Sezession
20. November 2014

„Kampfansage“ – Dieter Stein, Götz Kubitschek, Felix Menzel und Akif Pirincci im Radio

Götz Kubitschek / 39 Kommentare

Der Westdeutsche Rundfunk hat am vergangenen Samstag das Feature "Kampfansage" von Thilo Guschas ausgestrahlt. Die ersten Sätze, gesprochen von Guschas selbst: "Guten Tag, ich möchte Akif Pirincci für ein Interview anfragen. Eine einfache Zeile. Da ahnte ich noch nicht, wie sehr mir Pirincci die Augen öffenen würde."

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Guschas hat, um Pirinccis Resonanzraum kennenzulernen, Dieter Stein, Felix Menzel und mich besucht und interviewt, hat danach unter anderem den Experten für neurechte Belange, Helmut Kellershohn vom "Duisburger Institut für Sozialforschung" und natürlich Akif Pirincci selbst mit unseren Aussagen konfrontiert. Das Ergebnis?

50 Minuten ziemlich ehrlicher Suche nach einer Antwort auf die Frage, welchen Nerv Pirincci traf und welche Nerven womöglich getroffen würden, kämen Stein, Menzel, ich und die vielen anderen Köpfe aus unseren Projekten öffentlich unvoreingenommen zu Wort.

Thilo Guschas, seines Zeichens Islamwissenschaftler, war für einen halben Tag in Schnellroda, wir führten ein Vorgespräch, machten einen Rundgang, und dann lief das Mikrophon. Die langsame, schwäbische Stimme - das ist meine. Guschas fragte mich auch, ob Pirincci ein Deutscher sei. Ich erinnerte mich daran, daß Pirincci von sich selbst sagte, er werde mit zunehmendem Alter immer türkischer. Als Guschas ihm dann meine Antwort vorspielte, kommentierte er: "Ja, da hat er schon einen Knall, der Mann, irgendwie."

Schön auch, wie Dieter Stein seinen Qualen auf die immergleichen Lückenzitat-Fragen Ausdruck gibt und Kellershohn als Rechten-Riecher jede Logik aufgibt, um zum Ziel zu gelangen. Ganz zuletzt indes formuliert er eine Überzeugung, die wiederum interessant ist: Eine rechte Partei samt gesellschaftlichem Milieu sei in Deutschland deswegen bisher nicht zustandegekommen, weil man erfolgreich die Revision des Geschichtsbildes tabuisiere, mithin verhindere, daß die Deutschen zu sich selbst fänden. Das ist doch mal ein Wort, ein strategisches!

Hier gehts zur Sendung.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (39)

Strogoff
20. November 2014 13:31

"50 Minuten ziemlich ehrlicher Suche nach einer Antwort auf die Frage, welchen Nerv Pirincci traf und welche Nerven womöglich getroffen würden, kämen Stein, Menzel, ich und die vielen anderen Köpfe aus unseren Projekten öffentlich unvoreingenommen zu Wort."

Der Rechte sagt was, der Zauselbart vom Staatsinstitut erklärt was eigentlich gemeint wurde und wie verschlagen der Rechte dabei argumentiert.
Das alte Lied von der Mimikry.

Warum geben Sie (M.,K.,S.) sich eigentlich für so etwas her?

kommentar kubitschek:
weil kellershohn das alte lied von der mimikry so schlecht flötet, daß es schon wieder gut ist.

Hartwig
20. November 2014 14:25

@ Strogoff

""Der Rechte sagt was, der Zauselbart vom Staatsinstitut erklärt was eigentlich gemeint wurde und wie verschlagen der Rechte dabei argumentiert. ... Warum geben Sie sich eigentlich für so etwas her?""

Das war auch mein erster Eindruck. Dann aber muss man (mit Kositza) fragen, wer hört so etwas überhaupt, mit welchem Backround, und was bleibt hängen?
Hier hatten drei Rechte/Konservative, also Verfemte, die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge an ein gewiss sehr spezielles Publikum ( Hörfunk WDR Feature ) zu richten, und auch in gewissem Sinne Reklame zu machen. Haben Sie nicht auch gehört, wie zögernd, entstellend oder verzerrt der Zausel Kellershohn Worte wie 'Antaios' oder 'Blaue Narzisse' aussprach, so dass sie blos nicht korrekt in den Ohren der Hörer hängen bleiben sollten?
Und Pirincci blieb sich treu und hat gar nicht so unrecht, als er den beleidigenden Frontalangriff pries - zumindest als ergänzendes Mittel.

Nils Wegner
20. November 2014 14:48

Gewisse Einschätzungen der "Experten" sind auf jeden Fall absolute Brüller. Ich kann mir das nicht ohne ein durchgehendes Grinsen anhören; und sei es nur aufgrund des wohleingeübt-mahnenden Tonfalls des "Featurenden".

Chris
20. November 2014 15:01

Entscheidende Stichpunkte:

-wer regelmässig im hiesigen Hörfunkmilieu unterwegs ist, kann insgesamt positiv überrascht sein.

-Der Journalist war aus meiner Sicht sehr gut und hat wenig mit suggestiv Fragen und Tricks gearbeitet. Auch- und das ist gänzlich neu- gab es keine aufdringliche, aufklärende und zurechtrückende Zwischenmoderation. Abgesehen von Prozentfeilscherei.

-Die Sendung machte den Eindruck dass, relativ gesehen, ergebnisoffen recherchiert wurde. Ansonsten wäre A. Häusler gegenübergestellt worden.

-Die Antwort, die Pirincci vorgespielt wurde, enthielt nicht die dahinterstehende Argumentation, dass er es selbst mal so gesagt hätte

-Daher kann man den Knall, der ja im Pirincci Jargon durchaus schon fast als Kompliment gelten kann, als Kollateralschaden verzeihen. Auch wenn man weiss, dass er Pirincci auch hin und wieder in seiner Nachbarschaft in Bonn diskutiert hat.

-Interessant war der Schluss, der unumwunden(!) einiges zu Tage fördert.
Die Linken haben eben nun mal ihren Trumpf A.H. aus B in ihren Reihen, der es Ihnen beim Kochen der roten Sosse einfacht macht: einfach den Deckel zu halten.
Dass der Kunstmaler aus Wien heute in D massgeblich auf die politische Linie Einfluss nehmen darf ist bekannt- so offen ausgesprochen hat es aber in meiner Gegenwart aus diesem Lager noch niemand in dieser Deutlichkeit.

C.

Tabu
20. November 2014 15:41

Mit der durch die Siegermächte und später deren "deutsche" Helfershelfer kriminalisierten Geschichte der Deutschen - insbesondere die "dunklen 12 Jahre der Nazidiktatur"- gelang es, die Deutschen seelisch und moralisch zu verkrüppeln und ihren Widerstand gegen ihre Umerziehung zu brechen. Sie haben vor dem angehäuften Dreck der eigenen Geschichte kapituliert. Ein Vorgang der pathologische Züge angenommen hat und unsere Volk nicht nur in der Gegenwart handlungsunfähig macht gegen die waren Feinde, sondern auch für die Zukunft schlimmes erwarten lässt. Darum ist es überfällig an dieser Front durchzubrechen, dass wissen auch die Nutznießer des Systems, die gefährlichsten Feinde der Wahrheit! Der Revisionismus zum Thema Erster Weltkrieg könnte ein Eisbrecher werden, wenn es dem System nicht gelingt, die schon geschlagenen Breschen zu schließen und die Verbindung zum Zweiten Weltkrieg abzukoppeln! Dann könnte das gesamt Lügengebäude wie ein Kartenhaus zusammenfallen mit unabsehbaren Folgen für die herrschende politische Klasse!