Sezession
8. Dezember 2014

Ein „breites Bündnis“ gegen PEGIDA in Dresden – was ist das eigentlich?

Gastbeitrag / 30 Kommentare

hartlageDie Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes, PEGIDA, haben in Sachen Deeskalation alles getan: Sie verzichten heute auf ihren Spaziergang, belassen es bei einer stationären Massenkundgebung abseits des Dresdner Zentrums, haben am vergangenen Wochenende nicht auf der Räumung der Blockade ihres Demonstrationszugs bestanden, mit den eigenen siebeneinhalbtausend Leute friedlich den Rückzug angetreten und sie rufen ununterbrochen zur Gewaltlosigkeit auf. Trotz alledem:

In Dresden hat sich eines jener berühmten "breiten Bündnisse" gebildet, die überall als Sachwalter der Zivilgesellschaft aufkeimen. Kirchen, Jüdische Gemeinde, DGB, Universität, Pro Asyl, örtliche Politiker und in Dresden sogar Sachsens Ministerpräsident - keiner ist sich zu schade, mit den Schlägertrupps und Gammelbrigaden der Antifa in ein "breites Bündnis" einzutreten. Was ist das eigentlich? Manfred Kleine-Hartlage hat in seinem im Januar erscheinenden "Unwörterbuch" (hier mehr Informationen) diesen Begriff auf unnachahmliche Weise definiert. Wir gönnen uns einen Vorabdruck:

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Bündnis, breites

Wenn in der Zeitung von einem „breiten Bündnis“ die Rede ist, richtet sich ein solches Bündnis in zwei von drei Fällen dagegen, daß Andersdenkende ihre Meinung sagen und dafür auf die Straße gehen können. In aller Regel wird zu diesem Zwecke zum Rechtsbruch aufgerufen. Kein Wunder, daß der, der solches plant, es nötig hat, die „Breite“ seines „Bündnisses“ zu betonen, um die Qualität seines Handelns – nämlich illegal zu sein – durch die Quantität der Gleichgesinnten zu rechtfertigen (mit der es in Wahrheit freilich meist auch nicht besonders weit her ist). Mit einem liberalen Demokratieverständnis, zu dem – und zwar zentral! – das Recht auf Dissens gehört, hat eine solche Einstellung nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um ein jakobinisches oder auch bolschewistisches Demokratieverständnis, wonach es gegenüber einer – womöglich nur fingierten oder usurpierten – volonté generale kein Recht auf Dissens gibt.

Einen gewissen Wahrheitsgehalt wird man der Formulierung „breites Bündnis“ normalerweise nicht absprechen können: Diese Bündnisse haben zwar nicht viele Anhänger, wohl aber umfaßt die Unterstützerszene in aller Regel einen erheblichen Teil des etablierten Spektrums bis hin zu den sogenannten bürgerlichen Parteien, das heißt es herrscht ein Konsens nicht unbedingt der Anhänger, wohl aber der Aktivisten und Funktionäre scheinbar unterschiedlichster politischer Richtungen, die Entstehung erfolgsträchtiger politischer Konkurrenzorganisationen nicht mit dem legitimen Mittel des Arguments, sondern mit den ganz und gar illegitimen Mitteln von Rechtsbruch, Nötigung und Gewalt zu verhindern.

Wir haben es, anders gesagt, mit einem in der Verfassung nicht vorgesehenen Machtkartell politischer Kräfte zu tun, die sich selbst das Kollektivmonopol auf die Ausübung politischer Rechte und Wahrnehmung politischer Interessen zusprechen und sich zu diesem Zweck schon einmal über das Gesetz hinwegsetzen. Es versteht sich von selbst, daß Vertreter insbesondere der Unionsparteien nicht selbst zum Pflasterstein greifen, sondern diese Schmutzarbeit den bewährten Kräften der linksextremen kriminellen Szene überlassen. Der für beide Seiten immerhin  peinliche Sachverhalt, daß die extreme Linke als nützliche SA der Bourgeoisie auftritt, wird mit viel wechselseitiger Polemik unter den Teppich gekehrt, das Publikum hinters Licht geführt.

Es bedarf hierzu nicht einmal irgendwelcher Absprachen: Die jeweiligen Partikularinteressen relativ kleiner, geradezu winziger Akteursgruppen führen ganz von alleine dazu, zwischen ihnen das zustande zu bringen, was sie dann ein „breites Bündnis“ nennen.


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Kommentare (30)

Ein Fremder aus Elea
8. Dezember 2014 08:00

An der Zusammenfassung ist wirklich nichts zu verbessern.

Was man einzig noch betrachten könnte - aber das gehört nicht in eine Zusammenfassung - ist der Grad der Freiwilligkeit seiner Teilnehmer, ob es für diese existenzbedrohend ist, nicht teilzunehmen, oder ob sie es sich durchaus leisten könnten.

Papst Franziskus sprach ja jüngst das Offensichtliche aus, also daß die Probleme, welche zur Migration führen, an Ort und Stelle zu lösen seien - und nicht in Europa.

So ganz leicht fällt es mir nicht, mir vorzustellen, wie ein intelligenter, seinem Gewissen verpflichteter Mensch zu einem anderen Ergebnis kommen kann.

Carsten
8. Dezember 2014 09:01

Das "breite Bündnis" kann man auf jeder Demo besichtigen: Vorne die Kettenhunde von der Asifa, dahinter linksextreme und germanophobe Jusos und Grüne Jugend, dann die Herz-Jesu-Kommunisten von verd.di und die Umvolker von ProAsyl und danach die evangelische Kirche. Und alle völlig frei von Berührungsängsten. Da versteht man wirklich nicht, wieso sich rechts jeder von jedem distanziert.

John Haase
8. Dezember 2014 09:16

Ich hoffe sehr, in diesem Wörterbuch kommen auch "gesellschaftliche Debatte", "Menschenfeindlichkeit" und "unsere westlich-demokratischen Werte" vor. Falls nicht, so reiche ich sie hiermit als Vorschläge für einen eventuell irgendwann erscheinenden zweiten Band ein

Gustav Grambauer
8. Dezember 2014 09:48

Superb. Mir fehlt allerdings noch ein Gesichtspunkt, das anarchistische Element: der Homo Civis Republicaniensis Coloratus ist Ghandist.

Nur so ist die Unterwürfigkeit der PEGIDA zu erklären - bei einigen nur nüchternes psychologisch-taktisches Kalkül, bei anderen Ergebnis der Umerziehung.

Für letzteres spricht auch die Tatsache des Kotaus vor dem Götzen Mammon - der Rückzieher erfolgte "mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft". Dazu grinst Konstantin Wecker (geradezu der Prototyp des Anarchisten mit seinem Idol Mühsam) nur höhnisch:

https://www.youtube.com/watch?v=Wxjoh1GfKUs

- G. G.

Martin
8. Dezember 2014 10:28

... und danach die evangelische Kirche

Die katholische ist leider auch immer mehr dabei. Gerade bei der Asylfrage überschlägt sie sich fast vor "Barmherzigkeit".

Ein gebürtiger Hesse
8. Dezember 2014 10:57

@ Gustav Grambauer

Ist jener "Rückzieher", der "mit Rücksicht auf das Weihnachtsgeschäft" erfolgt sei, nicht aber besser zu verstehen als (abermaliges) Zeichen, daß PEGIDA der Stadt Dresden keinerlei - und auch nicht den geringsten - Schaden verursachen möchte? Und das schließt eben den Einzelhandel mit ein?

Daß die Verantwortlichen auf ihrer Facebook-Seite bekunden, daß sie "nicht islamfeindlich" (groß geschrieben) seien, geht womöglich eher in die Richtung, die Sie meinen. Es gibt Unterschiede zwischen sozialer Verträglichkeit, ostentativ-taktischer Harmlosigkeit und - Unterwürfigkeit.

Der Gutmensch
8. Dezember 2014 11:30

Geht kürzer und neutraler, wie ich als professioneller Gutmensch meine:
"Der Begriff „breites Bündnis“ wird politisch irreführend eingesetzt, da er nur auf formale Unterschiede zwischen den jeweiligen Anhängern aus staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen (beispielsweise aus Kirchengemeinden und aus der Exekutive) zurückzuführen ist und davon gerade nicht auf eine bestimmte Menge an Bündnisanhängern geschlossen werden kann. Das Grundanliegen des „breiten Bündnisses“ ist die Bekämpfung von Bewegungen und Stimmungen in der Bevölkerungsmehrheit, soweit diese über das Potential verfügen, den jeweiligen Individualinteressen der verschiedenen Bündnisanhänger entgegenzustehen." Ist natürlich nicht so schön wissenschaftlich; bloß pragmatisch.

G.,

G.

eulenfurz
8. Dezember 2014 12:31

Irgend jemand spottete: "Wegen befürchteter Umsatzeinbußen des Kleingewerbes wurde Revolution abgesagt". Die deeskalierende Strategie von PEGIDA ist ansonsten aber bewundernswert und stellt sie haushoch über ihre Gegner!

Die Realexistenz "breiter Bündnisse" führte in der Vergangenheit schon zu solch skurrilen Zahlenverhältnissen, daß mehr Gruppen einen Aufruf zu einer Veranstaltung ("Gegendemo") unterzeichneten, als letzten Endes Personen diesem Aufruf folgten.

Ralf Rolf
8. Dezember 2014 14:36

Ein Aspekt ist da noch zu betonen, was den Zweck eines breiten Bündnisses anlangt: die Provokation. Die Bündner sind dabei die gedungenen Zeugen und die Antifa provoziert, bis "was passiert". Dann hat das breite Bündnis nicht nur als Zeuge des Übergriffs durch die Pegida, sondern auch als völlig unschuldiges Rehlein seine Opferrolle gespielt und die Medien flennen und fluchen um die Wette am nächsten Tag.
Wer von denen, die das breite Bündnis darstellen wollte im Angesicht roher Gewalt durch PeGiDa noch die Notwendigkeit von Internierungslagern für den undemokratischen Mob bestreiten? Wer es wagen, nicht noch mehr Mittel im Kampf gegen Rechts zu fordern?

Ich bin nicht so richtig mit den Zielen von Pegida einverstanden. Aber noch viel weniger mit den Methoden der Bündner.

Bund. Fascio. Fasci di combattimento. Fascio und Antifascio vereint im deshalb auch "breiten" Bündnis. Wir schauen weit zurück, wenn wir in Deutschland nach vorn schauen.

rundertischdgf
8. Dezember 2014 17:26

Es ist tatsächlich ein breites Bündnis der "Verfassungsfeinde", wenn man aufmarschiert, um eine friedliche, angemeldete Demonstration zu verhindern. Daß auch noch der höchste Verfassungsschützer des Freistaates Sachsen, der Innen- und Polizeiminister, CDU, öffentlich prahlt mit allerlei Linken, Linksextremen und Antifa an der Verhinderungsdemonstration teilzunehmen, das ist schon ein starkes Stück.

https://rundertischdgf.wordpress.com/2014/12/08/cdu-ministerprasident-und-cdu-polizeiminister-zusammen-mit-linken-und-islamisten-gegen-friedliche-demo-pegida/

Bernhard
8. Dezember 2014 18:59

Hier mal echt was zum Lachen: Eine Realsatire!

Solche Typen sind unsere Gegner! Selten so gelacht!

https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/buendnis-gegen-rechts-3385151.html#idAnchComments

von_der_Marwitz
8. Dezember 2014 23:38

Ich entschuldige mich schon mal im Voraus, dass ich in die hier zu vermutende Großwetterlage querschlägerisch reinholze...
Mein Stimmungsbild von der "radikalsten" #nopegida-Demo, die vom Bahnhof Neustadt, angeführt vom Bündnis "Dresden nazifrei": Bin natürlich als eher konservativer Kulturpessimist mit etwas schlechtem Gewissen mitgelaufen, als Dresdner mit kindlicher Erinnerung an '89 fiel mir die Entscheidung nicht leicht.
Ja, verdammt, hab Geisteswissenschaften in dieser Stadt studiert, liebe die Dresdner Neustadtkultur etc. Sagen wir, ich bin aus soziologischen oder auch popkulturellen Gründen mitmarschiert. "Zwei Seelen, ach" oder Herz vs. Verstand.
Krawallige Antifa skandiert "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here"/"Alle wollen dasselbe, Nazis in die Elbe" "Pe-gi-da, Rassistenpack, wir haben euch zum Kotzen satt" etc. Die Sprüche sind aber so eingängig, dass man irgendwann mit dem Rhythmus mitmuss, dann werden sie auch komisch und einige Teilnehmer wiesen tatsächlich ein wenig Selbstironie auf. Schon mal bemerkt?
Musik war gut (Elektronik, Dicso-Brass, Tocotronic), Stimmung ausgelassen, ehrlich-besorgt, irgendwie rührend. Natürlich war man selbstzufrieden, aber nicht nur! Fast wie '89, doch stand hier eher der Aufbruch eines "internationalen" Dresden - Dresden leidet nach wie vor unter dem ihm zugeschriebenen Provinzialismus etwa im Vergleich mit Leipzig - , drüben die Unterdrückung, gegen die man sich wehrt, im Vordergrund. Jedenfalls war der Sprecher sehr bemüht, das DAFÜR dieser Veranstaltung hervorzuheben. Ja, und wer ein mitleidig Herz hat, kann da eben nicht nein sagen.
Würde gern ein paar Details von drüben lesen, v.a. Ästhetisch-Atmosphärisches. Kennt jemand das "Zwei Seelen"-Problem bzw. den Herz-Verstand-Dualismus, vielleicht gar als rechtes Phänomen? Bitte raus damit!

apollinaris
9. Dezember 2014 00:34

Es sollen ja dieses Mal heute über 10.000 Teilnehmer bei PEGIDA in Dresden gewesen sein. Wir sind gespannt auf einen Bericht der sezession-Augenzeugen/Teilnehmer. Hoffentlich sind sie unbeschadet nach Hause zurückgekehrt.

Katholischer Sezessionist
9. Dezember 2014 09:24

von der marwitz

Würde gern ein paar Details von drüben lesen, v.a. Ästhetisch-Atmosphärisches. Kennt jemand das „Zwei Seelen“-Problem bzw. den Herz-Verstand-Dualismus, vielleicht gar als rechtes Phänomen? Bitte raus damit!

Kein Querschläger muß sich entschuldigen. Mit den zwei Seelen ist wohl eher ein deutsches Thema als ein rechts-links Thema.
Ich z.B. Bin ein konservativer Katholik ( Herz) , allerdings aus Vernunftgründen aus der Kirche ausgetreten. Das war ein langer schmerzhafter Prozeß. Als Kind sang ich noch aus voller Brust:
"Fest soll mein Taufbund immer steh'n , ich will die Kirche hören."
Jetzt kann ich die Kirche, besser: viele deren Vertreter einfach nicht mehr hören ! Und wenn da Katholiken im "breiten Bündnis" mitmarschieren, geht mir dieses dümmliche Mitläufertum gewaltig auf den Senkel.
Trotzdem sehe ich mein Seelenheil nicht als gefährdet an. ich bin so frei, Herr Bischof.
Auf PI schreibt ein Atheist:

"aber daß ich, der bekennende Antichrist schlechthin, mich mal freuen würde, bekennende Christen bei Pegida zu sehen, haut mich glatt um".

Es gibt Christen also auch auf der anderen Seite.
Das atmosphärische rechts-links beschreibt ganz toll Frank Böckelmann im
"Jargon der Weltoffenheit" ! Dort finden Sie viele Antworten.
Ich verstehe z. B. auch nicht, daß die jüdische Gemeinde im "Breiten Bündnis" mit macht. Nach den massiven antisemitischen Ausschreitungen in Frankreich ein Unding.
Ach ja, ganz kurz habe ich gedacht, daß 10.000 und 9000 zusammen fast 20 000 sind. Und daß diese 20 000 eigentlich auch ganz gut zusammen demonstrieren könnten. Ich kann mir sogar vorstellen unter welchen Parolen . Da kann jeder seine Phantasie spielen lassen.

Der Gutmensch
9. Dezember 2014 11:00

@von_der_Marwitz
Auf das "mitleidig Herz" spekuliert wohl eher die Antifa mit ihren slogans; oder habe ich Sie da falsch verstanden?

Popkultur macht Spaß, zweifelsohne. Aber nur, solange es überhaupt noch Kultur gibt - also einen gesellschaftlichen Konses, der beispielsweise beinhaltet, dass sich alle - auch Politiker und "refugees" - an Gesetze halten müssen. Das muss die Regel sein, die Ausnahmen natürlich nur bestätigen können. Das "breite Bündnis" indessen hält einfach gar nichts von der demokratischen Regel; die ist ihr viel zu dröge und langweilig, da stehen sie aus Prinzip "drüber".

Und so sägt man eben im Takt von Teenie-tocotronic fröhlich am Ast, auf dem wir allesamt sitzen - mitsamt unserem Mitleid, mit unseren vielgestaltigen Ausnahmen, mit unserem Alltag und mit allem, worauf wir uns überhaupt einigen können, weil wir nämlich viel zu tolerant sind, als das wir nicht praktikable politische Ansätze als solche bezeichnen würden! Im Ergebnis dessen wird sich dann eben kaum noch jemand irgendein "zwei-Seelen-Problem" leisten können - genau darum geht es im Kern, und zwar hüben wie drüben.

Das beantwortet Ihre Frage, denke ich.

Der Gutmensch.

Ein Fremder aus Elea
9. Dezember 2014 11:06

von_der_Marwitz,

in der Form, in welcher Sie es schildern, kenne ich es nicht. Ich war noch nie auf einer Demo, und ich werde auch nie auf eine gehen.

Ich kenne diesen Zwiespalt nur in der Form, daß ich in dem Alkoholiker, der aus dem Maul stinkt, immer auch noch den Menschen sehe, welcher er unter anderen Umständen hätte sein können.

Wer sich vom Bezirzenden einwickeln läßt und dabei den Ernst vergißt, kann als Einzelner wohl auf einen Freund hoffen, welcher ihm den Spiegel vorhält, aber wo dies der Geist des Landes wird, trifft die Analogie mit dem Alkoholiker zu.

Wie ich grad' heute schrieb:

"Was steht von jemandem zu erwarten,
der seine Großmutter für ein
Apple und ein I verkauft?"

Strogoff
9. Dezember 2014 11:43

Werter Katholischer Sezessionist

Ich verstehe z. B. auch nicht, daß die jüdische Gemeinde im „Breiten Bündnis“ mit macht. Nach den massiven antisemitischen Ausschreitungen in Frankreich ein Unding.

Jeder hat doch seine eigenen Interessen, die sich oftmals auch schneiden.

Wenn die Israelis Wochenlang die Palästinenser bombardieren, dann ist das für die jüdische Gemeinde in Ordnung.
Wenn in Europa die Patrioten gegen die Islamisierung demonstieren, dann ist das für die jüdische Gemeinde nicht in Ordnung.
Alles eine Frage der eigenen Zielvorstellung.
Das "auserwählte Volk Gottes" wird sich nicht gegen die Islamisierung stellen, allerhöchstens lauthals ihre Opfer beklagen und falls mal der Baum brennt das Flugzeug besteigen.

Mich wundert immer wenn sich auf unsere jüdisch-christlichen Wurzeln berufen wird. Die jüdische Gemeinde beruft sich jedenfalls nicht auf christiliche Wurzeln.

Marc Thomas
9. Dezember 2014 13:42

@ Grambauer

Ghandisten? Ghandi hat aus strategischen Erwägungen den Einsatz von physischer Gewalt gegen die schwerbewaffneten Anglo-Imperialisten verneint!
Dadurch die Angelsachsen in ihrem Mutterland zudem empfindlich psychisch desavouiert. Er hat psychische Gewalt auf die britischen Demokraten-Unterdrücker ausgeübt. Ghandi war aber weder de-eskalativ noch feige. Hätte er es mit solchem Demokratistenpöbel zutun gehabt, wäre er frontal gegen sie vorgegangen. Noch war nichts von scharfer Bewaffnung des uniformierten Mobs zu sehen! Also nicht zu befürchten, daß die Schergen des Regimes auf die ungeliebten Restdeutschen das Feuer eröffnen. Was freilich nicht heißt, daß die Zukunft nicht solches mit sich bringen könnte? Den Bunten Khmer ist alles zuzutrauen.
Beiläufig bemerkt: Der Straßenmob ist nicht das Problem! Das Problem sind Tillich und Orosz; unsere transatlantischen Edelschädlinge.

@Gebürtiger Hesse

Vielleicht wäre es an der Zeit, der Stadt Dresden endlich Schaden zuzufügen?
Lange genug ist das Bundesgewächs "einkaufen" und sich selbst "verkaufen" gegangen.
Der Dresdener Durchschnittsheini hätte die Pflicht, sich Pegida anzuschließen gegen jene, die heute in Dresden die Macht ausüben und die IDEOLOGISCH identisch sind mit jenen, die Dresden 45 ausgelöscht haben; selbiges - auf andere Art - langsam wieder tun. Schreien Tillichs linke Schurken nicht: Harris DO IT AGAIN?

Besteht das Problem darin, daß der Bunzelbürger "irgendwie" unfähig ist, das gesamte geschichtliche und gegenwärtige Bezugssystem in seiner Destruktionskraft zu durch-, hinter- und überblicken?

Pommes
9. Dezember 2014 20:28

Wenn die Linken die Rahmenbedingungen bestimmen, was wie diskutiert werden darf, so haben wir keine Chance. Wir sollten uns ohne falsche Rücksichten alle Freiheiten nehmen, die Wahrheiten direkt anzusprechen.

herbstlicht
9. Dezember 2014 20:39

Wie könnte man die im Artikel ausgesprochenen Überlegungen weithin verbreiten --- zwecks Artikulation des Unbehagens, welches derzeit wohl um sich greift? Wer liest schon mehr als 10 Zeilen?

Eine Anregung --- obwohl die Macher von SiN von solchen Dingen sicher weit mehr verstehen als ich: Vad innebär F!'s politik? . Geringer technischer Aufwand, scharfsinning, anschaulich,
clownisch-unterhaltsam.

Hintergrund: F! steht in Schweden für "Feministische Initiative",
eine neue Partei, gegenüber welcher die "Grünen geradezu seriös
wirken". Der Bursche nennt sich selber "Arg Blatte" (etwa: wütender
Dunkelhäutiger, Welscher) und man findet unter diesem Namen noch mehr
Videos von ihm auf der Röhre. Er kam als Kleinkind aus Bosnien.

herbstlicht
9. Dezember 2014 20:41

Link ist verloren gegangen:
Vad innebär F!’s politik?

Ernst Wald
9. Dezember 2014 21:03

Ich finde es ziemlich naiv, wie Herr Kleine-Hartlage davon ausgeht, dass es im Politischen - ob nun mit oder ohne Grundgesetz/Verfassung - einen fairen Meinungsstreit geben kann. Das widerspricht der Natur des Politischen:

Jeder religiöse, moralische,ökonomische, ethnische oder andere Gegensatz verwandelt sich in einen politischen Gegensatz, wenn er stark genug ist, die Menschen nach Freund und Feind effektiv zu gruppieren (Carl Schmitt)

Gesetz des Falls, die Konservativen (Rechten) wären in Deutschland die politischen Meinungsführer, wie sähe deren Reaktion aus, wenn plötzlich ein paar Tausend Demonstranten auftauchten und die Einführung der Homoehe, das Recht auf Abtreibung und andere Einwanderungsgesetze einforderten? Käme es dann zu einem ritterlichen Wettkampf der Argumente in der politischen Öffentlichkeit? Wohl kaum.

Grüße aus München nach Dresden
9. Dezember 2014 21:34

Bleibt friedlich und harmlos!

Selten eine so gute, aber auch bedrohlich klingende Radiomeldung im Viertelstunden-Takt gehört: „Politik zeigt sich erschrocken und betroffen über antiislamische Massenproteste gestern in Dresden.“

In der Frühe vor der Arbeit, am Abend nach der Arbeit, Radio B5-Aktuell! Ich tue es mir täglich an, um niemals zu vergessen, mit wem wir es in den deutschen Mainstreammedien – mit denen, die hier zu Wort kommen dürfen - zu tun haben, nämlich mit ganz bewussten, systematischen Deutschlandabschaffern.

„B5 aktuell“ – Der Radio-Nachrichtensender des Bayerischen Rundfunks. Unerträglich, oft schmerzlich, wie hagelschauermäßig einschlagende Meinungssplitter und -bomben. Ein richtiger Gehirnwäsche- und Indoktrinierungs- und Hetzsender ist B5 Aktuell, wenn im Viertelstunden-Takt abtrünnige Rechte (Meinungen und Aktivitäten) nach allen ausgefeilten Regeln der medialen Einseitigkeit und Verlogenheit niederkartätscht werden:

Nach dem überraschenden rechten Erfolg von Dresden (mind. 10.000 Teilnehmer) wird jetzt von links auf breiter Basis mobilisiert und sogar schon zum Aufstand aufgerufen: „Die Mehrheit soll aufstehen“ „alle politischen Parteien sollen sich klar distanzieren“, „Innenexperten in Sorge über Pediga“, die Proteste der Rechtspopulisten seien „widerlich und zum Fremdschämen“ (so ein A-loch, dieser Heiko Maas, „unser“ Justizminister), er fordert „zur gemeinsamen Gegenwehr“ auf, „Justizminister fordert All-Parteien-Bündnis gegen Pegida“.

Aber auch: „Bernd Lucke findet Pediga gut.“

O Gott, der arme Kerl. Jetzt muss er sich aber warm anziehen. Hoffentlich hält er den Gegenschlag aus. Seine Gegner werden nicht zimperlich sein und nicht ruhen, bis er am Boden liegt. Und Henkel gibt ihm dann den letzten Fußtritt.

- Die Antideutschen fühlen sich ja sowas von stark und selbstherrlich! Kaum erträglich, wenn sie das Maul aufmachen. So muss früher die Propaganda der Nazis auf Andersdenkende gewirkt haben. Jetzt zeigen sie wieder mal deutlich ihr wahres Gesicht. Wie kann es bloß sein, dass wir solch eine Führungselite in Medien, Politik und Gesellschaft haben?

Weltversteher
10. Dezember 2014 18:19

Marwitz, ich verstehe Ihren Antrieb nicht ganz.
Mag ja sein, daß sich Leute von der Ästhetik der Systemavantgarde angezogen fühlen, auch mit zwei Seelen und so. Aber haben Sie noch nichts von den Problemen gehört, derentwegen die PEGIDA auf die Straße gehen? Lassen diese Sie kalt, oder wissen Sie nicht so richtig (zwei Seelen), ob das jetzt gut ist?

Gustav Grambauer
10. Dezember 2014 23:58

@gebürtiger Hesse

Zumindest entspricht der "Rückzieher" nicht deutscher Wesensart, und ein Volk, das an seiner Wesensart vorbeilebt ....
Ich hatte ja geschrieben: "... bei einigen nur nüchternes psychologisch-taktisches Kalkül, bei anderen Ergebnis der Umerziehung." Taktik lasse ich nicht nur gelten, sie ist hier auch sehr geboten. Es ist leider aber zugleich ein Wesenszug der westlichen Völker, daß sie bei ihren letzten Zuckungen auf keinen Fall "der Wirtschaft" schaden wollen - klassisch zuletzt bei Ecopop hier in der Schweiz, und jetzt eben wieder bei PEGIGA: wasch mich aber mach mich nicht naß, Hobeln wollen wir schon, aber bitte ohne Späne ...

@Thomas

Ich weiß nicht, ob Ihnen ansatzweise klar ist, was sich beispielsweise für ein Abgrund der Versklavung z. B. mit der "Gewaltfreien Kommunikation" auftut - stramm in der von Ghandi begründeten Tradition, und ich kann mir nicht vorstellen, was er dagegen gehabt haben könnte. Diejenigen, die die GfK als die Hochblüte des Anarchismus ansehen, sehen natürlich nicht, daß über diese Farce das hegemoniale Gewaltmonopol nur katalysiert wird: die Ausdehnung des Gewaltbegriffs auf alles und jedes (jedes von einem Denunzianten beobachtete "Dudu!" einer Mutter gegenüber ihrem Kind, womit sie ihm ja nach GfK-Lesart "Gewalt" antut) ist das allerbeste Mittel zur immer weiteren Aufblähung der Machtfülle der Polizei und der Gerichte (vor allem der Familiengerichte) und in deren Gefolge der ganzen Bevormundungs- und Entmündigungs-Industrie mit ihren sogenannten "Psychologen", "Pädagogen", "Sozailarbeitern", "Kommunikationstrainern", "Mediatoren", "Coaches" usw. "Entmündigung" meine ich dabei nicht nur als Metapher, hier geht es exponentiell zunehmend knallhart um das Sorgerecht. Auch sonst frißt sich die Krake "Gewaltfreiheit" mehr und mehr in unser aller Leben hinein.

Noch ein anderer Aspekt: neulich war Gene Sharp im engeren Kreis der Anwärter auf den Friedensnobelpreis, auch bei ihm ist wieder das Gespenst Ghandis am Wirken, in Gestalt der sogenannten "Farben-Revolutionen". Ghandi meets Soros.

Indien hat nebenbei gesagt mit Ghandi 60 Jahre verloren, die es mit Bose gewonnen hätte.

- G G.

CDU-Gegner
13. Dezember 2014 13:37

bitte vorherigen Kommentar löschen, danke

Die Schattenseite von PEGIDA

PEGIDA hat eine Schattenseite. Sollten die Forderungen umgesetzt, d.h. Salafisten abgeschoben werden, kommt es nicht schon in den nächsten Jahren, sondern erst in 15 bis 30 Jahren zu einem breiten, massenmobilisierenden Aufeinanderprall der Kulturen und Rassen. Käme dieser Aufeinanderprall jedoch bald, wäre das natürlich im Interesse jedes Nationalisten, der seine Seele in nachfolgenden, germanischen Generationen weitergegeben sehen möchte, weil dieser Aufeinanderprall zumindest zur Entmischung (Segregation) der Bevölkerungsgruppen führen würde. Kann jedoch für die nächsten 10 bis 15 Jahre der ohnehin unvermeidliche Bürgerkrieg verhindert werden (und genau dazu schickt sich PEGIDA an; und die Geschichte hat gezeigt, daß Vielvölkerstaaten immer zu Bürgerkriegen geführt haben, siehe Danzig, Kosovo, etc), unterliegen die germanischen Völker demographisch und kulturell weiter einer Schwächung ihrer biologischen, kulturellen und geistigen Substanz. Die Abschaffung des germanisches Volkskörpers, seiner Seele und seines Geists kann so deutlich leichter vonstattengehen, weil nicht die Ausländer Hauptgefahr und primärer Feind der die Deutschen sind, sondern ihre eigene Dekadenz und Angst.

Gegenüber PEGIDA ist der seit 2005 eingeschlagene Weg der CDU natürlich maximal deutschenfeindlich, doch er hat eben auch die andere, positive Seite. Denn in dem Extremismus, mit der die Umvolkung derzeit durch die CDU betrieben wird, können sich die GRÜNEN nur in Nuancen von der CDU unterscheiden. Die CDU hat den Königsweg der Langsamkeit aufgegeben und ist zum offenen Extremismus der 80er- und 90er-Jahre Jahre, als Millionen an Ausländern in die BRD strömten, übergegangen.
Dieser Extremismus findet heute jedoch unter deutlich anderen Vorzeichen statt, nämlich unter der bereits offen zutage tretenden Umvolkung (siehe Offenbach, Pforzheim, Berlin, Duisburg, etc). Und damit droht aus Sicht der BRD-Eliten ein Aufwachen der Deutschen die Provokation ihres Widerstands. Das Verhindern der offenen Eskalation war und ist eines der wichtigsten Machtmittel, weil der Volkstod aus langfristig-strategischer Sicht nur schleichend und nicht mit offener Gewalt erreicht werden kann.

Genau das kann den Natinalen den Boden verschaffen, den sie brauchen. Das wusste ich schon vor PEGIDA und so wundert es mich nicht, daß in den BRD-Eliten auch verständnisvolle Töne zu PEGIDA zu hören sind.

An dieser Stelle nochmal der Hinweis zur CDU der 80er- und 90er-Jahre: Unter keiner Partei sind mehr Ausländer in die BRD geströmt, als unter die CDU. Das gilt für die 2010er-Jahre ebenso wie für die 80er- und 90er-Jahre. Dennoch gilt die CDU der 80er- und 90er-Jahre bei Lesern der Jungen Freiheit als konservative Partei. Was nicht verwundert, denn gerade bei vielen Katholiken gilt die Form alles und der Inhalt nichts.

PEGIDA kann den Deutschen schaden, wenn diese Bewegung sich von den Parteien einlullen lässt und aus dieser Bewegung heraus keine weitergehenden Forderungen entstehen. Sollte das Rudel jedoch ein Rudel bleiben und sich nicht verschafen lassen, kann PEGIDA uns jedoch auch auf dem gewaltfreien Weg nützen.

CDU-Gegner
16. Dezember 2014 12:30

DIE ZEIT schiebt Foto von StasiFaschisten der Hogesa unter

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-12/islamismus-rechtsextremismus-verfassungsschutz-konflikt-maassen

CDU-Gegner
17. Dezember 2014 11:18

warum hat Manfred Kleine-Hartlage noch nicht bei PEGIDA gesprochen? Ich halte es für eine schwere "Sünde", daß ausgerechnet genau der Mann, der wie kein anderer das System entlarvt hat, und PEGIDA intellektuell am besten führen kann, hier fehlt.

Der Klaus
18. Dezember 2014 21:45

Auch bei Weihnachtsfeiern gibt es laute "breite Bündnisse", die aber genauso schnell wieder zerfallen, wie die politischen. Besser ein schmales, haltbares Bündnis ohne Getöse.

Unke
20. Dezember 2014 10:08

Zwei Anmerkungen aus der Lameng:
1. Mir scheint dieser Begriff "breites Bündnis" ein (weiterer) ideologischer (Re-)import aus den USA zu sein. (Es wäre mal einen eigenen Artikel wert nachzuzeichnen, wie selbst Details im politisch-journalistisch-publizistischen Tagesgeschäft von dort wie in einer Befehlskette übernommen werden; man denke nur an das aktuelle Konzept des "nudgings".)
Der Begriff dort: "rainbow coalition".
2. Das "breite Bündnis" hat eine unveränderliche Gemeinsamkeit: es handelt sich ausnahmslos um zwangs- d.h. staatsfinanzierte Gruppen und Individuen. Und damit basiert es auf Gewalt - die einzige Methode, mit der diese Figuren an (Steuer-) Geld kommen können. Das heißt im Umkehrschluss: je mehr Sozialismus (=je mehr Staat), desto größer die "breiten Bündnisse", je mehr Markt, desto weniger.

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