46

Machte man sich die Logik der USA und ihrer EU-Vasallen zu eigen, dann hätten sich die „rebels“ der dreizehn neuenglischen Kolonien niemals von Großbritannien abspalten und für unabhängig erklären dürfen.

Richtig. Die "Ironie", daß die Führungsmacht der "westlichen Welt" selber aus einer Abspaltung entstand, wie sie die USA und ihre Herde jetzt in bezug auf die Krim als unerlaubtes Tun verdammen, wird viel zu wenig herausgestellt. Ein Unterschied ist freilich: Die Loslösung der nordamerikanischen Kolonien vom britischen Mutterland gelang erst nach jahrelangem Krieg, während das Ausscheiden der Krim aus dem ukrainischen Staatsverband und ihre Rückkehr nach Rußland ohne viel Blutvergießen über die Bühne ging. (Vielleicht sollte Obama sein Friedensnobelding Putin geben.)

Ergänzend könnte man ja auch darauf hinweisen, wie eigentlich ein Gebiet wie Texas Bundesstaat der USA geworden ist. Verglichen damit ist Herrn Putins "Coup" nichts.

Am Ende schreiben sowieso immer die Sieger die Geschichte. Deswegen und nur deswegen feiert die Nachwelt einen George Washington als "Unabhängigkeitskämpfer" und "Freiheitshelden", während Jefferson Davis, der Präsident der freien Südstaaten von 1861 bis 1865, als Anführer von "Rebellen" in die Geschichtsbücher eingegangen ist. Und hätte ihn der rachelüsterne Norden nach der Kriegsniederlage der Konföderierten Staaten von Amerika am Galgen aufgeknüpft, wäre bis auf einige unbelehrbare "Rednecks" und "Rebs" heute auch jedermann überzeugt, daß das nur gerechtfertigt gewesen wäre.

Allgemein finde ich es ganz gut, wie Rußland die Szenerie ein bißchen aufmischt. Eine klassische Gebietseinverleibung durch eine Großmacht, das hatten wir in Europa schon länger nicht mehr. Durch das ganze "postmoderne" Gerede von "informellen Imperien", "soft power" usw. drohte der Bundesmichel, der als glücklicher Vasall im Windschatten der Geschichte vor sich hin lebt und träumt, ja völlig blöd zu werden. Zeit wird's, daß ihm die harte Geopolitik der Räume und Mächte eine krachende Ohrfeige verpaßt und Michels Hirngespinste von postnationalem Zeitalter und Weltgesellschaft in der Luft zerrissen werden.

Rainer Gebhardt
16. September 2014 12:57

In welche Sackgasse sich die deutsche Russlandpolitik manövriert hat, kann man hier nachlesen:
https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/09/16/machtkampf-in-der-ukraine-merkel-und-die-eu-sitzen-in-der-falle/

Interessante Frage von Bargatzky: "Sollte der von oben verordnete 'Kampf gegen Rechts' als Staatsraison eine politische Lebenslüge der Bundesrepublik sein?"

Der 'Kampf gegen Rechts' ist ein strategisch einzigartiger Coup. Mit ihm hält sch die politische Elite die politischen und moralischen Linken vom Hals. Der verordnete Antifaschismus ist die ihnen zugewiesene und staatlich anerkannte Weide, die sie tagein tagaus abgrasen dürfen. Hier wird Protestpotential gebunden. Hier wird "zugefüttert", wird gehegt und gepflegt. Mit doppeltem Nutzen: Indem die subventionierten Antifaschisten alles "Rechte" bekämpfen, erledigen sie gleichzeitig den Ideologiejob der Neocons und Globalisierungsstrategen: Entdifferenzierung und Universalisierung aller menschlichen Verhältnisse, Abräumen aller Traditionen und Bindungen, die der Ökonomisierung im Weg sind. Noam Chomsky nannte das mal die "Verbreitung des Menschenrechtsbazillus".

Gold Eagle
16. September 2014 13:01

"Das konservative Lager sollte sich daher selbstkritisch die Frage stellen, warum es versäumt, die politische Steilvorlage zu nutzen, die sich ihm durch die Ukraine-Krise bietet, warum es sich nicht entschieden von den westlichen Machenschaften distanziert."

Das hat die AfD doch mit Herrn Gauland doch prominent getan und die großen Wanderungsbewegungen von der Linken zur AfD in Brandenburg sind mit Sicherheit auch darauf zurück zu führen.

Der ukrainische Seite muss man zu Gute halten, dass die frühere Sowjetunion dort den größten Völkermord des 20. Jahrhunderts verübt hat, mit 10 Millionen Toten. Das prägt natürlich so ein Verhältnis.

Der Vorschlag, der mich am meisten überzeugt hat, kam von der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch, die vorgeschlagen hat, der Urkaine den neutralen Status der Schweiz zu geben:

https://www.freiewelt.net/verhandlungen-statt-russland-sanktionen-der-ukraine-den-status-der-schweiz-10039908/

Karl Eduard
16. September 2014 13:21

@Gold Eagle

Wieso sollte sich jemand von Handlungen distanzieren, die er nicht selbt begeht? Wegen der grassierenden Distanzeritis?

Ich finde es gut, daß auch die AfD, in der Person dieser Störchin, glaubt, anderen Staaten irgendwelchen Status geben zu können. Oder daß diese an der Zuweisung interessiert wären. Darin ist sie schon ganz deutsche Staatsfrau.

Man sollte zur Kenntnis nehmen, daß in der Ukraine ein Bürgerkrieg trotz des Waffenstillstands tobt, dessen Ausgang offen ist. Welchen Status sie haben möchten, müssen dann die Ukrainer entscheiden. Die im Osten und die im Westen. Vielleicht auch die in Nord und Süd.

Zadok Allen
16. September 2014 13:36

@ E-Ward

Zeit wird’s, daß ihm die harte Geopolitik der Räume und Mächte eine krachende Ohrfeige verpaßt und Michels Hirngespinste von postnationalem Zeitalter und Weltgesellschaft in der Luft zerrissen werden.

Hervorragend auf den Punkt gebracht. Hinzu kommt noch, daß das Bürgerkriegsgeschehen in der Ukraine den Verschleißprozeß der geschichtsideologischen Nachkriegs-Narrative mit etwas Glück erheblich beschleunigen könnte.

Denn es ist doch witzig, daß sich dort inzwischen alle Seiten wechselseitig als "Nazis" und "Faschisten" bekeifen. Wer hätte sich noch vor Jahresfrist vorstellen können, daß der massenmediale Apparat der BRD einmal richtige, nicht bloß halluzinierte, "Faschos" in den illustren Kreis der "demokratischen Protestler" eingemeinden würde?

Und welche kognitive Dissonanz muß es für geschichtsideologisch verstrahlte Hirne bedeuten, wenn Vertreter Rußlands "Nazis" als führende Kräfte des Umsturzes in der Ukraine namhaft machen? "Nazis", denen es um die Vertreibung/Vernichtung der Russen in der Ukraine zu tun sei. Welche historische Assoziationen sich da auftun!

Ich jedenfalls habe den Eindruck, daß die antideutsche Nachkriegsmetaphysik auf dem letzten Loch pfeift. Da läuft nichts mehr glatt; es quietscht und kracht im Gebälk, so daß auf einen baldigen Einsturz zu hoffen ist.

Nordlaender
16. September 2014 14:02

@ Rainer Gehart

"Noam Chomsky nannte das mal die „Verbreitung des Menschenrechtsbazillus“"

Klar. Menschenrechte UND Bürgerrechte sind gänzlich unvereinbar. Bürger sind solche eines Staates (Staatsbürgers) und nicht etwa des Universums.
Notwendige Bedingung eines Staates ist aber die Ausgrenzung von Exemplaren des homo sapiens sapiens (Menschen), die Unterscheidung (lat. discriminare) zwischen Staatsbürgern und Nichtstaatsbürgern, die Potenz des Nichtduldenwollens (dulden = lat. tolerare) von Illegalen.

Recht setzt Rechtsgleichheit voraus. Die Rechte aller über sieben Milliarden Exemplare des homo sapiens sapiens kann niemals ein einzelner Staat sichern, dazu bedarf es einer einzigen Weltmacht.

Wir befinden uns in einer Übergangsphase, denn im "Core" (Thomas Barnett, "New Rules Sets Projects"), zu dem EUropa gehört, hat ja die Demokratisierung schon stattgefunden, der "Gap" (die Schurkenstaaten, zum Teil noch ohne privates Zentralbanksystem, mit staatlicher Kontrolle über eingemachte Schätze z.B. über Bodenressourcen wie Erdöl) steht noch aus.

Trotz dem häßlichen Gesicht der NWO dürften viele vor dem Kampf gegen die Menschenrechte (und damit vor dem Einsatz für das Bürgerrecht) zurückscheuen, weil "der Mensch" unter anderem auch ein religiöser Begriff ist, sowohl bei den Humanisten atheistischer Ausrichtung, als auch bei deren christlichen Brudergemeinde.

Rüdiger Happ
16. September 2014 14:35

Keine Annexion, sondern Sezession

Ah ja? Auf einmal wachsen auf der Krim vermummte Gestalten aus dem Boden, die sich angeblich ihre Uniform im Dorfladen um die Ecke gekauft haben, dann tönt von irgendwoher der Ruf nach Sezession, und in einer Hals über Kopf angesetzten "Volksabstimmung", so unseriös, daß man sie getrost in der Pfeife rauchen kann, beobachtet allein von rechtslastigen Putin-Sympathisanten, verkünden dann 97 %, sie wollten "heim ins Reich". Das kennen wir schon, werden die Balten sagen, so war's bei uns 1940 auch.
Und jetzt wird in der Ostukraine dasselbe versucht. Der Patriotismus ist doch hier im Forum so im Schwange - dann seht doch mal, wie es dieser ukrainischen Patriotin erging: Angeprangert wegen lobenswerten Patriotismus! Ein "ossetisches Bataillon" machte ihr zu schaffen - was haben Osseten in Donezk verloren? Wollte Nordossetien sich von Rußland trennen, würde es plattgemacht; will Georgien sein Südossetien wiederhaben (2008), dann gilt das hier als verwerflich (siehe oben: "2008 hat Rußland klargemacht: Bis hierher und nicht weiter").
Eingekreist ist Rußland mitnichten: 10.000 km Nordküste voller Eisberge - und keine Nato weit und breit; ebenso nicht Richtung Mongolei oder China.
Warum betreibt Rußland eine Politik, die z. B. die Balten geradewegs in die Nato hineintreibt? Es ist ja nicht so, daß diese Länder in die Nato gezerrt worden wären, nein, die haben hineingedrängt, weil sie eins mit Sicherheit wissen: Nie wieder Rußland!
Hier ein Bericht über die Lage auf der Krim. Immer wieder liest man von dortigen Frauen "ich wäre auf den Maidan gegangen, aber mein Mann war dagegen", "irgendwie muß man den Kleptokraten Janukowitsch doch loswerden" etc. Das war eine VOLKSbewegung, keine faschistische, auch kein vom Westen angezettelter Putsch!
Ein Gutes hat die Debatte dennoch: Ich weiß zwar um die Leichen, die die Amis im Keller haben, würde mich aber, vor die Wahl gestellt, immer für die Gesellschaftsordnung (individuelle) Freiheit entscheiden - und die Tatsache, daß es im rechtskonservativen Lager so viele Sympathisanten des Autokraten Putin gibt, hat mir dieses Lager unsympathischer gemacht als alles sonst. (Ich hätte es wissen müssen - wie oft hier das Wort "liberal" verächtlich benutzt, als sollten und wollten die Menschen in Knechtschaft leben, statt auf die Freiheit in ihrem Land stolz sein zu dürfen ...)

Hartwig
16. September 2014 15:28

@ Rüdiger Happ

Ihre letzten Sätze sind etwas Würze in der Soße!
Ich weiss nicht, wie viele Streiter man in Deutschland finden würde, wenn es WIRKLICH um die Schleifung des sog. Liberalismus amerikanischer Prägung ginge; wenn man idealerweise eine Art preussischer Staat etablieren wollte.
Wie Sie würden sich die allermeisten wahrscheinlich für "die Gesellschaftsordnung (individuelle) Freiheit entscheiden". Bedeutet zwar langfristig das Ende unseres Volkes, aber immerhin bis auf weiteres ein bequemes Dasein.

Sich auf Putins Seite zu schlagen, heisst nicht, seinem korrupten Oligarchenstaat das Wort zu reden, sondern lediglich anzuerkennen, dass er geopolitisch in die Defensive gedrückt wird - und zwar von niemanden anderen als der größten und mächtigsten Oligarchenherrschaft, mit Weltherrschaftsanspruch ...

Irrlicht
16. September 2014 15:36

Eine klare und eindeutige Distanzierung von den von den USA geschriebenen westlichen Narrativen in Bezug auf den Ukraine-Konflikt ist deshalb schwierig, weil sie beinahe zwangsläufig, wie auch in diesem Artikel, mit der Akzeptanz neo-sowjetischer, antifaschistischer Narrative über den Zweiten Weltkrieg (z.B. die Rolle der Wehrmacht in der Ukraine) und deren Übertragung auf den aktuellen Konflikt einhergeht (aus welcher trüben Quelle stammt das angebliche Zitat mit den "subhumans"?).

Aus den Mainstream-Medien tönt lauthals US-Propaganda, außerhalb des Kartells wird das Lied des Kreml angestimmt. Die Nazi-Keule schwingt furios. In dem vielstimmigen, dissonanten Chor zur Ukraine stammt die meiner Ansicht nach interessanteste Analyse von Gabriele Adinolfi, der die beiden Hauptkontrahenten, das Weiße Haus und den Kreml, als Erben von Jalta sieht, die ihre eigenen Interessen verfolgten. In der Ukraine kämpfe nicht der Globalismus gegen eine anti-globalistische Macht, der Konflikt sei bloß die Fortsetzung des Bürgerkriegs zwischen Trotzkisten und Neo-Stalinisten.

Thomas Bargatzky:
Auf der Netzseite der Botschaft der Ukraine in den Vereinigten Staaten von Amerika (usa.mfa.gov.ua) finden Sie unter dem Datum 15. Juni 2014 (Zugriff 15.06.2014) die Mitteilung:

"Ulraine's Prime Minister Yatsenyuk: We will commemorate the heroes by cleansing our land from evil". Über die Kriegstoten der Ukraine teilt Yatseniuk dort mit:

"They lost their lives because they defended men and women, children and the elderly who found themselves in a situation facing a threat to be killed by invaders and sponsored by them subhumans".

Das Wort "subhumans" soll bald gestrichen worden sein, aber das Internet vergißt ja bekanntlich nichts.

Karl Eduard
16. September 2014 15:37

@Werter Herr Happ

Man sollte sich schon die Ereignisse 2008 in Erinnerung rufen. Zuerst war da der Feuerüberfall georgischer Artillerie auf die Leute, die Georgien angeblich heimholen wollte. Indem es die Menschen in der Nacht aus den Betten schoß. Dummerweise schossen die nicht nur auf die Sezessionisten sondern auf auch auf russische Truppen, die erhebliche Verluste erlitten.

Das würde sich kein Staat gefallen lassen. Den Angriff auf seine Streitkräfte. Deutschland vielleicht. Amerika jedenfalls nicht. Und Rußland hat seine Lektion auch gelernt.

Und wer glaubt, hinterm Menschenrechtsgeschwätz des Westens würde noch irgend etwas anderes stecken, als die Verhüllung der wahren Absichten, der hat die Entwicklung seit dem NATO - Bombardement Serbiens verschlafen.

Thomas
16. September 2014 16:22

Klar ist Russland von us-amerikanischen Stützpunkten umzingelt, ebenso umgekehrt. Begreift dies denn niemand wir leben auf einer Kugel, alle Länder der Welt sind umringt von Stützpunkten.

Die viel wichtigere Frage wäre, wie kann die Welt friedlich sich über die Gestaltung der Zukunft einigen, jedes Land hat schliesslich eine etwas andere Vorstellung der Zukunft und wie unsere Welt in 50 Jahren aussehen soll, darüber sollte diskutiert, philosophiert und gestritten werden, ganz offen und ehrlich und nur mit Worten.

Die Menschen sind doch intelligent und emphatisch und keine wilden mehr die alles kaputtschlagen und zerstören, gemeinsam könnten wir eine Lösung finden und eine ganz tolle Welt erschaffen bis in 50 Jahren, den Hunger und Krankheiten besiegen, und die Umweltprobleme in den Griff kriegen davon profitieren wir doch alle. Aber nur wenn wir gemeinsam Lösungen erarbeiten und zusammenarbeiten und ehrlich alle Wünsche, Vorstellungen und Fakten auf den Tisch legen schaffen wir dies, ansonsten belügen, tricksen, täuschen wir uns gegenseitig und diese Zukunft wird dann leider alle heutigen Probleme nur potenzieren bis ins extreme.

Ideologien bringen doch nichts, nur positive Veränderungen und Lösungen welche für alle einen spürbaren positiven Effekt bewirken, das bringt die Menscheit vorwärts.

Was waren die wirklich grössten und positivsten Veränderungen der letzen 200 Jahre welche mehr Frieden, Wohlstand und Entwicklung gebracht haben. Überall dort wo wir gemeinsam an eine bessere Zukunft geglaubt haben, einen Konsens darüber gefunden haben was gut ist für alle.

Und dieser Konsens haben wir ja, der Fokus der Weltpolitik sollte darauf liegen gemeinsam die grössten Probleme anzugehen wie Krankheit, Hunger, Krieg, Verteilungsprobleme, Umweltschutz, warum planen wir nicht gemeinsam? Wir sollten Länder eher wie ein Individuum ansehen, jedes Land hat andere Fähigkeiten und Dinge die es wirklich gut kann, jedes Land kann etwas anderes beisteuern zu einer besseren Zukunft.

Aber wir müssen aufhören immer nur auf die eigenen Vorteile zu schauen und langsam übergehen in eine Gesellschaft wo jedes Land Spass hat etwas positives zu einer besseren Zukunft beizutragen, wo Länder ausgezeichnet für Ihr Engagement, es muss ein Prestige sein.

Wir sind alle verbunden miteinander, gemeinsam können wir die Welt besser machen, wenn wir gegeneinander arbeiten werden die Probleme nur grösser und nicht gelöst.

Kay-Uwe Klepzig
16. September 2014 16:58

Guten Tag.

"Zur Debatte gestellt" - tja. Was genau da zu debattieren ist, stellt sich die Frage.

Denn der Inhalt des Artikels ist mehr oder weniger unstrittig. Er ist ja auch keineswegs singulär - was uns der Author mitteilt, war auch schon in verschiedensten Blogs und 'Artikeln' auf mehreren anderen Seiten, von mehreren Autoren zu lesen.

Im Westen nix Neues?
Ich wüsste aber trotzdem etwas zu debattieren:

"Was tun?" sprach der Frosch und sprang in den Mixer.

'Alternative' Foren wie die JF, das ef-magazin, die Sezession, die Achse, ja, sogar die WELT ergehen sich in obigen Betrachtungen in schöner Regelmäßigkeit.

Allerdings: in schöner Regelmäßigkeit in Artikeln, welche ich eher als Kommentar bezeichnen würde. Dabei dreht man sich im Kreis, wie der Berg und gebiert im eigenen Saft schmorend weniger denn eine Maus.

Wie für rechtskonservative Gedanken auch fehlt der Multiplikator, der Gehör in der breiten Masse verschafft (selbst PSL lauschte man nicht mehr), der Hebel, der Einfluß generiert.

Und ich bin mir sicher, mit diesem Problem stehen nicht nur wir da. Der Author hat es bereits angedeutet - auch die Linke steht allein auf weiter Flur.
Ihr wisst schon. Der schmuddelige Gegner, der nicht mit uns redet, weil wir schmuddelig sind. Divide et impera.

"Was tun?" - ich weiß es auch nicht.

Aber: warum, statt Zwischentagen, nicht ein Konvent für Autoren Rechts wie Links organisieren - mit klarer Begrenzung auf Ukraine, IS und andere Themenkomplexe unter Aussparung klassischen Konfliktpotentials (welches man auf Nebenveranstaltungen beackern könnte)?

Das wäre doch mal was. Oben Genannte und TAZler belauern sich gegenseitig auf einem Event - und tröten gegen die kriegs- und volksverarschungslustige Mitte.

Das würde registiert werden, denke ich.

Was meint ihr?
Wer könnte sowas anleiern?

Langer
16. September 2014 18:14

Wozu annektiert ein Staat im Jahre 2014 neues Land?
Wegen der Steuergelder?

Carabus violaceus
16. September 2014 18:15

@ Nordländer: "So ein Kampf gegen Rechts („Nazi“-, Faschismus- und Antisemitismusalarm) führt doch ins Leere.
Die richtige weiterführende Frage wäre, wie es möglich ist, daß in der Ukraine mächtige jüdische Oligarchen und Antisemiten im gleichen Boot sitzen."

Genau diese Frage stelle ich mir auch schon länger! Einerseits trifft sich Dimitri Jarosch vom Rechten Sektor mit dem israelischen Botschafter, siehe hier: https://maidantranslations.com/2014/02/27/israelischer-botschafter-trifft-fuhrer-des-rechten-sektors/

Folgender Artikel ist auch sehr aufschlussreich: https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/02/18/zionisten-offenbar-treibende-krafte-beim-versuch-von-regime-change-in-der-ukraine/

Des Weiteren kämpften Einheiten der "Israel Defence Force" unter dem Kommando der Swoboda, siehe hier: https://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/prof-michel-chossudovsky/ukraine-spezialeinheit-der-israelischen-streitkraefte-unter-rechtsradikalem-kommando-an-unruhen-bet.html

Kurioserweise sind das Leute, die sämtliche Juden früher am liebsten per Genickschuss richten wollten. Nun machen sie mit Zionisten gemeinsame Sache (nicht jeder Jude ist ein Zionist, das versteht sich von selbst). In Deutschland treiben solche Konstellationen seltsame Früchte: hier ein kurzer Bericht, wie auf einer Demo in Frankfurt Sympathisanten des Rechten Sektors zusammen mit Antifas und Zionisten für Israel demonstrieren: https://wurfbude.wordpress.com/2014/08/14/frankfurt-4-august-2014-pro-zionisten-ex-antifas-und-ukrainischer-rechter-sektor-gemeinsam-fur-israel/

Das Leute vom sogenannten "Azov-Battalion" als "Klischee-Nazis" bezeichnet werden, dagegen habe ich nichts einzuwenden. Deren Anführer sehen sich lediglich "im Kampf um die weiße Rasse". Zitat vom Azov-Kommandeur Biletskyi: "Die historische Mission unserer Nation in diesem kritischen Moment ist es, die weißen Rassen der Welt in einen finalen Kreuzzug für ihr Überleben zu führen (…) gegen die von Semiten geführten Untermenschen."
- Was soll man dazu noch sagen? Von (außen)-politischem Verstand zeugen solche Sprüche keineswegs. In deren Reihen gibt es also wirklich gefährliche Mordbrenner.

Rainer Gebhardt
16. September 2014 18:25

@ Rüdiger Happ

Das berühmte VOLK wieder einmal. Empfehle, die romantischen Vorstellungen vom VOLK einem Realitätscheck zu unterziehen. Auf dem Euromaidan wurden in der heißen Phase 500.000 Demonstranten gezählt, manche wollen 1 Mio. gesehen haben. Egal, lassen wir es 1 Mio. gewesen sein. Rechnen wir 1/4 Mitläufer und Eventtouristen ab, sind es noch 750.000. Deren Sympathien verteilten sich auf fünf ernst zu nehmende politische Gruppierungen mit unterschiedlichen Ambitionen und Zielen. Kleinster gemeinsamer Nenner war: der rechtmäßig gewählte Janukowitsch muß weg. Nun hat aber die Ukraine über 45.426.200 Einwohner. Es war also eher ein Völkchen, das die Revolte gemacht hat. Und dieses Völkchen hat die Erzhalunken Jazenjuk und Timoschenko (die hinter den Kulissen agiert) an die Macht gebracht. Von beiden weiß man, daß ihnen das Volk am Arsch vorbei geht.

Im Übrigen können die West- und die Ostukraine verschiedener nicht sein.
Um das zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Geschichte der Ukraine, besonderes der letzten hundert Jahre. Lektüre: "Räume des Schreckens: Gewalt und Gruppenmilitanz in der Ukraine 1905-1933" von Felix Schnell.

Er beschreibt, wie "Menschen sich verhalten, wenn der Staat sein Gewaltmonopol nicht durchsetzen kann, wenn gewohnte Ordnungen zusammenbrechen und die Möglichkeit, sich etwas mit Gewalt zu nehmen, eine Option, wenn nicht für jedermann, so doch für viele wird?"
Die Ukraine hat einige solcher Phasen durchgemacht und befindet sich offensichtlich wieder in einer ähnlichen Situation: Der Staat ist eine Farce, was wir sehen sind unterschiedliche Interessengruppen, die sich das "Gewand des Staates" überwerfen, um sich das Land "legal" unter den Nagel reißen zu können. Das VOLK? Das kann wieder nach Hause gehen.

Bernhard
16. September 2014 18:46

Der "Westen" steuert auf einen Krieg mit Russland zu. Das Land wird eingekreist und provoziert. Wir sollten genau hinsehen, wer diese Kriegstreiber, ihre Motive und die von ihnen angestrebten Ziele sind.

Was wir tun können: Aufklären, protestieren und aktiven Widerstand leisten, wenn es zum Äußersten kommt.

ingres
16. September 2014 19:29

Ich teile die Ansicht, dass der Westen sehr krank ist. Aber er ist offensichtlich noch nicht so geschwächt, dass er nicht, im (nicht militärischen) geostrategischen Wettbewerb um die ehemaligen Provinzen der Sowjetunion, Putin chancenlos lassen würde.

Dieser "Wettbewerb" (egal mit welchen Absichten und unlauteren Methoden er von westlicher Seite geführt werden mag) ist ja nicht verboten (bzw. darüber hadern hilft nicht weiter). Putin könnte ja im Wettbewerb die besseren Angebote machen. Aber er hat anscheinend keine Angebote zu unterbreiten (oder wir müssen noch darauf warten). So bleiben ihm in die Defensive gedrängt nur die verdeckte militärische Option, wie jetzt in der Ostukraine (ich vermute mal, dass er dort verdeckt operiert, egal wie manipulativ westliche Medien darüber berichten mögen), und die Rohstoffe.

Bei den Rohstoffen ist er aber, sowohl was die Förderung als auch den Absatz anbelangt, auf den Westen angewiesen. Will Putin Rußland entwickeln, müßte er mit dem Westen zusammenarbeiten. Damit würde Rußland in der Tat als Konkurrenz zum Westen ausgeschaltet Ich sehe nicht wie Rußland dem langfristig entkommen will wenn es sich wirtschaftlich entwickeln will. Das schafft Rußland nicht allein; denn Technisch ist der Westen nun mal auch diesem Gebiet das Maß der Dinge. Es sei denn Putin stellt seine geostrategischen Interessen dauerhaft über die der wirtschaftlichen Entwicklung Rußlands. Die Frage ist ob und wie lange Putin, bzw. Rußland sich das zum Schaden der russischen Bevölkerung leisten können.

Gustav Grambauer
16. September 2014 19:34

Irrlicht

"In dem vielstimmigen, dissonanten Chor zur Ukraine stammt die meiner Ansicht nach interessanteste Analyse von Gabriele Adinolfi ... der Konflikt sei bloß die Fortsetzung des Bürgerkriegs zwischen Trotzkisten und Neo-Stalinisten."

Haben Sie da etwas auf Deutsch oder notfalls Russisch oder Englisch - würde mich brennend interessieren. Die vor allem rassisch geprägte Tiefentektonik des Kommunismus ist einer der wichtigsten Schlüssel zum Verständnis der heutigen Entwicklungen, auch weit über Rußland und die Ukraine hinaus.

- G. G

Waldgänger aus Schwaben
16. September 2014 20:54

Was mich meisten wundert, besorgt ist das hummel-brummel-dumme Agieren unser westlichen Politiker. Jeder halbwegs informierte Zeitgenosse konnte wissen, dass Russland eine NATO - Mitgliedschaft der Ukraine nicht akzeptieren wird und jede sich bietende Gelegenheit nutzen wird dazwischen zu grätschen. Als nun der gewählte Präsident
Janukowitsch ein Abkommen nicht unterzeichnen wollte, konnte man nicht warten bis die regulären Wahlen Frühjahr 2015 vielleicht neue Möglichkeiten eröffnen. Nein, der "Euro"-Maidan musste unterstützt werden, bis in einem putsch-ähnlichen Verfahren ein willfähriger Präsident installiert war. Eine Steilvorlage für Russland.

Unsere westlichen Politiker agieren genauso dumm oder sogar dümmer als die Schlafwandler, die vor hundert Jahren in die europäische Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts stolperten.

Dass es bislang nicht zu einem großen Krieg kam und wohl auch nicht kommen wird, verdanken wir vor allem der Atombombe und dem staatsmännischen Geschick Putins. Es hätte bös enden können, sehr bös.
Zur Erinnerung: Putin war es, der im letzten Moment mit einem Kompromissvorschlag die USA davon abhielt, der ISIS den Weg nach Damaskus frei zu bomben. Wäre Putin nicht dazwischen gegangen, sässe die ISIS heute im Palast Assads

Sieht von Geschwurbel wie einer Weltverschwörung der "uS-amerikanischen Ostküste" ab bleiben nur zwei wirklich plausible Erklärungen für diese Dummheit.

Erstens: Die sind so dumm
Zweitens: Das System ist wirtschaftlich am Ende und braucht JETZT Expansion um noch ein paar Jahre weiter wursteln zu können.

Vermutlich eine Kombination aus beiden. Das erklärt auch das Agieren in Syrien/Irak. Sultan Erdogan sollte als US-Statthalter und mit US-Hilfe das osmanische Reich in der Levante wieder aufrichten - ist ja auch gescheitert.

Carabus violaceus
16. September 2014 21:11

@ ingres: "Bei den Rohstoffen ist er aber, sowohl was die Förderung als auch den Absatz anbelangt, auf den Westen angewiesen. Will Putin Rußland entwickeln, müßte er mit dem Westen zusammenarbeiten. Damit würde Rußland in der Tat als Konkurrenz zum Westen ausgeschaltet Ich sehe nicht wie Rußland dem langfristig entkommen will wenn es sich wirtschaftlich entwickeln will."

Ernst Niekisch schrieb in seinem Aufsatz "Europa betet" (1930) - freilich im damaligen Kontext:

"...In diesem Augenblick quoll aus den Urtiefen der russischen Seele der Europahaß. Das russische Volk ahnte, wie nahe ihm das Los der Knechtung durch Europa gerückt war. Elementar und verzweifelt bäumte es sich auf; alles, was europäisch war, warf es von sich; seine ganze westliche Zivilisation empfand es in diesem Augenblick nur als Köder innerhalb der Falle, in der es sich verfangen sollte - auch diese Zivilisation schied es mit wutvoller Verachtung aus."

"Die Gewaltsamkeit der Abwendung von Europa war Russlands Rettung. Es entwickelte einen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen Lebensstil, der dem europäischen Lebensstil entgegengesetzt war, so blieb es unzugänglich für europäische Einflüsse, so entstanden schroffe Spannungen, durch die es zur dauernden Wachsamkeit vor dem Westen gewarnt wurde. Von seinem neuen barbarischen Lebensstil wölbte sich keine Brücke mehr nach Europa; nur, um nicht von Europa ähnlich in Ketten geschlagen zu werden wie später fürchterlich genug Deutschland in Ketten geschlagen wurde, durchdrang es sich ganz und gar in einem Geiste, der in jeder Regung Europa fremd und feindlich war."

Wie gesagt, die Vorzeichen sind heute andere. Die Worte von Niekisch sind aber nach wie vor hochaktuell. Russland kann in eine Art "Notbetrieb" umschalten, so meine Einschätzung. Dann wird sich das russische Volk auch heute eben in Enthaltung vom Westen üben. "Westlerische" Oligarchen haben dann unter Putin nichts zu lachen, wie uns der Fall Chordokowski gezeigt hat.

Carl Sand
16. September 2014 21:13

Lieber Gutmensch, lieber Herr Rüdiger Happ:

Ich möchte Ihnen danken, dass Sie hier so schon gebeispielt haben,
was mir an der „rechten Szene“ widerlich ist.

Ich habe vielerlei Menschen kennengelernt, vom Typus der verklemmten Konfirmandenvisage, über den pseudosoldatischen Gewaltmensch bis zum lebensunfähigen Spinntisierer, – aber am allerallerwiderlichsten ist mir dann doch der -

Spießer.

Mag es sich um den nur aus Vernunft systemspeichelleckenden "konservativen" Mainstream-Redakteur handeln, den weiße-Handschuh-Akademiker oder um kleine Schwäbelein wie Sie.

Ich gehe wohl richtig davon aus, dass Sie von mittlerem Alter sind, vielleicht noch fünf bis zehn Jahre zur Verrentung.

Dass Sie einen akademischen Abschluss haben, auf den Sie als Mehrleister ganz doll stolz sind, im öffentlichen Dienst tätig sind,

wo sie stets Ihren Beitrag im Rahmen des Möglichen leisten, ein Einfamilienhaus besitzen, die Kehrwoche einhalten und sonntäglich ihr Auto waschen.

Auch achten Sie sehr auf die Ordnung und verlangen stets verdienten Respekt sowie glauben an Anstand, Konvention, Weihnachtsmann und Marktwirtschaft.

Leider können Sie das alles knicken.

Ich möchte mich an dieser Stelle dann doch einmal als Prophet betätigen. Vielleicht mögen Sie heute noch lachen – glauben Sie mir, bald lachen Sie nicht mehr.

Ihr klein Häuschen wird zwangshypothekisiert, ihr klein Töchterlein heiratet Murat und macht danach zur Kur ein Sabbatical bei einer NGO, auf der Straße wird nicht mehr gegrüßt und zum Schluss Ihres Lebens
gibts einen Schlauch in jede Öffnung und alle drei Tage den Waschlappen von der Billigpflegekraft.

Sehen Sie, die jetzige Generation hat überhaupt keine Seele mehr, meine Generation war erbärmlich, vermutlich Ihre Generation hatte ja lange noch Spass an 68 und Transatlantikertum - aber gottseidank wird die Zukunft beschissen!

Insofern ist der beruhigende Gedanke, der große Gleichmacher die Tatsache, dass auch Sie noch einen Gutteil der Suppe zu saufen kriegen werden, die Sie durch Ihre Achsoanständigkeit zu einem saftigen Teil angerichtet haben.

Ja, und wenn alles glatt läuft, dann wird die Obrigkeit und die Transatlantiker den neuen Weltbrand zeitnah anzetteln.
Sind sie ja gerade bei.

In jedem Fall kriegen Sie und Ihresgleichen noch was mit ab.
Ein Gedanke, der mich abends zufrieden schlafen lässt.

Nordlaender
16. September 2014 21:18

@ Carabus violaceus

"Was soll man dazu noch sagen?"

I) Wer heute immer noch IHN, den Leibhaftigen, den Ewigen Österreicher als DAS Maß für das Böse schlechthin heranzieht, weigert sich, den heute, 2014 herrschenden Machtverhältnissen gerecht zu werden.
Niemals unbedacht die vorgegebene Matrix bedienen!

II) Daß es nicht nur und ausschließlich aus dem Wald heraushallt, sondern daß auch in diesen hineingerufen wird.

“Ich glaube tatsächlich, dass Europa ein übernahmereifer Kontinent ist… Ich finde es grundsätzlich gut, dass das so genannte “weisse, heterosexuelle, blonde, arische” Europa seinem Ende entgegengeht.”
(H. Marcin "Broder", Berner Zeitung, 8.2.2007)

Waldgänger aus Schwaben
16. September 2014 21:33

Übrigens die AfD Abgeordneten im EU-Parlament haben zum Assoziierungabkommen so gestimmt:

Dagegen
Pretzell, von Storch

Dafür

Lucke
Henkel
Starbatty
Trebesius
Kölmel

Diese von Storch wird mir immer sympathischer.

Der ÖDP-Abgeordnte Buchner, den ich gewählt habe, war auch dagegen.

Abstimmung

Demo Goge aus der polis germania
16. September 2014 21:38

Das Problem mit dem Ukraine-Konflikt ist, daß - trotz der Anerkennung seines Charakters auch als einer gewöhnlichen geostrategischen Auseinandersetzung und einer Sympathie für den Freiheitswillen des ukrainischen Nationalismus - nicht nur Parteien, sondern auch Einzelne ahnen, daß diesmal das NATO-System den Bolschewismus und Rußland den gesunden Menschenverstand vertritt.

Nordlaender
16. September 2014 21:40

@ Waldgänger

"Sieht von Geschwurbel wie einer Weltverschwörung der „uS-amerikanischen Ostküste“ ab"

Sind Sie denn einer dieser Verschwörungsleugner?

Verschwörungsleugner hängen dem Glauben an, daß es keine nichtöffentlichen (geheimen) Absprachen gibt.

Waldgänger aus Schwaben
16. September 2014 21:43

@ingres

Russland wird mit Japan und vor allem China und Indien schon die Partner finden, die es braucht. Wir sind nicht mehr der Nabel der Welt.
Und wenn das russische Volk Sinn im Leiden sieht, ist es sehr opferbereit und kann auch mal einige Jahre ohne das neuste I-Phone durchstehen.
Unter Putin ist es immer noch viel besser als es unter Jelzin war.

Carabus violaceus
16. September 2014 22:01

@ Nordlaender

Da gebe ich Ihnen ja vollkommen recht, wer "Ihn" heranzieht, sich der heutigen Matrix bedient. Das habe ich aber in keinem einzigen Satz getan. Ich habe lediglich auf Aussagen hingewiesen, welche von Leuten stammen, die nun nicht unbedingt Bündnispartner für deutsche Rechte sein können und sollten - oder an denen man sich besser kein Beispiel nimmt. Bei Idioten wie Altermedia ist das etwas anderes, solche Kreise verwechseln Außenpolitik mit Rassentheorie. Dort wird "Azov" gelobt:

"Azov kämpft nicht gegen das russische Volk, sondern gegen die russische Regierung und ihre Helfer. Für diesen Kampf braucht es teure Ausrüstung, Waffen und Männer – all das wächst nicht auf dem Baum. Wenn sich die Kämpfer von Azov und Co. aus Mangel an Alternativen in Richtung EU und USA orientieren, ist es zynisch ihnen das zum Vorwurf zu machen. Ich hoffe mit dem Artikel konnte allerdings aufgezeigt werden, dass die Männer von Azov und ihre Gleichgesinnten wohl kaum eine Umstrukturierung der Ukraine zum westlich-liberalen Satellitenstadt einfach so hinnehmen würden. Ihr Ziel ist die Vollendung der Nationalen Revolution."

Das im Rechten Sektor Totschläger und Krawallos mitmischen, stammt nun auch nicht nur von mir (erst recht entnehme ich das auch nicht aus Mainstreammedien), darauf hat viel eher schon der NPD-Vize Karl Richter hingewiesen.

Zu Broder gibts nichts zu sagen, ein provozierender Transatlantiker eben, der ein bisschen auf Islam-Bashing macht. Konnte den noch nie leiden, obwohl ich dieses Zitat nun erschreckenderweise zum ersten mal höre.

Kiki
16. September 2014 22:12

@ Carl Sand

Bravo!!! Mir geht es genauso - ein Grund, weswegen ich dem kommenden Krieg recht unpanisch entgegensehe, ist das Wissen, daß es das ekelhafte Geschlecht des Letzten Menschen samt seiner krepeligen NWO oder eben seinem "Ändädeageschichte" nicht nur auf den Abfallhaufen der Welthistorie, sondern gleich in die Hölle befördern wird.

Wer sich wie der völlig verblödete Westen dem Teufel überantwortet, hat auch mit keinem besseren Ende zu rechnen.

@Waldgänger

Unterhalten sich zwei Mastschweine am üppig gedeckten Freßtrog:

Schwein 1: Du, hier stimmt was nicht: Wir kriegen tagtäglich mehr als satt zu fressen, liegen den ganzen Tag nur rum, müssen nichts tun oder abgeben wie die anderen Tiere im Stall - da kann doch etwas nicht richtig sein! Der Bauer führt irgendetwas im Schilde.

Schwein ":(seufzend) Och, Du mit deinen doofen Verschwörungstheorien!

Trouver
17. September 2014 00:08

Lieber Herr Bargatzky,

stellen Sie sich vor, die Schweizer Armee erstuermt Stuttgart.

Soweit zum Thema "Krim".

Carl Sand
17. September 2014 00:20

Liebe Kiki

Ja, was man täglich beobachten kann, ist der letzte Mensch;
der nichteinmal mehr Schmerz verstehen kann, dass Gott tot ist.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch:

Ich bin kein Anhänger von "Killerbeeiaden", d.h. ein Vertreter des "Wir-sind-selber-schuld"-Mems.

Zum Ersten handelt es sich nicht um Selbstmord, sondern um Mord.

Zweitens ist das Suhlen im Vorwurf, das großkotzige Kujonieren eines Todkranken als angeblichen Selbstmörder eine doch sehr durchsichtige Methode, Pseudodistanz zum Unerträglichen zu schaffen; schlimmer aber: um sich selbst zu erheben.

Drittens ist im jetzigen Zustand der Gesellschaftsordnung es ganz normal, daß die Leute sich so verhalten, wie sie es eben tun. So ist das eben, wenn man in einer (Welt)diktatur lebt.

Wenn ich also Leute aggressiv angehe, dann tue ich dies individuell, äußerst persönlich und mit einer reizenden Portion Unverschämtheit.

Was mich aggressiv macht, sind Personen, die es besser wissen müssen - aber dennoch, und sehr durchsichtig zur eigenen Erhebung auf die gleichen verdummten Erklärungsmuster zurückfallen, denen wir den ganzen Schlamassel zu verdanken haben.

CCCED
17. September 2014 01:04

In meinem Bücherregal finde ich das Buch Charakterwäsche - Die Re-education der Deutschen und ihre bleibenden Auswirkungen. Ein gewisser Caspar von Schrenck-Notzing hat dieses Buch geschrieben, erschienen ist es 1965. Es beschreibt sehr eindrücklich die Methoden, mittels derer "democracy" porentief und nachhaltig in Deutschland von unseren amerikanischen Partnern implementiert wurde. Die bleibenden Auswirkungen kann man an der nach meiner Meinung katastrophalen, gegen die Interessen des eigenen Landes gerichteten Außenpolitik unserer Regierung studieren.

Bis zum Ende des kalten Krieges war die Westbindung überwiegend von Vorteil für Deutschland, zumindest für den westlichen Teil. In den folgenden Jahren hat sich das geändert, und seit der zunehmend kriegerischen Außenpolitik der Westmächte (Kriege in Yugoslavien, Afghanistan, 2 x Irak, Syrien, Lybien) fragt man sich, mit welchen Methoden unsere Politiker zum Handeln gebracht werden.

Geostrategisch dient diese Politik dem globalen Vormachtsstreben der USA (man lese das von T. Bargatzky zitierte Buch Z. Brzezinskis: The Grand Chessboard). Zugriff zu fossilen Ressourcen? Für die USA ist es wichtig, Macht, zur Not auch militärische, über Erdöl oder Erdgas produzierende Länder ausüben zu können: nur so können diese Länder gezwungen werden, ihre fossilen Rohstoffe gegen Dollar und nicht in einer anderen Währung zu verkaufen. Mit ein Grund der Angriffe gegen Afghanistan, Irak und Lybien war, dass diese Länder den Dollar als "Petro"-Währung aufkündigen wollten.

Ein Tor, wer da nicht an Verschwörungstheorien glaubt. Es wäre schön für uns, wenn wir uns wenigstens etwas aus der erdrückenden Umklammerung unserer amerikanischen Partner lösen könnten. Das erscheint aber heute mehr denn je als Zukunftsmusik. Ich fände es gut, wenn die Sezession sich in Zukunft mehr diesem Thema widmet.

Rainer Gebhardt
17. September 2014 07:55

@ Waldgänger aus Schwaben

Zum Assoziierungsabkommen EU-Ukraine:
Russland hat auch dafür gestimmt!

So einfach liegen die Dinge also nicht, als daß man seine Präferenzen für den einen oder anderen AfD Abgeordneten nach der Aschenputtelmethode verteilen könnte.

Waldgänger aus Schwaben
17. September 2014 08:02

@Kiki
sind die Schweine in Ihrem Witz eine unbewusste(?) Anspielung an die "Farm der Tiere". D.h. würde es nur noch schlimmer, rebellierten die Schweine und ergriffen sie die Macht?

Natürlich gibt es geheime Absprachen und Vorgänge, wikileaks und Snowdon haben ja einiges an den Tag gebracht. Aber an eine allmächtige geheime Macht (die Illuminaten, die Jesuiten, andere die mit J. beginnen, die Radfahrer, ) , die alles im Hintergrund lenkt, glaube ich in der Tat nicht.

Ich stelle mir unter gewissen verbitterten Rechten, alte, kinderlose, einsame Männer vor, die am Ende ihres Lebens erkennen, dass sie ihr ganzes Leben an falsche Ideale verschwendet haben und nur noch ihren Hass auf die Welt rausschreien können. Mögen sie es tun, solange es ihnen gut tut. Mögen sich ihnen andere Wege auftun, wenn sie vom Brüllen erschöpft sind.

Nordlaender
17. September 2014 08:17

@ CCCED

"Ein Tor, wer da nicht an Verschwörungstheorien glaubt."

Allerdings. Ich war schon mit fünf Jahren Verschwörungstheoretiker, denn in diesem Alter ließ ich mir von meinen Eltern nicht mehr auf die Nase binden, daß Hasen es vermögen, Schokoladeneier zu legen und diese auch noch in so schönes buntes Papier einzuwickeln.

Verschwörungen (Geheimabsprachen) wie z.B. Seilschaften in Verbänden, Unternehmungen, Parteien gehören so sehr zum ganz normalen Alltagsgeschäft, daß es eigentlich albern ist, darauf explizit hinzuweisen. Gruppenstrategien kann man auch nicht per se als böse geißeln.

Was die Neue Weltordnung anbelangt, so kann der Gesamtplan nicht (mehr) als Verschwörung bezeichnet werden, denn dieser wurde ja bereits öffentlich verkündet, z.B. von David Rockefeller.
(Einen Verschwörungsteil, was Details des Vorgehens anbelangt, gibt es freilich nach wie vor.)

"Wir sind der Washington Post, der New York Times, dem Time Magazine und anderen großen Publikationen dankbar; deren Chefredakteure an unseren Treffen in der Vergangenheit teilnahmen und die Zusage der Vertraulicheit fast 40 Jahre lang respektierten."

"Es wäre uns nie möglich gewesen, einen Plan für die Welt zu entwickeln, wenn wir während dieser Jahre im Licht der Öffentlichkeit gestanden hätten. Aber die Welt ist auf einem komplexen Weg hin zur Weltregierung. Die supranationale Souveränität einer intellektuellen Elite und der Welt-Bankiers ist sicherlich der nationalen Souveränität der letzten Jahrhunderte vorzuziehen."
Buchauszug aus "Memoirs" (2002)

«Wir stehen am Beginn eines weltweiten Umbruchs. Alles, was wir brauchen, ist die eine richtig große Krise und die Nationen werden die Neue Weltordnung akzeptieren.»
(Wirtschaftsausschuß der Vereinten Nationen/ "UN Business Council", 1994)

Waldgänger aus Schwaben
17. September 2014 09:11

@Rainer
"Russland hat auch dafür gestimmt!"

Sie finden mich etwas ratlos.
Hat Russland Abgeordnete im Eu-Parlament sitzen?
Haben Sie eine Quelle?

Oder verwechseln Sie etwas?

Das
handelsblatt (Ukraine-Russland-warnt-EU-vor-Handelsabkommen)
schreibt, dass Russland damit droht nun Zölle auf Waren aus der Ukraine zu erheben.

Hintergrund ist wohl, dass Russland und die Ukraine ein Freihandelsabkommen haben. Wenn nun die EU und die Ukraine auch eines haben, bedeutete dies de facto, dass Waren zwischen der EU und Russland zollfrei hin und her fliessen können. Russland will dies wohl aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Nun hat Russland wohl zugestimmt, bis zum Inkraft-Treten des EU-Ukraine-Abkommens Ende 2015 das Freihandelsabkommen Russland - Ukraine unverändert zu lassen.

Die "Drohung" Russlands das Freihandelsabkommen Russland - Ukraine zu kündigen, war übrigens der Grund warum Janukowitsch das Abkommen EU-Ukraine aussetzte. Er meinte wohl, dass die Nachteile der Aufhebung des Freihandelsabkommen Russland - Ukraine die Vorteile eines Abkommens EU - Russland überwiegen. Mag stimmen oder nicht. Aber als gewählter Präsident war er sicher befugt eine solche Entscheidung zu trefffen. Man wird sehen, ob die jetzige Entscheidung der Ukraine zum Vorteil gereicht.

Nordlaender
17. September 2014 09:28

@ Waldgänger

"Aber an eine allmächtige geheime Macht (die Illuminaten, die Jesuiten, andere die mit J. beginnen, die Radfahrer, ) , die alles im Hintergrund lenkt, glaube ich in der Tat nicht."

Womöglich glauben Sie aber, über ein rhetorisches Himmel-und-Hölle-Spielchen eine nüchterne Analyse der wirklichen Machtverhältnisse auf diesem Planeten vereiteln zu können?

Sie negieren hier etwas, das niemand behauptet hat. Wer bitte sollte denn "alles" (Waldgänger aus Schwaben) lenken können? Und wie sollten DIE J. Macht ausüben können, wenn es unter Ihnen doch zahlreiche gibt, die keinerlei Einfluß auf die Politik nehmen? Was nun aber nicht heißt, daß Neocons der Sorte Wolfowitz oder Daniel Pipes keinen Einfluß auf das Weltgeschehen nehmen.

Empföhle hier die Detailuntersuchung. Da gibt es Glaubensrichtungen mit Endzeiterwartungen, was genau in dem Moment brandgefährlich wird, wenn solche Gemeinschaften aktiv dazu beitragen wollen, dieses Endzeitszenario vorzubereiten.

In den Räumen von Cantor Fitzgerald (damals der größte Devisenhändler der Welt) tagte in den Zwillingstürmen, als sie noch standen, das New Sets Rules Project.

Militärstratege und Harvard-Professor (Politikwissenschaften) Thomas Barnett, Autor von "The Pentagon's New Map" und "Blueprint for action":

“Jawohl, ich nehme die vernunftwidrigen Argumente unserer Gegner zur Kenntnis. Doch sollten sie Widerstand gegen die globale Weltordnung leisten, fordere ich: Tötet sie!” (…I say: Kill them !”, Blue print for action, Seite 282).

Rüdiger Happ
17. September 2014 12:03

@ Carl Sand:

In jedem Fall kriegen Sie und Ihresgleichen noch was mit ab.
Ein Gedanke, der mich abends zufrieden schlafen lässt.

Sadist! ;-) Und Sie glauben, daß der große Weltenbrand Ihr gemütliches Bettchen verschont? - Ansonsten liegen Sie mit fast allem falsch: Nicht Beamter, sondern Selbständiger, noch ziemlich lang bis zur Rente, und Töchterchen hab ich auch keins, wohl aber der Verleger, auf dessen Blog wir hier schreiben - wünschen Sie dem auch so ein Schicksal?

Im übrigen: "Die Spießer halten das Volksleben aufrecht!" (Joachim Fernau) - nicht die Phantasten; und damit verabschiede ich mich hier aus dieser Debatte.

Waldgänger aus Schwaben
17. September 2014 14:25

@Nordlaender

"eine nüchterne Analyse der wirklichen Machtverhältnisse"

eine solche werden allenfalls zukünftige Historiker leisten können, falls es in der Zukunft Historiker im heutigen Sinne gibt.

Ich sehe mich nicht in der Lage dazu und habe auch keine Lust und Zeit mich durch mehrere Regalmeter Werke aus dem kopp-Verlag oder ähnlicher Enthüllungs-Literatur zu lesen und dann vor allem aufwändig Fakten-Behauptungen oder angebliche Zitate nach zu recherchieren um am Ende festzustellen: gelogen, gefälscht, getürkt.

Mögen doch alle die, die meinen über geheime Erkenntnisse über den Lauf der Welt zu verfügen an der Börse ihr Glück versuchen, anstatt den Rest der Menschheit aufzuklären.
Wüsste ich wie es mit der Ukraine-Krise, dem Irak etc. weitergeht, spekulierte ich an der Börse.

Carl Sand
17. September 2014 14:30

"Im übrigen: „Die Spießer halten das Volksleben aufrecht!“ (Joachim Fernau) – nicht die Phantasten; und damit verabschiede ich mich hier aus dieser Debatte".

Es kann nicht jeder den Georg Elser machen, das stimmt.
Ich nicht, Sie definitiv nicht, aber immerhin gab und gibt es solche, die rechtzeitig gesehen haben, und solche, die glaubten rechtzeitig(!) nichts sehen zu wollen. Das ist das Problem mit "Den Zeichen der Zeit"...

Nordlaender
17. September 2014 15:15

@ Waldgänger

"eine solche werden allenfalls zukünftige Historiker leisten können, falls es in der Zukunft Historiker im heutigen Sinne gibt."

So geht Analyse z.B.: Welchen Nichtregierungsorganisationen gehören unsere Merkels und Gaucks, Döpfners und Diekmanns (Axel Springer SE) an?

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Mitgliedern_der_Atlantik-Br%C3%BCcke

"Mögen doch alle die, die meinen über geheime Erkenntnisse über den Lauf der Welt zu verfügen an der Börse ihr Glück versuchen, anstatt den Rest der Menschheit aufzuklären."

Nicht von sich auf andere schließen! Ich bin überhaupt nicht materialistisch orientiert, solange ich die Heizkosten meiner bescheidenen Kate bezahlen kann und jeden Tag etwas zum Essen auf den Tisch kommt.

Erkenntnisse wie oben, über Nichtregierungsorganisationen in diesem Falle, und sehr vieles mehr, sind alles andere als geheim. Es ist ebenfalls problemlos möglich, sich über die bedeutendsten Investmentunternehmungen zu informieren.

Als Einstiegslektüre ganz ausgezeichnet: "Die Neue Weltordnung" von Manfred Kleine-Hartlage.

Sie wollen nicht. Das finde ich in Ordnung. Es geht nicht an, daß jemand gezwungen wird, Informationen zur Kenntnis zu nehmen.

Martin
17. September 2014 16:28

und die Tatsache, daß es im rechtskonservativen Lager so viele Sympathisanten des Autokraten Putin gibt, hat mir dieses Lager unsympathischer gemacht als alles sonst.

Kann ich nur unterschreiben. Es zeugt von wenig Weitblick und Souveränität, wenn man gerade als Deutscher Teufel mit Beelzebub austreiben will oder nur der schlichten Logik des "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" folgen kann.

Irrlicht
17. September 2014 17:02

@Gustav Grambauer
Einen Link auf einen englischsprachigen Abriss über die Ansichten Adinolfis zur Ukraine finden sie unter den "References" in seinem englischen Wikipedia-Artikel.

@Carabus violaceus
Haben Sie eine (halbwegs seriöse) Quelle für das Zitat von Biletskyi? Der Satz klingt je nach Geschmack nach Hollywood-Nazi oder plumper russischer Propaganda, und widerspricht der Selbstdarstellung des Prawyj Sektor, der sich als nationalrevolutionärer Kämpfer für die Freiheit der Ukraine begreift. Gerade dafür wurde er von einigen Leuten aus dem Spektrum des White Nationalism angegriffen (da white vs. white). Zudem gibt es ein semantisches Problem: Es gibt keine "weißen Rassen der Welt", der Terminus "white race" wird von ihren Verfechtern ausschließlich im Singular verwendet. Eine Teilnahme an Pro-Israel-Demonstrationen, sofern sie tatsächlich stattfanden, halte ich zwar auch für lächerlich, aber mir geht es vorerst nicht um eine Parteinahme, sondern darum, den Konflikthergang angesichts der lauten Propagandatrommeln auf allen Seiten überhaut zu verstehen.

Der Gutmensch
17. September 2014 17:14

Lieber Carl Sand,

Sie machen mir Angst.

Gruß,

der Gutmensch.

eulenfurz
17. September 2014 19:55

@Trouver

stellen Sie sich vor, die Schweizer Armee erstuermt Stuttgart. Soweit zum Thema „Krim“.

Es wäre angebracht, diesen Vergleich in seiner Sinnhaftigkeit näher auszuführen.

Folgender Vergleich wäre besser: In Italien putschen nationalistische Kräfte, die auch gegen Österreich mobil machen. Die Menschen in Südtirol sehen für sich in diesem neuen Italien noch weniger Zukunft, als im alten, führen eine Volksabstimmung durch mit eindeutigem Ergebnis und schließen sich endlich an Nordtirol - also Österreich - an, das sie bereitwillig unterstützt und aufnimmt.

Wo ist das Problem?

@Martin

Logik des „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“

Inwieweit müßte das heutige Rußland mit seinem Präsidenten "unser Feind" sein, welche Gründe sprächen dafür? Weil er Kaliningrad immer noch nicht rückbenannt hat?

Nordlaender
17. September 2014 20:28

@ Der Gutmensch

"Lieber Carl Sand,
Sie machen mir Angst."

So wie ich Herrn Sand bislang erlebt habe, handelt es sich in seinem Falle keineswegs um einen lieben, sondern im Gegenteil um einen ausgesprochen bösen Menschen, der es gut mit unserem deutschen Volke meint.

Angst(Furcht) ist immer ein guter Ratgeber.
(Ein Hinweis, das eine erhebliche, gefährliche Störung vorliegt).

Die Evolution wird sich schon etwas dabei gedacht haben, daß sie unserem Organismus den Selbsterhaltungstrieb und diesem innewohnend die Furcht beigefügt hat.

Mit freundlichem Gruße
Nordlaender (Biologist)

Martin
17. September 2014 21:02

@eulenfurz,

war das so unverständlich von mir geschrieben? Ich meinte, nur weil Putin und das heutige Russland vorgeben "anti-westlich" zu sein (was Russland nun mal definitiv nicht ist - niemand fährt so total auf westlichen Konsum ab, wie die russische Schickeria und die sonstigen, dort tonangebenden Kreise. Ich will das aber nicht zu weit ausführen, hat aber durchaus auch persönliche Erfahrungshintergründe. Wer Russland als einen Hort der Reaktion sieht, liegt aber meiner Meinung nach daneben), müssen sie nicht automatisch im Sinne des von mir zitierten Spruches unsere Freunde sein. Allerdings, da haben Sie auch wieder Recht, auch nicht zwingend unsere Feinde. Ich plädiere im Verhältnis zu Russland zu einer abwartenden, skeptischen und im Zweifelsfall eher vorsichtigen Haltung (fragen Sie einmal Leute, die im Russland-Geschäft tätig sind, was die Ihnen so über Russland erzählen können).

Langer
17. September 2014 22:26

Russland will Krieg?

Ja.
Warum?
Weil es sich stark genug fuehlt!
- Koennte es ihnen jemand vorwerfen bei diesen Gegnern?

Gustav Grambauer
17. September 2014 22:34

@Irrlicht

Besten Dank.

Wenn Soros der neue Trotzki ist, dann ist Medwedjew aber der neue Berija.

- G. G.

Waldgänger aus Schwaben
17. September 2014 22:47

@Nordlaender

Als Einstiegslektüre ganz ausgezeichnet: „Die Neue Weltordnung“ von Manfred Kleine-Hartlage.

bestelle ich. Mal sehen, ob ich Erkenntnisgewinn draus ziehe.

Ein Leser
18. September 2014 09:55

Wer wissen will, warum die USA im Schwarzmeerraum zündeln und einen Keil zwischen Russland und Europa treiben, dem empfehle ich die Lektüre von "Das eurasische Schachbrett" von Bernhard Rode und "Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft" von Zbigniew Brzezinski. Letzteres ist leider im Handel nur noch schwer erhältlich, und dann meist zu dreistelligen Preisen.

"In brief, for the United States, Eurasian geostrategy involves the purposeful management of geostrategically dynamic states and the careful handling of geopolitically catalytic states, in keeping with the twin interests of America in the short-term: preservation of its unique global power and in the long-run transformation of it into increasingly institutionalized global cooperation. To put it in a terminology that hearkens back to the more brutal age of ancient empires, the three grand imperatives of imperial geostrategy are to prevent collusion and maintain security dependence among the vassals, to keep tributaries pliant and protected, and to keep the barbarians from coming together." -Zbigniew Brzezinski, The Grand Chessboard

"U.S. national strategy must be founded on the control of the sea. The greatest challenge to U.S. control of the sea is hostile fleets. The best way to defeat hostile fleets is to prevent them from being built. The best way to do that is to maintain the balance of power in Eurasia. The ideal path for this is to ensure continued tensions within Eurasia so that resources are spent defending against land threats rather than building fleets." -George Friedman

Thomas Bargatzky
18. September 2014 18:55

Mein Dank an alle, die sich an der Debatte beteiligt haben.

Mein Anliegen war es, auf die gefährliche Lage hinzuweisen, in in der sich die Welt heute aufgrund der konsequent betriebenen NATO-Erweiterung und die Nichtberücksichtigung der Sicherheitsinteressen Rußlands befindet. Die Mehrzahl der Kommentatoren teilen wohl diese Sorge. Wer meint, so schlimm sei das mit der Einkreisung gar nicht, möge sich beispielsweise unter "Partnership for Peace" informieren. Die Lage am persischen Golf und die Stützpunkte im fernen Osten sind ebenfalls Teil des Bildes. Eine Gesamtdarstellung der Lage bietet Mahdi Darius Nazemroaya: The Globalization of NATO. Atlanta (Clarity Press), 2012.

Andere Kommentatoren berücksichtigen leider meine historische Herleitung der heutigen Situation (seit 1991) nicht und bleiben bei "Und er hat doch annektiert".

Das Denken in "Rechts-Links" zeigt sich in dieser Debatte abermals als eine Querschnittslähmung des deutschen politischen Denkens. Gerade von Konservativen, die ansonsten ständig die "Nivellierung der Identität" durch "re-education" beklagen, sollte man mehr Verständnis dafür erwarten, daß sich Rußland heute seiner "Umerziehung" durch den Westen entzieht."

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