Emanzipation vom “alleinerziehenden Mutterland” – ein Gespräch mit Dr. Proebstl

Dr. Proebstl - der belehrende wienernde Kabarettist mit derzeit 52 im Internet abrufbaren Folgen - sollte heute Abend in...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Dres­den im Rah­men der PEGI­DA-Kund­ge­bung auf­tre­ten. Wir began­nen am Frei­tag ein Gespräch, des­sen Ver­öf­fent­li­chung auf heu­te gezir­kelt war. Nun ist Dres­den abge­sagt – das Inter­view erfuhr also ges­tern Abend noch Ergänzung:

SEZESSION: Sehr geehr­ter Herr Dr. Pro­ebstl, Sie soll­ten heu­te Abend vor Tau­sen­den Teil­neh­mern des PEGI­DA-Abend­spa­zier­gangs spre­chen. Was woll­ten Sie den Dresd­ner Bür­gern mit­tei­len, was soll­te hängenbleiben?

DR PROEBSTL: Wei­ter so und jetzt erst recht! … genau das soll­te für’s ers­te rei­chen. Denn nicht das Begin­nen wird belohnt, son­dern nur das Durch­hal­ten. Der­zeit eman­zi­piert man sich auf Sach­sens Stra­ßen wie­der ein­mal vom „Allein­er­zie­hen­den Mut­ter­land“ – und das kos­tet erfah­rungs­ge­mäß eine Men­ge Kraft! Da wirkt guter Zuspruch oft­mals Wun­der! Viel­leicht kann ich die Spa­zier­gän­ger von Dres­den dabei etwas unter­stüt­zen.  Aber wir wis­sen auch: Nicht jeder Zuspruch spricht an! Die­se Erfah­rung mach­te unlängst die „allein­er­zie­hen­de” Kanz­le­rin nach ihrer Neujahrs-Ermahnung.

SEZESSION: Es hat sich ein Spalt auf­ge­tan zwi­schen dem, was oben gesagt und dem, was unten erfah­ren wird. Oder prä­zi­ser: Der Spalt besteht schon län­ger, aber jetzt bekom­men die Leu­te ein Wahr­neh­mungs­or­gan dafür. Der Keil, den Sie in die­se not­wen­di­ge Ent­frem­dung trei­ben, kommt als Humor daher. War­um haben Sie sich für die­se Form entschieden?

DR. PROEBSTL: Nach aris­to­te­li­scher Auf­fas­sung ist Kom­mu­ni­ka­ti­on nicht das, was Du sagst, son­dern wie es Dein Gegen­über auf­faßt. Ganz im Sin­ne des Theo­rems: Wenn im Wald ein Baum umfällt und nie­mand dabei steht um es zu hören, macht der Baum dann immer noch ein Geräusch? Über­tra­gen auf die PEGIDA wür­de ich das so for­mu­lie­ren: Wenn der gesun­de Men­schen­ver­stand auf die Stra­ße geht, und kein Spe­zi­al­de­mo­krat ist zuge­gen, um es zu hören, hat der Spa­zier­gän­ger dann immer noch unrecht?

Gera­de die Men­schen in Sach­sen haben ein seis­mo­gra­phi­sches Gespür dafür, wann es Zeit ist, den Neu­ro­sen des Estab­lish­ments eine The­ra­pie zu emp­feh­len. Für mich ist dabei Humor der Knopf der ver­hin­dert, daß einem der Kra­gen platzt. Die Bil­lig­seg­men­te der Betrof­fen­heits­ero­tik und Gra­tis­em­pö­rung sind ja schon erfolg­reich besetzt. Bis­her bestand der Ein­druck, daß Humor nicht in die Poli­tik gehört. Ich bin da ganz ande­rer Mei­nung, denn wenn das Publi­kum lacht, dann hat es etwas ver­stan­den. Net­ter Neben­ef­fekt: Der Gut­mensch haßt es, wenn über ihn gelacht wird.

SEZESSION: Über die Kari­ka­tu­ren der Witz­bol­de von „Char­lie Heb­do“ haben vor zwei Wochen nur Leu­te gelacht, die – wie die Zeich­ner – kei­ner­lei Respekt vor dem haben, was einem ande­ren hei­lig sein kann. Seit den Atten­ta­ten gel­ten Zeich­nun­gen für die Speer­spit­ze der Mei­nungs­frei­heit hal­ten, auf denen Gott mit Jesus und dem Hei­li­gen Geist kopu­liert. Wo ver­läuft die Gren­ze des Humors? Gibt es bei Ihnen selbst eine? Oder darf es kei­ne geben?

DR. PROEBSTL: Für mich hat der Humor eine Nord/Südtrennung. Alles unter­halb der Gür­tel­li­nie ist mir zu preis­wert. Da wirkt eine kopu­lie­ren­de Sand­wich-Drei­fal­tig­keit auf mich etwas pen­ä­ler­haft. Die säku­la­re Not­durft soll­te lie­ber pri­vat ver­rich­tet wer­den. Tabu­bruch und Humor sind dabei kom­plett unter­schied­li­che Sujets.

SEZESSION: Was ver­tritt der Gut­mensch, über den Sie heu­te Abend Zig­tau­sen­de zum Lachen brin­gen woll­ten? Was ver­tritt im Gegen­satz dazu Dr. Proebstl?

DR. PROEBSTL: Der Gut­mensch ist Gewin­ner der gro­ßen deut­schen Bil­dungs­re­form. An den Hoch­schu­len hat der Knecht gelernt, wie sein ehe­ma­li­ger Herr zu spre­chen. Der gesell­schaft­li­che Deal: Den dar­aus resul­tie­ren­den wirt­schaft­li­chen Upgrade bezahlt der Gut­mensch ger­ne mit geis­ti­gem Gehor­sam und bekennt sich prin­zi­pi­ell unschul­dig-schul­dig! Der Gut­mensch ist ein exzel­lent aus­ge­bil­de­ter Unter­tan, trennt sorg­fäl­tig den Müll und erfreut sich am Rea­li­täts­de­sign der Lizenz­me­di­en und Mut­ter Staat. Das Ergeb­nis: Spie­ßig­keit, die sich läs­sig gibt.

Für mich selbst gilt: Wer der Her­de hin­ter­her­trot­tet, läuft meist nur Ärschen hin­ter­her. Seit gerau­mer Zeit ver­traue ich mei­nem Men­schen­ver­stand mehr als poli­tisch kor­rek­ten Fer­tig­ge­rich­ten. Im Wort Mei­nung steckt ja nun auch schon das Wort „Mein“ – sonst wür­de sie ja „Dei­nung“ heißen.

SEZESSION: Die Kunst­fi­gur Dr. Pro­ebstl wie­nert und wirkt ins­ge­samt wie jemand, der die Bäl­le ins Ziel stol­pert – das aber mit größ­ter Treff­si­cher­heit. War­um haben Sie sich für die­se Aura ent­schie­den und nicht für einen coo­len Kerl oder einen Auto­schlos­ser von nebenan?

DR. PROEBSTL: Ich neh­me an, dass Sie mit mei­ner rhe­to­ri­schen Stol­per­be­we­gung auf den Fuß­ball anspie­len. Eines konn­te ich vom Fuß­ball wirk­lich ler­nen: Ab der Halb­zeit wird in die ande­re Rich­tung gespielt. Wer das nicht ver­steht, fängt plötz­lich an, Eigen­to­re zu schie­ßen. Dar­über soll­te man in Ber­lin ein­mal nach­den­ken! Mei­ne selt­sa­me Wesens­art ist jüdisch‑K&K‑liches Schick­sal. Wissen’s ich hat­te vor ein paar Jah­ren ein­mal einen hef­ti­gen Traum. Dar­in war ich sehr, sehr flei­ßig und habe ganz fest an das Nir­wa­na des Wohl­stands geglaubt, bis mir klar wur­de, dass das Ziel die­ses Spie­les dar­in besteht, dass man es nicht gewin­nen soll. Als ich dann schweiß­ge­ba­det auf­wach­te, hat­te ich mich in Dr.Alfons Pro­ebstl ver­wan­delt. Und da hat­te ich sogar noch gro­ßes Glück. Ande­re wachen auf und fin­den sich als gigan­ti­sche Kaker­la­ke wieder.

——-

SEZESSION: Die Stri­ch­lein mar­kie­ren den Strich, den Ihnen wahl­wei­se ein isla­mis­ti­scher Tweet oder eine wachs­wei­che Poli­tik durch die Rech­nung gemacht hat: Sie wer­den heu­te Abend nicht kalau­ern, denn PEGIDA ist abge­sagt. Man kommt sich – um bei Kaf­ka zu blei­ben – vor, wie in einem Pro­zeß, in dem es kei­ne Zustän­di­gen gibt. Kann man, kön­nen Sie über eine sol­che Situa­ti­on noch Wit­ze rei­ßen oder sind Sie mit Ihrem Humor am Ende?

DR. PROEBSTL: Es ist gera­de­zu platt, trifft den­noch zu: Humor ist, wenn man trotz­dem lacht! Ich muß geste­hen, daß auch mich ange­sichts der Atten­tats­war­nun­gen eine gewis­se Dul­dungs­star­re über­kommt. Tref­fer ver­senkt! Die ande­re Sei­te hat es klug geschafft, ein Grund­recht aus­zu­he­beln. Das ist an sich schon eine beson­de­re Poin­te. Sieht man sich die Situa­ti­on aus der Distanz an, so hat sich nichts ver­än­dert: Die Wahr­heit darf nicht benannt wer­den. Das erin­nert mich an eine Gar­ten­par­ty, bei der ein vier­hun­dert Kilo schwe­rer Berg­go­ril­la in der Hol­ly­wood­schau­kel sitzt, aber kei­ner darf dar­über reden. Einer der Gäs­te tut es schließ­lich doch und wird mit den Wor­ten gerüf­felt: „Ruhe, sonst knallt’s“! An die­ser Stel­le der Geschich­te befin­den wir uns in Deutsch­land gera­de. Zuge­ge­ben: Das hat eine gewis­se Komik!

SEZESSION: Ihre Pro­gno­se für nächs­ten Mon­tag? Wie geht es weiter?

DR. PROEBSTL: Ich hof­fe, die Men­schen gehen wie­der spa­zie­ren, denn bekannt­lich ver­hin­dert fri­sche Luft gefähr­li­che Gär­pro­zes­se. Dage­gen ver­ur­sacht die kon­se­quen­te Unter­drü­ckung von Gefüh­len und Emo­tio­nen meist fata­le Erup­tio­nen. Und dann macht der Spaß eine Kurve!

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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Kommentare (23)

gert friedrich

19. Januar 2015 10:49

Oh Wunder in der Printausgabe der BILD von heute mokiert sich der
Kommentator über das staatlich verfügte Demonstrationsverbot.
Es könne nicht angehen,daß das im GG garantierte Grundrecht auf Demonstration einfach ausgehebelt werde.
Merkt BILD, das man vorher in der Hetze gegen Pegida übers Ziel hinausgeschossen ist?

Rainer Gebhardt

19. Januar 2015 11:01

:))))

Strogoff

19. Januar 2015 11:51

Poensgen schreibt bei BN:

PEGIDA hätte stattfinden müssen!

Man komme hier nicht mit Sicherheitsbedenken. Es gibt anonyme Morddrohungen gegen Lutz Bachmann und weitere Mitglieder des Organisationsstabes. Die deutsche Polizei sichert aber regelmäßig öffentliche Auftritte von Personen, die qua Amt ständig in Mordgefahr sind. Wäre der politische Wille vorhanden, hätte man auch PEGIDA absichern können – zur Not eben mit einer Panzerglasscheibe und Sicherheitsabstand vor der Tribüne.

Jutta Starke

19. Januar 2015 13:30

Es tut gut, über ausgesprochene Wahrheiten lachen zu können.
Noch wird aber leider nur zwei Halbzeiten lang in die gleiche Richtung gespielt. Spannend ist, ob die eine GANZE Mannschaft (also nicht nur das Pegida-Volk) es merkt, denn dann ist das Ergebnis klar. Also, ich merke gerade, wenn man etwas in Klammern erklären möchte, ist der Witz schon futsch.
Bei der hoffentlich stattfindenden Proebstl-Pegida bin ich dabei. Frische Luft UND befreiendes Lachen - was will man mehr!

Charlie Braun

19. Januar 2015 13:41

Köstlich, das Interview !

Aber, es ist schade, dass Dresden heute abend großes Kabarett verpaßt.
Vor allem, weil es die hohe, gar höchste Zeit für politisches Kabarett ist.
Und unsere MSM-Comedians sind da wirklich überfordert.
Auch was den Humor und die Komik betrifft , ist das Volk der Souverän...wobei, auch die Politiker und Medienleute werden in letzter Zeit jimmer komischer.

Ich fände es toll, wenn Pegida im Frühjahr ein großes Freiluftkabarett veranstalten könnte. Alles, was heilig ist.
Auftreten könnte der Graf von Unheilig. Das bringt Massen.

Mal ganz im Ernst:
Was war nun ganz konkret die Bedrohungslage für die heutige Abendveranstaltung ??? Das wurde bei der Pressekonferenz nicht klar.
Das klang alles auf einmal so harmlos. Als hätte ein sächsischer Polizist einen Papierschnipsel mit arabischen Schriftzeichen gefunden und sein Chef hätte etwas überreagiert. Und jetzt sind alle wieder lieb.
Oder spinne ich langsam.
Vielleicht war es auch eine subversive Aktion von einem roten oder grünen Charlie. Aus Rache, weil Lutz Bachmann die fremdländischen Namen deutscher Politiker so grauslich ausspricht. Schemm Öddzdemir.
Aber : Die können das wirklich nicht besser.
Und nun lasst uns weiter fröhlich Verschwörungstheorien basteln. Bis sie von der Realität überholt werden.

Ein Fremder aus Elea

19. Januar 2015 14:10

Ich denke nicht, daß das Glück ist, schließlich hat Herr Proebstl ja nur gesagt, für was er den Laden hält und nicht zugleich noch die Kasse mitgehen lassen, in welchem Falle er jetzt durchaus ein Käfer sein könnte.

Das ist übrigens ein relevanter Punkt: Wenn die Kasse längst im Geheimen geleert wurde, vermöchte die Furcht, sich in Käfer zu verwandeln, einen wirksamen Mantel des Schweigens zu stiften.

Rumpelstilzchen

19. Januar 2015 14:13

Jetzt habe ich mir aber einen ganz dollen Verleser geleistet !

Wir lassen uns nicht mundlos machen
statt dem da :
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/pegida-pressekonferenz-wir-lassen-uns-nicht-mundtot-machen-13378775.html

Auch habe ich nach der tollen Spaziergeherfahrung keine Lust "wieder auf der Couch zu sitzen und den Abend in der Familie zu genießen" ( Lutz Bachmann O-Ton) Zumal Pegida Zündstoff in die familiäre Diskussion gebracht hat.
Ich dachte,da ist mehr drin !!!

HansC

19. Januar 2015 15:16

Ich höre Dr. Proebstl regelmäßig. Sehr unterhaltsam, auch wenn mir manchmal das Lachen im Halse steckenbelibt wenn ich länger nachdenke. Aber es ist unsere freiheitliche Kultir der Aufklärung, auch mit Humor heranzugehen. Hoffentlich noch eine Weile lang.

Ein gebürtiger Hesse

19. Januar 2015 15:36

Man lese diese unerhörte/fulminante Erklärung der HoGeSa: https://hogesa.info/?page_id=158

Wilhelm Mayrhuber

19. Januar 2015 16:31

Ich glaube bei der dritten Frage hat sich ein Wort zu viel eingeschlichen, ansonsten aber ein vorzügliches Interview. Ich hoffe der Dr. macht weiter!

Unke

19. Januar 2015 17:58

Großartig! Der liest sich ja gedruckt noch eine Größenordnung besser als sich den Wiener Schmäh im Video anschauen zu müssen :-D

Frenchman

19. Januar 2015 20:47

Pegida und Hogesa geben Rätsel auf.

Ich habe da ein ganz ungutes Gefühl, kann mich aber auch nicht gegen sie stellen, da sie was in Bewegung gebracht haben.

Wir werden bald sehen, wie es weiter geht. Dann werden auch die dahinter stehenden Interessen deutlicher hervortreten.

Egal: Selbst wenn beide Gruppen Morgen komplett verschwinden würden, hätten sie was hinterlassen. Das wird sich entwickeln und steht jetzt schon weit über beiden.

Das Gefühl der Vereinzelung, der Ohnmacht und der Untätigkeit wurde Zehntausenden genommen.

Kaliyuga

19. Januar 2015 21:35

Die Kräfte, gefordert und entfacht, prüfen still ihr Wirken. Das Wenige erwacht und darf Intelligenz haben und spricht „wienernd“ zu. Der Anspruch kann nicht allen gelten. Die Dinge gelangen zum Gären. Kein Dämmen kann gelingen: Wahrheit, sofern sie es ist, nach der das Trachten ist, setzt sich durch.

Ist das Wort zu hoch?
kommentar kubitschek:
ja. aber das paßt zum heidegger-heft, das wir derzeit zusammenstellen.

Gustav Grambauer

19. Januar 2015 22:30

geb. Hesse, Frenchman:

Hab` drauf gewartet, daß sich die Querfront nach den Schlägen in die Magengrube im letzten Sommer wieder regt. Sehe deren Wiederaufleben mit noch viel größerem Vergnügen als die Massen-Erfolge der Pegida, habe auch selbst bei Elsässer und anderen schon dies und das geschrieben, habe auch Popp, Clauss, Conrebbi, Jebsen, Blecker, Lupo Cattivo und andere in meinen Browser-Favoriten und der immer größere Kreise ziehende und immer produktivere Austausch im Freundeskreis darüber ist rege.

Sagen wir so, auch wenn BEIDE (!!!) Lager nicht "unsere" sind: von Hogesa / PEGADA / EnDgAmE wurden immerhin schon mal ein paar Fensterchen zum Durchlüften geöffnet, so daß es ein klein wenig weniger mieft als bei Pegida. Hab gerade mit einem alten Freund aus Berlin telefoniert, der gerade vom Alex zurück ist: auch dort wird viel weniger um den heißen Brei herumgeschwurbelt und es gibt viel weniger solcher "Merkwürdigkeiten" als in Dresden.

"Das Gefühl der Vereinzelung, der Ohnmacht und der Untätigkeit wurde Zehntausenden genommen."

Meine eigentliche Frage ist aber: wer schafft es, die Nietzsche`sche 'HOHE LUFT' (oder den Odem eines von jedem "Pseudo-" befreiten Christentums oder meinetwegen den Odem Odins ...) auf solchen Veranstaltungen politisch wehen zu lassen, d. h. ohne dabei im operativen Denken oder auch nur im geistigen Kerker der elften Feuerbachthese zu versinken, andererseits ohne dabei zu sehr abzuheben?!

Ein Beitrag von Rasklonikow (ja, was macht der eigentlich ...) gibt mir dabei immer wieder zu denken:

https://www.sezession.de/40484/alternative-fuer-deutschland-mit-mimikry-ins-establishment.html#comment-14158

- G. G.

meierhans

20. Januar 2015 00:34

Den Satz des Tages sagte heute die Nachrichtensprecherin auf Bayern 5 aktuell (Radio):

"Infolge einer Terrorwarnung wurde die für heute angesetzte Pegida-Demonstration gegen eine angebliche Islamisierung des Abendlandes abgesetzt."

Wahr-Sager

20. Januar 2015 02:40

Dr. Proebstl ist super!

Monika

20. Januar 2015 07:50

Die unheimliche Ruhe in Dresden.
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/pegida-die-unheimliche-ruhe-in-dresden-13379762.html

Wegen einer angeblichen Terrorwarnung wurde eine große Freiheitsveranstaltung in Dresden abgesetzt . Aus dem Programm genommen.
Dreistigkeit, Unrecht und Frechheit.
Gegen das deutsche Vaterland....

Gustav Grambauer

20. Januar 2015 10:33

gebürtiger Hesse, Frenchman:

Ein Satz von meinem Berliner Kameraden aus einem zweiten Telefonat zu dem Hogesa-Papier, der mir nicht aus dem Sinn geht:

"Also wenn ich z. B. Soros wäre und Deutschland mit einer Farben-Revolution beglücken oder den OMF-Paladinen etwa wegen ihrer Geldpolitik Feuer unterm Hintern machen wollen würde, dann würde ich in eine eher rechte Bewegung investieren - und nicht in die Antifa (denn diese wird im "BRD"-Labor sodann ein staatlich, gewerkschaftlich usw. finanzierter Selbstläufer) - so wie die gesamte Repube 1993 in Rostock-Lichtenhagen mit winzigem finanziellem Aufwand für die Globalisierung geimpft wurde."

Siehe

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-gegendemo-in-muenchen-mit-12-000-menschen-a-1013840.html

- G. G.

derherold

20. Januar 2015 17:27

"Also wenn ich z. B. Soros wäre und Deutschland mit einer Farben-Revolution beglücken oder den OMF-Paladinen etwa wegen ihrer Geldpolitik Feuer unterm Hintern machen wollen würde, dann würde ich in eine eher rechte Bewegung investieren ... "

Rembrandt ?

Erstens: Um eine "Bewegung" fördern zu können, muß man die entsprechende mediale Unterstützung und des Kleinbürgertums im Staatsapparat haben ... wie will man die mit "rechts" ad hoc erhalten ?

Zwotens. Die Farbenrevolution, die Soros&Andere in Deutschland haben wollten, haben sie doch bekommen: von grün zu olivgrün

Was will man denn noch mit "Druck" erreichen ?
Deckung (Beteilung ?) an Kriegsverbrechen in Syrien und Irak, kriegskonforme Kirchen, Beihilfe zu Vertreibungen und Neuordnungen im Nahen Osten, Masseneinwanderung, Bürgschaften für halb Europa, gleichgeschaltete Medien, Militäreinsätze auf dem halben Erdball, polit. Morde, Schauprozesse ... was möchten Soros&Co. denn noch ?

Einen treueren Vasallen werden sie wohl nicht finden.

Gustav Grambauer

20. Januar 2015 21:36

derherold

"mediale Unterstützung und des Kleinbürgertums im Staatsapparat" ... "wie will man die mit "rechts" ad hoc erhalten?"

Ich wollte doch, im Gegenteil, gerade zum Ausdruck bringen, daß ein paar Molotow-Cocktails und ein Megafon genügen, und daß die Linke ("Staat", MSM, Gewerkschaften, Kirchen) daraufhin von selber wie gewünscht pawlowiert. Glauben Sie bloß nicht, daß die Herren vom Open-Society-Flügel der NWO ihre Analysen auf der Basis des Rechts-Links-Schemas schreiben lassen, das Rechts-Links-Schema ist nur deren "Tool".

"Die Farbenrevolution ... haben sie doch bekommen"

Oh, Mann, sind Sie aber naiv. Die Ausplünderung Europas ist doch gerade erst im Stadium ihres zarten Beginns, ich sage nur ganz leise Alimentierung der Ukraine (eben: Sie sagen "Bürgschaften für HALB (!) Europa", TTIP oder Fracking. Es ist nur die Frage, WER dabei den "Black Swan BRD" reiten wird, darum geht es gerade.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/george-soros-helft-der-neuen-ukraine-ein-gastbeitrag-13355683.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/08/anzeichen-von-panik-hat-sich-soros-der-ukraine-verspekuliert/

"Einen treueren Vasallen werden sie wohl nicht finden."

Auch mit Ihrer Aufzählung haben Sie nur einen Bruchteil der Kolonial-Dimension angesprochen. Eigentlich geht es hier ja um das Interview mit Herrn Dr. Proebstl (den auch ich seit langem auf meinem Radar habe) - lassen wir ihn doch dazu sprechen, nicht nur aus Gründen der Höflichkeit sondern weil das, was er sagt, tatsächlich substantiell ist:

https://www.youtube.com/watch?v=z6nEJMcBZe8

"... Was möchten Soros&Co. denn noch?"

Wenn Sie die Antennen dafür haben, können Sie in allen Bereichen des Lebens sehen, daß die Pläne für die Ausplünderung und Ausrottung Europas erst im Keim-Stadium sind. Nehmen Sie als Beispiel die Sexualität, da sind die Homo-Paraden nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt: der Begriff "Sodomismus" ist mit ein paar noch vergleichsweise harmlosen LGBT-Tunten noch lange, - laaaaaaaannge - nicht ausgeschöpft.

- G. G.

Christine

21. Januar 2015 02:00

Ich bin schon sehr gespannt auf Dr. Proebstl am nächsten Montag in Dresden.

Sehr gespannt bin ich auch darauf, ob er - wie in seinen Videos - mit dieser bekannten Maske erscheinen oder sein wahres Gesicht zeigen wird.

Wer ist das denn überhaupt? Weder Name noch Gesicht interessiert jemanden?
Merkwürdig.
Sogar ein Lutz Bachmann stellt sein Gesicht öffentlich dem Publikum vor.

Ron Swanson

29. Januar 2015 14:14

Wenn Sie die Antennen dafür haben, können Sie in allen Bereichen des Lebens sehen, daß die Pläne für die Ausplünderung und Ausrottung Europas erst im Keim-Stadium sind.

Naja Keim-Stadium, nur weil nach unten noch Platz ist,heißt das nicht, wir wären jetzt erst im Keim-Stadium. Das waren wir vielleicht vor ein paar Jahrzehnten.

Gustav Grambauer

31. Januar 2015 21:19

Ron Swanson

Schauen wir nicht eklektizistisch auf Symptome, erfassen wir das Wesen.

Der Begriff 'Transhumanismus' verdient, über seine technokratische Verengung hinausgeführt zu werden - bis hin zu Wirtschaftstheorien usw. und sogar bis hin zu, nun ja, 'Theologien' (Papst Franziskus ist Transhumanist). Soweit ich sehen kann, hat dies bisher niemand mit solcher Verve getan wie Dugin.

Damit wird erst der Liberalismus in seinem Wesen verständlich, und dessen Bastard-Verwandschaft mit jedwedem Bolschewismus nicht-Stalinscher Art.

Was ist das Verbindende der jüngeren Entwicklungen, d. h. der Entstehung der neuen Bewegungen und Achsen wie gerade erst in GR?! Für mich ist es der zumeist noch unreflektierte Wille zur Schaffung von Bastionen gegen die rassische, sexualpädagogische, ethische, philosophische, ideologische, sprachliche, politische, klassenmäßige, wirtschaftliche und selbstverständlich auch technologische Chimären-Züchterei.

'Unreflektiert' bedeutet: noch können die Hybrid-Ideologen mit Rückendeckung der Massen den Begriff "Ressentiment" als Keule gegen uns schwingen - aber nur bis zu dem Moment, in dem das Entsetzen "über das "dämonische, nihlistische Wesen" wie ein Ruck durch den Westen geht ...

https://www.youtube.com/watch?v=TR939G1sXoM

- G. G.

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