Sezession
23. Dezember 2014

PEGIDA, als Falle betrachtet

Martin Lichtmesz / 88 Kommentare

pegidaPegida hat in Dresden einen neuen Rekord mit rund 17,500 Teilnehmern erreicht. Das ist imponierend. Die Idee, Weihnachtslieder zu singen, finde ich großartig. Die Medien versuchen zur Zeit verbissen, dagegen anzuschreiben. Die Zeit, als Kampfblatt an vorderster Front, betitelt ihren Bericht über den bisher größten Erfolg der Bewegung mit der Schlagzeile:  "Protest gegen Pegida-Bewegung wächst".

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Das ist nur auf den ersten Blick paradox: In München waren zeitgleich angeblich bis zu 12,000 Menschen auf der Straße, um gegen Pegida im Osten zu demonstrieren. Natürlich war wieder das berüchtigte "breite Bündnis" mit von der Partie.

In München hatte ein breites Bündnis aus kirchlichen Gruppen, Künstlern und Flüchtlingsorganisationen zu einer Anti-"Pegida"-Demonstration aufgerufen. Mindestens 12.000 Menschen folgten diesem Ruf. Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte: "Diese Demonstration heute Abend zeigt München von seiner besten Seite: Hier stehen Tausende Menschen gemeinsam auf gegen Rassismus und Ausgrenzung." Unter dem Motto "Platz Da! - Flüchtlinge sind hier willkommen" hatten sich ursprünglich 1500 Teilnehmer zu der Veranstaltung angemeldet.

Ich muß sagen, daß es mich bei dieser Meldung etwas gruselt. Ich finde die verblüffende Torheit der Demonstranten gespenstisch, ja beängstigend, wie auch die Parolen, die allerorten mit roboterhafter Automatik ausgegeben werden: "Respekt" und "Weltoffenheit" und "Humanität" und "Vielfalt".

Der altlinke Liedermacher Konstantin Wecker ließ verlauten:  "Wer mit Pegida sympathisiert, ist nicht bereit nachzudenken". Das genaue Gegenteil scheint mir auf schreiende, schlagende Weise der Fall zu sein.Insbesondere Herr Wecker scheint mir schon seit langem hirntot und in einer Siebzigerjahre-Endlosschleife gefangen zu sein.

Einmal hat er gesungen:

Immer noch werden Hexen verbrannt
auf den Scheiten der Ideologien.
Irgendwer ist immer der Böse im Land
und dann kann man als Guter
und die Augen voll Sand
in die heiligen Kriege ziehn!

Das trifft heute eindeutig auf die "Mischpokke" zu, mit der er heute mitmarschiert und dessen Hörner er heute bläst, nicht aber auf Pegida. Jedenfalls ist die Argumentation von Pegida bei weitem nicht so manichäisch wie die ihrer Gegner, die immer noch in der stärkeren Position sind und einen riesigen Inquistionsapparat auf ihrer Seite haben. Der Sand in ihren Augen hat das Ausmaß von Hügeln angenommen: sie erkennen nicht, daß sie nur mehr vollstreckender Arm der Macht sind, zu Hexenjägern geworden sind. So wie sie von den "Rechten" sprechen, sprechen die Pegida-Wortführer noch lange nicht von den Muslimen.

Es ist wie in einem Irrenhaus, in dem sich jede Seite darum streitet, wer gesund und wer krank ist, und sich gegenseitig Wahnsinn und Blindheit vorwirft. Ich bin freilich parteiisch, mir erscheinen die Selbsthaßdeutschen wesentlich schiefer gewickelt als jene, die sich ihr Nationalgefühl erhalten haben. Mir erscheinen die Slogans der Antis als wesentlich "kruder", naiver und unreflektierter als jene von Pegida. Es wäre für einen wirklich kritischen Journalisten ein Leichtes, hier einzuhaken und nachzubohren. Aber die Guten sind eben die Guten, die "Kruden" die Rechten, die "Weltoffenen" die Linken, basta und schluß.

Die Demonstranten und Gegenaktivisten mit ihren "bunten" Parolen und Sprüchen wie "Herzen auf,  Türen auf" kommen mir vor wie dem Lebensernst entwöhnte Kinder oder religiös Verblendete, von humanitärem Zuckerwasser Besoffene, von Desinformation über die wahren Folgen der Masseneinwanderung Getäuschte. Im guten Glauben, blauäugig treudeutsch und hochgemut idealistisch, tun sie nichts anderes, als ihr eigenes Todesurteil zu unterschreiben, mit wehenden Fahnen in einen humanitären Suizid zu laufen. Das, genau das ist, was mich bei ihrem Anblick so gruselt, ja erschüttert.

Ich glaube  nicht, daß die Gegendemonstranten im Durchschnitt schlauer sind als das Gros der Pegida-Anhänger oder umgekehrt. Es gibt auf beiden Seite Kluge und Doofe, die ausgiebig gestreut sind. Letzten Endes scheinen es mir eher biographische Zufälligkeiten zu sein, die die einen auf diese, die anderen auf jene Seite verschlagen haben. Es mag sein, daß man im Osten generell mehr common sense und Bodenständigkeit bewahrt hat als im Westen - zumindest entspräche das meinen Erfahrungen mit Ossis, die ich immer sehr mochte. Daß Pegida ein ostdeutsches Phänomen sei, glaubt auch Meister Patzelt.  Und schließlich ist man im Osten nie den Vorbehalt gegenüber den "Besserwessis" losgeworden.

Ein "Ossi", Michael Klonovsky, hat apropos Rußland ziemlich gut zusammengefaßt, was "Verwestlichung" eigentlich politisch bedeutet. Das ist ein Horizont, den viele Pegida-Teilnehmer wohl nur erahnen, aber kaum überblicken können:

Was aber bedeutet Verwestlichung für die Länder, die von diesem Phänomen beglückt bzw. heimgesucht werden?
Sie würden in den nächsten Jahrzehnten:
>> fast alle nationalen Hoheitsrechte einbüßen;
>> mehr westliche Waren importieren (dürfen bzw. müssen);
>> (noch) weniger Kinder zur Welt bringen;
>> mehr Zuwanderer aus Afrika und dem Orient aufnehmen (müssen), die das mit den Geburten dann schon ausgleichen;
>> als eine Folge daraus einen Zuwachs an Kriminalität und inländerfeindlicher Gewalt sowie die Invadierung von Teilen des Staatsgebietes durch kulturell und ethnisch Fremde hinzunehmen haben;
>> aber auch eine Zuwachs an vor allem billigen Arbeitskräften verzeichnen können;
>> ihre Kultur und Sprache sukzessive verlieren;
>> die Landesverteidigung aufgeben und sich sogenannten kollektiven Sicherheitssystemen unterwerfen;
>> ihre Armee wenigstens teilweise in eine unter fremdem Kommando operierende Polizeitruppe verwandeln;
>> ihr Staatsgebiet womöglich als ein Territorium zu deklarieren haben, auf dem für jeden Menschen der Erde dieselben unveräußerlichen Rechte gelten;
>> tradionelle Familienstrukturen einer indendierten und staatlich geförderten Erosion anheimzustellen haben;
>> ihre Religion(en) und Sitten dem Spott subventionierter Intellektueller aussetzen;
>> die Männlichkeit und die Weiblichkeit als soziale Konstrukte verachten und sukzessive beseitigen lernen;
>> ein permanentes Wachsen der Staatsausgaben, der Staatsverschuldung und der Steuern hinnehmen müssen;
>> sich ebenso permanent schuldig zu bekennen haben u.a. des Rassimus, Sexismus, der Dritteweltausbeutung sowie der Unterdrückung im Zweifelsfall rasch aufzutreibender Minderheiten;
>> aber auch Toleranzpreise ausloben und Lehrstühle für Gender Studies einrichten dürfen;
>> sukzessive als Volk bzw. Nation zu existieren aufhören, um, bestenfalls, als heterogenes, unsicheres, tribalisiertes Wirtschaftsgebiet zu überleben, aus dem sich die Wirtschaft bei allzugroßer Unsicherheit jederzeit verabschieden mag.

Wie gesagt: viele ahnen das, meinetwegen nur "dumpf", und sie können es nur fragmentarisch artikulieren. Das macht ihren Affekt nicht falsch. Aber diejenigen, die rauschhaft in der Suppe ihrer geschwollenen Herzen schwelgen, sind noch schlimmer dran, denn sie  verstehen überhaupt nicht, was geschieht, was mit ihnen geschieht, was mit ihren Kindern geschehen soll. Ein paar Schlagwörter wie "Toleranz", "Weltoffenheit" und "Vielfalt" genügen, um ihr Hirn vollständig auszuschalten. Sie sind wie Schafe, die auf die eigene Schlachtbank drängen, und dabei diejenigen treten, die noch eine Spur Unbehagen verspüren, sich noch zieren, weiterzumarschieren und nun "diffus" um Hilfe zu blöken beginnen.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (88)

PB
23. Dezember 2014 03:17

tja, was sagen uns die "eigenen" Zahlen: 15.000, 17.500, 20.000 ?
was, die der verführten Gegnerinnen & Gegner: 4.000, 12.000, 18.000 ?

Ohne einen politischen Arm, eine im rechtsstaatlichen System fest zu verankernde Partei wird der idealistische Protest auf Sicht von einigen Wochen oder wenigen Monaten wirkungslos ins Leere laufen.

Es ist letztlich genau so wie es Herr Prof. Dr. Lucke (AfD) gegenüber Herrn Dr. Kleber (ZDF) in einem spektakulär widerständigen Interview ausführte: "WIR haben jetzt als Landtagsfraktionen ein Rede- und Antragsrecht, können konkrete Forderungen formulieren. Falls diese Anträge angenommen werden, haben wir dem gesunden Menschenverstand zur Geltung verholfen. Wenn diese Anträge von den bestehenden Mehrheiten jedoch (erwartungsgemäß) abgelehnt werden, werden wir bei den nächsten Wahlen vor das Volk treten, und sagen, WER diese vernünftigen Anträge abgelehnt hat."

Nur so geht das.

Trouver
23. Dezember 2014 03:32

Ach, die Ernaehrung von bunten Siedlern ist, war und wird fuer die Machthaber kein Problem sein.

Durch Steuer, Zwangsabgabe, Gebuehr und sonstige Schikanen, Inflation und, bei Not auch beschlagnahme der Ersparnisse auf Bankkonto kann die Macht immer genug von Euros eintreiben.

Schlimmer finde ich, dass die physische Gewalt und vorsaetzliche Nichtbestrafung der Taeter durch RichterInnen von uns Patrioten kaum thematisiert wird.

Detlef Ryll
23. Dezember 2014 04:21

Hallo Martin, ich muss zu geben das du mir aus der Seele sprichst. Erleben wir vielleicht eine Oskar Reife Inszenierung um das GG der Versammlungsfreiheit zu demontieren? Nur noch Demos möglich sind um der Obrigkeit zu huldigen? Nur noch politisch Korrekt den Mainstream anbeten? Vorra? Genau in die Richtung hab ich auch schon gedacht. Wer weiß wer den Brand gelegt hat, passte chronologisch gut ins Bild.
11. Dez.14 Neue Zeugin zum Bombenanschlag auf das Oktoberfest 1980!!!Plötzlich nach 34 !!!!!Jahren meldet sich eine Zeugin, wonach die Staatsanwaltschaft von einem rechtsradikalen Anschlag ausgeht. Chronologischer Zufall zum Zeitpunkt der Pegida Demos? Dem Volk nochmal schnell Angst machen, damit sie förmlich danach schreien unter dem Deckmantel der Sicherheit die Grundrechte ein zu schränken. Überwachungsstaat 2.0? Ich teile deine Meinung das wir möglicherweise die größte und genialste Theateraufführung der Welt erleben. Ich habe Angst, nicht um mich, sondern was für eine Welt ich meinem Sohn hinterlasse.

enickmar
23. Dezember 2014 04:31

Man sollte das nicht ausschließen. Man kann auch nicht ausschließen, daß Bachmann einen "deal" (vielleicht aufgrund seiner Vergangenheit) mit den Behörden hat.
Wenn man sich die Strategie der Spannung ansieht, die westliche Geheimdienste nachgewiesenermaßen in Europa angewendet haben, dann würde das gut ins Bild passen. U.a. Daniele Ganser hat hier ja einiges Erhellendes zutage gefördert.
Ein Grund für die staatlich geförderte Masseneinwanderung dürfte ohnein die Schaffung von Konfliktpotential in der Bevölkerung sein. Nichts eignet sich hierfür besser als der Islam.
Für uns bedeutet das eine Art Zwickmühle.

H. M. Richter
23. Dezember 2014 07:40

Die ausgesprochene Warnung ist natürlich mehr als berechtigt. Wie es aussieht, laufen ja derzeit bereits die ersten Probeläufe.

Entscheidend könnte sich auswirken, ob PEGIDA es vermag, in anderen Städten Bürger in relevanter (!) Zahl auf die Straße zu bringen. Hilfreich könnte sich dabei erweisen, einige wenige (!) Kernforderungen aufzustellen, die der Lage im Land entsprechen, und sich zunächst auf diese zu beschränken.

Wären die '89 Proteste in der DDR beispielsweise auf eine Stadt beschränkt gewesen, hätte man sie damals ersticken können. Da der Unmut jedoch flächendeckend war und sich flächendeckend artikulierte, war dies nicht möglich.

So könnte es bereits bald zur Nagelprobe kommen: Wenn sich im Januar in Leipzig wieder Bürger in Bewegung setzen werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß - nicht nur wegen der geschichtlichen Bezüge - gerade dort (bzw. gerade dann) eine Falle inszeniert werden wird.

Nicht zuletzt deshalb kommt es darauf an, daß sich die - noch aufzustellenden - Kernforderungen als hieb- und stichfest erweisen.

Martin
23. Dezember 2014 08:10

Je größer der Ballon anschwillt, umso leichter wird er zum Platzen zu bringen zu sein.

Die Bedenken, dass der Ballon durch einen "Knall" platzt, sind nachvollziehbar, aber ich habe eher die Vermutung, dass das Ganze durch Luft ablassen eher von alleine geschieht.

Im Moment lebt Pegida medial vor allem davon, dass es tatsächlich fast überall "abliefert", sprich Teilnehmerzuwächse vermelden kann (sogar im piefigen Würzburg kam es gestern zu einer Verdoppelung der Teilnehmerzahl auf 200). Die stetig steigenden Teilnehmerzahlen sind das, was für Unruhe sorgt. Es ist aber nur zu natürlich, dass auch hier das Wachstum irgendwann an seine Grenzen stößt. In Deutschland sind im Zeitraum ab Ende September bis Weihnachten fast alle da und im Lande, schon ab Januar gehen dann die Winterurlaube, Krankheitswellen etc. los. Wer mit Personalplanung zu tun hat, kann diesen Effekt gut beobachten: Volle Belegschaften nur von ca. Ende September bis zu den Weihnachtsferien, danach nicht mehr.

Was passiert also, wenn nach Weihnachten auf einmal nur noch 10tsd kommen? Den Montag darauf dann 8tsd? Eigentlich nach wie vor schöne Zahlen und es wäre auch ein normaler Effekt, aber es wird dann die Predigt vom "es läuft sich tot" gehalten und bei den Pegidisten werden die Parolen gestreut "Seht her, bringt ja leider doch nichts" etc. und dadurch geht die Luft von ganz alleine raus, ohne "tiefer Staat" Operationen (die kann man ja für den Fall, dass ich mit meiner Einschätzung nicht recht habe, immer noch durchführen).

Von daher ist doch jetzt die alles entscheidende Frage, wie sich darauf einstellen, wenn es einmal weniger sind, die zur Pegida Demo gehen? Wie den Schwung ins neue Jahr mitnehmen und was daraus machen?

Dazu fällt mir, ehrlich gesagt, überhaupt nichts ein.

Belsøe
23. Dezember 2014 08:37

Ich mache mir auch Gedanken, was das wohl alles ist. Es hat viele Seiten und potentielle Funktionen: Spaltung, Ventil, Kanalisierung, Staatsdiskreditierung, Einnordung im nach wie vor benötigten US-Kulturenkampf, Austrocknen der medial weit weniger bachteten querfrontlerischen Friedensdemos (Stichwort Russland), Aufmerksamkeitslenkung weg von Themen wie TTIP-Geheimverhandlungen oder Aufrüstung. Strategie der Spannung? Hools und im weitesten Sinne rechte Gruppen bringen die ankurbelnden Veranstalter dieser Proteste hervor - beides Milieus die von V-Leuten durchsetzt sind.

Man soll nun nie übersehen, dass die Menschen die sich dort stellen, dies in gutem Glauben tun, dass sie sich wiederfinden und dort Gemeinschaft bilden. Auch das ist eine Seite, die wahrhaftigste, man sollte sie nicht mit dem Bade auskippen. Mag durchaus sein, dass das weniger steuerbar wird als es bestimmten Kreisen recht ist, und wenn es nur in den Köpfen ist. Kritik fürs Hingehen ist völlig unangebracht!

Bleibt trotzdem die Frage, was gerade los ist. Mir scheint es eine mehrfache Entfesselung zu geben, manches kommt so plötzlich dass man nicht mehr weiß ob man bloß die Anfänge verschlafen (bzw. medial verschwiegen) hat, oder ob da vorbereitete Ladungen gezündet wurden:

- urplötzlich macht eine vorher nie benannte IS Truppe Zunder, und sieht dabei mit ihren einheitlichen Jeeps, Kampfanzügen und schweren Waffen alles andere als zusammengewürfelt aus
- die Ukraine fliegt auseinander und es herrscht bedenkliches Säbelrasseln (bereits im Frühjahr sah ich auf einer privaten Baltikumsreise einen aus Westen einreisenden, großen multinationalen NATO-Konvoi ankommen, obwohl das große Seemanöver schon abgeschlossen war - laut Truppenkennzeichen viel Fernmelderei und Aufklärung)
- praktisch die gesamte Mittelmeergrenze der EU ist mittlerweile ein einziger Sauhaufen (sehr wichtiger Faktor beim starken Anwachsen der illegalen Einreise in die EU)

Und innenpolitisch laufen eben diese starken Polarisierungen, die viel kritisches Potential binden. Nicht durch langjährig agierende Politgruppen, sondern durch No-Names. Ich kann absolut nicht behaupten, auch nur in die Nähe eines Fazit zu kommen. Dazu gibt es zu viele, alle gleich gültige (somit gleichgültige?) Antworten. Kenne auch die eigentlichen Prozedere nicht, wie man etwas initiiert oder ob man eher bereits bestehendes passieren lässt, ob man steuert oder was. Was ich mit Gewissheit sehe ist:

Schnelle Destabilisierung. Überall - auch Europa ist dran. Außen wie innen.

Ganz schwer einzuschätzen, wie weit die USA gehen werden. Es passiert irgendwas, was keinen Aufschub zu dulden scheint. Schleichende Prozesse hat man erstmal beiseite gestellt, die sind aggressiv und ungeduldig. Da ich ahne, dass es global gesehen um den Dollar an sich und stabilisierende Raubzüge geht (die Krise ist nämlich entgegen der Behauptungen voll ins Mark gekracht), befürchte ich dass es durchaus so typische amerikanisch-dummschlaue Kreise gibt, für die sogar Krieg in Europa eine technische Frage, ein hinnehmbarer Preis ist.

Egal ob Spannung, Krise oder schlimmer: Dazu passt die Bündelung innenpolitischer Prozesse auf ausgewählte und spaltungsfähige Themen.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
23. Dezember 2014 08:56

1. So beeindruckend die 12000 in München sind. Die Frage ist, ob sich solche Massen Woche für Woche auf die Straße bringen lassen, auch ohne kostenloses Konzert von Konstantin Wecker, Sportsfreunde Stiller und anderen.
PEGIDA in Dresden und andernorts hat schon schon ein gewisses Durchhaltevermögen bewiesen. Ob die Gegenseite dies aufbringt?

2.
Eingeschleuste Provokateure, die Anschläge begehen, sind nicht nötig. Es reicht die Stimmung gegen PEGIDA anzuheizen.
Damit wächst täglich die Gefahr, dass es zu Anschlägen oder Attentaten gegen PEGIDA kommt.

Ich habe schon mal auf

Antifa: Brandbomben auf Dresden

verwiesen.

Aber auch Anschläge, die erstmalig von Seiten echter PEGIDA-Anhänger ausgeht, können nicht ausgeschlossen werden.

Wird die Stimmung weiter angeheizt, wird es letztlich Zufall sein, auf welcher Seite zuerst die Sicherungen eines Extremisten durchbrennt.

Beides wäre geeignet PEGIDA als Schuldige hinzustellen, die Unruhe stiften und von denen letztlich die Gefahr eines Bürgerkriegs ausgeht.
Der Bürger liebt die Ruhe!

3.
Doch auch wenn diese Anschläge ausbleiben , was ich wirklich sehr hoffe, werden sich die PEGIDA Demos totlaufen, wenn sie keine Konsequenzen haben, wenn die Teilnehmer erkennen, dass sie nichts ausrichten können.
In der alten BRD gingen 300 000 gegen den Natodoppelbeschluss (Pershing-Raketen) auf die Straße. Der Beschluss wurde trotzdem umgesetzt (unter der SPD).

Entscheidend werden die Wahlen in Hamburg und das Ergebnis für die AfD dort sein. Wird dies zweistellig, dann bekommt PEGIDA weiteren Zulauf, schafft die AfD nicht mal die 5% Hürde in HH ist dies wohl das Ende von PEGIDA.

4. Ich habe einen Traum:

Dresden Mai 2015:
Marine LePen vom Front National, Umfragen zufolge aussichtsreichste Kanditatin für die Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich, spricht vor 100 000 PEGIDA Anhängern. Sie spricht vom gemeinsamen Erbe Europas, von de Gaulle und Adenauer und deren Vision von einem Europa der Vaterländer. Und davon was die Politiker heute daraus gemacht haben.

Schmidt
23. Dezember 2014 09:49

US-amerikanische Sicherheitsbehörden erstellen in Zusammenarbeit mit außerbehördlichen Experten alle fünf Jahre eine Studie mit dem Titel "Global Trends", die das künftige globale Sicherheitsumfeld untersucht. Eine Zusammenfassung der Aussagen der vergangenen Studien zu ethnischen Konflikten in Europa findet sich hier:

https://ernstfall.org/2013/03/06/die-zukunft-europas-annahmen-us-amerikanischer-sicherheitsbehorden/

Die Kernaussage lautet:

Countries with growing numbers of Muslims will experience a rapid shift in ethnic composition, particularly around urban areas, potentially complicating efforts to facilitate assimilation and integration. …[T]he increasing concentration could lead to more tense and unstable situations, such as occurred with the 2005 Paris surburban riots. ...Lagging economies, ethnic affiliations, intense religious convictions, and youth bulges will align to create a “perfect storm,” creating conditions likely to spawn internal conflict.

Sie beruht allerdings nicht auf geheimdienstlichen Erkenntnissen, sondern auf der Auswertung allgemein verfügbaren Materials u.a. über ausbleibende Assimilation und Integration bestimmter Gruppen und Theorien über allgemeine Prozesse in multiethnischen Gesellschaften in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, die Europa nach Ansicht der Autoren bevorstehen.

Am Rande sei noch erwähnt, daß die erwähnten jüngsten Hakenkreuzschmierereien und Brandstiftungen an Moscheen und Migrantenunterkünften tatsächlich ein wenig an das frühere Vorgehen bestimmter Stellen erinnern. Deren ehemaliges Personal wie z.B. die einschlägig bekannte IM V. nimmt z.T. mittlerweile staatlich finanzierte Führungsfunktionen im "Kampf gegen Rechts" ein.
In einer DDR-Dienstvorschrift für die Ausbildung von in Westdeutschland tätigen "Einsatzkadern des MfS im Diversionskampf gegen die imperialistische BRD" hieß es damals u.a.: "Es kommt also immer darauf an, durch wirkungsvolle Tarnung, Täuschung und Verschleierung vom Wirksamwerden tschekistischer Einzelkämpfer und Einsatzgruppen abzulenken und den Verdacht auf regimefeindliche und extremistische Kräfte des Operationsgebietes zu richten".
Praktisch wurde dies u.a. in Form von Hakenkreuzschmierereien an Synagogen umgesetzt (siehe u.a. https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9221729.html), womit man eine propagandistische Vorlage für Kampagnen gegen die frühe Bundesrepublik schaffen wollte, was auch gelang.
Das bedeutet im Umkehrschluß natürlich nicht, daß nicht auch reale nützliche Idioten für solche Aktionen verantwortlich sein könnten. Mit dem Auftauchen von Provokateuren und weiteren Vorfällen wie dem in Vorra sollte man unabhängig davon in jedem Fall rechnen; insbesondere wenn Pegida es weiterhin relativ erfolgreich vermeidet, gegen das Vorhaben nutzbare Ansatzpunkte selbst zu schaffen.

Hartwig
23. Dezember 2014 09:54

Herr Lichtmesz, sie sind zwei Schritte zurück getreten, um eine bessere Draufsicht zu bekommen. Ihr Verdacht ist nicht von der Hand zu weisen. 20 bis 25 Prozent (das ist viel), dass es so ist und kommt.

Tritt man noch ein paar Schritte weiter zurück und schaut auf Europa, dann sieht man, wie sich Dinge im Großen zuspitzen. Der hier seit Jahren beschworene Bürgerkrieg, Tag X, wirtschaftliche Zusammenbruch (Südeuropa) etc. nimmt allmählich Gestalt an, auch wenn alles nicht so klar zu Tage tritt, wie man sich das vorstellte.

Die Separierungsbewegungen europäischer Regionen, mögliche Austritte aus der EU oder Eurozone, ein kalter Krieg mit Russland, ein Einsickern des islamischen Extremismus, ein europaweites Erstarken rechter Bewegungen. Als nächstes sollte man die paramilitärische Formierung links- und rechtsextremistischer Kräfte erwarten.
Eigentlich nehmen die Dingen den Lauf, den die Sezessionsgemeinde vorhersah; manche erwartungsvoll, andere befürchtend.
PEGIDA ist ein erstes Husten des noch vorhandenen nationalen Empfindens. Da darf man sich von den milden Slogans nicht täuschen lassen.
Vor ca. zwei Wochen schrieb ich hier, PEGIDA sei für mich eine Art Vorläufer einer Bewegung, die mit wehenden Fahnen in die bevorstehenden Kämpfe ziehen wird, letztlich unterliegend, aber nicht vergebens.

Luise Werner
23. Dezember 2014 10:18

Ob Pegida von langer Hand geplant ist? Ich weiß es nicht.
Aber die selbst benannten Ursprünge von Pegida gehen auch und vor allem auf Ereignisse in Hannover und Hamburg zurück, wo sich Kurden, Türken und Araber Straßenschlachten u.a. mit Hieb- und Stichwaffen lieferten. Für jeden, der noch einigermaßen bei Trost ist, ist das ein Unding, so dass ich gar nicht ausdrücken kann, wie dummdoof man sein muss, um so etwas auf deutschem Boden hinzunehmen. Mindestens das sollte man allen NoPegidadisten stets unter die Nase schmieren.

Bernhard
23. Dezember 2014 10:24

Der Analyse von Martin Lichtmesz schließe ich mich an.

Was tun?

1. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns weiter verstärkt gegen die Islamisierung zu wehren. Das ist das Hauptthema, das jeden Deutschen und Europäer früher oder später direkt betreffen wird. Hier gibt es nur Ja oder Nein. Hier zeichnet sich der künftige Bürgerkrieg ab.

2. Wir dürfen unsere anderen Ziele, die weit darüber hinaus gehen, nicht vergessen, sollten aber den Schwerpunkt bei der Islamisierung belassen.

3. Wir müssen uns auf allen Ebenen organisieren und vernetzen.
Auf der unteren Ebene müssen wir Zellen und Zirkel bilden: Leserkreise, Stamtische, Flyer-Verteilgruppen, usw.
Auf den höheren Ebenen müssen wir Mehrfachmitgliedschaften in überparteilichen Organisationen (von Identitären bis zu PBE) eingehen, aber auch in Parteien (AfD und andere) eintreten. Wenn Dutzende von lokalen, regionalen und überregionalen Organisationen wachsen, kann man uns nicht mehr aufhalten.
(Wer das nicht kann, kann Geld spenden, anonym im Netz posten und Flyer spät nachts in entfernten Orten verteilen.)

4. Aktivitäten in der Öffentlichkeit sollten sowohl eigene Veranstaltungen sein, als auch den Meinungskampf zum Gegner zu tragen. Wir müssen den Gegner aufsuchen und zum verbalen Schlagabtausch zwingen. Wir brauchen fantasievolle Aktionen aller Art, die medienwirksam sind.

5. Die Gesetze müssen ohne Einschränkung beachtet werden.

6. Aufbau der (legalen) Anti-Antifa. Antifas outen.

7. Gegnerische Maßnahmen, auch durch Geheimdienste, müssen eingeplant werden, sollten aber völlig ignoriert werden. Es wird sie auf jeden Fall geben, sofern noch nicht angelaufen. Da die Probleme auch bei laufenden Maßnahmen gegen uns nicht verschwinden, sondern sich vermehren werden, kann uns zukünftig keine Geheimdienstaktion mehr aufhalten. Wenn doch, dann höchstens nur noch verzögern.

Auf jeden Fall wird diese Welle Folgen haben. Schaffen wir die Strukturen für danach.

Matthias Grund
23. Dezember 2014 10:27

Die Medien treiben gerade ein gefährliches Spiel. Nach meinen Dafürhalten tun sie nichts Geringeres, als zum Bürgerkrieg aufzuhetzen.

Die Lage wird dann nochmal deutlich an Brisanz zunehmen, wenn die Verbalkeulen nicht mehr steigerungsfähig sind und die Leute "trotzdem" weiter demonstrieren. Dieser Punkt ist bald erreicht, im Munitionsdepot ist nicht mehr viel da.

Dann werden sich Politik und "Zivilgesellschaft" in ihrer Hegemonie herausgefordert sehen und müssen handeln. Wenn die "null Toleranz", die Augstein fordert, umgesetzt wird, wird sich dieses Land sehr schnell zum Schlechten ändern, vielleicht innerhalb weniger Wochen.

Nicht Pegida hat die Demonstrationen zur Systemfrage erklärt, sondern Leute wie Yasmin Fahimi, die als Sprachrohr des Vizekanzlers eine Generalmobilmachung gegen Pegida fordert und die AfD gleich mit begraben möchte. Oder Kolumnisten wie Georg Dietz, die unwidersprochene Gestapo-Vergleiche ziehen. Die Liste ist endlos.

Politische Aufrufe, "brandgefährliche Hetzer" zu verhindern, um Schlimmes von "Deutschland" (welche Ironie) abzuwenden, könnte von berufener Seite auch als Mordaufruf gedeutet werden. Vielleicht liegen die politischen Rechtfertigungsreden schon in der Schublade, so wie Nixons Totenrede auf die gestrandeten Mondfahrer.

Medien wie Spiegel Online verbreiten unkritisch Gerhard Schröders Aufstand der Anständigen und propagieren unverhohlen die Instrumentalisierung der Massen - beim letzten "Aufstand" waren 200.000 Menschen auf der Straße. Das ist die Größenordnung, die auch diesmal mindestens mobilisiert werden soll.

Wir erleben gerade den Prolog der Streicher, das Orchester hat noch nicht eingesetzt, das Motiv indes ist schon erklungen.

Harald de Azania
23. Dezember 2014 10:29

Lieber Martin Lichtmesz,

1. Es ist voellig klar dasz die kulturnihilistische Pseudoelite zu dreckigen Mitteln greift und greifen wird. So what ?

2. Eine denkfaehige Linke gibt es gar nicht mehr, das ist reiner Phrasen- und Jargonsozialismus und -journalismus.

3. "Es zahlt sich teuer an die Macht zu kommen, Macht verdummt"( Friedrich Nietsche)

4. "Deutsch sein, heisst eine Sache um ihrer selbst Willen tun" ( Richard Wagner). Die PEGIDA Feinde koennen nur mehr durch 2/3/4 erklaert werden.

5. A Corsaire Corsaire et demi!

6. ich kann mir nicht vorstellen, dasz Polizei und Armee blind der jetzigen politischen fuehrung folgen wuerden.

7. PEGIDA musz konkrete, deutliche und verstaendliche Forderrungen stellen. Bitte kein Geschmuse.

8. Man wird nicht so behandelt, wie es einem gebuehrt, sondern wie man sich behandeln laesst.

9. Krise kommt von 'katharsis' , also Reinigung.

10. Fuer Ordnung und Sauberkeit kann die Devise lauten.

11. Bitte im rechten lager keinen Streit um des Kaisers Bart!

Weiter so! Ich bin und bleibe Optimist!

HdeA

Chris
23. Dezember 2014 10:39

Für mich stellt sich dazwischen doch noch die Frage, warum gerade in München so viele wegen angeblicher Angst vor PEGIDA auf die Strasse gehen?
So liegt doch der Anteil der PEGIDA Anhänger, dort in Bayern, doch bei höchstens 0,003% der Bevölkerung?

LG

Rainer
23. Dezember 2014 10:48

Das Jahr 2015 könnte zum Schicksaljahr der Deutschen werden, dann wird es sich entscheiden, ob die außerparlamentarische Opposition wie Pegida und deren Ableger es noch schaffen, einen Politikwandel zu bewirken, oder ob der derzeitige Kurs der Masseneinwanderung forciert wird und die Repressionen und False-Flag Aktionen zunehmen werden. Gelingt kein Wandel, wird Deutschland als Nation und Volk in einigen Jahren verschwunden sein. Es sind hier einfach zu viele Unbekannte im Spiel, die Lage könnte auch sehr plötzlich instabil werden durch einen Terroranschlag, eine Finanz-oder Wirtschaftskrise und es ist schwierig hier Prognosen abzugeben. Die friedliche Revolution 1989 in der DDR wird wahrscheinlich keine Blaupause für Veränderungen abgeben, ich bin da eher pessismistisch, was die weitere Entwicklung angeht. Ich denke immer wieder an die Bauernkriege im 16. Jahrhundert, als sich die Bauern gegen das damalige Feudalsystem und gegen eine machtvolle Adels- und Priesterkaste erhoben haben. Was daraus geworden ist, dürfte vielen bekannt sein.

Jan
23. Dezember 2014 11:05

Hatten die Asylheimbrände denn ihre Wirkung nicht verfehlt? Und hat PEGIDA nicht das System der gegenseitigen Kontrolle über Gewaltfreiheit etabliert? Die Parole, sich gegenseitig im Zaum zu halten, sollte erneuert werden. Ist das gestern abend geschehen? Götz kann eher teilnehmen und die Demonstranten daran erinnern als z.B. ich, der im Südwesten wohnt.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
23. Dezember 2014 11:10

@Rainer
Das Jahr 2015 könnte zum Schicksaljahr der Deutschen werden, dann wird es sich entscheiden,

Eher 2016 mit fünf LT- Wahlen u.a. in Berlin, Rheinland-Pfalz und BW.
2017 vor der BT-Wahl noch zwei weitere Wahlen. u.a in NRW.
Ich hoffe PEGIDA hält so lange durch.

2015 werden , wie ich schon schrieb, HH Und Bremen wichtig sein, um PEGIDA am Leben zu erhalten.

Eine Änderung kann nur über Wahlen kommen.
Denn:

Die friedliche Revolution 1989 in der DDR wird wahrscheinlich keine Blaupause für Veränderungen abgeben,

Ja!
Die DDR-Bürger waren in einer Zelle aus Betonwänden eingesperrt. Beton kann man mit einem Vorschlaghammer, Kraft und Ausdauer zertrümmern, zumal wenn man von aussen unterstützt wird.
Wir sind in einer Gummizelle.

Aber das Umfeld ist eine ganz anderes. Ohne Internet wäre weder PEGIDA noch AfD zu dem geworden, was sie heute sind. Das System ist zu träge um auf die Bedrohung, die das Internet für es darstellt, reagieren zu können.

Andreas R.
23. Dezember 2014 11:22

Hm, Pegida als Falle? Ich verstehe worauf der Autor hinaus will und die Problematik von eingeschleusten Provokateuren ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

Dennoch sehe ich PEGIDA in erster Linie positiv. Die Leute fangen an nachzudenken. Wer bei solchen Demonstrationen mitmacht, wird auch dazu animiert, sich zu dieser Thematik weiter zu informieren und wenn er gut recherchieren kann, wird er schnell merken das die Lage noch viel schlimmer ist als es dem oberflächlichen Betrachter erscheint.

M.L.
"Ich glaube nicht daran, daß jemals etwas Gutes dabei herauskommt, wenn sich Massen versammeln, trotz des Beispiels von 1989"

Wie soll denn aber sonst die Wahrheit von der Masse wahrgenommen werden? Sich selbständig zu informieren, Bücher zu lesen, zu recherchieren, wie es die Leser der Sezession machen, ist nicht jedermanns Sache. Dem einfachen Menschen muss etwas bodenständigeres geboten werden, etwas sichtbareres, greifbareres, sonst wird es niemals eine wirksame Bewegung geben.

Ich bin auch eher ein zurückhaltender Mensch der Menschenmassen eher meidet aber ich muss anerkennen das meine Wirkung auf andere nur sehr gering ist. Wenn ich mich beim Kaufen für ein Produkt entscheide, entscheidet für mich die Qualität. Für die Masse ist aber eher ein bekannter cooler Markenname und eine schicke originelle Verpackung das entscheidende Kaufkriterium. Deshalb muss die Wahrheit auch in eine für die Masse gefällige Form verpackt werden, damit sie bereitwillig aufgenommen wird.

Matt Anon O'Herne
23. Dezember 2014 11:34

Lieber Martin,

ich mag deine Schärfe, deine Analysefähigkeit, deinen Humor, etc. Und ich weiß, dass wir alle unsere heiligen Kühe hegen und pflegen. Eine deiner heiligen Kühe (so erinnere ich mich) ist ja der "9/11" und du stehst nicht alleine mit der (Verschwörungs-)Theoerie, dass der 9/11 ein von den Geheimdiensten geplanter Anschlag gewesen sei.

M.L.: Eine "heilige Kuh", Blödsinn. Ich bin lediglich davon überzeugt, daß die "offizielle" Version von 9/11 nicht stimmen kann. Aber das hat ja nichts mit Pegida und diesem Thema hier zu tun.

Es kann ja sein und ich würde es nie zu 100% ausschließen, weil die Geheimdienste von Natur aus skrupellos sein müssen. Viel erschreckender finde ich aber die offizielle Theorie, nämlich dass 5 Muselmänner mit Teppichmessern für einige Stunden ein Imperium in die Knie zwingen können!! Nichtsdestotrotz bin ich (jetzt kommen wir zu meinen heiligen Kühen) ein Anhänger der Chaostheorie, des "butterfly effect" usw. Kurzum: Mir fällt es schwer zu glauben, dass eine kleine Gruppe von mächtigen Leuten von langer Hand das Schicksal der Menschheit bestimmt und dann ohne das Bemerken von uns allen ihren geheimen Plan exekutiert. Es gibt diese mächtigen Gruppen, die Einfluss auf die Welt ausüben, aber sie vertreten unterschiedliche Interessen und es gibt nicht DEN "einen Plan". Deshalb glaube ich an keine "große Verschwörung", aber an viele kleine, komplex verflochtene Aktionen verschiedenster Gruppierungen. Deshalb gebe ich zu, dass als ich von Vorra gehört habe - oder der Moschee mit den Hakenkreuzen jetzt vor Kurzem -, da war ich schon etwas perplex ob des zeitlichen Zusammenfalls dieser Ereignisse. Doch diese Dinge können durchaus geschehen ohne das Hinzutun von Geheimdiensten, sondern sind das Ergebnis verschiedenster miteinander zusammenhängender Ereignisse. Ich kann mir vorstellen, dass es die Asifa war, es könnte aber auch eine kleine Gruppe von Nazi-Dummköpfen sein, die sich durch PEGIDA ermutigt fühlt. Es ist immer gut über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und man stellt fest, wie jeder durch seine ideologische Brille gesellschaftliche Ereignisse interpretiert (durch seine Wahrnehmungsmuster filtert etc). Ich bin deshalb ob dieser Aussage skeptisch:

"Die Medien treiben gerade ein gefährliches Spiel. Nach meinen Dafürhalten tun sie nichts Geringeres, als zum Bürgerkrieg aufzuhetzen."

Bürgerkrieg wird es in der BRD nicht geben. Dafür ist auch die PEGIDA-Bewegung noch zu klein. Dass aber man versucht dort Leute "einzuschleusen", um die Proteste als gewalttätig zu diskreditieren, halte ich für mehr als wahrscheinlich. Trotzdem: Es gibt ein politisches Vakuum auf der rechten Seite im politischen Spektrum in Deutschland. Ihr Österreicher könnt euch in dieser Hinsicht nicht beschweren, oder? Deshalb glaube ich, dass PEGIDA und AfD durchaus ein Erfolg werden können, weil jedes europäische Land eine rechte Partei hat. Ich würde das aber eher nüchtern sehen und nicht zu viel Hoffnung hinein stecken, wie de Benoist letztlich im Sezession-Interview erklärt hat. Woran ich glaube, ist was der Broder letztlich gesagt hat:

"Was also bringt die politische Elite dermaßen in Rage, dass sie ihren Auftrag vergisst, dem Volke zu dienen und stattdessen dem Volk Gehorsam abverlangt? Es ist der Hochmut des Vormunds gegenüber dem Mündel, eine abgrundtiefe Verachtung der "Menschen da draußen im Lande". Die werden immer wieder aufgefordert, sich zu engagieren, aber wehe, sie tun es wirklich!

Die Menschen da draußen im Lande sind freilich nicht dumm. Sie mögen noch nie einen Film von Steven Soderbergh gesehen oder ein Buch von Richard David Precht gelesen haben, aber sie haben ein Gespür für das Falsche, Pathetische, Verlogene. Sie ahnen, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn ihnen immer wieder gesagt wird, es gebe keine "Armutseinwanderung", sie aber gleichzeitig jeden Tag hören und lesen, dass die Gemeinden mit dem nicht vorhandenen Problem nicht fertig werden.

Gleiches gilt für die Islamisierung, die sich natürlich an der Altonaer Elbchaussee ganz anders darstellt als in der Neuköllner Sonnenallee. Irgendwann ist die Bereitschaft, sich die Realität schön zu reden oder schön reden zu lassen, erschöpft. Die Menschen da draußen im Lande finden es auch nicht witzig, als "Rassisten" bezeichnet zu werden, während ein Gewalt verherrlichender Berliner Rapper für seine Verdienste um die Integration mit einem Preis geehrt wird."

Es braucht keiner Verschwörung, um die jetzigen Ereignisse zu erklären. Es gibt Herrschaftsdiskurse, es gibt verblendete Medienarbeiter, es gibt staatlich verordnetes "social engineering", es gibt Versuche, die politischen Diskurse zu lenken. Aber es gibt auch Hoffnung: denn WIR sind das Volk. Hoch den Bauernaufständen! Siehe da, der Kaiser ist nackt.

Ein gebürtiger Hesse
23. Dezember 2014 11:35

Das Ausmaß der medialen Schizophrenie und Blindstellerei - oft aber auch einfach: Dummheit - ist schlagend; man sieht es etwa anhand einer Webseite wie Web.de, wo letzte Woche etwa vermeinlichte "Fakten gegen den Pegida-Verdacht der Islamisierung" aufgelistet wurden (denen zufolge freilich alles halb so wild ist), heute aber dies vermeldet wird: https://web.de/magazine/politik/grossstaedte-warnung-anschlaegen-provinz-30295946

Leider - und das macht das Problem tatsächlich abgründig - ist jene Schizophrenie, die sich da medial äußert, immer auch eine individuelle, den einzelnen Menschen betreffende Angelegenheit. Es müßen Millionen in unserem Land herumlaufen, die sich zunächst ständig selbst belügen. Pegida dürfte keinen gefährlicheren Gegner haben als diese - da die Aufrechterhaltung ihres Selbstbetrugs eine konstituierende Funktion für sie hat und sie kaum auf sie verzichten werden.

Simon
23. Dezember 2014 11:39

Die Demonstrationen von 1989 werden immer als Beispiel für eine erfolgreiche Volksbewegung gesehen. Das verkennt aber die eigentlichen Hintergründe des politischen Umbruchs. Gorbatschow ist vom KGB installiert worden, weil ihnen klar war, dass das Sowjetsystem dem Rüstungswettbewerb nicht gewinnen konnte und dringend Reformen brauchte. Die DDR war viel zu teuer. Energielieferungen, die die SU lieber an den Westen verkaufen wollte, mussten kostengünstig an die DDR geliefert werden. Darum sollte die DDR ebenfalls Reformanstrengungen unternehmen.

Honecker und die Altherrentruppe weigerten sich aber konsequent der sowjetischen Linie zu folgen. Darum ja der Ausspruch von Gorbatschow: „Wert zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Was ja nichts anderes bedeutete, dass die Tage der Honecker-Truppe gezählt waren und die Sowjet-Führung ihn möglichst schnell loswerten wollte.
Es gab damals eine KGB-Zelle innerhalb des MfS, die den Kampfauftrag hatte, Honecker abzulösen und durch eine Art Reform-Kommunismus zu ersetzen, die durch Massenproteste legitimiert werden sollte. Offenbar sollte Markus Wolf damals als neuer starker Mann aufgebaut werden. Der hat sich deshalb 1986 dafür „beurlauben“ lassen. Wann hat sich schon einmal ein Geheimdienstchef beurlauben lassen?

Der ursprüngliche Plan sah wohl vor, eine Massenbewegung zu initiieren und im richtigen Moment, dann vorausgewählte Personen an die Spitze treten zu lassen. Wenn man sich ansieht, wie groß der Anteil von Agenten des MfS innerhalb der Bürgerrechtsbewegung war, diese zum Teil sogar die Mehrheit unter den Gründungsmitglieder gebildet hat, dann ist es völlig ausgeschlossen, dass sich das spontan entwickelt hat. Egal ob Ost-CDU, Demokratischer Aufbruch, DSU, Neues Forum – das war alles hochgradig unterwandert.

Dann lief die Sache möglicher Weise aus dem Ruder, oder man erkannte, dass die DDR ökonomisch vor dem Zusammenbruch stand und deshalb nicht mehr zu halten war. Dann ging es noch darum, mit Kohl und dem Westen zu einem Übereinkommen zu kommen, so dass die herrschende Klasse der DDR weitgehend unbeschadet aus dem Zusammenbruch hervorgehen konnte. Es sollte also keine flächendeckende Verfolgung geben, den Erhalt der Organisation und des Vermögens der SED und der Eigentumsverhältnisse und eine Reiher vordergründig unbelasteter Personen aus diesem Kreis sollte in die Führung der Bundesrepublik übernommen werden.

Der MfS-Agent Wolfgang Schnur, der Rahmen dieser verdeckten Operation zur Instrumentalisierung der DDR-Opposition den Demokratischen Aufbruch mit begründet hat, holte die Tochter eines guten Freundes zu sich als Pressesprecherin. Nach dem Schnur enttarnt wurde, und die Reise nach der Einigung zwischen Bonn und Moskau klar Richtung Wiedervereinigung ging, und die SU die DDR abgeschrieben hatte, wurde sie in der CDU installiert. Dort wurde sie erst Generalsekretärin, dann ihre Vorsitzende und schließlich Bundeskanzlerin.

Ich würde die Behauptung wagen, dass es selten bis nie in der Geschichte eine erfolgreiche Bewegung von "unten" gegeben hat, über die nicht irgendeine etablierte Macht ihre schützende Hand gehalten hat. Sei es ein Teil der Elite im Kampf mit anderen Teilen der Elite, oder eine ausländische Regierung.

Hartwig
23. Dezember 2014 11:45

Ich weiss nicht, wo ich es sonst posten soll, weitgehend OT.
Es ist anzunehmen, dass morgen in den vielen gutbesuchten Weihnachtsgottesdiensten das Thema PEGIDA in den Predigten aufgegriffen wird.
Man sollte sich schon im Vorfeld überlegen, ob und wie man darauf reagiert. Hängt gewiss auch von der Weitschweifigkeit der Bezugnahme ab.
Nun ist der Weihnachtsgottesdienst nicht der Platz für demonstrative Verhaltensweisen. Allerdings gilt das auch für den Prediger.

Sara Tempel
23. Dezember 2014 12:19

Es wundert mich, dass ich selbst bei der PEGIDA noch nicht auf den Gedanken an eine Verschwörung gekommen bin, denn die europäische Politik wurde über den Einfluss der USA stark in diese Richtung gedrängt (s. Killerkommandos des sog. „Verfassungsschutz“, seine Verbindungen zu Gladio und aktuell die Ukraine)! Seit die von der Presse provozierten Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen so erfolgreich gegen imigrations-skeptische Strömungen eingesetzt werden konnten, ist eine Parallele naheliegend. Als „Erfolg“ war jedenfalls das rechte Lager in aller Augen so diffamiert, dass sich nach 1992 lange Zeit keine seriöse konservative Partei mehr rechts der CDU etablieren konnte. - Es dürfte allerdings schwerer sein, friedliche Montagsdemonstranten so von Gegendemos provozieren zu lassen, dass es zu Gewaltexzessen kommt, aber nicht unmöglich. - Gebe GOTT, dass dies nicht geschieht und gebe GOTT, dass sich unsere Kirchen und ihre Prediger aus der Politik heraushalten, denn dazu sind sie nicht berufen!

@Waldgänger (e.B.) aus Schwaben: „Die DDR-Bürger waren in einer Zelle aus Betonwänden eingesperrt. .... Wir sind in einer Gummizelle.“ Gutes Bild!

Arkanthus
23. Dezember 2014 12:21

Am Besten finde ich die mediale Zuschreibung "selbsternannte Patrioten", die immer wieder kommt. Was denn, wird man dazu normalerweise behördlich anerkannt ? Diese Phrasendrescherei ist so hilfos, das ist schon amüsant. Die politkorrekte Zeitgeist ist komplett ausgelaugt und übernahmereif.

Warum gab es im Sommer übrigens keine Gegendemonstrationen gegen "Jude, Jude feiges...". Wieso wurde da so sorgfältig differenziert ? DAS muß man diese verlogenen Schmieranten unter die Nase reiben.

Der Gutmensch
23. Dezember 2014 12:35

Lieber Herr M.L.,

die Ostler sind das Gruseln vor brutaler, ideologisch gefärbter Einfalt lange gewohnt. Die niveaulosesten Sprüche kamen stets von denjenigen, die sich am sichersten im Stasisattel wähnten. Ich sage „wähnten“ weil es für einige von ihnen am Ende dann eben doch nicht mehr gereicht hat.

Das Wort, das mir dieser Tage unwillkürlich durch den Kopf schießt, wenn ich so diverse Politiker vernehme, heißt denn auch „Zwecktölpelei“. Wollte man die Einheimischen (im übrigen auch und vermutlich gerade diejenigen mit Migrationshintergrund; welcher Türke mit sehr beliebten Vornamen „Kemal“ begeistert sich wohl für die Verherrlichung des Islam? Wo doch nicht mal der Herr Özdemir eine Moschee auf seinem Hinterhof haben mag?!) mit Gewalt gegen sich aufbringen – könnte man eigentlich noch effektiver auf den Zünder schlagen? Mir persönlich fällt da kaum noch etwas ein - aber vielleicht ist meine Phantasie auch einfach nur nicht schmutzig genug.

Sie erwähnten, dass das insgesamt doch verdächtig nach Bürgerkrieg aussieht. Man mag sich fürchten, aber sollten Sie richtig liegen, wird man wird sich wenigstens im eigenen Kopf positionieren müssen, um handlungsfähig zu bleiben; und zwar möglichst auf der Seite, auf der man selber etwas zu gewinnen hat. Ob das bei den refugees ist, wird dann jeder für sich selber für sich selber entscheiden müssen; eine verbindliche politische Linie ist schon jetzt nicht mehr zu erkennen; zu tief klafft der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklich. Neutralität werden sich daher zukünftig nur noch die wenigsten leisten können.

Ich habe beobachtet, dass auch das Kabinett diesbezüglich seltsam uneins zu sein scheint: In dieser hochgespannten Situation halten sich (bislang) einige zurück; andere wiederum schlagen mehr als genug Lärm für die gesamte deutsche Regierung. Und wo auch immer diese Reise hingehen mag; die wichtigsten europäischen Regierungen haben offenbar einen gleichlautenden Plan gefasst: Es gibt schließlich kaum einen Nachbarn, dessen Regierung sich in in ihrem eigenen Land nicht ähnlich widersprüchlich gerieren würde. Ob dieser Widerspruch nun auf dasselbe Interesse zurückzuführen ist oder doch nur auf die gleichen Informationen – darauf weiß ich wirklich keine Antwort; und ich getraue mich kaum, darüber nachzudenken.

Ich wünsche uns allen das Beste.

Der Gutmensch.

Strogoff
23. Dezember 2014 12:58

«Wer Weihnachtslieder singt, wird etwa daran erinnert, dass Jesus Christus im Stall geboren wurde, weil er keine Herberge gefunden hat», sagte der CDU-Politiker in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Onlineportal der «Welt».

«Ein Weihnachtsgebot lautet: Gebt Herberge», sagte Kauder. Deswegen sei es «gut, dass die Menschen in Dresden Weihnachtslieder gesungen haben», unterstrich der Fraktionsvorsitzend: «Ich hoffe, dass sie beim Singen der Weihnachtslieder gespürt haben, was der richtige Weg ist.»
...
Kauder lobt Weihnachtslieder-Singen bei "Pegida"-Demo - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Kauder-lobt-Weihnachtslieder-Singen-bei-Pegida-Demo-id32417057.html

Kauder ist so schlau. Da können wir leider nicht mithalten. Politiker halt.

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, sagt: «Wir sind längst ein Einwanderungsland, und das müssen wir auch bleiben.» Flüchtlinge sollten willkommen sein.

Alternativlos? Na sicher. Die Wirtschaft braucht billige Arbeitskräfte und viele, viele Konsumenten. Das zweite ist in einer Gesellschaft die immer mehr Roboter in Betrieb nimmt noch wichtiger.

Marcus Junge
23. Dezember 2014 13:08

Chris

Wie ein anderer Kommentator schon schrieb, München bot Konstantin "Koksnase" Wecker und Sportfreunde "ewiger Kampf gegen Rächts" Stiller auf. Also ein kostenloses Konzert mit den üblichen Idioten der Musikindustrie für geistig Geschädigte. Das ist jedoch einmalig, selbst diese Figuren machen das nicht jeden Montag, im Gegensatz zu den Schweigenden in Dresden.

Und ansonsten, München - Hauptstadt der Bewegung, ihre SPD. Oder wie war das noch mit dem europäischen Islamzentrum in München? Und, als Mitteldeutscher, nicht "Ossi", da Ostdeutschland jenseits von Oder und Neiße liegt, schließe ich mich Herrn Lichtmesz an. Es gibt Dinge, in denen sind Westler länger indoktriniert worden, als "wir" hier.
Die SED wäre nie auf den Gedanken gekommen, eine Umvolkung und Bereicherung mit Fachkräften zu machen und daher entsprechende Propaganda in der DDR zu veranlassen. Im Westen lief das mindestens schon 20 bis 30 Jahre vor dem Mauerfall an. Die Folgen sieht man jetzt z.B. an den Teilnehmerzahlen West zu "Ost". So wie man auch den "Erfolg" dieser Propaganda im "Osten" sehen kann. Und zwar gerade auch viele Jüngere, denen, mit Verlaub, seit Geburt diese Propaganda ins Hirn geschissen wird, die also keine "normale" Welt mehr kennen.

Arkanthus
23. Dezember 2014 13:14

Mich beschleicht übrigens ein ähnliches Gefühl wie Sie, Herr Lichtmesz. Ich finde es komisch, daß ausgerechnet jetzt öffentlich gefordert wird, an Weihnachten in Kirchen islamische Lieder zu singen. Wie bitte ?? So blöd kann man einfach nicht sein und nicht erkennen, daß das die kulturkämpferische Glut weiter anheizt. Diese Art von "Toleranz" hat mehr was von einer Vergewaltigung oder zumindest eines Hausfriedensbruchs.

Sehr merkwürdig.

Thomas Wawerka
23. Dezember 2014 13:19

Aaah ... Lichtmesz, Sie gießen Öl ins Feuer meiner tief verinnerlichten Philip-K-Dick'schen Paranoia!
Bei einer Diskussion letztens auf FB schrieb ich sinngemäß: "Es würde mich sehr wundern, wenn der Hegemon das nicht schon alles auf dem Schirm hätte. Diverse Dienste haben sicher schon Szenarien entworfen, Planspiele durchgeführt, Optionen für 'Lösungen' entworfen."
Paar Stunden lang rumorte es im Kopf, dann dachte ich: "Was, wenn DIES bereits die 'Lösung' IST? Wenn genau so das Szenario aussieht, wenn das Planspiel gerade in die Realität umgesetzt wird?" Wenn wir denken, wir seien frei und könnten etwas ändern, realiter aber nur von langer und unsichtbarer Hand platzierte Spielfiguren sind?

Verschwörungstheorien sind wirklich grusliger als jeder Horror!

Ein RTL-Reporter wurde immerhin bereits als agent provocateur enttarnt, es ist nicht völlig absurd anzunehmen, dass es noch weitere gibt und dass sie auch etwas anderes können als Parolen absondern ... Man kann nur hoffen, dass weiterhin jeder Demonstrant auf sein direktes Umfeld acht gibt. Auf den Abschuss einer MH-17 im Himmel über Dresden vorbereiten kann man sich natürlich nicht.

ingres
23. Dezember 2014 13:24

In der Tat Menschenmassen haben mir nie etwas Gutes bedeutet. So habe ich den Sturm auf die Bastille und auch 1989 gesehen. Egal welche Risiken die Leute 1989 auf sich genommen haben, letztlich habe ich das immer als egoistisch eingeschätzt und man konnte in die BRD flüchten. Nur MassenProteste nach Anschlägen der ETA habe ich für ehrlich gehalten. Ich schreibe das (u.a.), weil ich gerade gelesen habe, dass sich nun auch 50 (sog.) DDR-Bürgerrechtler gegen Pegida ausgesprochen haben. Sollten diese also jemals bewußt gegen eine Diktatur rebelliert haben, war dies anscheinend lediglich situativ motiviert und es war nichts dahinter.
Sarrazin meinte ja, dass es heutzutage weniger Rückgrat gäbe als in der Weimarer Republik und er mußte, weil er nicht die Wahrheit sagen darf hinzufügen, dass ein demokratischer Wandel (bald) nicht mehr möglich sein werde. Das bald mußte er halt hinzusetzen.

Carsten
23. Dezember 2014 13:31

HoGeSa und PEGIDA kamen aus dem toten Winkel und haben das System kalt erwischt. Das hysterische Rumpelstilzchen-Gezeter der Medien zeigt, die sind (noch) in der ungeordneten Defensive. Das Imperium wird zurückschlagen, aber ihre Glaubwürdigkeit ist stark erodiert! Abozahlen und Leserkommentare zeigen das deutlich. Und jede Phrase von der "vermeintlichen" und "angeblichen" Islamisierung und Überfremdung ist ein Punkt für unsere Seite, weil die Zustände für jeden Sehenden offenkundig sind. In der Sache ist noch sehr viel Musik! Beide Seiten werden Fahrt aufnehmen - und die Moslems haben sich noch nichtmal aktiv eingemischt! 2015 wird auf jeden Fall spannend!

Euch allen ein gesegnetes Weihnachhtsfest!

Grüße aus München nach Dresden
23. Dezember 2014 13:35

Platz da!

– Ich war gestern dort.

Sie haben ja so furchtbar Recht, Herr Lichtmesz! – „Geschwollene Herzen und weiche Gehirne!“.

Einmal abgesehen von den ideologisch verbiesterten Deutschlandabschaffern und von dem „breiten Bündnis“ aus staatlich bezahlten oder subventionierten Links-Gruppen (Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Flüchtlingsvertretern, etc.) bleiben dann (im Westen) noch viele persönlich Betroffene, die z.B. aus verständlichem Grund eingeheiratete ausländische Verwandtschaft „schützen“ und in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen; und schließlich gibt es als moralische Spitze die hemmungslosen, echten deutschen Gutmenschen, die sich ihre tiefe, innere globale Friedenssehnsucht nicht stören lassen wollen. Für jeden spießerhaften Bedenkenträger können sie nur tiefste moralische Verachtung empfinden.

Wie haben sie doch aufgejubelt, als sogar die CSU angegriffen wurde, und über das Mikrophon Sätze gesagt wurden, wie dieser, dass es unmenschlich und menschenverachtend sei, zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen überhaupt unterscheiden zu wollen, niemand verlasse ja schließlich freiwillig seine Heimat, und dass jeder Fremde hier in diesem tollen menschenfreundlichen München willkommene Aufnahme finden müsse… Eine Schande vor der Welt und der New York Times, wenn dafür nicht alle notwendigen Mittel bereit gestellten werden würden.

Ich hatte gestern Urlaub und hatte mir daher die Zeit genommen, die Münchner Anti-Pegida-Veranstaltung auf dem Max-Josephplatz zu besuchen und zu betrachten, wo sich „die Stadt von ihrer besten Seite“ zeigte. Ich war einer von den gut 12.000 Teilnehmern. Bin ja auch ein Guter, und zwar ein wirklich Guter, das lasse ich mir von niemandem nehmen.

Abgesehen von den immer wieder eingestreuten und beklatschten gehässigen Mobbing-Attacken gegen Pegida, war es über weite Strecken eine musikalisch-rhythmische Kuschelveranstaltung einer optisch bürgerlich-kultivierten, überzeugten moralischen Über-Elite, allerdings mit Platzvorteil (der Oberbürgermeister war anwesend und lobte in seiner Ansprache das Engagement der Zivilgesellschaft) und ohne jeden wahrnehmbaren Gegner im abendlichen Rund hell beleuchteter historischer Gebäude. (Mein Widerstand: Ich selber habe nie geklatscht und mich in eine Diskussion vor Ort eingelassen.)

Realist
23. Dezember 2014 13:39

Ich denke nicht, daß Pegida von langer Hand geplant ist. Ich bin mir jedoch sicher, daß die Vernichtung der Pegida durch False-Flag-Aktionen sehr wohl in Planung ist, und bei weiterem Anwachsen der Bewegung schon recht bald mit maximaler Grausamkeit durchgeführt werden wird.

Was dagegen hilft? Meiner Ansicht nach nur, daß auch das von Pegida durchschaut und als weitere Lüge zurückgewiesen wird. So egal, wie es den Leuten inzwischen ist, als Nazis bezeichnet zu werden, so egal muß es ihnen auch sein, wenn ihnen Nazi-Aktionen untergeschoben werden. Das wird der Lackmus-Test sein.

Meine Prognose: Dazu ist es noch zu früh in Deutschland. Machen wir uns nichts vor - die nächste Revolution wird kommen, und sie wird nicht unblutig bleiben. Die Straßen werden so oder so brennen. Dazu muß es aber noch viel schlimmer werden. Deutsche müssen leiden wie die Hunde, bevor sie sich wehren. War leider schon immer so.

Nochmal was zur Symbolik: Die Westableger müssen dringend weg von ihren dämlichen Namen wie "Bogida", "Kagida", usw. Das wäre mir selbst dann noch zu blöd zum mitmachen, wenn in meinem Haus bereits die ersten "Flüchtlinge" zwangseinquartiert worden wären.

Die Bewegung heißt PEGIDA. Ihr Ursprung ist Dresden. Ableger in anderen Städten tragen noch die Stadt als Namenszusatz, also z.B "PEGIDA Bonn". Punkt, aus. Alles andere ist alberner Firlefanz.

Rumpelstilzchen
23. Dezember 2014 13:48

Mein Neffe ( eher Antifa affin ) kam gestern zu Besuch.
Wir fetzten uns gleich wegen Pegida. Er meinte: "Über Pegida gibt es schon die ersten Verschwörungstheorien. Diese Bewegung soll von Amerika aus gesteuert sein." Den ganzen Abend über heiße Diskussionen.
Heute morgen dann die Überraschung. Es kam das heißersehnte Buch:
Kann nur ein Gott uns retten ?
Jetzt freue ich mich auf Weihnachten.
Euch Allen.... Ein frohes Fest !

Nemo Obligatur
23. Dezember 2014 13:50

Nachdem wir gestern mehr so eine Art Zusammenfassung ("Was bisher geschah.") gesehen haben, ist Ihre Analyse, Herr Lichtmesz, heute wieder tiefschürfend wie gewohnt. Besonders gut gefällt mir, wie Sie herausgearbeitet haben, dass jede, JEDE Pegida-Demo friedlicher war als eine x-beliebige Gegenkundgebung, wo auch immer.

Ich mag dennoch Widerspruch an ihrer Hauptthese anmelden, Herr Lichtmesz. An einen Masterplan glaube ich nicht. Hätte denn die Nomenklatura das nötig? Sie kann jederzeit, wie vielfach eingeübt, ihr Potential ungestört entfalten. Jubelperser findet sie allemal. Obwohl eine Gegendemo in München und die begleitende Berichterstattung der Medien schon etwas unfreiwillig Komisches hat. Der Grundtenor ist irgendwie "Nazis putschen in Sachsen - aber wir bleiben wachsam". In diesem Sinne ist wohl auch der Deckel drauf. In Westdeutschland werden wir keine Pegida-Bewegung sehen und in Ostdeutschland wird sie zoogleich auf Dresden eingehegt bleiben. Allen potentiell Interessierten hat man ja schon mal die Instrumente gezeigt. In diesem Sinne freue ich mich auch auf die Weihnachtsansprache von Herrn Gauck. Nachdem er uns letztes Mal - war es wirklich im letzten Jahr? - damit beglückt hat, dass Menschen in der U-Bahn attackiert werden, weil sie schwarze Haare haben, sollte man meinen, dass der Boden ausgelotet ist. Aber Gauck und jene, die ihm die Hand führen, werden sich Pegida als Gottseibeiuns nicht nehmen lassen. Ich glaube aber nicht, dass ich die Kraft habe, die Gauck-Ansprache vor dem kommenden Jahr in ihrer ganzen Schönheit zu genießen.

Grüße aus München nach Dresden
23. Dezember 2014 14:21

@ Carsten

Das sehe ich ganz genau so:

HoGeSa und PEGIDA kamen aus dem toten Winkel und haben das System kalt erwischt.

Realist
23. Dezember 2014 15:03

Ich bin erstens immer für nüchterne Bestandsaufnahme, zweitens für die Devise 'das Glas ist halb VOLL'.

Egal wie die Wurzeln von PEGIDA angelegt gewesen sein mögen - 17000+ Leute sind im Detail nicht mehr fernsteuerbar. Für beide Seiten.
Von agents provocateurs dürfen wir ausgehen, in der TAZ war ja schon zu lesen, daß nicht nur der RTLer, sondern ein halber Speisewagen voll verkleideter Journalisten letzte Woche auf der Demo herumagierte.

Der entscheidende Punkt ist aber, was auch mit einem Zwischenfall schon nicht mehr zu beseitigen wäre:
1) sind gewisse Tabus gefallen oder im Zusammenbruch.
Statt "mainstreammedien" kann in diesem Lande jetzt ganz selbstverständlich von "Lügenpresse" gesprochen werden. Das ist ein Vorwurf einer Art, die man durch nichts widerlegen kann, sondern jeder Widerlegungsversuch eher noch untermauert, jedenfalls kurz- und mittelfristig. Aber dieser Vorwurf hebelt ein wesentliches Werkzeug des 'social engineering' aus.
2) haben die Lügenmedien den Fehler gemacht, selber die RTL-Geschichte breit auszuwalzen und offen alles zuzugeben.
Damit lieferten sie gratis das Argument, jeden künftigen eventuellen Zwischenfall einem agent provocateur unterzuschieben. Auch das ist ein Vorwurf der Art, daß er praktisch nicht widerlegbar wäre.
Es ist an UNS, gegebenenfalls rücksichtslos von diesem Argument Gebrauch zu machen. Das ist ein argumentativer Vorschlaghammer, der lediglich im Fall der Fälle resolut eingesetzt werden muß.
3) 17000+ Leute stiften ein Gemeinschaftsgefühl - auch für die, die nicht vor Ort sein konnten. Einen und wenige kann man mit dem Argument 'Du bist bösartig/asozial/unnormal" ruhigzustellen versuchen - wenn sich eine komplette Kleinstadt entsprechend offenbart hat, ist die Luft aus diesem Ballon. Auch Sarrazin hatte durch seine vollen Säle bereits den Deckel ein wenig vom Topf gehoben.
Mit den Tabus fallen auch Ängstlichkeiten.

Enttabuisierung, Delegitimation, neue Begriffsetzungen, Erkennbarkeit einer Partei.
Das ist durch PEGIDA schon auf dem Wege, das sollte weiter befördert werden.

Dabei dafür sorgen, daß möglichst viele Aktionen der Gegenseite zu deren Eigentoren umgepolt werden.
Dann sind wir eine Stufe weiter - egal, was an Zwischenfällen noch produziert werden mag oder ob die Zahlen dauerhaft gehalten werden können.

Ein Fremder aus Elea
23. Dezember 2014 15:25

Hier verstehe ich Sie mal nicht, Herr Lichtmesz.

Ich fürchte mich weder vor Pegida noch vor den Gegendemonstranten.

M.L.: Aha, interessant, ich mich nämlich auch nicht.

Arkanthus
23. Dezember 2014 15:28

Gauck spricht morgen, @Nemo, an Sylvester ist die Trulla dran. Ich werde mir das morgen zum ersten Mal live ansehen. Ich darf wohl nur nicht zu viel Kartoffelsalat und Lebkuchen gegessen haben...

Thomas Wawerka
23. Dezember 2014 15:44

@ Simon:

Der ursprüngliche Plan sah wohl vor, eine Massenbewegung zu initiieren und im richtigen Moment, dann vorausgewählte Personen an die Spitze treten zu lassen.

Interessant. Haben Sie dazu ein paar Quellen, Belege, Bücher oder dgl.?

Zadok Allen
23. Dezember 2014 15:47

@ Belsøe

Ganz schwer einzuschätzen, wie weit die USA gehen werden. Es passiert irgendwas, was keinen Aufschub zu dulden scheint. Schleichende Prozesse hat man erstmal beiseite gestellt, die sind aggressiv und ungeduldig.

Hierin pflichte ich Ihnen vorbehaltlos bei. "Schnelle Destabilisierung" - früher gab es auch den schönen technokratischen Ausdruck: "Aktivierung der Verhältnisse" - ist ein guter Formelbegriff, auf den man das gegenwärtige Geschehen v.a. in Europa bringen kann.

Das, was gerade vor sich geht und was die Eliten des angelsächsischen Imperiums zur Eile treibt, ist m.E. der ökonomisch-soziale Kollaps der USA (Rassenunruhen, Massenverelendung, Auflösungserscheinungen in der Volkswirtschaft usw.).

Den BRICS-Staaten, allen voran China, geht es derzeit naturgemäß um die möglichst lange Aufrechterhaltung des status quo. Bleibt dieser noch für einige Jahre bestehen, so werden sich die geostrategischen Gewichte so massiv verschoben haben, daß die USA auf ganz natürliche Weise verzwergen, zumal sie in jeder Hinsicht auf dem absteigenden Ast sind.

In jeder Hinsicht, nur nicht in waffentechnischer. Und hieran knüpft sich meine große, täglich wachsende Sorge: die Machthaber des angelsächsischen Imperiums könnten sich genötigt fühlen, die globale "Entscheidung" herbeizuführen, ehe es zu spät ist. (Wie lange wird sich etwa das exorbitante Rüstungsbudget der USA noch aufrechterhalten lassen, wenn der Dollar seinen Status als Weltreserverwährung verloren hat?)

Man möchte nicht recht darüber nachdenken, was uns im kommenden Jahr bevorsteht. Heute hat ja schon einmal das ukrainische "Parlament" die Blockfreiheit der Ukraine aufgekündigt.

Stil-Blüte
23. Dezember 2014 16:02

@ M. L.

Soeben Kaiser's 'Gute Idee' www.kaisers-tengelmann-de gelesen:

'Gut versorgt im Fall der Fälle
Kaiser's Tengelmann unterstützt ein Forschdungsprojekt zur Sicherstellung der Versorgung mit Lebensmitteln auch bei krisenhaften Ereignissen
... Wir sehen dringenden Handlungsbedarf und haben uns daher entschieden, die Thematik im Rahmen eines Forschungsprojekts zu untersuchen und Handlungsempfehlungen zur Fortentwicklung der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge zu erarbeiten...

Trouver
23. Dezember 2014 16:55

Die Gesetze müssen ohne Einschränkung beachtet werden.

Werter Bernhard, wie können wir, einfache Bürger, eine RichterIn dazu zwingen, dass sie/es den bunten Schläger nicht zum 22-sten Mal "auf Bewährung" laufen lässt, sondern verhaftet?

Welche Instrumenten stehen uns in der Buntesrepublik zu?

Ich weiss es nicht.

Kay-Uwe Klepzig
23. Dezember 2014 17:02

Guten Abend, Herr Lichtmesz (...und Mitlesende)!

Als nunmal zweimaliger interessierter Mitläufer schätze ich, daß die PEGIDA-Demonstrationen urspünglich ja nur ein lokales Interesse hatten und das ORGA-Team vom Anwachsen der eigenen Demos schlicht überfahren wurden.

Das ist insofern eine gute Sache, als ich genau darum eine vorsätzliche Anstiftung durch Verfassungsschutz et cetera für sehr unwahrscheinlich halte - es war einfach nicht abzusehen, daß die Initiierung solcher Demos auf derart fruchtbaren Boden fallen würde und sich schlußendlich mehr als zehntausend Menschen die Denunziation als rechtsausliegendem Unmensch den Buckel runterrutschen lassen.

Das ist aber insofern auch wieder kritisch, als ja nun aus dem Phänomen mit lokalem Bezug (es ging doch, meinen Informationen zufolge, ursprünglich um den Neubau eines Asylantenheimes, der nicht notwendig wäre, wenn man durch Rückführung und schnellere Bearbeitung von Anträgen Kapazitäten frei machen würde) eines geworden ist, welches sehr heterogene Menschen mit sehr unterschiedlichen, sehr globalen Befürchtungen (nicht "Ängsten") zusammenbringt.

Sehen wir doch mal einem ins Auge:

PEGIDA ist eine Protestbewegung von Systemgegnern. Darum sind "Wir sind das Volk", "Lügenpresse", "Kriegstreiber" die lautesten Choräle (nach Aufgeben des Schweigens).
Und diese Systemgegner kommen großenteils, weil auf den von Herr Bachmann initiierten Veranstaltungen Dinge gesagt werden, die "man nicht sagen darf" - wobei das ja eigentlich nur auf den Namen der Veranstaltung zutrifft - oder besser, weil einem gesagt wird, daß dort Dinge gesagt werden, die man nicht sagen darf und demzufolge die Hoffnung hegen, auch ihre Dinge zu sagen, die sie sonst nicht sagen dürfen oder bei denen ihnen sonst nicht zugehört wird.

Das ist die Stärke, aber auch die Schwachstelle.

Plötzlich nämlich muss sich das Orgateam auch ggü den Demonstranten erklären, was man unter "Islamisierung" denn versteht (und man jetzt mit diesem wunderbar entzündlichen Namen gesegnet ist) und was das bitteschön mit Asyl zu tun hat - und sie müssen möglichst viele der Interessen, die die Demonstranten zusammenbringt, aufgreifen.

Offensichtlich stellt das eine große Herausforderung dar, was dan zu ganz schönen Stilblüten führt. Darum musste ich gestern ganz schön die Mine verziehen, als die eingeladenen Redner durch unglückliche Sprachführung impliziert haben (bzw. konnte man die Rede so auslegen), daß es sich bei 145.000 Menschen abgelehnten Asylantrages, welche nicht zurückgeführt werden, um Salafisten handelt.
Offensichtlich verführte das Herr Bachmann auch dazu, seine Künste in Demagogie auszuprobieren mit einem so dämlichen Spruch "Geld für Asylbewerber ist da - für unsere Rentner aber nicht", was ich nicht erfreulich fand - denn es öffnet wunderbar die Flanke für "Ihr seit die Schwächsten und schimpft auf noch Schwächere um ein paar Pfründe". Aber gut, es kam an.
Offensichtlich lockt das aber auch Oppa Walter an, der auf "Ausländer, die uns die Arbeitsplätze wegnehmen" genauso schimpft, wie auf "Ausländer, die unsere Sozialkassen plündern und mir die Rente wegnehmen". Furchtbarer Mensch, der Oppa Walter.

Nungut, auf den PEGIDA-Demos findet sich also folgender Themenkomplex:

- Asylrecht
- Immigrationsgesetze (und deren Mangel)
- Rechtstaat und dessen Erosion
- Integrationsdebatte (ohne über Menge und Art des Integrierbaren zu reden)
- radikale Islamisten
- Kalter bzw Heißer Krieg Politik von USA und EU
- Scheußlichkeitskonstrukt der EU
- sich selbst gleichschaltende Medien bzw. gleichlautendes Gutmenschenestablishment
- ja, auch "wir haben keine Verfassung"
- Verdrossenheit mit Politikern, welche ihre eigenen Bürger beschimpfen

Was keine Themen sind:

- Umvolkung (Gott sei es gedankt tappt man nicht in diese Falle)
- Werte des Okzident und unseres Europas
- und: kritische Analyse des Islam überhaupt.

Hier aber findet sich des Pudels Kern.

Entweder man getraut sich den Themenkomplex der Umvolkung anzusprechen - was die Bewegung spalten wird, entweder, weil die Besucher nichts mit dem Thema zu schaffen haben wollen oder in ihrem sozialen Umfeld vollends zu einer persona non grata mutierenb - oder man eröffnet die Argumentation, welcher Islam denn mit unseren europäischen Werten vereinbar ist.

Persönlich plädiere ich aus pragmatischen Gründen für Letzteres:

das Problem einer Islamisierung ergeben nicht die im Mittel 100.000 Menschen pro Jahr, welche als Asylbewerber zu uns kommen (und anerkannt werden), sonder 10% Muslime in Europa, welche sich verstärkt den intoleranteren Strömungen des Islam zuwenden.

Die sind nämlich hier und werden mehr.

Dem Islam und insbesondere seinen intoleranten Strömungen aber kann man nur eine gleichfalls starke Ideologie entgegensetzen - bespielsweise gelebte und mit Feuereifer vertretene Werte der Aufklärung - und indem man die kritischen Punkte in der muselmanischen Ideologie demaskiert und deren Inkompatibilität zu unserem schönen, stabilen Land anprangert.

Mit anderen Worten:

PEGIDA kann (gefolgt von vielen ähnlichen Bewegungen), wenn es die Herausforderungen der Heterogenität meistert, das System erschüttern, Asyl- und Immigrationsrecht ändern, politisch-mediales Establishment nach rechts treiben und so weiter. Also, in einer Überzeichnung der PEGIDistischen Wichtigkeit und Wirkmächtigkeit natürlich.

Den Okzident aber schützen kann so eine Bewegung nicht. Das kann nur die Breit des Okzidents über eine Ideologiedebatte - auf breiter medialer und öffentlicher Front.

Und, wie kann man die erwirken?

Kay-Uwe Klepzig
23. Dezember 2014 17:09

Nachtrag:

Eine Bewegung wie PEGIDA wird schlußendlich nicht erfolgreich sein, weil sie auf Medienplattformen argumentativ über die Gegnerschaft obsiegt.

Sie wird erfolgreich sein, weil und wenn sich die Spaziergänger in ihrem sozialen Umfeld für das Mitlaufen rechtfertigen müssen - und auf diesem Wege die noch nicht ganz aufgeweichten Köpfe zurechtrücken können.

Das aber geht nur, wenn man die Kunst des Argumentierens trainiert und mit guter, entsprechender Munition, guten Vorlagen. Die Sezession kann diese liefern.

enickmar
23. Dezember 2014 17:27

@ Matt Anon O'Herne

Niemand glaubt daran das fünf Leute in einem Hinterzimmer sitzen und die Welt lenken.
Aber vermutlich trifft dies beides zu: Übergreifende internationale Einflußnahme, Absprachen, Lenkung in supranationalen Organisationen
und
kleine, komplex verflochtene, teils widersprüchliche Aktionen zur Durchsetzung eher partikularer Interessen.
Und natürlich laufen die Dinge auf verschiedenen Ebenen ab. Nicht jeder im "System" ist auf gleicher Ebene involviert. Gut untersuchtes Beispiel, und daher auch immer wieder zitiert, ist ja die "Stay-behind-Verschwörung".
Es ist auch ein gutes Bespiel für die komplexen Verflechtungen. Z.B. für die Verflechtung von Gegnern untereinander und die gegenseitige Instrumentalisierung, sowie vermutlich von konspirativen Zirkeln innerhalb von Geheimdiensten und deren Zusammenarbeit mit solchen Zirkeln anderer Dienste und Organisationen.

Tom Prox
23. Dezember 2014 17:36

Am wenigsten sind die christlichen Kirchenführungen zu verstehen, die
eine selbst für Begriffstutzige Islamisierung Deutschlands leugnen und auch noch in christlicher Verwirrung die PEGIDA - Teilnehmer angreifen ( s.a Erzbischof Schick / Bamberg ) . Für mich ist das langsam schizophren. was diese katholischen Herren herausposaunen.
Planen die vielleicht schon den Suizid der christlichen Kirche in der BRD ?

Warum missionieren die überhaupt noch im Ausland, wenn sie für den Islam und seine z.T. gegen das GG gerichtete Bräuche ( z.B. Scharia ) hierzulande freie Fahrt wollen und nahezu jede denkbare Unterstützung geben ?

Man glaubt fast , dass jetzt auch bei nicht wenigen katholischen Bischöfen das dauernde Morden und die anderen scheußlichen Verbrechen der Islamisten an Andersgläubigen im Irak, Syrien , Iran , Sudan, Pakistan usw. ignoriert werden, nur damit man sich an die Seite derquasi blinden politischen Systemparteien stellen kann, die ja auch die Eintreibung der Kirchensteuern garantieren.

Eine solche Einstellung der katholischen Kirchenführung kann
auf die Dauer für diese selbst die Existenzfrage stellen.

Es ist einfach ungut und falsch, dass ein katholischer Bischof , z.B. in Bayern, sein Gehalt vom bayerischen Staat bezieht und auch vor der Einsetzung vom Ministerpräsidenten per Urkunde bestätigt wird. Er weiß also damit, wer neben dem Papst in Rom sein Chef hierzulande ist.

Grausam , - wenn Jesus gewußt hätte, was aus der deutschen katholischen Kirche noch werden würde, ich glaube , er hätte jede Kirchenorganistaion und staatlich eingetriebene Kirchensteuern strengstens untersagt .

Jan
23. Dezember 2014 17:50

PEGIDA muss auf Samstage verlegt werden. Denn die arbeitende Bevölkerung ist mehr für PEGIDA, während unter der Woche die Ausbeuter von oben mehr Zeit haben, während die Arbeiter und Angestellten erschöpft bei der Arbeit sind oder von der Arbeit kommen. So käme man leichter auf 30 oder 40 Tausden.

enickmar
23. Dezember 2014 18:17

Und deshalb kann es auch immer sehr gut sein, daß "das System" kalt erwischt wurde, während das Ereignis auf anderer "System-Ebene" durchaus geplant sein kann. Das Parlament und die Medien werden ja nicht über jede Unterwanderung oder bei jedem inszenierten Terroranschlag zuvor informiert. Für sehr wahrscheinch halten, oder glauben tue ich das bzgl. Pedida auch nicht. Zumindest nicht im Detail. Damit rechnen sollte man aber. Provoziert oder zumindest gewissermaßen einkalkuliert ist es aber auf jeden Fall. Siehe weiter oben zitierter CIA-Bericht ...

Bernhard
23. Dezember 2014 19:07

@ Trouver

Das Einhalten der Gesetze ist zunächst einmal Selbstschutz.

Realist
23. Dezember 2014 19:14

@"Realist"

Ich bin erstens immer für nüchterne Bestandsaufnahme, zweitens für die Devise ‚das Glas ist halb VOLL‘.[...]

Ups, sind hier auf einmal zwei "Realisten" am Werke? Zitierter Kommentar ist jedenfalls nicht von mir.

Zwei gleiche nicks sind ein abolutes NoGo. Bitte um Klärung.

Frenchman
23. Dezember 2014 19:19

Soeben ist wieder einmal ein Roman mit einem künftigen Bürgerkriegsszenario erschienen (Fenek Solere: "The Partisan"). Er beschreibt den bewaffneten Kampf gegen die Islamisierung in Frankreich.

Solche Bücher sollte man lesen, um nicht in die Gewaltfalle zu tappen. Sie zeigen, wie unrealistisch solche Umsturzszenarien sind. Trotz allem Frust gibt es derzeit keine Chance für einen bewaffneten Bürgerkrieg in unserer Zeit.

Daher steigt die Gefahr, dass der Gegner hier "nachhilft".

Jacobi
23. Dezember 2014 19:42

Die Drohgebärden des politisch-medial-universitären Komplexes werden immer repressiver, dennoch können die Demonstrationen in der Vergangenheit als Indikatoren dafür gewertet werden, dass eben diese Drohgebärden nicht die erwünschte Wirkung erzielen. Entweder also werden diese Drohgebärden noch repressiver, bis auf einer Demo friedlicher Deutscher der erste Schießbefehl ausgegeben wird, sofern Demonstrationen und Meinungsfreiheit nicht noch weiter sanktioniert werden, und der Wille der Menschen, die Verhältnisse zu ändern, gebrochen wird. Oder aber steigt der Wille zur Veränderung proportional mit der Steigerung staatlich-repressiver Maßnahmen. Die Zukunft wird es zeigen.

Ein Fremder aus Elea
23. Dezember 2014 20:16

Na dann halt ausführlicher. Die Deutschen sind viel zu zivil und bedacht, als daß man sie auf eine solche Weise gegen einander aufhetzen könnte, und niemand hat ein Interesse daran, möglichst viele Deutsche in einer Falle zu fangen.

Das hat schon damals zu Hermanns Zeiten nicht funktioniert.

Ihnen sei Ihr Standpunkt unbenommen, Herr Lichtmesz, aber es gibt kaum Spielraum für eine deutsche Elite gegen ausländische Eliten und ohne Verwurzelungen im deutschen Volk irgendetwas erfolgreich auf die Beine zu stellen.

Und wenn sich so eine Elite von ausländischen Eliten abhängig machte, bräuchte sie schon viel Glück, und die richtige Ausgangsposition, um nicht am Ende geopfert zu werden.

Das wäre ein Gradwanderung über 10km oder sowas in der Art.

Natürlich geschieht gerade etwas Gutes dadurch, daß sich Menschenmassen zusammenschließen, nämlich die Beendigung der ewig gleichen Mantras und Beschwörungen.

Aber bevor es soweit ist, gipfeln sie noch ein letztes Mal.

Die Lage ist glänzend, wenn irgendeiner BND-Spinner meint, er müsse jetzt zu italienischen Methoden der Spannungserzeugung greifen, wird er sich noch sehr wundern, was er damit anrichtet.

Wer würde es glauben?

Bombenanschläge mit 100 Toten?

Traue ich der Antifa nicht zu. Und traut es die Antifa Pegida zu?

Kein Grund sich nervös machen zu lassen.

Waldgänger
23. Dezember 2014 20:42

@ Jacoby

Ja, sehe es wie Sie.
Das beispiellose Ausmaß an staatlichen Drohgebärden einschließlich der klammheimlichen Aufforderung an die "Anständigen", sich zum "Aufstand" gegen die zum Feind erklärten zu erheben, ist das eigentlich Neue.

Offener Bürgerkrieg scheint mir als Begriff dafür zwar etwas zu hoch gegriffen, eher ist es die Sicherung der postdemokratischen Machtverhältnisse durch die Macht der Straßenschläger und Einschüchterung aller noch Mutigen.

In gewisser Weise der gleitende Übergang in eine kaum noch kaschierte Diktatur. Wobei sich die Machthaber in einem erneuten Staatsstreich und Verfassungsbruch auf ihre (von BM Schwesig mitfinanzierten!) Sturmabteilungen stützt, die zwar Antifa heißen, aber der SA entsprechen.
Eine Verkündung des "Notstands" könnte dann restliche Hürden beseitigen, so wie 1933 der Reichstagsbrand.

...............

Ansonsten.
Ja, die verblüffende Torheit der Demonstranten ist gespenstisch, ja beängstigend.
Wenn ich mit solchen Leutenn derartiges anspreche, dann habe ich das Gefühl, dass diese Leute dem hynotisierten Publikum bei "Mario und der Zauberer" ähneln.

t.gygax
23. Dezember 2014 21:00

Nachrichten ARD vorhin 20.00 Uhr. Alle, aber wirklich alle sind gegen PEGIDA. 17.00 Uhr Straßenbahn: zwei alte Frauen (etwa 70-80 Jahre)im Gespräch "ja die Demonstranten, man sagt, das sind alles Nazis", so gesprochen, als scheine ihnen das nicht ganz geheuer.
Wenn PEGIDA etwas erreicht hat, dann eines: das System übergeht die Bewegung nicht mehr mit Stillschweigen und Ignorieren, sondern fährt über die gleichgeschalteten Medien alle, aber auch wirklich alle Geschütze auf.
Und bei der trauten Einigkeit von Staat, Kirche, Gewerkschaften, Medien, Kulturschaffenden und sonstigen relevanten gesellschaftlichen Gruppen ist davon auszugehen, dass es im Ernstfall nicht bei Ermahnungen bleibt.
Wer dort mitgelaufen ist, wird observiert, eingeordnet und irgendwann aussortiert. Man sollte sich über die Herrschenden keine Illusionen machen, die kennen weder Skrupel noch Gefühle, wenn es um ihre Macht geht.

tronjer
23. Dezember 2014 21:07

Was mir Generell etwas Spanisch vorkommt ist dass es bei Pegida ausdrücklich um Islamisierung geht.
Manchen Beobachter dürfte wohl schon aufgefallen sein dass Moslems hierzulande zwar unter Schutz stehen (Islam ist Frieden, das hat nichts mit dem Islam zu tun, usw.), gleichzeitig aber kein Tag vergeht an dem nicht irgendwelche Negativ-Nachrichten bezüglich dem Islam über den Äther laufen.
Vor dem Hintergrund dass der I.S. u.a. zum nicht unerheblichen Teil U.S. bzw. Nato Produkte sind, scheint mir das kein Zufall zu sein.
Man mag mich für einen "Verschwörungstheoretiker" halten aber meiner Meinung folgen diese Entwicklungen einer Agenda und deren Ziel dürfte, mehr oder weniger, eine weitere Eskalation zwischen Morgen- und Abendland sein.
Und in dieses Eskaltionsmuster passt eben auch Pegida.
Klar ist Isalmisierung ein Thema, das muss ich hier niemanden sagen aber ich denke die Leute dort gehen in aller erster Linie auf die Straße weil der Staat permanent an ihnen vorbei regiert und die Medien permanent an ihen vorbei berichten ! Das ist meiner Meinung nach die Hauptmotivation der Leute.
Deshalb wundert es mich etwas dass jetz ausgerechnet der Islam dazu im Stande ist die Leute zu mobilisieren.
Kurz gesagt kommt es mir so vor als würde man die Moslems und uns Absichtlich aufeinanderhetzen...!

Hans Meyr
23. Dezember 2014 21:09

Es ist völlig egal, ob etwas Dramatisches passiert, von dem hier spekuliert wird, dass es die xxgidas zum Platzen bringen könnte. Alles erdenkbar Negative, das passieren könnte, wäre provoziert oder eine false-flag-Aktion. Die Forderungen der xxgidas würden dadurch nicht falsch, der Rechtsbruch der Politiker in der Asylgesetzgebung dadurch nicht sanktioniert. Sollte es wirklich eine false-flag-Aktion geben, sollte z.B. wirklich ein Einwandererheim brennen, wäre das nicht im Sinne der Massen, die demonstrieren, von denen nicht gewollt oder gutgeheißen. Es hieße dann, klaren Kopf zu behalten und weiterzudemonstrieren.

mario
23. Dezember 2014 21:22

Zum Thema Patzelt: Mag sein, dass er hier nicht sonderlich geschätzt wird, seine heutige Positionierung finde ich allerdings äußerst plausibel. Das, was als "rechtsradikal", "Schande" etc denunziert wird, ist in Wirklichkeit die offene Artikulation eines massiven Verteilungskonflikts zwischen Deutschen und jenen, denen aus welchen Gründen auch immer hier die Tore und v.a. Geldbeutel geöffnet werden. Es geht nicht zuletzt auch um viel Geld, das völlig sinnlos an einen rechtlich nicht einmal im Ansatz zum Aufenthalt berechtigten Personenkreis (v.a. Roma aus Südosteuropa) verschleudert wird, während den Deutschen, gerade jenen, die über Jahrzehnte in die Sozialsystem eingezahlt haben und vielleicht kurz vor der Verrentung arbeitslos werden, gerade noch Brosamen bleiben. Viel sachlicher und vor allem treffender kann man die aktuellen Vorgänge, die sich in den nächsten Jahren sicher noch verschärfen werden, meiner Meinung nach im aktuellen politischen Klima nicht analysieren. Das muss man sich erst mal trauen, den politischen Kräften hinter PEGIDA ein völlig rationales und legitimes Interesse zuzuschreiben. Ich finde es auch gut analyisert, wie sich die politische Oberschicht von heute, die ehemaligen Bilderstürzer aus 68ff, heute in einer Sprache und einem Tonfall über politische Protestler äussern, die an französischen Adel der Jahre 1780ff erinnern. Bodenlose Arroganz und Blindheit gegenüber den Realitäten, die die Unterschicht beim Thema Migration jeden Tag ungefragt vor den Latz geknallt bekommt. Schon erstaunlich.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article135692002/Hinter-Pegida-Protest-steht-Verteilungskonflikt.html

Kiki
23. Dezember 2014 21:46

@belsoe

Über die Entschlossenheit bestimmter Leute und Zirkel dies- wie jenseits des Atlantiks braucht man sich keine Gedanken zu machen: wer bereits zwei Weltkriege, massenmörderische reschiehmtschäjndziß allenthalben, ganze Völkerverschiebungen und -vernichtungen arrangiert hat, zündet ganz freimütig auch die letzte Stufe der Kriegsrakete.

Es ist ein ganz simples Kalkül: wer soviel investiert hat (siehe oben), um sich die zivilisierte Welt brauchbar zurechtzukneten, kann doch nicht vor dem letzten "Investment" zurückschrecken. Dann wäre doch aller Aufwand umsonst gewesen.

Allerdings erweist sich die Wirklichkeit seit jüngstem als ziemlich sperrig. Nicht nur das geschwätzige Internet erschwert die nötige Diskretion ungemein, sondern vor allem die Dummheit der ausführenden Organe (und hier greift jener Effekt, den Volkmar Weiß in seinem Werk so eindrücklich schildert).

Man kann halt nur mit den Material arbeiten, das einem zur Verfügung steht und ein flüchtiger Blick auf die Politdarsteller, Staatsschmieranten und Kulturschaffenden usw im Westen offenbart, welch gewaltigen eigentlich heillosen Nöten, "sie" sich gegenübersehen.

Man müßte dringendst die Russen und Chinesen so geschickt hereinlegen wie damals in der "guten alten Zeit", doch blöderweise hat man in den eigenen Reihen nur noch viertklassige, minderintelligente Deppen, die stupide nur die alten Handlungsmuster und Taktiken von vor hundert Jahren reflexhaft abspulen - und das angesichts eines hochintelligenten, historisch gebildeten Gegners (gerade die stoisch höflichen Chinesen haben ein langes und zuverlässiges Gedächtnis).

Mit anderen Worten: es scheint, daß das von "ihnen" so hochgeschätzte kontrollierte Chaos sich der gewohnten Kontrolle entzieht.

Und eine in die Ecke gedrängte tollwütige Ratte schreckt, wie eingangs gesagt, vor nichts zurück.

Man ist also gut beraten, wenn man sein Verhältnis zum Schöpfer rasch ins reine bringt. Viel Zeit bleibt dazu wohl nicht mehr (vor allem nicht in Mitteleuropa).

Jan
23. Dezember 2014 22:38

@t.gygax: Pessimismus ist Feigheit. Das ist schädlicher als Kirche, Antifa und Altparteien zusammen.

Revolte
23. Dezember 2014 22:40

Die Paranoia und der Hang zu Verschwörungstheorien sind nicht unberechtigt und rühren daher, dass diesem lumpigen Staat mittlerweile ALLES zugetraut wird und alles, was der Staat und seine Medien kolportieren, schon a priori anzuzweifeln ist.

Realist (II)
23. Dezember 2014 22:54

@Realist (I)
Entschuldigen Sie - ich hatte entweder Ihren Spitznamen übersehen oder Ihr Beitrag war noch nicht freigeschaltet als ich meinen schrieb.
Selbstverständlich sind wir zwei verschiedene Autoren, das sollte nicht verwischt werden.
Aber ich hoffe, von der Differenz im Optimismus vielleicht abgesehen, unsere Beiträge ließen sich gleichwohl unter 1 Hut bringen.

Tannhäuser
23. Dezember 2014 23:05

Am Ende ist es vielleicht wirklich die Sezession des Ostens, die den Keim des Deutschen für die Zukunft bewahren kann, wie es merkwürdigerweise die DDR für uns getan hat. Die Zukunft scheint wohl dort zu liegen, wo die Sonne aufgeht. Ob diesmal die Mauer in die andere Richtung wirken wird? Passend dazu.

Ob PEGIDA nun eine Falle ist oder nicht wird sich wohl erst im nachhinein sagen lassen. Ein Umfahren mit dieser Menschenmasse ist natürlich schwer, aber viel mehr als Kurs zu halten bleibt doch nicht übrig, oder? Die Anzahl reduzieren? Wohl eher nicht, die Falle würde in jedem Fall zuschnappen. Dann doch eher die Flucht nach vorn und versuchen die Anzahl drastisch zu erhöhen und hoffen, dass ein genügender Teil unbeschadet davon kommt und den Rest zur Genesung pflegen kann.

Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass das ganze leider blutig verlaufen wird, gerade wegen ihres Traktates über die verschleppte Gewalt.

Nörgler
23. Dezember 2014 23:40

Ja,ja,Herr Wecker
heit nooocht hams mer s Kokain gstoooohln und mooorgn und mooorgn und mooorgn muss i ein
neis besooorng.

Irrlicht
24. Dezember 2014 00:28

@Kay-Uwe Klepzig
Können Sie erläutern, inwiefern die im neurechten Spektrum verbreite Kritik an der im "Westen" vorherrschenden Postmoderne, der Lifestyle-Kultur (Ritz), mit der liberalen "Islamkritik", die sich üblichen Worthülsen wie "Werte der Aufklärung", "Demokratie", etc. bedient, vereinbar ist? Wie sieht das Idealbild eines vorbildlich integrierten Muslims aus? Muss er feierlich vom Islam abschwören, die FdGO samt Implikationen als zivile Ersatzreligion annehmen, aus einer Myriade von Geschlechteridentitäten eine zufällig auswählen und als Höhepunkt erbrachter Integrationsleistung am nächsten CSD teilnehmen?

PEGIDA, die bislang durch den stilistischen Kunstgriff des Schweigemarsches hervorstach, steht mit der inhaltlichen Positionierung in der Tat am Scheideweg, und die Frage, die sich eigentlich schon seit HoGeSa stellt, ist , ob die seit Breivik verstummte in ihren radikalen Asläufern intellektuell dürftige Islamkritik wiederauflebt und existenzielle Fragen überdeckt.

Gustav Grambauer
24. Dezember 2014 00:43

"... vielleicht ist das alles von ganz langer Hand geplant ..."

Ja klar. Aber in einem ganz anderen Sinne als mit der Planung eines Rostock-Lichtenhagen-Dralls.

Schauen Sie, die Kalergi-Karlspreis-Mischpoke hat Europa als ihre Beute aus zwei Weltkriegen angesehen und wollten es eigentlich mit Hilfe (Verzeihung: "mithilfe") der Moslems verwalten. Diese haben ihr inzwischen einen Strich durch die Rechnung gemacht: sie lassen sich nicht dekadentisieren-demokratisieren. (Ich danke ihnen übrigens mit besonderem Nachdruck dafür.) Der Kalergi-Plan gilt bei seinen Strategen als gescheitert.

Selbst der Centralverein hat diesen Hintergrund noch nicht begriffen. Broder hingegen schon, und die Analysten im Hintergrund erst recht. Ich werde nicht vergessen, wie Murdoch nach der Islam-Rede von Wulff durch seine NYT verlauten ließ, dieser werde wie Ceausescu enden (und das hat er ja später auch). Der Durchbruch der AfD ist nur mit der Strategieänderung des Realo-Falken-Polizeistaat-Flügels der NWO gegen die Soros-Strömung zu erklären, wobei wiederum der unerwartete Aufstieg und die spätere Durchsetzung des Souveränisten-Flügels (Gauland) gegen den Yankee-Stiefellecker-Flügel (Henkel) den Strippenziehern im Hintergrund eine weitere schwer verdaubare Überraschung bereitet hat.

"Hilflos" sind nur die die hoffnungslosen Umerziehungsopfer ("Aufklärer", was für eine Anmaßung) wie Onkel Wecker und Tante Schwan bei den "breiten Bündnissen", denen man jetzt nach jahrzehntelanger Gehirnwäsche nicht direkt ins Gesicht sagen kann "eh, Leute, geordneter Rückzug ist angesagt". Deshalb sehe ich deren Herablassung mit der strahlenden Freude eines Kindergartenkinds über den Weihnachtsmann, denn Hochmut kommt vor dem Fall, und das Internet vergißt keinen Pups. Vielleicht kann ich Ihnen damit die Freude an der PEGIDA ein wenig zurückgeben.

Die Grünen haben in den 70er-Jahren mit der Hysterie um irgendwelche XY-Käfer und YZ-Kröten Propaganda gemacht, in Wahrheit ging es um einen Kulturkampf: Gegenkultur gegen Kultur, und dies wiederum ist nur mit dem Drehen des gesamten damaligen Zeitgeistes zu verstehen. Genauso verhält es sich mit PEGIDA: der Wind dreht sich, theosophisch bzw. anthroposophisch gesprochen wieder zurück von Luzifer zu Ahriman, platter ausgedrückt von zentripetal zu zentrifugal, und daran könnte auch ein Rostock-Lichtenhagen nichts ändern, ganz im Gegenteil, denn das Informationsoligopol ist gebrochen. Was auch immer geschieht wird diesen Mega-Tend triggern, notfalls durch den Kanal der Radikalisierung, und wenn ich die 19 Punkte lese, dann finde ich sowieso, daß ein Schuß Radikalität der Bewegung sehr gut täte.

Herr Lichtmesz, ich verschone Sie auch heute nicht mit einem weiteren Griff in die Schatzkammer des Okkultismus

M.L.: Stöhn...

und zugleich in meine DDR-Vergangenheit: was das Juste Milieu der "BRD" der DDR und der SED angetan hat, kommt jetzt mit potenzierter Wucht zurück und wird es genauso zerschmettern. Wer im Glashaus ("Legitimationsdebakel") sitzt, sollte nicht mit Steinen ("Hallstein-Doktrin") werfen. Das Karma braucht etwas länger, aber es ist unentrinnbar. Meine Hände werden warm vom Reiben.

Noch ein paar Stichworte zu Dresden, von denen mich überhaupt nicht wundert, daß sie in der derzeitigen "gesellschaftlichen Debatte" völlig ausgeblendet sind:

- "unsinkbarer Flugzeugträger Rußlands". Wem gehört
der Großteil der Autohäuser in Dresden? Raten Sie mal ...
Nicht zufällig hat die Stadt ihre Städtepartnerschaft mit St. Peter.
Da rollt der Rubel.
- während der DDR-Zeit DAS Mikroskop des Krieges der Lubjanka
gegen die STAWKA. Nicht zufällig kam Modrow aus Dresden, nicht
zufällig hatte v. Ardenne (der in Suchumi mit Abakumow persönlich
befreundet gewesen war) sein Institut dort, nicht zufällig war zur
selben Zeit auch Putin dort beim KGB stationiert – aber nicht zufällig
hatte auch der Erzfeind (in Gestalt der NVA) Dresden als Standort
für seine Militärakademie "Friedrich Engels" gewählt, nicht zufällig
wurde GFM Paulus dort angesiedelt (was mit einigen Plänen verbunden
gewesen war, die nur später bedeutungslos wurden), nicht zufällig
hatten Sie drumherum die Ballung der Offiziershochschulen (Löbau,
Zittau, Bautzen, Kamenz), ebenso übrigens in ganz anderer Hinsicht
Bautzen - II in der Nähe.
- 13. Februar
- Residenzstadt
- In dem Attribut "Elbflorenz" liegt durchaus die Bezugnahme auf das
Florentiner Modell der Renaissance (vs. Erzfeind Venedig,
metahistorisch übrigens ein und derselbe Krieg wie zwischen
Sowjetarmee und (Liberal-)Bolschewiken)
- Hauptstadt des Tals der Ahnungslosen, googeln Sie mal
"westfernsehen ddr reichweite", schauen Sie sich die Karten an
gleichen die Flecken (ebenso am Haff oben), mit der heutigen
Grundmentalität dort ab.
Es ist wahr, daß die Mauer zur Abschirmung gegen den Westen gebaut
wurde, aber dabei ging es nicht wie meist höhnisch - angeblich
widerlegend - argumentiert wird um um das "Eindringen" von Mäxchen
und Lieschen in die DDR sondern um das Einsuppen der ideologischen
Brühe aus dem Westen.

Der Niedertracht, PEGIDA auf die individuelle Ebene hinabzuziehen ("Abstiegsängste", "Wutbürger" usw. wie das Programm Gesine Schwan wie eine gesprungene Schallplatte neurolinguiert und dabei dreißigmal den Anker "sozialpsychologisch" einstreut ) kann nur wirksam begegnet werden, wenn man frisch-fromm-fröhlich-frei die Ansage macht, daß man Patriot ist, daß man aus idealistischen Motiven für sein Volk und sein Land Verantwortung übernimmt und daß man aus unbezweifelbarer geistiger Gesundheit und der Liebe zum Handeln heraus die persönliche Souveränität zu einem Zündfunken für die Souveränität Deutschlands machen will - falls dies so ist.

Jemand hat neulich hier sinngemäß geschrieben: "wer in Dresden auf Triumphe aus ist, hat etwas Grundlegendes nicht verstanden". Wie wahr. Der Spagat liegt nun darin, die Schadenfreude dabei aber nicht zu verachten.

- G. G.

Gustav Grambauer
24. Dezember 2014 01:05

Nachtrag:

Hab`"zentrifugal" und "zentripetal" verwechselt, aber nicht weil ich nicht wüßte, was der Lateiner z. B. unter 'fugare' versteht, sondern weil es recht spät in der Nacht ist.

Und nun wünsche ich allen eine gesegnete Weihnacht.

- G. G.

Peter Niemann
24. Dezember 2014 03:59

Die Verschwörungstheorie scheint an den Haaren herbeigezogen. Wer mit offenen Augen durch Amerika geht sieht den Koloß wanken - Ferguson, Nordkoreahackerangriff, beginnend mit der Lehman-Brothers Pleite; das sind doch nur einige der vielen Anzeichen. Es ist wie mit der Sowjetunion und dem Crescendodonner der Unruhen in den 1980er Jahren bis hin zu 1991. Wenn der Koloß strauchelt, kann die Peripherie nicht mehr so leicht unter Kontrolle gehalten werden. Das scheint PEGIDA zu sein.

Paule
24. Dezember 2014 05:15

Sehr geehrte Damen und Herren,
mir scheint in der Debatte ein Aspekt recht kurz zu kommen. Und zwar der Aspekt, demonstrieren die 20.000 PEGIDA-Anhänger wirklich nur gegen etwas (Presse, Regierung, Einwanderung ...) oder demonstrieren sie nicht viel mehr für etwas?
Beschreiben sie nicht eigentlich sehr deutlich was sie wollen und liefern ihre Lösung gleich mit?
Der Herr Bachmann sagte bei Weihnachtssingen sinngemäß er brauche nicht mit irgendjemanden zu verhandeln, die Forderungen liegen auf den Tisch was gefragt ist, das Handeln der Politiker.

Was bedeutet es denn wenn die Forderungen umgesetzt werden? (Siehe die 19 Thesen) In der Bundesrepublik änderte sich dadurch eigentlich nichts. Im Gegenteil, ein bestimmter Status, nämlich der vor der letzten Bundestagswahl wäre wieder hergestellt.

In jener Zeiten propagierte man bei der CDU noch das erklärte Ziel von 200.000 bis 300.000, am liebsten 500.000 Zuwandere pro Jahr wegen des Fachkräftemangels. Sie z.B. Spiegel 9/2013.

Erst als wohl Umfragen im Vorfeld der BW ergaben das die Begeisterung sich beim Wähler in Grenzen hält, wurde das Thema leise unter den Schreibtisch gepackt, aber keineswegs Vergessen.
Die Argumentationsschien „Fachkräftemangel“ scheint aber wohl tot zu sein. Zumindest seit der Frage „Warum steigen die Löhne nicht, wenn es keine Fachkräfte gibt?“ auch in der Öffentlichkeit ausführlich diskutiert wurde.

Jetzt versucht man es eben über die Mitleidsschiene. Sagt „arme Flüchtlinge“ und meint „billige Malocher“.
Siehe neuste Gesetzesvorhaben. (Aufhebung Residenzpflicht und Arbeitsverbot für Asylbewerber, Dauerbleiberecht für alle illegal oder legal Eingereisten) Bei Umsetzung 200.000 neu und 140.000 alte billige Arbeitskräfte.
Und siehe wie die Zahlen sich gleichen...

Ich denke die Dresdner haben das Spiel sehr gut erkannt und wollen ihre Arbeit, ihre Straße, ihre Ruhe(Sicherheit), ihre Bräuche und Sitten behalten.

Sie wollen keine weiteren Veränderungen, denn in den letzten 25 Jahren ist Veränderung für sie stets eine Verschlechterung gewesen.
Sie sagen sie wollen ihre Heimat behalten, sie leisten also Widerstand für etwas.

Und das sind ihre Stärke und ihre Schwäche, und auch der Grund warum die Bewegung im Westen nicht an Stärke gewinnt.
Es sind die Emotionen. Der Westen hat das Konzept der Heimat vergessen, es wurde ihnen abtrainiert.

Aber es ist n.M. auch bei ihnen immer noch vorhanden.

Siehe den Stimmungsbericht von Tatjana Festerling

Wenn es gelingt einen positiven Begriff von Heimat bei den Deutschen wieder zu beleben, dann hat die PEGIDA mehr als alle anderen für unser Volk getan.
PS: Ähnliches beobachte ich auch bei der erfolgreichen AfD, und das schon im Namen...

Ich wünsche allen ein Frohe Fest und Friedliche Weihnacht.
Gruß Paule

Harald de Azania
24. Dezember 2014 06:47

Liebe Freunde,

"Don't talk, act. Don't say, show. Don't promise, prove."

.. und damit wuensche gesegnete Weihnachten und erholsame Feiertage um im Neuen Jahr mit voller Kraft weiterzumachen!

HdeA

Olaf
24. Dezember 2014 06:54

Peter Scholl-Latour meinte einmal, dass die großen Medien nur die Meinung der Mächtigen verbreiten. Als ich dies zum ersten Mal hörte, war ich noch skeptisch, aber als die Bild-Zeitung plötzlich gegen die AfD hetzte, obwohl sie kurz zuvor exakt dasselbe zur Griechenland-Euro-Krise schrieb, ging mir ein bzw. Peters Licht auf. Da gab es offensichtlich eine Absprache zwischen Merkel und Friede Springer und den Befehl an die schreibenden Medienhuren, 180 Grad umzuschwenken und fortan gegen die AfD als Gegner der mächtigen CDU zu hetzen. Bei den durch die GEZ zwangsfinanzierten Staatsmedien ist es noch krasser, weil die ihr Geld nicht verdienen müßen, denen sind die Zuschauer vollkommen egal, während die Bild und andere ehemals konservativen Blätter durch diesen Kurs viel Geld verlieren.

Trouver
24. Dezember 2014 08:48

Lieber Herr Grambauer, Sie lese ich immer mit Gewinn, aber Ihre Russland-Apologie kann ich als informierter NICHT teilen.

Ich kenne dieses land zu gut. Ich bin mit Russin seit 1996 verheiratet, ich habe dort über Dekade gearbeitet und gelebt.

Glauben Sie mir, Freund, - diese Oligarchie ist nicht unser Verbündeter.

Vielmehr Viktor Orban und sein kleines feines land.

Matt Anon O'Herne
24. Dezember 2014 09:39

Ich schaue Nachrichten und verfolge duraus Sendungen aus der "Lügenpresse". Schon in der Rußland-Berichterstattung haben wir Tendenzen wahrgenommen, die definitiv nicht "objektiv" waren. (Wenn das überhaupt möglich ist.) Es sind aber in verschiedensten Sendungen Russen und Putin-Sympathisanten und Rußlandkenner zu Wort gekommen. Es ist also nicht alles Lüge. Das ist zu einseitig. Jedoch hat das gemeine Volk in einem "Bauernaufstand" solche Begriffe zu benutzen, um der Medienmacht etwas entgegenzusetzen. Wie auch immer und wie dem auch sei: Die Berichterstattung über PEGIDA der letzten zwei Tage ist krass tendenziös und teilweise widerwärtig. Hier eine Kostprobe "von einem, der auszog ein Konservativer zu werden", angeblich zumindest:

"Es ist ein Missverständnis, dass in einer Demokratie alle gleich viel zu sagen hätten. Aus der Tatsache, dass jeder beim Wahlgang eine Stimme hat, folgt noch nicht, dass auch jeder für sich gleich viel Gehör beanspruchen kann. Schon in der "Topik" des Aristoteles, dem ersten uns überlieferten Lehrbuch der diskursiven Argumentation, finden sich Beispiele für Behauptungen, die kein Gegenargument verdienen, sondern eine Zurechtweisung.
Wer Politiker als "Volksverräter" bezeichnet, von den im Bundestag vertreten Parteien nur als "Systemparteien" spricht und den Kampfbegriff der "Lügenpresse" wiederaufleben lässt, ist nicht gleich ein Nazi, aber er benutzt Nazi-Sprache. Man muss deshalb nicht in Panik geraten. Die Demokratie hält auch wöchentliche Versammlungen aus, in denen die Bundeskanzlerin des Landesverrats bezichtigt wird, aber niemand, der an so etwas teilnimmt, sollte erwarten, dass man ihn noch ernst nimmt.

Für alles Weitere ist der Verfassungsschutz zuständig und, bei Zuwiderhandlung gegen das Demonstrationsrecht, der Wasserwerfer. So war es schon in den Achtzigerjahren, als in Hamburg, Berlin und Frankfurt der linke Pöbel durch die Straßen zog. Auch diese Proteste hat unser Land ausgehalten, ohne größeren Schaden zu nehmen." (Jan Fleischauer)

Da vergesse ich dann lieber meine Manieren und sehne revolutionäre Zustände herbei. Es ist besser ein Reaktionär anstatt ein Konservativer zu sein. Sehr geehrter Herr Dr. Weißmann, ich habe KEINE Geduld!!!

Thomas Wawerka
24. Dezember 2014 12:20

"Am Ende ist es vielleicht wirklich die Sezession des Ostens, die den Keim des Deutschen für die Zukunft bewahren kann, wie es merkwürdigerweise die DDR für uns getan hat. Die Zukunft scheint wohl dort zu liegen, wo die Sonne aufgeht."

Das sieht, freilich mit negativer Beurteilung, mittlerweile auch die veröffentlichte Meinung zunehmend so. Der "dumme Ossi" und der "böse Nazi" rücken medial einander immer näher, und in Bälde erwarte ich dies:

https://www.beucker.de/fotos/pab_handschlag.gif

Dass wir im Osten 44 Jahre länger Erfahrungen mit einer Diktatur und allen damit verbundenen Mechanismen haben als der Altbundesbürger, der das alles nur noch aus den Geschichten von Oma und Opa kennt; dass wir darum möglicherweise sensibler auf Entwicklungen in diese Richtung reagieren, dass bei uns schlicht und einfach eher die Alarmglocken läuten, darauf kommt scheinbar keiner.

Ich grüße mit einem alten Leitspruch, der zum Thema und zu Weihnachten gleichermaßen perfekt passt und wünsche damit ein gesegnetes und erfülltes Weihnachtsfest:

Ex oriente lux!

Der Klaus
24. Dezember 2014 13:38

Wenn Ich mir ansehe wer da gegen wenn demonstriert ist das mehr ein Kampf der Gefütterten gegen die Futterknechte. Diese "breiten Bündnisse" bestehen zu 100% aus Leuten die sich am Steuertrog satt fressen. Kirchen, Gewerkschaften, Asylantenlobbyisten, Politiker, Medien, die ganzen Eierschauklerparadiese.

jack
24. Dezember 2014 13:53

"GLAUBEN - HOFFEN - STANDHALTEN"

.......seit Europa die Lebensmitte hat erklommen, befindet es sich auf einem dunklen Pfad, da es vom rechten Wege abgekommen........

Es wird zurückfinden!

In diesem Sinne ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Urwinkel
24. Dezember 2014 15:11

"Musikindustrie"

Der Begriff fiel weiter oben im Zusammenhang mit den Sportfreundestillern. Das ist ein ewiges Ätz- und Kotzthema. Alle Jugendradiowellen unter dem Schirm des "Beitragservice" beanspruchen Deutungshoheit". Die (die Moderatoren, Musikexperten) treten ergebungsvoll, wie kleine Hunde, nach oben in Richtung Erwachsenenradio (u.a. Deutschlandradio, RadioEins). Die begreifen nicht, daß sie objektiv angehört nur noch Hörspielsprecher im Kinderkanal (Kakadu) werden können oder sich selbst verbrennend irgendwann in der Klapse landen (präventive Selbsteinweisung).

Einzelne Radiojournalisten gingen schon freiwillig ins Schweigekloster. (Das ist nachweisbar; will keinen anpinkeln, deshalb nur eine Anmerkung ohne Quelle.)

Die Musikauswahl geht in Richtung induzierter Verhaltensstörungen. ADHS? Und da wundern sich noch Leute heute darüber? Ich fasse es nicht! Wieviele 15 bis 25 jährige bekommen heute (heute!) ein neuestes I-Phone geschenkt? Die Alten sind schuld! Und die Jungen dumm. Das bedingt sich. Das Radioprogramm der Öffentlich-Rechtlichen ist hochgradig jugendgefährdend. Das wissen die Idioten. An dem Punkt wird es für alle gefährlich.

Genug gesagt, weiter mit Pegida-Kritik...

enickmar
24. Dezember 2014 17:12

@Peter Niemann
Ich sage nicht, daß die USA nicht unter Zugzwang stehen. Aber sie haben gerade einen "Regimechange" in der Ukraine durchgeführt, die EU zu Wirtschaftssanktionen gegen Rußland gezwungen und halten den ganzen nahen Osten erfolgreich im Chaos.
Und nun soll ausgerechet Pegida ein Zeichen von Kontrollverlußt sein ?

Realist
24. Dezember 2014 23:35

@Realist II

Aber ich hoffe, von der Differenz im Optimismus vielleicht abgesehen, unsere Beiträge ließen sich gleichwohl unter 1 Hut bringen.

Ja, ich hatte nicht den Eindruck, als hätte ein linkes U-Boot meinen Nick gekapert ;)

Ich bin froh über jeden Mitstreiter, der versucht die Dinge möglichst pragmatisch und ideologiefrei zu betrachten.

Gruß aus Berlin

Kay-Uwe Klepzig
25. Dezember 2014 09:54

@ Irrlicht:

Ich weiss nicht so recht, wo der Widerspruch zwischen Konsumkritik (die ich nur bedingt teilen kann bzw mag) und Islamkritik liegt, sei sie "liberal" oder fundamental.

Die Bezeichnung von "Werte der Aufklaerung" und "Demokratie" als Worthuelsen ist jedoch exakt das von mir Angesprochene.
Die Bescheidenheit und Arbeitsamkeit des Protestantismus tut ja nicht Not, doch wenn der Gedanke von Eigenverantwortung, Meinungs- und überhaupt Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, et cetera nurmehr Worthuelsen sind, haben wir sder Anziehungskraft des Islam isb des radikalen wenig entgegenzusetzen.

Wie sieht ein perfekt integrierter Muslim aus? Nun, zumindest ist es mit sozialversicherungspflichtiger Arbeit und Selbstversorgung nicht getan.

Die Frage ist eben, wohinein soll er sich denn integrieren?

Ich meine, auch in der Bibel finden sich genug Passagen fuer Fundamentalismus und sicher auch in der Thora-das zeigen ja die Orthodoxen in Israel.

Warum also werden heute kaum noch im Namen des Christentums Menschen geschlachtet? Soll das nur an einer Verwaesserung des Christentums und am Huldigen des Gottes Mammon liegen?

Ich glaube nicht, vielmehr ist das mit ein Resultat der Selbstmaessigung des Christentums. Und wie hat es das unternommen? Durch Schismen, Konklaven et cetera unter dem Druck von Reformation und Aufklaerung.

Das auch benötigt die Umma. Die Umma im Orient kann nicht auf kritische Stellen in Koran und Historie zeigen, sonst Kopf ab oder Steine drauf. Also muss die Maessigung des Islam vom Okzident aus geschehen.

Immerhin gab es schonmal bessere Zeiten - vor ca. 1100 bspw - und auch heut gibt es bessere Formen und Modelle der Koexistenz auf dem Erdenrund, als wie sich der Orient präsentiert: leider manchmal nur durch Selbstverleugnung der Muslime, eine Taqquia (oder wie man das schreibt) vor sich selbst quasi, nicht durch Reformation. Und auch diese besseren Orten werden immer weniger - oder geraten in Vergessenheit.

Habe ich klarmachen koennen, worums mir ging?

SRG
25. Dezember 2014 20:42

Na prima! Dieser Artikel kann einen ja geradezu schizophren machen. Wem und was soll man noch glauben?
Die AFD empfand ich als Hoffnungsträger, doch hat sie sich als installiertes? Auffangbecken enttäuschter Systemlinge erwiesen.
Wie soll sich denn jemals etwas ändern?

Bernd Derksen
25. Dezember 2014 22:06

>Die Medien treiben gerade ein gefährliches Spiel. Nach meineM Dafürhalten tun sie nichts Geringeres, als zum Bürgerkrieg aufzuhetzen.>

Das sind schon harte Worte...

>Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob das so sein wird, aber nun habe ich es gesagt.>

Ich find's gut, dass Sie's geschrieben haben. Danke!
Auch wenn ich vermutlich noch weniger Ahnung habe, was so sein wird.
Und im Nachhinein klüger zu sein, ist ohnehin ein Leichtes... ;-)

herbstlicht
25. Dezember 2014 22:41

G'rad d'rüber g'stolpert:

Swedish mosque hit by arson in Eskilstuna, injuring five

Da berichtet der BBC von dem Brand und gleichzeitig von den
"Rechtspopulisten" im Aufwind. Dabei hat man in Schweden noch keinerlei
Verdätige: Anlagd brand mot moské i Eskilstuna

Wintersonne
26. Dezember 2014 09:09

@ Herbstlicht
Dabei hat man in Schweden noch keinerlei Verdächtige...
Ich vermute , "de kraftige brand" wurde von 15000 Dummen verursacht...

Belsøe
26. Dezember 2014 10:26

Wenn der Koloß strauchelt, kann die Peripherie nicht mehr so leicht unter Kontrolle gehalten werden. Das scheint PEGIDA zu sein.

Das ist absolut auch eine mögliche Erklärung. Wie ich bereits schrieb, ist derzeit kein eindeutiges Fazit zu erkennen. Gut denkbar, dass eine Myriade an Aktionskanälen derzeit ohne Führung herumpfuscht. Vielleicht zeigt sich derzeit das Chaos, das von der Hegemonie übrig bleibt wenn bei erhöhter Cyber- und verdeckter Aktivität die konkret ordnende Komponente namens World Cop heruntergefahren wird. Würde ganz nebenbei auch den derzeitigen Präses diskreditieren, der diesen Schritt immerhin wagen musste. Vielleicht sind auch Kräfte am Werk die ihn genau deshalb weg haben wollen und ihn darum unter Inkaufnahme weltweiten Elends mit Konfliktherden zuscheissen.

Nur, das schließt sich alles nicht aus, ist nur scheinbar widersprüchlich. Aktive und passive Elemente, gesteuerte und unkontrollierte, planmäßig verlaufende und scheiternde Pläne; gerade die Gleichzeitigkeit all dieser Stränge mit jeweils vielfachen Interessen, Synergieeffekten und Doppeldeutigkeiten, zeichnet möglicherweise den derzeitigen Zustand der Hegemonie aus. Wenn es sich also um ein absolutes Chaos handeln sollte, blicken wir dann nicht endlich in das wahre Gesicht der ganzen Chose?

Unsere allgemeinmenschliche Schwäche ist freilich, einen Überblick und ein Fazit anzustreben. Besser, man bleibt erst mal bei sich, pflegt eine gewisse Stoik und konzentriert sich auf seinen ganz persönlichen Frontabschnitt. Das Positive an den Demonstrationen ist, dass die Leute wohl mehr oder weniger genau das tun. Als DDR-Sozialisierte wissen die eben, wie man eine Lügensymphonie rückstandsfrei durch die Ohren schlüpfen lässt.

Martin Lichtmesz
26. Dezember 2014 18:14

Badeschluß, Dank an alle!

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