Blockupy & Pegida, vereint euch!

Gähn. Wozu die Aufregung? Linksextreme Gewalt "gehört zu Deutschland", und das ist derart sonnenklar, daß es Angela Merkel nicht auch noch extra durch apodiktische Verlautbarungen betonen muß. Dementsprechend müde fielen die meisten Pressekommentare zu den jüngsten Ausschreitungen in Frankfurt aus.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Die Ver­dam­mun­gen der Exzes­se kamen Pflicht­übun­gen gleich; klar, alle sind “gegen Gewalt” und so, das ver­steht sich von selbst, aber auch, daß man im Grun­de Ver­ständ­nis für die schlim­men Kin­der hat und die ange­rich­te­ten Ver­wüs­tun­gen und über 150 ver­letz­te Poli­zis­ten nicht beson­ders ernst nimmt. Bul­len erle­di­gen sowie­so nur die Drecks­ar­beit, für die ihnen kei­ner dankt, wen inter­es­siert schon, ob da auch Men­schen unter den Hel­men und Schutz­an­zü­gen stecken?

Ein paar Beispiele:

“Spie­gel Online”: Die Beschwö­rung umstürz­le­ri­scher Kriegs­bil­der mag effekt­voll sein und maxi­ma­le Auf­merk­sam­keit garan­tie­ren, doch der Kra­wall pro­vo­ziert nicht nur den Staat zu jus­ti­zia­bel aus­schlacht­ba­ren Über­grif­fen und häss­li­chem Kon­troll­wahn, er schürt auch die Angst des Bür­ger­tums vor Unru­he und Instabilität.

Über­set­zung: Die links­ex­tre­me Gewalt ist eher unklug als an sich schlecht, denn sie pro­vo­ziert nur den faschis­to­iden Staat und das reak­tio­nä­re Bür­ger­tum mit ihrem ewi­gen Sicherheitsbedürfnis.

“Die Welt”: Die Aus­schrei­tun­gen zei­gen, wozu die­se Melan­ge aus Kapi­ta­lis­mus­kri­tik, Rebel­li­ons-Aben­teu­er­ur­laub und media­ler Gra­tis­ver­klä­rung in der Lage ist. Die Bür­ger­kin­der sin­gen im Zug zur Demo Arbei­ter­lie­der, aber die ein­zi­gen Arbei­ter­kin­der sind wohl bei der Poli­zei zu fin­den, die sie mit Stei­nen bewer­fen. So geht Klassenkampf.

Hopp­la! Da haben wir aber Pier Pao­lo Paso­li­ni gechannelt!

“Landeszeitung”(Lüneburg): Der Pro­test gegen sozia­le Unge­rech­tig­keit ist nach­voll­zieh­bar und ehren­voll. Die Gewalt­ex­zes­se ver­die­nen die­se Ehren nicht, weil sie ande­ren Wur­zeln ent­sprin­gen. Hier baden unrei­fe Cha­rak­te­re in der iden­ti­täts­stif­ten­den Wir­kung gemein­sa­mer Brutalität.

Wie hübsch! Ein Mus­ter­bei­spiel an kon­struk­ti­ver Kritik!

“Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung”: Ist es zu viel ver­langt, wenn jene, die so ger­ne von gesell­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung reden, Fol­gen ihres Han­delns beden­ken – zumal dann, wenn sie so abseh­bar sind? Einem Neun­zehn­jäh­ri­gen mag man die Nai­vi­tät durch­ge­hen las­sen, er habe doch nur demons­trie­ren wol­len, den Wil­kens und Genos­sen aber nicht. Sie wuss­ten genau, was sie taten. Sie nah­men Tote in Kauf. Erst bren­nen die Strei­fen­wa­gen, dann die Menschen.

In der Tat, ist es denn zuviel ver­langt? Die Fol­gen sei­nes Han­delns zu beden­ken? Ist es das? Nun sagt schon!

“Ber­li­ner Zei­tung”: Die Block­u­py-Bewe­gung nimmt zwar das Demons­tra­ti­ons­recht für sich in Anspruch, leis­tet aber einen aggres­si­ven Bei­trag zu des­sen Beschä­di­gung. Da hilft auch der lapi­da­re Ver­weis der Occu­py-Orga­ni­sa­to­ren nicht wei­ter, dass die in vie­len Län­dern Euro­pas vor­herr­schen­de Wut nun eben auch in Frank­furt ange­kom­men sei. Bru­ta­le Stra­ßen­ge­walt ist kein gutes Bei­spiel für einen Trans­fer euro­päi­scher Stimmungslagen.

Genug davon – alle sin­gen das glei­che Lied mit gerin­gen Nuan­cie­run­gen, und es bleibt ins­ge­samt trotz aller Rügen beim eher päd­ago­gi­schen Ton­fall. Im Grun­de hat man ach­sel­zu­ckend hin­ge­nom­men, daß die Lin­ke tun und las­sen kann was sie will, dar­an wird sich nichts mehr ändern. Sie kann also ihre eige­ne Agen­da so gut wie gar nicht mehr diskreditieren.

Und das ist natür­lich, die Poin­te hat der geneig­te Leser gewiß kom­men sehen, mei­len­wert ent­fernt von dem alar­mis­ti­schen und schril­len Ton­fall, mit dem der Auf­stieg von Pegi­da bedacht wur­de, der im Gegen­satz von Block­u­py gänz­lich frei von Gewalt­ex­zes­sen war. Die von man­chen Kom­men­ta­to­ren bemüh­ten Ver­glei­che wir­ken der­art an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen, daß sie eher vom Gegen­teil ihrer Inten­tio­nen überzeugen:

“Schwä­bi­sche Zei­tung”: Pegi­da in Dres­den und Block­u­py in Frank­furt: Ist das der sprich­wört­li­che Ver­gleich von Äpfeln mit Bir­nen? Vor­der­grün­dig ja. Die selbst­er­nann­ten Patrio­ten Euro­pas lau­fen Rechts­ex­tre­mis­ten hin­ter­her, die selbst­er­nann­ten Kapi­ta­lis­mus­kri­ti­ker rei­hen sich in einen links­ex­tre­mis­ti­schen Mob ein. Doch bei­de sind von tum­ben, ungu­ten Gefüh­len gesteu­ert, bei­de sind kon­zept­los und poli­ti­kun­fä­hig. Bei­de Bewe­gun­gen sind im Grun­de anti­de­mo­kra­tisch und antirechtsstaatlich.

Was zum Gei­er nun an Pegi­da “anti­de­mo­kra­tisch” und “anti­recht­staat­lich” sein soll, kann der Autor natür­lich nicht begrün­den. Wie man im Ame­ri­ka­ni­schen sagt: He’s making his shit up as he goes along, er saugt sich sei­nen Scheiß aus den Fin­gern, wie es ihm gera­de ein­fällt. Banal­er­wei­se basie­ren sol­chen Aus­sa­gen auf der vagen Vor­stel­lung, daß eine “rech­te” Agen­da, etwa zur Begren­zung der Ein­wan­de­rung, per se irgend­wie “böse” sei, und eine lin­ke, etwa “gegen Rechts” oder “gegen den Kapi­ta­lis­mus” per se irgend­wie “gut” .

Pegi­da ist natür­lich im Gegen­satz zu Block­u­py völ­lig kra­wall­frei (sieht man von den Gegen­de­mons­tran­ten ab) ver­lau­fen, und kann nicht annä­hernd damit ver­gli­chen wer­den, wird aber dop­pelt und drei­fach sys­te­ma­tisch dämo­ni­siert und schon im Ansatz dis­kre­di­tiert. Die Gewich­tung ist etwa so: die links­ra­di­ka­len Exzes­se haben nicht ein­mal den den­sel­ben Ver­werf­lich­keits­grad wie der “rech­te” Pro­test an sich, der schon per se als eine Form von laten­ter Pogrom­ge­walt gewer­tet wird.

Und wäh­rend sich die “Rech­ten” per­ma­nent von jedem Flie­gen­schiß, Face­book­kom­men­tar, Fri­seu­sen­schmäh oder Neben­mann in der Demons­tran­ten­mas­se distan­zie­ren, ohne daß es ihnen in irgend­ei­ner Wei­se nut­zen wür­de, distan­zie­ren sich die “Lin­ken”, wie nun eben Block­u­py, einen feuch­ten Dreck von irgend­was oder irgend­wem, ohne daß es ihnen in irgend­ei­ner Wei­se scha­den würde.

Um etwas Salz in die lang­wei­li­ge Mono­to­nie der lau­fen­den Kom­men­ta­re zu brin­gen, hat Jakob “im Zwei­fel links” Aug­stein soviel Kan­te gezeigt, die Aus­schrei­tun­gen mehr oder weni­ger impli­zit zu recht­fer­ti­gen. Huch! Wie mutig! Wie kon­tro­vers! Aber in Wahr­heit ist das im Grun­de auch schon egal, denn es wird kei­ne müde Socke skan­da­li­sie­ren. Außer­dem greift Aug­stein tief in die Mot­ten­kis­te links­ra­di­ka­ler Agi­ta­ti­on, indem er die alte The­se von der “struk­tu­rel­len Gewalt” des Sys­tems auf­wärmt, die bekannt­lich schon Anno RAF gar lieb­li­che Fol­gen hatte.

Block­u­py sei “Gewalt gegen Gewalt”, schreibt Aug­stein und fragt: “Wenn wir die Gewalt der Stra­ße ver­ach­ten, war­um akzep­tie­ren wir dann die Gewalt der Politik?”

Man sei auf Gewalt vor­be­rei­tet gewe­sen, sag­te eine Spre­che­rin der Poli­zei, aber “mit der­ar­ti­gem Hass und Aggres­si­on konn­te man nicht rech­nen”. Tat­säch­lich nicht? Wuss­ten die Behör­den nicht, dass es einen gro­ßen Zorn gibt in Euro­pa? Auf die Ban­ken und ihren Kapi­ta­lis­mus, der sich selbst zu schüt­zen ver­mag, aber nicht die Men­schen. Und hat nicht Vic­tor Hugo vor lan­ger Zeit geschrie­ben: “Der Zorn facht den Auf­ruhr an wie der Wind das Feuer”?

In Frank­furt tra­fen 10.000 Poli­zis­ten auf 17,000 Demons­tran­ten. Die Poli­zei spricht von 150 ver­letz­ten Beam­ten und mehr als 400 fest­ge­setz­ten Per­so­nen. Hat die Poli­zei als Grund die­ser Maß­nah­men wie­der “Anti­ka­pi­ta­lis­mus” auf dem ent­spre­chen­den Form­blatt ein­ge­tra­gen, wie es im Jahr 2012 gesche­hen ist, bei den ers­ten gro­ßen Pro­tes­ten der Blockupy-Bewegung.

Damals blitz­te die Wahr­heit des Sys­tems auf: Es war der Kapi­ta­lis­mus selbst, zu des­sen Schutz sich die Poli­zei beru­fen sah. Nicht zum Schutz von Staat, Gesell­schaft oder Demo­kra­tie. Die Ban­ken­stadt war damals der rich­ti­ge Ort für den Pro­test und ist es auch heute.

Das ist natür­lich ein Old-School-kom­mu­nis­ti­sches Strick­mus­ter: der Büt­tel schützt den Geld­sack vor den Revo­lu­tio­nä­ren – daher ver­dient er auch kein Mit­leid, denn er steht “struk­tu­rell” auf der fal­schen Sei­te. Das ist fast schon roman­tisch, Stoff für einen sowje­ti­schen Stumm­film von Eisen­stein & Co.

Aller­dings brin­ge auch ich es nicht fer­tig, mich über Aug­stein groß auf­zu­re­gen. Ich gebe ihm im Wesent­li­chen sogar recht. Und Micha­el Paul­witz hat dies­mal aus­nahms­wei­se nicht recht. “Der” Feind steht nicht links, zumin­dest nicht der pri­mä­re. Die “Fein­de von Demo­kra­tie und Rechts­staat” sit­zen in Brüs­sel, in der Wall Street, in der EZB und bei Gold­man-Sachs. Und sie sit­zen in der deut­schen Regie­rung, sofern sich die­se zu ihren Kom­pli­zen und Mario­net­ten machen läßt.

Der deut­sche Staat hat sei­ne “Demo­kra­tie” struk­tu­rell so ein­ge­rich­tet, daß die Macht in den Hän­den sei­ner Eli­ten bleibt, egal, wie gewählt wird, und er nimmt es mit dem “Rechts­staat” auch mal nicht so ernst, wenn es etwa oppor­tun ist, die Anti­f­ah­or­den gegen sei­ne Kri­ti­ker ein­zu­set­zen. Die Rech­ten las­sen sich auf die Mos­lems het­zen und die Lin­ken auf die Rech­ten, und dadurch sind alle wun­der­bar mit­ein­an­der beschäf­tigt, wäh­rend Mario Dra­cu­la wei­ter­hin sovie­le Bank­no­ten druckt, wie er will.

Gewiß, die Kra­wall­de­mons­tran­ten haben idio­tisch und im Grun­de unpo­li­tisch gehan­delt, haben zum über­wie­gen­den Teil wohl nur ein Ven­til gesucht, oder waren wohl froh, in Gestalt des EZB-Gebäu­des end­lich einen zumin­dest sym­bo­lisch sicht­ba­ren Feind vor sich zu haben. Aber auch das war nur Stei­ne­wer­fen gegen einen Wasserfall.

Den­noch: Alle, wirk­lich alle könn­ten und soll­ten gegen die­ses Sys­tem und sei­ne “Gewalt” sein, denn es ist der Feind aller, die er nach dem Mot­to “Tei­le und Herr­sche” gegen­ein­an­der aus­spielt. Lin­ke, Rech­te, Pegi­da und sogar “Kapi­ta­lis­ten”. Auf eigen­tüm­lich frei jeden­falls klärt ein liber­tä­rer Illu­mi­nat dar­über auf, daß der von den Büt­teln geschütz­te “Kapi­ta­lis­mus” der EZB & Co nicht der ech­te, “gute” Kapi­ta­lis­mus sei:

Kapi­ta­lis­mus in sei­ner reins­ten Form ist frei­er Markt­an­ar­chis­mus. Sobald sich Staat und Poli­tik in die Wirt­schaft ein­mi­schen, kann von einem rei­nen Kapi­ta­lis­mus nicht mehr die Rede sein. Daher ist es auch offen­sicht­lich, dass wir der­zeit, bei Staats­quo­ten rund um die 50 Pro­zent, Steu­ern en mas­se, der zuneh­men­den Ver­staat­li­chung sämt­li­cher Berei­che und der kor­rupt anmu­ten­den Ver­flech­tung von Poli­tik und Groß­ka­pi­tal, gar nicht im Kapi­ta­lis­mus, son­dern in einem schlei­chen­den, nepo­tis­tisch ver­an­lag­ten Kor­po­ra­tis­mus leben, der die Wirt­schaft in ein Kor­sett ein­engt, wel­ches ihr natür­li­ches, gesun­des Rück­grat krümmt und lähmt.

Harald Harz­heim nahm im Com­pact-Maga­zin die Aus­strah­lung des Bat­man-Films “Der dunk­le Rit­ter” zum Anlaß einer Unter­schei­dung zwi­schen den zwei heu­ti­gen Haupt­for­men des “Ter­ro­ris­mus”:

In der Wirk­lich­keit wütet der Joker gleich zwei­fach: mas­kiert als glo­ba­ler Finanz­ka­pi­ta­lis­mus, mit den Mas­ken von US- und EU-Poli­ti­kern – und als ver­mumm­ter IS-Kämp­fer. Bei­de sind Mas­ken der­sel­ben „Sache“, zwei Vari­an­ten des Ter­rors. Das Ziel ist in bei­den Fäl­len das Glei­che: den Men­schen das Gefühl uni­ver­sel­ler Hilf­lo­sig­keit zu ver­mit­teln. IS und Al Quai­da ver­set­zen die ara­bi­sche Welt durch insze­nier­te Kör­per­ver­nich­tung in Angst­star­re wäh­rend der Finanz­ka­pi­ta­lis­mus die Psy­che der Men­schen zer­stört. Der Wes­ten, vom Nihi­lis­mus bereits geschwächt, pro­du­ziert Resi­gna­ti­on gegen­über dem Inter­es­se des Finanz­ka­pi­tals, das für fort­schrei­ten­de Mas­sen­ar­mut sorgt, der Jugend in süd­li­chen Län­dern die Zukunft nimmt, den Völ­kern Afri­kas Nah­rung und Was­ser hin­weg spe­ku­liert (oder monopolisiert).

Beim Wett­be­werb, wer die Völ­ker am effi­zi­en­tes­ten kne­belt, setzt das west­li­che Finanz­ka­pi­tal weni­ger auf Panik (wie die IS), son­dern auf Ermü­dung, auf Depres­si­on: Egal, was du tust, die Din­ge sind „alter­na­tiv­los“. Aktu­ell: Egal, wie hef­tig ihr pro­tes­tiert, wie vie­le Exper­ten sich die Haa­re rau­fen, wir wer­den TTIP, CETA und TISA trotz­dem beschlie­ßen. Egal, ob wir eure Träu­me vom fried­lich-ver­ein­ten Euro­pa in eine EU-Dik­ta­tur ver­wan­delt haben, wir füh­ren es den­noch fort. Oder: Egal, wie ihr zu Russ­land steht, wir erklä­ren es trotz­dem zum Feind. NGOs und Bür­ger­be­we­gun­gen kom­men und gehen nach kur­zer Zeit. Die Nicht­re­ak­ti­on der Poli­tik lässt sie schnell an Atem ver­lie­ren. Zurück bleibt die Lee­re. Die Depres­si­on. Die Aner­ken­nung, dass Schul­den­rück­zah­lung an Ban­ken mehr zählt als Menschenleben.

Und: ihr könnt noch so vie­le Autos anzün­den und Poli­zis­ten ins Kran­ken­haus brin­gen, der EZB-Kas­ten bleibt trotz­dem ste­hen, und die drin­nen sit­zen, tun, was sie ver­dammt noch­mal wol­len, egal, was die Chao­ten vor der Haus­tü­re treiben.

Aus die­sem Grund hät­te sich Aug­stein sei­ne dem­ago­gi­sche oder auch eher blö­de rhe­to­ri­sche Fra­ge spa­ren können:

Die Gewalt der Pro­tes­tie­ren­den wird ein­hel­lig ver­ur­teilt. Aber die Gewalt des Sys­tems igno­rie­ren wir. Was ist mehr wert: Das Leben eines grie­chi­schen Rent­ners? Oder ein deut­scher Streifenwagen?

That’s no alter­na­ti­ve, Jakob! Der grie­chi­sche Rent­ner geht eben­so drauf wie der deut­sche Strei­fen­wa­gen oder der Poli­zist, der viel­leicht eines Tages in ihm ver­bren­nen wird. Block­u­py, das ist bes­ten­falls nichts als Abbau der Aggres­si­on, die aus dem dif­fu­sen Gefühl der Hilf­lo­sig­keit gegen­über einem all­mäch­ti­gen und per­ma­nent “unsicht­ba­ren Geg­ner” erwach­sen ist. Nichts ande­res ist der “Kampf gegen Rechts”: ein wei­te­rer Ver­such, einen Geg­ner mit Gesicht zu erschaf­fen, um dann die Meu­te auf ihn zu het­zen und ihr ein Ziel zu geben. Ein biß­chen “anti­fa­schis­ti­scher” Zir­kus, und die Affen sprin­gen durch den Rei­fen. Den “Nazi”-Knopf gedrückt, und die Welt ist wie­der begreifbar.

Ich ken­ne einen ein­sa­men, quer­köp­fi­gen Autor, der noch sozia­lis­ti­scher und kom­mu­nis­ti­scher als Aug­stein ist: Ste­phan Steins von der Roten Fah­ne. Und der hat auch den grö­ße­ren Tief- und Über­blick – apro­pos Pegi­da schrieb er:

Das real exis­tie­ren­de Pro­blem der Mas­sen­ein­wan­de­rung, Über­frem­dung und in letz­ter Kon­se­quenz des Eth­no­zids gegen den ger­ma­ni­schen Kul­tur­raum hat mit der Reli­gi­on Islam, wie auch immer man die­se defi­nie­ren möch­te, nichts zu tun. Pegi­da sug­ge­riert, der Islam sei das han­deln­de Sub­jekt, dabei ist nichts fal­scher als das.

Die Mas­sen­ein­wan­de­rung nach Euro­pa ist ein Instru­ment unter meh­re­ren des heu­ti­gen glo­ba­len Impe­ria­lis­mus zur Des­in­te­gra­ti­on der bür­ger­lich demo­kra­ti­schen Repu­blik der Euro­päi­schen Aufklärung.
Es han­delt sich dabei um impe­ria­le Geo­stra­te­gie mit dem Ziel, die sou­ve­rä­nen natio­nal­staat­li­chen Repu­bli­ken zu zer­schla­gen bzw. schritt­wei­se auf­zu­lö­sen. Könn­te sich das Impe­ri­um bei die­ser Ziel­stel­lung auch mas­sen­wei­se Chi­ne­sen bedie­nen – wie dies übri­gens auch mit Afri­ka­nern und ande­ren Aus­län­dern geschieht, die mit der Reli­gi­on Islam gar nichts am Hut haben – und die­se rund um den Glo­bus ver­frach­ten, dann wären die­se Chi­ne­sen als Opfer der impe­ria­lis­ti­schen Geo­stra­te­gie die miss­brauch­ten Objek­te – nicht Sub­jek­te – der Masseneinwanderung. (…)

Das lässt sich so erklä­ren, dass die Pegi­da-Macher fern jeder Kapi­ta­lis­mus­kri­tik ste­hen. Kri­tik am Impe­ria­lis­mus, eben­so wie jene am Faschis­mus, kor­re­spon­diert jedoch unwei­ger­lich mit Kri­tik am Kapi­ta­lis­mus, wel­cher durch die pri­va­te Kapi­tal­ak­ku­mu­la­ti­on die öko­no­mi­sche Grund­la­ge der impe­ria­len Ent­wick­lung inklu­si­ve Mas­sen­ein­wan­de­rung bildet.

Auch er hat im Wesent­li­chen völ­lig recht und noch viel rech­ter als Aug­stein, auch wenn sei­ne Ein­schät­zung von Pegi­da etwas unge­recht ist. Und man muß­te noch hin­zu­fü­gen: inso­fern die Lin­ke gegen jeg­li­ches Bestre­ben nach natio­nal­staat­li­cher Sou­ve­rä­ni­tät ein­setz­bar ist, bleibt sie nichts ande­res als ein Ket­ten­hund des Kapitalismus.

Vor mir liegt das peri­odisch erscheinende,von Dr. Albert Pethö in Wien her­aus­ge­ge­be­ne Blätt­chen “Die Wei­ße Rose”, eine unter Ken­nern legen­dä­re katho­lisch-kon­ser­va­ti­ve Flug­schrift, “abend­län­disch-iden­ti­tär und Impe­ri­al-völ­ker­ver­bin­dend” in der Aus­rich­tung, die ver­blüf­fen­der­wei­se zu einem sehr ähn­li­chen Urteil kommt wie Steins, und es um eini­ge Punk­te ergänzt. Ledig­lich die Wort­wahl ist etwas anders. Kost­pro­be aus der aktu­el­len Aus­ga­be 226:

Von der Lin­ken wie dem Groß­ka­pi­tal gewoll­te und auf abseh­ba­re Zeit nicht begrenz­te Mas­sen­ein­wan­de­rung über­schwemmt die Län­der Euro­pas mit bil­li­gen Arbeits­kräf­ten, ganz vor­zugs­wei­se aus kul­tur­frem­den Gegenden.

Wer hät­te gedacht, daß sich rote Fah­ne und wei­ße Rose ein­mal so nahe kom­men wür­den? Aber eben nur “nahe”:

Sol­cher­art wird zugleich die Pro­le­ta­ri­sie­rung der euro­päi­schen Gesell­schaf­ten vor­an­ge­trie­ben und das kul­tu­rel­le Fun­da­ment des Abend­lan­des wie wie auch die poli­ti­sche Sta­bi­li­tät des Kon­ti­nents beschädigt.

Der damit ein­tre­ten­de Niveau- und Sub­stanz­ver­lust ist offen­sicht­lich beab­sich­tigt. Die der­zeit nach Euro­pa hin­ein statt­fin­den­de Völ­ker­wan­de­rung stellt (…) ein durch staat­li­che Sozi­al­leis­tun­gen sub­ven­tio­nier­tes Wäh­ler­re­ser­voir für die diver­sen sozia­lis­ti­schen Par­tei­en und dient also momen­tan ihren Machterhalt.

Ande­rer­seits ist die so ent­ste­hen­de und ihrer Iden­ti­tät beraub­te Mas­sen­ge­sell­schaft leich­ter lenk­bar und ver­mag schließ­lich auch ihrer Aus­plün­de­rung nichts ent­ge­gen­zu­set­zen.  Die­se Zukunft Euro­pas ist bereits als Mene­te­kel groß an die Wand geschrie­ben. Der, häu­fig dem Islam zuge­hö­ri­ge, Immi­grant ist hier nur Mit­tel zum Zweck. Von die­sen Ein­sich­ten her ist die wirk­sams­te Abwehr einer zuneh­men­den Desta­bi­li­sie­rung, Fel­la­chi­sie­rung und auch Isla­mi­sie­rung Euro­pas der ent­schlos­se­ne Kampf gegen die der­zeit hier an der Macht befind­li­chen Partei-“Eliten” und Wirtschaftsgrößen.

Ich sage Ja und Amen. Am liebs­ten wür­de ich sagen: Pegi­da und Block­u­py ver­ei­nigt euch! Aber lei­der sind die einen zu brav und harm­los – und die ande­ren zu chao­tisch und dämlich.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (44)

Joseph von Sternberg

20. März 2015 09:18

Wahnsinnig intressant finde ich auch die Vorträge von Peter Feist... Die in die selbe Richtung gehen. Elsässer leistet auch gute Arbeit, während Dieter F. Buckley-Stein seinen x-ten Versuch startet irgendwie doch zur etablierten Journaille zu gehören. Harald Harzheim war früher ja auch bei der Zeitschrift für Debatte ... mögen weitere folgen!

Das politische Spektrum ist vollkommen korrumpiert... MKH empfahl glaube ich einen konzentrischen Angriff... der echten Konservativen, der echten Linken & der echten Liberalen. Deshalb haben die Kommentatoren auch so Angst vor der Querfront: weil nur eine Querfront der inoffizielen Querfront "von Habermas bis Stoiber" (Schirrmacher nannte das den "Verfassungsbogen") beikommen kann.

Frank Sch.

20. März 2015 09:30

Die Krawalle haben dafür gesorgt, daß die eigentliche Kritik an der EZB und an TTIP in den Hintergrund gedrückt worden ist. Es wurde durch die Krawalle wunderbar vom Thema abgelenkt, die staatlich gelenkte Antifa hat ihren Auftrag mit Bravour gemeistert. Den Schaden hatte nur der einfache Bürger, die Rettungskräfte und die Polizei. Der EZB hat der Frankfurter-Maidan eher genützt als geschadet.

Der Gutmensch

20. März 2015 10:11

Eines muss man ihnen lassen, den Linken: Diese Verantwortungslosigkeit ist wahrlich ... superb! Die Demonstranten müssen ja schließlich ihrer ohnmächtigen Wut Ausdruck verleihen, nicht wahr! Und weil es ja "nur" die Polizisten abfangen - und das auch tun - ist das ja alles nicht so schlimm. Gleichzeitig sorgt man dafür, dass die Verhältnisse auch für diese Demonstranten weiter verschlechtert wird; jetzt sollen wir also auch an Griechenland noch irgendwas zahlen ... na, wer das wohl tun wird ... doch bestimmt nicht die Linken an Fleischtöpfen aus ihren Rücklagen? Sondern es wird immer weiter auf Kosten der maroden öffentlichen Daseinsvorsorge in Deutschland gehen, von deren Funktionieren auch die Randalierer in Frankfurt in viel stärkerem Maße abhängig sind, als es Herr Augstein sein dürfte, der die "Gewalt im System" so ungeniert anprangert, wie er sie selber ausübt ...
Früher gab es den Begriff des "moralischen Irreseins"; der war viel zutreffender als alles, was danach kam.

Strogoff

20. März 2015 10:41

Und: ihr könnt noch so viele Autos anzünden und Polizisten ins Krankenhaus bringen, der EZB-Kasten bleibt trotzdem stehen, und die drinnen sitzen, tun, was sie verdammt nochmal wollen, egal, was die Chaoten vor der Haustüre treiben.

Das habe ich auch gedacht als ich die Bilder von den Verwüstungen sah. Als wenn das irgendwen bei der EZB interessieren würde ob von ein paar Frankfurtern die Autos abgefackelt werden.
Die EZB-Menschen haben eine Seelenruhe inne die selbst Helmut Kohl sprachlos gemacht hätte. Die machen einfach weiter, Tag für Tag und die Frankfurter müssen sich halt mit den Sachbeschädigungen beschäftigen.
Die Banken freut es bestimmt denn es bedeutet ja in der Regel neue Kredite mit ihren auto-befreiten Bank-Kunden.

Für diese "Aktivisten" fällt mir auf Anhieb nur ein Schimpfwort ein, welches mit A beginnt.

@Joseph von Sternberg
Elsässer bezeichnet sich ja jetzt offiziell als Nationalbolschewist und fordert auf der Bühne die Verbindung von Links und Rechts in einer Deutlichkeit die neu ist, also auch die Querfront von der sie sprechen und die er früher konsequent abgelehnt hat.
Peter Feists Strategie ist ja der Generalstreik, der zwar verboten ist aber wenn er da ist kann man ihn halt schlecht beheben. Auch Feist bietet weitere interessante Gedanken an.

Nordlaender

20. März 2015 12:04

„Schwäbische Zeitung“: Pegida in Dresden und Blockupy in Frankfurt: Ist das der sprichwörtliche Vergleich von Äpfeln mit Birnen? Vordergründig ja. Die selbsternannten Patrioten Europas laufen Rechtsextremisten hinterher, die selbsternannten Kapitalismuskritiker reihen sich in einen linksextremistischen Mob ein. Doch beide sind von tumben, unguten Gefühlen gesteuert, beide sind konzeptlos und politikunfähig. Beide Bewegungen sind im Grunde antidemokratisch und antirechtsstaatlich.

Oh weh! So ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen könnte z.B. einen unterschiedlichen Vitamingehalt des Obstes ermitteln, unterschiedliche Grade der Reife oder gar Überreife, unterschiedliche Kilopreise. Grundsätzlich könnte durch derartige Vergleiche ein Wissensgewinn erwirtschaftet werden.
Und wenn das nicht gelingt? Dann bringt man es vielleicht noch zum selbsternannten vermeintlichen Journalisten bei der Schwäbischen Zeitung.

Aber genug gemeckert. Vielleicht sollten wir das angeregte Modell ja doch einmal ausprobieren: Jeder nimmt Abstand von der Selbsternennung, jeder wartet solange, bis er aufgerufen wird und schreitet erst dann an die Tafel.

Rainer Gebhardt

20. März 2015 12:45

Die Distanzierungsverlautbarungen lesen sich wie die lästige Pflichtübung einer heimlich der Linken zugeneigten Presse. Zugeneigt vor allem immer dann, wenn Protest von „rechts“ kommt. Und genau genommen können diese „schrecklichen Bürgerkinder“ ja so schrecklich nicht sein, wenn man sie gegen PEGIDA-Demonstanten als Einschüchterungstruppe und Kampfreserve der „Anständigen“ mobilisiert. Die Botschaft heißt: Ihr seid schon in Ordnung, aber attackiert, zerkloppt und verbrennt gefälligst nur die, denen wir vorher das „Zeichen“ aufgedrückt haben. Insgesamt rechnet man die angerichteten Verwüstungen als Kollateralschaden einer ansonsten auf der Spielwiese des Antifaschismus perfekt eigehegten Linken. Sie sagen es, Lichtmesz, die Rede von der „strukturellen Gewalt“ gehört zum Lossprechungsritual in der veröffentlichten Meinung: die Linken sind, egal, was sie anstellen, immer schon begnadigt.

In einem Punkt bin ich anderer Meinung: Falls die gemeinsame Schnittmenge von „Links“ und „Rechts“ tatsächlich in der Kapitalismuskritik liegt, ist sie mitnichten die Basis, auf der man sich treffen könnte. Beide politischen Ansätze gehen trotzt oberflächlicher Gemeinsamkeiten von diametral entgegengesetzten Gesellschaftsentwürfen aus (wenn ich mal von den nationalkommunistischen Sentimentalitäten absehe, wie sie Steins oder Elässer pflegen). Im Konzept, besser gesagt: in der Dialektik der globalkommunistischen Linken ist der vom Finanzkapitalismus befeuerte Abriß alles Bestehenden die objektive Voraussetzung für die Schaffung ihres säkularen Himmelreichs.
Dieser Abriß geht einher (das sieht die Weiße Rose richtig) mit der „Proletarisierung der europäischen Gesellschaften“; nur eben ist es die von den Linken erhoffte Proletarisierung; erhofft, weil der Umsturz aus ihr seine Energie beziehen soll. Deshalb befürworten Linke den Zustrom immer weiterer Massen von Einwanderern, deshalb befürworten sie eine aggressive Genderpolitik, denn diese ist auch eine Form der Proletarisierung, der brutalsten Gleichmacherei (das gegenderte Individuum hat noch weniger als nichts zu verlieren, nämlich nichts als die Aussicht aufs endlose Spektakel.) Wie im globalkapitalistischen Universum gibt es auch im globalkommunistischen keine rassischen, geschlechtlichen, talentbedingten Unterschiede; und sollte es sie geben, werden inkludierende Agenturen dafür sorgen, daß sich keiner zu weit aus seinem Fenster lehnt. Die Schnittmenge von linker Ideologie und forciertem Globalkapitalismus ist größer als es linke und rechte Gesellschaftsentwürfe je sein könnten. Die Linke und ihr „Feind“ sind sich im egalitären Alle-Welt-Gefühl absolut einig: no borders, no nations, no gender. Nur bei der Verteilung des Reichtums gehen die Meinungen auseinander. Die Menge und Qualität des Komforts, der unter den gegebenen Bedingungen nur für wenige reichen kann, möchten die Linken über alle ausschütten. Und das ist noch idiotischer als Kapitalismus.

Ein gebürtiger Hesse

20. März 2015 12:46

Ein hervorragender Beitrag, der das Ganze Bild in den Blick nimmt und zu einer neuen, geweiteten (und darin umso klareren) Sicht der Lage verhilft. Besten Dank dafür!

Grundrauschen

20. März 2015 12:54

Andererseits ist die so entstehende und ihrer Identität beraubte Massengesellschaft leichter lenkbar und vermag schließlich auch ihrer Ausplünderung nichts entgegenzusetzen.

Eduart Meyer - Geschichte des Altertums:
"Die bisherige Methode, die besiegten Kleinkönige, nachdem ihnen ihre Schätze abgenommen waren, unter Auferlegung eines schweren Tributs durch Eidschwüre zum Gehorsam zu verpflichten, hatte sich nicht bewährt, sondern immer wieder zu Empörungen und neuen Kämpfen geführt, sei es unter Führung der Dynasten selbst, sei es durch Aufstände der Bevölkerung, die sich im Vertrauen auf ihren Gott gegen die servilen Fürsten erhob und ihren Führer auf den Thron setzte. Diesem Zustand hat die neue Politik, die Tiglatpileser befolgt hat, grundsätzlich ein Ende gemacht: wo immer sich die Möglichkeit bietet, werden die Kleinstaaten beseitigt und in Provinzen umgewandelt."

"Der [typisch assyrische] Schrecken sollte wirken und den Bestand des Reichs sichern; aber um es leistungsfähig zu erhalten und auszubauen wurde ein anderes, viel nachhaltigeres Mittel ergriffen: die Verpflanzung ganzer Bevölkerungen oder wenigstens der höheren Schichten in weit entfernte Gebiete und ihre Ersetzung durch dort angesiedelte Scharen aus anderen Stämmen – denn die Bevölkerung Assyriens reichte zu so umfassenden Kolonisationen nicht aus. Durch diese Methode, durch die Losreißung vom Heimatboden und seinen Traditionen ist die Widerstandskraft der einzelnen Volkstümer dauernd gebrochen worden; durch die Mischung der verschiedenen Volkselemente entsteht eine Bevölkerung, die dem politischen Leben völlig entfremdet ist und es nicht anders weiß, als daß sie von Fremden nach deren Interessen beherrscht wird. Darin besteht die welthistorische Bedeutung des von Tiglatpileser III geschaffenen Weltreichs; seine Nachwirkung hat die Gestaltung der vorderasiatischen Welt für alle Folgezeit bestimmt."

Link zum Text

Simon

20. März 2015 13:02

"Pegida und Blockupy vereinigt euch! Aber leider sind die einen zu brav und harmlos – und die anderen zu chaotisch und dämlich."

"Chaotisch und dämlich" ist aber auch wieder eine Verharmlosung. Die Linksextremisten sind Kriminelle und Gewaltverbrecher.

Marcus Junge

20. März 2015 13:11

"und es bleibt insgesamt trotz aller Rügen beim eher pädagogischen Tonfall. Im Grunde hat man achselzuckend hingenommen, daß die Linke tun und lassen kann was sie will, daran wird sich nichts mehr ändern. Sie kann also ihre eigene Agenda so gut wie gar nicht mehr diskreditieren."

Der pädagogische Tonfall klang für mich verdächtig oft nach versteckter Freude und Rechtfertigung des "gerechten" Kampfes, gerade auch bei der GEZ.

Achselzuckend hätte man ein Naturereignis hinnehmen können, die Lügenpresse hat diese Zustände aber selber mit erschaffen, seit Jahrzehnten und gibt den Vorkämpfer dafür. Dazu gehört auch die rot-grüne Ausrichtung der Mietmäuler, denen ich reihenweise unterstelle bei solchen Sachen selber mitgemacht zu haben, bevor sie "seriöse" wurden.

Richtig, die können sich nicht mehr selber diskreditieren, dafür müßte ja etwas vorhanden sein zum diskreditieren.
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"distanzieren, ohne daß es ihnen in irgendeiner Weise nutzen würde,"

Klingt wie AfD. So verdammt nach Henkel und Lucke.
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"Blockupy sei „Gewalt gegen Gewalt“, schreibt Augstein"

Würde ich gern auch mal in der Praxis machen, gegen die Dauergewalt der Augsteinhetzpresse mal eine kleines Explosiönchen setzen. Die Reaktion Augsteins kann man sich wohl lebhaft vorstellen. Allein die Beschäftigung mit der Lügenpresse ist zur Beleidigung mittlerer Intelligenz geworden.
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"Die Rechten lassen sich auf die Moslems hetzen"

"Von der Linken wie dem Großkapital gewollte und auf absehbare Zeit nicht begrenzte Masseneinwanderung überschwemmt die Länder Europas mit billigen Arbeitskräften, ganz vorzugsweise aus kulturfremden Gegenden."

Sowie die zitierten Textpassagen der Antipoden "Weiße Rose / Rote Fahne".

Ich halte es für ausgemachten Dummfug den Islam nicht als Problem anzuerkennen. Wer bitte kommt denn millionenfach zu uns, steht in Asien / Afrika bereit zur Massenflutung Europas und hat einen Anspruch auf Erschaffung einer Weltherrschaft in seiner unheiligen Schrift, die jeden Andersgläubigen als minderwertig einstuft?

Welche Fachkräfte kommen denn da, die in "der" Wirtschaft dringend zur Lohndrückung gebraucht werden? Die qualifizierten Arbeiter, Ingenieure und Wissenschaftler sind es nicht, sondern ein Millionenheer an Hilfskräften und Sozialhilfebezugsfachkräften. Nicht das es davon schon genug gäbe und gerade solch unqualifizierten Tätigkeiten immer weiter eingedampft werden durch die Entwicklung der Technik.

"Die" Wirtschaft braucht diese Moslemhorden nicht, sie zerstören sogar das positive Wirtschaftsumfeld in Europa. Und weder Wirtschaft noch NWOler in CoL / NY stellen hier die Forderungen nach immer weiteren Sonderrechten zwecks immer mehr Islamisierung. Das machen die Moslems schon selber, zusammen mit den Politikern, die sich ein neues Wahlvolk erschaffen und auffallend oft Moslems in der eigenen Familie haben oder glänzende Beziehungen zu reichen Moslemstaaten, die dann ganz "komische" Beschlüsse zur Islamisierung der Welt / Europas sich ausgedacht haben. Aber nur keine Zusammenhänge hier erblicken wollen. Die Billionen an Vermögen der Ölstaaten sind einfach nicht vorhanden und wenn doch, total harmlos, haben keinen Einfluß auf schwindsüchtige Asozialstaaten in Europa.

Es ist Irrsinn "denen" die eigene Agenda abzusprechen. Es können ja wohl auch diverse Agenden gleichzeitig verfolgt werden, mit der gleichen Sache (Masseneinwanderung), von verschiedenen Parteien.

Der Islam ist ein Problem, hat hier in Mitteleuropa absolut nichts verloren und die Millionenmassen an Moslems sollen gefälligst wieder verschwinden.

Nur weil man den € / Ponzigeldsystem als Problem erkannt hat, kann man auch an der Lösung anderer Primär- und Sekundärprobleme interessiert sein. Was würde es auch nutzen das Geldsystem unter Kontrolle zu bekommen, also ein fließendes Geld ohne Zinseszins zu haben, wenn dann derweil Eurabia erschaffen wurde und die Restdeutschen Dhimmisteuer zahlen und die Scharia zu lieben lernen?

M.L.: Damit wir uns nicht mißverstehen: Natürlich ist der Islam ein "Problem". Das schreibe ich seit Jahr und Tag.

Thomas Wawerka

20. März 2015 13:21

Wie gewohnt hervorragend analysiert und treffsicher formuliert. In der kurzen Form finde ich Sie viel besser als in der langen, Herr Lichtmesz! (Obwohl es Ihnen freilich gleichgültig sein kann, wie ich was finde ...) Vielen Dank für diese gewinnbringende Lektüre!
Sie kennen den Satz "Problem talking creates problems, solution talking creates solutions"? - Vielleicht sollten wir, auch wir Kommentatoren, mal ein bisschen mehr solution talking betreiben. "Die Verhältnisse, sie sind nicht so" - was würde denn angesichts dieser Verhältnisse helfen?
Ich muss gestehen, dass mir die AfD-Ablehnung, die mir hier in vielen Beiträgen entgegenschlägt, Bauchschmerzen macht. Die AfD ist vielleicht nicht das beste Pferd, kein reinblütiger Lipizaner oder Araber (haha), aber sie ist nun mal unser einziges Pferd. Irgendjemand muss sich beim Spiel der Großkopferten einmischen. Irgendjemand muss auch auf der Straße stehen oder spazierengehen oder Mahnwache halten. Das eine wird ohne das andere wenig austragen.
D.h., wir haben doch eigentlich ganz passable Voraussetzungen - wer hätte denn damit vor, sagen wir mal drei, vier Jahren, realistisch rechnen können? Wäre es wirklich besser, wenn das wieder kaputt ginge? Ich bin nicht der Meinung, dass wir die Spaltungstendenzen in der AfD gutheißen oder unterstützen sollten (oder gar Frau Festerlings abenteuerlichen Vorschlag einer neuerlichen Sezession des Ostens vom Rest Deutschlands). Wenn die AfD sich selbst zerlegt oder zerlegen lässt, haben wir vielleicht eine "saubere" udn "echte" ostdeutsche Alternative, die gut mit Pegida kann - aber es wäre eben nicht mehr als eine Regionalpartei. Ostdeutsche Interessenvertretung. Kleines Format. Leicht abzuspeisen.
Auch wenn diese Spaltungstendenzen vom unbilligen Abgrenzungsverhalten einiger etablierter Bonzen ausgehen, auch dann brauchen wir die größtmögliche Einheit der Opposition. Fetzen können wir uns, wenn wir etwas Substanzielles erreicht haben. Und klar: Als elitärer Sezessionist schaut man immer etwas naserümpfend auf Elsässers Populismus herab. "Compact" ist halt was für die Masse. Aber können wir uns das wirklich leisten? So weit sind wir noch längst nicht, liebe Mitforisten!
Hinter all diesen Auseinandersetzungen steht meines Erachtens ein gegenläufiges Ziel: Die einen wollen "heiliger Rest" sein, das große Ideal schultern, durch die Wirrnisse der Zeit tragen und wenn nötig mit stoischer Haltung und Würde untergehen. Ein Abgang voller Stil und mit großer Geste, eines Nietzsche würdig. Die anderen fragen: "Was hilft uns das?" und sehen ein, dass fünf kleine Schritte vor, zwei zur Seite und einer zurück auf dem richtigen Weg besser sind als stramm zu stehen und eine gute Figur abzugeben. Wir sollten den Wandel nicht blockieren, nur weil er nicht einem Ideal entspricht. Wer das tut ist letztendlich doch auch nicht besser als die, die Volk und Land immer tiefer in den Dung drücken. Das Mögliche tun, statt das Unmögliche erwarten. Das Optimum suchen, nicht das Maximum.
Die Signale, die von k.u.k. kommen und jetzt auch von Ihnen, Herr Lichtmesz, halte ich für sehr notwendige Orientierungsmarken. Der Versuch, der AfD beizutreten: absolut richtig! Warum nicht nochmal versuchen? Die AfD sind ja nicht nur Lucke und Henkel, sondern vor allem die vielen ungenannten kleinen Arbeiter vor Ort, die Ihre Unterstützung brauchen! Und selbst Lucke und Henkel haben (oder hatten mal) Ideen, die unterstützenswert sind. Ein "Nordeuro", eine "Guldenmark" wäre immer noch besser als das aktuelle Desaster. Ob eine Rückkehr zur D-Mark tatsächlich besser wäre, wage ich nicht zu beurteilen - wenn man sich die wirtschaftlichen Verflechtungen innerhalb der EU anschaut, ist das vielleicht gar nicht so ratsam. - Ein sehr wichtiges Signal ist auch, die linken Globalisierungsgegner zu respektieren, wie Sie das tun, Herr Lichtmesz. Die Globalisierer machen Völker und Länder kaputt. Das macht BLOCKUPY vielleicht noch nicht zu ziemlich besten Freunden von PEGIDA, aber zumindest zu Bundesgenossen.
Wir haben die transatlantischen Eliten vor uns und die Antifa hinter uns - können wir uns es wirklich leisten, auch noch aufeinander zu schießen?

jokn

20. März 2015 13:33

Lustig war auch wieder das Staats-TV: Da wurde ein Beitrag über die Straßenschlachten beendet, indem sie von der fröhlich lächelnden Sprecherin abschließend als "spannungsreiche Auseinandersetzungen" geadelt wurden. Hach, wie schön, dass es der linke Gewaltmob endlich mal wieder für die gute Sache prickeln lässt.

Gerald

20. März 2015 13:52

Wer "No border, no nation" skandiert, mag zündeln wie er will, er setzt im Prinzip die gleiche politische Agenda um, wie sie sich EZB, Wallstreet und Pentagon auf ihre Fahnen geschrieben haben. Deshalb auch die Nachsicht der hiesigen Medienmeute!

Belsøe

20. März 2015 14:25

Gewiß, die Krawalldemonstranten haben idiotisch und im Grunde unpolitisch gehandelt, haben zum überwiegenden Teil wohl nur ein Ventil gesucht, oder waren wohl froh, in Gestalt des EZB-Gebäudes endlich einen zumindest symbolisch sichtbaren Feind vor sich zu haben.

Ich bin mir da nicht mehr sicher. Nicht weil es diesen Block nicht gäbe und er nicht in der entsprechenden Szene dominant wäre. Aber übersehen wir nicht, dass hier eben nicht nur deutsche Bürgerkinder zugegen waren. Übersehen wir nicht, dass radikale Blöcke aus den Krisenländern Südeuropas angereist waren. Dass sie im Gegensatz zur "Stein/Molli/Haudrauf und dann sprintstark in der Menge verduften, den Knüppel kriegt jemand anderes ab"-Strategie offen eine besetzte Polizeiwache angegriffen haben und dass sie es auch einen Trupp gab, der eben nicht kleine Läden angezündet hat sondern versucht hat direkt zur EZB vorzudringen.

Pegida wird reflexartig vorgeworfen, die Leute hätten bloß diffuse Ängste. Der gleiche Reflex wirft den Randalierern vor, sie wären bloß verwöhnt und suchten ein Ventil. Und wiederum: ja, das ist gar nicht unüblich, aber es kommt, glaube ich, gerade etwas Neues hinzu.

Zum besseren Verständnis: die Konsequenz der Casa Pound-Leute, das gesicherte Leben aufzugeben wird hier gerne angestaunt. Genau das gleiche gibt es in anderen Ländern auch auf der Linken. Keine Bewunderung, nur Feststellung. Es dürfte daran liegen, dass die unteren Klassen dort gar nicht erst so massiv in die materielle und folglich interessensmässige Sphäre des Mittelstandes gehoben worden sind, wie dies in Nordwesteuropa der Fall war. Mit anderen Worten: während wir weitgehend theoretisieren, machen die Menschen dort teilweise sehr harte direkte Erfahrungen. Für die ist das alles nicht so symbolisch.

Wenn nun ein junger Mensch dort zu einer Bewegung stößt, hat er also ganz anderes Gepäck als deutsche Infoladen-Heroes. Er ist möglicherweise schon sein ganzes bisheriges Leben arbeitslos und erwartet auch, es zu bleiben, selbst wenn er studiert haben sollte. Vielleicht haben seine Eltern gerade ihre gesamte finanzielle Lebensleistung durch eine geplatzte Immobilienblase verloren. Es kann auch noch heftiger aussehen: in Griechenland sehen Leute ihre Großeltern wochenlang auf Insulin oder Krebspräparate warten und ihre kleinen Geschwister in der Suppenküche essen - Wenn solche Lebensbereiche nicht mehr gewährleistet sind, verlieren staatliche Gebilde (auch die übernationalen) einfach ihre Legitimität und mit ihnen jedes Gerede von "Ihr müsst jetzt mal mehr Steuern bezahlen, vielleicht haben wir auf jeden Euro Schuldentilgung dann auch noch 2 Cent für Deine Oma ihre Medizin". Man mag rational betrachtet Recht haben, dass er sich sein "Ventil" sorgfältiger aussuchen sollte und die Dinge nicht so einfach sind. Praktisch wüsste ich persönlich nicht, was ich so einem Menschen raten sollte. Dass er sich mit einer gönnerhaft zugestandenen Meinung begnügen soll, während woanders echte Macht beansprucht wird?

Ja, da waren auch deutsche Edelstreetfighter in teuren Turnschuhen am Werk.

Nein, das waren nicht die einzigen.

Simon

20. März 2015 14:41

Als "Typus" ist mir Mario Draghi weniger unangenehm, als die linken Horden, die vor der EZB demostrieren. Also ästhetisch gesehen.

Draghi ist für mich der klassische Gauner mit so etwas wie einer Ganoven-Ehre, so wie man ihn aus Filmen wie der Pate kennt. Der könnte ohne Probleme in einem Mafia-Film auftreten, in dem er sich selber spielt. Der ist eben Mitlgied in einer kriminellen Vereinigung namens Goldmann Sachs und nimmt eben ihre Interessen war und nebenbei eben auch das Interesse der Italiener, die auf billiges Geld angewiesen sind. Was scheren ihm die Interessen der deutschen Sparer. Wahrscheinlich ist der privat, wie man das von Italienern kennt, ein guter Katholik mit starken Familienwerten.

Diese deutschen Linksextremen ist einfach nur verblendetes Gesindel. Der schlimmste Abschaum überhaupt, die die Gräber ihrer eigenen Großeltern schänden. Ach währen die doch alle von den USA gekauft!
Die traurige wahrheit ist, dass man die gar nicht kaufen muss, damit sie ihre eigenen Landleute diffamieren und in den Dreck ziehen. Denen geht es doch nicht um die armen Griechen und die Austeritätspolitik, denen geht es darum, dass sie die Deutschen für die Griechen bluten lassen wollen.

CCCED

20. März 2015 14:44

Anmerkungen zu einem Nebenaspekt:

Zum Argument des "libertären Illuminaten", der existierende EZB & Co Kapitalismus sei nicht der echte, gute Kapitalismus (Marktanarchismus), sondern ein schleichender, nepotistisch veranlagter Korporatismus:

Ich möchte daran erinnern, dass der Korporatismus von faschistischen Gruppierungen zwischen den Weltkriegen, z.B. von den britischen Faschisten (BUF), als Lösung für die wirtschaftlichen Probleme angesehen wurde. Man lese z.B. Fascism: 100 Questions Asked an Answered , das Programm der BUF.

Man war der Meinung, dass die international agierenden Finanzkonzerne sich einen feuchten Kehricht um die Belange der nationalen Bevölkerung scheren. Konkret damals: Die britische Finanzindustrie finanzierte moderne Textilwerke in Indien anstelle in England, Absatzmärkte liesen sich im gesamten Kolonialreich finden, das ergab satte Gewinnmargen. Die Verelendung der britischen Textilindustrie wurde billigend in Kauf genommen.

Der entscheidende Punkt war die geplante De-Internationalisierung der Wirtschaft. Die Korporative Unternehmensform wurde als Organisationsform großer Betriebe angestrebt.

(Ach ja, wem dient denn z.B. TTIP?)

Aristoteles

20. März 2015 14:48

@Rainer Gebhard

"wenn ich mal von den nationalkommunistischen Sentimentalitäten absehe, wie sie Steins oder Elässer pflegen"

Was spricht also dagegen, mit diesen Leuten eine Querfront zu bilden?

Wer v.a. linken Jugendlichen die Diskussion verweigert und nicht auch auf die Gemeinsamkeiten in Bezug auf den US-EU-Imperialismus aufmerksam macht, beraubt sich von Vornherein eines durchaus vorhandenen Potentials.
Es gibt nicht NUR No-Border-No-Nation-Linke ...

Dass uns die linkslastige Bunzel-Presse nach allen Regeln der Kunst niederknutet, sollte uns nicht versteifen lassen.

Und bei aller berechtigten Kritik an der DDR ---
dort war das Deutsche Volk immerhin noch das Deutsche Volk ---
im Gegensatz zur Multi-Kulti-BRD.

Langer

20. März 2015 14:48

Wenn die Linke gleichzeitig gegen Globalisierung und gegen Nationalismus ist: Was bleibt dann? Nur ein grundsaetzliches Anti?

Rumpelstilzchen

20. März 2015 15:58

Die Beiträge von Blockupy sind in der Tat so dumm, daß es weh tut.
https://blockupy.org/.
Wirtschaftlich gegen Globalisierung sein ( gegen Finanzkapitalismus) , aber politisch für eine Globalisierung ( no border no nation). Wie paßt das zusammen ? Da macht sich die Linke allerdings wirklich zum Kettenhund des Kapitalismus.

Wir werden bunt, kreativ und gewaltfrei rund um die neue EZB spazieren gehen

,
hieß es am 2. März im Aufruf der feministischen Intervention von Blockupy.
Wie bescheuert ist das denn, meine Damen ?
Bunt, kreativ und gewaltfrei ist es in Dresden bei den Spaziergängen der Pegida-Bewegung.

Schlimmer als eure Gewalt ist nur noch eure Dummheit.
Ihr seid " unreife Charaktere" und solltet zunächst die Tugend der temperantia einüben. Altmodisch gesprochen fehlt Euch die Zucht und das Maß.
"Zucht heißt: in sich selber Ordnung verwirklichen" ( Josef Pieper)

Verwirklicht erst in euch selber Ordnung. Bevor ihr eine Neue Weltordnung
verwirklicht.
Auch die Lügenpresse hat jedes Maß verloren.
Bei der Hogesa Demo in Köln gegen Salafisten am 26. Okt. 14 gab es nur ein " schwerverletztes " Polizeiauto. Da titelte die FAZ:
"Ausschreitungen in Köln " Eine brandgefährliche Situation" .
In Köln hat nichts gebrannt. Brandgefährlich aber war es in Frankfurt.

https://www.kath.net/news/49885

Und jetzt sollten Reparationsforderungen an Blockupy und die Linke ergehen.
Gelle, Herr Gysi.
Und bevor ich gewaltfrei randaliere, lege ich Euch ein Bibelzitat ans Herz:

Streite nicht mit einem Mächtigen,
damit du ihm nicht in die Hände fällst.
Kämpf nicht gegen einen Reichen an,
sonst wirft er zu deinem Verderben
sein Geld ins Gewicht.

Sir 8,1-2

Dort steht auch:
"Bei allem, was du tust, denk an das Ende,
So wirst du niemals sündigen." Sir 7, 36

Ordo

20. März 2015 16:46

Grundsätzlich sind die Linken schon für Globalisierung, nur gegen den Kapitalismus als dessen derzeitigen Motor. Aber gegen einen schicken kommunistischen Weltstaat, hätten sie sicherlich nichts einzuwenden.

P.S. Querfront-Gelaber ist peinliche rechte Anbiederung. Linke haben sowas gar nicht nötig. Typen wie Steins sind altlinke, orthodox-marxistische Fossilien und heute völlig bedeutungslos, Elsässer wurde bereits als Nazi gebrandmarkt. Klar gab es früher auch auf der Linken Apelle an Volk und Nation (Thälmann), weil man eben um die mobilisierende Wirkung wusste, die das damals auch bei eher links orientierten Deutschen noch hatte. Heute ist das überflüssig und die Linke hat endgültig zu sich selbst gefunden: Dekonstruktivistisch, radikal-individualistisch, antinational und infantil. Das ist natürliche linke Evolution.

Czernitz

20. März 2015 17:03

Blockupy, ein linker Haufen, nahm also gestern die EZB-Eröffnung zum Anlaß, um durch Frankfurt zu wüten. Manche Rechte sind davon so stark beindruckt, daß sie heute zu murmeln beginnen: Haben wir nicht den gleichen Feind, die EZB, die Fed, die Wall Street, Goldman Sachs, die Globalisierung ...? Resultat ist, man denkt wieder mal über eine Querfront nach. Gemeinsamer Feind wäre der Kapitalismus, genauer gesagt - der globalisierende Kapitalismus. Denn die Immigrantenschwemme, die Europa gegenwärtig erleidet, ginge wohl kaum allein auf das Konto des Islams. Dafür wären die Musels viel zu dumm. Die Kapitalisten stünden hinter dem Übel. Stimmt das? Es kann, wie hier jemand schon gesagt hat, zwei Agenden geben. Es kann ...

Wie dem auch sei. Die Rechten sollten sich hüten, mit den Linken zu paktieren, um wieder mal ein kommunistisches Experiment anzustellen mit den üblichen Enteignungen und Morden. Nichts gegen die Enteignung von Spiegel und Springer! Letztlich ist aber für die Masse der Menschen das Geld das Gut, wonach sie streben. Sie streben nicht nach dem Paradies im Jenseits, sondern nach Haus und Garten im Diesseits. Geld ist gemünzte Freiheit. Zum anderen lassen sich damit Kinder ernähren. Es wäre falsch, den Kapitalismus, der, naiv begriffen, das Streben nach Geld ist, auszurotten. Nur sollte er ein weiteres Stück gezähmt werden. Manchester gibt es schon lange nicht mehr. Weitere Schritte zur Zähmung kann jeder Staat unternehmen. Die entscheidenden Schritte zur Zähmung lassen sich aber nur noch global durchführen. Insofern könnten Organisationen, die hier gerne angegriffen werden, nochmals gebraucht werden.

Iwein

20. März 2015 17:18

Jetzt ist es raus:
gerade auf Spiegel Online gelesen, dass in Frankfurt eigentlich RRRRächtsäxträme für die Eskalation verantwortlich waren...jawohl...und die Sonne ham´s heute auch verdunkelt...diese Schweine!

Gustav Grambauer

20. März 2015 17:36

Es gibt über Draghi & Co. und den Schwarzen Block hinaus noch einen dritten Beteiligten an dem schmutzigen Spiel, nennen wir ihn Homo Braesicus Germanicus:

Wenn man aus einer beliebigen Lügenpresse mit sagen wir fünfzehn Seiten Zeitungsformat die reine Berichterstattung herausfiltern würde, käme man auf die Größe eines Oktavblattes (und ich sage nicht, daß dieses dann auch nur ansatzweise frei von Lügen wäre). Der Rest ist verbrämte Indoktrination. Das Erschreckende daran ist: das Juste Milieu schluckt das, bemerkt noch nicht einmal die darin liegende Erniedrigung, gibt noch Geld dafür aus und hält`s für völlig normal. Habe einen Arzt im Bekanntenkreis, der die FAZ als sein "Leib- und Magenblatt" ansieht ("ich kaufe ja auch mein Auto beim Premium-Fachhändler") - er hat mir grundsätzlich nur Artikel weitergeleitet, die von Professoren oder zumindest Doktoren verfaßt wurden, hat seinerzeit Guttenberg vergötzt, hält sich für endaufgeklärt und als Welt-Ökonom zur Belehrung aller Dummen (also aller ...) berufen ("die Griechen können einfach nicht vernünftig haushalten") und hat neulich auf seiner Fratzenbuch-Seite einen Artikel kommentiert mit den Worten "enttarnt man das heutige Mainstream-Denken, so fällt auf, dass sein eigentlicher Kern die fortgesetzte Kritik am eigenständig denkenden, ambitionierten und freiheitsliebenden Individuum ist" (kein Witz!).

Und DEN Typus, auch ästhetisch übrigens die dritte Wahl, werden wir nicht los, auch nicht nach dem Systemwechsel, das macht ihn gefährlicher als alle Draghis und Linksrandalierer zusammen - mit denen Deutschland ohne ebendiesen Homo in drei Nächten fertig werden würde. Soweit in der DDR lebend ist dieser Typus im wesentlichen noch vor dem Mauerbau in den Westen übergesiedelt - aber wohin mit ihm demnächst am Tag X, er wird sich wohl von Anfang an in den neuen Reichs-Stellen einnisten (die aus den "BRD"-Stellen rekrutiert werden sofern nicht gründlich PURGIERET wird wie 1918 / 1945, aber selbst dann stellte sich die Frage: Wer soll diese Stellen sonst besetzen ...)

- G. G.

Martin

20. März 2015 18:04

Zur Ergänzung:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/blockupy-in-frankfurt-rechtsextremisten-mischten-bei-protest-mit-a-1024681.html

Querfront? Oder medialer Versuch, Krawalle auf "Rechte" zu schieben?

Yvonne

20. März 2015 19:45

Kapitalismuskritik sollte für jeden national denkenden Meschen Pflicht sein, denn es geht um die Rückgewinnung staatlicher Souveränität. Die Rechte kann sich deshalb ruhig in den Protest einreihen bzw. einen eigenen Flügel etablieren, der selbstverständlich keine Gewalt gegen die Polizei zulässt. Da könnten wir doch glatt mal zeigen, wie man friedlich demonstriert.

Grau

20. März 2015 20:32

Welche linke Gewalt?
Die Rechten waren es doch ...
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-03/blockupy-frankfurt-neonzais-rechtsextreme-protest-antikapitalismus

Thomas Lang

20. März 2015 22:52

Die Lügenpresse hat doch schon längst den wahren Schuldigen enttarnt..
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/blockupy-in-frankfurt-rechtsextremisten-mischten-bei-protest-mit-a-1024681.html

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben

20. März 2015 22:55

Blockupy & PEGIDA?
Niemals!

Die oben im EZB Turm und die unten auf der Straße - die wollen dasselbe.
Die Menschheit von ihnen organisiert als Ameisenhaufen. Dies soll das Endziel der Geschichte sein.

Die unten haben weniger Sachverstand und mehr Ideologie. Tauschten sie den Platz mit denen oben in den Türmen - alles wäre schlimmer.

Unverfälschte Rechten folgen einem anderen Ideal. Der Mensch frei nur seinem Gewissen und den ewigen Gesetzen der Natur unterworfen.

Unverfälschten Rechten ist die klirrende Kälte einer sternklaren Mondnacht über schneebedeckten Feld oder die sengende Hitze südlicher Mittagssonne lieber als wohlig-wamer Stallgeruch.

d.n.

20. März 2015 22:58

Auch auf die Gefahr hin, Lichtmesz' Aufruf - "Pegida und Blockupy vereinigt euch!" - mehr Bedeutung und vor allem mehr Ernst beizumessen, als von ihm tatsächlich beabsichtigt, folgende zwei, drei Gedanken hierzu: So reizvoll, begrüßenswert und theoretisch stimmig eine solche Querfront-Strategie sein mag, so wenig kommen derartige Überlegungen aus dem Bereich politisch-naiver Romantik heraus. Bereits die meisten historischen Vorläufer sind brüchige Scheinkonstrukte und bloße Polit-Symbolik (etwa der gemeinsame Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschaft 1932, an dem NSDAP und KPD beteiligt waren) oder reine machtpolitische Zweckbündnisse (wie der Hitler-Stalin-Pakt). In erster Linie lebt die Rechts-/Links-Symbiose jedoch auf dem Papier und in den Köpfen Intellektueller: Nationalbolschewismus, Linksnationalismus etc. sind vor allem theoretische Manifeste, und zeitgenössische Vertreter wie Elsässer und Feist sind im Grunde nach rechts Gerückte, deren nach links ausgestreckte Hand nicht ergriffen wird (ganz zu schweigen von Oberlercher, Schwab und Mahler, deren entsprechende Rufe seit Jahren unbeantwortet bleiben). Über Versuche, linke Galionsfiguren (etwa Dutschke) rechts zu verorten, schmunzeln Linke. Rechte Galionsfiguren links zu vereinnahmen (etwa im Falle Bismarcks Mitte der 80er Jahre seitens der DDR), entzürnt Rechte. Unterm Strich gibt es also Rechte, die das Soziale stark betonen und Linke, die beim Gedanken an die eigene Nation nicht ganz so pathologisch reagieren, wie in deren Milieu üblich (möglicherweise gehört der von Lichtmesz zitierte Steins dazu). Die gemeinsame Schnittmenge - der Antikapitalismus - ist auf der Rechten eben nicht so essentiell, dass ein Bündnis mit der Linken zwingend erscheint. Und die Stärke der Linken bei gleichzeitiger Schwäche der Rechten ist hingegen so offensichtlich, dass auch von links ein solcher Zusammenschluss nicht nötig ist. - Selbst wenn also die Pegida-Spaziergänger frech und gefährlich und die Blockupy-Randalierer organisiert und intelligent wären - um nochmal an Lichtmesz' Appell anzuknöpfen -, blieben Letztere auch weiterhin jene, die montags in Dresden, Leipzig und anderswo Erstere niederbrüllen und mit Steinen bewerfen.

wieder der aus dem Sumpf

21. März 2015 00:02

Wie schon verschiedentlich angedeutet:
Die Linken sind nicht die Gegner oder substantiellen Kritiker des Kapitalismus,

sondern die Rückseite derselben Medaille.

Wegen desselben radikalen Materialismus
und desselben rücksichtslosen Egalitarismus.

Und deswegen geht für uns mit denen zusammen letztlich nichts.

Trouver

21. März 2015 00:52

Noch etwas zum pervertierten Pseudobegriff "linke".

Fruher war sie fuer den kleinen Mann, jetzt fuer den bunten.

Man merke Unterschied.

Nemo Obligatur

21. März 2015 11:52

Hallo Herr Lichtmesz,

ich wüsste ich einmal, wie so ein typischer Tag bei Ihnen aussieht. Angesichts der Masse der zitierten Quellen, unter denen auch (von Wien aus gesehen) abwegiges Material wie die Lüneburger Landeszeitung sich befindet, vermute ich mal, dass Sie morgens nach dem Aufstehen erst einmal einen kräftigen Kaffee aufbrühen, noch mit dem Becher in der Hand den Rechner hochfahren und ins Internet gehen. Feste Nahrung wird dann so ab 11 zugeführt...

Zum Thema möchte ich nur dies anmerken: Die Proteste in Frankfurt diskreditieren sich durch das schrankenlose Ausmaß der Gewalt, und alle, die dafür Verständnis aufbringen, werden eines Tages ernten, was sie an solchen Tagen säen. Die EZB war zudem der falsche Adressat. Die Verantwortlichen der Politik sitzen eher in den Hauptstädten der Länder des Euroraums. Die EZB klebt nur mit viel Geld zusammen, was andere mutwillig zerschlagen haben. Wer daraus schließt, dass ich die Politik der EZB begrüße, liegt falsch.

Simon

21. März 2015 15:39

"Wenn die Linke gleichzeitig gegen Globalisierung und gegen Nationalismus ist: Was bleibt dann? Nur ein grundsaetzliches Anti?"

Die Linke ist für globale Umverteilung aus den westlichen Ländern in die Dritte Welt. Unser Kapital geht in die Dritte Welt, die Menschen aus der Dritten Welt kommen zu uns. Das ist das linke Programm: Alle sind am Ende gleich arm und bunt.

"In Griechenland sehen Leute ihre Großeltern wochenlang auf Insulin oder Krebspräparate warten und ihre kleinen Geschwister in der Suppenküche essen."

Die Polen, Rumänen, Bulgaren und Slowenen sind ärmer als die Griechen. Die Griechen haben nach wie vor im Schnitt doppelt so hohe Löhne wie die Polen und diese Länder bekommen keine Rettungspakete.

"Ich möchte daran erinnern, dass der Korporatismus von fa"schistischen Gruppierungen zwischen den Weltkriegen, z.B. von den britischen Faschisten (BUF), als Lösung für die wirtschaftlichen Probleme angesehen wurde."

Korporatismus haben wir ja faktisch seit Jahrzehnte oder was ist denn der Militärisch-Industrielle Komplex in den USA, oder die Verbindung von Großbanken, Verbänden, Gewerkschaften, Sozialversicherungen, Medien und Staat in Deutschland und Europa anderes als Korporatismus. Bis man einen Preis findet, der tatsächlich vom Markt festgelegt wird, wie das in den Lehrbüchern steht, muss man lange suchen.

Bender

21. März 2015 18:53

@ d.h.
ich kann Ihnen nur zustimmen. (ich habe mich dazu bereits geäußert)

Ich war auch schon bei „linken“ Demonstrationen, weil manche Ziele mit den Meinigen durchaus übereinstimmen (siehe auch hier). Ich kann einer Argumentation für eine frei agierende Wirtschaft, für die der Staat lediglich ein „Korsett“ darstellt, auch keineswegs was abgewinnen. (Es sollte sich die Amazon-Debatte, die hier stattfand, ins Gedächtnis zurückgerufen werden.)

jokn

21. März 2015 19:17

Herr Lichtmesz, Blockupy will ein sozialistisches Globalregime, also die Abschaffung der Völker mit ihren Eigenheiten u. ihrer grundsätzlichen Souveränität. Genau das will die EZB auch. Falls also in Ihrer Aufforderung „Blockupy & Pegida, vereint euch!“ ein Körnchen Ernst stecken sollte, so liegen Sie damit (ausnahmsweise!!!) daneben.

Hartwig

21. März 2015 21:07

"Der Feind meines Feindes ist mein Freund."
Aber die Linke ist nicht der Feind unseres Feindes. Nicht im Geringsten.

"Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" war ein Aufruf zur Internationalisierung. Bis zum heutigen Tag wurde diesem Aufruf nicht Folge geleistet ... nicht freiwillig. Warum nicht?

Dabei ist das linke Weltbild so einfach. Dem globalisierten Finanzkapitalismus tritt man als globalisiertes Proletariat widerständig entgegen; ... so (holzschnittartig) die Theorie.

Die wirksamste Waffe gegen den globalisierten Kapitalismus wäre aber, die Globalisierung durch Grenzen, Homogenitäten und generelle Kleinteiligkeit aufzuhalten und zurückzudrängen.
Das gelingt zur Zeit nicht. Aber mit oder durch die Linke gelingt dies schon gar nicht!

gerd

21. März 2015 23:23

@ Hartwig
dazu eine Schlagzeile
Die LINKE – Von innen umzingelt

da war noch was, ach ja Erika Steinbach NSDAP eine linke Partei

https://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2012/02/02/geschichtsunterricht-mit-erika-steinbach-nsdap-eine-linke-partei_7964

Leser-Kommentar 5.
"Ich bin darüber erstaunt, wie wenig informiert manchen Journalisten sind.
Erika Steinbach übernimmt hier lediglich eine These von Joachim Fest!"

Tomorrow

21. März 2015 23:41

Schöne Provokation, Herr Lichtmesz.

Ich kenne die Linke aus jahrzehntelangen Erfahrungen. Mit denen gibt es NULL Gemeinsamkeit.

Mein Gleichgesinnter Nachbar hat vor langer Zeit einen Lkw-Füherschein gemacht und ist seither immer um 4:00 Uhr wach. Er bedauert sehr, dass man ihn bisher nicht gebraucht hat.

Bender

21. März 2015 23:50

Die „Linke“ wird nicht unser Freund, da haben „Ordo“ und „Hartwig“ recht. Die Kritik der „Linken“ am wirtschaftlichen System, also an den Strukturen, kann dennoch ruhig aufgesaugt werden, auch wenn die „Linke“-Antwort darauf nicht infrage kommen kann. Denn wie „Rumpelstilzchen“ und „Hartwig“ richtig festhalten, ist deren Antwort meistens, dem globalisierten Kapitalismus noch weniger Staat und Grenzen entgegenzusetzen, anstatt diese zu verteidigen. Der letzte Schritt soll hier vor dem Ersten gemacht werden. Denn anstatt noch wie im „Manifest“ oder wie es später Lenin vertrat, erst die Macht im Staat zu erobern und dann an die Auflösung zudenken, wird dies gleich zugunsten des Kapitals betrieben, was sich in Forderungen wie „No Borders, No Nations“ oder „Staat. Nation. Kapital. Alles Scheiße“ niederschlägt (hier trifft man sich teilweise auch mit den Libertären, die nichts weiter sind als Anarchisten). Der Staat bzw. die Nation ist auch ein Bollwerk gegen andere Aggressionen. Dies wusste auch Lenin, als er das „Abstreben des Staates“ auf den Sankt Nimmerleinstag verschob (nicht zu verwechseln mit der Abschaffung des bürgerlichen Staates), Gramsci davon schrieb, dass es auch Staaten im Kommunismus geben würde und heutige sozialistische Länder (Bolivien, China) ihre Nation und Grenzen vor schädlichen Einflüssen versuchen zu schützen.

Noch was anderes. Schon den Blödsinn von Jasper von Altenbockum bei der „FAZ“ gelesen? Der hatte bereits im Vorfeld „Wutbürger“ (in seiner Logik „Pegida“) und „Blockupy“ gleichgesetzt.
Und später noch weiter ausgeholt, als er von einer „linken NPD“ schrieb.
Beide würden sich gegen die Demokratie richten, zum Ziel einer „wahren Demokratie“. Warum es dieser Bedarf will mir zwar nicht einleuchten, aber Ähnliches wurde schon mal geäußert, als „Pegida“ mit den Attentätern von „Charlie Hebdo“ gleichgesetzt wurde. Die Feinde der Demokratie werden also in den Augen mancher Journalisten immer zahlreicher, zumindest wenn sich diese gegen den Staat und seine „gesetzten Freiheiten“ (bezogen auf die Kritik gegenüber dem „Front National“ und der Kirche bei „Charlie Hebdo“) richten, statt gegen was „rechtes“.

Danke für den Link zum „Spiegel“.

CCCED

22. März 2015 02:35

@Simon: Für Sie zwei Kostproben aus dem oben zitierten Buch Fascism: 100 Questions Asked an Answered:

What is the difference between Fascism and Capitalism, since both admit the system of private enterprise?

In brief definition, Capitalism is the system by which capital uses the Nation for its own purposes. Fascism is the system by which the Nation uses capital for its own purposes. Private enterprise is permitted and encouraged so long as it coincides with the national interests. Private enterprise is not permitted when it conflicts with national interests. Under Fascism private enterprise may serve but not exploit. This is secured by the Corporative System, which lays down the limits within which industry may operate, and those limits are the welfare of the Nation.

If industries are to be self-governing under their own Corporations, how will you prevent the financiers and bankers from continuing their present policy?

A Corporation would be established for the control of Banking and Finance as for all other industries. In this case, as in all others, the Corporation would work within the limits of national welfare as laid down by Government. The governing principle of finance will be that British credit shall be used for British purposes alone. The export of credit or capital will be absolutely prohibited. A banking code applying the principle in detail will be devised, having the force of law. Not only the Bank of England and the Joint Stock Banks will be subject to the Corporation, but also the Finance Houses. It is noteworthy that the Socialist Party do not include in their scheme the Finance Houses, which are responsible for most foreign banking. The reason is not only that they are largely Jewish, but also that they can break any Government pursuing an international economic policy by breaking the exchange. Free movement of capital and credit from one country to another is implicit in an international trading system. Therefore, under internationalism it always rests in the power of the Finance Houses to break a Government by sudden and excessive movements which break the exchange and create panic. A national economic system alone is independent of the necessity for such movements in its normal trade and, therefore, is independent of international finance.

Einschub Benedikt Kaiser: Amazon-UK schön und gut, den integralen Text von Oswald Mosleys Buch Faschismus: 100 Fragen gibt's im übrigen aber auch hier auf deutsch.
;-)

neocromagnon

22. März 2015 02:39

Leider ist die Linke ziemlich infantil geworden. Ein Wunder, wenn einer von denen tatsächlich mal merkt, daß er nur der Blödel einer Staatsclique ist, die tatsächlich kein Interesse an Frieden und Wohlstand hat. Der Staat schafft Unfrieden ziwschen den Menschen, auch indirekt durch eine Gesetzgebung, die Konflikte durch Ansprüche erschafft, die es ohne sie, bei freier Absprache der Menschen untereinander, gar nicht gäbe.
Das ist schon lange so, und ich glaube nicht mal, das dahinter sowas wie ein Masterplan steckt (eher die Macht der Gewohnheit oder der Erfolg eines Konzeptes) aber es scheint doch inzwischen arg aus dem Ruder zu laufen. In Brüssel und der EZB wird ja kaum noch versucht zu vertuschen, daß man die Leute eigentlich nur, und zum eigenen Nutzen, um ihr Bares erleichtern will.
Aber frag mal einen gewöhnlichen Linken, was er sich als angemessene Antwort auf die richtige Analyse vorstellt... natürlich mehr Staat, neue Regeln und Gesetze und Kontrolleure, die die Kontrolleure kontrollieren, mehr Verwaltung (diesmal die Gute) und nette Beamte, die uneigennützig den Bösen das Geld weg nehmen und es den guten Armen geben... auf keinen Fall mehr Freiheit und Eigenverantwortung, auf keinen Fall freie Verträge, auf keinen Fall freie Bildung, auf keinen Fall Waffen in Bürgerhände... das ist alles böse... und das kann der Staat alles viel besser...
Es ist hoffnungslos... die Linke ist verloren...

Thomas Schramm

22. März 2015 08:45

Leider sind nicht nur die Linken sondern der Großteil unserer Gesellschaft infantil, das heißt ihnen fehlt es an menschlicher Reife.

Dieses Phänomen ist schon ein Markenzeichen unserer Gesellschaft.

Die überwiegende Anzahl unser Menschen handeln auf einem menschlichen Reifestand, der bei einem Kind zwischen 6 und 10 Jahren normal ist.
Um das zu Verifizieren muß man nur mit offenen Augen unseren Alltag anschauen.

Bei uns spielt die intellektuelle Niveau einen viel zu hohen Stellenwert.
Ein Mensch mit einem menschlichen Reifegrad von 12 Jahren hat, kann durchaus Professor in einer Universität sein. Die frage ist nur, was lehrt er? Irgend welchen auswendig gelernten und geglaubten Stuß.

Wo menschliche Reife fehlt, ist der überschätzte Intellekt gepaart meist mit Größenwahn, eine Gefahr für die Gesellschaft.

Zu der Infantilisierung hat die 68-er Bewegung zumindest einen großen Teil beigetragen.

Wer diese biologischen Grundlagen übersieht, wird eine Gesellschaft immer falsch einschätzen.

Zumindest beim Auftreten von PEGIDA kann ich wieder Ansätze menschlicher Reife erkennen.

Thomas Schramm

22. März 2015 08:55

Vielleicht sollte man Terrorakte und Selbstmord-Attentate unter den oben angedeuteten Aspekten gründlicher analysieren.

Götz Kubitschek

22. März 2015 09:11

finito!
gruß!
kubitschek

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