Sezession
17. Oktober 2014

Das war’s. Diesmal mit: Wespen, Pirincci und Gleichberechtigung

Ellen Kositza / 21 Kommentare

10. Oktober 2014

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Ich hatte an dieser Stelle schon öfters beschrieben, wie wir etappenweise von unserem rein privaten Prinzip der möglichst „offenen Grenzen“ abgerückt sind. Nur selten glückt es, zum Beispiel bei unseren Hasen. Die dürfen seit Jahren, sobald Salate und ähnliches abgeerntet sind, ihr ohnehin großes Gehege verlassen und sich herumtreiben. (Abends braucht es stets eine Menge Leute, sie zu ihrer eigenen Sicherheit einzufangen und einzuhegen.) Andere brauchen feste Grenzen:

Die Ziegen rammen die Holzzäune mürbe, das Geflügel muß man nach Alter trennen, damit der alte Erpel nicht den jungen zerlegt und nicht die kleinen Entinnen vergewaltigt. Von den beiden Hühnerrassen können wir eine nicht weiterzüchten, weil irgendwann ein Hahn dem anderen den Garaus machte. Der lammfromme (mittlerweile tote) Hund, Monate artig in WG mit den Enten, metzelte eines Tages sechs gar nicht mehr ganz kleine Jungtiere nieder. Überall: das Gesetz des Stärkeren.

Nun also die Wespen. Sie nisten seit Beginn des Sommers auf unserem Balkon. Dort steht der Eßtisch. Mein Vater: „Die müssen weg!“ Ich, bißchen im Gutmenschenton: „Nö, wir mögen die.“ Vater: „Ich auch. Aber nicht hier.“

Mir ist es wichtig, daß die Kinder wissen, daß einem die anderen nichts tun, wenn man sie in Ruhe läßt. Nicht rumwedeln, vor dem Trinken in die Tasse schauen, das langt. Bloß nicht hysterisch werden, wenn eine Wespe mal vom Teller naschen will. Überhaupt: Nie hysterisch werden! Klappt fast. Gestochen wurde bislang nur ich, und wie. (Aus erzieherischen Gründen versuche ich dann, das Gesicht nur leicht zu verziehen und fluche und jammere nach innen.)

Heute nacht sank das Thermometer auf nur 14 Grad, vermutlich witterten die Tierchen Frühling. Jedenfalls war am Morgen die Tür zum Balkon von außen bedeckt mit dem vollständigen Schwarm. Weil's stockdunkel war, merkte ich das erst, als ich um sechs die Tür geöffnet hatte und die Wespen in die Küche schwirrten und dort höchst nervös herumsausten. Jetzt galt`s: wir oder die! Ich trieb die Kinder aus dem Raum und holte den Mann. Der erledigte das. Draußen wurde es langsam hell, aber wir merkten es kaum, die Fensterscheibe war durch die Angreifer vollkommen dunkel. Ich: „Wie in einem Horrorfilm, oder?“ Er: „Horrorfilm für Frauen vielleicht. Männer mögen Völker in Bewegung.“

12. Oktober 2014

Ich habe meinen Namen noch nie gegooglet. Halb aus Desinteresse, halb aus Selbstschutz nicht. Das Leben ist aufregend genug, ich benötige keinesfalls zusätzlichen Input. Grad bin ich zufällig im Netz über mich gestolpert, aber ich mag mich irren. Ich weiß nur aus meinem eigenen Schreiben: Wenn ich über die Begegnung mit einer Frau aus Hamburg berichten will, die eine Tochter namens Joy mit sich führte, einen Ring durch die Nasenscheidewand trug und einen Sinnspruch von Aleister Crowley auf dem Hals tätowiert hatte, kommt sie bei mir als Frau aus Köln mit Tochter namens Magic, einem Zungenpiercing und einem Spruch von Bushido vor – so in etwa. Man will ja nie (oder nur manchmal) Personen brüskieren, sondern Phänomene sichtbar machen. Ich halte es deshalb für möglich, daß die junge FAZ-Autorin Julia Bähr mich meinte, wo sie anläßlich der Lesung von Akif Pirincci auf der Buchmesse schrieb:

Nach einer Viertelstunde geht neben mir ein Herr, der einen Jutebeutel der Jungen Freiheit bei sich trägt, auf dem die Worte „Political Correctness“ rot durchkreuzt sind. Wenn das hier sogar dem zu blöd ist, wie soll ich dann meine Gesichtsmuskeln unter Kontrolle halten?

Vielleicht ist es zuviel der Ehre, daß ich mich mit dem Jutetaschenherrn identifiziere. Ich bin ja kein Herr, und meine Taschenaufschrift lautete auf „antaios“, zudem war der Beutel (wie es wohl auch bei Beuteln der Jungen Freiheit üblich ist: man strickt ja doch aus einer Wolle), aus 100% Baumwolle. Da ist das Klischee wohl mit der Autorin durchgegangen.  Egal. Nehmen wir an, sowohl ich als auch der ominöse JF-Fan seien gegangen. Was ließ uns gehen? Oder sind wir überhaupt nur gegangen, weil wir andere Termine hatten?


Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (21)

Nordlaender
17. Oktober 2014 08:40

"Die FAZ-Dame, die sich über Pirincci erregte, argumentierte übrigens kleinlich: Er habe Behauptungen „ohne Quellenangabe“ verkündet"

Was erwartet dieses spannende Bildungsfrollein denn alles von einem Pirincci, der noch nicht einmal differenziert, wenn es um komplexe Zusammenhänge geht? Entnähme er eine vermeintliche Aussage tatsächlich einer Quelle, dann sicher sinnentstellend aus dem Kontext gerissen.

„All diese unterschiedlichen sexuellen Identitäten verwirren Pirinçci jedenfalls sehr.

Offenkundig, daß er Probleme damit hat.

Drieu
17. Oktober 2014 09:28

Diese Kinder, die immer wie Erwachsene denken und reden, so daß der Leser eines "rechten" Blogs sich bestätigt fühlt, herrlich! Diese Fragen sind ja zutiefst berechtigt und je früher man sich darüber Gedanken macht, umso besser.

Kositza: Komisch: Wenn sie im Deutschlandfunk/Dradio Kinder"meinungen" einspielen, denk ich oft: Hilfe, das sind natürlich Kinderstimmen, aber die reden ja schon wie die Alten! Igitt! Andersrum sagt meine Mutter oft: "Also, wenn ich mich mit X oder Y unterhalte [meine Kinder], die klingen ja wie Du. Ihr indoktriniert die hoffentlich nicht!" Niemals!

Ein Fremder aus Elea
17. Oktober 2014 09:51

Bienen, Wespen, Hornissen... nebenan steht ein verfallendes Blockhaus mit ein paar Apfelbäumen drumrum, also sozusagen das Paradies für die lieben Tierchen.

Indes sind dieses Jahr zum ersten Mal Bienen zu uns hinüber migiriert. Ich hatte draußen so eine Art Regal gebaut, da haben sie sich eingenistet.

Ich wollte sie da lassen und dann irgendwann im Winter den Honig holen.

Nicht sehr nett vielleicht, aber das Regal war eh zu offen, als daß sie da überleben hätten können.

Nun ja, meine Frau wollte sich stattdessen als Imker versuchen. Ich hab' ihr dabei geholfen, den Bienenkasten zu bauen, aber das mit der Umquartierung habe ich ihr überlassen.

Ein paar Bienen leben noch, jetzt im Kasten. Die allermeisten sind gestorben. Wer weiß, ob die paar den Winter überstehen. Zuckerwasser haben wir ihnen immerhin reingestellt. Und der Honig riecht jetzt nach Rauch.

Aber vielleicht ist es ja gut so.

Was die Stiche angeht, sie ist ein paar Mal gestochen worden, aber die waren alle vermeidbar. Die Bienen haben übrigens mittlerweile gelernt, daß sie ihnen nichts mehr will und lassen sie in Ruhe. Vielleicht, weil alle aggressiven bereits tot sind. Oder sie haben wirklich etwas gelernt. Interessante Frage.

Vor ein paar Jahren hatte ich selbst es mit Hornissen zu tun. Ich wurde nur einmal gestochen, aber da habe ich doch Schiß gekriegt, denn die sind wirklich intelligent und verfolgen einen mit variabler Truppstärke, je nachdem, wie gefährlich man ihnen erscheint.

Nun ja, dicke Kleidung hilft. Unbedingt Handschuhe anziehen und darauf achten, daß sie nicht aus den Ärmeln rutschen. Bei Bienen muß der Kopf selbstverständlich auch geschützt werden, Mückennetz reicht aber schon.

Wespen kommen jedes Jahr mehrmals... und dieses Jahr gab es auch einen Kampf zwischen ihnen und den Bienen. Haben die Bienen aber dank, damals noch vorhandener, Masse gewonnen.

Einzelne Hornissen kommen auch jedes Jahr, aber sie lassen sich glücklicherweise nicht jedes Jahr hier nieder.

In Deutschland ja alles unter Naturschutz. Sozusagen wie die Pandabären in China. Nur daß es letztere nur in China gibt, wohingegen Hornissen insgesamt kaum vom Aussterben bedroht sein dürften.

Hab nachgekuckt, in der Tat, LC: least concern für die europäische Hornisse, und genau den habe ich auch.

Aber, Frau Kositza, davon abgesehen haben Sie Recht: Menschen tun Hornissen nichts, allerdings ihren Apfelbäumen und auch dem Dachstuhl, denn sie fressen ganz ordentlich Holz. Deshalb ist das Dach des verfallenden Nachbarhauses wohl auch eingestürzt.

Und Ameisen tun Menschen auch nicht direkt was. Sie tragen nur Erde überall dahin, wo sie hoffen, daß das entstehende Kondenswasser zur Schimmelbildung führt.

Diese hinterlistigen, biophysikalisch ausgebildeten Viecher. Aber vielleicht läßt sich von ihren Kondensierungserkenntnissen ja sogar noch was lernen. Sie scheinen bevorzugt eine Mischung aus Lehm und Kies zu verwenden, welche sehr porös ist. Einstweilen fällt mir allerdings keine Anwendung ein.

Marcus Junge
17. Oktober 2014 09:58

"Heute nacht sank das Thermometer auf nur 14 Grad, vermutlich witterten die Tierchen Frühling. Jedenfalls war am Morgen die Tür zum Balkon von außen bedeckt mit dem vollständigen Schwarm."

Genau anders rum, sie witterten den Winter und wollten ins warme Haus. Sie merkten das ihre Zeit abgelaufen ist und werden panisch bis aggressiv. Hatten wir auch schon mal, dickes Nest im Schuppen und im Spätherbst wurden sie plötzlich aggressiv und stachen wild um sich, bis Gegenwehr kam und das Problem wegspülte, was ab da schon im Frühjahr gemacht wird.

Rumpelstilzchen
17. Oktober 2014 10:20

Liebe Frau Kositza,
Auch ich habe den Artikel von Julia Bähr in der FAZ gelesen und mich gefragt: Wenn ich nur wüßt', wer dieser Herr gewesen ist....
Genial, wie Sie durch die Verknüpfung mit ihrer Person die feinen Spitzen hinkriegen.
Ganz famos auch Ihr "Autorenporträt Friedrich Sieburg" in der neuen Sezession.
Da ist nicht nur der FAZ ein Schreibtalent entgangen !!!

Carsten
17. Oktober 2014 10:43

In diesem Sommer gab es hier merkwürdig wenige Wespen. Nur einige Bodennester deutscher Erdwespen, die starker Regen bald erledigt hatte. Vielleicht darum so ungewöhnlich viele und unheimlich riesige Mücken.

"All diese unterschiedlichen sexuellen Identitäten" sind nichts als Neurosen durchgeknallter Biologieleugner. Pirincci ist Punk und das ist genau das, was dieses ekelhafte Establishment nötig hat!

Realist
17. Oktober 2014 11:44

@Fremder aus Elea

Und der Honig riecht jetzt nach Rauch.

Da könnte man doch interessante Geschmacksexperimente wagen. Die Schotten machen es ja mit ihrem Whisky vor. Wenn man eine gewisse Rauchigkeit in Tannenhonig hineinbekäme...

Wespen kommen bei uns in die Spinnennetze. Davon haben wir reichlich. Eine Kreuzspinne hat sich sogar zu uns nach drinnen verirrt. Baut ihr Netz in der Laibung des Küchenfensters, direkt über dem Esstisch. meine Kinder haben sie Lili genannt. Gefällt mir, hat was liebevolles. Lili frühstückt jetzt immer mit uns. Wir Getreideflocken, Lili irgendein sechsbeiniges Viech. (Keine Bienen. Deren Honig aus Nachbars Herstellung hält erfolgreich meine Pollenallergie im Zaum.) Dazu ein wenig Morgentau aus dem Zerstäuber ins Netz gesprüht (wir Saft und Kakao). Ich fürchte, wir verwöhnen sie zu sehr. Inzwischen muß man grüßen, wenn man vorbeigeht.

@Kositza
Ich habe übrigens so meine Zweifel, daß Frau Bähr erstens überhaupt den Namen Antaios zuordnen könnte, und zweitens sich die Mühe machen würde, Sie nicht zu brüskieren.

Bei Kapital-Lebensversicherungen mit monatlicher Rentenzahlung kriegt (kriegte?) man einen Männerbonus. Es gibt wohl kaum schonungslos ehrlichere Menschen als Versicherungsmathematiker.

Münchner Gsindl
17. Oktober 2014 12:18

Von der erwähnten Pirincci-Lesung gibts ein Video auf youtube.

Ab Min. 10.00 ist Fr. Kositza und eine empörte kopfschüttelnde Dame zu bewundern.

https://www.youtube.com/watch?v=tTyT0Jvehus

Nörgler
17. Oktober 2014 17:03

In den 60 er Jahren ging ich manchmal mit meinem Vater im Wald nach "Schwammerln"
suchen oder einfach nur spazieren.War schön,man konnte so richtig "relaxen".
An den Bäumen waren Schilder angebracht,mit folgender Aufschfrift: Vorsicht Kreuzottergefahr.
Nicht ein einziges mal ist mir eines dieser Prachtexemplare begegnet, von agressiven Angriffen auf meine Person kann ich schon gleich gar nicht berichten.
Manchmal,liebe Ellen Kositza,beneide ich Sie um Ihre intensiven Erfahrungen mit der Natur.
Ihre Kolummne ist super,lese ich gerne und stets mit Genuss.

Urwinkel
17. Oktober 2014 17:34

"Da könnte man doch interessante Geschmacksexperimente wagen. Die Schotten machen es ja mit ihrem Whisky vor. Wenn man eine gewisse Rauchigkeit in Tannenhonig hineinbekäme…"

Jetzt spinnste aber. Eine Rauchnote im Honig? Darüber denkt kein Vernünftiger nach. Spinnen habe ich zuletzt massenhaft rausgefegt. Immer in dem guten Glauben, daß sie mit ihren Netzen die Mückenplage auffangen. Das war ja auch so. Insekten werden allgemein überschätzt. Aber auch unterschätzt. Aus Leichtgläubigkeit. Warum lieben die meisten Katzen? Genau: weil sie sich elegant ein Flugvieh aus der Luft angeln können. Dem beizuwohnen ist besser als Fernsehen. Liebe Grüße an den "Betraigsservice".

Realist
17. Oktober 2014 19:30

@Urwinkel

Eine Rauchnote im Honig? Darüber denkt kein Vernünftiger nach.

Keineswegs. Probieren Sie doch ihren nächsten Schweinebraten doch mal nach folgender Methode: 8 Stunden bei Niedrigtemperatur im Ofen, dabei jede Stunde mit einer dickflüssigen Marinade aus Honig, einem richtig schön torfigen Islay Malt und dunkler Sojasauce bestreichen. Die letzten 20 Minuten schalten sie den Grill dazu und lassen die Kruste schön karamellisieren. Definitiv ein Erlebnis. Süße und Rauch sind eine gewaltige Kombination. Südstaaten- und karibische Küche lassen grüßen.

Ich halte Katzen für überschätzt. Wir hatten mal eine. Beim Versuch, so ein Flugvieh aus der Luft zu angeln wurde sie selbst zu einem - jedenfalls für zwei Sekunden. Ich vermochte weder im Fenstersturz noch im folgenden Treppe hinaufhumpeln Eleganz zu erkennen.

In einem Punkt stimme ich Ihnen jedoch uneingeschränkt zu. Das war definitiv besser als Fernsehen.

Windwärgut
17. Oktober 2014 20:00

@ Nordländer
Man muss Pirincci , seine Art und seine Texte nicht mögen, aber wie trügen Sie denn Fußnoten, Quellenangaben und den ganzen wissenschaftliche Apparat lesenderweise vor, um Ihrem Verlangen nach weitgehender Ausdifferenzierung auch dabei gerecht zu werden?

Revolte
18. Oktober 2014 00:56

Julia Bähr empört sich seit 2009 im FOCUS vornehmlich über die Modesünden der Stars. Und das qualifiziert wohl allemal
zu einem Urteil über Jutebeutel.
Auf FOCUS liest man:

In dieser Zeit hat sie eine heftige Aversion gegen Leggings mit Leopardenmuster und Cocktailkleider mit Puffärmeln entwickelt.

Ihre eigene schlimmste Modesünde war ein lila-grüner Hosenrock, kombiniert mit lila Strumpfhosen, von dem sie als Kind restlos überzeugt war.

(hier: https://www.focus.de/panorama/boulevard/modesuenden/tid-18096/julia-baehr-die-kolumnistin_aid_503821.html)

Aber immerhin: sie hat Germanistik und Politik studiert.

@Realist

Sie ergötzen sich also an leidenden Tieren?

Langer
18. Oktober 2014 14:41

Das ist eine vollkommen daemliche Metapher, wenn ich mal ehrlich sein darf.
"Erst dachten wir, es liesse sich mit den Wespen kuscheln, doch dann stachen sie uns!"
"Und als der Loewe nur noch Loewenzahn frass, da verendete er!"
"Wenn sich der Apfel vom Baume loest, so faellt er zu Boden!"

Ach, nee!

Patriot
18. Oktober 2014 18:30

Sehr geehrte Frau Kositza, einfach mal ein Kompliment: Sie sind nicht nur optisch ein "Hingucker"..veredelt durch Ihre brillanten Texte und Ihre Wortgewalt.

Realist
18. Oktober 2014 21:25

Nein, aber ich gehe zum Lachen auch nicht in den Keller.

Schnippedilderich
19. Oktober 2014 02:10

LAPIDARE LYRIK

gk
verkauft kalender
die neue zeitrechnung
beginnt im jänner
patrioten
habt 8

Helga Müller
19. Oktober 2014 10:08

Freiglassene Stallkaninchen (ohne Begrenzung )können sehr schnell verwildern- das habe ich als Kind erlebt. ich bekam die nicht mehr in den Stall.
Lesenswert und doppeldeutig

Thomas Wawerka
19. Oktober 2014 19:51

„Also, wenn ich mich mit X oder Y unterhalte [meine Kinder], die klingen ja wie Du. Ihr indoktriniert die hoffentlich nicht!“ Niemals!

Ich finde, das ist eine Gratwanderung. Kinder stellen Fragen, und normalerweise nehmen sie sich die Eltern als Vorbild in ihrer Meinungsbildung. Kein verantwortlicher Vater, keine verantwortliche Mutter würde ein Kind indoktrinieren. Aber zur Verantwortung gehört eben auch, dass man die Fragen seines Kindes aufrichtig, nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Man kann ja seinem Kind nicht die gegenteilige Meinung vorspielen, um es zu "schützen".
Wenn meine Kinder mir politische oder historische Fragen stellen, versuche ich ausgewogen zu antworten. Ich sage "Viele denken soundso, andere soundso, ich denke das." Und dann versuche ich zu begründen, warum ich denke, was ich denke; wie ich zu meinem Urteil gekommen bin.
Ich stelle immer wieder fest, dass meine Kinder bestimmte Wertungen bereits getroffen haben, bevor sie mich fragen. Wenn diese Wertungen dem "Mainstream" entgegenstehen, sind sie irritiert und fragen nach. Ich denke, ein Kind ist keine tabula rasa. Meiner Beobachtung nach haben Kinder oft eine ... tja, wie sag ich's ... durchaus "konservative" Haltung. Vielleicht, weil sie Sicherheiten, Gewissheiten nötiger haben als Erwachsene.

Götz Kubitschek
20. Oktober 2014 07:04

und das wars wieder.
gruß aus schnellroda!

Ein Imker
23. Oktober 2014 01:31

Bin mal wieder zu spät und keiner liest es?

Frau Kositza ist für den Hinweis auf die Wespen zu danken. Bei mir in der Stadt war es ähnlich. Morgens um 5.30 Uhr das Badezimmerfenster auf und schon sitzt das bemitleidenswerte Dutzend (ohne Nest vor der Tür) drinnen - einzig um innerhalb der nächsten zwei Stunden von sich aus zu verrecken. Vermutlich aus Hunger. Ich habe Sie - trotz Kindern im Haus - schon gar nicht mehr eingefangen, um sie wieder rauszusetzen.

Und an die Diskuntanten:

1.
Ja, es gab dieses Jahr weniger Wespen als im Vorjahr. Wie auch bei den Bienen dürfte der gut zweiwöchige Kälteeinbruch im Frühjahr eine Rolle gespielt haben.

2.
Wenn Sie Imkern wollen, was unser Land dringend braucht (80 Prozent des Honigs muß importiert werden, während 60 Prozent unserer Großimker weit über 70 Jahre alt sind - es gibt also auch ein Imkersterben), dann ernten Sie Ihren Hong bitte NIEMALS im Winter, wenn Sie Ihre Tiere lieben.

3.
Lehrbuch jetzt im Herbst kaufen; Kontakt zum örtlichen Imkerverein aufnehmen; gebrauchtes Zubehör günstig besorgen; im Frühjahr die ersten Völker kaufen - DAS ist der richtige Weg.

4.
Bienenstiche - giftiger als Wespen - genießen!! Gut gege Rheuma und eine bescheidene Abhärtung für verweichlichte Bundesdeutsche. Stiche am Auge egnen sich gut für Krankenscheine, die wahrlich keinen "gelben Urlaub" bedeuten, aber das Ausschlafen ermöglichen. GRINS!

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.