Sezession
29. Dezember 2014

Bürgerprotest zwischen den Jahren

Nils Wegner / 27 Kommentare

Wer die politische Verknöcherung in der Bundesrepublik beklagte, wird angesichts des fulminant verlaufenen Abschlußquartals 2014 die Ohren angelegt haben. In einer völlig unerwarteten tour de force ist der ursprünglich geradezu intime PEGIDA-Protest in Dresden binnen weniger Wochen zu einer kraftvollen Massenveranstaltung angewachsen, und quer durch Deutschland haben sich Unterstützer- und Nachahmerprojekte herausgebildet. Grund genug, kurz vor dem Jahresausklang kurz zurück- und vorauszuschauen. Der Blick orientiert sich dabei an unserem laufend aktualisierten Lageplan des bürgerlichen Protests.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Zuvorderst ist hierbei festzustellen, daß die unterschiedlichen Dissidenz-Veranstaltungen insgesamt – gemessen an den jeweils jüngsten Teilnehmerzahlen – ein bisheriges, bundesweites Mobilisierungspotential von knapp 26 000 Männern, Frauen und Kindern gezeigt haben. Angesichts der noch vor einem halben Jahr organisatorisch komplett brachliegenden Landschaft der "Unzufriedenen" hierzulande ist das eine mehr als beachtliche Zahl. Im Verhältnis zu den seinerzeitigen Montagsdemonstrationen in der "DDR", die stets als Referenz bemüht werden, ist allerdings noch deutlich Luft nach oben. Dabei darf nicht vergessen werden, daß auch in der Endphase der Teilung Deutschlands die Protestzüge erst dann zu riesigen Menschenströmen anschwollen, als die Mauer bereits fiel bzw. gefallen war und sich somit absehen ließ, welcher Konfliktpartei man sich würde anschließen müssen, um im Nachhinein auf der Gewinnerseite zu stehen.

Hinsichtlich der diesjährigen Protestbewegung machte, vielleicht schon wieder halb vergessen, die Initiative "Demo für alle" bereits im Frühjahr den Anfang. Hier hatte man sich der Verteidigung traditioneller Modelle von Ehe und Familie verschrieben. Orientiert an den hocherfolgreichen, französischen "Manif pour tous"-Demonstrationen zog man auch in Hannover und vor allem in Stuttgart gegen Gender Mainstreaming-Ideologie sowie Frühsexualisierung von Schulkindern zu Felde. Daß sich von Seiten dieser (im besten Sinne) "moralischen" und stark kirchlich getragenen Demonstrationen seit Ende November bislang nichts mehr getan hat, dürfte vorrangig organisatorischen Schwierigkeiten geschuldet sein. Nichtsdestoweniger stellt der Versuch, ein im Ausland erfolgreiches Veranstaltungskonzept schlicht zu kopieren, ein zumindest metapolitisches Problem dar: Während in Frankreich ein weitgehend geschlossener und noch stabiler Wertekanon vorliegt, ist derlei in der Bundesrepublik angesichts von früherer Teilung und jahrzehntelanger politisch sanktionierter Identitätszersetzung kein idealer Ansatzpunkt für einen massierten Ausdruck der Ablehnung.

Zeitlich beinahe als Ablösung der "Demo für alle" sind am 20. Oktober 2014 erstmals die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands" in Dresden auf den Plan getreten. Das überaus erfolgreiche Modell der montäglichen "Abendspaziergänge" hat aufgrund der stetig wachsenden Teilnehmerzahl binnen weniger Wochen Ableger und Nachahmer gefunden: Besonders hervorzuheben ist hier BOGIDA in Bonn, wo auf der ersten von bislang zwei Veranstaltungen infolge von Sitzblockaden durch Gegendemonstranten zwar nur stationär protestiert wurde, aber mit Udo Ulfkotte respektive Akif Pirinçci hochkarätige Referenten der Gegenöffentlichkeit gewonnen werden konnten. Die Anerkennung für diese organisatorische Finesse gebührt (ungeachtet ihrer früheren oder heutigen Parteizugehörigkeiten) der Initiatorin Melanie Dittmer – auf die allein sich denn auch nicht umsonst eine ganze SpOn-Batterie eingeschossen hat. Ein erfolgreicher Erstversuch wurde auch in Düsseldorf unternommen, wiewohl die Gegendemonstrationen im Westen der Republik tendentiell immens ausfallen. Gleiches gilt für Kassel, wo die Protestbewegung vorerst zu stagnieren scheint; da dort auch für den 29. Dezember zu einem Abendspaziergang geladen wurde, ist gleichwohl bis zum Jahresende noch alles offen. Ebenfalls schleppend erhebt sich Volkes Stimme in Würzburg.

In den sezessionistischen Aufmarschplan wurden gleichwohl auch Städte aufgenommen, deren jeweilige Planungsstäbe bereits konkrete Termine für ihre ersten Manifestationen bekanntgegeben haben – nominelle "GIDAs" und entsprechende Facebookseiten gibt es zwar noch und nöcher (etwa das Phantom "OGIDA"), aber hier gilt: Erst ist eine konkrete Planung zu liefern, dann folgt der Karteneintrag. Als zur Zeit sicher kann gelten, daß sich am 12. Januar 2015 Rostock und Leipzig einreihen werden, wobei der genaue Umfang abzuwarten bleibt. Bereits am 5. Januar, wenn auch das Dresdner Vorbild wieder zusammentreten soll, will man in Köln gegen Islamisierung und Medienhatz seinen Mann stehen. Ein dortiger, erster Erfolg erscheint angesichts des schon zu den früheren Antiislamisierungskongressen bereiteten "heißen Pflasters" fraglich. Hier dürfte sich denn auch zeigen, ob die Organisation paralleler Strukturen und Veranstaltungen in benachbarten Städten sich nicht am Ende als schwerer strategischer Fehler und Vorstufe zur endgültigen Fragmentierung der lokalen Protestler darstellt; dergleichen ist aus Parteizusammenhängen ja hinreichend bekannt. Im Hinblick auf Magdeburg bleibt abzuwarten, ob und wie sich der Januar gestalten wird. Besonders interessant wird es in Frankfurt am Main werden: Hier bemüht man sich aus dem Dunstkreis der lokalen AfD, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, gleichzeitig aber das Ruder in der Hand zu behalten. Sollte dort – woran man zweifeln darf – die Organisation eines Bürgerprotests überhaupt gelingen, so wird Frankfurt ein Gradmesser für die Möglichkeiten parteipolitischer Lufthoheit über den PEGIDA-Surrogaten werden.

Den Rest unserer vorgestellten Veranstaltungen bilden lokal organisierte und von Anwohnern getragene Demonstrationen gegen konkrete Unterbringungspläne, so in Chemnitz, Schneeberg, Oranienburg sowie Berlin-Marzahn und -Buch. Gleichwohl die Prognosen hier angesichts der gewohnten Gleichgültigkeit von Seiten der Politik düster aussehen, so stellt das vorerst gesicherte Aufbegehren der Anwohnerschaften doch eindrucksvoll den Unwillen unter Beweis, sich weiter wie gehabt von (einwanderungs)politischen Entscheidungen einfach überrollen zu lassen. Es ist diesen Protesten daher eine weitere Verbreitung zu wünschen; gleichzeitig muß aber auch konstatiert werden, daß ein eventuelles zukünftiges Scheitern oder auch nur Abflauen der großen PEGIDA-"Kraftpumpe" auch den lokalen Kleindemonstrationen das Mark aus den Knochen blasen dürfte.

Vorerst hängt es also weiterhin an Dresden, und es hängt auch daran, ob und wie schnell sich nach der Woche der Lethe zwischen den Jahren die Kräfte erneut herausrufen und bündeln lassen. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den 5. und 12. Januar; an diesen beiden Tagen wird sich entscheiden, ob der ungeahnte Schwung der letzten Wochen auch in das neue Jahr hineinwirken wird. SiN wird am Ball bleiben.


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (27)

Hartwig
29. Dezember 2014 18:06

Ich bemerkte es schon anderer Stelle: Die Pegida-Bewegung muss sich im ersten Quartal so aufstellen, dass sie in der Lage ist, anlassbezogen zu mobilisieren. Beispiel: Einwanderungspolitische Gesetzesentwürfe der Bundesregierung oder der EU stehen auf der Tagesordnung. Anlassbezogen hieße dann, bundesweit Demos zu aktivieren.

Knackpunkt kann auch der 12. Januar in Leipzig werden. Diese Stadt hat das Potential, an Dresden anzuknüpfen. Ich denke da auch an das beachtliche Einzugsgebiet. Aber Leipzig hat auch erbebliches Potential dagegen. Die Antifa ist sehr aktiv. Der Bürgermeister ist ein Antifa-Freund (teilweise bekennend) und mobilisiert bereits kampagnenartig gegen LEGIDA. Ihm wird jedes Mittel recht sein. Ich persönlich traue diesem Herren fast alles zu. Mit Blockaden und Gewalt ist jedenfalls zu rechnen. LEGIDA wird einen langen Atem brauchen, um sich wie Dresden nach oben zu arbeiten.

Ja, und dann bräuchte es noch einen Nukleus im Westen. Köln? Düsseldorf?

ulex
29. Dezember 2014 19:20

Naja,

ich denke dass die Kollegen aus Kassel und Würzburg ein wenig mehr Würdigung verdient hätten - von anfangs 50 (Kassel) oder sogar nur 10 (Würzburg) Leuten binnen weniger Wochen aus dem Nichts und ohne Organisationszugehörigkeit trotz heftiger Gegendemos auf jetzt jeweils 200 Leute zu wachsen, ist sicherlich "dresdnerischer" als im Rheinland die üblichen 200-500 Leute zu versammeln, die dort auch das Potential von Pro- bis "die Rechte" regelmäßig zu mobilisieren weiß.

Ansonsten fehlt natürlich auch der zumindest Seit-Verweis auf die Hogesa-Demos in Köln und Hannover, die sicherlich auch als Eisbrecher für Dresden gewirkt haben a la "lieber Pegida als Hogesa". Und natürlich muss man die 5000 bzw 3000 Leute die ja quasi gleichsam aus dem Nichts zu diesen Demos gekommen sind als Maßstab dafür nehmen, was eigentlich auch im Westen möglich wäre.

Wegner:
Nein, HoGeSa fehlt "natürlich" nicht, weil es sich dabei um einen gänzlich anderen Ansatz insbesondere der Mobilisierung – hier innerhalb vorher bestehender, geordneter Strukturen mit Meldekette – gehandelt hat, wie sich auch Ihnen in einer Minute des Nachdenkens offenbaren dürfte.

Wenn Ihnen ansonsten Termine und Orte für die nächsten paar HoGeSa-Aufzüge bekannt sein sollten, was eine Nennung in diesem Ausblickstext halbwegs rechtfertigen würde: nur heraus damit.

Weltversteher
29. Dezember 2014 20:11

Anlaßbezogenheit gibt immer auch Anlaß zu Germurmel darüber, ob der Anlaß treffend ist usw. Man muß dann die Anlässe auch jedesmal erst vermitteln, denn die größten Granaten werden bekanntlich mit Schalldämpfer abgefeuert. Das hatten wir doch im Prinzip schon so.

Ich sehe hier vielmehr die Möglichkeit, endlich nicht mehr über mit Verbrechern und Verrätern über Politik zu diskutieren, sondern sie, nachdem sie sich völlig bloßgestellt haben, wegzufegen. Das bedarf meiner Meinung nach eines andauernd nur noch zunehmenden Gegenwindes, bis sich was tut. Daher möchte ich auch nicht so sehr Schwerpunkte wie die Islamisierung oder gar 19 oder 56 diskrete Punkte auf die Fahnen schreiben, sondern, ähnlich wie mit "Lügenpresse", nur noch:
"Ihr habt verspielt!"

Martin
29. Dezember 2014 20:58

Dabei darf nicht vergessen werden, daß auch in der Endphase der Teilung Deutschlands die Protestzüge erst dann zu riesigen Menschenströmen anschwollen, als die Mauer bereits fiel bzw. gefallen war und sich somit absehen ließ, welcher Konfliktpartei man sich würde anschließen müssen, um im Nachhinein auf der Gewinnerseite zu stehen.

Ich finde diese Bemerkung fast schon etwas gehässig. Man bedenke, dass erst am 18.10.1989 Honecker zurückgetreten ist (oder wurde). Zuvor gab es einige Demonstrationen, die deutlich größer waren, als die bislang größte Pegida- Demo in Dresden. Man erinnere bspw. an die Demo in Leipzig vom 09.10.1989, bei der man von ca. 70 tsd Teilnehmern ausgeht und bei der 1 Woche später, am 16.10.89, dann schon 120tsd auf der Straße waren - Da war Honecker noch im Amt! Oder man denke an Plauen, einer verschlafenen Provinzstadt, wo am 7.10.89 geschätzt bis zu 20tsd, was für eine Stadt dieser Größe und Lage sehr viel sind, auf die Straße gingen und wo das Regime sogar zurück prügelte. All diese Demos ohne Facebook, Internet oder sonstige, einfach mögliche Vernetzung.

Als Zeitzeuge von 89, der diese ganze Zeit bis zum Mauerfall als "auf spitz stehend" noch deutlich in Erinnerung hat, kann ich daher diese Bemerkung nicht nachvollziehen.

Zum Übrigen:

Laut Hogesa.info soll am 18.01.15 in Essen eine Demo stattfinden und weitere sind ab Februar im Raum "Osten" und ab April im "Süden" in Planung.

https://hogesa.info/?page_id=117

Ob davon etwas tatsächlich stattfindet, bleibt abzuwarten.

Hinsichtlich Pegida ist dem Autor des Beitrages im Übrigen allerdings vollkommen Recht zu geben. Es kommt für 2015 alles darauf an, dass dann wieder in sehr gutem und großem Maße Teilnehmer aktiviert werden können.

Wegner:
Sehen Sie es mir nach: Solange sich unter dem entsprechenden Datum (zumindest für Außenstehende, und das ist man von Seiten dieses Blogs nun einmal) für Essen auf der HoGeSa-Seite nichts weiter findet als eine Umfrage zur hypothetischen Teilnahme, ist das noch keine Grundlage, um die Veranstaltung in die hiesige Karte aufzunehmen. Bei Facebook und anderswo finden sich auch zahlreiche PEGIDA-Folgeseiten (wie etwa der oben genannte Ableger für Ostfriesland), bei denen seit geraumer Zeit rein gar nichts passiert. Eine einfache Nennung im Internet reicht schlicht nicht aus; da muß man noch nicht einmal böse Absichten unterstellen. Es geht schlicht darum, die Veranstaltungskarte zweckgebunden informativ zu halten.

OJ
29. Dezember 2014 21:44

Nils Wegner fällt mir hier in letzter Zeit vor allem durch kratzbürstige Rechthaberei in den "Re-Comments" auf. Falls das irgendwie "schneidig" wirken soll, verfehlt es dieses Ziel.

JensN.
29. Dezember 2014 22:30

Laut dem Veranstalter waren heute in Kassel 250 - 300 Demonstranten auf den Beinen. Sicher ist das noch ausbaufähig aber immerhin. Auch Würzburg entwickelt sich. Langsam zwar, doch steter Tropfen höhlt bekanntlich den Stein. Nochmal zu Dresden: Bei der letzten Landtagswahl 2014 haben rund 250.000 Sachsen die beiden Parteien AfD/ NPD gewählt. Dazu noch hunderttausende von Nichtwählern, die ja nicht ohne Grund Nichtwähler sind. Potential sollte also noch massig vorhanden sein. Wenn nur die Hälfte derer auf die Strasse geht, die ich gerade genannt habe, dann wird das ein Fanal sein. Man muss sehen, wie die Dinge 2015 laufen. Defätismus ist jedenfalls fehl am Platze. Allen einen guten Start ins neue Jahr!

Paule
29. Dezember 2014 22:32

Hallo,
bitte gestatten Sie ein paar Überlegungen zum Thema wie kann die PEGIDA auch in Westen erfolgreiche erfolgreich werden.

Die Analyse in den Debatten ist zu entnehmen das ein Problem für den Normalbürger an den Spaziergängen teilzunehmen die gewaltbereiten (Berufs)Demonstranten der Etablierten sind ... Das ist aber auch gleichzeitig n.m.M die Lösung.

Berufsdemonstranten schaffen ihre Bedrohungsszenarium nur wenn sie wenigsten 10 : 1 sind und sie als Person in der Massen verschwinden können, so ab 2000 klappt das.
Das schaffen sie aber meist nicht mit ihren eigen, lokalen Kräften. Und schon gar nicht jeden Montag. Das ist ihre eigene Einschätzung, nachzulesen auf einschlägigen Websites.

Das muß man Ausnutzen mit einer großmöglichen Zahl an Spaziergängen, alle zur gleichen Zeit an verschieden Orten.
Das unterstützt auch die kleinen Spaziergänger gegen die lokalen Probleme und bietet denen die nicht weit fahren können, weil sie arbeiten waren oder weil das Portmonee was anderes, will die Gelegenheit zur Teilnahme in einem friedlicheren Umfeld.

Die Devise der Dresdner friedlich, gemütlich und immer etwas schlauer...

Gruß Paule
PS: Nach meinem Kenntnisstand trifft sich HOGESA am 18.01.15 in Essen.

Carolus
29. Dezember 2014 23:22

Zu den heurigen Protestbewegungen zählen auch die Demos der Besorgten Eltern (https://www.besorgte-eltern.net/) gegen die Frühsexualisierung ihrer Kinder, die in Köln, FFM, Augsburg und Dresden stattgefunden haben; am 24.1. ist die nächste in Hamburg geplant.

Übrigens, zu den Pegida-Städten hat sich auch Fritzlar gesellt :-) :
https://2.bp.blogspot.com/-PdkYgccrsgU/VIhLsQXdkxI/AAAAAAAAC48/mzWlW7vMsGY/s1600/Greser-Lenz+Islamisierung.jpg

Realist
30. Dezember 2014 00:45

Dann können die Fritzlarer ihre Demo ja FRIGIDA nennen.

Hans Meier
30. Dezember 2014 01:04

Herr Wegner, nehmen Sie es den Kommentatoren nicht übel...
Vielleicht sind Sie eben noch ein wenig jung für weitreichende Urteile.
Machen Sie doch zwischendurch mal was anderes als lesen und schreiben.
Ein Jahr Waldarbeit in Kanada, ein Sommer Alm in Oberbayern, ein Jahr auf dem Bau oder am Band bei Bosch oder VW.
Ist wichtig.
Alles Gute, junger Mann!

Wegner:
Na, jedem das Seine. Ist natürlich nett, daß Sie sich sorgen, aber ich fand die Arbeit in Bestattungsinstitut und dem Pflegedienst einer Unfallchirurgie dann doch etwas sinnvoller und vor allem lehrreicher, was gewisse Aspekte einer postmodernen Existenz angeht.

Inselbauer
30. Dezember 2014 02:32

Der Begriff des "bürgerlichen Protests" ist eine totale "bürgerliche Katastrophe".
Es hat doch keinen Sinn, selbst in der Opposition noch das Establishment heraushängen zu lassen, das man nicht repräsentiert.
Es ist ein deutsches Volksmurren, terminologisch verwirrt von US-Propaganda. Bürgertum (...)

Harald de Azania
30. Dezember 2014 06:58

Liebe Freunde,

Das Herz ueberdie Huerde, Pferd und Reiter folgen nach!

Viel Glueck!

HdeA

Klaus Schmidt
30. Dezember 2014 09:42

Ausgerechnet die Pegida will verknöcherte Strukturen aufbrechen das wird eine unlösbare Aufgabe, da Sie an Widersrüchen und Uneinigkeit scheitern wird. Man wird den Eindruck nicht los das Sie gerade nicht für Demokratie/ Freiheit eintritt und genauso wie die ISLAMISTEN nicht die Universalität der Menschenrechte anerkennen somit greifen Sie ein Thema auf aber in der Ablehnung sind Sie dann doch mit den ISLAMISTEN vereint.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
30. Dezember 2014 09:46

In einer völlig unerwarteten tour de force

Also für mich kam dies nicht unerwartet. Als die meisten Rechten, Konservativen, Patrioten noch in Untergangsphanastien schwelgten, habe ich hier schon vor der BT-Wahl 2013 darauf hingewiesen, dass sich etwas tut im Lande und mich über den Defaitismus so mancher Rechter echauffiert :-)

Zur Gegenwart:

Die Nachricht des Tages war gestern die gescheiterte Präsidentenwahl in Griechenland. Das spielt der AfD voll in die Karten.

Es fehlten gerade mal 12 Stimmen. Ich war vorher fest davon überzeugt, dass es der EU gelingen würde diese 12 Abgeordneten zu finden. Auf ein paar gut bezahlte Posten mehr in der EU-Verwaltung käme es nun ja wirklich nicht an.

Nun gibt es also Neuwahlen mit völlig unkalkulierbarem Ausgang. Alles ist denkbar bis hin zu einem von der EU unterstützten Militärputsch in Griechenland, wenn die Neuwahlen und eventuell weitere Wahlen zeigen, dass Griechenland demokratisch unregierbar ist. Einen Masterplan hinter den Vorgängen in Griechenland kann ich nicht erkennen, weil das Wahlverhalten der Griechen unkalkulierbar ist und allfällige Wahlfälschungen zu Straßenkämpfen führen würde. Niemand der am Erhalt des Bestehenden interessiert ist kann dies wollen.
Die einzige Erklärung ist die Schwäche des Systems. Wir sehen uns einem Koloss auf tönernen Füßen gegenüber.
Die hilflos-lächerliche Anti-PEGIDA-Propaganda fügt sich da in's Bild:

Illja Richter: Helene Fischer soll mit Kopftuch singen...
usw.

zum Verhältnis AfD - PEGDIA:

In jeder Beziehung geht es darum, das Optimum zwischen Distanz and Nähe zu finden. Dies muss jetzt zwischen AfD und PEGIDA austariert werden.

Es ist das bleibende Verdienst von PEGIDA den Protest aus rechten Blogs und Kommentarspalten auf die Straße getragen zu haben. Doch der nächste Schritt müssen Wahlerfolge sein, sonst läuft sich alles tot. Die Hamburg und Bremen Wahlen werden entscheidend sein. Nur die AfD kann dort einen durchschlagenden Sieg erringen.
Und danach muss der Protest auf der Straße bis in das Super-Wahljahr 2016 durchhalten, sich an den Wahlurnen 2016 fortsetzen, um dann 2017 bei der BT-Wahl die Republik zu "rocken".

RL
30. Dezember 2014 10:57

Der HoGeSa-Termin ist fix:https://www.youtube.com/watch?v=YreJDamYUBo

Verbandsbruder
30. Dezember 2014 11:18

Eine kleine Korrektur: In Bonn wurde der geplante Bogida-Umzug am 15.Dezember (ca. 200 Teilnehmer) in der Tat unter den Augen der Polizei von der gut informierten Antifa blockiert. Am 22.Dezember (ca. 350 Teilnehmer) hingegen fand der "Abendspaziergang" mittels Schutz der zahlenmäßig aufgestockten und professionell funktionierenden Einsatzkräfte wie geplant ohne wirksame Behinderungen statt.

Wegner:
Vielen Dank, wurde ergänzt.

Julian
30. Dezember 2014 12:34

@Verbandsbruder:

Nur zur Info: an der Demo am 15.12.14 in Bonn wollten auch rund 70 nationale Aktivisten aus Dortmund teilnehmen. Diese wurden aber von der Polizei am Bonner Hauptbahnhof über 2. Std.(!) lang festgehalten und kontrolliert; so dass sie nicht rechtzeitig die Bogida unterstützen konnten. Dies war ja vmtl. auch der wahre Grund der aufwendigen Personenkontrollen.
Man war seitens der Stadt Bonn durchaus parteiisch und darum bemüht Bogida möglichst klein zu halten. Auch die örtliche Systempresse spielte und spielt ein durchschaubares Spiel.
Interessant übrigens, dass ähnliche Kontrollen bei den linken Gegendemonstranten nicht stattfanden.
Gerade da aber wären sie angebracht gewesen.
Wie sich nämlich nachträglich herausstellte sind mehrere Bogida-Demonstranten bei der Abreise von Linksautonomen angegriffen und verletzt worden.

Verbandsbruder
30. Dezember 2014 15:56

@Julian:

Die "örtliche Systempresse" hat aufgrund ihrer Berichterstattung nach dem 15.12. vor allem von Seiten der Linken einen Sturm der Entrüstung geerntet. Anlass bot die Erwähnung der Tatsache, dass in der Heimatstadt des Grundgesetzes offenkundig die Antifa darüber entscheidet, wer wann welches Grundrecht ausübt. In der vergangenen Woche gab es in der "örtlichen Systempresse" täglich eine ganze Leserbriefseite zum Thema. Tendenz eindeutig: 90 Prozent obrigkeitskritisch bis pro-pegida.
Interessant ist aber allemal die schwierige Rolle der Polizei. Dort teilt nämlich kaum jemand den Duktus des obersten Dienstherrn Ralf Jäger. Dieser aber hat Teilnehmern der Pegida-Demonstrationen im Falle des Erstarkens der Bewegung unverholen mit der Beobachtung durch den Verfassungsschutz gedroht... Entsprechend dürfte in der Tat vorab die Befehlsausgabe an die (bedauernswerten) Einsatzführer ausfallen...Ähnliches dürfte im Heiligen Köln am 5.1. auch wieder zu beobachten sein. Salve.

Hans Meier
31. Dezember 2014 11:19

:)
Es geht aber nicht nur postmoderne Befindlichkeiten, sondern um vitalisierende Erlebnisse.

Rucki
31. Dezember 2014 11:54

Soweit ich der Systempresse entnehmen kann, hat das Merkel in ihrer Worthülsen-Ansprache reichlich Werbung für PEGIDA gemacht.

Leider kann ich am 05.01. nicht nach Köln kommen, da ich als Steuersklave mit Spätschicht das neue Arbeitsjahr beginne. Da ist das ideologieproduzierende Gewerbe an den Universitäten halt besser dran, als das wertschöpfende steuerzahlende Gewerbe.

Bin mal gespannt auf Köln, verkehrstechnisch ist Köln-Deutz auch per ÖPNV gut erreichbar, besser jedenfalls als die Innenstadt von Bonn.

2015 wird auf jeden Fall spannend! In den Industrie-Betrieben haben sichs die Systemeliten sowieso verschissen, das gilt auch für die Kollegen mit nichtdeutschen Magarinehintergrund.

Urwinkel
1. Januar 2015 20:20

Den Turnus der Dresden-Demo auf 14 Tage gedehnt (mit Rücksicht auf die Feiertagszeit). In Künstlerkreisen nennt man das Dramaturgie und Inszenierung. Das lernt man im Schulmusikunterricht. Dieser strategische Zug hat Applaus verdient. Zeit sich zu sammeln, nachzudenken, Kraft zu bündeln um im neuen Jahr weiter zu machen. Der Topf ist offen, jetzt ran, sonst ist alles weggefressen. Ihr seid doch keine Heroin-Junkies, wie es der Ken von FM der Pegida weismachen will:

"Ken Jebsen: Die Pegida ist auf Heroin 2015!" (ganz offensichtlich ein Fake-Beitrag, False Flag in Reinform, und so viele fallen auf die Parodie-Nummer rein; siehe Kommentare)

Aber das ist orginal:

"MMM - Me, Myself and Medien #1 - Reaktionen auf PEGIDA"

https://www.youtube.com/watch?v=zZLmISiaUGU&feature=player_detailpage

Ein kluger Quatschkopf, den kenne ich noch vom Jugendradiosender "Fritz". Meine einzige Sorge: Lieber Ken, beiß dir nicht auf die Zunge bei deiner Plapperei.

Urwinkel
2. Januar 2015 00:00

Das ist etwas neben dem Thema. Aber das muß raus: Ich unterhielt mich heute mit einem über 80-jährigen. Dahingehend vorsichtig annähernd (wissend, daß er TV-Junkie ist), was er von der Demokratieabgabe des Beitragsservice hält. Nichts! Er wusste davon garnichts (warscheinlich wird der Beitrag automatisch eingezogen). Aber jetzt kommt die hingerotzte, empörte Antwort, auf mich gemünzt:

"Ich fahre doch auch nicht mit dem Fahrrad zum Tanken."

Die Alten können oft nicht mehr so wie früher. Nehmen es schicksalhaft hin, vor dem Fernseher zu verwesen. Aber sie wissen wie der Hase läuft und was Recht und Unrecht ist. Schon wegen dieser bitteren, objektiven Erkenntnis wird Dresden zur Pflichtveranstaltung für die Jungen. Es geht nicht mehr nur um den Islam sondern um das Sägen an hohen Stühlen.

Urwinkel
2. Januar 2015 05:31

Übrigens schaut besagter Rentner mit Vorliebe Sport. Zur Zeit Wintersport. Dafür bekam er nach einiger Rangelei auch den previlgierten "Katzentisch". Fazit: Das Rentnerpaar schaut getrennt fern. Sie das Machmittagsgewäsch und Kochblödsinn. Er träumt ohne es zu wissen vom Sky-Abo. Gestern beklagte er sich über die Schneemassen, die wegzuräumen sind. Er, immer tüchtig, war selbst überrascht ob seiner schwindenden Kräfte und bat seinen Nachbarn um Mithilfe. Der Nachbar ist integrierter Türke und ungefär zwei Jahrzehnte jünger und hat die paar Meter mitweggefegt. Im Sommer schenkt man sich Tomaten. So kanns gehen.

Urwinkel
3. Januar 2015 19:21

Was Neues aus der deutschen Presseagentur. Tageszeitung aufgeschlagen: Umd was erzählen sie:

https://www.lr-online.de/nachrichten/sachsen/Polizei-ermittelt-zu-Ueberfall-auf-Migranten-nach-Pegida-Demonstration;art1047,4865535

Ich wars nicht. Da kann die Kriminalermittlung lange suchen.

Arnulf
5. Januar 2015 17:37

Es gab hier mal den Strang "Ein Lied für Pegida". Leider kam ich zu spät - die Diskussion war schon beendet. Was halten Sie von folgendem (auf die Melodie des Deutschland-Liedes zu singen):

Laßt uns heut' spazieren gehen
durch die Stadt im Abendschein!
Alle Leute soll'n es sehen:
Uns're Zahl, die ist nicht klein.
Wir sind viele, und wir werden
immer mehr – kommt, reiht euch ein!
I: Laßt uns heut' spazieren gehen
durch die Stadt im Abendschein! :I

Nils Wegner
6. Januar 2015 15:54

Und siehe da, es geht wieder los:

Mit dem heutigen Tag trennen wir uns von unserer bisherigen Pressesprecherin Melanie Dittmer. Sie wird auch weiterhin keine führende Rolle in der Organisation von PEGIDA NRW einnehmen.

https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=807180269349455&id=781905711876911

Revolte
6. Januar 2015 22:43

@Wegner

Unser selig Stürzenberger gibt der ausländischen Presse aktuell wieder eifrig Interviews, statt sich an das verordnete Schweigegebot zu halten. Das halte ich für wesentlich gefährlicher. ;-)

Wegner:
Naja, gefährlich wofür... So oder so, wie zuletzt angemerkt: Solcherlei Medienhysterie zieht eben die Histrioniker magisch an. Auch, wenn dieser Maßstab schon einer der größeren ist.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.