»Neue Liberale« – Der Tragödie xter Teil

Mir geht's gar nicht gut. Du weißt ja, ich hab' zwei Hobbies: FDP und HSV. Die einen kämpfen gerade um zwei Prozent, die anderen sind Tabellenletzter. Es ist nicht einfach, es ist nicht einfach...

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Vor eini­gen Tagen besuch­te ich aus Lan­ge­wei­le eine libe­ra­le Vor­trags­ver­an­stal­tung. Der mir gegen­über­sit­zen­de Gast, des­sen Gesicht irri­tie­ren­der­wei­se noch halb mit Rasier­schaum­flo­cken bedeckt war, äußer­te die obi­gen film­rei­fen Sät­ze zwi­schen zwei Schlu­cken aus der Bier­pul­le zu sei­nem Tisch­nach­barn – so episch, wie man sie sich nicht hät­te aus­den­ken können.

Das Libe­rals­te am gan­zen Abend war denn auch die Zeit­pla­nung der Zuhö­rer­schaft immer­hin nicht aus­schließ­lich bemoos­ter Häup­ter, von der etwa ein Drit­tel die Pau­se kurz vor Ende des Vor­trags nutz­te, um den Heim­weg anzutreten.

Immer­hin war das Bier güns­tig: Ein Euro fuff­zich die Fla­sche, streng­ge­nom­men also qua­si 1,5… Ein ent­spre­chen­der höh­ni­scher Spruch wird dem geneig­ten Leser wohl selbst ein­fal­len. Nun, das war ein amü­san­ter Abend. Zumin­dest für mich. Auch, wenn man über Par­tei­en gene­rell nur die Augen rol­len kann, ist das der­zei­ti­ge Sta­di­um der ehe­mals dritt­größ­ten „Volks­par­tei“ in die­sem Lan­de doch ein beson­de­rer Quell der Wun­der­lich­kei­ten. Im spe­zi­el­len dadurch, daß man sich unlängst auch dort des schein­bar typisch deut­schen Weges, eine Kri­se zu lösen, ent­son­nen hat: Man grün­det ein­fach eine neue Par­tei. Ist hier­zu­lan­de ja nicht schwer, solan­ge man die wohl­be­kann­ten Spiel­re­geln ein­hält. Des­halb also nun einen auf­mun­tern­den Applaus für: die NEUEN LIBERALEN!

Man merkt, daß bereits beim Namen rich­tig Krea­ti­ve am Werk waren. Und auch ansons­ten kommt die neue Trup­pe ziem­lich forsch daher: For­mell bereits am zwei­ten Sep­tem­ber­wo­chen­en­de gegrün­det, traf man sich zwei Wochen spä­ter – bereits mit pas­sen­dem Mer­chan­di­sing aus­ge­rüs­tet – in Ham­burg zur Kon­sti­tu­ti­on. Chris­ti­an Lind­ner war nicht erfreut. Alle maß­geb­li­chen Prot­ago­nis­ten sind ehe­ma­li­ge FDP-Mit­glie­der, die nun unter neu­em Namen auf Pfrün­den­jagd gehen; die frü­he Aus­sa­ge von Par­tei­chef Najib Karim, man habe „bun­des­wei­ten Zulauf auch von bis­lang par­tei­po­li­tisch unor­ga­ni­sier­ten Bür­gern“, wirkt beson­ders ulkig ange­sichts der Zusam­men­set­zung des Grün­dungs­par­tei­tags. So hat­te das „gro­ße Inter­es­se“ mit mehr als 700 Anfra­gen „aus ganz Deutsch­land“ bis dahin offen­bar nur zu rund 250 Mit­glie­dern gereicht, und von denen scheint ein knap­pes Drit­tel dem toll­küh­nen Unter­neh­men noch nicht ganz zu trau­en und behält für’s Ers­te die alten Par­tei­bü­cher. Auch eine Art von Libe­ra­li­tät, irgendwie.

Beson­ders inter­es­sant ist das gro­ße Inter­es­se, wel­ches die Neu­grün­dung bei einem ande­ren Exzel­lenz­clus­ter für Selbst­de­mon­ta­ge geweckt hat, näm­lich der Pira­ten­par­tei. Da gebe es „vie­le pro­gram­ma­ti­sche Schnitt­men­gen“, wird Mari­us Brey zitiert, und der ist immer­hin „Pres­se­spre­cher der BI Droh­nen und Koor­di­na­tor des Bünd­nis­ses Wei­de­ner Becken gegen Fracking (Abge­frackt)“! Man darf also gespannt sein, wel­che neu­en und libe­ra­len Denk­an­stö­ße die Neu­en Libe­ra­len dem­nächst zu tech­no­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen The­men vor­brin­gen wer­den. Gene­rell spielt offen­bar Wirt­schaft nach wie vor eine wich­ti­ge Rol­le, auch wenn man sich „umfas­send“ von der alten, sie­chen FDP abgrenzt – nun aller­dings von unten gese­hen, denn die ver­bin­den­de Visi­on soll die eines „sozia­len Libe­ra­lis­mus“ sein, zu des­sen Guns­ten eine „Abkehr vom Markt­ra­di­ka­lis­mus“ voll­zo­gen wer­den müsse.

Heißt im Klar­text: Auch bei der ehe­ma­li­gen „Unter­neh­mer­par­tei“ ver­las­sen die Rat­ten das sin­ken­de Schiff, und weil sich in den letz­ten paar Wah­len das Poten­ti­al des Wäh­ler-Absau­gens bei ande­ren Par­tei­en gezeigt hat, machen die Neu­en Libe­ra­len nun den Bes­ser­ver­die­nen­den unter den „Bun­te Republik“-Wohlfühllinken den Hof. Ver­mut­lich gar nicht das schlech­tes­te Erfolgs­re­zept, beson­ders in Bal­lungs­zen­tren wie Ham­burg oder Ber­lin. Ich kann mir die ver­zück­ten Mie­nen der mit­tel­al­ten Bio­na­de­trin­ker mit „Stoppt den Krieg!“-Ansteckern rich­tig vor­stel­len, die nun end­lich neben den Grü­nen noch eine Par­tei zur Aus­wahl haben, die Lie­be und Trans­fer­leis­tun­gen für alle Men­schen rea­li­sie­ren möch­te, aber nicht gleich­zei­tig über­all Wind­rä­der aus­sät. Und die vor allen Din­gen bei aller Frei­heit­lich­keit (… wer ist denn schon gegen Frei­heit, hm?) noch weiß, wo Schluß ist. Cars­ten Schulz jeden­falls muß wei­ter nach einer Par­tei suchen, mit der er §130 StGB abschaf­fen und den Ver­kauf von „Mein Kampf“ wie­der lega­li­sie­ren kann – jeder Mensch braucht ja irgend­wo eine Lebensaufgabe.

Man kann die­se wei­te­re neue Par­tei­grün­dung unter unzäh­li­gen ande­ren nun, wie der Tages­spie­gel, als „Ver­suchs­bal­lon in einer leben­di­ger wer­den­den Par­tei­en­land­schaft“ zu sehen ver­su­chen. Man kann es aber auch las­sen. All­zu inter­es­sant sind der­ar­ti­ge Aus­grün­dun­gen zu kurz Gekom­me­ner wahr­lich nicht, eben­so­we­nig wie der Umgang der alten Par­tei­freun­de damit. Das mit Abstand ein­zi­ge, was in der kom­men­den Kon­so­li­die­rungs­pha­se der Neu­en Libe­ra­len Beach­tung ver­dient, ist deren Umgang mit den her­ein­strö­men­den, abge­half­ter­ten Mit­glie­dern der Pira­ten­par­tei. Deren Hau­fen ist nicht erst seit dem öffent­lich­keits­wirk­sa­men Abgang eines Gut­teils der Füh­rungs­rie­ge eben­so siech wie die FDP, wenn­gleich auf nied­ri­ge­rem Niveau. Es wird sich zei­gen, wer da wen über­nimmt – und ob der „neue“ Libe­ra­lis­mus nicht doch eher bedeu­tet, offen für alles zu sein, solan­ge sich damit die poli­ti­sche Kar­rie­re an den Tropf hän­gen läßt.

Und die „alten“ Libe­ra­len? Die beschäf­ti­gen sich indes mit den revo­lu­tio­nä­ren Fra­gen, „was man in Deutsch­land sagen darf? Wer wie über Poli­tik berich­tet? Ob bestimm­te The­men bewusst tabui­siert wer­den? Was »poli­tisch inkor­rekt« bedeu­tet? Und ob wir uns zu oft hin­ter falsch ver­stan­de­ner »poli­ti­cal cor­rect­ness« ver­ste­cken?“ (zitiert aus der Wer­be-Rund­mail der Nau­mann-Stif­tung) Wie­der ein­mal ins tages­ak­tu­el­le Schwar­ze getrof­fen! Denn als Libe­ra­ler hat man eben immer min­des­tens ein Ohr am Puls der Zeit. Und wenn die Zeit Belie­big­keit gebie­tet, dann wäre es unbot­mä­ßig, dem nicht Fol­ge zu leisten.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Verein für Staatspolitik e.V.
DE86 5185 0079 0027 1669 62
HELADEF1FRI

Kommentare (21)

Unke

2. Oktober 2014 10:33

Mir ist rätselhaft, wie man solch ein Nicht-Event länglich kommentieren kann.
Aber bitte:

jeder Mensch braucht ja irgendwo eine Lebensaufgabe

Nordlaender

2. Oktober 2014 10:53

Leider kennt unser Rechtssystem nur Primärverstöße gegen irgendwelche Paragraphen. Es ließe sich sofort eine weitaus höhere Rechtssicherheit herstellen, verfolgte man nur konsequent die Sekundärverstöße mit gleicher Härte: Jemand stellt penetrant den Paragraphen X (welchen auch immer) infrage, verlangt dessen Änderung oder Abschaffung.

Diese Mängel in unserem Rechtssystem führen dann zu Unstimmigkeiten in den Parteien - hier als Beispiel die Causa Carsten Schulz - und lenken nur unnötig von der Arbeit an den Kernthemen ab.

Hermann Karst

2. Oktober 2014 11:49

@ Unke

Humorfrei und satireresistent? Nomen est omen?

Martin

2. Oktober 2014 11:54

Die FDP hat doch schon einen Nachfolger gefunden und der heißt AfD. Da die Nachfolge geregelt ist, braucht man sich auch nicht mehr über einen Nachfolger zu unterhalten (Bitte jetzt keine AfD Diskussion starten ;) - mit meinem Beitrag geht es mir rein um die faktisch wahrnehmbare Nachfolge und nicht um Inhalte).

carsten schulz

2. Oktober 2014 20:08

sehr geehrter Autor,

ich möchte nicht den gesamten § 130 StGB abschaffen, sondern nur die Absätze 3 und 4, weil diese eine völlig ungerechtfertigte und unangemessene Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellen.

wehret den Anfängen sage ich da nur. heute wird die Holocaustleugnung und die Relativierung der Nazi-Herrschaft verboten und morgen ist es dann irgendetwas anderes.

und das ist übrigens eine urliberale Forderung ,aber das verstehen
diese neuen Liberalen offensichtlich nicht. und so abgedroschen es klingen mag: Freiheit ist halt auch immer die Freiheit des Andersdenkenden, egal, was er für einen Unsinn erzählt. CS......

Trouver

2. Oktober 2014 20:28

Im Zweiten Reich war ein Liberale der Patriot und Alldeutsche-Verband-Mitglied.

Weltversteher

2. Oktober 2014 20:41

Bitte den Herrn Wegner noch ein paar Jahre reifen lassen. Idealerweise sammelt er in der Zeit Lebenserfahrung auf anderen Gebieten als dem des politischen Schreibens.
Irgendwie springt mir aus seinem Stil amerikanisches Lizenzfernsehen entgegen, offenbar ziemlich (als Vertreter seiner Generation?) davon geprägt. Auch die Gegenstände, die er aufgreift, sind wohl nicht der Rede, zumal hier, wert.

(Nur als Hinweis an die Leitung, braucht hier nicht veröffentlicht zu werden.)

Wegner:
Na, da muß der Einflußdetektor wohl ein wenig nachjustiert werden. Als Zögling des "amerikanischen Lizenzfernsehens" (allein für den Schenkelklopfer mußte ich diesen Kommentar schon freischalten) würde man eine Partei der, Zitat, "grenzenlosen Freiheit" sicher ganz großartig finden.

Nordlaender

2. Oktober 2014 21:37

@ carsten schulz

"die Relativierung der Nazi-Herrschaft verboten"

Halte es nicht für sinnvoll, die gesamte Thematik arg verkürzt ausschließlich an diesem einzigen 1939-1945-Exempel abzuhandeln.

Biete einen anderen Vorschlag an. Es sei folgender Fall gegeben:
I) Die Schönheit Heidi Klums wird als Staatsdoktrin gesetzlich vorgegeben.
II) Das Anzweifeln dieser Schönheit ("sieht nur so lala aus" - "ist unattraktiv") wird als Gedankenverbrechen verfolgt ("Haßrede", "hate speech"), es drohen jahrelange Haftstrafen.
III) Jemand findet Heidi Klum ausgesprochen anmutig und attraktiv.

Wenn nun - unter genau diesen Vorbedingungen - dieser jemand in der Öffentlichkeit kundtut, daß er Heidi Klum als eine Schönheit wahrnimmt, so besitzt dieser Diederich Heßling 2.0 einfach keinen Charakter, keinen Anstand.

M.E. ist Erkenntnis und Beschreibung ohne den Vergleich (die Relation) gar nicht möglich. Ist nur der Blick auf ein einzelnes Objekt erlaubt, kann man nicht von einem "großen Baum" sprechen. Die Kategorie "Baum" hat zur notwendigen Bedingungen die Wahrnehmung von mehreren solcher Objekte. Die Zuweisung des Prädikates "groß" setzt voraus, daß es erlaubt ist, auch Relationen zu anderen großen, mittelgroßen und kleineren Bäumen herzustellen.

Hier geht es um nicht weniger als um die Verteidigung unserer europäischen Aufklärung.

Waldgänger aus Schwaben (e.B.)

2. Oktober 2014 21:48


Immerhin war das Bier günstig: Ein Euro fuffzich die Flasche, strenggenommen also quasi 1,5… Ein entsprechender höhnischer Spruch wird dem geneigten Leser wohl selbst einfallen.

Der FDP 1.0 empfähle ich Augustiner Edelstoff 5,6%.
Etwas bescheidener wäre das Helle mit 5,2%

Weltversteher

2. Oktober 2014 21:52

Na, Herr Wegner, "Schenkelklopfer" ist doch ebensolch ein Stilbeispiel. Ich mag einfach den Jargon von Stefan Raab und Kalkofe und wie diese Meiungsmacher Ihrer Generation alle heißen, hier nicht gedruckt lesen, auch wenn Sie diesen nur aus Ihrem Umfeld entnommen und nicht aus erster Hand konsumiert haben sollten. Die Reflektion kommt wahrscheinlich mit zunehmendem Alter. Nur bis dahin, bitte.

Rumpelstilzchen

2. Oktober 2014 22:26

@Weltversteher

Herr Wegner ist kein Käse, der reifen muss.
Darüber könnten Sie reflektieren:
https://www.lektor.at/beliebte-rechtschreibfehler/l-bis-s/reflexion-oder-reflektion/
Wer hat schon die Welt verstanden ?

Strogoff

2. Oktober 2014 23:03

Die FDP beschäftigt sich mit Political Correctness? Interessant. Die können sich jedes Thema der Welt vornehmen und es wird trotzdem nichts ändern. Mit Kindern kann man keine Partei betreiben.
Eine Partei braucht auch Charakterköpfe. Es sind ja Zeiten wo man sich für die FDP sogar Klaus Kinkel und Wolfgang Gerhardt zurück wünscht.
Stattdessen gab es Lindner, Rösler und Döring.
Dazu noch Brüderle als launige Ergänzung.

Die Menschen wählen schließlich Gesichter/Personen die ihnen mehr oder weniger zusagen, welche aber doch eine gewisse Lebenserfahrung ausstrahlen und sich durchsetzen können.
Die CSU hat in der Koalition immer wieder mal gezeigt, dass sie da ist und die Kanzlerin auch unter Druck gesetzt.
Und die FDP? Ich erinnere mich nur an Röslers Witze.

Zur Kritik an N. Wegner.
Herr Wegner wird es sicher sportlich nehmen. Hier im Forum geht es ja auch mal derb zu und manchmal ist dann auch der Herr Wegner dabei und teilt kräftig aus.

Zudem schadet alle Jubeljahre eine humoreske Erzählung der SiN nicht. Einen amüsanten Abend erlebt, einen amüsanten Artikel geschrieben.
Wahrscheinlich gibt es auch nicht mehr über diese neue liberale Partei zu sagen.

Turmkönig

2. Oktober 2014 23:10

Da bewirbt sich wohl jemand um die Weiterführung des "Unwörterlexikons", das Manfred Kleine-Hartlage im Heft 60 begonnen hatte. Diesmal geht es um Wörter, die in US-Fernsehserien vorkommen oder von bundesdeutschen Unterhaltungsleuten ausgesprochen werden könnten.
Man bitte dahingehend um großväterliche Aufklärung, weil es viele ebenfalls in dem Raster dieses Zeitgeistes gefangene Wichte gibt, die u. a. „Die Simpsons“ und „Southpark“ schauten sowie Thomas Gottschalk reden hörten. Ehe nicht endlich das besagte Unwörterbuch fertiggestellt wurde, darf in diesem Hohen Hause kein Laut mehr von einem Unter-49-Jährigen ertönen.
Die Aufklärungsarbeit soll aber bitte nicht der Weltversteher leisten, da dieser ebenso von der Dekadenz des „amerikanischen Lizenzfernsehens“ betroffen zu sein scheint. Daß ihm die Namen Stefan Raab und Kalkofe offensichtlich geläufig sind, dürfte ein Indiz dafür sein.
Hier ist äußerste Vorsicht geboten, denn schließlich dürfen nur die Vokabularien von vor 1949 geborenen Männern der Feder ohne US-Biographie Berücksichtigung finden.

Rumpelstilzchen

2. Oktober 2014 23:42

Statt aus Langeweile eine liberale Vortragsveranstaltung zu besuchen, hätte Herr Wegner ja auch mal seinen Bruder Peter besuchen können.
Der hat große Probleme, gerade weil er sich amerikanischer Dekadenz bisher verweigert hat.
https://www.der-postillon.com/2013/12/eltern-vergessen-namen-ihres-kindes.html

Nordlaender

2. Oktober 2014 23:48

@ Turmkönig

"schließlich dürfen nur die Vokabularien von vor 1949 geborenen Männern der Feder ohne US-Biographie Berücksichtigung finden."

Oh, mein Go-ott! Ganz so gnadenlos sind wir alten weißen Männer, die sicher eine Belastung sind - gerade in einem weltoffenen konservativen Millieu, daß eine gewisse Wirkung nach außen ausstrahlen will, beabsichtigt, sich kompetent aufzustellen - ja nun auch wieder nicht.

Als einzigen und letzten Wunsch möchte ich denn auch nur ganz zaghaft äußern: Ließe es sich nicht einrichten, daß die Verwendung der Deppen Lücke bei Namen Wörtern grundsätzlich abgestraft wird?

Stil-Blüte

3. Oktober 2014 01:15

Bin in der Nachfolge dieser Beiträge verblüfft. Ich verstehe Bahnhof, weil fast jeder Beitrag auf Inhalte, mehr noch auf Personen, kryptisch anspielt. Beispiel:

@ Nordländer

'...daß die Verwendung der Deppen Lücke bei Namen Wörtern grundsätzlich abgestraft wird?'

Ich bitte die Eingeweihten, mir Nachhilfeunterricht zu erteilen.

Nordlaender

3. Oktober 2014 02:00

@ Stil-Blüte

Der Verlauf der Beiträge war ja auch alles andere als linear.
Und als rechts-reaktionärer Chaot kann ich mich eh in keine Ordnung einfügen.

Unterthema: Weltoffenheit, Übernahme der Moden unserer Besatzer der VSA.
Bei uns Deutschen werden Namenwörter immer zusammengeschrieben.
Das gilt natürlich nicht für Ewigheutige, die sich mehr den internationalen Gepflogenheiten anpassen möchten.
Eine reine Frage des Stils - der eine geht halt shoppen, wer den Lauf der Zeit hoffnungslos verpaßt hat, geht entweder einkaufen oder verhungert im Zweifelsfalle lieber.

Waldgänger aus Schwaben (e.B.)

3. Oktober 2014 08:21

spelling flames sind bedenkliche Auflösungserscheinungen. Weiß ich aus alten news groups Tagen.

Also Leute, wenn wir soweit sind, ist das Ende dieser Runde nicht mehr weit.

Geniesst und feiert lieber den Tag der Deutschen Einheit.

Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet.

Herr Wegner übernehmen Sie! Schenken Sie uns zum Nationalfeiertag einen netten, nicht ganz ironiefreien Artikel zu obigem Satz.

Wegner:
Ach je, dazu ist doch nun schon so endlos viel geschrieben worden... Zumal von berufenerer Hand. Wenn, dann sollte das schon jemand tun, der zum Mauerfall nicht noch ein Kleinkind war. Sehen Sie mir diese Bescheidenheit nach.

Hermann Karst

3. Oktober 2014 10:46

In Göttingen gab es (oder gibt es vielleicht noch) einen studentischen Musik-Club namens „Nörgelbuff“.

Mir scheint’s, als sei die Gefahr für die Kommentarstränge mancher Netzseiten, zum Nörgelbuff oder Nörgel Puff (mit oder ohne Deppenlücke) zu mutieren, nicht unbeträchtlich. Die Lust mancher Strangstricker, die Verbuffung nach Kräften voranzutreiben oder wenigstens ein bißchen daran mitzuwirken, ist ein merkwürdiges Phänomen. Wie ich’s auch drehen und wenden mag – es bleibt mir ziemlich rätselhaft.

Wenn ich schlechte Laune habe, gehe ich meistens Holz hacken. Darüber freut sich meine Frau, sie betreut unseren Kamin.

Stil-Blüte

3. Oktober 2014 11:49

@ Nordlaender

Mit der Gleichsetzung von shopen (Unnötiges kaufen, Erlebnischarakter!) mit einkaufen (Waren des täglichen Bedarfs erwerben) machen Sie es sich etwas einfach. Für shopen hält unsere reiche deutsche Sprache die Formulierungen 'einen Einkaufs-/Schaufensterbummel machen' parat. Ich gebe zu: Die gemütlichen Zeiten des Einkaufsbummels sind längst vorbei. Wer je in einem sog. out-let-shop (Ausverkaufgeschäft) von getürkten Markenartikeln, also von Ramsch, war, muß mit Panikattacken rechnen, wie mir letzthin geschehen, als mein Enkelkind zu Besuch war und das 'Shoping' mal in Berlin mal erleben wollte. Auf die Frage an sie, warum sie das mag,, sagte sie: 'Da werde ich so schön abgelenkt und bekomme auch noch was dafür'.

Götz Kubitschek

3. Oktober 2014 11:56

feierabend.
gruß! kubitschek

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.