Björn Höcke, Stefan Scheil und die AfD – ein Doppelinterview (1. Teil)

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist nicht nur als gesellschaftliches Phänomen, parteipolitischer Hoffnungsschimmer...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

oder welt­an­schau­li­che Kan­ten­sche­re inter­es­sant – auch auf der per­sön­li­chen Ebe­ne ist sie für Über­ra­schun­gen gut. In unse­rem Fall sind es Leu­te, die wir im Ver­lauf unse­rer lang­jäh­ri­gen Ver­lags­ar­beit, im Wan­der­vo­gel, beim Mili­tär oder auf einer der mitt­ler­wei­le zahl­lo­sen Ver­an­stal­tun­gen des Insti­tuts für Staats­po­li­tik (IfS) ken­nen­ge­lernt haben und von denen wir eines nicht erwar­tet hät­ten: par­tei­po­li­ti­sches Enga­ge­ment. Mit zwei­en von ihnen – Björn Höcke (Thü­rin­gen) und Ste­fan Scheil (Rhein­land-Pfalz) haben wir ein Dop­pel­in­ter­view geführt, des­sen 1. Teil wir heu­te veröffentlichen.

SEZESSION: Björn, wir ken­nen uns nicht erst seit ges­tern, will sagen: nicht erst, seit Du nun die AfD in Thü­rin­gen als Frak­ti­ons­füh­rer im Land­tag und als Vor­sit­zen­der des Lan­des­ver­ban­des führst und dadurch zu einer Per­son immensen öffent­li­chen Inter­es­ses gewor­den bist. Ich hät­te die­sen Schritt nie bei Dir ver­mu­tet. Wie kommts?

HÖCKE: Der Lei­dens­druck, der sich in Anbe­tracht einer grund­sätz­lich falsch ange­leg­ten Poli­tik in die­sem Land auf­ge­baut hat, wur­de irgend­wann uner­träg­lich. Im eige­nen Kind tran­szen­diert man sich. Die Vater­schaft lehrt einen wie nichts ande­res, den Kopf zu heben und die Augen auf den Hori­zont zu rich­ten. Die Zukunft gerät in den Blick – die nach dem eig­nen Dasein. Eine inter­es­sen­ge­lei­te­te, also ver­nunft­ba­sier­te Poli­tik hat die Auf­ga­be, die Zukunfts­fä­hig­keit des Staa­tes zu sichern und das zu unter­las­sen, was sel­bi­ge gefähr­det. Wird die von den Alt­par­tei­en ein­ge­schla­ge­ne Marsch­rich­tung nicht deut­lich kor­ri­giert, ste­hen schon mit­tel­fris­tig unser Volks­ver­mö­gen, unse­re staat­li­che Inte­gri­tät und unser Wei­ter­be­stand als Trä­ger einer Hoch­kul­tur auf dem Spiel.

SEZESSION: Du bist Gym­na­si­al­leh­rer, läßt Dei­ne Stel­le natür­lich jetzt ruhen. Warst Du auf ihr nicht im Herz jener Ein­rich­tung, die für die Tra­die­rung der Hoch­kul­tur und ihre per­ma­nen­te Renais­sance steht?

HÖCKE: Ich habe mei­ne Tätig­keit als Leh­rer immer als Beruf erlebt, hat­te also stets das Gefühl, mei­ne Per­son wirk­mäch­tig ein­brin­gen. Man­chen päd­ago­gi­schen Bezug konn­te ich auf­bau­en und über ihn Selbst- und Welt­an­eig­nung ein­lei­ten. Ich muß­te aber auch beob­ach­ten, wie die Gelin­gens­be­din­gun­gen für den Bil­dungs- und Erzie­hungs­er­folg sich jedes Jahr ver­schlech­ter­ten. Die Dau­er­re­vo­lu­ti­on im deut­schen Bil­dungs­we­sen unter­läuft seit Jahr­zehn­ten das Haupt­ziel von Schu­le, näm­lich den gemein­schaft­li­chen und leis­tungs­ori­en­tier­ten sowie zu Lebens­tüch­tig­keit moti­vie­ren­den Erwerb von Wis­sen und Können.

Kein Jahr ver­geht ohne päd­ago­gi­sche Inno­va­ti­on im Bereich der inne­ren und äuße­ren Schul­ent­wick­lung, die die so not­wen­di­ge päd­ago­gi­sche Kon­ti­nui­tät ver­un­mög­licht, Leh­rer und Schü­ler in ihrer Hand­lungs­si­cher­heit beein­träch­tigt und zu einer Ver­nut­zung von end­li­cher Arbeits- und Lebens­zeit führt. Die in den letz­ten Jah­ren ver­stärkt zu beob­ach­ten­de Nivel­lie­rung, Tri­via­li­sie­rung und Öko­no­mi­sie­rung der staat­li­chen Bil­dungs- und Erzie­hungs­in­sti­tu­tio­nen vom Kin­der­gar­ten- bis zur Hoch­schu­le dräng­ten mich immer öfter zum offe­nen Wider­spruch. Die Wut im Bauch wuchs über eine Poli­tik, die nicht in Genera­tio­nen son­dern Legis­la­tur­pe­ri­oden denkt. Die­se laten­te Wut nahm mir mehr und mehr die Unbe­schwert­heit im Umgang mit den Schü­ler. Es wur­de Zeit, die Stim­me zu erheben.

SEZESSION: Herr Dr. Scheil, ich ken­ne und schät­ze Sie als akri­bi­schen, nüch­ter­nen Wis­sen­schaft­ler, aus Ihrer Feder sind in mei­nem Ver­lag und in die­ser Zeit­schrift Bücher und Bei­trä­ge vor allem zur Diplo­ma­tie­ge­schich­te rund um die Welt­krie­ge erschie­nen. Nun sind Sie mit einem her­vor­ra­gen­den Ergeb­nis für die AfD in den Kreis­tag gewählt wor­den und arbei­ten sich in die Regio­nal­po­li­tik ein. Wie paßt das zusammen?

SCHEIL: Nun, das sind zwei Berei­che, die zunächst recht wenig mit­ein­an­der zu tun haben. Das eine ergibt sich aus der Ver­ant­wor­tung des Wis­sen­schaft­lers, wie ich sie sehe, näm­lich objek­tiv zu arbei­ten und dabei auch unbe­que­me und viel­leicht sogar uner­wünsch­te his­to­ri­sche Tat­sa­chen zu ergrün­den. Sol­che Fak­ten gibt es im Umfeld der Welt­krie­ge in Hül­le und Fül­le. Vie­les habe ich auf­ge­deckt und las­se gern noch wei­te­res folgen.

Der Ein­stieg in die Par­tei- und Regio­nal­po­li­tik ergab sich wie für wohl die meis­ten ande­ren in der Par­tei aus dem inten­si­ven Ein­druck, daß poli­tisch etwas gesche­hen muß, was aus dem exis­tie­ren­den Par­tei­en­spek­trum nicht geleis­tet wer­den kann. Es ist nicht zuviel gesagt, daß sich hier ein Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl für das deut­sche Volk mel­det. Es orga­ni­siert sich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen und kris­tal­li­siert an dem aktu­el­len Poli­tik­ver­sa­gen in der Euro­kri­se, der Ener­gie­wirt­schaft oder der Bevöl­ke­rungs­po­li­tik. Da das nicht dau­er­haft Erfolg haben kann, wenn eine Par­tei nicht auch über­all vor Ort prä­sent ist und sich in dem Dickicht aus Par­la­men­ten, Kura­to­ri­en, Stif­tun­gen, Ver­bän­den, Bei­rä­ten, Kom­mis­sio­nen usw. aus­kennt, das wie Blei auf dem Land liegt, habe ich mich ent­schlos­sen, hier vor Ort einzugreifen.

Bei­den Berei­chen ist aller­dings eins gemein­sam: Es liegt ein Ver­sa­gen von eta­blier­ten Struk­tu­ren vor. Weder war die aka­de­mi­sche Geschichts­wis­sen­schaft in der Bun­des­re­pu­blik in der Lage, ein zutref­fen­des Bild über die Welt­kriegs­ära zu ent­wi­ckeln, noch haben die eta­blier­ten Par­tei­en das Volks­wohl als zen­tra­les Ziel im Auge behal­ten. Statt­des­sen hat man uns in eine Situa­ti­on hin­ein­ma­nö­vriert, in der das Licht aus­zu­ge­hen droht – und nicht nur das elektrische.

SEZESSION: Wie sähe denn eine Poli­tik aus, in der das Volks­wohl das zen­tra­le Ziel ist?

HÖCKE: Viel­leicht soll­te man sich zunächst fra­gen, wie ein Poli­ti­ker beschaf­fen sein müß­te, der dem Volks­wohl die­nen kann.

SEZESSION: Wir kön­nen ger­ne zunächst danach fra­gen, und wenn mich nicht alles täuscht, müß­ten Sie bei­de nun sich selbst beschreiben …

HÖCKE: Ein Poli­ti­ker, der dem Volks­wohl dien­te, müß­te zwei­fel­los ein volks­na­her Poli­ti­ker sein. Für den Päd­ago­gen August Her­mann Fran­ke war Erzie­hung “Lie­be und Vor­bild – und sonst nichts”. Ich grei­fe das auf und sage: Volks­na­he Poli­tik fußt auf der Fähig­keit, Lie­be zum ver­tre­te­nen Volk zu emp­fin­den und ihm als Vor­bild die­nen zu wollen.

SEZESSION: Lie­ben Sie das deut­sche Volk?

SCHEIL: Ja, der Begriff “Lie­be” kommt der Sache wohl wirk­lich am nächs­ten. In sei­nen vie­len Schat­tie­run­gen gilt das aller­dings, wie Lei­den­schaft, Respekt, Sor­ge, Distanz, Stolz und ande­res mehr. Daß es zum deut­schen Sein kei­ne ein­fa­che Lie­bes­be­zie­hung gibt, müs­sen wir hier ja wohl nicht extra erör­tern. Der dama­li­ge Bun­des­prä­si­dent Gus­tav Hei­ne­mann hat auf die glei­che Fra­ge die berühm­te Ant­wort gege­ben: “Nein, ich lie­be mei­ne Frau”. Ich per­sön­lich glau­be, daß die­se Ant­wort bei ihm nicht ganz ehr­lich war. Aber sie hat mit ihrer Absicht, die Lie­be zu Volk und Land aus der Poli­tik zu ent­sor­gen, einen ver­häng­nis­vol­len Ton­fall vor­ge­ge­ben, der über­wun­den wer­den muß.

HÖCKE: Ja, die­ser Zun­gen­schlag muß über­wun­den wer­den. Die Lie­be zu unse­rem Volk grün­det im Gefühl der Nähe, die im Gegen­über das Eige­ne erkennt. Sie wird gespeist durch das Wis­sen um das Her­kom­men aus der Zeit und den Gelin­gens­be­din­gun­gen der Gegen­wart. Ein geleb­ter poli­ti­scher Bezug nährt nicht nur den Wil­len, das Volk zu ver­tre­ten, son­dern auch den Wunsch, sel­bi­ges in sei­nen Anla­gen zu ent­fal­ten. Im Wahl­kampf habe ich stets ein neu­es, auf den preu­ßi­schen Tugen­den fußen­des Dienst­e­thos für Poli­ti­ker ein­ge­for­dert. Lie­be zu emp­fin­den und Vor­bild sein zu wol­len, ist den aller­meis­ten Berufs­po­li­ti­kern wel­ten­fern gerückt, sie besit­zen als Teil einer tech­no­kra­tisch ver­an­lag­ten Funk­ti­ons­eli­te kei­ne Volks­nä­he mehr und sind des­halb nicht in der Lage, eine Poli­tik zu machen, die am Volks­wohl ori­en­tiert ist.

SEZESSION: Den idea­len Typus eines am Volks­wohl ori­en­tier­ten Poli­ti­kers haben wir jetzt skiz­ziert. Wor­auf hät­te sich sei­ne Poli­tik zu richten?

HÖCKE: Eine am Volks­wohl aus­ge­rich­te­te Poli­tik hat zuvor­derst dar­auf zu ach­ten, daß eine poli­ti­sche Entro­pie, die letzt­lich zu einem “poli­ti­schen Wär­me­tod” führt, ver­mie­den wird. Das heißt, die Ent­wick­lung muß not­wen­dig offen gehal­ten wer­den, poli­ti­sche End­zu­stän­de sind nicht anzu­stre­ben. Dar­aus resul­tiert, daß eine am Volks­wohl ori­en­tier­te Poli­tik dezi­diert antiideo­lo­gisch aus­ge­rich­tet sein muß. Das ist des­halb von beson­de­rer Bedeu­tung, weil durch die tech­ni­schen Mög­lich­kei­ten und die wirt­schaft­li­chen Inter­de­pen­den­zen ein ent­fal­te­ter Glo­ba­li­sie­rungs­to­ta­li­ta­ris­mus erst­mals als rea­le Opti­on ange­se­hen wer­den kann. Daher muß der Ver­tei­di­gung der eth­no­kul­tu­rel­len Diver­si­tät höchs­te Prio­ri­tät ein­ge­räumt wer­den. Sie scheint mir – neben­bei bemerkt – auch die Grund­la­ge ech­ter öko­lo­gi­scher Poli­tik zu sein.

SCHEIL: Ich will dies ergän­zen: Eine am Volks­wohl ori­en­tier­te Poli­tik muß in mei­nen Augen zunächst ein­mal ganz prag­ma­tisch bei der Her­stel­lung ver­fas­sungs­ge­mä­ßer Zustän­de anset­zen. Das heißt, es äußert ers­tens das deut­sche Volk sei­nen poli­ti­schen Wil­len künf­tig wie im Grund­ge­setz vor­ge­se­hen ”in Wah­len und Abstim­mun­gen”, und die­ser Wil­le wird dann zwei­tens von der Poli­tik respek­tiert und umge­setzt. Die poli­ti­sche Pra­xis in Deutsch­land und der EU sieht seit Jahr­zehn­ten anders aus. Dort wird in exklu­si­ven Zir­keln und Netz­wer­ken eine Poli­tik for­mu­liert, die dann Stück für Stück umge­setzt wird. Selbst der Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te erfährt das teil­wei­se nur noch aus der Zei­tung. Das gilt eigent­lich für alle Poli­tik­fel­der. Die­se Poli­tik kommt jeweils nicht aus dem Volk, noch arbei­tet sie für das Volk. Sie wird ihm auf­ge­nö­tigt, mit all den Mit­teln, die auf­grund von Regie­rungs­macht, Ver­bands­lob­by­is­mus und Medi­en­herr­schaft zur Ver­fü­gung ste­hen. Und sie wird selbst dann fort­ge­setzt, wenn Mei­nungs­äu­ße­run­gen, Wahl­nie­der­la­gen oder sogar Volks­ab­stim­mun­gen ein­deu­tig zei­gen, daß es für die­se Poli­tik kei­ne demo­kra­ti­sche Mehr­heit gibt.

HÖCKE: Volks­wohl­ori­en­tier­te Poli­tik bedeu­tet in die­sem Sin­ne das Ein­tre­ten für das Selbst­be­stim­mungs­recht als Aus­fluß der Volks­sou­ve­rä­ni­tät und als Pen­dant zur unan­tast­ba­ren Men­schen­wür­de auf der Indi­vi­du­al­ebe­ne. Das Selbst­be­stim­mungs­recht wahrt die Digni­tät der Völker.

SEZESSION: Sie beschrei­ben hier einen poli­tisch-admi­nis­tra­ti­ven Kom­plex, der den Wäh­ler­wil­len, das Gemein­wohl und den eigent­li­chen Zukunfts- und Lebens­ent­wurf unse­res Vol­kes infra­ge stellt. Ist die AfD dafür ange­tre­ten, die­sen Kom­plex auf­zu­bre­chen? Ist eine ande­re Poli­tik möglich?

(mit den Ant­wor­ten auf die­se Fra­ge set­zen wir im 2. Teil fort)

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (38)

Martin

15. Oktober 2014 10:23

... Eine am Volkswohl ausgerichtete Politik hat zuvorderst darauf zu achten, daß eine politische Entropie, die letztlich zu einem „politischen Wärmetod“ führt, vermieden wird. ... Daraus resultiert, daß eine am Volkswohl orientierte Politik dezidiert antiideologisch ausgerichtet sein muß. Das ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil durch die technischen Möglichkeiten und die wirtschaftlichen Interdependenzen ein entfalteter Globalisierungstotalitarismus erstmals als reale Option angesehen werden kann. Daher muß der Verteidigung der ethnokulturellen Diversität höchste Priorität eingeräumt werden. Sie scheint mir – nebenbei bemerkt – auch die Grundlage echter ökologischer Politik zu sein. ....
Volkswohlorientierte Politik bedeutet in diesem Sinne das Eintreten für das Selbstbestimmungsrecht als Ausfluß der Volkssouveränität und als Pendant zur unantastbaren Menschenwürde auf der Individualebene. Das Selbstbestimmungsrecht wahrt die Dignität der Völker.

Da meint wohl einer, bei den "Rechtsintellektuellen" mal so richtig glänzen zu müssen.

Angenehm dagegen die bisherigen Äußerungen von Herrn Dr. Scheil - Da merkt man, dass man es hier mit einem erfahrenen Wissenschaftler zu tun hat, der es nicht nötig hat, zu rabulieren und der einfach eine klare Sprache spricht. Wenn man in jüngster Zeit mitbekommen hat, was die versammelte Linke bis hin zur CSU aus Anlass der Verleihung des Preises der Kronauer Stiftung an Herrn Dr. Scheil aus ihm für einen rechten "Revisionisten" und "Geschichtsverfälscher", also "schlimmen" Menschen, machen wollte, wird der Verbleib von Herrn Scheil und auch die Möglichkeit für Leute wie ihn, über die AfD auch Ämter und Posten zu bekommen, eine Art Lackmustest für die Glaubwürdigkeit der AfD und deren Wählbarkeit für Konservative darstellen. Bislang war die AfD bei den Wahlen ja eher ein "Right-Wing Buster".

Bin jetzt schon gespannt, was daraus aufgeblasen wird und wie dann die Führung der AfD darauf reagiert.

Rainer Gebhardt

15. Oktober 2014 14:13

@ Martin
Warum denn so beckmesserisch? Lassen Sie die Männer doch erst mal Fahrt aufnehmen anstatt schon wieder zu werten oder wissen zu lassen, welcher von beiden mehr nach Ihrem Gusto ist. Vielleicht hört sich Björn Höcke noch etwas sperrig an, kann ja sein, aber es interessiert jetzt erst einmal gar nicht, was Sie von wem halten und welche Äußerung besser in Ihr Repertoire paßt. Basta! Höcke redet ja nicht nur, das müßten Sie wissen, er geht mit seiner ganzen Person in den Ring. Und das "Spiel" ist noch lange nicht entschieden. Es kann ihn mehr kosten als seine politische Existenz. Da wäre Respekt ihm gegenüber die bessere Haltung.

Beppo

15. Oktober 2014 14:20

Linke Parteien und Politiker empfinden in der Tat keine Liebe zu "ihrem" Volk. Verschärfend kommt hinzu, daß sie politisch nicht in den Kategorien "falsch" oder "richtig" denken, sondern in den Kategorien "gut" und "böse". Sie selbst sind natürlich die "Guten", die Anderen sind daher zu verdammen.

Martin

15. Oktober 2014 14:45

aber es interessiert jetzt erst einmal gar nicht, was Sie von wem halten und welche Äußerung besser in Ihr Repertoire paßt. Basta! Höcke redet ja nicht nur, das müßten Sie wissen, er geht mit seiner ganzen Person in den Ring. Und das „Spiel“ ist noch lange nicht entschieden. Es kann ihn mehr kosten als seine politische Existenz. Da wäre Respekt ihm gegenüber die bessere Haltung.

Herr Gebhardt,

das ist doch das Wesen einer Kommentarfunktion, dass Leser ausdrücken können, wen sie auf den ersten Anschein bzw. aufgrund der Interviewäußerungen erst einmal sympathischer finden. Bei der momentanen "Höhe" der Position von Herrn Höcke gehe ich davon aus, dass er weis, was er tut und was die Folgen sein können. Respekt bringe ich grundsätzlich erst einmal jedem entgegen, der sich abseits der bisher im Bundestag vertretenen Parteien engagiert (auch wenn es im Ton meines Kommentars ggf. nicht zum Ausdruck kommt. Aber wer sich in die Öffentlichkeit begibt, kann das - und vor allem eine Meinung eines völlig unbedeutenden Kommentarschreibers, wie ich es bin - aushalten, denke ich).

Wohin die Reise der AfD inhaltlich gehen könnte, deutet sich in einem heute auf SPON veröffentlichten Artikel an.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-prominente-mittelstaendler-finanzieren-rechtspopulisten-a-997243.html

Einer derjenigen, der an die AfD spendet, fordert demzufolge

Die derzeitigen Probleme der jungen Partei, mit Mitgliedern, die dem rechtsextremen Milieu nahestehen, sieht Weiss hingegen kritisch: "Die Rechten muss die AfD wieder ausschwitzen, um mittelfristig erfolgreich zu bleiben." Er fordert, dass sich die Partei künftig wieder mehr auf eine liberale Wirtschaftspolitik konzentrieren sollte.

Ich hoffe, dass die beiden Interviewten nicht "ausgeschwitzt" werden und der AfD erhalten bleiben und zwar nicht zurückgedrängt auf Lokalmitglied, Schattendasein, letzte Reihe.

Rainer Gebhardt

15. Oktober 2014 15:00

@ Martin
Einverstanden. Bin momentan nur etwas überempfindlich, was das "Einsortieren" der AfD-Leute angeht.

KW

15. Oktober 2014 15:51

Ich beobachte die AfD sehr aufmerksam, vielleicht hört sie auf, sich nach rechts zu distanzieren und stellt die richtigen Fragen wie Sezession. Liebe zu Land und Volk, die Politiker in dieser BRD liebten weder Volk noch Land, Volk zurde begrifflich zu Bevölkerung, Heimat wurde verdrängt von Globalisierung. Der Herr Höcke gefällt mir sehr gut, ich habe im Schuldienst dieselben Empfindungen gehabt: Da läuft alles falsch. Herrn Scheil schätze ich eh als einen der wenigen Historiker, der weiß, wovon er spricht. "Revisionist", was für ein idiotisches Wort in der Forschung. Wer forscht, für den ist der Ausgang seiner Forschung offen, ansonsten ist es keine Forschung. Es wird Zeit für Menschen wie Höckner und Dr. Scheil, egal, wie sie sich organisieren.
Blei über dem Land oder Mehltau, es muß etwas passieren!!!!!
@ Martin, daß die beiden nicht ausgeschwitzt werden, hoffe ich auch, sonst fügt sich die AfD in die fünfte Kolonne mit ein.

Rolf Weidmann

15. Oktober 2014 16:01

Wenn sich die politischen Ziele der AfD in Zukunft lediglich auf eine
"liberale Wirtschaftspolitik" konzentrieren (was wohl nichts anderes
als "beschränken" heißen soll) wird, höre ich ich trotz der mehr oder weniger großen Mittelstandsspenden heute schon die Totenglocken für diese Partei läuten. Große Teile derer, die sich unter dem Oberbegriff "Neue Rechte" in dieser BRD angesprochen fühlen, haben der AfD zu ihrem relativ hohen
Stimmenanteil bei den letzten Wahlen verholfen. Sollten diese Gruppen
sich im Parteiprogramm nicht mehr ernst genommen fühlen, wird es bei
den nächsten Wahlen nicht mehr für 5% reichen. Spenden der Wirtschaftsbosse, die sich in der CDU nicht mehr repräsentiert sehen, bzw, deren bisheriger Spendenadressat FDP quasi nicht mehr existent ist, werden dann die AfD auch nicht mehr am Leben erhalten. Eine "zweite FDP" wäre übrigens das schlechteste aller denkbaren Ergeb-
nisse für die bisherigen AfD-Wähler.

Nun noch kurz zu den Interview-Partnern der SEZESSION:

Wer Herrn Dr. Scheil und seine Bücher kennt, dürfte mit mir einer
Hoffnung sein, daß mit Leuten wie ihm in dieser Partei die Gefahr im-
mer geringer wird, daß sie im einem Schlund von Parteispenden
und Wirtschaftsinteressen verschwindet. Sein Platz in dieser Partei
dürfte aber eher in den oberen Parteietagen sein, wo seine objektive,
verantwortungsvolle Arbeitsweise als Wissenschaftler sowie seine
Suche nach unbequemen, ja sogar unerwünschten Tatsachen der
Politik in diesem Lande sehr zugute kommen könnte.

Von Herrn Höcke weiß ich, offen eingestanden, recht wenig. Ich
schließe mich jedoch, hoffentlich nicht zu voreilig, dem Kommentar
von "Martin" an:
Etwas weniger Rechtsintellektualität und dafür etwas mehr politische
Aussage kommt beim "Stimmvieh" besser an. Wenn Sie in Zukunft
nur noch von denen gewählt werden, die Sie auch verstehen, dürfte
ihre Wiederwahl stark gefährdet sein.

Raskolnikow

15. Oktober 2014 16:03

Wer ernsthaft,

mittelfristig unser Volksvermögen, unsere staatliche Integrität und ... Weiterbestand als Träger einer Hochkultur auf dem Spiel» stehen sieht, ist zweifellos mit segensreicher und geradezu beneidenswerter Blindheit geschlagen. Wer glaubt, wir befänden uns in einer Situation „in der das Licht auszugehen droht“, den möchte man beinahe fragen, was denn das Licht ist, das noch brennt - nicht das elektrische wohlgemerkt.

Und dann erst dieses ewige Volksgekasper! Seit mehr als 200 Jahren dieselbe Leier von der Volksbeglückung. Ohne diesen Kniff geht es scheinbar nicht.

Was ist denn das Volkswohl? Busen, Bratwurst, Balla-Balla? Die so heiß Geliebten scheinen gerade nicht in der „Herstellung verfassungsgemäßer Zustände“ ihr Wohl zu erkennen. Entschuldigung Höcke und Entschuldigung Scheil, aber das ist ebenso gummiartiges Gerede wie diese Nichtsprache der Herrschenden! Wer tatsächlich ein sich unterschweinemäßig gebarendes Crypto-Volk liebt ... - wer bin ich zu richten? Aber wer wirklich liebt, ist ehrlich.

Volkswohlorientierte Politik bedeutet in diesem Sinne das Eintreten für das Selbstbestimmungsrecht als Ausfluß der Volkssouveränität und als Pendant zur unantastbaren Menschenwürde auf der Individualebene. Das Selbstbestimmungsrecht wahrt die Dignität der Völker.

Genau! Und eine Armee von Einhörnern und Sarotti-Mohren, angeführt von der Biene Maja und Pittiplatsch wird einst alles Magengrimmen, das Deppenapostroph und schlechtes Wetter besiegen. Als Ausdruck des Triumphes der höheren Gerechtigkeit werden Mathematiker gezwungen, endlich mal empirische Feldforschung zu betreiben (die Riemannsche Vermutung: genialer Trickbetrug?) und der Achtstreifige Elegien-Zyclus für den Sarotti-Mohr wird die Hymne des Harmonischen Weltalls.

Eine am Volkswohl ausgerichtete Politik hat zuvorderst darauf zu achten, daß eine politische Entropie, … vermieden wird.

Als ob dieses vom Volk gewählte Volkswohl (BBBB) nicht der Gradientvektor der Entropie wäre …

Es ist hoffnungslos!

Meine Freude sind vielmehr der Zimmermann, der heute noch Balken nach Augenmaß mit Holznägeln exakt verzapft; oder die Existenz des Malers Clemens Fuchs in unserer häßlichen Hasswelt; auch der Jungbauer, der auf Ertrag verzichtet für Feldraine und die Nonne, die bei jedem Wetter vor der Kirche betend aushält und mich stumm segnet ... Das ist vielleicht Hoffnung für Europa, aber nicht die seit mindestens 100 Jahren ausgelutschten Ideen von der Befreiung des Volksunterleibes. Mehr Netto vom Brutto! Euro gleich Teuro!

Ich muß zurück in den Steuerraum, mein rosa Zeppelin fährt sonst noch dem Hima-Laya die Gipfel ab!

Aye,

R.

nörgler

15. Oktober 2014 16:50

@Raskolnikov,
meine (relativ unbehaarte) Pranke muß einfach mal wieder auf Ihre Schulder krachen!
Mit wenigen Worten den Zirkus mal wieder entzaubert.
War auch gerade dabei eine "kleine Kritik der Vernunft" zu formulieren.Sie waren wieder einmal
einsam aber schneller,daher erspare mich mir meinen Text, der den Ruch des Plagiats womöglich
tagelang nicht hätte abschütteln können.
Boah,was n das für n Deutsch sach ich mir gerade.
Mit ausseridischen Grüßen
Der Nörgler

Waldgänger aus Schwaben (e.B.)

15. Oktober 2014 18:17

Die AfD muss die Rechten ausschwitzen.
(Heinrich Weiss)

@Martin,
fällt eigentlich niemanden das dümmliche Wortspiel in diesem Satz auf?

Zunächst zur Person des Urhebers.
Zum Interview schreibe ich unten etwas.

Heinrich Weiss ist Aufsichtsratschef und Großaktionär des Anlagen- und Maschinenbauers SMS Group mit einem Jahresumsatz von rund 3,5 Milliarden Euro. In den 90er Jahren war Weiss Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Er ist heute zudem Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bahn AG.

Weiss war tief in der CDU verankert, denn Helmut Kohl holte ihn in den 1980er Jahren persönlich in die Partei. Fünf Jahre lang wirkte er als Bundesvorsitzender des CDU-Wirtschaftsrats. Unter Angela Merkel – so Weiss – habe die CDU ihre Wirtschaftskompetenz verloren. Abweichende Meinungen würden nicht mehr diskutiert.

Das ist Holz vom Stammholz der CDU. Dort werden die Alarmglocken klingeln.

Ich kann mich gut in die Psyche eines gutsituierten CDU- oder FDP-Wählers hinein versetzen. Vermeintlich sicherer Arbeitsplatz, Einfamilienhaus ab bezahlt, gut 100 000 Euro in Lebensversicherungen mit 3,5% Gararantiezins angelegt. Vielleicht noch 50 000 in Wertpapieren. Dazu ist er in guter Hoffnung auf eine reiche Erbschaft.

In der heraufziehenden Wirtschaftskrise treibt ihn eines am meisten um:
Welche Partei rettet meinen Wohlstand für mich und meine Kinder?

Gibt es eine Alternative zur CDU? Die FDP ist ja nicht mehr.

Tja und wenn die Alternative "Alternative für Deutschland" heisst, warum denn nicht?

Zum Interview:
Dieses erfüllt mich mit Freude und Zuversicht. Dei AfD ist auf einem guten Wege, Herr Schäuble.

Den Ausführungen des Herrn Höcke zur Liebe zum Volke und zu den Aufgaben eines Politikers möchte ich ein Zitat aus der Enzyklika
"Mit brennender Sorge" PIUS XI. VOM 14. MÄRZ 1937
zur Seite stellen:


12. Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform, die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen Ordnung einen wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten – aus dieser ihrer irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge. Ein solcher ist weit von wahrem Gottesglauben und einer solchem Glauben entsprechenden Lebensauffassung entfernt.

Hinweis in eigener Sache
e.B steht für
"erratischer Block"
Der Waldgänger gefällt mir nicht mehr als nom de guerre.

Ich werde mich in Bälde erratischer Block nennen.

RL

15. Oktober 2014 18:52

@Raskolnikow

wie sagt schon der Boandlkramer im Brandner Kasper:"an dem Voiksstamm kost zerschellen.", nicht nur an dem Volksstamm, auch am ganzen Volk.

Tom Prox

15. Oktober 2014 20:08

Im Osten keimt echte Hoffnung.

Ob der Nord-Westler Lucke allerdings die Aussagen von Höcke und Scheil unterstützt, da habe ich gewisse Zweifel, nach seinen letzten main stream - Medien angepaßten AfD-Rundbriefen.

Rumpelstilzchen

16. Oktober 2014 09:41

1. Angela Merkel trat an " Deutschland zu dienen." Sie glaubt an " die Toleranz als Seele Europas" und an eine "marktkonforme Demokratie".

2. Helmut Kohl trat nie kompromißlos für die deutsche Einheit ein. Er glaubte, als die Demonstranten in Leipzig " Wir sind ein Volk" skandierten, daß da NPD-Leute aus der BRD am Werke seien. Auch heute sieht er den Fall der Mauer eher wirtschaftlich maroden Zuständen geschuldet, denn dem Freiheitswillen eines großen Teiles des deutschen Volkes.

Dabei sehen sich Kohl und Merkel sicher als "volkswohlorientierte" Politiker.
Als Volksbeglücker sehen sich auch die Zwangsbegrüner.

Fazit: Letztendlich scheinen wirtschaftliche Interessen Politik zu generieren und nicht politische Ideen oder Ideale. Oder auch umgekehrt. Aber immer Wirtschaft. ( Erste Unternehmer nähern sich der AFD Faz 15. 10.)

Die träge Masse Volk kommt erst ins Rollen, wenn es an " Busen, Bratwurst, Balla-Balla" fehlt. So denken die Politiker. Sie lieben ihr Volk nicht.
Sie sind zynisch: Freiheit geben sie für Bananen. Wie lustig. Wie Affen in einer Bananenrepublik.
Ja, es ist hoffungslos, Raskolnikow. Noch hoffungsloser und hoffnungsvoller.

1. Balken nach Augenmaß mit Holznägeln exakt verzapfen, das tun auch die jungen idealistischen Menschen in Guédelon ( Burgund) . Sie bauen gar eine ganze mittelalterliche Burg mit mittelalterlichen Handwerksmethoden auf. Ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk.
2. es gibt junge russische Maler, die mit hervorragenden altmeisterlichen Techniken Häßliches malen. Etwa Alexander Timofeev aus St. Petersburg.
3. Und es gibt zahlreiche osteuropäische Bettler, die bei jedem Wetter in Fußgängerzonen ausharren. Und mich stumm verfluchen oder segnen. Je nachdem.
Und es gibt immer mehr Frauen in der Stadt, die aussehen wie Nonnen und beklemmend an Nonnen erinnern. Aber keine sind.

Ja, wo ist Hoffnung in Europa ?

F.H.

16. Oktober 2014 13:18

Herrn Scheil würde ich sofort wählen, da wird mir die AfD fast doch noch sympathisch.

Nationalliberal

16. Oktober 2014 19:59

In einem Satz: Der Nörgler hat recht, Raskolnikov ist der Beste - nimm' mich im rosa Zeppelin mit, dann können wir von mir aus auch dem Dalai Lama steinige Grüsse von seinen Gipfeln überbringen.

Nörgler

16. Oktober 2014 21:23

@Nationalliberarl
Tankeschön.Mir ist gerade aufgefallen, daß das "t" eigentlich auf R`s "Schulder" hätte aufschlagen sollen.Droz alletem -ich weigere mir
ooch weiderhien gomma ein Rächtschreipp Brokramm zum ferwänden.
Grüße an diese
gomische Wält

Waldgänger aus Schwaben

16. Oktober 2014 21:35

@R. & R.

Ihr seid mit dem Volke unzufrieden, dann wählt Euch ein anderes.

Doch welches?

Wo heute noch Balken mit Holznägeln exakt verzapt werden, viele Nonnen auf den Straßen beten, werdet Ihr es nicht finden.
Die Kinder solcher Völker geben freudig ihre ganze Identität für ein smart phone dahin - glaubt mir. Und das ist noch eines der kleineren Übel der Armut.

Sucht Ihr es in der Vorzeit?


Was sollen wir auf dieser Welt
Mit unsrer Lieb und Treue.
Das Alte wird hintangestellt,
Was soll uns dann das Neue.

O! einsam steht und tiefbetrübt,
Wer heiß und fromm die Vorzeit liebt.
Die Vorzeit wo die Sinne licht
In hohen Flammen brannten,

Des Vaters Hand und Angesicht
Die Menschen noch erkannten.
Und hohen Sinns, einfältiglich
Noch mancher seinem Urbild glich.

So klagte schon vor über 200 Jahren ein Dichter. Also noch weiter zurück? Aber wie weit, wann und wo war es gegenwärtig, Euer Volk?

Sucht es über dem Sternenzelt - oder in der Zukunft!

Stil-Blüte

17. Oktober 2014 00:52

@ Waldgänger aus Schwaben a. D; erratischer Block in spe

Ein schön' Gedicht! Von von Eichendorff? Claudius? Von wem? Denn 'Ehre, dem Ehre gebühret.'

Raskolnikov sei Dank, hat er doch ein paar mehr als nützliche, sinnvolle, ja sinnstiftende Berufe und Berufungen aufgeführt, die - ist ja unübersehbar - selten, also kostbar geworden sind. Ich füge noch den Schuhmacher hinzu, der, unermüdlich abgelaufenes, aber edles Schuhwerk richtet und dabei die Dämpfe vom Leim einatmet, die ihn zum Dichter oder gar Mystiker machen. Überhaupt allen jenen Schustern sei Lob' und Ehr, die bei ihren Leisten bleiben und am Feierabend so zufrieden sind, daß sie davon 'singen & sagen' wollen:

'S is Feieromd, 's is Feieromd,
das Tagwerk is vullbracht,
's geht alles einer Hamit zu,
gans sachte schleicht di Nacht.

Diese stillen Meister des 'Tagwerks' zu suchen und zu finden, zu preisen und zu preisen (bezahlen), zu schätzen und zu schätzen, heißt Bewährtes bewahren. Gütesiegel.

Herrn Höcke (Herrn Scheil auch) würde ich fragen, warum er offensichtlich glaubt, eine solch über und über
anstrengte, schwerbeladene Sprache, benutzen zu müssen ('vernutzen'). Wenn schon Volk, dann aufs Maul schauen und - hauen, im Sinne von: 'Wacht doch endlich auf, ihr Schlafmützen!'

Ich habe schon 1989 nicht verstanden, wie man stundenlang durch die Straßen ziehen kann, um immer wieder nur das Eine zu rufen: ' W i r sind das Volk, w i r sind das Volk...'

Na und? Wir sind die Sieger, wir sind die Fürsten, wir sind die Könige, das ja! Aber 'das Volk' sein - das ist doch kein Verdienst, kein Gewinn, keine Auszeichnung. Später die Mutation zu 'Wir sind e i n Volk' - da muß ich jetzt zurückrudern - transportierte doch eine Ahnung und Mahnung nationalen Erbes.

Urwinkel

17. Oktober 2014 03:49

Raskolnikow hat seinen Einwurf pathetisch zugespitzt, vielleicht auch depressiv. So "kennt" man ihn. Ich bin tatsächlich froh über jeden Handwerker, der was kann. Stichwort: Holzbalken verzapfen. Mir sind sie wiederum dankbar für musikalische Anregungen; manchmal auch nur für einen Kaffee oder ein Bier; Geld natürlich auch. Alles zusammen passt geschmacklich nicht und erzeugt Brechreiz. Soviel Dandytum, Hingabe und Fremdvertrauen muß sein. Sonst könnt ihr euch gleich in einen Sarg legen und verstummen, oder selber rumwerken. Bitte nicht ausnutzen lassen (Hinweis darüberhinaus). Auf die Titelzeile zurück: Neumodische Politparteien interessieren mich nicht. Selbstausbeutung schon eher. Weils virulent und realistischer ist.

Raskolnikow

17. Oktober 2014 06:48

Lieber Waldgänger!

Ihr seid mit dem Volke unzufrieden, dann wählt Euch ein anderes. ... Wo heute noch ... Die Kinder solcher Völker geben freudig ihre ganze Identität für ein smart phone dahin – glaubt mir. ... Aber wie weit, wann und wo war es gegenwärtig, Euer Volk?

Ihr Beitrag läßt zwei große Übel, vielleicht entscheidende, aufscheinen: Erst den infantilen Glauben an eine umfassende Freiheit der Person ("wählen"); dann den Zwang der eigenen Gruppe stets Superiorität zu unterstellen. Beides entspringt überbordender Eitelkeit - die letztlich unbarmherzig macht. Ich verzeihe jedem, der an diesem, so menschlichen, Gebrechen leidet, aber es berührt mich jedesmal auf eine peinliche Weise - selbst von hier oben ...

Das zugedröhnte iPhone-RTL-2-Volk ist unleugbar und unveränderlich meines. Ich bin Deutscher aus ganzem Herzen. Ich gehöre dazu, ich habe keine Wahl! Aber ich werde mich nicht belügen und eine Hochkultur unterstellen oder von Volk sprechen, wo nur Fressen und Begatten ist. Es schmeichelt nicht gerade, zu einer Schweinebande zu gehören, aber was soll´s ... Ob Sie es glauben oder nicht; ich bin stolz auf meine Abkunft. (Und wenn wir ehrlich zu sein versuchen, geben wir zu, daß uns jene am meisten stören, die unsere eigenen Fehler haben!)

Mein Volk, lieber Waldgänger, steht nicht über dem Sternenzelt sondern im Kot. Ich weine darüber, aber werde mich nicht dazustellen und mitgrunzen ...

R.

Nordlaender

17. Oktober 2014 08:56

@ Raskolnikow

"dann den Zwang der eigenen Gruppe stets Superiorität zu unterstellen."

Den Suprematismus kenne ich eigentlich hauptsächlich durch die Pappkameraden, die gerne jene aufstellen, die stolz darauf sind, keine Deutschen (sondern Internationalaisen oder Bewohner von "EUropa") zu sein.

Meine Fernbedienung gehört mir, grunze ich da böse zurück, hier geht es um Heimat, um Eigentum. "Tuom" aus dem Mittelhochdeutschen hat etwas mit Macht zu tun, ein Tümler ist jemand, der seinen eigenen kleinen Schurkenstaat dem internationalen Zugriff entzieht.

Rumpelstilzchen

17. Oktober 2014 09:07

Rußland durch westliche Einflüsse vergiftet
(Tatjana Goritschewa)

Tatjana Gorítschewa, geboren 1947 in Leningrad, ehemalige Philosophiedozentin, reist heute als freie Publizistin durch Europa, um auf die materielle Not und die geistliche Tiefe der Menschen in ihrer russischen Heimat aufmerksam zu machen. Nachstehend ein Auszug aus einer Zeitschrift (ohne Datum), die uns ihr Sekretariat zusandte. Darin wird über ihren Vortrag im Wallfahrtsort Schönstatt berichtet:

Sie berichtete, wie sich Rußland seit der Perestroika verändert hat, wie es durch westliche Einflüsse „vergiftet“ wurde und wie in der russischen Volksseele eine ungebrochene Sehnsucht nach dem Heiligen lebendig ist.
........
Eine Mittelschicht gebe es nicht, die Leute im Land seien entweder ganz arm oder sehr reich. Es sei ein Leben zwischen Himmel und Hölle.

Ø Die Öffnung der Grenzen habe dem Land überwiegend negative Einflüsse beschert. Das Fernsehen sorgte für eine Revolution. Völlig unvorbereitet sei das ahnungslose und unschuldige Volk mit überfordernder Werbung, mit schonungslosem Sex und bestialischer Gewalt konfrontiert worden.
....

Gegen diese für die Zuhörer unerwartet starken und berührenden Negativbotschaften hob Frau Goritschewa immer wieder die sprachlos machende Leidensfähigkeit des russischen Volkes hervor, die ihre Kraft nahezu ausschließlich aus religiösen Quellen schöpft. Das arme Russland sei sehr ehrfürchtig und geduldig.

Der größte Schatz des Landes seien die Klöster und die geistlichen Väter und Mütter, die sogenannten Starzen oder Starizas. In der Regel lebten diese in der Einsamkeit und Stille wie "lebendige Ikonen" der Gegenwart Gottes. Wer mit ihnen in Berührung komme, erhalte mit wenigen Worten und durchdringenden Blicken den Impuls, das Leben zu ändern. Sie seien eine Verbindung zwischen Zärtlichkeit und Strenge, sich verschenkender Liebe "wie ein Ofen im Winter" und einer Schönheit, die durch das Kreuz eine absolute Schönheit geworden ist.
.......
Heute beten nicht nur die Katholiken für die Bekehrung von Rußland. In den besten russischen Klöstern wird auch für die westlichen Christen gebetet.

https://www.etika.com/deutsch5/5r0.htm

Lieber Waldgänger,

Es gibt kein anderes Volk. Aber man kann an den Zerfallserscheinungen leiden , so wie es Herr Lichtmesz im Prolog " wir sind also Kulturpessimisten" anschaulich beschreibt . ( Tolles Heft, die 62).
Auch ein einfacher Mensch kann an diesen Entropien leiden.
Wir brauchen uns nicht über die sogenannte dumpfe Masse erheben.
Wir sollten es nicht zynisch kommentieren, wenn Arme ihre Seele für ein Smartphone verkaufen. Wir haben unsere Seele längst verloren.
P.S.
liebe Stilblüte
Das Gedicht meine ich in meinem "Novalis für Gestresste"gelesen zu haben.

Strogoff

17. Oktober 2014 12:46

Wertes Rumpelstilzchen,
das ist ein Liedrefrain von Anton Günther.
https://www.youtube.com/watch?v=0fHa2mltTCE

Marc Thomas

17. Oktober 2014 16:59

Die beiden "fühlen" sich gut an!

Scheil ist ja schon länger als Zeitgeschichtler in nationalen Kreisen in Sachen qualifiziertem Revisionismus bekannt.

Höckes Gedanken zur ethnokulturellen Diversität sind für einen AfDler erstaunlich richtig und lassen Assoziationen zu den Identitären aufkommen. In einem irrt er aber! Innerhalb des bestehenden Bezugssystems der Antagonismen wird durch den anorganischen Feind, der das Volkstum sehr wohl zum Gegenstand hat, nämlich als einen der zu zerstörenden Hauptpfeiler historischer und traditioneller Existenz, das Bewußtsein für diesen Konfliktvektor und daraus resultierende Abwehrpositionen keineswegs als unideologisch ausgeklammert; im Gegenteil. Daher kann diesbezüglich die vorauseilende Paralysierung des Ideologiebegriffes als Präventivmaßnahme nicht gelingen. Genausowenig wie im Bereich Familie oder Geschlecht, die ebenfalls pragmatisch unideologisch bzw. im vorideologischen Stadium zu sehen wären.
Der Feind, sich selbst zum Maßstab machend und evolutorisch-historisch-traditionelle Charakteristika als Partikularismen betrachtend, aus seinen Geisteskonstrukten und Social Engineering-Prozeßen ausschließend, erhebt das Natürliche/Selbstverständliche zur Ideologie
seiner Kontrahenten, wodurch diese automatisch in Zugzwang gebracht werden.

Diese beiden sind atypisch für das AfD-Volk. Daher ist zweifelhaft, ob sie zumindest derart eine Hausmacht zustande bringen, als sie dadurch einen effizienten und durchsetzungsfähigen Flügel zu installieren in der Lage wären, der ihre Positionen energisch vertritt und zudem seine und ihre Existenz in der AfD zu sichern imstande ist.

Marc Thomas

17. Oktober 2014 17:07

@ Rumpel

Die Frage ist, ob Rußland vergiftet ist, aber das russische Volkstum und seine Seele vital?
Dann ist nichts verloren. Gesellschaftliche Krankheitserscheinungen sind therapierbar.
Wenn aber der Typus in sich infiziert ist mit dem Ergebnis solcher Freaks und Aufziehroboter wie die Summe der FDGO-Deutschstämmigen, dann können Sie den Laden dicht machen bzw. nur noch eine Maske zum Schutze vor dem Gestank der Verwesung erstehen.

Rumpelstilzchen

17. Oktober 2014 17:19

Werter Strogoff,
Danke für die Feierabendgrüße....

Nationalliberal

17. Oktober 2014 17:32

Versuchen wir es einmal im Ernsthaften, jenseits des rosaroten Zeppelins...

Dieses Volk ist das Meine und ich habe ihm auch redlich wie ich nun einmal im tiefsten Herzen bin drei Kinder für seine weitere Zukunft genzeugt und stehe noch im Begriff sie (gemeinsam mit meiner Frau...) zu erziehen.

Ich liebe es, samt aller nationaler Eigen- und Torheiten, die es Gott sei Dank noch immer besitzt. Was ich allerdings mit wachsendem Entsetzen feststelle, ist, dass es eine tägliche Dosis Morphium gespritzt zu bekommen scheint.

Da sind Skiunfälle von in die Schweiz ausgewanderten Rennfahrern "Spiegel"-Titelgeschichtentaugliche Aufreger, Bahnhöfe reizen zu Demonstrationen mit wutbürgerlichen Ausschreitungen, Hobbyschauspieler und -sänger avancieren zu mit 14 Tagen Halbwertszeit gefeierten Stars. Die Auswahl erfolgte gerade zufällig, man könnte die Liste noch fortführen.

Die Geburtenrate dagegen, um eines der wichtigsten Themen herauszugreifen, die unser Volk geradewegs in den Abgrund führt, wird mit "Demographischer Wandel" verharmlost. Der, wenn die Mehrheit sich schon lieber selbst als letzte Generation betrachten will, für das eigene Alter - wohlgemerkt das eigene, nicht einmal das kommender Generationen, die der Ich-Mensch von heute ja nicht haben will - notwendige Wohlstand wird in Banken"rettungen" und Pleitestaaten verjuxt.

Ich hoffe, wünsche, sehne eine Kraft herbei, die den Be- ruhigungsmittelhahn zudreht, heiße sie nun AfD oder sonstwie. Inzwischen könnte man sich als erste Nothilfre schon fast zur Idee der Taliban bekennen und Fernsehkonsum als Kapitalverbrechen betrachten.

Stil-Blüte

17. Oktober 2014 21:17

@ Stroganoff

Auch meinen Dank haben Sie, derweil ich ja nur höchst unvollkommen aus dem Gedächtnis, aus der Erinnerung zitiert habe und nur diejenigen erreichen konnte, die das Lied'l kennen. Daß ich nun seit Ewigkeiten alle Strophen hören durfte, auch das ist etwas, was mich aufrichtet.

erratischer Block aus Schwaben (war W. )

18. Oktober 2014 08:47

Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?"
Brecht
- nach dem Gedicht: Die Lösung. In: Buckower Elegien, 1953.

@Raskolnikow
Ich bin vollkommen Ihrer Meinung. Ein anderes Volk als das Eigene kann man sich nicht aussuchen. Da ich nicht über Ihre Wortgewalt verfüge, wandelte ich das Brecht-Zitat etwas ab.

Was ich in Ihren Äusserungen und in denen anderer Schreiber hier schwer verstehen kann, ist dass man hoffnungslos, endlos, sinnlos in der Zeit und an der Zeit leiden kann.
Aber anscheinend ist es wohl möglich so zu leben oder verstehe ich Sie falsch.

Mein Volk, lieber Waldgänger, steht nicht über dem Sternenzelt sondern im Kot. Ich weine darüber, aber werde mich nicht dazustellen und mitgrunzen …

Schweine sind reinliche Tiere, die nur im Dreck gehalten werden, weil sie dies aushalten. Bietet man ihnen eine Alternative wählen sie eine saubere Umgebung.

@Rumpelstilzchen
Es liegt mit ferne mich zynisch über Arme erheben zu wollen. Ich wollte nur dem Klischee vom edlen Armen widersprechen. Nach meiner Erfahrung sind Arme, wenn die Armut keine selbstgewählte ist, genauso materialistisch wie Reiche.

@Stil-Blüte
Das Gedicht ist aus Novalis
Hymnen an die Nacht (verfasst 1799/1800)
Überschrieben mit
Sehnsucht nach dem Tode

Nordlaender

18. Oktober 2014 15:21

@ Marc Thomas

"Der Feind, sich selbst zum Maßstab machend und evolutorisch-historisch-traditionelle Charakteristika als Partikularismen betrachtend, aus seinen Geisteskonstrukten und Social Engineering-Prozeßen ausschließend, erhebt das Natürliche/Selbstverständliche zur Ideologie
seiner Kontrahenten, wodurch diese automatisch in Zugzwang gebracht werden."

Im Vulgärmodus ist die Ideologie immer die subjektive Weltsicht des Gegners, die eigene ist objektiv.

M.E. liegt der Hund im Objektivitätsfimmel begraben: Der Wille eines Volkes zur Macht ist nicht vorhanden, (inter-)subjektiv die Eigeninteressen voranzustellen. Der Nichtideologe ist entweder blind oder er hat sich aufgegeben, ist nur noch zum Wohle der ganzen Menschheit am Leben.

Rumpelstilzchen

18. Oktober 2014 18:56

Ich sage nicht, daß Sie am rechten Rand stehen, sondern frage Sie, wie Sie sich davon abgrenzen. Ich bleibe dabei: Wer für die Junge Freiheit schreibt, muß sich dafür auch erklären.

Claudia Janssen ( EKD) in einem Interview zu Birgit Kelle

Ich kann das Wort Abgrenzung eigentlich nicht mehr hören, weil es die zu Akteuren macht, denen nichts an der Zukunft unseres Volkes liegt.

Björn Höcke in der Jungen Freiheit 17. Oktober 14

Frage an die Philosophen in dieser Runde :

1. Wenn ich nicht am rechten Rand stehe, wie kann ich mich davon abgrenzen ?
2. Ich sage nicht, daß Sie am linken Rand stehen, sondern ich frage Sie, wie Sie sich davon abgrenzen ?
3. Ich sage nicht, daß Sie ein Moslem sind, sondern frage Sie, wie Sie sich davon abgrenzen ?
4. Was ist ein rechter Rand ?
Wer diese Fragen am originellsten beantwortet, dem spendiere ich ein Jahresabo der Sezession !

Nörgler

18. Oktober 2014 21:26

Liebes Rumpelstizchen,
bei Ihrem Preisausschreiben haben Sie möglicherweise etwas vergessen.
5. Warum man sich überhaupt vom "rechten Rand" ,oder rechts,oder wovon man sich
gerade halt so distanziert,abgrenzen,fernhalten,abhalten lassen,unter Kuratel stellen lassen sollte?
Keine Kritik,eher als Ergänzung oder auch Anregung gedacht.

polymetis

18. Oktober 2014 21:35

Was das "Volk" darüber denkt ist aus "Faust" bekannt:
Gemurmel.
Was soll uns das – Gedroschner Spaß –
Calenderey – Chymisterey –
Das hört’ ich oft – Und falsch gehofft –
Und kommt er auch – So ist’s ein Gauch –

Nörgler

18. Oktober 2014 21:45

@Rumpelstilzchen
Ach ja,ich hoffe Ihr Angebot mit dem Jahresabo hält noch ein paar Monate/Jahre durch.
Um die Frage was ein rechter Rand ist zu beantworten,brauche auch ich als alter "öxberde"
vermutlich doch einige Zeit.
Orginelleres viel mir auf die Schnelle partout nicht ein.Vielleicht schaffe ich es ja trotzdem in die engere Wahl.
Respektvolle Grüße
Nörgler

Strogoff

18. Oktober 2014 23:18

Wie kann ich mich, für mich selbst, von etwas distanzieren was ich nicht bin(Links, Rechts, Moslem)? Indem ich das einfach sage oder es offentsichlich ist(siehe B. Kelle laut Janssen) und eine Äußerung nicht nötig ist. Tatsachen. Peter Feist sagte so schön: Wer Tatsachen nicht anerkennt denkt auch nicht."(frei zitiert) Frau Janssen denkt also in diesem Fall nicht. Eine Distanzierung mit Wirkung ist so nicht möglich.

Oder vielleicht denkt sie um Ecken?
Warum wird denn überhaupt gefragt obwohl ich nicht zum rechten Spektrum gehöre? Um den Zweifel zu wahren. Um beim Leser, Zuhörer unbewußte Gedankenprozesse ablaufen zu lassen. Um mir die Fähigkeit abzusprechen an diesem Gespräch teilnehmen zu können. In einem Paartanz kann nur agiert werden wenn der gleiche Tanz von beiden aufgeführt wird. Claudia Janssen möchte in den Paartanz gehen. Gleichförmigkeit einfordern. Allerdings hat Claudia die Tanzkarte und entscheidet mit wem. Sie gibt zu beschreitende Korridore vor.
So gesehen habe ich keine Chance mich zu distanzieren wenn der andere nicht hören, sehen will. Lucke wurde ja in jedem Interview vor der BTW gefragt ob er sich distanziert und er hat das immer bejaht. Dann ein Tag nach der BTW in einem Artikel über die AfD wurde darauf aufmerksam gemacht das Lucke jetzt noch nicht zur Verfügung stand um sich zu distanzieren(!), obwohl schon tausend mal mantra-artig dahergebetet.
Man sieht: Entweder ist es eine Strategie oder eine kognitive Erkrankung/Unfähigkeit die Wirklichkeit anzuerkennen. Ich kann mich nur wirkungs-voll distanzieren wenn eine Bereitschaft/Möglichkeit zur Aufnahme des gesagten besteht.
Es scheint Strategie zu sein:Zudem spielt Janssen den Ball zu Kelle. Sie muss sich erklären und ist damit in der defensiven Position, muss sich verteidigen und schauen wie sie aus dem Begriffstrudel herausfindet. Für den Zuschauer sehr bequem wenn der andere schwitzen muss.
Sich abzugrenzen heißt sich der Masse anschließen zu wollen. Eilfertiger Gehorsam wird eingefordert. Erst legitimiere ich mich, dann darf ich vielleicht mal ein paar Themen ansprechen.
Man lässt sich dann einfach auf deren Spiel ein. Verschwendet Zeit und lenkt Energie in ungewünschte Kanäle.

Was ist der rechte Rand? Alles was Janssen(Namen können individuell angepasst werden) nicht ist und nicht darstellen möchte.

Rumpelstilzchen

19. Oktober 2014 10:27

Rechts von der Union ist die Todeszone der deutschen Politik

Volker Zastrow
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechte-konkurrenz-durch-afd-schande-13216838.html

polymetis

19. Oktober 2014 22:29

Zastrow hatte schon immer die Nase im Wind:
"Heute liegt die Union als letzte Volkspartei auf dem Festland des demokratischen Konsenses wie ein gewaltiger Gletscher. An seinem rechten Rand ragt er ins Eismeer der Irrelevanz. Dort stürzt er seinen Bruch hinab, manchmal mit kräftigem Getöse. In jener Gegend lebt es sich gefährlich. Deshalb findet man schon lange keinen Politiker mehr in der Union, der sich zu rechten Standpunkten bekennt – so erst konnte „rechts“ zum Schmähwort werden, denn dort beginnt die demokratische Todeszone. So geht es aber weiter: Mittlerweile findet man kaum noch Politiker, die sich konservativ nennen würden. Das erfordert Mut, sogar sinnlosen Mut, denn mit derartigen Bekenntnissen kann man nur verlieren."(Zitat)

Götz Kubitschek

20. Oktober 2014 07:05

für heute badeschluß.
teil 2 folgt in bälde.
gruß aus schnellroda!

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