2. Oktober 2014

»Neue Liberale« – Der Tragödie xter Teil

Nils Wegner / 21 Kommentare

Mir geht's gar nicht gut. Du weißt ja, ich hab' zwei Hobbies: FDP und HSV. Die einen kämpfen gerade um zwei Prozent, die anderen sind Tabellenletzter. Es ist nicht einfach, es ist nicht einfach...

Vor einigen Tagen besuchte ich aus Langeweile eine liberale Vortragsveranstaltung. Der mir gegenübersitzende Gast, dessen Gesicht irritierenderweise noch halb mit Rasierschaumflocken bedeckt war, äußerte die obigen filmreifen Sätze zwischen zwei Schlucken aus der Bierpulle zu seinem Tischnachbarn – so episch, wie man sie sich nicht hätte ausdenken können.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Das Liberalste am ganzen Abend war denn auch die Zeitplanung der Zuhörerschaft immerhin nicht ausschließlich bemooster Häupter, von der etwa ein Drittel die Pause kurz vor Ende des Vortrags nutzte, um den Heimweg anzutreten.

Immerhin war das Bier günstig: Ein Euro fuffzich die Flasche, strenggenommen also quasi 1,5... Ein entsprechender höhnischer Spruch wird dem geneigten Leser wohl selbst einfallen. Nun, das war ein amüsanter Abend. Zumindest für mich. Auch, wenn man über Parteien generell nur die Augen rollen kann, ist das derzeitige Stadium der ehemals drittgrößten „Volkspartei“ in diesem Lande doch ein besonderer Quell der Wunderlichkeiten. Im speziellen dadurch, daß man sich unlängst auch dort des scheinbar typisch deutschen Weges, eine Krise zu lösen, entsonnen hat: Man gründet einfach eine neue Partei. Ist hierzulande ja nicht schwer, solange man die wohlbekannten Spielregeln einhält. Deshalb also nun einen aufmunternden Applaus für: die NEUEN LIBERALEN!

Man merkt, daß bereits beim Namen richtig Kreative am Werk waren. Und auch ansonsten kommt die neue Truppe ziemlich forsch daher: Formell bereits am zweiten Septemberwochenende gegründet, traf man sich zwei Wochen später – bereits mit passendem Merchandising ausgerüstet – in Hamburg zur Konstitution (witzige Dokumente von dort finden sich hier). Christian Lindner war nicht erfreut. Alle maßgeblichen Protagonisten sind ehemalige FDP-Mitglieder, die nun unter neuem Namen auf Pfründenjagd gehen; die frühe Aussage von Parteichef Najib Karim, man habe „bundesweiten Zulauf auch von bislang parteipolitisch unorganisierten Bürgern“, wirkt besonders ulkig angesichts der Zusammensetzung des Gründungsparteitags. So hatte das „große Interesse“ mit mehr als 700 Anfragen „aus ganz Deutschland“ bis dahin offenbar nur zu rund 250 Mitgliedern gereicht, und von denen scheint ein knappes Drittel dem tollkühnen Unternehmen noch nicht ganz zu trauen und behält für's Erste die alten Parteibücher. Auch eine Art von Liberalität, irgendwie.

Besonders interessant ist das große Interesse, welches die Neugründung bei einem anderen Exzellenzcluster für Selbstdemontage geweckt hat, nämlich der Piratenpartei. Da gebe es „viele programmatische Schnittmengen“, wird Marius Brey zitiert, und der ist immerhin „Pressesprecher der BI Drohnen und Koordinator des Bündnisses Weidener Becken gegen Fracking (Abgefrackt)“! Man darf also gespannt sein, welche neuen und liberalen Denkanstöße die Neuen Liberalen demnächst zu technologischen und wirtschaftlichen Themen vorbringen werden. Generell spielt offenbar Wirtschaft nach wie vor eine wichtige Rolle, auch wenn man sich „umfassend“ von der alten, siechen FDP abgrenzt – nun allerdings von unten gesehen, denn die verbindende Vision soll die eines „sozialen Liberalismus“ sein, zu dessen Gunsten eine „Abkehr vom Marktradikalismus“ vollzogen werden müsse.

Heißt im Klartext: Auch bei der ehemaligen „Unternehmerpartei“ verlassen die Ratten das sinkende Schiff, und weil sich in den letzten paar Wahlen das Potential des Wähler-Absaugens bei anderen Parteien gezeigt hat, machen die Neuen Liberalen nun den Besserverdienenden unter den „Bunte Republik“-Wohlfühllinken den Hof. Vermutlich gar nicht das schlechteste Erfolgsrezept, besonders in Ballungszentren wie Hamburg oder Berlin. Ich kann mir die verzückten Mienen der mittelalten Bionadetrinker mit „Stoppt den Krieg!“-Ansteckern richtig vorstellen, die nun endlich neben den Grünen noch eine Partei zur Auswahl haben, die Liebe und Transferleistungen für alle Menschen realisieren möchte, aber nicht gleichzeitig überall Windräder aussät. Und die vor allen Dingen bei aller Freiheitlichkeit (... wer ist denn schon gegen Freiheit, hm?) noch weiß, wo Schluß ist. Carsten Schulz jedenfalls muß weiter nach einer Partei suchen, mit der er §130 StGB abschaffen und den Verkauf von „Mein Kampf“ wieder legalisieren kann – jeder Mensch braucht ja irgendwo eine Lebensaufgabe.

Man kann diese weitere neue Parteigründung unter unzähligen anderen nun, wie der Tagesspiegel, als „Versuchsballon in einer lebendiger werdenden Parteienlandschaft“ zu sehen versuchen. Man kann es aber auch lassen. Allzu interessant sind derartige Ausgründungen zu kurz Gekommener wahrlich nicht, ebensowenig wie der Umgang der alten Parteifreunde damit. Das mit Abstand einzige, was in der kommenden Konsolidierungsphase der Neuen Liberalen Beachtung verdient, ist deren Umgang mit den hereinströmenden, abgehalfterten Mitgliedern der Piratenpartei. Deren Haufen ist nicht erst seit dem öffentlichkeitswirksamen Abgang eines Gutteils der Führungsriege ebenso siech wie die FDP, wenngleich auf niedrigerem Niveau. Es wird sich zeigen, wer da wen übernimmt – und ob der „neue“ Liberalismus nicht doch eher bedeutet, offen für alles zu sein, solange sich damit die politische Karriere an den Tropf hängen läßt.

Und die „alten“ Liberalen? Die beschäftigen sich indes mit den revolutionären Fragen, „was man in Deutschland sagen darf? Wer wie über Politik berichtet? Ob bestimmte Themen bewusst tabuisiert werden? Was »politisch inkorrekt« bedeutet? Und ob wir uns zu oft hinter falsch verstandener »political correctness« verstecken?“ (zitiert aus der Werbe-Rundmail der Naumann-Stiftung) Wieder einmal ins tagesaktuelle Schwarze getroffen! Denn als Liberaler hat man eben immer mindestens ein Ohr am Puls der Zeit. Und wenn die Zeit Beliebigkeit gebietet, dann wäre es unbotmäßig, dem nicht Folge zu leisten.


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (21)

Unke
2. Oktober 2014 10:33

Mir ist rätselhaft, wie man solch ein Nicht-Event länglich kommentieren kann.
Aber bitte:

jeder Mensch braucht ja irgendwo eine Lebensaufgabe

Nordlaender
2. Oktober 2014 10:53

Leider kennt unser Rechtssystem nur Primärverstöße gegen irgendwelche Paragraphen. Es ließe sich sofort eine weitaus höhere Rechtssicherheit herstellen, verfolgte man nur konsequent die Sekundärverstöße mit gleicher Härte: Jemand stellt penetrant den Paragraphen X (welchen auch immer) infrage, verlangt dessen Änderung oder Abschaffung.

Diese Mängel in unserem Rechtssystem führen dann zu Unstimmigkeiten in den Parteien - hier als Beispiel die Causa Carsten Schulz - und lenken nur unnötig von der Arbeit an den Kernthemen ab.

Hermann Karst
2. Oktober 2014 11:49

@ Unke

Humorfrei und satireresistent? Nomen est omen?

Martin
2. Oktober 2014 11:54

Die FDP hat doch schon einen Nachfolger gefunden und der heißt AfD. Da die Nachfolge geregelt ist, braucht man sich auch nicht mehr über einen Nachfolger zu unterhalten (Bitte jetzt keine AfD Diskussion starten ;) - mit meinem Beitrag geht es mir rein um die faktisch wahrnehmbare Nachfolge und nicht um Inhalte).

carsten schulz
2. Oktober 2014 20:08

sehr geehrter Autor,

ich möchte nicht den gesamten § 130 StGB abschaffen, sondern nur die Absätze 3 und 4, weil diese eine völlig ungerechtfertigte und unangemessene Einschränkung der Meinungsfreiheit darstellen.

wehret den Anfängen sage ich da nur. heute wird die Holocaustleugnung und die Relativierung der Nazi-Herrschaft verboten und morgen ist es dann irgendetwas anderes.

und das ist übrigens eine urliberale Forderung ,aber das verstehen
diese neuen Liberalen offensichtlich nicht. und so abgedroschen es klingen mag: Freiheit ist halt auch immer die Freiheit des Andersdenkenden, egal, was er für einen Unsinn erzählt. CS......

Trouver
2. Oktober 2014 20:28

Im Zweiten Reich war ein Liberale der Patriot und Alldeutsche-Verband-Mitglied.

Weltversteher
2. Oktober 2014 20:41

Bitte den Herrn Wegner noch ein paar Jahre reifen lassen. Idealerweise sammelt er in der Zeit Lebenserfahrung auf anderen Gebieten als dem des politischen Schreibens.
Irgendwie springt mir aus seinem Stil amerikanisches Lizenzfernsehen entgegen, offenbar ziemlich (als Vertreter seiner Generation?) davon geprägt. Auch die Gegenstände, die er aufgreift, sind wohl nicht der Rede, zumal hier, wert.

(Nur als Hinweis an die Leitung, braucht hier nicht veröffentlicht zu werden.)

Wegner:
Na, da muß der Einflußdetektor wohl ein wenig nachjustiert werden. Als Zögling des "amerikanischen Lizenzfernsehens" (allein für den Schenkelklopfer mußte ich diesen Kommentar schon freischalten) würde man eine Partei der, Zitat, "grenzenlosen Freiheit" sicher ganz großartig finden.

Nordlaender
2. Oktober 2014 21:37

@ carsten schulz

"die Relativierung der Nazi-Herrschaft verboten"

Halte es nicht für sinnvoll, die gesamte Thematik arg verkürzt ausschließlich an diesem einzigen 1939-1945-Exempel abzuhandeln.

Biete einen anderen Vorschlag an. Es sei folgender Fall gegeben:
I) Die Schönheit Heidi Klums wird als Staatsdoktrin gesetzlich vorgegeben.
II) Das Anzweifeln dieser Schönheit ("sieht nur so lala aus" - "ist unattraktiv") wird als Gedankenverbrechen verfolgt ("Haßrede", "hate speech"), es drohen jahrelange Haftstrafen.
III) Jemand findet Heidi Klum ausgesprochen anmutig und attraktiv.

Wenn nun - unter genau diesen Vorbedingungen - dieser jemand in der Öffentlichkeit kundtut, daß er Heidi Klum als eine Schönheit wahrnimmt, so besitzt dieser Diederich Heßling 2.0 einfach keinen Charakter, keinen Anstand.

M.E. ist Erkenntnis und Beschreibung ohne den Vergleich (die Relation) gar nicht möglich. Ist nur der Blick auf ein einzelnes Objekt erlaubt, kann man nicht von einem "großen Baum" sprechen. Die Kategorie "Baum" hat zur notwendigen Bedingungen die Wahrnehmung von mehreren solcher Objekte. Die Zuweisung des Prädikates "groß" setzt voraus, daß es erlaubt ist, auch Relationen zu anderen großen, mittelgroßen und kleineren Bäumen herzustellen.

Hier geht es um nicht weniger als um die Verteidigung unserer europäischen Aufklärung.

Waldgänger aus Schwaben (e.B.)
2. Oktober 2014 21:48


Immerhin war das Bier günstig: Ein Euro fuffzich die Flasche, strenggenommen also quasi 1,5… Ein entsprechender höhnischer Spruch wird dem geneigten Leser wohl selbst einfallen.

Der FDP 1.0 empfähle ich Augustiner Edelstoff 5,6%.
Etwas bescheidener wäre das Helle mit 5,2%

Weltversteher
2. Oktober 2014 21:52

Na, Herr Wegner, "Schenkelklopfer" ist doch ebensolch ein Stilbeispiel. Ich mag einfach den Jargon von Stefan Raab und Kalkofe und wie diese Meiungsmacher Ihrer Generation alle heißen, hier nicht gedruckt lesen, auch wenn Sie diesen nur aus Ihrem Umfeld entnommen und nicht aus erster Hand konsumiert haben sollten. Die Reflektion kommt wahrscheinlich mit zunehmendem Alter. Nur bis dahin, bitte.

Rumpelstilzchen
2. Oktober 2014 22:26

@Weltversteher

Herr Wegner ist kein Käse, der reifen muss.
Darüber könnten Sie reflektieren:
https://www.lektor.at/beliebte-rechtschreibfehler/l-bis-s/reflexion-oder-reflektion/
Wer hat schon die Welt verstanden ?

Strogoff
2. Oktober 2014 23:03

Die FDP beschäftigt sich mit Political Correctness? Interessant. Die können sich jedes Thema der Welt vornehmen und es wird trotzdem nichts ändern. Mit Kindern kann man keine Partei betreiben.
Eine Partei braucht auch Charakterköpfe. Es sind ja Zeiten wo man sich für die FDP sogar Klaus Kinkel und Wolfgang Gerhardt zurück wünscht.
Stattdessen gab es Lindner, Rösler und Döring.
Dazu noch Brüderle als launige Ergänzung.

Die Menschen wählen schließlich Gesichter/Personen die ihnen mehr oder weniger zusagen, welche aber doch eine gewisse Lebenserfahrung ausstrahlen und sich durchsetzen können.
Die CSU hat in der Koalition immer wieder mal gezeigt, dass sie da ist und die Kanzlerin auch unter Druck gesetzt.
Und die FDP? Ich erinnere mich nur an Röslers Witze.

Zur Kritik an N. Wegner.
Herr Wegner wird es sicher sportlich nehmen. Hier im Forum geht es ja auch mal derb zu und manchmal ist dann auch der Herr Wegner dabei und teilt kräftig aus.

Zudem schadet alle Jubeljahre eine humoreske Erzählung der SiN nicht. Einen amüsanten Abend erlebt, einen amüsanten Artikel geschrieben.
Wahrscheinlich gibt es auch nicht mehr über diese neue liberale Partei zu sagen.

Turmkönig
2. Oktober 2014 23:10

Da bewirbt sich wohl jemand um die Weiterführung des "Unwörterlexikons", das Manfred Kleine-Hartlage im Heft 60 begonnen hatte. Diesmal geht es um Wörter, die in US-Fernsehserien vorkommen oder von bundesdeutschen Unterhaltungsleuten ausgesprochen werden könnten.
Man bitte dahingehend um großväterliche Aufklärung, weil es viele ebenfalls in dem Raster dieses Zeitgeistes gefangene Wichte gibt, die u. a. „Die Simpsons“ und „Southpark“ schauten sowie Thomas Gottschalk reden hörten. Ehe nicht endlich das besagte Unwörterbuch fertiggestellt wurde, darf in diesem Hohen Hause kein Laut mehr von einem Unter-49-Jährigen ertönen.
Die Aufklärungsarbeit soll aber bitte nicht der Weltversteher leisten, da dieser ebenso von der Dekadenz des „amerikanischen Lizenzfernsehens“ betroffen zu sein scheint. Daß ihm die Namen Stefan Raab und Kalkofe offensichtlich geläufig sind, dürfte ein Indiz dafür sein.
Hier ist äußerste Vorsicht geboten, denn schließlich dürfen nur die Vokabularien von vor 1949 geborenen Männern der Feder ohne US-Biographie Berücksichtigung finden.

Rumpelstilzchen
2. Oktober 2014 23:42

Statt aus Langeweile eine liberale Vortragsveranstaltung zu besuchen, hätte Herr Wegner ja auch mal seinen Bruder Peter besuchen können.
Der hat große Probleme, gerade weil er sich amerikanischer Dekadenz bisher verweigert hat.
https://www.der-postillon.com/2013/12/eltern-vergessen-namen-ihres-kindes.html

Nordlaender
2. Oktober 2014 23:48

@ Turmkönig

"schließlich dürfen nur die Vokabularien von vor 1949 geborenen Männern der Feder ohne US-Biographie Berücksichtigung finden."

Oh, mein Go-ott! Ganz so gnadenlos sind wir alten weißen Männer, die sicher eine Belastung sind - gerade in einem weltoffenen konservativen Millieu, daß eine gewisse Wirkung nach außen ausstrahlen will, beabsichtigt, sich kompetent aufzustellen - ja nun auch wieder nicht.

Als einzigen und letzten Wunsch möchte ich denn auch nur ganz zaghaft äußern: Ließe es sich nicht einrichten, daß die Verwendung der Deppen Lücke bei Namen Wörtern grundsätzlich abgestraft wird?

Stil-Blüte
3. Oktober 2014 01:15

Bin in der Nachfolge dieser Beiträge verblüfft. Ich verstehe Bahnhof, weil fast jeder Beitrag auf Inhalte, mehr noch auf Personen, kryptisch anspielt. Beispiel:

@ Nordländer

'...daß die Verwendung der Deppen Lücke bei Namen Wörtern grundsätzlich abgestraft wird?'

Ich bitte die Eingeweihten, mir Nachhilfeunterricht zu erteilen.

Nordlaender
3. Oktober 2014 02:00

@ Stil-Blüte

Der Verlauf der Beiträge war ja auch alles andere als linear.
Und als rechts-reaktionärer Chaot kann ich mich eh in keine Ordnung einfügen.

Unterthema: Weltoffenheit, Übernahme der Moden unserer Besatzer der VSA.
Bei uns Deutschen werden Namenwörter immer zusammengeschrieben.
Das gilt natürlich nicht für Ewigheutige, die sich mehr den internationalen Gepflogenheiten anpassen möchten.
Eine reine Frage des Stils - der eine geht halt shoppen, wer den Lauf der Zeit hoffnungslos verpaßt hat, geht entweder einkaufen oder verhungert im Zweifelsfalle lieber.

Waldgänger aus Schwaben (e.B.)
3. Oktober 2014 08:21

spelling flames sind bedenkliche Auflösungserscheinungen. Weiß ich aus alten news groups Tagen.

Also Leute, wenn wir soweit sind, ist das Ende dieser Runde nicht mehr weit.

Geniesst und feiert lieber den Tag der Deutschen Einheit.

Die Deutschen in den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet.

Herr Wegner übernehmen Sie! Schenken Sie uns zum Nationalfeiertag einen netten, nicht ganz ironiefreien Artikel zu obigem Satz.

Wegner:
Ach je, dazu ist doch nun schon so endlos viel geschrieben worden... Zumal von berufenerer Hand. Wenn, dann sollte das schon jemand tun, der zum Mauerfall nicht noch ein Kleinkind war. Sehen Sie mir diese Bescheidenheit nach.

Hermann Karst
3. Oktober 2014 10:46

In Göttingen gab es (oder gibt es vielleicht noch) einen studentischen Musik-Club namens „Nörgelbuff“.

Mir scheint’s, als sei die Gefahr für die Kommentarstränge mancher Netzseiten, zum Nörgelbuff oder Nörgel Puff (mit oder ohne Deppenlücke) zu mutieren, nicht unbeträchtlich. Die Lust mancher Strangstricker, die Verbuffung nach Kräften voranzutreiben oder wenigstens ein bißchen daran mitzuwirken, ist ein merkwürdiges Phänomen. Wie ich’s auch drehen und wenden mag – es bleibt mir ziemlich rätselhaft.

Wenn ich schlechte Laune habe, gehe ich meistens Holz hacken. Darüber freut sich meine Frau, sie betreut unseren Kamin.

Stil-Blüte
3. Oktober 2014 11:49

@ Nordlaender

Mit der Gleichsetzung von shopen (Unnötiges kaufen, Erlebnischarakter!) mit einkaufen (Waren des täglichen Bedarfs erwerben) machen Sie es sich etwas einfach. Für shopen hält unsere reiche deutsche Sprache die Formulierungen 'einen Einkaufs-/Schaufensterbummel machen' parat. Ich gebe zu: Die gemütlichen Zeiten des Einkaufsbummels sind längst vorbei. Wer je in einem sog. out-let-shop (Ausverkaufgeschäft) von getürkten Markenartikeln, also von Ramsch, war, muß mit Panikattacken rechnen, wie mir letzthin geschehen, als mein Enkelkind zu Besuch war und das 'Shoping' mal in Berlin mal erleben wollte. Auf die Frage an sie, warum sie das mag,, sagte sie: 'Da werde ich so schön abgelenkt und bekomme auch noch was dafür'.

Götz Kubitschek
3. Oktober 2014 11:56

feierabend.
gruß! kubitschek

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