PEGIDA in Dresden, ein Spaziergang und ein Lommel von der AfD

Gestern Abend haben die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands" (PEGIDA) erneut ihren

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Mon­tags­spa­zier­gang durch Dres­den gemacht – ich den­ke, daß es rund 4000 Teil­neh­mer waren, die sich die­sem Bum­mel anschlos­sen. Ich bin hin­ge­fah­ren, um mir die PEGIDA als ein Bei­spiel für die aus dem Nichts ent­ste­hen­den Pro­test­be­we­gun­gen und Bür­ger­initia­ti­ven anzu­se­hen – der eige­ne Ein­druck ist wich­ti­ger als das Aus­wie­gen von Pres­se­be­rich­ten auf der einen und Ver­laut­ba­run­gen der Ver­an­stal­ter auf der ande­ren Sei­te. Was also war los, ges­tern, in Dresden?

Man sam­mel­te sich – mobi­li­siert über face­book und mitt­ler­wei­le sicher­lich auch über Mund-zu-Mund-Pro­pa­gan­da – am Ran­de des Alten Mark­tes im Zen­trum Dres­dens. Die Poli­zei hat­te eine Gegen­de­mons­tra­ti­on abge­drängt. Weder die Auf­takt­kund­ge­bung der PEGIDA, noch der Gang und der Abschluß wur­den gestört.

Die Atmo­sphä­re war fried­lich, unauf­ge­regt und gemüt­lich, ein paar Deutsch­land­fah­nen waren dabei, ein paar Trans­pa­ren­te, auf denen der Radi­ka­lis­mus und Fana­tis­mus jeder Coleur abge­lehnt wur­de. Es gab kei­ne Tril­ler­pfei­fen, kei­ne Sprech­chö­re, kei­ne Anspan­nung, kei­ne Wagen­burg­men­ta­li­tät auf­grund einer Bedro­hungs­la­ge, und wegen die­ser gera­de­zu aus­dif­fe­ren­zier­ten Harm­lo­sig­keit ver­wun­dert es doch, daß der Pro­test­zug zur guten Hälf­te aus Män­nern unter 40 bestand.

Der Red­ner Renè Jahn, ein schlan­ker, gro­ßer Herr mit einem pro­tes­tan­ti­schen Gesicht, ver­kör­per­te den Geist und die Hal­tung des Abends: Im unnach­ahm­li­chen Dres­de­ner Säch­sisch berich­te­te er davon, daß er das Ver­trau­en in die Poli­zei behal­ten, jenes in die Poli­tik und die Medi­en indes ver­lo­ren habe, denen er Ver­leum­dungs- und Kri­mi­na­li­sie­rungs­ver­su­che vor­warf. Wer die PEGIDA mit Nazis ver­glei­che, habe kei­ne Augen im Kopf und kön­ne anschei­nend weder lesen noch nach­fra­gen. Man bit­te daher die Teil­neh­mer des fünf­ten Spa­zier­gangs erneut dar­um, sich nicht pro­vo­zie­ren zu las­sen, gewalt­frei zu bum­meln, kei­ne uner­wünsch­ten Trans­pa­ren­te und Fah­nen zu zei­gen, kei­ne Pres­se­fra­gen zu beant­wor­ten und – vor allem – auf Pro­vo­ka­teu­re in den eige­nen Rei­hen zu ach­ten: “Jeder von uns ist heu­te ein Ord­ner, jeder muß sei­ne Nach­barn im Blick behalten.”

Das klapp­te ganz und gar, und die Punk­te, die der Red­ner zum Auf­takt noch ver­las, wirk­ten in jeder Hin­sicht dämp­fend: Man for­der­te Ein­wan­de­rungs­be­stim­mung nach dem Vor­bild Kana­das, Aus­tra­li­ens, der Schweiz und Süd­afri­kas; man for­der­te stär­ke­re Grenz­kon­trol­len, här­te­re Maß­nah­men gegen straf­fäl­li­ge Zuwan­de­rer, die Abschie­bung reli­gi­ös radi­ka­li­sier­ter Mos­lems und eine Besin­nung auf das jüdisch-christ­li­che Erbe des Abend­lan­des. Man wol­le das eige­ne Land wie­der lieben.

Die Reak­ti­on auf dem Platz var­ri­ier­te je nach Aus­sa­ge zwi­schen anstän­di­gem Klat­schen und kräf­ti­ge­rem Applaus, letz­te­rer bran­de­te auf, wenn ein paar här­te­re Wor­te fie­len und eine For­de­rung auf den Punkt gebracht wur­de. Das Bemü­hen der Ver­an­stal­ter, die Fried­lich­keit, Dia­log­be­reit­schaft, Nor­ma­li­tät, Bür­ger­lich­keit und Offen­heit des Pro­tests her­aus­zu­strei­chen, war jedoch stets offen­sicht­lich – und ist wohl die rich­ti­ge Strategie.

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Ich bin mir sicher, daß am kom­men­den Mon­tag min­des­tens 5000 Leu­te mit­ge­hen wer­den, und bei allem Ver­ständ­nis für die Posi­tio­nie­rung der PEGIDA: Der Ton darf ruhig einen Zacken schär­fer wer­den, das geht auch unter Bür­gern. Gehen die Leu­te im Ernst auf die Sra­ße, um gegen Sala­fis­ten oder ein syrisch-ira­ki­sches Kali­fat zu demons­trie­ren? Trifft es zu, daß 4000 Leu­te die Tole­ranz ver­tei­di­gen und zu die­sem Zweck dem Land den into­le­ran­ten Radi­ka­lis­mus abfei­len wollen?

Einer trug ein selbst­ge­mal­tes, klei­nes Schild, auf dem stand: “Die Tole­ranz ist die letz­te Tugend einer ster­ben­den Gesell­schaft.” Ich habe den Trä­ger die­ser The­se spä­ter nicht mehr gefun­den, scha­de, er war inter­es­sant und wenigs­tens ein biß­chen scho­nungs­los.

Und so paßt auch das Abschluß­bild auf dem Post­platz zum gesam­ten Auf­tritt des Bünd­nis­ses: Auf Wunsch des Red­ners schal­te­ten die Teil­neh­mer ihre Han­dy-Lich­ter an und reck­ten sie über ihre Köp­fe: Flämm­chen der Hoff­nung auf Wahr­neh­mung eines sanf­ten Drucks, des Drucks der Tole­ranz gegen die Into­le­ranz. Es bran­de­te dabei der Ruf “Wir sind das Volk” in einer Wel­le über den Platz, aber eben nur in einer Wel­le. Ich wie­der­ho­le mich, wenn ich notie­re, daß dies (auf par­tei­po­li­ti­schem Feld ver­gleich­bar mit der AfD) viel­leicht das der­zeit ein­zig mach­ba­re in unse­rem Land ist. Und natür­lich gibt es eines: die Macht der gro­ßen Zahl, wenn da dem­nächst 20 000 Leu­te mitspazieren.

Apro­pos AfD: Hier noch die Dres­de­ner Reso­lu­ti­on des “brei­ten Bünd­nis­ses” gegen die PEGIDA. Man beach­te die Unter­zeich­ner, vor allem den aller­letz­ten. Wenns also nicht ein­mal dazu reicht, ver­hal­te­ne Bür­ger aus dem eige­nen Vor­feld gegen “brei­te Bünd­nis­se” zu unter­stüt­zen, wozu solls dann noch gut sein, daß man im Par­la­ment sitzt?

„Die Fra­ge, wie wir mit Men­schen in Not umge­hen, ist die Nagel­pro­be für uns alle“

(Erklä­rung von Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den des Dresd­ner Stadt­ra­tes und der Oberbürgermeisterin)

Im Herbst 1989 gin­gen tau­sen­de von Dresd­ne­rin­nen und Dresd­nern auf die Stra­ße und rie­fen: “Wir sind das Volk!”. Die­ser Ruf steht seit her als Sym­bol für Demo­kra­tie. Demo­kra­tie bedeu­tet für uns mehr als Volks­herr­schaft. Demo­kra­tie beruht auf der universellen
Aner­ken­nung der Menschwür­de als Grund­la­ge allen staat­li­chen Handelns.
25 Jah­re nach den Ereig­nis­sen im Herbst ́89 wird von eini­gen ver­sucht, den Ruf “Wir sind das Volk!” auf unse­ren Stra­ßen umzu­deu­ten. Dres­den ist eine welt­of­fe­ne Stadt. Dres­den ist eine welt­weit aner­kann­te Kul­tur­me­tro­po­le. Dass das so ist, haben wir den­je­ni­gen zu ver­dan­ken, die uns 1989 einen Neu­an­fang und die heu­ti­ge Lebens­qua­li­tät erst ermög­licht haben. Die­ser Neu­an­fang hat aber auch sehr viel damit zu tun, dass Men­schen aus allen Him­mels­rich­tun­gen in unse­re Stadt gekom­men sind und Deutsch­land und die Welt uns unterstützten.

Wer das nicht glaubt, soll­te sich zwei Fra­gen stel­len: Wo stän­den wir heu­te in Kul­tur, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft? Was wäre aus der Frau­en­kir­che gewor­den? Der Ruf „Wir sind das Volk!“ steht für Frei­heit, Demo­kra­tie und Men­schen­wür­de. Es ist des­halb selbst­ver­ständ­lich, dass wir vor dem Hin­ter­grund die­ses Ver­mächt­nis­ses soli­da­risch sind.
Soli­da­risch mit denen, deren Leben in ihrer Hei­mat gefähr­det ist.
Soli­da­risch mit denen, die bei uns Schutz suchen. Soli­da­risch mit denen, die kei­nen ande­ren Weg mehr sehen, als ihre Hei­mat zu ver­las­sen. Die Fra­ge, wie wir mit Men­schen in Not umge­hen, ist die Nagel­pro­be für uns alle. Wir wis­sen, dass das kei­ne ein­fa­che Fra­ge ist. Wir neh­men die Sor­gen und Anre­gun­gen der Dresd­ne­rin­nen und Dresd­ner sehr ernst und küm­mern uns dar­um. Kei­ne Ant­wort ist: Men­schen zu bedro­hen, die hier Schutz suchen. Kei­ne Ant­wort ist: Men­schen zu beschimp­fen, die sich um Hil­fe­su­chen­de kümmern.
Unse­re Ant­wort ist: Wir stel­len uns gemein­sam die­sen Auf­ga­ben, hel­fen Sie uns hier­bei. Hei­ßen Sie Men­schen in Not willkommen.

Erst­un­ter­zeich­ner:
Hel­ma Orosz, Oberbürgermeisterin
Jan Don­hau­ser, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, CDU-Fraktion
André Schol­lbach, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, Frak­ti­on Die Linke
Chris­tia­ne Fili­us-Jeh­ne, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de, Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grünen
Tho­mas Löser, Frak­ti­ons­vo­sit­zen­der, Frak­ti­on Bünd­nis 90/Die Grünen
Dr. Peter Lames, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, SPD-Fraktion
Bernd Lom­mel, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der, AfD-Fraktion

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Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (43)

Arkanthus

18. November 2014 11:26

Jetzt laßt doch erstmal den Nährboden für Künftiges entstehen. Für eine Revolution á la ´89 geht es uns immer noch zu gut. Ein Initialereignis wie Terror, ein besonders perfider Mord aus dem Asyl-Milieu o.ä. hat noch nicht stattgefunden. Diese Pegida- und Hogesa-Leute drücken sich eben erstmal in der Sprache des Zeitgeists aus. Dass sie schon in der Ruhe vor dem Sturm zumindest rausgehen, ist für sich schon beachtlich. Damit wird Mut geschaffen.

Der Gutmensch

18. November 2014 11:34

Man, das ist ja wieder ein Satz zum Sterben: "25 Jahre nach den Ereignissen im Herbst ́89 wird von einigen versucht, den Ruf “Wir sind das Volk!” auf unseren Straßen umzudeuten." Vor ungefähr 25 Jahren saßen wir im Unterricht unseres cholerischen Chemielehrers, der sich aufgerufen fühlte, zu den damaligen Montagsdemos Stellung zu nehmen. Er baute sich also vor uns auf, fing leicht an zu spucken - wie bei ihm üblich, wenn es ihm ernst war und das war es ihm immer - und uns bedrohlich zu fixieren und geiferte: "Ja, da gehen einfach welche auf die Straße und reißen dabei auch noch Zitate von Rosa Luxemburg völlig aus dem Zusammenhang!" Unser junges Leben war uns zu teuer, als dass wir darauf irgendwie reagiert hätten. Aber wir alle wussten, welches Zitat er meinte, und es ziert bis heute ausgerechnet das Verlagshaus des Neuen Deutschland: "Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden". Tja, wenn man partout alleine spielen will, gibts die dusseligsten Eigentore - und das war ein besonders denkwürdiges. Wenige Wochen später war der Spuk vorbei und der Chemielehrer spuckte bloß noch mißmutig in Richtung des leeren Büros der Pionierleiterin, die als erste Ratte des pädagogischen Kollektivs das sinkende Schiff in Richtung Westen verlassen hatte. Danach wurde nicht alles besser; aber für wenige Monate konnte man das wirklich glauben (oder wir waren einfach noch jung genug für solche Überzeugungen). Ich frage mich, woran die jungen Menschen heute glauben mögen. Einen "Westen" gibts nicht mehr ...

CitizenKane

18. November 2014 12:04

Klasse, dass Sie dort waren, Herr Kubitscheck!

Habe die Sache auf PI verfolgt.
Die Kommentare, teilweise „Vor Ort“ Berichte, haben mich gefesselt und berührt.
Insbesondere, welches Potential an emotionalem Patriotismus, dem Willen das Eigene zu bewahren, noch vorhanden ist.
Viele Kommentatoren liefern dort, mit den hier vorgetragenen Gedanken, erstaunlich kongruente Beiträge ab.
Und PI steht für den Durchschnittsdeutschen!
Die Netzwerke stehen! Denke, ich muss mich wohl jetzt doch auch bei Facebook anmelden.

Übrigens; mehrere Kommentatoren berichten, dass viele Leute von der AFD Basis dort waren.

Die AFD Spitze taktiert, muss lavieren. Unter den gegebenen Umständen ist das unumgänglich. Seid geduldig, wir werden sehen!

Zu Dresden: Ich sehe meine Meinung (aus dem äußersten Westen) bestätigt, dass das Eigene in Mitteldeutschland besser konserviert wurde als im Westen.
Bei Frau Merkel habe ich mich diesbezüglich geirrt.

Karl

18. November 2014 12:06

Genauso wie der härtere Totalitarismus vergangener Jahre durch den weichen Totalitarismus ersetzt wurde, der von unseren feindseligen Eliten praktiziert wird, werden die harten Zusammenbrüche vergangener Jahre durch eine Reihe schleichender weicher Zusammenbrüche ersetzt werden. Ein Bootsanleger wird hier kaputtgehen. Ein Krawall wird dort ausbrechen. Wie ein Mann, der kastriert worden ist, werden wir innerlich und äußerlich nach und nach stetig schwächer werden. Wo wir einst muskulös waren, werden wir uns schwach finden. Wo wir einst den Herausforderungen gewachsen waren, vor denen wir standen, werden wir vor ihnen zurückschrecken. Der Westen wird es wahrscheinlich als letzter wissen, da wir uns immer tiefer in eine Spirale der Realitätsverleugnung und Ablenkung bewegen, während die Dinge auseinanderfallen.

Abgrenzung nach links, nach rechts, nach oben und nach unten, nach vorne und nach hinten, um dann festgenagelt mit einem leisen Wimmern aus der Weltgeschichte zu verschwinden.

„Wenn ein Volk die Mühen und Risiken der poltischen Existenz fürchtet, so wird sich eben ein anderes Volk finden, daß ihm diese Mühen abnimmt."

„Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk.“

Carl Schmitt

Hartwig

18. November 2014 12:20

Ich war am 10. November in Dresden bei der pegida-Demo. Gestern war ich aus familieren Gründen verhindert.
Mein Eindruck, und die von G.K. geschilderten Eindrücke erinnern mich vom Duktus (und nur vom Duktus) her an die späten Oktober-Demos von 1989 (die Zeit, als die Grenze noch geschlossen war und ein Zuschlagen der Staatsmacht zwar nicht mehr sehr wahrscheinlich aber dennoch nicht auszuschließen war); nur nicht provozieren lassen, nur keinen Anlass zum Polizeieinsatz geben, keine extremen Parolen, eingeschleuste Krawallmacher enttarnen.
Man muss die Diszipinierungsabsichten des Veranstalters auch unter dem Aspekt betrachten, dass es vor wenigen Wochen nur einige hundert Demonstranten waren und man sich wohl bewusst war, dass ein solches Grüppchen jederzeit mit den üblichen Mitteln von der Strasse gefegt werden konnte. Das Anschwellen auf nun einige tausend Demonstranten ist wohl auch nur möglich, weil es in den vergangenen Wochen keine Ausschreitungen gab.
Ich erinnere mich an MKH, der da sinngemäss meinte, das Widerstreben gegen den Islam könne eine Art Katalysator sein; die Bewusstwerdung über einen Verlust von Heimat und Volksverbundenheit; was uns verloren gegangen ist bzw. uns ausgetrieben wurde. Bei der heurigen Nachrichtenlage bietet die taktische Fixierung auf Islamismus einen gewissen Freiraum oder zu duldenden Meinungskorridor.
Es ist "das derzeit einzig machbare in unserem Land". Und wie kann es weitergehen? Optimalerweise, in dem die Spaziergänger bald in fünfstelliger Zahl erscheinen. Optimalerweise, in dem sich Ableger in anderen Städten bilden. Der Winter steht vor der Tür. Werden die Leute auch bei Eis und Schnee kommen?
Bei aller Skepsis ist es ein Anfang. Ich hielt im Übrigen auch die Hogesa-Demo mit über 3000 Anhängern am Wochenende für einen Erfolg, trotz des hämischen und auf Abgesang getrimmten Medienechos.

Bleibt noch die Frage, was mit solchen Aktionen überhaupt zu erreichen ist? Außer des Aufbegehrens um der Selbstachtung willen sehe ich da substantiell zunächst nichts. Dafür bedürfte es eines ganz anderen Kalibers. Aber mal sehen ... Wenn ein Stein erstmal rollt ...

Nils Wegner

18. November 2014 12:36

@ CitizenKane:
Ich frage mich doch sehr, weswegen immer Stillhalten und Warten eingefordert wird, wo es doch schon jetzt so viel zu sehen gibt. Laviert wird immer werden, so man sich davon versprechen kann, auch mal kurz – beaufsichtigt – ans Ruder zu dürfen. Uneingeschränkt koalitionswillig ist man ja. Und wenn die vielbeschworene Basis es nicht vollbringt, anständige Leute zu ihren Repräsentanten zu ernennen, dann ist es mit ihrer Wertigkeit auch nicht weit her.

Warten, Bangen, Hoffen mag unglaublich deutsch sein; Ergebnisse gibt es aber nur dort, wo agiert (und nicht laviert) wird. Nicht umsonst müht sich der Apparat so sehr, die Deutungshoheit über '89f. zu behalten.

Chris

18. November 2014 13:12

„Jeder von uns ist heute ein Ordner, jeder muß seine Nachbarn im Blick behalten.“
Deutschland 2014. Wetterlage unverändert.

H. M. Richter

18. November 2014 13:25

Nicht übersehen werden darf, daß PEGIDA ein typisch Dresdner Gewächs ist. Allein die Wortwahl "Abendspaziergang" macht dies bereits deutlich.

Der dort gewählte Ansatz (keine Parolen, betonte Friedfertigkeit u. a.) erscheint mir als durchaus klug gewählt. Nicht zuletzt wird er dazu führen, daß die Anzahl der Demonstrationsteilnehmer von Woche zu Woche weiter steigen wird. Der kritische Punkt wird m. E. bei 10.000 Teilnehmern liegen. Spätestens dann wird der Vorwurf, es handele sich beim "Wir sind das Volk"-Ruf um Mißbrauch der einstigen Losung, nicht mehr verfangen.

Deshalb ist anzunehmen, daß gegen die PEGIDA-Bewegung mit den verschiedensten Mitteln vorgegangen werden wird.
Aus Erfahrung halte ich gerade die Dresdner für befähigt, sich dieser Angriffe zu erwehren und weiterhin ihren Weg zu gehen.
Zunächst als Abendspaziergang.

Ein Fremder aus Elea

18. November 2014 13:49

Bisweilen schützt sich PEDIGA gegen derartige Bündnisse wohl erfolgreich selbst.

Ist doch schön.

Ich meine, ich gewinne den Eindruck, daß die Bürger einerseits immer mehr ihren Kopf gewinnen und Journalisten und Politiker ihn immer mehr verlieren.

Gysigate, Putingate... es wird zunehmend grotesker.

Ich denke, wir haben den Rubikon schon überschritten, es gibt bereits eine kritische Masse von Leuten, welche sich nicht mehr für dieses ganze Theater interessieren.

Logisch, daß ihnen ökonomisch gedroht wird, aber das ist eine leere Drohung: Die Lohndrücker drohen mit niedrigeren Gewinnen. Ahu, ahu, ahu...

Karl

18. November 2014 14:14

"Werden die Leute auch bei Eis und Schnee kommen?"

Nur wenn es den Glühwein umsonst gibt!

In Frankreich sind fünfhunderttausend auf die Straße gegangen. Es hat genau soviel genutzt, wie fünftausend bei uns. Rien!

Genauso wie der Ostblock NICHT an den Montagsdemonstrationen zerbrochen ist, wird das uns beherrschende System NICHT zusammenbrechen, weil ein paar sich nach allen Seiten abgrenzende Spaziergänger für luziferisches Gelächter bei den Mächtigen sorgt.

Rumpelstilzchen

18. November 2014 14:18

Die " Bewegungen" in Dresden, Köln, Hannover sind noch zu diffus, um sie einordnen zu können.
Einen großen Unterschied zu " Wir sind das Volk" in der DDR 1989 gibt es:
Es gibt keine Systemalternative, keinen Westen, keine BRD, nichts, wohin die Deutschen in großen Massen ausreisen wollten und könnten.

Mir liegt eine Dokumentation der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ( IGFM) vor " die Ausreisebewegung aus der DDR" ,
Redaktionsschluß Sept. 1989.
Zu dieser Zeit konnten Insider und die es wissen wollten, schon sehen, dass sich das Volk in der DDR bewegt. Der Ausgang nur 2 Monate später ( !) war zu dieser Zeit noch völlig ungewiß.
Diese Dokumentation beschreibt, warum die Menschen unzufrieden mit der DDR waren und nach einer Alternative suchten. Da gibt es große strukturelle Unterschiede zur heutigen Situation , aber auch einige frappierende Ähnlichkeiten. Vor allem Im Hinblick auf Ideologie und mediale Deutungshoheit.
Einige Zitate von damaligen Antragstellern:

1. Erfurt
" Ich kann es nicht ertragen, daß mein Sohn, wenn er eine gute Berufsausbildung bekommen will, vorher schon zum Heuchler werden muß, kann nicht mehr ertragen, daß Kinder schon im Kindergarten mit Kriegsspielzeug spielen müssen"....
2. Weimar:
" Ich ertrage es nicht mehr, eine DDR-Zeitung zu lesen, einen DDR-Sender zu hören, über total zerlöcherte Straßen zu fahren, auf denen die so lange erwarteten Autos, für die es nicht mal genügend Ersatzteile gibt, noch schneller zerfallen."
3. Halle
"Mein Lebensgefühl in der DDR gleicht einem Alptraum. Der Gesellschaftszustand der DDR wirkt auf mich bedrückend und einengend. Die staatstragenden Ideen der DDR sind für mich unglaubhaft.
....ich erlebe diese Fragwürdigkeiten als persönliche Qual...."
4. Jena
"Im Kindergarten und in der Schule wird eine einseitige Erziehung verordnet. Individuelle Aktivitäten oder Gruppenaktivitäten, die nicht gleichmacherisch massenorganisiert werden, erstickt man im Keime. Detaillierte, unkommentierte Informationen über Geschichte, Alltag, Weltpolitik werden dem gemeinen Volk in den Medien vorenthalten... Erstrebt wird ein charakterloser Durchschnittsmensch als gedankenloser Mitläufer."......

Da wäre noch einiges zu sagen . Interessanter als die verschiedenen Aktionen ist die Berichterstattung darüber. Hier ist in der Tat ein jahrzehntelanges Meinungsmonopol am Aufbrechen !
Deshalb sind diese Aktionen wichtig ! Die mediale Nachbereitung und Analyse muß erfolgen. Daraus ergibt sich das Weitere.

Realist

18. November 2014 14:23

Wer an einen Staat glaubt, der das Demonstrationsrecht seiner Bürger schützt, ihre Meinung wertschätzt, wer an faire Berichterstattung glaubt, sprich - wer sich in einem wahren Rechtstaat wähnt, der demonstriert laut und fordernd.

Die in Dresden praktizierte Form des leisen, passiven Ungehorsams gegenüber den Staatsorganen, des bloßen Spazierengehens findet sich in totalitären Systemen. Daß die Dresdner lediglich Abendspaziergänge veranstalten, sagt mehr als alles andere aus, was sie von diesem Staat halten.

Bravo, ihr Dresdner. Ihr macht es richtig. HoGeSa ist für die Staatsmacht kalkulierbar. Ihre tatsächliche Stärke liegt offen zutage. Werden sie gewalttätig, gibt's mit der ganz dicken Bertha. Bleiben sie friedlich, werden sie durch Schikane und Geduld wegmarginalisiert. Die notwendigen Massen werden sie mit keinem Verhalten mobilisieren.

Geht weiter spazieren. Keine Staatsmacht kann es sich leisten, sich an Euch zu vergreifen.

Ihr wart '89 Helden, und wenn irgendjemand diesen Karren noch aus dem Dreck gezogen kriegt, dann Ihr. Das meine ich ganz ohne Pathos.

Mit tiefempfundenen Respekt,

Ein alter Wessi

Karl Eduard

18. November 2014 15:03

Erinnert sich noch jemand an die Anti - HARTZ - Demonstrationen? Da waren Hunderttausende auf der Straße. Die Regierung hat es ausgesessen.

Das ist übrigens der Unterschied zwischen DDR und BRD. Das Politbüro dachte wirklich, es wäre ihr Volk und die NVA - Generäle konnten sich nicht vorstellen, auf ihr Volk schießen zu lassen. Entgegen aller Bürgerbewegten, die auf jedem Dach ein MG - Nest wahrnahmen, um sich ein wenig heldenhafter zu fühlen. Schließlich wurde Honecker beurlaubt und Egon Krenz sollte die Situation retten.

Kann sich jemand vorstellen, daß die Bundeskanzlerin zurücktritt, vom massenprotest beeindruckt? Ich nicht.

Karl

18. November 2014 15:11

Eine Landnahme durch Zivilokkupanten wird man nicht rückgängig machen können, indem man gegen ein falsches Feindbild (Isis, Salafisten) "spaziergängerisch" demonstriert, und das auch noch ohne passende Redebeiträge usw.

Ich stelle mir gerade vor, wie die Freicorps mit selbstbemalten Schilderchen, sich vom Völkerbund und den alliierten Siegermächten abgrenzend, die Polen um Korfanty aus Schlesien vertrieben haben.

Dann schaue ich auf die deutsche Wirklichkeit, und werde immer verzweifelter. Die Wenigsten scheinen den Ernst der Lage zu verstehen.

Hat man den Kosovo vergessen, oder gar nicht verstanden?

Der Kosovo, das alte „Amselfeld“, ist urserbischer Boden. Bereits im Mittelalter sind Anzeichen eines serbischen Staatswe­sens zu erkennen. Die Albaner hingegen kamen erst im 17. und 18. Jahrhundert in das Gebiet. Sie wurden durch eine höhere Geburtenrate im Laufe der Zeit von der Minderheit zur Mehrheit.

Im Kosovo zeigt sich damit nicht nur, wie Einwanderer von der Minderheit zur be­stimmenden Mehrheit werden. Das alte Europa bekommt mit der Republik Kosovo auch ein Paradebeispiel dafür, daß das Völkerrecht künftig Spielraum dafür läßt, daß die einstigen Einwanderer sich ihre eigene Nation auf fremdem Staatsbo­den schaffen dürfen.

Wetten, daß das bei uns genau so geplant ist?

polymetis

18. November 2014 16:13

Nicht nur bewogen durch die verlogene Berichterstattung der sog. Medien über die Vorkommnisse in Hannover, würde ich da gerne mitmachen. Dresden liegt allerdings ein wenig abseits von Südwürttemberg und selbst mit Griff in den Geldbeutel sind Flug und Hotel sperrig. Hoffentlich findet sich bald ein Macher, der Busreisen von Großstädten aus dahin organisiert. Wenn die Masse nur nicht so träge wäre und sich aus Lokalblättchenberichterstattung bedienen liese.

Carsten

18. November 2014 16:36

Hallo ploymetis,

Fernbus Stuttgart-Dresden ab 17 Euro:

https://www.flixbus.de/busverbindung/fernbus-stuttgart-dresden

Tom Prox

18. November 2014 16:37

Nur noch das Volk selbst kann die in PC festgefahrenen und eingefrorenen
Verhältnisse noch beweglich machen. Ich habe den Eindruck, selbst die AfD ist schon auf Anleitung vom Beschwichtiger Lucke auf dem falschen Toleranztrip.

Auch die Heuchelmeute des Jornalistenpacks der Staatsmedien
täuscht und manipuliert tagtäglich ihre Leserinnen und Leser.

Die Parteien verraten ebenso tagtäglich die steuerzahlenden Bürger und vor allem die Zukunft unserer Kinder mit ihren unsäglichen Toleranzslogans für jeden.

Im Görlitzer Park Berlin und anderen Orten des Drogenhandels in Deutschlands kann man deutlich ermessen, welch unermeßlich menschliches Leid durch diese Parteien - PC Toleranz schon angerichet wurde. - Keine Toleranz den Drogendealern bei uns im Land, die schon tausende junge Leute zugrundegerichtet und ihre Familien zerstört haben.

Es gibt keine Toleranz für alles. Das wäre der Untergang jeder Gesell-
schaft, Familie und Staates. Sollen wir auch tolerant gegenüber jenen sein, die regelmäßig andere mit dem Tode bedrohen und übungshalber wöchentlich Andersgläubigen die Köpfe abschneiden, kreuzigen und Massenerschießungen betreiben ?

Der Gutmensch

18. November 2014 16:40

Hm, Karl, ich setze bei der Frage, ob sich etwas ändern wird, auch nicht auf die Demonstranten. Die demonstrieren faktisch, dass sich der öffentliche Konsens gerade ändert. Aber sehen Sie, irgendwer muss am Ende ja die Party bezahlen. Dafür gibts ein Haushaltsrecht und es gibt Leistungen, die bestimmte Prioritäten genießen und solche, die diese Prioritäten nicht genießen. Da kann man dann auch mal enteignet werden (z. B. im Hinblick auf seinen Rechtsanspruch auf Miete für die Wohnung, die man Asylsuchenden zur Verfügung stellt oder irgendwann ggf. zur Verfügung zu stellen hat). Für eine Enteignung wird natürlich "Entschädigung" gewährt, das muss so sein. Aber diese in Höhe des tatsächlichen Wertes zu leisten, kann für den Staat wiederum "untunlich" sein; z. B. wenn das bedeuten würde, dass priorisierte Leistungen nicht mehr ausgekehrt werden können (Löhne, Gehälter, Sozialhilfe). Kurzum: Die Kommunen sind irgendwann so in der Ecke, dass sie grabschen müssen, was eben da ist und nicht weg kann - die Fachaufsicht wird ihnen schon entsprechend Beine machen. Auf Bundesimmobilien können sie in ihrer Not vermutlich nicht zugreifen, denn es gibt keine hoheitliche Gewalt gegen hoheitliche Gewalt . - Das sind zweifellos enorm dröge, ellenlange Wege, aber ich vertraue fest auf die Neigung der Deutschen zur Bürokratie; sie werden am Ende tun, was irgendwo aufgeschrieben steht! Und sodann vertraue ich auf ihre innige Liebe zur Besitzstandswahrung, die um so größer ist, je mehr diejenigen zu verlieren haben. Das mögen nicht gerade die charmantesten Eigenschaften der Deutschen sein, aber zweifellos gehören sie zu ihren stabilsten. Und dann ... schaue ich mal, welche Eigenschaften dann zu Tage treten.

Dieter Becker

18. November 2014 16:51

@ Karl Eduard
Kann sich jemand vorstellen.... . Ich schon: Man soll nie "nie" sagen! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Zadok Allen

18. November 2014 17:20

@Karl Eduard

Das ist übrigens der Unterschied zwischen DDR und BRD. Das Politbüro dachte wirklich, es wäre ihr Volk und die NVA – Generäle konnten sich nicht vorstellen, auf ihr Volk schießen zu lassen.

Zugespitzt formuliert, aber da ist etwas dran. Je weiter die DDR zurückliegt, desto mehr offenbart sie sich als ein invertiertes Preußen. Hört man heute die seinerzeitigen Reden des verknöcherten, vergreisenden Politpersonals der späten DDR, kann man geradezu wehmütig werden.

Welch ein Unterschied zur aalglatten, von der Bertelsmann-"Stiftung" und den diversen Atlantik-Vereinen glattgebügelten Sprechblasenproduktion des BRD-Personals.

Zumal hinter deren Rücken nicht launige, sich durchwurschtelnde Russen stehen, sondern die diffusen Herrschaftszirkel des angelsächsischen Imperiums.

Einem Dr. Strangelove und einer IM Erika, diesen vollständig zynischen Machthülsen, traue ich jedenfalls alles zu. Da können wir uns noch auf allerlei gefaßt machen. Gelächter hinter vorgehaltener Hand ist wohl die optimistischste Perspektive.

drieu

18. November 2014 17:26

Ich hatte schon eine Nachricht an die AFD hier in Dresden fertig, da forschte ich noch einmal nach. Ich kann keinen unmittelbaren Bezug der Erklärung zu PEGIDA entdecken. Hingegen finde ich bei der AFD (s.o.) folgenden Eintrag am 14.11.2014

https://afd-dd.de/zur-erklaerung-des-netzwerkes-asyl-migration-flucht-vom-12-11-2014-rassistische-einstellungen-entladen-sich-auf-dresdner-ortsbeiratssitzungen/

Die Nachricht sende ich daher nicht ab.

Jedermann

18. November 2014 17:43

@ Rumpelstilzchen

Einen großen Unterschied zu “ Wir sind das Volk“ in der DDR 1989 gibt es:
Es gibt keine Systemalternative, keinen Westen, keine BRD, nichts, wohin die Deutschen in großen Massen ausreisen wollten und könnten.

Wirklich nicht?
Eine Ausreise aus dem virtuellen Gefängnis Buntland ist möglich. Der Westen, das ist heute das verlorene Paradies. Zwangsheirat, islamischer Furor, Ehrenmorde, kriminelle Großfamilien: Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich diesen kulturellen Deformationen lediglich im Auslandsjournal und im Weltspiegel begegnet bin, aber nicht in unserem Land.
Eine Kehrtwende ist möglich, es sei denn, die Mehrheit lässt sich durch die gleichgeschaltete Multikulti-Mafia dauerhaft sedieren.

Urwinkel

18. November 2014 17:45

Aber jetzt ist Weihnachtzeit. Zeit, sich über Geschenkideen den Kopf zu zermürben. Mancher hat es verdient beschent zu werden. Ich rätsel noch die Namen aus. Ich habe aber keine Lust mehr auf die innerfamiliären Sprüche i.e.: "Du sollst doch nicht mehr trinken." Wer hat das gesagt? Der Facharzt? Ich Wünsche mir vom Weihnachtsmann mehr Trinkfestigkeit, bitte. Alle Spinner können nach Kenia auswandern. Und dortbleiben!

Nils Wegner

18. November 2014 20:01

@ Strogoff:
Sie irren. Ich meinerseits kenne niemanden an der AfD-Basis, und sie interessiert mich auch – seit jeher – keinen Deut. Wenn ich jemanden "bashe", dann allenfalls die ganzen Hampelmänner, die den Beschwörungstanz der ominös-diffusen "Basis" als abstrakter Größe tanzen, die schon alles irgendwie, irgendwann richten werde, was sich an Alternativität und gemutmaßter Widerborstigkeit in der offiziösen Parteipolitik gerade rarmacht. Die dafür mit Passion und jederzeit gerne wieder.

RL

18. November 2014 20:03

Die Staatsmacht wird die Spaziergänger wahrscheinlich nicht angreifen, aber deren Bluthunde von der Antifa womöglich.
Vor den Hooligans hat die Antifa Respekt, da trauen sich nur 40 bewaffnete Hanseln gegen vier unbewaffnete Männer.
Da es ja keine Fluchtmöglichkeit gibt, glaube ich, daß es früher oder später knallen wird, aber so richtig.
https://www.pi-news.net/2014/11/zeit-nazis-verharmlosen-mordanschlag/
IM Erika und ihre Kamerilla werden wahrscheinlich auch nicht davor zurückschrecken auf das Volk schießen zu lassen, denn man hat ja von 1989 gelernt.

Rumpelstilzchen

18. November 2014 20:18

Eine Ausreise aus dem virtuellen Gefängnis Buntland ist möglich. Der Westen, das ist heute das verlorene Paradies. Zwangsheirat, islamischer Furor, Ehrenmorde, kriminelle Großfamilien: Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo ich diesen kulturellen Deformationen lediglich im Auslandsjournal und im Weltspiegel begegnet bin, aber nicht in unserem Land.
Eine Kehrtwende ist möglich, es sei denn, die Mehrheit lässt sich durch die gleichgeschaltete Multikulti-Mafia dauerhaft sedieren.

Nein, Herr Jedermann !
Eine Ausreise ist nicht möglich ! Ihr altes Deutschland kommt nicht zurück !
Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Ich wage gar in Frage zu stellen, daß es eine Mult-Mafia gibt. Es geht um den Willen, politisch zu handeln in einer parteibasierten parlamentarischen Demokratie.
Und dieser Wille war nicht vorhanden. So haben andere ihre Chance genutzt.
Von der Islamkonferenz 2006 unter dem damaligen Bundesinnenminister Schäuble über die Aussage Wulffs ( Islam gehört zu Deutschland) bis zu Merkels Knaller: Deutschland ist ein tolles Integrationsland sind gerade mal acht Jahre vergangen. Da wären ganz andere Wegmarken möglich gewesen.
Wer die Chance zur politischen Einflussnahme so einfach serviert bekommt, der ergreift sie. Ganz pragmatisch gesehen.
Vielleicht steht die Mehrheit der Muslime ja gar nicht hinter den Islamfunktionären.
Jetzt ist die Situation eben so, dass viele Bürger sich nicht ernst genommen fühlen mit ihren Ängsten und diese zur Sprache bringen wollen, ohne als rassistisch oder rechtsextrem abgekanzelt zu werden.
Diese Ängste muß Realpolitik ernst nehmen und entsprechend handeln.
Da hat die AFD Dresden doch ganz gute Ansätze . Siehe drieu.

Geunke und Gejammer ( gehen die bei Kälte auch auf die Strasse ? ) sollte jetzt endlich mal mit Strafgebühr ( Kulturpessimismus - Steuer) belegt werden.
Guten Abend !

CitizenKane

18. November 2014 20:56

@ Nils Wegner
Das ist, mit Verlaub, falsch.
Wenn der Gegner alle Macht in der Hand hält und mit Lüge, Heuchelei und Betrug agiert muss entsprechend reagiert werden.

Die Karten dürfen nicht zu früh auf den Tisch!

Sie erwarten zu viel von der Basis in so kurzer Zeit.

Ich hoffe und bange im Übrigen nicht, ich sehe seit Jahren eine stetige Entwicklung die sich nun allmählich Bahn zu brechen scheint.

@ Karl
Sie sind, ebenfalls mit Verlaub, nicht à jour. Sehen Sie sich die Zahlen der FN an!
Auch scheinen Sie das Ausmaß des Zornes in den Foren aller großen Onlinemedien nicht zu kennen.

@Realist

Die in Dresden praktizierte Form des leisen, passiven Ungehorsams gegenüber den Staatsorganen, des bloßen Spazierengehens findet sich in totalitären Systemen.
Daß die Dresdner lediglich Abendspaziergänge veranstalten, sagt mehr als alles andere aus, was sie von diesem Staat halten.

So ist es!

RL

18. November 2014 21:01

Herr Kubitschek,

wenn sie es einen Zacken schärfer wollen dann hören sie sich die Rede von Michael Stürzenberger in Hannover an.
https://www.youtube.com/watch?v=9A7UrEdZ3qk&list=UUHI172C2wUtZPjuz5u99l-A&index=17

RL

18. November 2014 21:02

Nachtrag :

Ich war in Hannover

Ingwer

18. November 2014 21:32

Die „PEGIDA“-Demonstrationen sind ein toller Erfolg. Ich würde mich dort ohne Zögern einreihen, wenn ich die Möglichkeit dazu hätte. Dennoch möchte ich anmerken, dass die von „PEGIDA“ erhobenen Forderungen nach dem „Erhalt unserer Kultur“ und der Einführung eines „kanadischen Einwanderungsmodells“ (so wie es auch die „AFD“ vorschlägt) nach meiner Einschätzung nicht miteinander vereinbar sind. Das politische System und die politischen Institutionen Kanadas einschließlich der Einwanderungsregeln sind ja gerade NICHT darauf ausgelegt, eine bestimmte Kultur zu bewahren, sondern darauf, zwischen unterschiedlichen Kulturen zu vermitteln und deren Koexistenz auf einem gemeinsamen Territorium zu ermöglichen. Dass in Kanada derzeit noch eine europäischstämmige Kultur dominiert, ist folglich nicht dem dort jetzt herrschenden politischen System und dessen Einwanderungsregeln zu verdanken, sondern der Tatsache, dass die europäischstämmigen Einwohner dort aufgrund der früheren Zuwanderungsgeschichte demographisch noch in der Mehrheit sind. Die Zusammensetzung der Bevölkerung wird sich aber voraussichtlich zukünftig immer weiter zuungunsten der europäischstämmigen Einwohner und zuungunsten ihrer Kultur verschieben, und das steht in keiner Weise im Widerspruch zu dem kanadischen Einwanderungsmodell. Wenn uns also hierzulande etwas daran liegt, die deutsche Kultur zu erhalten, müssen wir uns wohl ein anderes Modell einfallen lassen - womit ich nicht bestreiten möchte, dass ein „kanadisches Einwanderungsmodell“ im Vergleich zum hiesigen Einwanderungs-Irrationalismus, der im Rekordtempo in die Auflösung dieses Landes führt, immerhin eine verzögernde Wirkung haben könnte.

Realist

18. November 2014 22:13

@RL

wenn sie es einen Zacken schärfer wollen dann hören sie sich die Rede von Michael Stürzenberger in Hannover an.

Meine Güte, was wollen Sie denn hier mit Stürzenberger? Wenn es eine Person mit desintegrierender Wirkung im bürgerlichen Lager gibt, dann doch diesen Dampfplauderer.

Auf jede Bewegung, die ihm vielversprechend erscheint, setzt er sich schamlos drauf und kontaminiert diese mit seiner plumpen, schamfreien Demagogie (hier paßt der Begriff tatsächlich einmal).

Haben Sie die Podiumsdiskussion Weißmann-Stürzenberger auf dem Zwischentag gesehen? Grauenvoll.

Die "Wiedergründung der Weißen Rose" - zum fremdschämen.

Zwei Jahre Megaphonbeschallung der Münchener Innenstadt und als Ergebnis 0,5% an der Urne.

Und jetzt? Kaum hat HoGesa in Köln mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen, schon ist "Stürzi" gleich beim nächsten Mal ganz vorn mit dabei und beschallt die Menge. Was hat der Kerl mit Hooligans zu tun?

Solange Stürzenberger sich im islamkritischen Umfeld tummelt brauchen die Linken gar keine U-Boote losschicken.

nino

18. November 2014 22:23

Einwanderungsbestimmungen nach dem Vorbild der Schweiz? Für so einen Blödsinn muss man nun wirklich nicht auf die Strasse gehen. Einwanderungsbestimmungen nach dem Vorbild der Schweiz hätten für Deutschland 2013 1.55 Millionen neue Einwanderer bededeutet. Notabene; die 200.000 neu angekommenen Asylsuchenden nicht miteinberechnet.

Da fährt Deutschland besser mit seinen momentanen Einwanderungszahlen. Die Schweiz ist kein Vorbild.

Ingwer

18. November 2014 23:04

Einwanderungsbestimmungen nach dem Vorbild der Schweiz? Für so einen Blödsinn muss man nun wirklich nicht auf die Strasse gehen.

Dafür nicht, das stimmt. Dafür, in kultureller Hinsicht zwischen einem „Selbst“ und einem „Nicht-Selbst“, zwischen einem „Innen“ und einem „Außen“ unterscheiden zu können, aber schon. Zumindest unausgesprochen verfolgt „PEGIDA“ nach meinem Eindruck einen gemäßigt differentialistischen Ansatz, und das ist angesichts der Vorherrschaft einer radikal-egalitaristischen Ideologie, die bereits die Benennung von Unterschieden (sofern sie über Oberflächlichkeiten hinausgeht) als „Diskriminierung“ und „Ausgrenzung“ verteufelt, unterstützenswert.

Meier, Hans

19. November 2014 00:18

Der Winter bringt hoffentlich bald Schnee.
Und damit Kälte, Glühwein und Besinnung. Das ist gar kein schlechtes Umfeld für Montagsdemonstrationen.

Es geht auch nicht darum, was jeweils konkret in den Reden gesagt wird. Es geht darum, dass wir Deutsche gemeinsam unser Land als unseres in Besitz nehmen. Flagge zeigen. Präsenz zeigen.
Dass wir wir sind und wir werden.

Martin

19. November 2014 07:16

Ich bin zunehmend genervt von diesem DDR- Geraune. dem Schmarrn von einem "invertierten Preußen" und ähnlichem.

Die DDR war schlicht und ergriffen Pleite, so wie der ganze Ostblock, damit hat der Bimbes- Kanzler ausnahmsweise einmal völlig recht. Die DDR war ein System, die alles qualitative Brauchbare gegen Devisen verhökerte und dafür die eigene Bevölkerung als Produktionssklaven in kollektive Haft nahm und diese dann - mit jedem Jahrzehnt ihres Bestehens wurde es schlimmer - nur noch mit minderwertigen Versorgungsgütern und Material versorgte. Die Demos wären mit einem Fingerschnipp Moskaus zu Ende gewesen und es gab genug DDR-Bürger die keine Hemmungen hatten, auch ihre eigenen Landsleute zu vermöbeln, einzubuchten und im Ernstfall sicher auch abzuknallen, so wie es sich ja auch zuvor geschehen ist und sich auch 89 teilweise zunächst angedeutet hatte, machen wir uns hier bitte nichts vor.

Die Rechte ist leider allzu oft genau so DDR- Besoffen wie die Linke, welche Frau Röhl im nachfolgenden Artikel vergisst zu erwähnen

https://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/1989-die-geschichte-der-wiedervereinigung/

Weiter oben wurde vom "Aussitzen" der Proteste durch unsere aktuelle Regierung gesprochen. Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Prinzipiell könnte unser Staat eine gewisse Anzahl von Problemen "aussitzen", er ist dafür auch ein Stück weit angelegt. Probleme mit Demonstrationen und bürgerlichem Widerstand werden aber dann für dieses System zu einem echten Problem, wenn es mehr als nur eine gewisse Anzahl an punktuellen Widerständen ist, die sich jeweils gegen eine Sache richten. In dem Moment, wo "zu viele Baustellen" offen sind, wird auch ein Aussitzen immer schwieriger. Ich persönlich kann nicht beurteilen, ob diese "kritische Masse" an verschiedenen Problemen, gegen die sich jeweils breiterer Widerstand richtet, bereits erreicht ist, aber es gibt erste Anzeichen dafür, dass man sich diesem Zustand weiter annähert. Von daher schreibe ich in Bezug auf Pegida und Hogesa jetzt bestimmt kein defätistisches "Macht doch alles keinen Sinn", auch wenn diese beiden Bewegungen rein isoliert betrachtet tatsächlich keinen großen Sinn machen.

Zu Thema AfD:

Die Beschwörungen einiger hier, dass man noch Abwarten, Aushalten und Durchhalten müsse, erinnern mich so langsam an das Beschwören der Wunderwaffen, wie es so ab 44 zu hören gewesen sein soll.

Es gilt für die AfD, wenn sie wirklich noch eine Chance haben will, nicht bis zur nächsten BT-Wahl zu verglühen, auch der Spruch:

Hic Rhodus, hic salta!

rautenklause

19. November 2014 07:47

Die FAZ schließt sich er Meute an

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/demonstration-gegen-islamisierung-in-dresden-13273374.html

"Die Veranstalter wehren sich dagegen, als Nazis diffamiert zu werden, doch distanzieren sie sich ausdrücklich nicht von Neonazis und gewaltbereiten Hooligans, die unübersehbar in der Menge mitspazieren und auch ihre Parolen auf der Internetseite der Vereinigung unverhohlen äußern."

Na dann ... Bleibt wohl doch nur der apokryphe Satz von Ulrike: „Wir können sie nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen. Wir können sie aber dazu bringen, immer unverschämter zu lügen.“

Unke

19. November 2014 07:59

In aller Kürze (mein Akku verreckt gerade). Faszinierend finde ich, dass Ansätze einer Protestbewegung bisher wieder verstummt waren und nun auf einmal -Stichworte: Ukraine, Salafisten, Kindersexualisierung- so etwas wie eine kritische, ständig brodelnde Masse zustande kommt. Wie geht das? Hoffentlich hält's und schwillt weiter an!

Rumpelstilzchen

19. November 2014 08:12

"Solange Stürzenberger sich im islamkritischen Umfeld tummelt brauchen die Linken gar keine U-Boote losschicken."

Ja Realist, das sehe ich genauso. Stürzi ist allerdings ein "1 Mann U- Boot."

Wo bleibt die schnelle Eingreiftruppe namens NPD ? Da wird noch effektiver desintegriert:
https://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/faule-staats-nazis.html
Da die NPD ihren Auftritt verpasst hat, helfen die konservativen MSM nach.
Die Faz berichtet von einem " Zulauf von Neonazis".

Rumpelstilzchen

19. November 2014 08:20

Ach ja, man glaubt, Stefan Locke von der FAZ liest die PAZ.

Hans Heckel vermißt die "Faulen Staatsnazis" und stellt fest, daß der Qualtitätsjournalismus in die Bresche springen muß. Gesagt, getan:

https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/demonstration-gegen-islamisierung-in-dresden-13273374.html

Es ist doch immer wieder lustig zu sehen, wie die Netzwerke funktionieren.

Götz Kubitschek

19. November 2014 08:28

diskussion geschlossen, dank an alle.
kubitschek

polymetis

19. November 2014 23:16

@Carsten
Danke für den Tipp. Eigentlich naheliegend. Werde buchen und bin auf die 9-Std-Schaukelerfahrung gespannt.

WorstCase

10. Dezember 2014 23:11

Ich würde auch gerne mitgehen, doch in meiner Stadt gibt es das nicht und bis Dresden sind es 500 km...
Allerdings muss ich eingestehen, dass ich berufliche Benachteiligung befürchte, wenn ich auf einem Bild zu sehen wäre...
Ich musste nämlich diesbezüglich schon so einiges hinnehmen, oftmals nur weil mir das Wort im Mund rumgedreht wurde...

Ein kleiner Tipp am Rande, für alle die einigermaßen gut Englisch verstehen. Schaut euch mal englische Berichte zum Thema Islamisierung und der dortigen Situation z.B. auf youtube an. Es ist unfassbar mit welcher Unverfrorenheit die radikalen Islamisten dort ihre Ziele äußern. Dies kann nur geschehen, indem sie sich sicher fühlen und weil schon ganze Stadtteile in deren Hand sind. Wenn man hingegen die Kontaktierungen von Polizeibeamten mit weniger radikalen Muslimen gezeigt werden, welche präventiven Charakter haben sollen, kommt einem mit der Zeit das Gefühl, dass die Engländer gerade dabei zusehen, wie ihnen der Kuchen vor den eigenen Augen weggenommen wird. Im Juli diesen Jahres wurde in UK vom "Trojan Horse Plot" berichtet. Beschrieben wurde die Infiltrierung einiger Schulen in Birmingham: https://www.telegraph.co.uk/education/educationnews/10983109/Trojan-horse-plot-report-disturbing-evidence-of-intolerant-Islamic-ethos.html

Warum studieren denn wohl so viele mit muslimischen Migrationshintergrund Rechtswissenschaften? Wahrscheinlich um das Land und deren Bedingungen "zu verbessern". - "Ein Schelm ist, wer hier was böses ahnt"! Ich nenne es "gesunden Menschenverstand"!

WorstCase

10. Dezember 2014 23:23

P.S.: Schaut euch auch Berichte über Spanien, Frankreich, Schweden und Belgien an!

"Man" hat ja auch hier schon über Jahre hinweg einige Erfahrungen gemacht. Die häufigste Erfahrung "des Reviermarkierens", die "man" mit diesbezüglichen Migranten m.E. macht fängt beim "bösen Blick" an und endet bei einer Körperverletzung durch vermeintliche Ehrverletzung oder einfach nur aus Verachtung gegenüber Deutschen (sind eben leichte Opfer). An anderen Stellen, wo Vorteile zu Erlangen sind, wird sich meist "übermäßig" freundlich gezeigt... Sind aber eben nur eigene "Wahrnehmungen".

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