Vom Vorbürgerkrieg zum Bürger(vor)krieg

Wie Kubitschek und Kositza bereits in ihren Notizen zur vergangenen LEGIDA-Versammlung angedeutet haben, findet im Umfeld der vielen verschiedenen Abendspaziergangsveranstaltungen dieser Wochen und Monate in ganz Deutschland eine scheinbare Verschiebung der Machtverhältnisse statt:

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Wäh­rend die bis­lang noch nicht ein ein­zi­ges Mal durch orga­ni­sier­te Gewalt in mas­sier­ter Form auf­ge­fal­le­nen, gesit­tet und den Auf­la­gen gegen­über folg­sam auf­tre­ten­den Spa­zier­gän­ger (bzw. bis­wei­len ‑ste­her) von den jewei­li­gen Behör­den gegän­gelt wer­den, läßt man die ande­re Feld­post­num­mer ihre gewohn­te Der­wisch­num­mer abzie­hen und geruht nur bei gröbs­ten Aus­fäl­len, ein­zu­grei­fen. Daß dahin­ter Sys­tem steckt, ist klar, aber in der Ver­gan­gen­heit sel­ten so offen zuta­ge getreten.

Neben den all­fäl­li­gen Kör­per­lich­kei­ten, die vor allem den Abzug der Teil­neh­mer von PEGIDA und Able­gern nach Ende der Ver­an­stal­tun­gen anbe­tra­fen und ‑tref­fen, sind es vor allem drei Angriffs­for­men, die offen­le­gen, daß es sich bei der Gegen­sei­te nicht etwa um “Chao­ten”, son­dern bes­tens orga­ni­sier­te und plan­mä­ßig vor­ge­hen­de Akteu­re gegen­über einem osten­ta­tiv weg­schau­en­den staat­li­chen Papp­ka­me­ra­den handelt:

  1. der Ein­satz von Klein­grup­pen, die – ent­spre­chend durch­or­ga­ni­siert und ein­an­der per Twit­ter oder SMS auf dem Lau­fen­den hal­tend – in Neben­gas­sen und an Ablauf­we­gen auf Men­schen­jagd gehen. Der­ar­ti­ge Greif­kom­man­dos kennt man bereits etwa aus dem ein­schlä­gig bekann­ten Göt­tin­gen; daß sie nun auch in grö­ße­rem Stil und in der Men­ge deut­lich stär­ker gegen grö­ße­re Men­schen­an­samm­lun­gen ein­ge­setzt wer­den, ohne daß ihnen im Fal­le des Wider­stands oder her­an­na­hen­der Poli­zei ein Rück­zugs­ort in nächs­ter Nähe (etwa eines der unver­meid­li­chen “Auto­no­men Jugend­zen­tren”) zur Ver­fü­gung steht, stellt eine neue Dimen­si­on der Plan­mä­ßig­keit, aber auch der Unver­fro­ren­heit lin­ker Gesin­nungs­ka­pos dar. Sowohl in Leip­zig, als auch in Han­no­ver, wo die­se Jagd­ein­hei­ten mei­nes Wis­sens im PEGI­DA-Umfeld erst­mals mas­siv auf­ge­tre­ten sind, scheint auch jen­seits der von ihnen domi­nier­ten Stadt­be­zir­ke ein wohl­be­grün­de­ter Man­gel an Respekt oder Furcht vor der eigent­li­chen Ord­nungs­macht zu herrschen.
  2. Die geziel­te Sabo­ta­ge des öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehrs. Wäh­rend man sich beim ers­ten Anti­is­la­mi­sie­rungs­kon­greß in Köln noch damit behalf, die Bahn­glei­se durch mensch­li­che Hin­der­nis­se zu ver­sper­ren, wur­de in Leip­zig nun schon zwei­mal plan­mä­ßig und sehr effi­zi­ent der Zug­ver­kehr durch Brand­sät­ze unter­bro­chen – unter min­des­tens ach­sel­zu­cken­der Inkauf­nah­me von Toten und Ver­letz­ten. Letz­te­res stellt wahr­lich kei­ne Neue­rung dar; den völ­li­gen Empa­thie­man­gel der Best­men­schen unter der wehen­den Regen­bo­gen­fah­ne gegen­über dem Fascho-Unge­zie­fer auf der ande­ren Sei­te kennt man ja zur Genü­ge. Nicht zuletzt in Köln, so wur­de mir zumin­dest pri­vat berich­tet, hagel­te es unlängst gan­ze Back­stei­ne auf die weni­gen KöGI­DA-Teil­neh­mer, sodaß dort auf­grund der Gefahr für Leib und Leben die Pro­test­ver­an­stal­tung abge­bro­chen wur­de und vor­aus­sicht­lich auch nicht mehr wie­der auf­ge­nom­men wer­den wird. In den Medi­en las man davon erwar­tungs­ge­mäß kei­ne Zei­le, son­dern ledig­lich Hohn über die vor­zei­tig abzie­hen­den Pro­test­ler. Hin­sicht­lich der hie­si­gen Kar­te sind dem­ge­mäß Augen­zeu­gen­be­rich­te willkommen.
  3. das scham­lo­se Koket­tie­ren offi­ziö­ser Stel­len mit der eige­nen, schein­ba­ren “Macht­lo­sig­keit”. In sei­ner Deut­lich­keit ist der offi­zi­el­le Auf­la­gen­be­scheid der Stadt Leip­zig an die LEGI­DA-Orga­ni­sa­to­ren mehr als bezeich­nend: Anstatt die bestehen­de und gewiß nicht rea­li­täts­fer­ne Gefähr­dungs­pro­gno­se aber zur Grund­la­ge einer kla­ren, öffent­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung mit den “gewaltbereite[n] bzw. gewaltgeneigte[n] Per­so­nen aus dem links­ex­tre­mis­ti­schen, auto­no­men Spek­trum” zu machen, beflei­ßig­te man sich der Ein­he­gung der fried­li­chen LEGI­DA-Kund­ge­bung unter Ein­schrän­kung ihrer Bewe­gungs­frei­heit – und das trotz vor­an­ge­mel­de­ter Par­al­lel­ver­an­stal­tun­gen, die (in einer pfif­fi­gen Umkeh­rung des nor­ma­ler­wei­se vom lega­lis­ti­schen Teil der Gegen­sei­te genutz­ten modus ope­ran­di) dazu die­nen soll­ten, das direk­te Umfeld des Treff­punk­tes stö­rungs- und bedro­hungs­frei zu hal­ten. Viel wei­ter kann man behörd­li­cher­seits wirk­lich nicht mehr gehen; übrig bleibt höchs­tens noch, den poli­zei­li­chen Siche­rungs­kräf­ten im Rah­men der soge­nann­ten “Dees­ka­la­ti­on” das Ein­grei­fen bei Aus­schrei­tun­gen direkt zu unter­sa­gen. Die teils dras­ti­schen Kon­se­quen­zen sol­cher Dienst­an­wei­sun­gen konn­te der Autor die­ser Zei­len im Rah­men des WKR-Balls 2012 mit­ver­fol­gen, und es steht zu hof­fen, daß dem Bür­ger­pro­test in Deutsch­land der­glei­chen erspart blei­ben wird.

Daß des­sen­un­ge­ach­tet vom bis­he­ri­gen Kurs der fried­fer­ti­gen und gesit­te­ten Kund­ge­bun­gen nicht abzu­rü­cken ist, ver­steht sich unter dem von Kubit­schek am ver­gan­ge­nen Frei­tag ver­deut­lich­ten Para­dig­ma der Selbst­ver­ge­wis­se­rung von selbst. Auch unter vor­der­grün­di­ger Wah­rung der ent­spre­chen­den Geset­ze sind noch vie­le Unver­schämt­hei­ten von offi­ziö­ser und “auto­no­mer” Sei­te mög­lich; was dort noch alles gesche­hen mag, wer­den die nächs­ten Wochen zeigen.

Dazu könn­te auch die Frag­men­tie­rung des ursprüng­li­chen Pio­nier-Orga­ni­sa­ti­ons­teams der Dresd­ner PEGIDA gehö­ren: Wie genau die bis­lang erfolg­reichs­te Pro­test­be­we­gung die­ser Art innen­po­li­tisch ein­ge­bun­den wor­den ist, wird in aller­nächs­ter Zeit die For­mie­rung der von Kath­rin Oer­tel pro­jek­tier­ten, wohl gro­tes­ker­wei­se aus­ge­rech­net an der CDU ori­en­tier­ten Alter­na­tiv­be­we­gung zei­gen. Hin­sicht­lich die­ser Spal­tungs­ten­den­zen, wie auch der mehr­fa­chen Ver­an­stal­tungs­aus­fäl­le und der media­len Jubel­stür­me ange­sichts des orga­ni­sa­to­ri­schen Aus­ein­an­der­bre­chens, die sicher auch auf die Teil­neh­mer­zah­len ande­rer loka­ler ‘Abend­spa­zier­gän­ge’ ein­ge­wirkt haben und ein­wir­ken wer­den, ist die Zukunft der Ver­an­stal­tun­gen min­des­tens in Dres­den der­zeit unsicher.

Dafür tre­ten ande­re Städ­te ver­mehrt in den Fokus. Leip­zig steht hier vor­erst ganz oben; ins­be­son­de­re auf­grund der im Hin­ter­grund toben­den Schlacht um das Fort­be­stehen des Sta­tus als “rote Hoch­burg”. Die Teil­neh­mer­zah­len der ers­ten bei­den LEGI­DA-Züge dürf­ten das städ­ti­sche Estab­lish­ment in hel­le Auf­re­gung ver­setzt haben, und hier­in liegt auch die Begrün­dung für die ver­mehr­te behörd­li­che Gän­ge­lung eben­so wie für die gedul­de­te Ano­mie der Con­ne­wit­zer Sturm­scha­ren (von den übli­chen, oft mit öffent­li­chen Gel­dern her­an­ge­karr­ten Demo­tou­ris­ten ein­mal abgesehen).

Sehr inter­es­sant wird am 2. Febru­ar auch die ers­te Ver­an­stal­tung des PEGI­DA-Able­gers in Wien wer­den; nur weni­ger Tage nach dem gro­ßen Poli­zei­auf­ge­bot anläß­lich des Aka­de­mi­ker­balls in der Hof­burg steht der Stadt damit aber­mals ein gro­ßes Kon­flikt­po­ten­ti­al ins Haus. Wie sie damit umge­hen wird, bleibt span­nend. Eben­falls am heu­ti­gen Mon­tag soll auch in Frank­furt wie­der demons­triert wer­den – ob das Demons­tra­ti­ons­recht der Teil­neh­mer dies­mal gewahrt bleibt oder sie sich aber­mals in einem “Schutz­kes­sel” der Poli­zei mit aller­lei Gegen­stän­den wer­den bewer­fen las­sen müs­sen, ist noch nicht abzusehen.

Die bis­lang sehr erfolg­rei­chen PEGI­DA-Able­ger in Mag­de­burg und Suhl ste­hen eben­falls mit neu­en ‘Abend­spa­zier­gän­gen’ in den Startlöchern.

Unge­ach­tet, wie es mit der “Bewe­gung” oder viel­mehr dem Bün­del an Ein­zel­be­we­gun­gen, die wir in den letz­ten Mona­ten unter dem Schlag­wort PEGIDA die Bun­des­re­pu­blik in ihrem Kon­for­mis­mus-Kon­su­mis­mus-Kon­sens haben in Atem hal­ten sehen:

In der Tat, das Wich­tigs­te und am Ende Blei­ben­de dürf­te wohl sein, daß sich unver­hofft und in einem unvor­her­seh­ba­ren Aus­maß die Gesamtun­zu­frie­den­heit mit den schein­bar geron­ne­nen und erstarr­ten Ver­hält­nis­sen in Deutsch­land offen­bart haben. Daß ein bemer­kens­wer­ter Teil des deut­schen Vol­kes die Posi­tio­nie­rung die­ses Vol­kes als poli­ti­schem Kör­per – eini­ge Stock­wer­ke unter der len­ken­den poli­ti­schen Klas­se und geis­tig umher­ge­trie­ben von den media­len Hir­ten­hun­den – als nicht hin­nehm­bar ange­pran­gert und abge­lehnt haben.

Und in der Reak­ti­on auf die­ses alles ande­re als “dif­fu­se” Unwohl­sein ihres eige­nen Vol­kes, das sie selbst längst nicht mehr wahr­neh­men oder des­sen Nutz­nie­ßer sie gar sind, hat eine gro­ße Zahl an poli­ti­schen, intel­lek­tu­el­len und sons­ti­gen Mei­nungs­ma­chern die­ses Lan­des klar und mit dem arro­gan­ten Stolz des erfolg­reich Angepaß­ten offen­bart, “wel­chen Rat­ten­fän­gern” (dan­ke noch­mal dafür, Frau Kraft) das bei­fall­hei­schen­de Geham­pel für irgend­ei­nen mög­lichst dras­tisch klin­gen­den Popanz die will­kom­me­ne Gele­gen­heit zur Selbst­ver­wirk­li­chung bietet.

Die rea­len Bie­der­män­ner, die die Brand­stif­ter ins Haus (das nicht ein­mal ihres ist!) las­sen, kön­nen noch so oft dekla­mie­ren, daß die real exis­tie­ren­de Gewalt im Schlepp­tau ihrer “brei­ten Bünd­nis­se” ja im Prin­zip nur den Orga­ni­sa­to­ren der PEGI­DA-et al.-Protestzüge (die qua­si aner­kann­ter­ma­ßen “aus­län­der­feind­lich, ras­sis­tisch, gewalt­tä­tig und staats­feind­lich” sei­en!) gel­te, wie es die Leip­zi­ger SPD ziem­lich offen getan hat.

Getrof­fe­ne sind gleich­wohl ein­fa­che Bür­ger und ins­be­son­de­re Poli­zis­ten, die ihren Befeh­len fol­gen. Nach­dem so vie­le Wochen die Gegen­de­mons­tran­ten vie­le Male in diver­sen Städ­ten ihre auf “zivi­ler Unge­hor­sam” geschmink­te Haß­frat­ze gezeigt haben, rede sich kein eta­blier­ter Anstif­ter oder Anhei­zer noch dar­auf hin­aus, daß man sol­cher­lei Aus­schrei­tun­gen ja nicht habe vor­aus­se­hen kön­nen und sie kei­nes­falls beab­sich­tigt (gewe­sen) seien.

Die Ereig­nis­se rund um die aktu­el­le­ren Bür­ger­pro­tes­te zei­gen ganz offen den Cha­rak­ter einer längst unter­schwel­lig bestehen­den inner­staat­li­chen Feinder­klä­rung, in der die Links­ex­tre­mis­ten nicht viel mehr als Rei­si­ge sind: Wäh­rend sich die Bevöl­ke­rung unter­ein­an­der die Schä­del ein­schlägt (bzw. dies ziem­lich aus­nahms­los in eine Rich­tung pas­siert), geht das Rän­ke­schmie­den anders­wo unge­stört weiter.

Und so behält denn selbst ein alter Kom­mu­nist wie Paso­li­ni in sei­ner Beschrei­bung der­ar­ti­ger, ach so muti­ger Kämp­fer für die wohl­ge­wähl­te Sei­te in der Macht­po­si­ti­on recht; sei­ne absichts­voll pro­le­ta­ri­sche 1965er-Wort­wahl ist beson­ders hin­sicht­lich des Geha­bes unse­rer Leidmedi­en heu­te noch nachvollziehbar.

Es fiel mir nicht schwer zu bemer­ken, daß all jene Leu­te in Wirk­lich­keit auf den Stra­ßen ihrer Welt aus Ange­stell­ten, Frei­be­ruf­li­chen, Arbei­tern, poli­ti­schen Para­si­ten, klei­nen Intel­lek­tu­el­len – daß sie in Wirk­lich­keit wie Irre hin­ter einer Fah­ne her­rann­ten. […] Es han­del­te sich in Wirk­lich­keit um einen Fet­zen, der bor­niert im Wind flat­ter­te und sich ein­roll­te. Doch wie alle Fah­nen hat­te er, in sei­ner Mit­te, ver­blaßt, ein Sym­bol auf­ge­zeich­net. Ich sah genau­er hin und gewahr­te ohne Zögern, daß jenes Sym­bol nichts wei­ter war als ein Scheißhaufen.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (31)

Matthew Hern

2. Februar 2015 19:56

"Daß ein bemerkenswerter Teil des deutschen Volkes die Positionierung dieses Volkes als politischem Körper – einige Stockwerke unter der lenkenden politischen Klasse und geistig umhergetrieben von den medialen Hirtenhunden – als nicht hinnehmbar angeprangert und abgelehnt haben."

Das haben Sie schön gesagt! Das Zitat von Pasolini trifft es ebenfalls perfekt.

jack

2. Februar 2015 22:31

Bis zum Ende des Jahres
Legida zieht Anmeldungen für alle Demonstrationen zurück

02.02.2015, 19:38 Uhr | AFP

Die islamkritische Legida-Bewegung hat bei der Stadt Leipzig ihre Anmeldungen für alle Freitagsdemonstrationen bis zum Ende des Jahres zurückgezogen.
https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_72748624/legida-zieht-anmeldungen-fuer-alle-demonstrationen-zurueck.html

Was gibt es da noch zu diskutieren??
Ende-fin-finito-the end!

Wegner:
Hmmm. Haben Sie jenseits der Überschrift weitergelesen? Ich sehe – als Beobachter – in einer stärkeren Orientierung am Fratzenbuch-Daumen-Publikum durchaus nichts verwerfliches, gerade im Hinblick auf die Mühen der Organisatoren.

aus dem Sumpf

2. Februar 2015 23:17

@jack

Vertrauen Sie immer noch der Lügenpresse???
https://www.facebook.com/pages/LEGIDA/868195626548379
Stimmen Sie lieber ab, ob kommenden Mo. oder kommenden Mi. die nächste Legida-Demo stattfindet!

ulex

2. Februar 2015 23:21

@Nils Wegner:

Ein bißchen von den Fakten her widersprechen möchte ich dann doch:

zu 1) Naja, Teilnehmern "patriotischer Versammlungen" beim Hin- und Rückweg oder bei Sammelpunkten aufzulauern ist alles andere als neu sondern gelebte Praxis.

Die Antifa-Leipzig hat dies nach dem ersten für die Antifa überaus frustrierenden Legida-Spaziergang auf ihrer Internetseite auch offen so ausgebreitet:

"Es gibt zwei Möglichkeiten, wie die LEGIDA-Aufmärsche verhindert werden können: Die RassistInnen könnten gute Gründe bekommen, sich nicht mehr auf Leipzigs Straßen zu trauen. Oder die Polizei wird eine sichere Durchführung der Aufmärsche nicht mehr für möglich ansehen. Das heißt:

Verzicht auf eigene Demonstrationen, die viele Kapazitäten binden, deren Inhalte sowieso nur die TeilnehmerInnen selbst erreichen und die eine polizeiliche Planung im Detail ermöglichen.
So sehr es auch zu begrüßen ist, dass RassistInnen direkt vor oder nach dem Aufmarsch konfrontiert werden, so wenig beeinflusst diese Fokussierung auf das Davor und das Danach den Aufmarsch an sich.
Wir müssen uns, wie zu Worch-Zeiten, zu größeren autonomen Gruppen am Tag zusammenfinden, die darauf abzielen, den Aufmarsch zu stoppen. Egal wie!
Wir sollten auf das alte dezentrale Konzept setzen, um dem Aufmarsch den Garaus zu machen. Das hat in Leipzig oft genug funktioniert und bietet auch heute noch reale Möglichkeiten, zum Erfolg zu kommen.
Wir werden nur erfolgreich sein, wenn sich wieder mehr AntifaschistInnen auf diesen Tag vorbereiten und nicht am Tage selbst mal schauen wollen, „was so geht“.
Organisiert euch, schließt euch in Gruppen zusammen, schaut euch die Route und die Umgebung an, in dem der Aufmarsch stattfinden soll oder in dem ihr agieren wollt.
Sparen wir uns den Verbalradikalismus und tun einfach das, was nötig ist!"

zu 2) Nein, auch dies ist so nicht korrekt. Sabotage von Bahnanlagen gehört durchaus zum linksextremen Standardprogramm, welches in Berlin oder bei Castor-Transporten oder rechten Großveranstaltungen auch häufiger angewendet wird - so auch 2008 in Köln. In Leipzig verwundert die Vehemenz mit der dies durchgezogen wird, da es augenscheinlich nicht zu gravierenden Störungen der Anreise führt - was allein schon daran liegt, dass man sich ja nicht in Massen auswärts trifft um gesammelt nach LE reinzufahren und vermutlich die Mehrzahl eh individuell anreist.

Und als Ergänzung zu Lageeinschätzung:

Wie dem auch sei - wichtig und anders als bei irgendwelche jährlichen Bomben-Gedenkaufmärschen ist mE, dass auch in LE der "zivilgesellschaftliche Widerstand" sehr schnell abgenutzt wurde und die Gegendemo doch sehr auf das rot-ganz-rote Kernklientel zurechtgeschrumpft ist. Neu und völlig anders ist auch, dass selbst die örtliche LVZ nicht umhinkommt seitenweise Pro-Legida und Anti-Linke-Gewalt-Leserbriefe zu drucken, sich online nur durch Schließung des Kommentarbereichs erwehren kann, sich dafür aber einhandelt, auf der eigenen Facebook-Seite ordentlich Zunder zu bekommen.

Übrigens ist heute bekanntlich Chemnitz als dritte und letzte sächsische Großstadt (als Stadt mit über 100.000 Einwohnern) gestartet - war super und total entspannt und Antifa nur zu belächendes Beiwerk. Da war letztlich sogar die Hundertschaft Polizei fast überdimensioniert.

Wobei dort der "bürgerliche Protest" durch zahlreiche Demos lokaler Initiativen in den letzten Monaten bereits weitgehend aufgerieben wurde, ein Effekt der in Dresden, Magdeburg, Thüringen und McPomm und eben auch Leipzig feststellbar ist.

Trouver

3. Februar 2015 01:04

In diesem Lichte ist es bizarr, wie Fr. Merkel den Hrn. Orban belehrt hat, wie wichtig denn der Pluralusmus und ein Dialog mit der Opposition (sic!) seien.

Waldschrat

3. Februar 2015 05:59

Die Antifa besteht nur zum geringsten Teil aus echten kampferprobten Veteranen des Straßenkampfes, sondern ganz überwiegend aus Mitläufern, denen bisher die Gewißheit über die Konsequenzenlosigkeit ihres Tuns Rückenwind gab.

Es gab keine Autorität, vor der sie sich hätten verantworten müssen. Im Gegenteil, zumindest moralisch gab es von sogar Rückendeckung.

Und es gab keine Gegner, die sich der gleichen Mittel bedienten, und die physische Konsequenzen beim Aufeinanderprall bedeutet hätten.

Die Antifa wird massiv überschätzt. Ich gehe jede Wette ein, der erste harte Gegenwind würde diese Lemmingherde auf einen Bruchteil reduzieren. Doch die Rechte zieht es vor, sich in die Rolle eines Gandhi oder Christus zu begeben, und diejenigen Strömungen, die zumindest potientiell die Fähigkeit hätten, die Machtverhältnisse ein wenig zurechtzurücken, noch mit Spott und Verachtung zu überziehen. Aus lauter bürgerlichem Anstand untergehen, das ist die Devise.

Hartwig

3. Februar 2015 07:42

@ Nils Wegner

Ich weiss nicht, ob Sie es waren, aber unter einem Ihrer vorigen Artikel wurde mein Kommentar so umfrisiert, dass mein Hinweis, man solle Vorsorge treffen [...].

Wegner:
Diesmal war ich's. Vielleicht unterlassen sie es einfach mal, zu Zuwiderhandlungen gegen das Versammlungsrecht bzw. die Demonstrationsauflagen aufzurufen, oder machen das in Zukunft in Ihrem persönlichen Blog?

Thomas

3. Februar 2015 08:34

Weiß jemand aus erster Hand wie die Stimmung bei der Polizeibasis ist? Das dürfte bei den kommenden Auseinandersetzungen keine geringe Rolle spielen.

Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, mir vorzustellen, daß sich an jener Stelle nicht auch immer mehr Druck im Kessel aufstaut. Das kann doch kein normaler Mensch aushalten: Während die einfachen Beamten regelmäßig ihre Köpfe hinhalten müssen, breiten die Vorgesetzen den linksextremen Gewalttätern den roten Teppich aus. Und die Polizisten wissen doch auch, daß der Feind links steht, während sie von x-gida nichts zu befürchten haben (nebenbei bemerkt: ein weiterer wichtiger Grund, unbedingt friedlich zu bleiben!!).

Haltet ihr es für möglich, daß es, wenn sich die Entwicklung weiter zuspitzt, von dieser Seite her zu einer Art offenen oder versteckten Meuterei gegen übergeordnete Dienststellen kommt?

Falkenstein

3. Februar 2015 09:25

@jack:
Das Hin- und Her in der Terminisierung von LEGIDA/PEGIDA ist doch kein Grund zur Annahme irgendwelcher Zersetzung.
Es sind zum einen Geburtswehen einer noch jungen, unerfahrenen Volksbewegung und zum anderen taktische Bewegungen die es dem Gegner schwerer machen, seine Schläger und Selbstgerechten in Stellung zu bringen.
Und ich möchte zum wiederholten Male darauf hinweisen: Diese Bewegung kann jeder der sich angesprochen fühlt, unterstützen - auf seine Weise.
Es braucht kluge Köpfe, es braucht Ideen und es benötigt persönlichen Einsatz. So ist ein kleinster gemeinsamer Nenner möglich.
Das letzte aber ist es, Defätismus zu verbreiten.

H. M. Richter

3. Februar 2015 09:49

@ Thomas

Natürlich brodelt es derzeit bei der Polizei - zumindest in Sachsen.
Und ganz besonders in Leipzig ...

Etwas davon läßt sich hier erahnen:

https://dpolg-sachsen.de/offener-brief-an-die-landtagsabgeordneten-des-freistaates-sachsen/

Frederick van Portshoven

3. Februar 2015 10:00

@ Thomas:
Aus erster Hand weiß ich zwar nicht, wie die Stimmung der Polizeibasis gegenwärtig aussieht. Was ich aus erster Hand (vor einiger Zeit allerdings schon und nicht in Bezug auf die Antifa) erfahren habe, ist, dass großer Unmut darüber herrscht, dass ihr die Hände gebunden sind, wenn sie z.B. von migrantischen Jugendlichen ohne jeglichen Respekt behandelt werden, d.h. kaum Möglichkeiten einer sanktionierenden Disziplinierung haben, oder wenn Straftäter mit Migrationshintergrund den Beamten, die sie festgenommen haben, nach Dienstschluss, nachdem die Täter wieder freigelassen werden mussten, vor der Wache auflauern, um sich zu rächen. So sieht der Alltag der einfachen Polizei aus.
Wenn eine Interessenvertretung der Polizei aber mal über die Ausfälle von links auslässt, wird aber schnell zurückgerudert (Link finde ich gerade nicht zum Fall, den ich da im Kopf habe).

ulex

3. Februar 2015 10:04

@Waldschrat

Natürlich ist es so, dass vieles was bei der Antifa rumläuft im Fussballbereich allenfalls als Nachwuchs-Ultra bei Turbine Luftpumpe durchgehen würde, aber nicht als Acker-Hooligan :-)

Szene aus Chemnitz von gestern:

https://www.youtube.com/watch?v=wOiSR_DgCBA

(Was nichts daran ändert, dass die Antifa sicherlich auch über kampferprobte Leute verfügt)

Problem 1, wie ja auch geschrieben:

Selbst solche Luftpumpen reichen in diesem Staat oft aus, um Zugänge zu blockieren oder Sitzblockaden durchzuführen und werden dann von der Polizei zum Vorwand genommen Demorouten abzubrechen oder Versammlungen zu beenden.

Problem 2: WENN man sich massiv wehrt ist zum einen das Medienecho verheerend - siehe 2. Legida-Spaziergang wo ein paar Jungs gegenüber einigen Antifa-Fotografen mal kräftig "buh" entgegengerufen haben und einem "Journalisten" des Antifa-Magazins publikative.org wo Schreck die Kamera aus der Hand viel. Vor allem aber, wird DANN seitens des Staates auch zu allen Mitteln der Strafverfolgung gegriffen -siehe Hogesa-Demo in Köln, wo ja eigentlich kaum was passiert ist, aber dennoch gegen über 70 Leute ermittelt wird und Verfahren anhängig sind und gestern sogar schon die erste Verurteilung erfolgte (während normalerweise Prozesstermine erst lange nach der Tat sind)

Insofern erklärt sich die erzwungene bzw selbstauferlegte Zurückhaltung.

Falkenstein

3. Februar 2015 10:11

@Thomas:
in meinem Bekanntenkreis gibt es einen Polizisten aus NRW, der mit PEGIDA/LEGIDA mehr als nur symphatisiert.

Aus dessen Munde erfuhr ich auf Anfrage, das unter den Mannschaften (Kollegen) das Thema PEGIDA sehr positiv aufgenommen wird. Es ist reges Gesprächsthema - allerdings immer nur hinter vorgehaltener Hand um den Posten und die Neutralitätspflicht nicht zu gefährden.
Nach m.E., ist die Polizei für die Machthaber in Deutschland im Ernstfall keine verlässliche Stütze mehr - und beide Akteure wissen das.
Der "Staatsbürgerkunde - Unterricht" für die Beamten findet auf der real gelebten Strasse statt.
Um so mehr verdeutlicht dies die sichtbaren Bemühungen des Machthabers, die Antifa als fanatisch ergebene Miliz aufzubauen - ohne das diese mitbekommt für was sie schlägert.
Die Antifa dürfte - wenn es ernst wird, die Rolle der Polizei als Miliz übertragen bekommen und die Polizei wird rechtzeitig von oben "entwaffnet" und neutralisiert.
Wir müssen nur nach Kiew schauen.
Oder ins Ceaucescu Endspiel in Rumänien 1990.
(Seine "Bergarbeitermiliz")
Das ist die Blaupause, die auch Deutschland zugedacht ist.

Carsten

3. Februar 2015 10:17

Aktuelle Zahlen von gestern:

Wien: ca. 3.000

M.L.: Wie bitte? Das waren nicht mehr als 300!

Stralsund: ca. 400
Braunschweig: ca. 250
Brandenburg: ca. 100
Magdeburg: ca. 800
Suhl: ca. 500
Chemnitz: ca. 1.000
Duisburg: ca. 200
Berlin: -?-
München: -?-
Frankfurt: ca. 100
Kopenhagen: -?-

Mittwoch: Hannover
Montag startet Nürnberg neu!

Spaziergängerin von Hambach

3. Februar 2015 10:21

Irgendwie gleichen sich die Bilder.

https://bilder.bild.de/fotos/volksaufstand-11441429-mfbq-26000764/Bild/2.bild.jpg

Bis zum 17. Juni seid ihr umgepolt. Ihr nützlichen Idioten. Nicht nur Steine werfen, sondern auch Hirn einsetzen.
Habt Ihr nicht gesehen, wie die Pegida-Bewegung die Herrschenden samt Hofberichterstattung ins Rotieren gebracht hat. Gebt zu, das hat Euch heimlich beeindruckt, ihr von Papi gesponserten Wollmützenhäkler.
Jetzt tobt Euch nochmals bei der EZB-Einweihungsparty aus.
Und dann werdet endlich erwachsen.
Auf nach Hambach. Dieses, spätestens aber nächstes Jahr !
Eure Freund/Innen mit Migrationshintergrund dürft ihr mitbringen. Ebenso eingeladen sind alle patriotischen Europäer und Nichteuropäer. Also , alle Globalisierungsverweigerer.
Wir haben die gleiche Interessenlage. Auch wenn Ihr' s noch nicht glaubt.
Und nur ruft: Wirr ist das Volk.
Reiht Euch ein.

Marcus Junge

3. Februar 2015 10:47

Frederick van Portshoven

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/polizeigewerkschaft-entschuldigt-sich-bei-antifa/

Probieren Sie diese Verknüpfung zur Meisterleistung der linken DPolG.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben

3. Februar 2015 13:00

Das Ausmass linksextremer Gewalt gegen LEGIDA / PEGIDA überrascht mich nicht. Eher im Gegenteil, mich wundert es, dass noch nicht mehr passiert ist.

Einige Beispiele aus den letzten Jahren:

- Bei Demonstrationen gegen die Startbahn West in Frankfurt erschossen Linksextreme zwei Polizisten.

- "Schottern" nannten Linksextreme das Entfernen von Schotter aus dem Gleisbett von Strecken auf denen mit hoch-radioaktiven Abfällen in Castor.Behätlern beladene Zügen fuhren. Dabei wurden das Entgleisen solcher Züge in Kauf genommen.

-Es wurden schon mehrfach Molotow-Cocktails aus Polizisten geworfen.

usw.

Was mich anfänglich überrascht hat, ist die hysterische Reaktion des Systems auf LEGIDA / PEGIDA.

Ich erkläre mir diese Hysterie so:

Das System hat sich in eine aussichtslose wirtschaftlich-politische Lage manöveriert.

Es wurden zwei entscheidende wirtschaftlichspolitische Fehler begangen:

1. Die Einführung des Euro. Braucht hier nicht weiter erklärt zu werden.

2. Zuwanderung statt Familienpolitik.
Der Geburtenrückgang ist seit Jahrzehnten bekannt und die ökonomischen Folgen waren absehbar. Anstatt richtig viel Geld in die Hand zu nehmen, um die Zahl der Kinder zu erhöhen, wurde darauf gesetzt, dass andere Länder die Kosten für den Nachwuchs auf sich nehmen sollten und wir dann ausgebildete Fachkräfte oder jedenfalls geeignet sozialisierte Jugendliche mit guter Schulbildung zu uns holen. Der Ansatz ist gescheitert. Braucht hier nicht weiter erklärt zu werden.

Nun gut, Fehler kommen vor und müssen dann wenn sie erkannt werden korrigiert werden.

Doch anstatt dies zu tun, erklärte die politischen Führung diese Fehler geradezu zur Staatsräson. Alle im Parlament vertretenen Parteien unterstützen die Eurorettung und die Zuwanderung. Und jetzt kommen mit PEGIDA /LEGIDA und AfD Bewegungen, die diese Staatsräson in Frage stellen.

Ich weiß nicht, wie unsere Nomenklatura aus der Nummer wieder raus kommt. Die Kosten für die Euro-Rettung und für die Zuwanderungen werden steigen und steigen. Die Kosten für die Rentner auch. Irgendwann kracht es, gegen ökonomische Vernunft kann politische Ideologie genauso wenig an, wie gegen Naturgesetze.
Und dann? Was wenn die Staatsräson fällt?

Auf dem AfD - Parteitag sagte jemand:

"Eines ist sicher meine Damen und Herren, wenn die Rente wackelt, wankt die Demokratie."

Wahre Worte! Und die Rente wird wackeln. Was wird kommen, wenn die Demokratie nicht wankt, sondern stürzt?

Vielleicht ist ein Wechsel zu einer direkten Demokratie jetzt noch die mögliche Alternative zu einer neuen Form von Diktatur Deutschland, ich weiß es nicht.

Cosima van Tutte

3. Februar 2015 14:53

@ Spazergängerin

Wie haben Sie mr doch so sehr aus dem Herzen gesprochen! Ich hoffe, daß Ihr Aufruf an die Wollmützenhäkler den gewünschten Erfolg haben wird, ich bin sogar überzeugt davon.

Ich habe beschlossen, mein Ränzl ebenfalls zu schnüren und mich zu gegebener Zeit in Hambach zu versammeln. Neugierig, wie ich bin, möchte ich sehen, wie die vielen geläuterten Häkler mit zalreichem Gefolge aus aller Welt zum Hambacher Schloß streben: mit Franzosen und Friesen, mit Esten und Eskimos, mit Türken und Tataren, mit Indern und Indianern, mit Negern und Nepalesen und wie sie alle heißen mögen. Die Hauptsache ist, es handelt sich um Globalisierungsgegner.

Es wäre ja doch ein Trauerspiel, wenn wir Deutschen wieder mal ganz allein ein Hambacher Fest feiern müßten. Deutschland muß bunter werden, ich sag's doch immer. Ergreifen wir die Gelegenheit beim Schopf.

Hartwig

3. Februar 2015 14:53

Auf achgut.com hat Vera Lengsfeld einen Antifa-Artikel wiedergegeben, der eigentlich keinen Kommentar verdient, stünden nicht einige Passagen darin, die mich überraschen.
https://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/santifa_ruft_zum_buergerkrieg_auf

Neben allen Unflätigkeiten gibt es von der Antifa auch Folgendes (kursiv):

Wenn die PEGIDA
- Faschisten sich gegen unsere 
Bundesrepublik und Demokratie
 auflehnen, so werden wir militanten
 Widerstand leisten!

Wir werden unsere
 Demokratie und Grundgesetz (unsere
Verfassung) gegen das PEGIDA Drecksvolk
 verteidigen!

Wir leben in der Bundesrepublik
 Deutschland, das freieste Land, das je auf
deutschem Boden
 existiert hat!

Dann ist auch Waffengebrauch gegen die
 PEGIDA Nazischweine erlaubt! Denn 
unsere Demokratie muss man mit allen
 Mitteln verteidigen!

Wir Bundesbürger und Antifaschisten
 werden dann das „Schwert der
 wehrhaften Demokratie“ gegen die 
PEGIDA Nazischweine bzw gegen jeden 
Feind der Demokratie, Verfassung und
 der Bundesrepublik erheben!
Ende

Ich habe den Antifa-"Geist" noch anders in Erinnerung. Die BRD wurde als quasi faschistisch bezeichnet und war der Feind. Das oben zitierte klingt für mich wie eine Bekenntnis und tatsächlich wie ein Angebot an die herrschende Klasse. Es klingt eben nicht wie das "die wissen nicht, was sie tun und wem sie wirklich dienen". Es ist die ERKENNTNIS, dass die globalisierende Herrschaftselite die gleichen Ziele hat wie die volkstodsehnsüchtige Antifa.

t.gygax

3. Februar 2015 15:51

Zum Themenbereich "Polizei": ich habe 14 Jahre lang beruflich (offene Jugendarbeit) mit Polizisten auf der untersten Hierarchieschiene zu tun gehabt; mit ihnen Sportangebote gemacht (Boxen im Jugendhaus war mal ein ganz großer Trend um das Jahr 2000 herum) , mit ihnen Kaffee getrunken und über Dienst und Leben gesprochen, mit ihnen Jugendliche besucht , sie ins Jugendhaus eingeladen, einmal wurde ich undercover von einem Kommissar ( Typ in Lederjacke mit schulterlangem Haar....) zu einer Drogenrazzia mitgenommen, mit ihnen "Täter-Opfer-Ausgleich" gemacht ( das ist noch ein Kapitel für sich...) es entstanden auch gute menschliche Beziehungen, und die klagten mir oft ihren Frust, vor allem im Umgang mit Drogendealern. Das war die eine Seite- und jetzt kommt die andere: wenn ein Vorgesetzter da war, waren diese Leute, die fünf Minuten vorher noch ganz offen mit mir gesprochen hatten, wie verwandelt. Dann war plötzlich alles in Ordnung, " das ist kein Problem" "Jawoll, das werden wir sofort hinkriegen " " wir sind hier gut aufgestellt " und ein Phrasenschwall ohne Ende, wie aufgezogen, wie auswendig gelernt, solange, wie der Vorgesetzte im Raum stand.....

Dabei waren das unkündbare Beamte ! Ich habe daraus gelernt, dass in diesem System Untertänigkeit und Gehorsam das zentrale Element ist. Konkret: wenn der Staat seinen Polizisten befiehlt, jetzt mal richtig gegen LEGIDA/PEGIDA etc. loszulegen, dann werden die folgen.

Im Ernstfall schützt uns niemand mehr, nur wir selbst.

WM in A

3. Februar 2015 16:05

Kleine Anekdote zur Polizei

Letzte Woche in München näherte sich ein Bagida-Teilnehmer dem Eingangsbereich zur Veranstaltung. Der Kontrollposten der Polizei stellte sich in den Weg und fragte in betimmtem Ton:"Halt,wo wollen Sie hin?".
Als Antwort kam:"zu den Bösen"
Daraufhin musste der Polizist unwilkürlich losprusten, machte den Weg frei und mußte noch einige Zeit grinsen bevor er wieder seine professionelle Neutralität einnahm.

Waldgänger

3. Februar 2015 16:14

@ Hartwig

Zunächst Danke für den Link, der ja bei allem Ekel doch lesenswert ist.

Leider nur allzu richtig dieser Satz:

Es ist die ERKENNTNIS, dass die globalisierende Herrschaftselite die gleichen Ziele hat wie die volkstodsehnsüchtige Antifa.

Man könnte es auch so sagen: Nach faktischer Abschaffung der Demokratie leisten sich die postdemokratischen Machthaber (globalistische Eliten) den Luxus einer Sturmabteilung (SA) fürs Grobe, also für jene Situationen, da die Gehirnwäsche der Medien nicht zu reichen scheint.
Man kennt das nicht nur aus der NS-Zeit, sondern auch aus diversen Entwicklungsländern.

Man darf daher die Gewaltbereitschaft und Militanz ebenso wenig unterschätzen wie den Willen der Machthaber, die eigene Sturmabteilung nicht juristisch beschädigen zu lassen.

Die einzige kleine Hoffnung besteht im Grunde darin, dass der Staat noch nicht vollständig im Sinne jener Eliten gleichgeschaltet ist und dass es hier und da immer noch rechtschaffene und verantwortungsbewusste Amtsträger, Juristen, Polizisten usw. gibt.
Etwa in dem Sinne, indem es auch 1938 bei dem Novemberpogrom noch Polizisten und Feuerwehrleute, die Brandstiftungen verhindert haben.

Der Link verrät übrigens auch, wie dumm die heutigen Linken sind.
Sie überschätzen sich ja maßlos, weil sie den Umstand, dass die globalistische Herrschaftselite sie gewähren lässt, mit tatsächlicher Macht verwechseln.

Sie begreifen nicht, dass sie nur zum Nutzen der Herrschaftseliten wirken dürfen (solange es Interessenübereinstimmung gibt) und dass sie nichts als nützliche Idioten sind, die man - wenn nötig - eiskalt fallen lassen wird.
Hier und heute hilft diese Einsicht natürlich nicht.

Eisenhans

3. Februar 2015 16:53

Nette Zustandsbeschreibung, Herr Wegener !
Die Änderung derartiger Verhältnisse dürfte sich wohl ein wenig schwieriger gestalten als deren Beschreibung. Wenn z. b. einfache Angestellte von Stadtwerken von der Leitung derselbigen aufgefordert werden, absolutes Stillschweigen über Zustände in Asylantenheimen zu bewahren, ansonsten mit Personalrechtlichen Konsequenzen gedroht wird, andererseits augenzwinckernd zur Teilnahme am "Breiten Bündnis" aufgerufen wird, zeigt das eindeutig, wie tief das Fleisch schon verfault ist. Die gewaltsame Teilnahme an Aktionen gegen "Rechts" hätte für die Mitarbeiter jener Stadtwerke mit Sicherheit keine Arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Haben Sie denn außer Bestandsaufnahmen auch "Lösungvorschläge" ?

Wegner:
Nein, habe ich nicht, und an das Grübeln darüber verschwende ich auch nicht meine Zeit, da ich den "Zustand" für nicht reformierbar halte. Mag sein, daß Sie weniger "nett" finden, tut mir aber kein bißchen leid; sollte Ihre Meinung zum Stand der Dinge eine andere sein, werden Sie sicher auch selbst auf Lösungen irgendeiner Gestalt kommen.

Eisenhans

3. Februar 2015 17:40

@ Falkenstein

Wie die Mannschaftsdienstgrade der Polizei zu diesem Thema stehen, ist ziemlich nebensächlich. Die haben die Befehle der Polizeiführung zu befolgen.
Nicht mehr und nicht weniger. Eben diese Polizeiführung ist absolut Systemkonform, vor allem in den Großstädten. Hier sind die Polizeipräsidenten in der Regel von der Politik eingesetzte Büttel des Staates.
Das gleiche gilt übrigens für Staatsanwälte, die im Gegensatz z.b. zu Italien, weisungsgebunden sind. Zuwiderhandlungen werden mit Versetzung geahndet ! Beispiele dafür aus Berlin, Hamburg etc. gibt es genug. Die Polizei steht im Zweifelsfall immer auf Seiten der Herrschenden, dafür ist sie schließlich "erfunden" worden. Also, keine falschen Hoffnungen.

Sandro

3. Februar 2015 21:32

Die heutige Antifa ist viel, viel verweichlichter als die Antifa der Jahre 1980 - 2000.

Wer damals dabei war bzw. die Ereignisse "aktiv" beobachtet hat, sieht das die vermummten Kommunisten damals sehr viel brutaler, roher und mit sehr viel mehr Vernichtungswillen aufgetreten sind.

Allerdings waren damals die Ziele auch selten Rechtskonservative und Wutbürger sondern zu 95% "Neonazis".

Meist waren es Straßen- und Saalschlachten, wo teilweise 100 "Neonazis" rund 700 Linksautonomen gegenüberstanden und da flogen nicht nur ein paar Böller und Steine. Damals war es ohne jede Übertreibung ein Kampf auf Leben und Tod. Szenen gegen die die heutigen Aktionen von Köln, Leipzig und Hannover (so schlimm sie natürlich trotzdem sind!) ein laues Lüftchen waren.

Unzählige Schwerverletzte und das beinahe jedes 2. Wochenende über Jahre hinweg - in den Medien stand damals davon aber so gut wie nichts.

Und auch damals vor 20 Jahren wurden schon Zugverbindungen durch Brandanschläge sabotiert , es wurden Busse an den Abfahrtorten angegriffen und die Angriffe waren mit Messern, Eisenstangen, Baseballschlägern, Pflastersteinen auch um ein vielfaches fanatischer.

Allerdings hatte die Antifa (bis auf die Großstädte Hamburg, Berlin und Göttingen) auch noch nicht die breite Unterstützung nahezu der gesamten gesellschaftlichen Kräfte wie heute. Und heute besteht die Antifa zu nur 10 % aus geübten Straßenkämpfern, die breite Masse sind Bübchen, Weicheier, Kopfmenschen. Lachhafte Gegner, allenfalls durch ihre schiere Masse rudimentär gefährlich.

Heute macht sie eher ihre starke Vernetzung und das Wohlwollen von MSM und etablierter Politik so brandgefährlich - und nicht ihre "Qualität" als Streetfighter.
Vor 20 Jahren haben sich Konservative um diese Gefahr aber einen feuchten Kehricht geschert, weil Konservative damals nicht auf die Straße gingen - ein Grundfehler!

Außerdem traf es ja nur "Rechtsextremisten" und die sind ja ohnehin außerhalb des Diskurses. Man will nicht mit ihnen und wenn es nur sie trifft - damit kann man leben. Nun aber kommen die Einschläge näher; nein, sie treffen einen schon voll in die Fresse. Autsch.
Nun ja, herzlich Willkommen in der Wirklichkeit liebe Konservative!

Hätte man die Augen schon vor 20, 30 Jahren vor dieser Antifa-Gefahr geöffnet, vieles hätte im Vorfeld pariert werden können; nun ist das Kind leider in den Brunnen gefallen.

Kositza: Stark altmodisch, wie wir sind, hatten wir vor 20 Jahren dieses blog noch nicht!

Stil-Blüte

3. Februar 2015 23:35

1989: Das war damals das letzte Kapitel einer langen Kette von Widerstandshandlungen in der DDR.

Vor allem seit 1968 (Prager Frühling) wurden sie fast ausschließlich von einer privilegierten Minderheit, den Söhnen und Töchtern renommierter Bonzen, der ebenso privelegierten antifaschistischen Widerstandskämpfer (Verfolgte des Naziregimes, VdS), der Emigranten aus Ost und West mit Feuereifer, Naivität (Flugblätter), privater Verbindung und Stütze untereinander getragen und ertragen.

In den 70er/80er Jahren kamen dann mehr und mehr unbequeme Studenten, Dissidenten, Kirchenvolk und Ausreisewillige hinzu, was erst im Spruch: 'Wir wollen raus'/'Wir bleiben hier', später 'Wir sind das Volk' gipfelte.

Grob gesagt: Zwischen Vorhut und Fuß-Volk lagen zwanzig Jahre.

Grob gefragt: Ist PEGIDA Vorhut oder Fußvolk? Beides zugleich?

Wo sind eigentlich die 'Enfant terrible' der Etablierten? Über den symbolischen 'Vatermord' der Bürgersöhnchen nach dem 1. Weltkrieg über die 'vaterlose Gesellschaft' der 68er zu den Autonomen/Antifa De-Generation 'vater-landsloser Gesellen'?

Wegner:
Das mit dem "antifaschistischen" Widerstand der "Verfolgten des Naziregimes" müssen Sie mir erklären. Mag sein, daß ich qua später Geburt da etwas verpaßt habe, aber spätestens seit der Zwangsauflösung der DDR-VVN kann wohl von einem auch nur andeutungsweise regimekritischen Engagement der in der DDR verbliebenen und organisierten Verfolgten nicht mehr die Rede sein.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben

4. Februar 2015 08:21

Die Brutalität gegen das eigene Volk ist ein Kennzeichen der extremen Linken (siehe Schwarzbuch des Kommunismus)

Ein historisches Detail am Rande:

Mein Vater wurde mit 16 zur Wehrmacht eingezogen, überlebte unter anderem die Schlact um Warschau, um Königsberg, die Schlacht auf den Seelower Höhen, die Schlacht um Berlin. Nach der Schlacht um Berlin schlug er sich gegen Westen durch und geriet in britische Kriegsgefangenschaft.
Als 19-jähriger Kriegsgefangener musste er von britischen Soldaten vor Kommunisten beschützt werden, die Backsteine auf die gefangenen deutschen Soldaten warfen.
Die heutige Antifa sind die geistigen Enkel und Urenkel dieser "tapferen" Kämpfer wider den Faschismus.

Ein Erlebnis, dass meinen Vater politisch das ganze Leben prägte. Er gehörte zu denen seiner Generation, die die Verbechen das Nationalsozialismus durchaus realistisch sahen und nicht verharmlosten. Aber den Kommunismus hasste er genauso.

Das System wird einen hohen Preis dafür zahlen mit diesem Pack kooperiert zu haben. Die Linksextremen werden dafür politische Mitsprache in irgendeiner Form einfordern, z.B. bei der Asylpolitik, was dann den Spalt zwischen der CDU-Regierung und dem Bürgertum vergrößern wird - was uns nur recht sein kann.

Stil-Blüte

4. Februar 2015 08:54

Lieber Herr Wegner,

Wahrscheinlich habe ich mich ungenau ausgedrückt.

Die Widerständler waren nicht die sog. OdN bzw. VdN (Opfer/Verfolgte des Nationalsozialismus), die zurückgekehrten Emigranten, die zumeist höhere Posten im Staatsapparat innehatten oder durch ihren Status geschützt waren, sondern deren privelegierten Kinder, die Einzelaktionen mit Flugblättern und Grafitti veranstalteten.

(Beispiel: Thomas Brasch, Barbara Honigmann, Havemann-Kinder, Roswitha Hunzinger, eine Helene-Weigel-Nichte, Bettina Wegner).

Anfang der 70er entwickelte sich die Opposition parallel zu Westdeutschland/-berlin in studentischen Kreisen, in Szenevierteln (Prenzlauer Berg), was massenweise Disziplinar- und Ermittlungsverfahren gegen Studenten, Künstler zur Folge hatte. Hinzu kam eine Musik- und literarische Szene (z. B. Renft-Combo, Biermann, Manfred Krug, Jazz & Lyrik), die den Widerstandsgeist beflügelte.

Was ich meinte: Der Demonstration Hunderttausender 1989 ging zwanzig Jahre konspirativer, zugleich lebendiger, ja lebensfreudiger Widerstandsgeist Einzelner bzw. kleiner Gruppen von denjenigen mit unangepasster, nonkomformer Lebensform voraus, die einen einzigen gemeinsamen Feind hatten - die Nomenklatura.

Als dann das Volk auf die Straße ging, war die 'Vorhut' nicht mehr auf ihrer Seite, da es dem Volk lediglich um 'Bananen' (Christa Wolf) und Reise-Freiheit statt um geistige Kost und Freiheit ging.

Vergleichsweise gibt es diesen 'Vorlauf', diese 'Vorhut' bei Pegida nicht. Werden wir Konservative, die Wutbürger, die Unzufriedenen von einem echten Lebensgefühl getragen? Von Musik? Von gemeinsamen Festen? Von großen Freundschaftkreisen? Von Hilfsbereitschaft untereinander?

Spaziergängerin von Hambach

4. Februar 2015 10:22

"Als dann das Volk auf die Straße ging, war die ‚Vorhut‘ nicht mehr auf ihrer Seite, da es dem Volk lediglich um ‚Bananen‘ (Christa Wolf) und Reise-Freiheit statt um geistige Kost und Freiheit ging."

Liebe Stil-Blüte

In Dresden Jan. 2015 gingen eher die Bananenesser auf die Straße und die Reden wurden eher unbeholfen und unprofessionell, aber aus dem Herzen gehalten. Vielleicht sollten die sog. Intellektuellen sich jetzt dem einfachen Volk anschließen. Ich finde es durchaus sympathisch, daß es dem einfachen Volk um geistige Kost und Freiheit geht ( sehr kreative Plakate waren zu sehen. Etwa:Gegen betreutes Denken u.a.)
Ja, man könnte auch sagen: die haben nur Angst um ihre Rente. Eben Spießer.
Ich halte es für arrogant von einer Christa Wolf ( einer Privilegierten des SED-Regimes) , sich über die Bananenesser zu erheben.
Auch für die Intellektuellen kommt erst das Fressen und dann die Moral.
Man isst nur etwas feiner.
Für mich ein Aha-Erlebnis war es, die Bürgerrechtlerin Freya Klier kurz nach ihrer Ausbürgerung aus der DDR 1988 in einem Lokal in Frankfurt-Eschersheim zu erleben. Heute würde man Szenelokal sagen. Sie bestellte sich Burgunder Schnecken im Kupferpfännchen und aß sie, als hätte sie nie
etwas anderes in ihrem Leben gegessen. Ich bin damals vor Ehrfurcht vergangen. Ich hatte mich als Westler bis dahin nie an die gehobene Küche gewagt.

Das Volk und die Intellektuellen sind in Deutschland leider oft getrennt. Das ist in vielen anderen europäischen Ländern nicht so.

derherold

4. Februar 2015 11:37

"...entwickelte sich die Opposition parallel..."

Ich halte es da mit dem DDR-Lyriker Uwe Kolbe: Es gab in der DDR jede Menge Dissidenten aber keine Opposition.

Ich glaube nicht, daß die "Widerständler" wirklich maßgeblich für den Fall der Mauer waren ... sie sind ja sehr schnell im vereinigten Deutschland abgeschaltet worden.

Das "echte Lebensgefühl" (Renft&Co.,) gab es auch bei Leuten, die auf (DDR-)Linie lagen (und sei es auch nur aus Naivität).
Die "Widerständler" haben mE so gut wie gar nichts zu Ostdeutschland ab 1990 beigetragen; Jazz, Lyrik, Krug und Biermann hatten NULL Einfluß. Die heutige (angebliche) Antifa-Front speist sich zu 90% aus westdeutschen bzw. us-amerikanischen Vorgaben.

... im übrigen springt der Kleinbürger, wenn man mit der Peitsche droht.

Wilfried Paffendorf

7. Februar 2015 14:53

Ich stelle mit folgende Frage:
Wenn bei Demonstrationen, "Spaziergängen", gleichzeitigen "Sitzblockaden" und "Gegendomonstrationen" derart starke Polizeiaufgebote an die Orte des Geschehens gesandt werden, wie es dann mit der ganz "normalen" Polizeipräsenz für Fälle "normaler" Kriminaltät aussieht?
Gibt es Statistiken und Untersuchungen darüber, ob sich zum Zeitpunkt von Massenaufmärschen beider Seiten und der Bindung starker Polizeikräfte in diesem Zusammenhang z.B. die Zahl der Wohnungseinbrüche, Raubüberfälle und der Kleinkriminaltät signifikant erhöht?
Inwieweit nutzen "normale" Kriminelle gezielt die Bindung von Polizeikräften bei solchen Massenkundgebungen und Gewaltorgien der Linken Szene, um Straftaten zu begehen?
Herr Wegner.
Zum Inhalt Ihres Artikels will ich nichts weiter schreiben. Jedem aufmerksamen Bürger - zumal mir selbst, denn ich war damals Teil der 68er-Bewegung - muss auffallen, dass sich Politiker zunehmend einer Menschen verachtetenden Terminologie bedienen und das Denken junger Menschen in negativer Weise beeinflussen.
Die Schlagworte sind bekannt, Menschen mit anderen Meinungen werden in die Nähe von Ungeziefer und "Dreck" gerückt. Ihnen wird das Menschentum schrittweise aberkannt. So indoktriniert man junge Menschen und vermittelt ihnen das Gefühl, bei Gewalt gegen ihre vermeintlichen Gegnern im Recht zu sein.
Dabei spielen die Medien eine wichtige Rolle, sind sie doch das Transportmittel für den Terror.

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