Martin Heidegger – 64. Sezession erschienen

Der Jahrgang 2015 dieser Zeitschrift startet mit einem Martin Heidegger gewidmeten Themenheft.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

Im Edi­to­ri­al beschreibt Götz Kubit­schek, wie sehr die Umtrie­big­keit in Sachen PEGIDA und LEGIDA der Rota­ti­on eines Schwung­rads gleicht, des­sen Antrieb und Zweck im Ver­bor­ge­nen lie­gen. Man müs­se bei­des zugleich tun kön­nen: Enga­giert demons­trie­ren und tief­grün­dig lesen. Das Hei­deg­ger-Heft wird der­zeit aus­ge­lie­fert und kann hier bestellt wer­den.

+ Nach dem Edi­to­ri­al folgt eine Ein­füh­rung in Hei­deg­gers Leben und Werk in Form einer Zeit­ta­fel. Anhand mar­kan­ter bio­gra­phi­scher wie werk­bio­gra­phi­scher Daten und Fak­ten wird das Wir­ken des Phi­lo­so­phen skizziert.

+ Das Autoren­por­trait ist dem in Süd­ko­rea gebo­re­nen Gegen­warts­phi­lo­so­phen Byung-Chul Han gewid­met. Lutz Mey­er gibt ein Pan­ora­ma der Ver­öf­fent­li­chun­gen Hans; zen­tral sind des­sen kri­ti­sche Gedan­ken zur heu­te gän­gi­gen Ver­göt­zung der Trans­pa­renz. Aber auch an der Wirk­macht von Ideen hält der etwa an Hei­deg­ger und Schmitt geschul­te Phi­lo­soph fest: “Den­ken ist die gefähr­lichs­te Tätig­keit, viel­leicht gefähr­li­cher als die Atom­bom­be. Es kann die Welt verändern.”

+ Mar­tin Sell­ner schil­dert in einem unkon­ven­tio­nel­len Bei­trag sei­nen “Denk­weg zu Hei­deg­ger”. Der Kopf der “Iden­ti­tä­ren Bewe­gung” in Öster­reich erweist sich als lei­den­schaft­li­cher wie kennt­nis­rei­cher Hei­deg­ge­ria­ner und hofft, daß ein Gott uns ret­ten kann.

+ Die Fra­ge nach der Tech­nik ist Gegen­stand des Bei­trags von Micha­el Rie­ger. Zum Wesen der Tech­nik arbei­te­te Hei­deg­ger ab 1932, als Ernst Jün­gers Der Arbei­ter erschien, um die fun­da­men­ta­le Gefähr­dung von Mensch und Welt ange­sichts der aus­grei­fen­den Tech­nik zu entziffern.

+ Mar­tin Licht­mesz geht ins “Kino mit Hei­deg­ger” – auch, wenn Hei­deg­ger ver­mut­lich nur sel­ten dort ver­weil­te. Er wer­te­te Film und Rund­funk als Agen­ten der Ent­or­tung des Men­schen. Den­noch fin­den sich auch in Hei­deg­gers Den­ken frucht­ba­re Ansät­ze für eine Ästhe­tik des Films. Licht­mesz ver­gleicht die Kunst­auf­fas­sung Hei­deg­gers, Hans Sedl­mayrs und Andrej Tar­kow­skijs, und folgt den Spu­ren des Phi­lo­so­phen im Werk Ter­rence Malicks (“Der schma­le Grat”, “The Tree of Life”).

+ Götz Kubit­schek ist zu Besuch beim Abt des ein­zi­gen deut­schen ortho­do­xen Klos­ters und sucht nach dem Glau­be Hei­deg­gers. Eben­falls mit dem Drei­fal­tig­keits­klos­ter in Buch­ha­gen zu tun hat Mar­tin Licht­mesz’ Bespre­chung des bemer­kens­wer­ten Wer­kes von Gott­fried Böh­me: Stein und Zeit. Es erschien dort im Eigen­ver­lag. Böh­me, evan­ge­li­scher Leh­rer an einem Pri­vat­gym­na­si­um, ver­tei­digt die Reli­gi­on gegen­über den »Gebil­de­ten unter ihren Ver­äch­tern«. Sein Buch ist die Frucht einer lang­jäh­ri­gen Aus­ein­an­der­set­zung mit sei­nen Schü­lern; einer von ihnen ist unter dem Namen »Vater Laza­rus« Mönch in Buch­ha­gen gewor­den und hat ein lesens­wer­tes Nach­wort bei­gesteu­ert, das die von sei­nem ehe­ma­li­gen Leh­rer auf­ge­wor­fe­nen Fra­gen aus der Sicht der Ortho­do­xie zu beant­wor­ten versucht.

+ Her­vor­he­bung ver­dient auch ein Gespräch mit Ernst Nol­te, das Kubit­schek und Erik Leh­nert führ­ten. Nol­te stu­dier­te in den frü­hen 1940er Jah­ren bei Hei­deg­ger und hielt auch nach dem Krieg Kon­takt zu sei­nem Leh­rer. Nol­te erläu­tert Hei­deg­gers Bild vom Natio­nal­so­zia­lis­mus und nimmt pro­non­ciert Stel­lung zur Rol­le des “Welt­ju­den­tums” in Hei­deg­gers Denken.

+ Wei­te­re Tex­te stam­men von Sieg­fried Ger­lich („Von Hei­deg­ger zu Der­ri­da“), Erik Leh­nert („Hei­deg­gers Meta­po­li­tik“), Adolph Przy­by­sz­we­ski (“Hoch­schul­re­form 1933”) und Ellen Kositza (“What a MAN!” geht dem Cool­ness-Fak­tor des Paps­tes nach). Abge­run­det wird die 64. Sezes­si­on durch bewähr­te Rubri­ken wie Rezen­sio­nen und Vermischtes.

Abon­nen­ten erhal­ten das Heft ab heu­te, Ein­zel­be­stel­lun­gen und die Ein­sicht in das Inhalts­ver­zeich­nis sind hier mög­lich. Ein Jah­res­abon­ne­ment inner­halb Deutsch­lands und Öster­reichs kos­tet 50 Euro, ermä­ßigt für Nicht­ver­die­ner 35 Euro (jeweils inkl. Por­to), drei älte­re Hef­te gibt es zudem als Prämie.

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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