Sezession
4. November 2014

Hans-Olaf Henkels AfD

Götz Kubitschek / 66 Kommentare

Das harte Urteil, die Demokratie sei die "Herrschaft der Minderwertigen", stammt aus der Feder des konservativen Revolutionärs Edgar Julius Jung. Wir schließen uns dieser Analyse, nicht jedoch der Wortwahl an: Mehrheiten zu bilden und als Vertreter einer bestimmten Masse von Wählern im Parlament zu agieren, kann (muß?) unappetitlich enden. Stehen wir damit endlich einmal in einer Front mit Hans-Olaf Henkel, jenem Europa-Abgeordneten der AfD, der sich für seine Parteimitglieder schämt (sofern sie nicht seiner Meinung sind)?

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Zur Erinnerung: Henkel äußerte vor ein paar Tagen in der ZEIT, er schäme sich ab und an in Grund und Boden für die Goldgräber, Ideologen und Karrieristen in seiner Partei. Ob er sich auch ein wenig für sich selbst schämt, weil er seit seinem Parteieintritt im Winter doch eine flotte Karriere hingelegt (Europa-Abgeordneter!) und erfolgreich nach Gold gegraben hat (rund 200 000 € kann ein MdEP jährlich an Gehalt, Spesen und Zulagen abschöpfen)? Vermutlich nicht, vermutlich hält er derlei für sich und seinen Anspruch für angemessen.

Die Rechten möchten er und seine Freunde aus der Wirtschaft jedenfalls gern aus der AfD "ausschwitzen", und weil Henkel in der Wirtschaft (und ein wenig im Jazz) unser Schicksal sieht, sind die Frontstellungen klar:

1. Hans-Olaf Henkel ist der AfD nicht beigetreten, weil unser Volk eine andere Politik verdient hat, sondern weil er - und nicht nur er - einen politischen Ersatz für die pulverisierte FDP sucht. Wie zu hören ist, bewerben sich auf die Referentenstellen der drei AfD-Landtagsfraktionen eine Menge Leute, die zuvor ihr Brot unter der liberalen Fahne verdient haben und nun einfach ein paar Büros weiter ihren Tisch aufstellen möchten. Das wird ganz im Sinne Henkels sein, der als Gesicht des großangelegten Liberalisierungsversuchs der AfD gelten darf.

2. Henkel ist zynisch wie jeder Liberale: Er redet gut von den Vielen, wenn er sie als Kunden und Käufer ansprechen möchte, schlecht, wenn er in ihnen so etwas wie eine störende, noch nicht geschmierte und eingekaufte Gewerkschaft sieht - und ganz schlecht, wenn er sie für nicht käuflich hält.

3. Wir stellen uns den Werdegang Henkels innerhalb der AfD etwa so vor: Beobachtung des politischen Börsenwerts der AfD und der FDP; Eintritt nach Sondierungsgesprächen mit Lucke; Durchmarsch in Spitzenämter aufgrund in Aussicht gestellter finanzieller Aufrüstung der Partei; Ärger darüber, daß die konservativen Ostverbände mit glänzenden Stimmanteilen Fraktionen bilden können; Kursbestimmungsversuche mittels Vorstandsanweisung; Verblüffung darüber, daß eine Partei etwas anderes ist als ein Unternehmen; Steigerung des Drohpotentials samt Abgrenzung von der eigenen Basis.

4. Eskalieren wird das alles, wenn im kommenden Jahr im Europa-Parlament die Abstimmung über das Freihandelsabkommen TTIP ansteht.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (66)

Birne Helene
4. November 2014 11:34

Wer kann mir die Frage beantworten:

1.) Ist es wahrscheinlich, dass es in einer Partei, AfD, dauerhaft einen Spagat zwischen libertären oder pseudolibertären FDP-HENKELS und nationalkonservativen Vertreten geben kann? Oder muss sich eine Kraft durchsetzen?

2.) Was passiert, wenn die FDP-Henkels gehen? Sind es dann noch 6 % der Wähler, die, die Partei wählen?

OR
4. November 2014 11:56

Henkels lobbyistisches gehabe hat ja nicht mit echter Liberalität, schon gar nicht mit den Libertären zu tun. Ein Widerspruch muß Liberalität und Konservatismus sicher nicht sein. Eine Figur wie Henkel passt da natürlich nicht rein, Lucke auch nicht.

Tom Prox
4. November 2014 12:08

Hans-Olaf Henkel ist für mich auch ein heimatloser FDP ler, der versucht
seine teilweise linksliberalen Grundüberzeugungen in der AfD zu implantieren. Dies wird ihm allerdings nicht gelingen wird, es sei denn Lucke ist selbst solch ein getarntes CDU/ FDP - U-Boot, was er allerdings noch geschickt tarnt, wenn es so wäre.

Die größte Unverschämtheit des H. O. Henkel war allerdings , dass er patriotische AfD - Parteimitglieder in AfD feindlichen Zeitungen beschimpft und mit Dreck beworfen hat . Dieses Verhalten ist für mich eine Charakterlosigkeit und Unverschämtheit.

Statt solche Differenzen innherhalb der AfD zu klären , gibt er der
libertären, deutschfeindlichen Presse neue Munition gegen seine eigene Partei. Sowas kann man auch als Dummheit bezeichnen. Da Lucke diese fiesen Henkel-Äußerungen nicht korrigiert hat, vermute ich , dass Lucke und Henkel solcherart Beschimpfungen von AfD-Parteimitgliedern ganz i.O. finden.

Das ständige Gerede des ehemaligen CDUlers Lucke über die Gefahr des Rechtpopulismus zeigt jedoch auf, wo dieser Mann wirklich steht.
Im Grunde ist er zwar gegen den Euro in seiner heutigen Form, der große Rest seiner politischen Überzeugungen paßt auch gut zur heutigen CDU.
Deswegen vertragen sich Henkel und Lucke auch sehr gut . Da paßt kein Papier zwischen die beiden.

Cicero
4. November 2014 12:12

@ Birne Helene

"Wer kann mir die Frage beantworten:
1.) Ist es wahrscheinlich, dass es in einer Partei, AfD, dauerhaft einen Spagat zwischen libertären oder pseudolibertären FDP-HENKELS und nationalkonservativen Vertreten geben kann? Oder muss sich eine Kraft durchsetzen?"

Eine Frage, die ich mir auch schon seit langem stelle. Dahingehende Erkenntnisse hatte ich schon von einem Gespräch zwischen Karlheinz Weißmann und André Lichtschlag in der Bibliothek des Konservatismus (s. Link) erhofft, wurde aber enttäuscht, da es nur im Allgemeinen dahinplätscherte und man sich wohl auch nicht wehtun wollte.

https://www.youtube.com/watch?v=pqRZTJQjS40

Auch von der Sezession hatte ich mir mal erhofft, dass sie zur Beantwortung dieser Frage etwas beiträgt, gewissermaßen als Think Tank zur Entwicklung einer Strategie wie die AfD erfolgreich werden könnte.
Denn ohne jeden Zweifel und bei aller Ungewissheit hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung ist die AfD das "Große Ding" dieser Tage in der deutschen Politik für jeden Patrioten.

Aber die Sezessionisten blicken lieber "amüsiert bis gespannt auf die kommenden Wochen und das Können jener Handwerker, die diesen Pudding an die Wand genagelt haben."

Nun denn ...

Ulf Friedrich
4. November 2014 12:15

Auch ein Herr Henkel wird in der Afd gebraucht!
Die AfD kann auf Dauer nur etwas verändern wenn auch Liberale in ihr eine Heimat finden. Das mag einigen Rechtskonservativen nicht gefallen, aber die Vielfalt der Meinungen in einer Partei ist das entscheidene Erfolgsrezept. Auch Herr Henkel sollte allerdings akzeptieren das Rechtskonservative in der AfD ihre Heimat gefunden haben. Beide Flügel sind auf einander angewiesen und sollten zu Wohl unseres Landes arbeiten. Es tut sonst leider keiner mehr.

Fenris
4. November 2014 12:15

Die AfD ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, dazu bedarf es keiner liberalen Übernahmeversuche eines politisch verblendeten Greises. Man braucht nur den Knaben Lucke zu sehen und weiß, daß diese Truppe Deutschland nicht retten wird. Egal, wie viele Wahlerfolge die AfD noch erringen mag, das alles hat rein temporären Charakter.

Wenn es nämlich einer identitären, intellektuell befähigten Gruppe oder Person gelänge, sich an die Spitze der leider völlig unterbelichteten HoGeSa - Bewegung zu setzen und dort entscheidenden Einfluß auszuüben, wären solche Fragestellungen in Kürze einfach ohne Bedeutung. Dann würde die Zukunft Deutschlands auf und von der Straße entschieden.

Das nackte Entsetzen war in den Augen der NRW Polizeiführer und ihrer politischen Vorgesetzten auf der Kölner Pressekonferenz bereits abzulesen. Da waren nur mehr Maikäfer, die zappelnd auf dem Rücken lagen.

Eine deutsche Horde - womit wir bei den oben angesprochenen Minderwertigen wären - stünde sozusagen bereit, allein es fehlt dieser an Disziplin, also der richtigen Ansprache, um ihr volles Potential in zielführenden Aktionen zur Entfaltung zu bringen. Diese Truppe ist alles, was noch übrig ist. Sie ist ohne unsere Hilfe aber in keinem Fall in der Lage, die Tragweite dessen zu erfassen, was uns allen droht, wenn sie sich weiter am Symptom "Salafismus" abreibt, anstelle die wahren Feinde Deutschlands zu bekämpfen.

Wir hier hätten es jetzt in der Hand, dieser Bewegung die richtige Form und Richtung zu geben, für etwaige Despektierlichkeiten ggü. kahlrasierten und tätowierten Schlägern ist nicht der richtige Zeitpunkt. Uns läuft die Zeit davon!

Wenn die gewaltige Masse der 60er Jahrgänge in Pension gehen, ist es jedenfalls zu spät, danach fehlt es im Wortsinne an zahlenmäßiger Schlagkraft. Viele 50er sind noch bei guter Kondition, in spätestens zehn Jahren geht hier diesbezüglich aber das Licht aus.

Vor diesem Hintergrund sollte ein einfacher Hinweis auf die unmittelbar bevorstehende Altersarmut https://jungefreiheit.de/wirtschaft/2014/immer-mehr-deutschen-droht-altersarmut/ ausreichen, um jedem klar werden zu lassen, was ihn und seine Kinder erwartet, wenn die Masseneinwanderung nicht nur gestoppt sondern umgekehrt wird.

Ich will auch keine zig Millionen kulturfremder Einwanderer in meinem Land haben, wenn die alle fleißig sind und deutsch lernen. Ich will mein Deutschland zurück, keine Alternative.

Unke
4. November 2014 12:18

Es ist ja nicht nur Henkel. Fragt sich halt, wer hier wen auszuschwitzen hat...

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
4. November 2014 12:23

@Birne Helene
1.
Eher ja. Siehe Grüne, Linke, SPD
2.
Eher ja. Ich verfolge täglich oder fast täglich die Umfragewerte der AfD auf wahlrecht.de
Es gab ein kleines Zwischentief, aber die Werte erholen sich, und bis jetzt scheint der Streit der AfD nicht zu schaden.
Einen Weggang Henkel verkraftete die AfD wahrscheinlich, ginge Lucke wäre dies wohl eine schwere Krise.

zum Artikel

Was ich an allen Analysen über die AfD, so auch dieser, vermisse, ist der Blick über die Grenzen.
Man kann die AfD, auch wenn sie dies vehement betritte, mit der österreichischen FPÖ, der Schweizer SVP, dem französischen FN, und der britischen UKIP vergleichen.
FPÖ und SVP scheinen bislang nicht aus ihrem 10-20% Getto raus zu kommen.
FN und UKIP dagegen scheinen auf dem Weg zu sein wirklich in ihrem Ländern etwas bewirken zu können. Marine LePen hat gute Chancen die nächste Präsidentin zu sein, und GB wird vielleicht aus der EU austreten, was der erste Schritt zur Wiedererringung der Volkssouveränität sein könnte.

Die AfD sollte sich nicht nur von der deutschen Hauptstrom-Presse den Takt schlagen lassen, sondern den Aufstieg anderen europäischer rechter Parteien analysieren.

TTIP sehe ich nicht als Bruchstelle der AfD. Einige werden dafür, einige dagegen stimmen. In der Partei wird über letztere Gegrummel geben, aber das wird es dann schon gewesen sein, so wie bei den Russland-Sanktionen.

derherold
4. November 2014 13:02

Ich bitte ... es war doch selbstverständlich, daß "man" einiges dafür tun würde, um die AfD ... wie auch jede Partei, die "kritisch" werden könnte ... zu unterwandern.

Da gibt es seit geraumer Zeit in der AfD auch einen "NATO-General", dessen Oeuvre bisher darin bestand, "überall" und "jederzeit" US- und NATO-Kriegseinsätze zu fordern, zu unterstützen, zu rechtfertigen ... selbstverständlich darf, soll, muß Deutschland dafür Soldaten stellen.

"Die AfD auf Dauer ... " man sollte nicht vergessen, daß die AfD in den letzten 15 Monaten, vor allem bei Bundestags- und Europa-Wahl, eine wichtige Funktion hatte: die FDP endgültig "platt zu machen". Das Schicksal dieser Partei bzw. das Wohlwollen des Medienapparates kann deshalb noch gar nicht abgeschätzt werden.

Man sehe sich zur eigenen Erheiterung schon das "Warmlaufen" der deutschen Ausgabe der Huffington-Post an. Da geht noch ´was ... ;-)

P.S Im übrigen ist Henkel seit Jahren kein "einflußreicher Wirtschaftsführer" mehr.

Roman
4. November 2014 13:16

Konservative sollten JETZT in die AfD eintreten, um beim Bundesparteitag der AfD Anfang 2015 mit abstimmen zu können, denn dieser Parteitag wird ein Mitgliederparteitag sein. Dort werden wesentliche Entscheidungen für die Zukunft der AfD getroffen. Die Frage ist, haben dort die Konservativen oder die Liberalen die Stimmenmehrheit?

Hartwig
4. November 2014 13:28

"Die AfD ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, dazu bedarf es keiner liberalen Übernahmeversuche eines politisch verblendeten Greises. "

Ich gebe zwar auf die AfD auch keinen Pfifferling (wenngleich ich ihr Emporkommen begrüße und wohlwollend sehe), aber wenn ich so etwas lese, dann ist das eine Verdrehung der Tatsachen. Henkel hin und Henkel her - die AfD war das Projekt von älteren, alten, teils greisen Herren, die in keiner Weise rechts zu verorten waren. Lucke, Starbatty, Gauland, Adam etc.
Die Übernahmeversuche kamen von rechts.

Hauptpunkt war und ist die Euro-Kritik. Die Euro-Kritik der AfD ist weitgehend ökonomisch begründet. Euro-Kritiker von rechts müssten aber im Kern kulturell argumentieren.
Eine funktionierende Währung vom Nordcap bis Sizilien wird alle Mentalitäten schleifen müssen. Deutscher Arbeitsethos am Mittelmeer (Merkel) - oder Siesta bis Finnland (Hollande, Renzi) - am Ende alles planiert.

RL
4. November 2014 13:33

@Fenris
dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.

Wir können uns unsere Verbündeten nicht mehr aussuchen, sondern müssen nehmen, was zu kriegen ist.

Das letzte Aufgebot halt.

Rumpelstilzchen
4. November 2014 13:54

Je vornehmer einer ist,
desto höflicher behandelt er den Niedrigen.

Ludwig Börne ( 1786-1837)

Diskussion hin oder her:
Eine Kraft wird sich von alleine durchsetzen, auch im Hinblick auf die unkontrollierte Einwanderung und die kommenden Altersarmut:
Die Kraft der "Minderwertigen".
Die Mittelschicht kann nicht ewig fliehen. Dazu ein guter Beitrag in der BN:
https://www.blauenarzisse.de/index.php/anstoss/item/4991-masseneinwanderung-und-klassenkampf
Kein Politiker sollte deshalb die " Minderwertigen " ausschwitzen wollen,
schon gar nicht die aus dem eigenen Volk ! Und die " Minderwertigen" aus Parallelgesellschaften werden ihre eigenen Politiker wählen.
Hans Olaf Henkel erhält also nicht den diesjährigen Börnepreis. Und auch der Toleranzpreis wird Christian Wulff nichts helfen !
Im Zweifelsfalle siegt Kategorie C. Ahu oder Allah, das ist die Frage.
Für einen geistigen Kreuzzug ist weder Henkel noch Lucke der Zuständige.

Rumpelstilzchen
4. November 2014 14:04

P.S.
Werden die ausgeschwitzt, die da so schwitzen:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/jugendorganisation-der-afd-jung-und-gar-nicht-naiv-13242815.html

Marcus Junge
4. November 2014 15:30

Fenris

Ebenfalls mein Zustimmung, man lese nur die Auslassungen der AfD zur Gründung (hab ich, auch hier, schon oft genug zu geschrieben).

Kleiner Unterhaltungshinweis:

Manfred Kleine-Hartlage und seine Auftritte zum Tag der Patrioten 03.10.2013 und 2014, bei Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=YuODuJKFn74

https://www.youtube.com/watch?v=jJ8j_hTwIAY

Derartige Reden und dann folgendes Handeln, wäre eigentlich Aufgabe der AfD, aber darauf kann man lange warten, gerade mit Lucke, Henkel oder Gauland. Bei Gauland denke man nur an seine Reaktion auf die HoGeSa und den Teilnehmerbericht vom AfD Gründungsmitglied Tatjana Festerling bei Journalistenwatch. Er wollte sie sofort rauswerfen und der zuständige Landesverband Hamburg hat das angekündigt (siehe ebenfalls Journalistenwatch, mit einem Artikel dazu).

Revolte
4. November 2014 15:52

@Waldgänger

Ja, ein wichtiger Hinweis, der Blick über die Grenzen.
Unsere Nachbarn haben allerdings, im Unterschied zur AfD, auch richtige Charakterköpfe in ihren Reihen: Marine Le Pen, die nicht zuletzt vom Nimbus ihres Vaters lebt, Oskar Freysinger, ein Langhaariger, der in seiner Freizeit Lieder auf der Akustikklampfe komponiert, die blonde Bestie Geert Wilders in den Niederlanden, die FPÖ mit Strache und freilich der mittlerweile leider aus dem BZÖ ausgeschlossene Ewald Stadler und dessen unvergessene Rede an den türkischen Botschafter. Kann man sich eine solche wunderbar-brachiale Wutrede von einem deutschen Parteisoldaten vorstellen?

Weil's so schön war...:
https://www.youtube.com/watch?v=fPdbKWenlI8

Ulrich von Hutten
4. November 2014 16:34

Die sogenannte „Liberalität“ Henkels beschränkt sich in wirtschaftlicher Hinsicht insbesondere auf den „freien“ Markt, den Kapitalismus; hinsichtlich staatstheoretischer Auffassung präferiert er eher eine atomistische Staatskonzeption. Beide Auffassungen sind aber Folgen eines depravierten Freiheits- und Menschenbildes; die Begriffsbestimmungen stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Forsetithing
4. November 2014 16:36

Wieso sollte man denn unbedingt gegen das Freihandelsabkommen sein?
Hier https://www.google.com/cse?q=TTIP&ie=UTF-8&cx=partner-pub-6066903695012313%3Agmy2pr7jaoy&sa=Suchen#gsc.tab=0&gsc.q=TTIP&gsc.page=1
kann man sich schön durchlesen, warum dumpfe Wirtschaftsfeindlichkeit eher unnötig ist. Übrigens könnte man im Gegenzug argumentieren, dass Sanktionen gegen Russland der deutschen Wirtschaft schaden. Wieso sollte ein Ausgleich zwischen den rechten/Nationalliberalen/Konservativen und den gemäßigt liberalen Parteiflügel nicht möglich sein?

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
4. November 2014 17:01

@Revolte

Ja die Niederlande vergaß ich, und Schweden (Schwedendemokraten) 12,9 %), Wahre Finnen (auch 12,9%) to be continued

Und das anlässlich der Wiederwahl von Obama von der Linken bejubelte Ende der Herrschaft von heterosexuellen, weißen Männern, muss auch verschoben werden.
Sogar das Zentralorgan der deutschen Sozialdemokratie räumt ein:

Selbst Demokraten liefen vor Obama - ihrem faktischen Parteichef - davon, als wäre er der Böse in einem Kettensägenfilm.

Die AfD wird sich wohl etabilieren, und zwar als "rechtspopulistische" Partei mit einem hoffenlich schwachen liberalen Flügel.
Die Frage wird nur sein, wie kommt sie raus aus dem 15% Getto, wie bekommt sie die die Macht etwas zu verändern in diesem unserem Lande?
Dazu braucht es wohl eine etwas heftigere Wirtschaftskrise.

Zadok Allen
4. November 2014 17:13

@ Cicero

Denn ohne jeden Zweifel und bei aller Ungewissheit hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung ist die AfD das „Große Ding“ dieser Tage in der deutschen Politik für jeden Patrioten.

Natürlich, wenn erst die AfD mit 5,8% im Bundestag sitzt, wird alles gut, die CDU kehrt zu den Düsseldorfer Leitsätzen von 1949 zurück, die GrünInnen begehen aus Frustration kollektiven Suizid, die Landnehmer fluten zu Millionen in ihre Heimatländer zurück.

Bezeichnend und amüsant übrigens, wie gänzlich unangekränkelt sich die AfD-Enthusiasten von den katastrophalen Fehlschlägen der vergangenen Jahre zeigen. Vom REP-Urschleim muß man gar nicht anfangen, es genügen die Stichworte Schill und Gauck.

Wer angesichts der sich türmenden Krisen und des Taumels der galoppierenden Verfallserscheinungen noch an die Reformierbarkeit der herrschenden Ordnung von innen heraus glaubt, ist zu beneiden.

Zumal: welche Ursache sollte die Herrschenden dazu bewegen, von ihrer totalen Macht auch nur das kleinste Krümelchen abzugeben? Sie müssen nur den Status quo aufrechterhalten, dann können sie ihre irrsinnigen Agenden ohne Abstriche umsetzen.

Ulrich von Hutten
4. November 2014 17:50

@ Forsetithing

"Wieso sollte man denn unbedingt gegen das Freihandelsabkommen sein?"

Weil ersten, wirklicher Freihandel nur zwischen wirklich Freien und Gleichen stattfinden kann und zweitens, es nicht das Ziel sein kann, sinnlos Wachstum zu generieren.

Ich habe den von Ihnen empfohlenen Artikel gelesen. Herrliche Propaganda. Ähnlichen Unfug habe ich in Bezug auf Europa und die Einführung des Euros vernommen: alle würden profitieren, die Wirtschaft würde prosperieren, Wohlstand für alle.

Ich kann auch nicht erkennen, dass die sogenannten vier Grundfreiheiten als Grundlage des europäischen Binnenmarktes den Wohlstand aller Europäer vermehrt hätte. Im Gegenteil. Und für die Wenigen, die profitierten, ist das lediglich erkaufte Zeit.

Also ich wiederhole: Wirklicher Freihandel ist nur unter wirklich Freien und Gleichen möglich.

Birne Helene
4. November 2014 17:51

Wenn man aus rechter Sicht Henkels Lage beurteilt, würde ich sagen, dass Henkel seinen Part erfüllt hat. Er lieferte sein "Ansehen" und machte die AfD mitunter wählbar. Nun sind die Wahlen gelaufen und auf Henkel und Co. muss man keine Rücksicht mehr nehmen. Letztlich ist auch Lucke keine Alternative für Deutschland und hinderlich. Da die Basis eher konservativer ist, wäre ein Umbau schon möglich. So wie Straß sagte, dass man mit den rechten Hilfstruppen nicht zimperlich sein darf, darf man auch mit den bürgerlichen Möchtegerns nicht zurückhaltend sein.

Eine Frage ist, wie dies medial vermittelbar wäre und auf die Wähler wirken würde..

Michaela
4. November 2014 18:18

@ Waldgänger
Keine Sorge, die heftige Wirtschaftskrise kommt, erste Ausläufer klopfen schon an unsere Türen.
Wer täglich https://hartgeld.com/ liest, weiß, was auf uns zukommt, und weiß sich zu schützen.

@ all
Auf die weitere Entwicklung meiner AfD bin ich als Mitglied auch gespannt. Persönlich würde ich einen gemäßigten Spagat zwischen konservativem und liberalem Gedankengut präferieren.
Wobei wir "die Minderwertigen" auf jeden Fall für uns gewinnen sollten, statt sie - wie Lucke kürzlich in einem Rundbrief - als "äh bäh" zu verteufeln.

Bernhard
4. November 2014 19:36

Von was für einer Partei wird hier eigentlich geredet?

Die AfD ist keine rechte Partei. Sie steht im Schatten der Altparteien und tut alles, um ja keine echte Alternative zu werden.

Was für ein dürftiges Programm!

Beispiele:
Gewährleistet das Programm einen Stop der Überfremdung? Nein!
Gewährleistet das Programm einen Stop der Islamisierung? Nein!
Gewährleistet das Programm einen Euro-Ausstieg? Nein!
Gewährleistet das Programm die Souveränität der BRD? Nein!
Gewährleistet das Programm eine Geschichtsrevision? Nein!

Dafür Abgrenzungen, Ausgrenzungen, innerparteiliche Auseinandersetzungen, Parteiausschlüsse, Drohungen, Missachtung von Parteitagsbeschlüssen, Gängelung der Basis, usw.

Mit Politikern, wie Henkel und Lucke, wird das sowieso nichts.

Die AfD ist keine Partei zur Wiederherstellung eines deutschen Deutschlands.

Nemo Obligatur
4. November 2014 19:59

Ich würde das alles nicht so pessimistisch sehen. Die AfD hat ihre historische Funktion erfüllt. Die Dinge sind einstweilen in Bewegung geraten. Als Sezessionist kann man daran anknüpfen. Realistisch betrachtet, werden die Sezessionisten sowieso nie die Mehrheit bekommen. Aber die sezessionistische Stimme hat in dem gegenwärtigen Klima eine etwas größere Chance, gehört zu werden. Man könnte auch sagen, das Meinungsklima im Lande ist liberaler geworden im Sinne des Wortes. Von drei Jahren hätte ein Henkel ja noch nicht einmal die Chance gehabt, sich über derlei "mißratene" Parteifreunde aufzuregen.

Dinkie
4. November 2014 20:37

Ohne die Basis kann die AfD-Führung ihre Pfründe & Prozente vergessen. Die Basis muss (und kann) die Führung vor sich hertreiben und zu klaren Positionierungen zwingen.

Nils Wegner
4. November 2014 21:21

@ Zadok Allen:
Danke für's thematische Zuvorkommen.

@ Cicero:
Der Name Institut für Staatspolitik ist seinerzeit nicht ohne Grund gewählt worden, um sich von eben jener trüffelschweinischen Stiftungs- und think tank-Chose abzugrenzen, die aufgedunsen genug ist und die keine ehrliche, an Kategorien statt PR orientierte Politik bräuchte.
Im übrigen hat der Verweis auf die patria besseres verdient, als zur moralischen Erpressung mißbraucht zu werden.

Simon
4. November 2014 22:12

Die AfD kann als rein konservative, rechte Partei keinen Erfolg haben, weil es einfach nicht genug Wähler gibt, die bereit sind eine solche Partei trotz öffentlicher Diffamierung zu wählen. Sonst hätte es vorher schon eine der anderen Rechtsparteien geschafft.

Deutschland lässt sich mit Frankreich, Österreich oder einem anderen europäischen Land vergleichen. In keinem anderen Land ist der Begriff "rechts" und das Nationale so stigmatisiert wie in Deutschland. In Frankreich nennt sich selbst UMP "rechts" und in Österreich gehen die Uhren sowieso anders.

Ob einma das nun gefällt oder nicht, die AfD ist nur so weit gekommen, weil die führenden Köpfe der Partei seit Jahrzehnten zum politischen System der Bundesrepublik gehören. Einen Lucke, Henkel oder Starbatty konnten die Medien nicht so leicht in die rechte Ecke stellen, weil die Leute wissen, dass sie nicht rechts oder konservativ sind. Diese liberale Führungstruppe ist so etwas wie der Schutzschirm für die Konservativen in der Partei.

Wenn Lucke, Henkel und Starbatti weg sind, dann ist die AfD innerhalb von einem halben Jahr auch weg. Denn dann werden die Konservativen, die an ihre Stelle treten, von den Medien gnadenlos zerfleischt werden und ein Großteil der Wähler der AfD wird ihr den Rücken zu wenden, weil deutsche Wähler anders als französische nicht gern in der Schmuddelecke stehen. Sie wird dann so enden, wie jede Partei rechts on der Union früher oder später endet.

Endweder finden die innerhalb der AfD zwischen der liberalen Führung und der konservativen Mitgliederbasis einen Weg Kompromisse auszuhandeln und einen Status quo herzustellen, so wie die Grünen das mit Realos und Fundis machen und die Linke mit dem Reformflügel und den Alt-SEDlern, oder sie landet auf dem deutschen Parteienfriedhof.

Hooligan
4. November 2014 22:40

@Simon:
warum denn so Lucke-lastig? Gauland, von Storch, Höcke & Co würden volkommen ausreichen. Im Gegenteil: mit denen könnten auch die Normal-Bewohner der BRD mehr anfangen, weil die ihre Schnauze richtig aufmachen.

muotis
4. November 2014 23:22

Ich möchte den Vorrednern nicht in die Parade fahren, aber die AfD ist ebenso egal wie alle anderen Parteien auch. Dasselbe gilt für UKIP, Front National etc. Die Todessehnsucht einer ganzen Zivilisation hält man nicht durch Wahlen auf, denn sie haben uns überhaupt erst an diesen Punkt geführt, von dem aus es kein Zurück mehr gibt. Die Massen sind hier, und sie werden nicht mehr gehen und wir selbst haben kein Recht mehr, Besserung zu verlangen. Wer offenen Auges durch unser Land geht, wünscht ein schnelles Ende. Es wird kommen, wie Botho Strauß hofft: Wir Deutschen werden zur Minderheit im eigenen Land, und etwas besseres kann uns vielleicht gar nicht passieren. Denn vorher werden wir nicht erkennen, um was es geht: nämlich unsere bloße Existenz. Solange wir noch über Wahlalternativen, Renten und Karrieren schwadronieren, ist mit uns kein Krieg zu gewinnen. Und der hat schon längst begonnen. Nur, weil er nicht offen und mit Waffen geführt wird, sollten wir nicht an bloße Verwirrung in Zeiten des Friedens glauben, die mit dem Kreuzchen an der richtigen Stelle aufgelöst werden kann.

Trouver
4. November 2014 23:48

Fuer mich ist es auch kein Widerspruch in sich, die Nationalen und die Liberalen koennen sich in einem und demselben Verein wiederfinden. Siehe Nationalliberale Partei, Stresemann war einer der Expinenten.

Zum Thema Henkel. Es ist bedauerlich, dass parteiinterner Streit zur gruenen Freude am laufenden gehalten wird. Es ist nur die Frage drr Selbstdisziplin.

Distelherz
5. November 2014 06:05

Die FDP stagnierte seit 1949 bei Bundestagswahlen in einem schmalen Stimmenkorridor, der immer von wahltaktischen Leihstimmen abhängig war und bei Ausbleiben dieser die Partei auch in Vergangenheit schon um den Einzug in den Bundestag hat bangen lassen, etwa 1968. Vgl. https://www.wahlrecht.de/ergebnisse/bundestag.htm

Grund hierfür war die sehr kleine Stammwählerschaft aus Selbständigen und Freiberuflern, die der Partei völlig zurecht in den Ruch einer Besserverdienendenpartei gebracht hat, was sich auch anhand der Programmatik verifizieren ließ.

Die FDP-Politik war immer (auch wenn ihre Vertreter dies natürlich bestreiten würde) eine Politik, die die Interessen des kleinen wohlhabenden Teils der Gesellschaft und der Wirtschaft GEGEN die unteren Einkommensgruppen und das "Prekariat" durchzusetzen suchte. Ausgleichender Faktor war in Zeiten der Regierungsbeteiligung immer der größere Koalitionspartner, hieß er nun CDU oder SPD.

Eine (national?-)konservative Alternative braucht hingegen die Unterstützung eines breiten Querschnitts der Bevölkerung durch alle Einkommensschichten, sonst verfehlt sie sowohl ihren eigenen politischen Anspruch als auch die Aussicht auf Wahlerfolge. Mithin darf sie keine Spagat-Partei sein, sondern muß eine Sammlungspartei werden. Das funktioniert aber nicht mit den Henkels dieser Welt.

Ob eine Partei wie die AfD jedoch überhaupt das Potential hat, wie auch immer sie inhaltlich ausgerichtet ist und wie groß ihre Wahlerfolge zukünftig auch sein mögen, in unserem Land einen entscheidende Kehrtwende einzuleiten, wage ich zu bezweifeln.

Rumpelstilzchen
5. November 2014 08:43

Henkel habe es sich nicht vorstellen können, daß es in der AFD nicht nur Akademiker gebe..

Die Unterschätzung des einfachen Volkes zeugt von unerträglicher Arroganz.
Es leben die " Minderwertigen".
https://s2.lemde.fr/image/2014/09/04/534x0/4481625_6_1919_detournement-d-une-image-de-la-victoire-de_6cd306cf0ff68879b5b2ddfffecba8db.jpg

Simon
5. November 2014 11:13

warum denn so Lucke-lastig? Gauland, von Storch, Höcke & Co würden volkommen ausreichen.

Gauland gehört für mich zu der Führungsriege etablierter Politiker, auch wenn er sich hin und wieder mit Henkel und Lucke zofft. Er war immerhin schon Leiter der Hessischen Staatskanzlei und der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Der Konservatismus von Gauland ist im Grunde auch ein sehr Liberaler, orientiert an englischen Vorbildern.

Storch und Höcke sind noch zu unbekannt und brauchen noch mehr Erfahrung besonders im öffentlichen Auftreten und dem Umgang mit den Medien.

Rainer Gebhardt
5. November 2014 12:01

Wer die Entwicklungen in der AfD betrachtet, hat die seltene Gelegenheit den Zustand und die Lage unseres Landes wie unter Laborbedingungen beobachten zu können. Alles kommt hier zusammen, alles brodelt in einem Topf: liberales vs. konservatives Wirtschaftsdenken, nationale Selbstbestimmung vs. Globalismus und Zentralismus; Mittelstand vs. Bankenoligarchie, Wertschöpfung vs. Geldschöpfung, Werterelativismus vs. Wertekonservatismus, Demokratie von unten gegen Demokratie von oben, linksliberal vs. rechtsliberal, national vs. antinational (bitte ergänzen!).

Die AfD ist zunächst einmal nicht mehr als Sand im Getriebe des gut geschmierten Parteienstaates. Und das ist schon viel in einem Staat, dessen Vertreter den Souverän offensichtlich nur dann anrufen, wenn sie von ihm gewählt werden wollen. Ich halte die AfD deshalb immer noch für einen Glücksfall. Und das, was da gerade in der Führungsriege und zwischen Parteispitze und Basis passiert, kann man je nach Perspektive und Erwartungshaltung als Kollateralschaden oder Kollateralgewinn betrachten. Enttäuschend aber, daß die AfD sich so leicht aus dem Ring schubsen läßt, indem sie ständig den “rechten Hut“ aufsetzt, den man ihr zuwirft und entrüstet ausruft: „Der paßt uns nicht!“ Wer sich auf dieses Spielchen einläßt, hat dessen Regeln bereits akzeptiert. Er setzt sich nicht nur unter Rechtfertigungsdruck - ihm wird die Arschkarte solange zugesteckt, bis er aufgibt. Wenn die AfD nach jedem vergifteten Wurm schnappt, den man ihr hinhält, wird sie damit beschäftigt sein, ihn wieder auszuwürgen. Und irgendwann wird sie auf die Frage „Was wollen Sie eigentlich?“ nur noch mit moralischen Bekenntnissen antworten. Wie hilflos das aussieht, erleben wir jedes Mal, wenn die Basis aufmuckt und etwas existentiellere Fragen stellt als die nach Geld und Posten im politischen Establishment.

Henkel war mir eigentlich nie unsympathisch. Aber der Mann hat ein Problem: das Basisvolk ist ihm unheimlich; die latschen einfach ins Herrenzimmer, trampeln auf dem Perserteppich herum und wollen ehrliches Brot statt luffiger Baisertörtchen. Das Volk ist halt immer eine Plage, wenn es mehr will als nur den Karren aus dem Mist ziehen. Vielleicht sollte ihm (Henkel) jemand mal sagen, daß Deutschland mehr zu verteidigen hat als eine kaviarliberale Welt und die Dukaten, die ein paar Großverdiener im Keller vergraben haben.

Ulrich von Hutten
5. November 2014 12:03

@ Bernhard

"Dafür Abgrenzungen, Ausgrenzungen, innerparteiliche Auseinandersetzungen, Parteiausschlüsse, Drohungen, Missachtung von Parteitagsbeschlüssen, Gängelung der Basis, usw."

Nehmen wir die jüngsten Beispiele: Döring und Festerling.
Warum müssen diese beiden in alle Welt ihre Auffassung zur HeGeSa-Demonstration hinausposaunen? Konnten die damit die innerparteiliche Willensbildung in irgendeiner Weise in ihrem Sinne positiv gestalten bzw. beeinflussen? Oder haben die nicht nur sich geschädigt, sondern andere gleich mit, weil die Reaktion der Medien vorhersehbar war, die Reaktion der Landesführung ebenso?
Warum können diese Leute nicht einfach still für ihre Positionen werben oder stecken andere Absichten dahinter?
Zurecht wird gegen politikunfähige Poltergeister vorgegangen.

Dass es in der AfD an Karrieristen, denen die neue Partei zum Broterwerb dient, nur so wimmelt, ist klar und auch eine ganz normale politische Erscheinung. Damit beginnt aber leider auch der Opportunismus, der zu Abgrenzung, Ausgrenzung und innerparteilichen Konflikten führt. Die politischen Trennlinien hierbei sind unscharf, sie werden aber zum eignen Vorteil genutzt. - Parteipolitik ist kein idealistisches Geschäft.

Henkels, Gaulands, Luckes oder Starbattys politische Überzeugungen halte ich hingegen schon für authentisch. Dennoch würde ich sie als depraviert bezeichnen.

"Was für ein dürftiges Programm!" - Papier ist geduldig und Programme sind nicht für die Ewigkeit, sondern werden immer noch von Menschen gemacht. Entscheidend ist also das politische "Personal". Noch hat die AfD keine festen Strukturen, ohne Krawall ist nach wie vor vieles möglich.

Ulrich von Hutten
5. November 2014 12:16

@ Simon

„Endweder finden die innerhalb der AfD zwischen der liberalen Führung und der konservativen Mitgliederbasis einen Weg Kompromisse auszuhandeln …“

Als politische Partei hat die AfD nur mit einem konservativen und sozialen Profil eine Chance sich dauerhaft im politischen Spektrum zu behaupten.
Der politische Liberalismus hingegen ist eine Totgeburt, er ist eine destruktive Erscheinung: Intuitiv spüren dies ja auch die meisten Menschen, die intuitiv wiederum überwiegend konservativ und sozial denken.
Wenn die AfD also Flügel benötigt, dann einen konservativen und einen sozialen Flügel, wobei der wirkliche Konservative – und das im wahrsten Sinne des Wortes – das Soziale, Ökologische und Freiheitliche (im eigentlichen Sinne liberal) in sich vereint.

Trouver
5. November 2014 14:37

Der politische Liberalismus hingegen ist eine Totgeburt

Wie, bitte?

Ist Florida ein totes Baby? Ich dachte bisher, es ist eine Halbinsel, wo der Deutsche mehr Rechte hat, als er JE in Deutschland hatte!

Simon
5. November 2014 15:00

Also bei der Bundestagswahl hatte die AfD eine halbe Million Wähler von der FDP und 300.000 Wähler von der Linken. In den neuen Bundesländern konnte sie mit unzufriedenen linken Wählern und Nicht-Wählern gewinnen. Aber die Bundestagswahlen 2017 werden in Westdeutschland entschieden und da gibt es diese für Ostdeutschland typischen Protestwähler so nicht. Sondern da muss die AfD vor allem bürgerliche Wähler aus der sogenannten "Mitte" gewinnen und die interessieren sich schon dafür, was mit ihren Ersparnissen ist und ob sie mehr Steuern zahlen sollen.

Diese Wähler haben ökonomisch einigen zu verlieren und wählen die AfD eben auch deshalb, weil sie sich durch die Eurokrise und Einwanderung in ihrer bürgerlichen Existenz bedroht sehen. Dafür braucht man dann auch Politiker, denen die Leute "Wirtschaftskompetenz" zu trauen. Man kann sich ja gerne darüber aufregen, dass vielen Leuten die Sicherung ihres Lebensstandards wichtiger ist als konservativer Idealismus. Nun kann sich aber seine Wähler nicht backen. Die AfD ist eben auch deshalb erfolgreich, weil sie von Leuten geführt wird, denen die Leute zu trauen, dass sie Ahnung von Wirtschaft haben.

Man sollte sich da gar nichts vor machen, wenn es nicht im Zuge der Eurokrise soviele Bürger geben würde, die Angst um ihren Wohlstand haben, würde es die AfD nicht geben. Das ist auf jeden Fall mein Eindruck auch aus meinem beruflichen und privaten Umfeld. Vielleicht gibt es ja jemanden, der andere Erfahrungen gemacht hat. Meine Erfahrung ist, dass sich die Leute für Themen wie kulturelle Identität, Souveränität oder Geschichtsbewusstsein, Abtreibung usw. nicht interessieren. Dafür, dass ihr Geld nach Griechenland geht und sie mit ihren Steuern jetzt hundert tausende von Flüchtlingen finanzieren sollen, interessieren sie sich hingegen sehr wohl.

Bernhard
5. November 2014 18:16

@ Ulrich von Hutten

Mir ist schleierhaft, wie Sie auf den Namen Ullrich von Hutten hier kommen. Der war doch eine Nummer härter als die AfD und würde heute bestimmt nicht in so einer seichten, weichgespülten Bürgerpartei Mitglied sein. Der "hat es gewagt" - wie die Leute von der Kölner Demo.

Hutten wollte das Reich. Er wollte ein breites Bündnis von Stadt, Land und Adel gegen die volksfeindliche Obrigkeit. Gewalt war für ihn ein adäquates Mittel.

Alleine die Unverschämtheit von Lucke, den Mitliedern vorzuschreiben, ob sie an einer Demo teilnehmen oder wenn sie sie "billigen", diese mit dem Parteiausschluss zu bedrohen, sagt doch alles über diese Leute.

Hoffentlich kommt bald ein neuer Ullrich von Hutten und zeigt uns den Weg in die Freiheit.

Ulrich von Hutten
5. November 2014 20:11

@Trouver

Ist Florida ein totes Baby? Herrliche Assoziation. Ich musste unwillkürlich lachen. Wenigsten haben sie Humor.

Aber kann es sein, dass Sie Freiheit mit Beliebigkeit verwechseln? Viele Rechte zu haben, sagt noch nichts über die Befähigung zur Freiheit aus oder zur Qualität von Freiheit und schon gar nicht, was Freiheit überhaupt ist.

Ceterum_Censeo_
5. November 2014 21:06

Mich stört das Kleinklein. Ja, natürlich gibt es Probleme in einer neuen und schnell gewachsenen Partei wie der AfD. Und natürlich fremdelt Henkel mit gewissen Kreisen in der Partei. Nennen wir sie beim Namen: mit den Ossis.

Ich selbst bin vor gar nicht langer Zeit aus einer AfD-Veranstaltung in Berlin-Pankow kopfschüttelnd vorzeitig gegangen, weil's irgendwann nicht mehr zu ertragen war, was da geflüstert und diskutiert wurde. SED-Doktrin, wo man hinhörte und auch 25 Jahre in Freiheit haben nicht gereicht, den DDR-Geschichtsunterricht wenigstens zu relativieren. Und dennoch ist da immer auch gesunder Menschenverstand - man kann rechnen und für sich selber denken - und daher rührt in meinen Augen der aktuelle Erfolg der AfD, der bisher ein ostdeutscher Erfolg ist.

Der Weg aus dem Kleinklein ist für mich folgender: Als es Ende der 80er im Gebälk knirschte und ZEIT und SPIEGEL übereinstimmend meldeten, es könne etwas passieren, habe ich, zu jung damals, erst ex post gespürt, wie es sich anfühlt, wenn etwas sich "andeutet".

Das ist heute wieder so. Es deutet sich etwas an. Man kann etwas spüren. Mit der FDP ist ein Teil des alten Bonner Konsens' gestorben und die nächsten werden die GRÜNEN sein, die noch nicht gemerkt haben, daß sie mehr als gewonnen haben und damit schlichtweg überflüssig geworden sind. Immer neue Maximalforderungen sind nicht mehr vermittelbar.
Die von Rotgrün gepeppelten Bürgerkrieger der "Antifa" und der "Autonomen" haben jahrelang vorgemacht, was alles geht, Landfriedensbruch und Polizisten lebensgefährlich verletzen und dafür letztlich nur zu 2 Wochen Sitzpinkeln verurteilt werden. Jetzt melden sich die anderen, die Schläger, Ultras, und wie sie sich sonst noch nennen, alles nicht meine Freunde, und zeigen, was dann eben auch gehen könnte, nämlich einfach mal ein paar Salafisten aufmischen und den Kandidaten zeigen, was ihnen blühen kann. Da gehört Scheid dazu (ist selten geworden) und dafür haben sie meinen Respekt.

Rotgrün, das mittlerweile bis tief in die CDU hineinragt, reagiert nicht nur hysterisch via eigene Medienmacht, nein, sie haben die Hosen gestrichen voll, weil sie ahnen, daß wieder etwas im Gebälk knirscht. Für Rotgrün ist bald Schluß mit lustig. Laßt uns dieses Ziel nicht kaputtreden.

Souveräne Beharrlichkeit ist jetzt gefragt.

Ulrich von Hutten
5. November 2014 21:27

@ Simon

"Also bei der Bundestagswahl hatte die AfD eine halbe Million Wähler von der FDP und 300.000 Wähler von der Linken."

Das Problem dabei ist, dass man Wählern nicht in den Kopf schauen kann, welche politischen Überzeugungen sie tatsächlich haben. Wenn eine Partei mehr Netto von Brutto verspricht, kann sie schon mal 15 Prozent erreichen, auch wenn der eigentliche Kern der Wählerschaft normalerweise nur bei 2-3 Prozent liegt, so wie bei der FDP. – Im Übrigen, die Neue Mitte-Studie der Uni Leipzig sagt über die Wähler der AfD etwas ganz anderes aus. Die AfD-Brille ist nicht immer hilfreich und schon gar nicht die von Henkel.

"… da muss die AfD vor allem bürgerliche Wähler aus der sogenannten „Mitte“ gewinnen und die interessieren sich schon dafür, was mit ihren Ersparnissen ist und ob sie mehr Steuern zahlen sollen."

Wie definieren Sie den bürgerlichen Wähler der sogenannten Mitte, reicht die vom Zahnarzt bis zum Handwerksgesellen?

"Diese Wähler haben ökonomisch einigen zu verlieren und wählen die AfD eben auch deshalb, weil sie sich durch die Eurokrise und Einwanderung in ihrer bürgerlichen Existenz bedroht sehen."

Welche Wähler meinen Sie? Diejenigen Wähler, die ökonomisch etwas zu verlieren haben, wählen nach wie vor die CDU, letzte Umfrage: 41 Prozent. Und gerade da, wo die CDU strukturell stark verankert ist, ist es besonders schwierig, neue Wähler für die AfD zu erschließen.

"Dafür braucht man dann auch Politiker, denen die Leute „Wirtschaftskompetenz“ zu trauen."

Trauen Sie Henkel Wirtschaftskompetenz zu? Nun gut, Irrtümer haben ihren Wert. Was ist, wenn die Koordinaten und die Axiome von vorherein nicht stimmen?
Im Übrigen, in der kritischen Symptombeschreibung unterscheiden sich Henkel, Starbatty, Luke und Wagenknecht, Gysi oder Bartsch kaum. Man könnte meinen, Liberalismus und Marxismus sind zwei Seiten einer Medaille.
Reicht Ihnen eine kritische Symptombeschreibung für das Etikett Wirtschaftskompetenz schon aus?
Da finde ich, dass ein Karl-Albrecht Schachtschneider als Nichtvolkswirtschaftler wesentlich mehr Wirtschaftskompetenz besitzt als ein Henkel. Können Sie diese Auffassung teilen?
Zu empfehlen ist insbesondere seine Schrift „Demokratie versus Kapitalismus“.
Vielleicht können Sie nachvollziehen, warum die AfD-Führung eher Henkel präferierte. Immerhin hat sich Schachtschneider weniger häufig geirrt als der Wirtschaftsfachmann Henkel.
Im Kapitalismus geht es aber um mehr Schein als Sein und um die Beherrschung gedrechselter Phrasen, um Netzwerke. Wer das beherrscht, wird dann als kompetent apostrophiert.
Veränderung beginnen im Kopf und dies ist ein langwieriger Prozess. Realpolitisch ist es aber, von Wahl zu Wahl zu denken. Insofern kann ich ihre weiteren Gedanken sehr gut nachvollziehen.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
5. November 2014 22:06

Setze Dich an den Nil und warte und Du wirst die Leichen Deiner Feinde vorbeitreiben sehen.
(ägyptisches Sprichwort)

Das System zerlegt sich selbst. Die Nomenklatura will das Land mit "Flüchtlingen" fluten- so weit so schlecht.
Nur wenn man gleichzeitig einen Mindestlohn einführen will, passt das nicht so recht zusammen. Wovon sollen die "Flüchtlinge" denn mittelfristig leben? Rentable Arbeitsplätze mit Mindestlohn in der Freien Wirtschaft gibt es nicht allzu viele für sie.

Doch auch dazu meint die SED (Sozialdemokratische Einheitspartei Deutschlands == C(S)DU-SPD-LINKE-GRÜNE) die Lösung zu kennen:

Nahles-kuendigt-eine-Milliarde-fuer-Arbeitslose-an

Lohnkostenzuschüsse bis zu 100% für Langzeitsarbeitslose plus persönlichem "coach".

Wer steht noch bei Aldi an der Kasse, wenn es fast dasselbe Geld in einen stressfreien Job vom Amt gibt?

Und wo soll das Geld herkommen?

Die Idee wird scheitern wie alle staatlichen BEschäftigungsprogramme seit den franz. Nationalwerkstätten

Es ist wichtig für die AfD in der kommenden Wirtschaftskrise Wirtschaftskompetenz auszustrahlen. Dazu braucht es eben die Henkels und Luckes.

it's the economy, stupid.

FdF!
5. November 2014 22:51

Henkel war gestern, AfD-Hochschulgruppe Mannheim ist heute. Keine Verbindungen in universitären Räumlichkeiten und mehr Vegetarisches in der Mensa. Das ist kein Witz, sondern deren Wahlprogramm!

Ich hätte so gerne noch ein bischen geträumt, aber die bittere AfD-Realität hat uns schon eingeholt.

Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob noch was geht oder man den Karren im PC-Sumpf versinken lässt.

Buxe
5. November 2014 23:39

Herr Kubitschek bringt es auf den Punkt. Das hätte man nicht besser schreiben können.

Trotzdem eine Anmerkung: In der AfD wimmelt es von Polizisten, Richtern, Rechtsanwälten und Staatsanwälten. Sind die dort aktiv geworden auf der Suche nach einer neuen FDP oder "Wirtschaftspartei"????? Nein! Sie waren auf der Suche nach einer Rechtspartei, die auch das Ausländerproblem anpackt, das selbst in wenig ausländerbesiedelten Regionen mal einen halben Gerichtstag vereinnahmt, dessen Kosten mehrerer Steuerzahlers Jahresaufkommen in wenigen Stunden verschlingt. Wirtschaftspartei....? Dafür haben wir im Herbst 2013 und Frühjahr 2014 keine Flugzettel verteilt.

Nordlaender
6. November 2014 00:46

@ FdF!

"Monate werden zeigen, ob noch was geht oder man den Karren im PC-Sumpf versinken lässt."

Eine Resthoffnung, daß ein wohlgefälliger Kreis schließlich doch noch zu einem RECHT-Eck mutieren könnte? Na denn.

@ Waldgänger

"Es ist wichtig für die AfD in der kommenden Wirtschaftskrise Wirtschaftskompetenz auszustrahlen."

Neben der bedauerlichen Legalisierung sogenannter Freizeitbekleidung in öffentlichen Räumen im letzten Jahrhundert ist die Kompetenz (z.B. die Ersetzung des Bürgerlichen Rechnens durch Mathematikkompetenzen z.B.) DER zweite Hauptgrund für den Untergang unserer abendländischen Zivilisation. Soweit die schlechte Nachricht.

Nun die gute: Begabte, die sich mit einer ausgeprägten Inkompetenzkompensierungskompetenz sehr gut aufgestellt haben, werden von diesem Untergang nicht viel mitbekommen.

Simon
6. November 2014 02:27

Also ich finde das die Ausführungen von Beatrix von Storch zu den verschiedenen Säulen der AfD da schon in die richtige Richtung gehen.

https://www.freiewelt.net/die-drei-saeulen-der-afd-10045030/

Brunsbert
6. November 2014 04:00

Der Landesparteitag in Hessen wird zeigen wohin die Reise geht.

Bleibt der eher linke Konservativenhasser Nickel im Amt oder wird er gar Generalsekretär, wie es die Junge Freiheit im Video von der Buchmesse andeutet, dann ist in der AfD für Konservative kein Platz mehr. Man geht dann Richtung linksgefärbter FDP ohne Euro.

Hessen wird die Entscheidung bringen..........

Ulrich von Hutten
6. November 2014 10:04

@ Bernhard,

„Gewalt war für ihn ein adäquates Mittel.“

Der historische Hutten hat also seine Ideen erfolgreich mit Gewalt durchsetzen können, ebenso wie Müntzer?
Oder war nicht Luther mit seiner Strategie der Gewaltfreiheit wesentlich erfolgreicher, sodass er nachhaltiger wirken konnte?

Ulrich von Hutten
6. November 2014 10:24

@ Waldgänger

„Und wo soll das Geld herkommen?“

Fragen Sie doch einfach mal bei Goldman&Sachs, bei der Bank of America, Black Rock etc. pp. nach.
Aber Vorsicht, die wissen sich zu wehren. Insofern dient die Politik der Nahles und Schäubles als Narkotika, um den einfältigen Menschen eine Trennung von Wirtschaft und Politik zu suggerieren.

„Wer steht noch bei Aldi an der Kasse, wenn es fast dasselbe Geld in einen stressfreien Job vom Amt gibt?“

Das ist systemimmanent so gewollt. So kann Black Rock stressfrei „sein“ mehrere Billionen umfassendes Vermögen weiter unkontrolliert und ohne Anstrengung quasi mühelos mehren. Derweil zerfleischen sich die Kleinen darüber, wer denn nun mit wieviel Mindestlohn an der Aldi-Kasse sitzen darf.

Des Weiteren kann ich Ihnen James Glattfelder empfehlen. Es sind nur 14 Minuten. Hier werden auch sinnvolle Fragen gestellt:

https://www.ted.com/talks/james_b_glattfelder_who_controls_the_world?language=de

Was verstehen Sie unter Wirtschaftskompetenz?

Martin
6. November 2014 13:05

Wer steht noch bei Aldi an der Kasse, wenn es fast dasselbe Geld in einen stressfreien Job vom Amt gibt?

So ein Blödsinn - Gerade Aldi ist für seine recht guten Löhne in der Branche bekannt, auch Lidl zahlt nicht schlecht.

Die wahren Niedriglöhne liegen ganz wo anders.

OT Ende

Trouver
6. November 2014 14:41

Aber kann es sein, dass Sie Freiheit mit Beliebigkeit verwechseln?

Viellecht, vielleicht. Was ist dann für Sie Freiheit, werter Freund?

Viele Rechte zu haben, sagt noch nichts über die Befähigung zur Freiheit aus oder zur Qualität von Freiheit und schon gar nicht, was Freiheit überhaupt ist.

das ist ein interessanter Punkt.

Meinen Sie womöglich diesen el-classico-Unterschied "Freiheit wozu ist nicht gleich Freiheit wovon"?

Unsere grünen Mitmenschen pflegen neuerdings wieder diese alten sozialistischen Leier zu reaktivieren: "Die Freiheit ist die Verantwortung".

Aha.

Und die Nichteinhaltung dieser Verantwortung gilt geahndet.

Simon
6. November 2014 15:22

"Fragen Sie doch einfach mal bei Goldman&Sachs, bei der Bank of America, Black Rock etc. pp. nach."

Ein Großteil von den "Billionen", die die Banken haben, ist nicht mehr Papier, das sobald es aus dem Depot genommen und auf den Markt geworfen wird, sofort seinen Wert verliert. Solange das Zeug nur als Buchung auf irgendeinem Konto der Zentralbank steht, merkt keiner den Bluff. Würde der Staat das einfach konfiszieren und versuchen damit die Renten zu bezahlen, würde die Inflation den Wert der Renten sofort auffressen. Allein in Deutschland stehen drei Mal mehr Kredite in den Büchern der Banken als es überhaupt Realwirtschaft gibt. Auch ein Großteil der Aktien sind komplett überbewertet. Der ganze Eurozirkus wird ja nur aufgeführt, um zu verhindern, dass die Menschen merken, dass der Kaiser nackt ist.

Diese ganze Geldblase im Finanzsystem ist eine rein fiktive Größe. Ein reale Größe sind hingegen die Millionen alten Menschen, die in Zukunft versorgt werden müssen und der Mangel an jungen, gut ausgebildeten Arbeitskräften. Deutschland im Jahr 2030 wird ein gewaltiges Altenheim sein mit Millionen von Demenzkranken. Die Steuern und Abgaben steigen deshalb von ganz allein, die Frage ist nur, ob die Jungen dann noch die Motivation und die Bereitschaft haben, sie zu bezahlen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sowohl die FDP als jetzt auch die AfD vor allem von jüngeren gewählt wurde. Das sind die Leute, die wissen, dass sie viel einzahlen, aber nicht mehr viel herausbekommen werden.

Bernhard
6. November 2014 18:29

@ Ullrich von Hutten

Warum nennen Sie sich dann nicht Luther? Der predigte aber auch Gewalt gegen aufständische Bauern, nicht-taufbereite Juden, usw.

Ob Gewalt sinnvoll ist oder nicht, entscheidet letztlich das Ergebnis bzw. der Sieger. Ich bin kein Befürworter der Gewalt. Sie ist aber mehr oder weniger überall gegenwärtig. Das müssen wir akzeptieren. Ebenso müssen wir die Seite wählen, auch wenn die Wahl einer Seite nicht optimal ist.

Hutten hat es jedenfalls gewagt, wenn auch vergeblich. Und wir?

"Die Enkel fechten´s besser aus..."? Nein, dann ist es zu spät. Wir sind die letzten, die noch was ändern können.

Magnus Göller
6. November 2014 18:47

Ich frage mich schon, weshalb eine Partei, die NICHT für die volle deutsche Souveränität steht, anderes Elementare mehr, was mein Vorredner Bernhard oben schon dargelegt hat, bei Patrioten überhaupt Beachtung finden und gar noch Hoffnungen wecken kann.

Revolte
6. November 2014 22:13

@M. Göller

Weil man inzwischen nach jedem Strohhalm greift.
Ich persönlich hoffe, dass durch den Erfolg der AfD andere Kräfte Hoffnung schöpfen und sich formieren, dass weitere Parteien mit fundamentaleren Bestrebungen gegründet werden, weil sie sehen, dass es doch möglich ist, das Parteienkartell zu brechen...wenn es auch schwer fällt, überhaupt noch daran zu glauben.

Dum spiro, spero.

RL
7. November 2014 09:32

@Revolte

Und bevor das passiert, ist es schon zu spät,
denn dann, sind wir schon in Alemanistan.

Wir haben keine Zeit mehr.

Rumpelstilzchen
7. November 2014 10:44

Na ja, vielleicht ist das ja eine brauchbare Synthese ?

https://www.pi-news.net/2014/11/ich-bin-rechtsanwalt-und-hooligan/
Hat was. Man könnte sich eine riesige Werbeaktion dazu ausdenken.
Kreative vor.

Ulrich von Hutten
7. November 2014 14:23

@ Trouver

Wenn Sie das Wesen der Freiheit bestimmen wollen, müssen Sie gleichzeitig eine Wesensbestimmung des Menschen vornehmen.

Das Wesen einer Sache ist durch sein Werk/seine Tätigkeit bestimmbar. Daher macht deren Erkenntnis die Erkenntnis des Wesens der jeweiligen Sache selbst aus. Hierbei kann eben nicht die Depraviertheit einer Sache/eines Wesens (s. z. B. Hobbes) Ausgangspunkt der Betrachtung sein, sondern – hier der Menschen – der sich auf beste Weise verhält.

Auf den Menschen bezogen heißt das also, dass die ihm eigentümlichen Tätigkeiten Ratio und Intellekt sind, freilich erst als auszubildende Vermögen. Denken muss hierbei als Unterscheidungsfähigkeit definiert und sollte nicht, wie fälschlicherweise seit Descartes, mit dem Bewusstsein gleichgesetzt werden. Das Bewusstsein ist lediglich ein Begleitphänomen des Denkens. Dies trifft übrigens auf Lust oder Unlust, Wille, Gefühl - s. Kant, der das anders sieht - gleichermaßen zu, die keine eigenständigen Quellen von Erkenntnis darstellen. Sie sind jeweils Begleiterscheinungen der jeweiligen Denk- und Erkenntnisakte. Demnach ist die Wahrnehmung auch schon ein Denkprozess, wenn auch nur in gebundener Form.
Die Befähigung zu Ratio und Intellekt ist also die eigentliche Natur des Menschen. Der Mensch als dem Menschen ein Wolf, der sich angeblich im Naturzustand im Krieg aller gegen alle befindet, ist die depravierte Form des Menschen, bedingt durch die Verfehlung seiner eigentlichen Natur.
Insofern ist die die Entfaltung und Vollendung der intellektuellen und rationalen Vermögen des Menschen als die ihm naturgemäßen Fähigkeiten die Aufgabe des Einzelnen wie der Gemeinschaft. Erst so kann Freiheit entstehen. Freie Selbstbestimmung gibt es erst bei dem, der aus einem Wissen um das für ihn wirklich Gute handelt und nicht bei demjenigen, der von scheinbaren Vorteilen oder Augenblickszwängen abhängig, getrieben wird. Umgekehrt, eine Gesellschaft, die einen Nervenkitzel nach dem anderen produziert, schafft Abhängigkeit und Unfreiheit. Eine solche Gesellschaft suggeriert, dass alles gleichermaßen und unterschiedslos bedeutsam sei. Wenn Unterschiede verschwinden, wird es gleichgültig, ob etwas notwendig oder nicht notwendig, nützlich oder schädlich, bedeutend oder lächerlich ist. Die Folge der Gleichheit des Gleichen und Ungleichen und damit das Nicht-mehr-unterscheiden-Wollen führt zu einer maßlosen Perspektivverzerrung: die geringste Lust wird zum elementarsten Lebensbedürfnis; dies kann endlos fortgeführt werden. Am Ende steht dann das, was Hobbes als Krieg aller gegen alle bezeichnet. Erst die Nivellierung von Unterschieden ermöglicht die "Diktatur".
Freiheit bedeutet also Unterscheidungsfähigkeit zu lernen, um das für sich selbst wirklich Gute zu verwirklichen.
Freiheit existiert nicht von Natur aus schon absolut, sondern ist in uns nur potentiell angelegt. Die Freiheit - nach liberalem Verständnis absolut gesetzt, ohne es plausibel zu begründen - ist auch nicht Grund dafür, dass Menschen durch einen Vertrag einen Staat gründen, sondern es ist die Einsicht in die Bedürftigkeit und Endlichkeit des Menschen selbst. Nur in der Gemeinschaft kann der Mensch sich als Mensch voll entfalten. Wissenschaftler, Künstler oder Handwerker ergeben als Eremiten keinen Sinn, nur im Austausch können sie sich als das betätigen und entwickeln, was sie sind. Individuum und Staat müssen demnach kein Gegensatz sein. Im Gegenteil.

Ulrich von Hutten
7. November 2014 14:29

@ Bernhard,

"Hutten hat es jedenfalls gewagt, wenn auch vergeblich."

Es ist nicht sinnvoll, vergeblich etwas zu wagen.
Mich interessiert Hutten als Humanist.

Trouver
7. November 2014 15:05

Wenn Unterschiede verschwinden, wird es gleichgültig, ob etwas notwendig oder nicht notwendig, nützlich oder schädlich, bedeutend oder lächerlich ist.

Die Unterschiede verschwinden nie, lieber Freund.

Man hat's versucht, man hat's bewiesen: selbst bolschewistische und maoistische Maßnahmen fruchteten nichts.

Wir brauchen uns demnach keine Gedanken machen. Was ich mit ultraliberaler Florida meinte ist, kurz und bündig aufgefasst, das Komparativ "Dominik Brunner und George Zimmermann unter lebensgefährlichen Umständen".

Ulrich von Hutten
8. November 2014 10:36

@ Trouver,

Sicher, Unterschiede werden nie verschwinden. Dies berührt aber nicht die von mir beschriebene Problematik: der Einzelne wie auch die Gemeinschaft/Gesellschaft/Staat können die Aufgabe, Freiheit und damit Unterscheidungsfähigkeit zu entwickeln, verfehlen.

Dies war, ist und wird immer möglich sein. Die Geschichte hat nicht aufgehört, ihre tragischen Dispositionen zu treffen. Insofern müssen wir uns sehr noch Gedanken machen.

Ulrich von Hutten
8. November 2014 11:40

@ Simon

Haben Sie sich schon mal mit Black Rock beschäftigt? Die verwalten ein Vermögen von ca. 4 Billionen Dollar. Momentan ist das für die Wenigen, die dieses Vermögen besitzen, keine fiktive Größe.
Die von mir oben genannten Banken werden als systemrelevant bezeichnet. Ein Hart IV- Empfänger oder ein Rentner sind nicht systemrelevant. Sie wissen, was das bedeutet?
In dem 14-minütigen Video von James Glattfelder werden noch einige weitere Banken genannt, die alle miteinander vernetzt sind. Es sind die genannten Finanzinstitute, die die Politik "beherrschen".
Haben Sie sich das Video angeschaut?

„Ein reale Größe sind hingegen die Millionen alten Menschen, die in Zukunft versorgt werden müssen und der Mangel an jungen, gut ausgebildeten Arbeitskräften.“

Würden Sie bitte einmal definieren, was Sie unter Mangel verstehen?
Wie viel Krankenkassen gibt es in Deutschland und wie viel Mitarbeiter arbeiten im Verwaltungsapart dieser Kassen?
Kann es sein, dass das Mantra des Mangels ein Märchen ist?

Lassen Sie mich auch einmal kurz in die Zukunft schauen:
Der demographische Wandel ist keine Katstrophe, die Technik macht es möglich. Menschen werden freigesetzt, die viel zu Vielen werden nicht mehr benötigt. Bürgerkrieg.
Nicht mehr Wirtschaftswachstum ist die Maxime, sondern wirtschaftliches Gesundschrumpfen. Die Menschen haben erkannt, dass exponentielles Wachstum unmöglich ist. Weniger ist mehr. Die Qualität ist entscheidend und nicht irgendein x-beliebiges Quantum.

„Das sind die Leute, die wissen, dass sie viel einzahlen, aber nicht mehr viel herausbekommen werden.“

Solange diese Leute nicht durchschauen, wie ein kapitalistisches Wirtschaftssystem funktioniert, werden sie immer diejenigen sein, die zu viel einzuzahlen. Veränderungen beginnen im Kopf und nicht mit politischen Parteien.

Zu guter Letzt noch ein altägyptisches Sprichwort: „Ein Drittel von dem, was die Menschen essen, essen sie, um selbst zu leben, zwei Drittel, damit die Ärzte zu leben haben.“

Diese auf den Elementarbereich menschlicher Bedürfnisse bezogene Erfahrung stellt den liberalen Glauben, dass das Wesen des Menschen durch reines Nützlichkeitsdenken geprägt sei oder auf den Selbsterhaltungstrieb zu reduzieren wäre, in Frage.

Also, wenn Frau v. Storch von einer liberalen Säule spricht, dann wäre es schon interessant zu wissen, ob das genau jener liberale Glaube ist, der seinen Ursprung aus der Überzeugung speist, der Mensch sei durch Nützlichkeitsdenken oder reinen Selbsterhaltungstrieb gekennzeichnet.
Was meinen Sie?

Simon
8. November 2014 17:12

" Jener liberale Glaube ist, der seinen Ursprung aus der Überzeugung speist, der Mensch sei durch Nützlichkeitsdenken oder reinen Selbsterhaltungstrieb gekennzeichnet."

Nach meinem Verständnis von Liberalismus geht es dabei um Rechtsstaat, Bürgerrechte wie Meinungsfreiheit und das Recht über sein Eigentum frei verfügen zu können. Das schließt eben auch ein, dass nicht ein Großteil des Vermögens weggesteuert wird.

"Der demographische Wandel ist keine Katstrophe, die Technik macht es möglich."

Das setzt aus, dass "technischer Fortschritt" unabhängig von der demographischen Entwicklung ist. Technik wird aber von Menschen gemacht und erfunden. Technische Innovationen fallen aber nicht vom Himmel. Sie werden von einem kleinen Prozent der Bevölkerung vor allem in den westlichen und asiatischen Ländern verwirklicht und gerade dieser Teil der Bevölkerung schrumpft. Gerade Akademikerinnen bleiben ja in der Regel kinderlos oder haben nur wenige Kinder. Hinzu kommt, dass ältere Leute für technische Neuerungen nicht mehr so offen sind. Das sieht man ja heute schon in Deutschland, wo es kaum mehr möglich ist eine Autobahn zu bauen.

Was das Vermögen von Blackrock und den Banken angeht. Dieses Vermögen existiert zu großen TEilen in der Form von Krediten, Kreditbündelungen, Zertifikaten, Derivaten, Aktie und Anleihen.
Also im wesentlichen in Form von Papier. Die hier angegeben "Vermögen" haben sich seit den siebzigern komplett von den realen WErten dahinter gelöst. Aktien sind aber nur das wert, was die Firmen damit produzieren, Anleihen sind nur so gut wie der Kreditnehmer und die anderen Finanzprodukte, die darauf aufgebaut sind, sind noch wackeliger.

Ich bin stoltzer Besitzer von mehreren Trillionen Deutscher Reichsmark, macht mich das jetzt zum Trilliardär?

Ulrich von Hutten
9. November 2014 11:52

@ Simon

„Nach meinem Verständnis von Liberalismus geht es dabei um Rechtsstaat, Bürgerrechte wie Meinungsfreiheit und das Recht über sein Eigentum frei […].“

Sie beschreiben lediglich einige äußere, notwendige Faktoren, die Freiheit ermöglichen können, aber nicht, was Freiheit ist und wie sie entwickelt werden kann. Dazu benötigen Sie eben auch die inneren Faktoren.

Außerdem, Ihr rein äußeres Verständnis von Liberalismus ist für mich austauschbar, denn ich könnte genauso gut schreiben: Nach meinem Verständnis von Konservatismus, Republikanismus oder nach meinem Verständnis von Demokratie geht es um Rechtstaat, Bürgerrechte wie Meinungsfreiheit …

Nehmen wir aber mal das Beispiel Meinungsfreiheit. Aus einem britischen Memorandum über die Aufgabenteilung des deutschsprachigen Dienstes der BBC und des NWDR aus dem Jahre 1945 können Sie folgenden interessanten Sachverhalt entnehmen:
„Um seine Hörer zu behalten und wirksam eine neue Tradition im deutschen Rundfunk zu bilden, darf sich der Nordwestdeutsche Rundfunk nicht zu offensichtlich mit der ‚Umerziehung’ der Hörer befassen.“
(In einem anderen Strang wurde bejammert, warum sich so wenige deutsche Künstler mit der deutschen Teilung und der Berliner Mauer auseinandergesetzt haben, warum dies so ist, können sie u. a. aus diesem Sachverhalt entnehmen.)

Wenn unter dieser Prämisse sämtliche Medien gegründet werden, kann man da noch vorbehaltlos von Meinungsfreiheit sprechen, wenn im eigentlichen Sinne die Aufgabe dieser Medien die Manipulation ist („nicht zu offensichtlich“ solle man sich mit der „Umerziehung“ beschäftigen)?

Oder nehmen Sie Artikel 10 des Grundgesetzes und schauen sie sich folgendes Video mit dem Historiker Foschepoth an, der erklärt, wie Siegerecht zu deutschem Recht wurde und damit Überwachung des Bundesbürgers von US-amerikanischer Seite völlig legal ist, obwohl Artikel 10 ein Grundrecht darstellt:

https://www.youtube.com/watch?v=hmIKtCizAAY

Wenn uns also von offizieller politischer Seite in Schauspielermanier erklärt wird, dass Deutschland mit der Unterzeichnung des Zwei+Vier-Vertrages souverän sei, dann spricht dies nicht den Tatsachen.

Wenn wider besseres Wissen von der Verwirklichung von Souveränität und Freiheit und Bürgerechten gesprochen wird, diese aber in der Realität konterkariert werden, ist dies nicht ebenfalls Manipulation zu nennen? Sind Sie, wenn Sie als Bürger über die tatsächlichen Zusammenhänge nicht informiert sind und Ihnen die Möglichkeiten vorenthalten werden, wirklich souverän und frei?
Was nützen Ihnen die vielen Medien, wenn diese aus der dumpfen Masse, die dumpfe aufgeklärte, scheinfreie Masse machen und nicht wirkliche Freiheit „schmecken“ lassen?
Muss ich Ihnen weitere Beispiele nennen, die aufzeigen, dass die vielen Medien in essentiellen Fragen äußerst manipulativ und eingeschränkt informieren.
Ich empfehle von Uwe Krüger „Meinungsmacht“.

„Sie werden von einem kleinen Prozent der Bevölkerung vor allem in den westlichen und asiatischen Ländern verwirklicht und gerade dieser Teil der Bevölkerung schrumpft.“

Die Wenigen werden völlig ausreichen. Aber: Weder Sie noch ich können in die Zukunft schauen und Gewissheiten verkünden. Im Übrigen, die Volkswirtschaftler auch nicht.

„Gerade Akademikerinnen bleiben ja in der Regel kinderlos oder haben nur wenige Kinder.“

Meinen Sie etwa die Sozialpädagog_innen oder Erziehungswissenschaftler_innen, die beispielsweise so hervorragende Theorien zur Inklusion verfassen?
Die Akademiker, die ich kenne, haben alle zwei, drei gar vier Kinder. Die wissen, dass ihre Kinder künftig im liberalen Sinne mit den Fachkräften aus aller Welt um die qualifizierten Arbeitsplätze konkurrieren werden, die wissen auch, dass die Bio-Deutschen durch einen künftig gesetzlich eingeführten Migrantenbonus klar im Nachteil sein werden.

„Ich bin stoltzer Besitzer von mehreren Trillionen Deutscher Reichsmark, macht mich das jetzt zum Trilliardär?“

Wenn Sie Dollar besäßen, mit dem die ganze Welt bezahlt, dann sicher. Ihr Beispiel ist also absurd.

Ich gehe davon aus, dass Sie sich nicht mit BlackRock beschäftigt haben:

https://www.focus.de/finanzen/boerse/laurence-fink-blackstone-chef-boerse-schattenmann-regiert-die-ganze-welt-vier-billionen-7_id_3538131.html

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