20. April 2015

Wie weiter mit PEGIDA? - Podium mit Elsässer und Kubitschek

von Götz Kubitschek / 84 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

compactAm vergangenen Donnerstag diskutierte ich zweieinhalb Stunden lang mit Jürgen Elsässer über das Phänomen PEGIDA und die weitere Entwicklung dieser Protestbewegung. Die Debatte ist in einer auf gut anderthalb Stunden gekürzten Videoaufzeichnung nun veröffentlicht, hier ist der Link. Was war wesentlich?



+ Elsässer und ich stimmen darin überein, daß es sich bei der PEGIDA um eine echte Volksbewegung handle, deren vornehmliche Aufgabe es ist, Systemkritik zu artikulieren - sei sie nun gemäßigt oder radikaler.

+ Wir stimmen weiterhin darin überein, daß die PEGIDA als nationale Bewegung eine Querfrontbewegung sein könnte und müßte: von eher rechts nach eher links ausgreifend. Elsässer ist dabei der Meinung, daß es kein rechts und kein links mehr gebe.

Ich hingegen habe die Scheidelinie erneut betont: der genuin linke Zielpunkt eines "Neuen Menschen", der konstruierbar oder zu erzwingen sei, ist mit einem konservativen, rechten Menschenbild und einer daraus abzuleitenden Politik nicht zu vereinbaren.

Ich leite daraus ab, daß der Schritt nicht von uns auf die Linke zu erfolgen muß, sondern daß die Linke in all ihrer durch keine historische Katastrophe belehrten Selbstherrlichkeit diesen Schritt machen müssen - der gleichzeitig einer in eine weltanschauliche Bescheidenheit hinein wäre.

+ Ich habe herausgestellt, daß die PEGIDA ein Kontrastmittel sei, das Vorgänge deutlich macht:

  • Wie bekämpfen Staat, Parteien und Medien ein Phänomen wie die PEGIDA? Welches Vokabular, welche Arroganz, welche Bekämpfungsstrategien, welche Skrupellosigkeit werden dabei sichtbar?

  • Wer arbeitet für den Erfolg dieser Bewegung, wer läßt dem, was er jahrelang erzählte, schrieb, ankündigte, nun Taten folgen? (Das ist ein für mich entscheidender Punkt: Ich vermisse doch eine ganze Reihe Vordenker, selbsternannte Agitatoren und Tresenhelden, und ich weiß nicht genau, worauf diese Leute warten. Ist das jetzt unser Volk, oder nicht? Wartet da der ein oder andere noch auf ein anderes Volk, ein schöneres, feiner angezogenes, weniger unmutiges? Ist die Stoßrichtung zu grundsätzlich, mittlerweile, hätte man es gern etwas weniger zornig?)

  • Wer hat den Mut, sich zu bekennen, privat, im Freundeskreis, im beruflichen Umfeld? Wie schlimm muß es noch kommen, damit dieses Bekenntnis unumgänglich wird?




+ Ein weiterer, eigentlich der zentrale Diskussionspunkt: Wie geht's weiter mit der PEGIDA, wohin wächst sie sich aus? Dazu äußerte ich in der Diskussion zwei Thesen:

  • PEGIDA wird noch eine ganze Weile weiterspazieren, das ist in Dresden und in ein paar anderen Städten ritualisiert, und es wird immer wieder Ereignisse geben, die diese wöchentlchen Versammlungen befeuern.

  • PEGIDA muß als Initialzündung für eine regionalisierte Graswurzelbewegung verstanden werden, und zwar von den Spaziergängern selbst: Aus dieser riesigen Menge, die da seit fünf Monaten zusammengeströmt ist, müssen viele hundert kleinerer und größerer Initiativen gegründet werden. Ob das Bürgerbündnisse gegen die Einruíchtung von Asylheimen im Dorf sind, ob das Stammtische sind, regionale Debattierklubs, ob Aufkleber, regionale Infobroschüren oder andere Projekte entstehen, ob Tatja Festerling nun in Dresden zur OB-Wahl antritt oder andere Kandidaten in anderen Ortschaften, ob die Identitäre Bewegung die jüngeren Leute einsammelt und neue Formen des Protests ausprobiert oder ob die konservativen Verbände der AfD diejenigen, die an Parteiarbeit interessiert sind: Man muß den Leuten ihre Initiative lassen, muß sie experimentieren lassen, muß die Vernetzung fördern und den Impuls dahinter zum Thema machen. Er lautet: Die Lage der Nation ist so bedrohlich, daß in jede Richtung nach Rettungsmöglichkeiten gesucht werden darf und muß.


Wir werden diesen Punkt im Rahmen des am Mittwoch anstehenden "Staatspolitischen Salons" in Berlin vertiefen.

+ Zuletzt: Kathrin Oertel saß auch im Publikum, sie sucht nach einer Erklärung für das, was ihr mit der PEGIDA widerfuhr und erzählte mir vor drei Wochen einmal recht ausführlich aus der entscheidenden Phase (Mitte Januar), in der sie dann mit anderen das OrgaTeam um Lutz Bachmann verließ. Ich habe diese Vorgänge damals ja als Teilnehmer an den entscheidenden Sitzungen miterlebt und darüber in unserem PEGIDA-Sonderheft berichtet. Frau Oertel bestätigte meinen Bericht.

Am Donnerstag nun, bei Elsässer, verbrämte Kathrin Oertel ihren Abgang, ich antwortete dann auf ihre Äußerungen und wies sie zurück. Das ist ab 1.27.00 im Video zu sehen. es ist wichtig, diese Mechanismen einmal klargestellt zu haben.

Alles in allem: eine fruchtbare Veranstaltung.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (84)

Rosenkranz
20. April 2015 12:25
Habe mir das Video gerade angeschaut. Herr Kubitschek, eines ihrer letzten Ausführungen war, daß viele gar keine Vorstellung davon haben, zu welchen Dingen dieses System BRD überhaupt fähig ist.

Es gibt noch verdammt gute Leute, z.B. bei Polizei und Geheimdienst. Es ist auch kein Problem einen Rocker- oder Araberclan zu zerschlagen. Was mich immer nur wundert ist, in dem einen Fall tut man es (Schwächung der Hells Angels) und in dem anderen Fall tut man es nicht (Miri-Clan, etc.) Ich verstehe dieses einfach nicht.

Ich lese gerade "Der Fürst" von Machiavelli. Er beschreibt sehr gut, wie Machterlangung, Machterhalt, etc. funktioniert und welche Fehler man als Regierender vermeiden sollte. Auch merkte er an, daß zu lange Friedensphasen zu Verweichlichung und zur Verweiblichung der Männer führen.

Nach Spengler gibt es wenig Hoffnung. Wir müssen ausharren, ohne Hoffnung auf Besserung. Daher schlägt er eine Lebensweise wie beim Achill vor. Lieber ein kurzes, ruhmreiches Leben voll Taten, als ein langes ohne Inhalt.
Albert
20. April 2015 12:26
Ich war hier in Bonn auf beiden BOGIDA-Demos, die stattfanden und dann eingestellt wurden. Dazu mein Kommentar:

Hier im saturierten Westen sind die Deutschen
- schon sehr wenige (ca. 50%)
- sie gehören meist zur saturierten Oberschicht
- die rest-deutsche Mittel- und Unterschicht ist teilweise schon angefremdet.
- CDU, SPD, Grün usw. sitzen hier recht fest im Sattel.

Obwohl hier im saturierten Bonn Islamisierung und Überfremdung auf Schritt und Tritt greifbar wird, fehlt es an Mut, Initiative und Bewußtsein. Hier herrscht definitiv (noch) keine Wende-Stimmung.

Hier fehlt noch etwas ...
Harald de Azania
20. April 2015 12:36
Verehrter Herr Kubitschek,

1. Voellig d'accord.

2. Wenn es unorthodox denkende Linke in nennenswerter Zahl ueberhaupt geben sollte, dann muessen diese den Weg zur patriotischen Bewegung finden. Absolut richtig! Bereitschaft zur Bildung von Koalitionen darf nicht heissen, anderen lefzend nachzurennen und auf ein paar billige (Wort- oder Phrasen-) kruemel zu hoffen.

3. Der geistige Schwerpunkt musz daher "rechts' bleiben. Dabei durchaus pragmatisch; wer nur und ausschliesslich die 'reine Lehre' verwirklichen Will, soll akademisch bleiben.

4. Die Schweigespiral umdrehen >>> je mehr sich bekennen etc etc desto leichter wird es fuer die Folgenden.Bekenntisspirale nach oben in Bewegung setzen.


Alles leichter gesagt als getan .... aber wird schon werden!


"Daumenhaltend" und mit besten Gruessen verbleibend der "unvermeidliche "

HdeA
Jürgen Elsässer
20. April 2015 12:50
Was die Bewertung der Linken angeht, so hat Götz mich vermutlich missverstanden: Als ich ausführte, die Querfront könne nur "von rechts nach links" aufgebaut werden, stimmte ich ihm unausgesprochen in der Einschätzung zu, dass die vernünftigen Linken erstmal den Distanzierungsghraben zur Rechten überwinden müssen – sonst wäre ich ja auch nicht mit ihm zusammengekommen. Differenz besteht vermutlich "nur" darin, dass vernünftige Rechte diesen Prozess erleichtern könnten, wenn sie nicht pauschal über die "ewige Linke" redeten. Es gibt nämlich sehr wohl zwei ganz unterschiedliche Linke, die sich nicht nur in Basis und Führung aufteilen lassen, sondern auch in "alte Linke" und "Achtundsechziger". Ganz allgemein gesehen gab es in der Linken schon immer ein stark konservatives Element, das sich gegen die "ewigen Revoluzzer" (wie etwa Trotzki) in den eigenen Reihen zu bewähren hatte. Dieser "linke Konservativismus" hat seine Wurzel in der Erkenntnis, dass der Kapitalismus ja das revcolutionäre, ständig weitertreibende Momentum verkörpert, dem die Antikapitalisten um der Menschen willen wehren müssen. Die linken Konservativen haben - vermutlich - gegenüber den rechten Konservativen den Vorteil, dass sie wissen, dass die Bewahrung des Traditionellen gegenüber der rastlos vorwärtstreibenden Ökonomie des Kapitalismus auch Eingriffe in die Ökonomie, vor allem die Entmachtung des Finanzkapitals, erfordert.
Strogoff
20. April 2015 13:51
Herr Elsässer spricht sich gegen die Einordnung "Links" und "Rechts" aus, bezeichnet sich aber selbst immer wieder als Linker. Man lässt wohl schwer von liebgewonnenem.
Die "Neuer Mensch"-Apologetik kann ich bei Elsässer aber nicht erkennen. Da wird es schon eher bodenständig. Souveränität, Familie, geregelte Einwanderung und Frieden.

Der Einwurf von Frau Oertel ist nicht ungerechtfertigt. Systemkritik, Kapitalismuskritik, Teile und Herrsche...
Pegida ist doch pluralistisch. Elsässer redet anders als Wilders und der wieder anders als Kubitschek. Alle gewichten unterschiedlich und diesen Austausch finde ich sehr förderlich.

Ist bei Pegida nie Systemkritik a la KenFM und Dabiele Ganser angeklungen? Kann ich mir nicht vorstellen. Wenn das aber der Fall sein sollte kann Frau Oertel ja das Meinungsspektrum damit bei Pegida erweitern.
Oder sie kocht weiter ihr eigenes Süppchen.

Herr Kubitschek, gibt es noch ein paar Informationen zu Ihrem neuen Buch? Sind das alles Artikel die in der Sezession bereits erschienen sind? JF, SiN? Sind neue Artikel dabei?

kubitschek: mein buch ist eine sammlung von jf- und sezession-texten, dazu kommen zwei größere, neue sachen.

P.S. Wo ist eigentlich das Autorenportrait "Hans Bergel" geblieben?

kubitschek: in der schublade. traurige geschichte, das.
Simon
20. April 2015 14:01
"Ganz allgemein gesehen gab es in der Linken schon immer ein stark konservatives Element, das sich gegen die „ewigen Revoluzzer“ (wie etwa Trotzki) in den eigenen Reihen zu bewähren hatte."

Hmm...also Stalin?

"Bewahrung des Traditionellen gegenüber der rastlos vorwärtstreibenden Ökonomie des Kapitalismus auch Eingriffe in die Ökonomie, vor allem die Entmachtung des Finanzkapitals, erfordert."

Wo ging es denn der Linken jemals darum Traditionen zu bewahren?
Mir fällt da gerade kein Beispiel ein. Die Sprengung des Berliner Stadtschlosses, die Kulturevolution, die Verfolgung der Kirche, die Auslöschung der Kulaken, der Kampf gegen den "Muff von Tausend Jahren"? Ich freue mich über Gegenbeispiele...

Konservative Linke sind wohl global in etwa so weit verbreitet wie liberale Muslime. Es gibt sie zwar, sie sind mitunter auch sympathisch, blos ist damit kein Staat zu machen.
ingres
20. April 2015 14:11
Die linken Konservativen haben – vermutlich – gegenüber den rechten Konservativen den Vorteil, dass sie wissen, dass die Bewahrung des Traditionellen gegenüber der rastlos vorwärtstreibenden Ökonomie des Kapitalismus auch Eingriffe in die Ökonomie, vor allem die Entmachtung des Finanzkapitals, erfordert.


Bevor ich das ´gerade las wollte ich die Frage stellen welcher genuin linke Standpunkt eigentlich überhaupt vernünftig und realitätsbezogen sein sollte. Wenn es nur das sein sollte, kann ich damit leben. Ich würde zwar nicht den Begriff Entmachtung benutzen, aber diskutieren darüber kann (oder muß) man natürlich schon. Nur gehöre ich halt zu denen, die sich keine Wunder von Eingriffen in die Ökonomie erhoffen, außer wenn ich sie vorab rational nachvollziehen könnte. Es gibt im übrigen durchaus Leute die sich als links bezeichnen, die sehr scharfe Analysen der Realität liefern. Ich kenne da allerdings (z. B. hinsichtlich Islamisierung) lediglich noch Hartmut Krauss. Und warum der sich nun als links bezeichnet ist dann zunächst eigentlich (denn den Standpunkt der normalen Linken zum Thema möchte ich hier nicht begrifflich benennen) unverständlich. Aber bei Hartmut Krauss kommt halt die Orientierung an einer möglichen "transkulturellen Gesellschaft" hinzu. Und da haben wir wieder den Gegensatz: korrektes konservatives und linksutopisches Menschenbild. Die Vorstellung der transkulturellen Gesellschaft halte ich für schlechte Philosophie und eine utopische Ideologie (und insofern kann man halt linkes und rechtes Denken auch dann unterscheiden wenn man die Antifa außer acht läßt), die dem derzeitigen Handeln der Politik in die Hände spielt. Von links bleibt daher von den Zielen (den Inhalten) für mich nicht viel in gemeinsames Handeln einzubringen. Aber das kann auf der Ebene des individuellen Handelns natürlich anders aussehen. Das muß sich dann quasi "vor Ort" entscheiden.
Meyer
20. April 2015 14:57
Während ich auf der Rechten beobachte, daß man dort das Bedrohte und Erhaltungswürdige bzw. Erhaltungsnotwendige und die konkreten Gefahrenquellen benennt, sehe ich auf der ehrlichen Linken die Befähigung, in realen aber abstrakten Machtstrukturen zu denken. - Die Verbindung ergibt erst das explosive Gemisch, das als Einzelkomponenten bisher wenig Wirkung erzielte.
(Selbst Bismarck, das Lieblingsfeindbild der Linken, war die Verkörperung einer Melange bestehend aus altpreußischem Junkertum und nationalliberalen, später sogar sozialen Ideen. Herr Elsässer berief sich auf Ernst Thälmann, der nicht nur Kommunist sondern auch Patriot war.)

In meinem Umfeld registriere ich an unterschiedlichsten Orten, daß sich linke und rechte Gedanken und Beobachtungen in ein und denselben Personen vermischen, bei genuin Linken, wie auch bei Ur-Rechten. Ich selbst habe meine wirtschaftsliberalen Überzeugungen zu großen Teilen als naiv über Bord geworfen. Eine weitere linke Perspektive, die ich angenommen habe ist die Bewertung von Geldschuld und Zinseszins als abstraktes Herrschafts-Akkumulations-Instrument. Erst dieser Erklärungsansatz bietet einen (zumindest zusätzlich erforderlichen) Schlüssel für politische Großereignisse in der Geschichte.

Ich selbst bezeichne mich als Beton-Rechten. Angesichts des inneren Zustandes Deutschlands sehe ich allerdungs gar keine andere Möglichkeit als die Kooperation zwischen der vernünftigen Linken und der einsichtigen Rechten, die in der antinapoleonischen Befreiungs-/Freiheits-Bewegung, vielleicht auch in (Teilen von) 1848 Vorbilder findet. Diese Verbindung sehe ich durch die Verbindung Kubitschek-Elsässer zumindest angestoßen.

Dennoch mag weder der strukturelle Blick der Linken, noch der existenzialistische Blick der Rechten alleine hinreichen, um politische Phänomene zu verstehen, vor allem bezogen auf die äußeren Einflüsse, Wechselwirkungen und politisch-geographische Machtzustände.
Als Mittel, um wenigstens innenpolitische Dynamik zu erzeugen, ist die "Querfront" unumgänglich. Die außenpolitische Dynamik ergibt sich bereits daraus, daß Linke und Rechte, aus völlig verschiedener Perspektive die USA als geographischen Ursprungsort ausgemacht haben.
Aus dieser Richtung erfolgen gewiss auch die zu erwartenden Reaktionen (wie an Alan Posener in "Der Welt").

PEGIDA und der "Querschluß" je für sich ist eine Bewegung, die das langfristige Potential hat, in dem ewigen psycholgischen Kampf um Deutschland als geostrategisches Schlüsselgebiet Auswirkungen zu zeitigen. Noch viel mehr, wenn der "Querschluß" nicht auf PEGIDA beschränkt bleibt. Mit dem zu erhoffenden Erfolg wird der Gegenwind zunehmen. Bis zur Wende!
Carabus violaceus
20. April 2015 15:29
@ Simon: Lesen Sie mal einige Aufsätze von Ernst Niekisch und anderen "linken Leuten von rechts". Niekisch verband preußisches Ordnungsdenken mit sozialrevolutionären
Forderungen - diese aber nicht um einen "neuen Menschen" zu erschaffen, sondern zum Selbsterhalt der Nation. Dem konventinellen links/rechts-Schema war er damit meilenweit voraus.
Carl Sand
20. April 2015 15:39
Der Vorteil der Linken ist, dass sie nach OBEN zu hassen vermag.

Der Rechte kann fast immer nur nach (vermeintlich) unten treten, da sein Wusch nach oben zu buckeln so groß ist.

Hündisch sehnt er sich nach Ein- und Unterordnung in das selbe System, dass ihn zu vernichten trachtet.

Wir haben keinen Staat zu erhalten, sondern ein System zu vernichten.

Zu erhalten ist ausschließlich das Volk - und es ist tödlich bedroht -

Es wird ermordet. Darum geht es, und sonst um nichts!

Daher bin ich zu einem völkischen Linksradikalen geworden.
Magnus Göller
20. April 2015 16:52
@ Meyer

Auch wenn ich mich nicht als "Beton-Rechten" verortete - war das eine feine Ironie von Ihnen? - , stimme ich Ihren sonstigen Analysen weitestgehend zu.
("Ich selbst habe meine wirtschaftsliberalen Überzeugungen zu großen Teilen als naiv über Bord geworfen." - So viel zum "Betonrechtsthume": Ich komme zwar mit Libertären in der Regel sehr gut aus, habe auch durchaus schon gut mit Libertären kooperiert, sehe aber kurzfristig bis mittelfristig nur Teile ihrer Ansätze als zielführend an.)
Kubitschek sprach in seinen Ausführungen die Unterschiedlichkeit der Menschen an, die durch einen "Neuen Menschen" aufzuheben die ewige Lebenslüge (der meisten) Linken. Ob es "sozialer" sei, entlang der natürlichen Begabungen und Möglichkeiten und gewachsener Kultur und Identität eine Gesellschaft zum bestmöglichen Frommen zu gestalten, oder ob eine zwanghafte Nivellierung (nach unten, wohin sonst?) "menschlicher" sei, dazu hat er den Finger sehr genau, knapp wohlgesetzt, in die schwärende Wunde der Linken gelegt: ein also notwendiges wie sinnfälliges Vorgehen gerade bei dieser Gelegenheit.
Auch die These vom "Resonanzraum", der durch Pegida geschaffen worden sei und ein solcher, vielfältig wachsend, parteilos, bleiben solle, war überzeugend vorgetragen.
Simon
20. April 2015 17:10
Lesen Sie mal einige Aufsätze von Ernst Niekisch und anderen „linken Leuten von rechts“.

Lesen Sie mal, was ich eben geschrieben habe:

"Konservative Linke sind wohl global in etwa so weit verbreitet wie liberale Muslime. Es gibt sie zwar, sie sind mitunter auch sympathisch, blos ist damit kein Staat zu machen."

Klar gibt es Linke, die interessante Aufsätze schreiben. Es gibt auch sehr sympathische Euro-Muslime, die auch interessante Aufsätze schreiben. Aber wie relevant sind die? Wie einflussreich sind die Aufsätze von Ernst Niekisch?

Auf einen "vernünftigen" Linken tausend andere, die glauben, sie können 800 Millionen Afrikaner nach Europa holen und gleichzeitig den Sozialstaat ausweiten und das ganze mit dem Bau neuer Windräder und einen Spitzensteuersatz von 90 Prozent finanzieren.

Nach meiner Erfahrung ist das Wort "links" in 90 Prozent der Fälle synonym mit "blöd" zu verwenden.
Magnus Göller
20. April 2015 17:13
@ Jürgen Elsässer

Fällt mir eben noch ein kleines Späßle dazu ein, dass es "Links" und "Rechts" eigentlich nicht mehr gebe; für Prosa war mir die Sache zu hoffnungslos, aber zuwenig ernst, weswegen ich sie in zwei krautige Verse gebracht.

Wenn in der Not
Der echte deutsche Patriot
Nicht mehr fragt nach links noch rechts
Dann kommt das den Rechten
Jedenfalls allen Echten
Gerade recht

Und die Linken
Auch wenn sie noch ein wenig hinken
- hüben und drüben welche stinken -
Sehen endlich doch in größter Not
Fürs eigne Volk
Das eigne Brot
Als das Gebot
Marcus Junge
20. April 2015 18:02
"+ Zuletzt: Kathrin Oertel"

Hat sich selbst völlig erledigt die gute Frau, mit ihren Ausfällen zu Pegida, welche jetzt, in Klartext übersetzt, Nazi sei und Nazis einlade (Wilders). Was ist eigentlich aus ihrer Gegen-Pegida geworden, gibt es die noch, oder wurde die nach dem einmaligen Ausflug wegen der Blamage der fehlenden Mitläufer eingestellt?
Hellweg
20. April 2015 18:32
@Rosenkranz: Das eigene (Hells Angels) schwächen und das Fremde (Miri) unbehelligt lassen: ist das nicht genau ein weiteres Puzzlestück, das ein Bild weiter vervollständigt, das doch schon eine Weile in Umrissen sichtbar ist?

Die eigenen Rentner suchen Flaschen im Müll, die "Refugees" bekommen Wohnungen gestellt? Altenheimen wird der Mietvertrag gekündigt, damit "Flüchtlinge" unterkommen können?
Geld für unsere Infrastruktur fehlt, aber für "Griechenland" ist es da? Und vor allem: wir werden entwaffnet, die Polizei zusammengespart, die Wehrpflicht abgeschafft, aber kriminelle Banden sammeln weitgehend unbehelligt schwere Bewaffnung an?

Es ist der Plan, es ist das erklärte ZIEL, Deutschland zu schwächen. So etwas geschieht systematisch, gezielt und auf mehreren Ebenen. Die Blaupause kann man doch sehr schön erkennen in den Berichten auf SPON über die systematische Schwächung von Nordsyrien (einschließlich der Ermordung ausgewählter Personen), bevor ISIS dort eingedrungen ist.

Ich frage mich nur, wann der finale Schlag bei uns kommt und wie er aussehen wird. Wann wir als schwach und wehrlos genug gelten. Lange wird das vermutlich nicht mehr dauern.
ingres
20. April 2015 18:35
Also ich bin auf etwaige Probleme mit dem Finanzkapitalismus auf einer linken Seite aufmerksam geworden. Ich habe sofort gemerkt, dass da was dran sein könnte, nur konnte man das da nicht diskutieren (ich spare mir dazu die Einzelheiten).

Zinseszins und Geldsystem ist allerdings eine hochkomplexe Materie und ich weiß nicht wieviel ich davon mittlerweile verstanden habe, aber jedenfalls habe ich es nicht soweit durchdrungen, dass ich die Sicherheit derjenigen teilen könnte die meinen, dass das Übel der Welt am Geldsystem und den dahinter stehenden Finanzkapitalisten liegt, die noch dazu die Welt in einer Verschwörung regiert haben und regieren.

Interessanterweise gab es auch in der AfD Leute die diese Ansicht hatten. Aber auch diese Diskussionen haben für mich zu keinem Ergebnis geführt. Ich halte grundsätzlich nichts davon das Übel in einer einzigen Wurzel zu suchen, nicht nur weil es nach Marxismus riecht und der damit grandios gescheitert ist
Warum suchen sich die vernünftigen Linken kein einfacheres Thema. Die Analyse des Finanzkapitalismus kann man auch abschwächen, ohne nun eine Wurzel allen Übels, deren Beseitigung wie im Sozialismus das Paradies bringen soll, ausmachen zu müssen. Das Gegenteil, die Totalität der Analyse und die Identifizierung eines Übeltäters u. U. noch verbunden mit einer Utopie) ist ein Grundproblem linken Denkens (also auch des mehr oder weniger vernünftigen linken Denkens, über das gemeine linke Denken will ich hier nicht reden).
Die Analyse des Geldsystems und möglicher Alternativen kann man durchführen. Da sind ja eher konsequente Wirtschaftsliberale auch führend (Roland Baader, Hayek und Anhänger). Aber auch hier gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während Baader das System durch das Abschaffen des Gelddruckens reformieren wiil, woilen die Linken im Sinne ihrer sozialen Utopien noch mehr Geld drucken. Wobei ich jetzt nicht weiß, was vernünftige Linke dazu zu sagen haben.
Und deshalb jetzt nochmal warum suchen sich vernünftige Linke kein einfacheres Thema und versuchen die Welt unbedingt als von einer finanzkapitalistischen Verschwörung beherrscht zu erklären?
Die Abschaffung Deutschlands reicht doch für den Anfang zunächst aus, dann kann sich an schwierigere Dinge machen. Und die laufende Abschaffung Deutschlands ist doch recht einfach zu begreifen, wenn man die ideologischen Barrieren überwunden hat.
Meyer
20. April 2015 18:36
@ Magnus Göller

Es ist sinnlos, sich über eine möglicherweise bessere (Wirtschafts-) Ordnung zu äußern. Verbessungsvorschäge, die allesamt wertlos sind, weil sie auf Luftbuchungen basieren, also nicht auf der Berücksichtung der realen Kräfte, die eine hypothetische politische Veränderung einer Ordnung überhaupt erst ermöglichen.
Traumvorstellungen einer besseren Welt sind deshalb immer naiv. Es ist wohl eine Art der Ernüchterung dies einzusehen und das kann man wohl als so etwas wie politisches Erwachsenwerden bezeichnen.
Im Ansatz habe ich diese Position nicht zugunsten einer "Querverbindung" aufgegeben. Aus der Sache heraus. Und Hayek war auch kein Idiot; nur engsichtig. Ähnliches gilt auch für die Libertären nach Hoppe. Nicht dumm, nur unglaublich wenige Variablen wurden da in den gedanklichen Ansatz gebracht. Wunschdenken.

Zur Ironie: Jein. Je nachdem wie man rechts definiert bin und bleibe ich betonrechts. Um so schärfer und enger meine eigene begriffliche Näherung an diesen Begriff wird, um so deutlicher wird, daß ein Anstreben einer kern- und grundliberalen Wirtschaftsordnung kein Bestandteil dieses Begriffes sein kann.
Allerdings ist natürlich für die Aufgabe dieser Bunkerstellung eine sehr große Hilti notwendig gewesen. Insofern: Ironie +.


Zur Verortung: Wir Deutschen liegen in der Mitte, nicht Ost nicht West, nicht Nord nicht Süd (in Europa). Dies gilt nicht nur geographisch sondern auch geistig. Wir sind der Kern, das Zentrum. Beobachte ich andere Völker, so kann man verkürzt feststellen: Oben=rechts, unten=links. Nicht so hier! Hier scheint man in jeder Frage die Reformationszeit nachzuahmen. Mann stellt sich in ein Lager, wenn zwei zur Auswahl stehen, immer und ad-hoc. Ich meine, dies rührt aus der Zeit der Schwäche Deutschlands. Mächte, im wesentlichen fremde, Schweden, Frankreich und der Vatikan vorweg und Habsburg noch dazu, haben hier unter religiösem Vorwand ihre Machtinteressen durch einen sich selbst nährenden Krieg ausgefochten. Nach 1648 über den RDHS bis 1871 kann man die Verwendung deutscher Klein- und Mittelmächte für fremde Interessen beobachten, die diese deutsche Mentalität nutzten, um eigenes Blut zu sparen.
Erst 1871 war der Schluß! Katholiken UND Protestanten, Hohenzollern UND Wittelsbacher UND unter Anlehnung der Habsburger.

Nein, mit Habsburg kann mir keiner kommen! Mit Wittelsbach schon nicht! Und katholisch bin nun gleich gar nicht!
Dennoch hat das alles so seine Richtigkeit. Diese Einigkeit, auch wenn sie vielen Altvorderen schwergefallen sein mag, war ÜBERLEBENSNOTWENDIG! Und so sehe ich es mit den einsichtigen Linken auch. Soll sich etwas ändern, gleich aus welcher Perspektive, Links oder Rechts, benötigt man einander. Soweit das geht. Erst wenn eine Stellung a Österreich-Ungarn nicht mnehr integrierbar ist, muß man andere Wege gehen.

Und so sehe ich es: Ich bin und bleibe betonrechts, wie ich Preuße und kein Österreicher bin. Aber ich sehe im Bündnis weit mehr, als nur die einfache Summe der Kräfte. Ich sehe eine potientielle Befruchtung im Denken. Das ist kein Grund seine Position aufzugeben. Und ich werde nie den inneren Zwang verstehen, die ganze Welt retten zu müssen und Gerechtigkeit auf Erden anzustreben. Ja mei! Aber werde mir wohl auf die Zunge beissen und still halten, wenn derjenige, der die Welt retten möchte, dabei auch Deutschland gleichermaßen nach vorne bringt. So wie die kaiserliche Reichsregierung bei der ein oder anderen k.u.k.-Balkan-Aktion.
Meyer
20. April 2015 18:48
Ich werte das Linkssein als ein Phänomen der Entwurzelung. Die Erschaffung des "Neuen Menschen" ist leicht als Folge dieser Entwurzelung zu deuten: Wurzeln zu erzeugen, die man selbst nicht besaß, die folgerichtig nicht aus einer gewachsenen, aber unreflektierten Umwelt mit ihren Traditionen und ideellen Einrichtungen heraustammen können, sondern eben aus der reinen Reflektion, die zwingend immer hinter der Komplexität des Gewachsenen zurückbleiben muß. Kein Mensch ist in der Lage, durch seine Ratio diese Komplexität zu durchdringen und eine bessere Gesamt-Alternative zu errichten.
Die Entwurzelung werte ich allerdings als eine Vereinfachung, (wurzelhafte) Zustände überhaupt zu beobachten, zu reflektieren und tatsächliche Gesetzlichkeiten herauszufinden. Dies ist aus einer gut verwurzelten Situation heraus ungleich schwerer.

Bei der Linken kann man leicht eine pseudo-objektive Haltung feststellen. Auch dies sehe ich resultierend aus dem Nichtvorhandensein eines positiven Etwas, in das man verwurzelt ist.
Deutschland ist denen ja Dank dauerhafter medialer Hirnerweichung ausgetrieben. Künstlich erzeugte Haltlosigkeit. Innere Zerissenheit. Allentorten zu sehen.

Ist ein Elsässer überhaupt noch links? Er würde diese Frage natürlich mit Ja beantworten. Auch sein Stil ist es. Anhand meiner Einteilung allerdings nicht. Wie mir die Erkenntnis gekommen ist, daß man strukturell-abstrakte Analysefähigkeit benötigt, die rechte in Bezug auf Geistiges besitzt, in Bezug auf ökonomische Machtverhältnisse nicht. So hat Elsässer mehrfach erkannt, daß dem Menschen auf dem Weg zur Totalentwurzelung Vaterland und Familie genommen werden soll. Und zwar von einer Herrschaftselite, die Marx aus Versehen vergessen hat zu erwähnen, obwohl längst existent. Selbst Bismarck (und auch Adenauer) wußte um sie und deren Interessen.
Die Totalentwurzelung hätte Marx eben "Entfremdung" genannt. Mankann ja in der marx'schen Sprache kaum noch von Überbau reden, sondern sogar von dessen völliger Zerstörung. Es bleibt übrig ein völlig haltlosen Menschlein, jeglicher Kraft beraubt, den Medien und seinen Konsum-Bedürfnissen und Hormonschwankungen hilflos ausgesetzt.
Georg Mogel
20. April 2015 19:13
...Es ist übrigens ergreifend, wie sich die Leute in solchen Lagen an
den Offizier klammern. Das ist eigentlich einer der schönsten Augenblicke,
dieses gläubige Vertrauen des Mannes auf die Überlegenheit des Offiziers
über die Lage ... In solchen Momenten Führer sein mit klarem Kopfe,
heißt der Gottähnlichkeit nahe sein. Wenige sind auserlesen.

Ernst Jünger,
Kriegstagebuch 1914-1918,
19.VI. 1917
KarlHammer
20. April 2015 19:56
Die patriotische Seite sollte mal langsam eine "Antiras" gründen:
Eine "Antirassistische Aktion", die den Rassismus der Deutschen- und Europäerhasser bekämpft.
Frenchman
20. April 2015 20:40
Wieso sollten Linke auf uns zukommen? Sie haben doch als Juniorpartner an der Seite des globalen Finanzkapitals ihren Platz gefunden. Sie toben sich mit Multikulti und Antifaschismus aus. Das Ziel beider ist bekannt: Der atomisierte neue Einheitsmensch ohne Rassen- und Volksbewußtsein.

Sie sind dabei weit voran gekommen. Beide glauben wohl, daß sie letztlich über den anderen triumphieren werden. Dabei wird sich die Linke verrechnen, denn am Ende stehen totalitäre Weltstaaten im niedergehenden Westen.

Ich persönlich kenne keinen vernünftigen Linken. Seit Jahrzehnten treffe ich nur auf Vollidioten, die z. B. keine Ahnung von den Humanwissenschaften oder Geschichte haben. Mittlerweile können die Linken gar nicht mehr diskutieren, weil sie seit langem gar nicht mehr öffentlich herausgefordert werden, sondern nur unter Ihresgleichen über Varianten ihres weltfremden Weltbildes labern.

Wer mit uns diskutiert ist kein Linker (mehr).

Die Verblödung und Gleichgültigkeit der BRD-Bewohner hat ein Ausmaß erreicht, das ich nie für möglich gehalten habe. Unglaublich viele BRD-Bürger wollen das, was sich hier abspielt. Sie finden es auch noch toll. Das System ist stabil und PEGIDA nur eine kleine Fußnote der Geschichte.

Dennoch stimme ich Kubitschek zu. Tun wir mehr als bisher. Jeder, was er vermag.
RL
20. April 2015 21:09
Links war schon immer die Dummheit und das Verbrechen, egal wie sie sich nannten. Nationalsozialisten, Nationalbolschewiken, Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten, usw, usf.
Die Linke steht für Zerstörung der Kultur und Tradition.
Ich halte überhaupt nichts von irgendwelchen Querfronten.
Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.
Marcus Junge
20. April 2015 21:29
Frenchman
"Das Ziel beider ist bekannt: Der atomisierte neue Einheitsmensch ohne Rassen- und Volksbewußtsein."

Sollte es das Ziel sein, es funktioniert dann nur nicht in der Praxis, sonst würde sich der Türke, 3. Generation BRD, nicht weiter als Türke sehen und wie einer aufführen. Man mag mit solchen Mitteln die verblödeten, im eingeredeten Schuldkult sich suhlenden weißen Völker auslöschen können, dafür übernehmen dann aber die Fremden den Laden und hängen einfach die eigenen Fahnen ran, was dann durchaus zu Verteilungskämpfen unter diesen führen dürfte. Welcher Türke will z.B. schon Horden an Zigeunern und Subsahara-Fachkräften in Germanistan haben? Nur den Einheitsmensch hat man dann nicht.
ulex
20. April 2015 21:49
Hmm.

Offen gestanden versteh ich die Diskussion hier nicht so ganz - eigentlich geht es in dem Beitrag doch darum, was "Pegida" erreicht hat und noch erreichen kann und wie Pegida sich weiterentwickeln könnte / sollte - und nicht um die 27. "Querfrontdiskussion" ;-) Aber meinetwegen, nicht jeder hat halt Interesse an praktischer (politischer) Arbeit sondern politisiert lieber im Netz ein wenig vor sich hin ;-)

Insofern versuch ich mal ein paar Aspekte zum eigentlichen Beitrag aufzugreifen.
ulex
20. April 2015 21:55
Vielleicht zuerst mal ein Rand-Aspekt, die Causa Oertel:

In der Tat hätte ich von außen auch vermutet, dass die Geschehnisse seinerzeit im Januar eine Kombination aus "über den Kopf gewachsen" (meinetwegen auch inhaltlich - an wehende Deutschlandfahnen und Stauffenbergfahnen muss man sich ja auch erstmal gewöhnen), "empfundener Druck" und "vergiftete Ratschläge" waren - und keine Auftragstat.

Dazu passt aber mE NICHT, dass Oertel sich JETZT nachdem sie doch aus allem raus ist und kaum dass Pegida wieder wächst, massiv in die Öffentlichkeit geht / ging und die Laier vom "Rechtsruck" beklagte. Sowas tun eigentlich nur Leute die - mit ihren bescheidenen - Möglichkeiten maximal schaden wollen, ob in Auftrag oder ob gekränkten Ego ist ja erstmal wurscht.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
20. April 2015 22:18
", vor allem die Entmachtung des Finanzkapitals, erfordert."

Zum Einstieg gleich mal eine kleine Provokation.

Gibt es anderes Kapital als "Finanzkapital"? Oder dient das Suffix "Finanz" nur dazu das Dämonische am Kapital zu betonen, wenn nicht zu Schlimmerem ( siehe link Konnotationen)?

Zur Entmachtung desselben:
Irgendwo im Hause liegt bei mir eine blaue in Leinen gebundene Ausgabe von Nietzsches "Also sparach Zarathustra" aus den 1930igern rum. Darin ein Nachwort von Peter Gast - voller Sozialdarwinismus, wenn ich mich recht erinnere. Bin gerade zu faul zu suchen.
Aber ein Satz ist mir gut in Errinnerung geblieben. Peter Gast fertigt sozialistsche Utopien mit einem Satz ab:

"Würde so ein Schafsstall jemals Realität, fände sich sicher in der Nachbarschaft ein Wolf, der sich seiner annimmt."

(aus dem Gedächtnis zitiert).

Nun denn damit hinreichend ist beschreiben, was einer Entmachtung des Finanzkapitals folgte:

Eine massive Verarmung des Volkes, in den dann folgenden politischen unruhigen Zeiten fände ausländisches Finanzkapital schon seinen Weg an die Macht. Und am Ende wären wir alle ärmer und noch unfreier.

Ne mit der Unlogik der antikapitalistischen Linken kann ich nichts anfangen. Eine Querfront sehe ich nur zwischen libertären Rechten und anarchistischen Linken: Weniger Staat!
Kaliyuga
20. April 2015 22:51
Dank den Herren Elsässer und Kubitschek! Beiden Männern, darüber hinaus: „Weltgeschichtlich“, von Herrn Kubitschek verwendetes Wort. Wie wollte wir heute, in diesem erstickenden Mater-ialismus (nicht umsonst regiert Feminismus) eine belastbare Deutung des bedrängenden Verhängnisses ohne Meta-physik, ins Höchste weisend, hinbekommen? Auch hier versagt das Linke, mithin das bloß Dunkle („sinistro“), welches das wesenhaft Ungleiche, den Geist ohrfeigend, je ins Gleiche erniedrigen, in die Erde ziehen, ersticken will. Gerechtigkeit, bluttrunkenes Schlachtwort, dabei tote Konstruktion, weil an der Wahrheit vorbei, nichtig und, Macht ist ihm gegeben: vernichtsend. Badisch, Herr Elsässer, seit 1889 fast, die Frömmigkeit im denkenden Fragen: 'Heißt das nicht Sophismus: Gender Mainstreaming anzuklagen und zugleich, zuinnerst links, das Ge-stell der Gleich-be-rechtigung selbstgefällig und wie natürlich in saecula saeculorum oktroyierend einzusetzen? Hier, Herr Kubitschek ist der „unsichtbare“ Gegner. Er ist nicht greifbar, er weiß, trotz beachtlichem badischen Kopf, trotz richtiger, aber eben nicht wahrer Diagnose, selber nichts von seinem grundstürzenden Fehl. Ihm fehlt als Konstrukteur des omnipräsent-ubiquitär Gleichen die Demut, Anerkennung, geschweige denn Verehrung aufzubringen für das was über ihm ist; woher sollen sie ihm auch kommen, da ihm, dem Linken am Ende doch alles gleich ist? Und nun, da die Dächer stürzen, nun, just nun soll „Nation“ sein? Mich deucht, es wird Nation sein, geistig und geistiger denn je, unverweslich. Auch Trakl fehlt im tiefen Sinnen, meinend „Und niemand wird uns zur Nacht geleiten.“ Ganz einerlei, ob es gewußt und ob es anerkannt wird: Es ist dies der Äon des Kreuzes, das gesetz-t und auferlegt ist. Innerste Not an der Verheerung als Potenz zur Wandlung ins Reine und Heimfallen zu sich selbst.
Trouver
21. April 2015 00:38
Ich glaube, es gibt in der Tat ein anderes Volk und zwar aus dem Reservoire von den Nichtwaehlern.

Es ist solange unsichtbar, wie lange noch wirtschaftliche Katharsis ausbleibt.
Der Ghibelline
21. April 2015 01:32
Warum geht mir dieses ewige "Links-Rechts-Diskutiere" - insbesondere auf diesem Blog - eigentlich so sehr auf den Senkel?

Und warum finde ich immer mehr die Anmerkungen von Jürgen Elsässer interessanter, ausgewogener und zielführender als das ganze konservative Herumgedönse?

Und warum kann ich die Enttäuschung von Götz Kubitschek über die vielen rechten "Vordenker, selbsternannten Agitatoren und Tresenhelden" vollkommen nachvollziehen, die außer Klugschwätzen bisher nichts in die Reihe bekommen haben?

PEGIDA ist wirklich ein interessantes Kontrastmittel...
Olaf
21. April 2015 05:25
Frau Oertel hat der linksradikalen Zeit ein willfähriges und wohlfeiles Interview gegeben und sich damit zum wiederholten Male als gefährlicher Gegner von Pegida profiliert. Jetzt sitzt sie im Publikum und sucht Wärme und Anerkennung? Ist diese Frau schizophren?
Frenchman
21. April 2015 07:14
@ Marcus Junge

Zustimmung: Auf dem Weg zum "Einheitsmenschen" stellen sich bestimmte Gruppen (noch) quer. Es gibt auch keine "Verschwörungszentrale" und auch keinen "Masterplan". Ob es außerhalb der weißen Welt funktionieren wird, ist fraglich.

Alles läuft aber bei uns tatsächlich in eine bestimmte Richtung, mehr oder weniger gesteuert und egal von wen genau.

In wenigen Jahrzehnten sind die Weißen erledigt, wenn es so weiter geht. Also gilt es deutlich zu machen, was das wesentliche Ziel aller Politik heute sein muß: Erhaltung der Weißen.

Pegida und die Linken sind in ihren programmatischen Aussagen weit davon entfernt. Sie gehen entweder faule Kompromisse ein, die den Niedergang nur verzögern, oder sie arbeiten aktiv am Niedergang mit.

Tut mir leid: Pegida bleibt auf halbem Wege stehen. Mit "Nazis raus"-und Israel- und Stauffenberg-Flaggen, mit grundsätzlicher Zustimmung zum Asylrecht und zu gemäßigten Moslems, mit der Akzeptanz einer wenn auch langsameren Einwanderung von Nichteuropäern ist Pegida nur eine halbe Sache. Genau wie die AfD und andere.

Die Erhaltung unserer Art ist die Kernforderung. Alles andere ist nur begleitetes Sterben.
Waldgänger
21. April 2015 07:14
Ich möchte darum bitten, die Debatte bei diesem sehr wichtigen Artikel und Thema nicht wie sonst nach zwei oder drei Tagen zu schließen.

Sowohl die Diskussionsbeiträge bei COMPACT als auch die bisher eingegangenen Leserkommentare sind so lohnend, dass man sie langsam und gründlich durcharbeiten sollte. Das braucht Zeit!

Danke!
Martin
21. April 2015 08:09
.... sind so lohnend, dass man sie langsam und gründlich durcharbeiten sollte. Das braucht Zeit!


Dann werde ich mal versuchen, dass Niveau etwas zu senken ... :)

Als ich das hier

Alles in allem: eine fruchtbare Veranstaltung.


gelesen habe, hatte ich zuerst einen freudschen "Verleser" und habe

"Alles in allem: eine furchtbare Veranstaltung"

gelesen. Und irgendwie habe ich schon den Eindruck, als ob mich mein Gefühl nicht trügen würde. Mit der Diskussion mit Herrn Elsässer hat sich Herr Kubitschek zu nah an den Narrensaum der Geschäftemacherei durch Obskurantismus heran bewegt. Nichts gegen Narren, auch die sagen bekanntermaßen nicht selten die Wahrheit und zum närrisch werden, gibt es viel Anlass, aber genug der Philosophiererei darüber. Kubitschek öffnet Herrn Elsässer allzu leicht neue Leser- und Marktschichten - und darum geht es dem geschäftstüchtigen Elsässer doch. Sein Compact Magazin ist so eine Art PM Magazin für alle, die sich mit nichts tiefer beschäftigen wollen (und schon gar nicht mit Quellen), die aber ihre Trivia und Vorurteile über Israel, USA, der Staatskrake, den Kapitalismus billig bestätigt haben wollen ("Endlich schreibt einer mal das, was ich die ganze Zeit mir denke!" - Ich hingegen lese Sezession, da dort oft etwas geschrieben steht, was ich bislang nicht kannte oder anders gedacht habe und so sieht meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Qualität (Sezession) und Produktmarketing (Compact) aus).

Elsässer ist sicher nicht blöd - das habe ich schon an anderer Stelle geschrieben, er weiß, wie Kampagnen laufen und baut seine eigene ökologisch ökonomische Nische konsequent aus, er ist ein guter "Kapitalist", aber was haben Sie, Herr Kubitschek, was haben Konservative, Rechte, Patrioten davon?

War das Ausgeschlossen sein von der Tafel des Establishments und selbst wenn es in der Gestalt einer AfD daher gekommen ist, so schlimm, dass man sich jetzt mit Leuten umgeben muss, die sich freiwillig und mit vollem Marktkalkül "Nationalbolschewist" nennen?

antwort kubitschek:
das ausgeschlossensein von der tafel des establishments ist nicht schlimm, es ist vielmehr ein gutes zeichen: denn mitzutafeln kostet das rückgrat, mindestens aber einige wirbel. umgehen muß man mit niemandem, wenn man selbstständig ist. aber angesichts der lage, in der unser volk steht, bin ich nicht pingelig - zumal auch wir leser gewinnen können. das ist seit je mein credo: jeder, der sich mit uns einläßt, muß wissen, daß wir die besten sind.
Hartwig
21. April 2015 10:22
Wenn man einen gemeinsamen und übermächtigen (ggf. unsichtbaren) Feind ausgemacht hat, dann kann "Querfront" doch nur eines bedeuten: Linke und Rechte gehen sich aus dem Weg!
In dem Sinne, dass sie sich nicht in die Quere kommen, geschweige denn, sich gegenseitig bekämpfen.

Hat man diesen gemeinsamen Feind? Wohl ja. Elsässer nennt ihn Finanzkapitalismus (Sahra Wagenknecht auch) , ich würde US-Imperialismus sagen. Grobes Raster.

Und? Geht man sich aus dem Weg? Wohl kaum. Solange sich die Linke als exekutierende Speerspitze im Kampf gegen Rechts betätigt, ist eine Querfront graue Theorie. Elsässer ist hier Ausnahme und nicht Regel.
Jan
21. April 2015 12:07
Zitat: " Trouver, Dienstag, 21. April 2015, 0:38 (URL) | Kurz-URL Ich glaube, es gibt in der Tat ein anderes Volk und zwar aus dem Reservoire von den Nichtwaehlern."

Sie würden große Augen machen, wenn Sie wüssten, wer und was sich so alles unter den Nichtwählern befindet. Da wartet nämlich eine große Überraschung auf Sie...
Magnus Göller
21. April 2015 12:22
Nun, das Argument, dass Elsässer sich über Kubitschek auch neue Leserschichten erschließen will, greift sicher nicht daneben. Gleichwohl dürfte Compact derzeit eine größere Leserschaft haben, die sich so potentiell für Kubitschek/die Sezession erschließt. Der Vorteil liegt also eher auf dieser Seite.
Ich sehe nicht, dass Kubitschek sich übers Maß angebiedert hätte oder leisetreterisch vorgetragen hätte. Viele werden seinen Namen zum ersten Mal über seine Reden für Pegida/Legida gehört haben: und jetzt wieder durch seinen Auftritt mit Elsässer. Im übrigen könnte man ihm, wenn man wollte (in diese Richtung geht die Debatte bei Elsässer gerade teils gegen Elsässer), doch eher am Zeuge flicken, dass er sich indirekt mit Wilders und seiner Zionistentruppe gemeingemacht habe, indem er dort aufgetreten sei.
Beiden werde ich bestimmt a priori nicht vorwerfen, sie seien verdächtig umsichtig und geschäftstüchtig. Sollen sie etwa in einer Ostseetonne vor sich hinbrabbeln?
Da ich - gerade jetzt, aber schon länger - beider Seiten nebst Kommentaren aufmerksam beobachte, darf ich für mich feststellen, dass bei Elsässer zwar mehr Chaos aufkommt als hier unter den gesetzten Konservativen, auch mehr Wortmüll, andererseits aber eine Bandbreite an Teilnehmern und Wortmeldungen vorzufinden ist, etwas legerer, "linker" oft, die ihren eigenen ehrlichen Reiz hat. Auch Leute, die man gemeinhin als Trolle bezeichnen möchte, treten dort unverschämter auf.
Da gibt es selbst Leute, die meinen, wir müssten uns mit immer noch mehr Millionen Moslemmigranten gegen das Christentum, die Zionisten oder das internationale "Finanzkapital" (schon ein fragwürdiger Begriff!) verbünden. Selbst prozionistische Wüstenrufer gibt es. Und dann auch vernünftige Leute.
Hier geht es zweifellos elitärer, gesetzter zu; und wird zumal auf eine gute deutsche Sprache durchgängig mehr Wert gelegt und Mühe verwandt: Letzteres spricht allemal für sich, den Anspruch, die Teilnehmer.
Trotzdem, oder gerade deshalb, finden sich bei Elsässer auch Hinweise und Beiträge, die nicht leicht hierherfänden, bisher kaum hierherfanden, auch, weil der Verfasser, kennt er denn diese Seite, eher nicht zur Vermutung Anlass hat, diese würden ernstgenommen oder gar goutiert.
Alexander
21. April 2015 12:58
Jan:
Sie würden große Augen machen, wenn Sie wüssten, wer und was sich so alles unter den Nichtwählern befindet. Da wartet nämlich eine große Überraschung auf Sie…

Jetzt bin ich aber gespannt. Wollen Sie uns nicht alle an ihrem Geheimwissen teilhaben lassen? (Ist wirklich ernst gemeint!)
Pommes
21. April 2015 16:49
Ich habe bei diesen von Links nach Halbirgendwienational Gewanderten immer die Vorstellung von einem Gedankenssystem, das einem äußerst baufälligen Haus gleicht, das in letzter Minute noch notdürftig geflickt wird, um sie vor dem völligen Zusammenbruch zu bewahren. Damit stehen sie dann zwar besser da, als ihre ehemaligen linken Politfreunde, deren lausige Häuser restlos zusammenbrechen; aber es bleibt eben eine notgeflicktes und windschiefes Haus und wird nie ein festes Haus werden. Herr Kubitschek hat vollkommen Recht damit, dass Linke unfähig sind die Gegebenheiten zu akzeptieren und deshalb in ihre Utopien flüchten müssen. Damit sind sie aber die größten Feinde der Wahrheit, denn um ihre utopische Wunschwelt aufrechtzuerhalten müssen sie zwangsläufig jene bekämpfen die die Wahrheit sagen.

https://www.youtube.com/watch?v=56ND1SkjGjs

Hier ist das Gegebene. Ein behinderter Mann wird vollkommen grundlos von einem Türken maltretiert. Was sieht ein Linker darin? Ein rassistisches Hetz-Video das seine kunterbunte Traumwelt gefährdet. Ergo, der maltretierende Türke muss verteidigt werden. Der Behinderte wird somit automatisch zum Täter (Feind) verkehrt, denn er gefärdet das kunterbunte Wunschbild des Linken.

Die Linken werden immer Förderer des Bösen bleiben. Die Linken werden von Igor Shafarevichs nicht umsonst als der Todesengel einer Gesellschaft bezeichnet. Ob sie sich nun ein "National" vor dem Bolschewismus klemmen macht das Kraut auch nicht mehr fett. Der Todestrieb bleibt vorhanden.
Jan
21. April 2015 18:58
@Alexander, Dienstag, 21. April 2015, 12:58 (URL) | Kurz-URL
Jetzt bin ich aber gespannt. Wollen Sie uns nicht alle an ihrem Geheimwissen teilhaben lassen? (Ist wirklich ernst gemeint!)"


das ist kein Geheimwissen. Aber mann muss dafür selber die Schenkel bewegen und die Leute auf der Straße befragen
Jürgen Elsässer
21. April 2015 19:35
Pommes (mit Mayo) hat ein festgefügtes und ewiggültiges Weltbild, in dem es sich gut leben lässt. Für ihn. Wie er die Welt – mindestens: das eigene Land – drumrum retten könnte, dazu hat er keinen Plan. Er weiß nur eins: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, mein Haus muss sauber bleiben. Das ist Spießertum par excellence, verbrämt mit prinzipienfesten Sprüchen fürs rechte Poesiealbum.
Schopi
21. April 2015 22:01
Ich habe die letzte "Compact" im Rewe Supermarkt gekauft.
Warum liegt dort nicht auch die "Sezession" aus?

antwort kubitschek:
das ist viel zu teuer für uns. die sezession ist recht hochwertig gemacht, die flächendeckende bestückung von verkaufsstellen wäre ein großer aufwand, die laufkundschaft ist zu gering für derlei zeitschriften, der rücklauf aus den kiosken wäre geradezu ein frevel.
CCCED
21. April 2015 22:50
Hier gibt es Streit darüber, ob sich Rechte mit Linken einlassen dürfen.

Ich plädiere dafür, den politischen vom metapolitischen Raum zu trennen. Die Sezession hat sich doch immer als ein metapolitisches Projekt verstanden. Verortet im rechten Raum.

Seitdem Götz Kubitschek bei Pegida auftritt, wurde dieser vorpolitische Raum verlassen. Angesichts der Lage der Nation kann ich die Streiterei über Rechts und Links nicht verstehen. Wichtig ist, ob jemand für die Nation eintritt. Für uns. Nicht gegen uns. Elsässer spricht klare Worte. Vor Jahren hat er anders gedacht. Das ist jetzt vergeben und weitgehend vergessen, die Narbe tut nicht mehr weh.

Spannend wird sein, zu beobachten wie sich die politische Aktivität auf die Sezession auswirken wird. Das letzte Heft halte ich übrigens für eines der Besten.

Mit freundlichen Grüßen.
Monalisa
21. April 2015 23:22
Wo Elsässer recht hat, hat er recht. Wer in jedem linken Landsman gleich Dämonen am Werke sieht, das ewige Böse, hat zur Zukunft der Deutschen nichts beizutragen.

Die Mehrheit unseres Volkes mit seinen sozialistisch angehauchten, tendentiell staatsgläubigen, somit illiberalen Einstellungen ist immer noch näher an der politischen Vernunft orientiert (die Feindseligkeit seiner eigenen Elite erfasst es nur noch nicht) als zahllose rechtsdrehende Grüppchen, seien sie nun libertär oder national-liberal oder einfach nur spießige Besitzstandswahrer die den Untergang des Abendlandes ausrufen, wenn die Erbschaftssteuer leicht erhöht werden soll.

https://jungefreiheit.de/debatte/streiflicht/2015/familie-als-reaktionaerer-faktor/

Man strotzt zwar meist vor denkerischem Selbstbewusstsein in der "Szene", aber mit Borniertheit und unsolidarischem Verhalten manövriert man sich in schöner Regelmäßigkeit selbst ins Aus. Etwas Demut vor der verblödeten Masse, der man sich ja so haushoch überlegen fühlt oder linken Einsichten und politischen Erfolgsstrategien tut dringend Not.

Es hat mich daher sehr gefreut, dass Kubitschek und Elsässer über ihren jeweiligen Schatten gesprungen sind und sich zusammengesetzt haben. Ich hoffe, man bleibt im Gespräch!
Alexander
21. April 2015 23:27
Jan:
Ich habe gerade weder Zeit noch Lust, "die Leute auf der Straße [zu] befragen", aber da Sie das offenbar bereits getan haben, könnten Sie uns doch an ihrem nicht geheimen Wissen teilhaben lassen.
Immerhin habe ich mal unser Propagandaministerium konsultiert. Demnach scheinen vor allem die Ungebildeteren und Ärmeren nicht zu wählen. Stimmt das? Und was ist nun die "große Überraschung", die uns (oder zumindest Trouver) "große Augen machen" wird?
Andreas Walter
22. April 2015 00:01
Deutschland (aber eben nicht nur Deutschland!), ist ein Haus, das auf einem nicht erdbebensicheren Fundament errichtet wurde, jedoch in einem Erdbebengebiet steht. Die Erbauer dieser Häuser wissen das, doch würden sie es anders machen könnten sie nicht alle mehrere Jahrzehnte wieder neue Häuser bauen. Ich spreche von dem (mehr oder weniger) grossen Finanzzyklus, der sich aus einer einfachen mathematischen Tatsache ableitet.

Zum anderen gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Häuser zu zerstören, wobei seit Hiroshima der bis dahin noch mögliche Handlungsspielraum dadurch erheblich eingeschränkt wurde. Stellvertreterkriege sollten stattdessen einen würdigen Ersatz dafür bieten, doch erst die neusten Entdeckung, induzierter Bürgerkrieg und Terrorismus scheinen sich als echte Alternativen zu bewähren. Implosion statt Explosion lautet seitdem das Zauberwort des 21. Jahrhunderts, dem Informationzeitalter und Desinformationzeitalter. Wobei es diese Methoden schon lange gibt, nur eben noch nie so ausgefeilt und raffiniert wie heute.

Nehmen wir doch ein konkretes Beispiel:

Die Einen sagen: Baut eine Brücke nach Afrika, richtet einen Fährverkehr ein.

Die Anderen sagen: Alles mögliche, wodurch sie zumindest noch gerade so als Schafe, als nette Jungs durchgehen.

Doch niemand traut sich zu sagen: Fragt doch einfach mal Israel, wie sie mit dem Problem umgehen würden.

Oder, und das ist jetzt noch wölfischer: Schiesst die Schiffe einfach ab, wenn sie nicht beidrehen, und zeigt es dann auf allen Fernsehsendern rund um die Welt.

Oh mein Gott, Andreas, wie kannst du nur. Du, du, du bist ja ein unmenschliches Tier!

Aber entweder ich lasse mich, meine Freundin, meine Frau oder meine Tochter, meinen Sohn von jedem begrapschen, oder ich schlage ihm die Zähne ein.

Es ist eben nicht alles Verhandelbar, genauso wenig wie es ein bisschen schwanger gibt. Es steht eben nicht alles auf der Welt zur Disposition oder zum Verkauf, auch wenn das manche gerne hätten und ich bin und werde auch nie eine Legehenne weder nach marxistischem, noch nach christlichem, jüdischem oder muslimischem Ideal sein, und auch nicht nach EU-Norm.

Ich bin ein Mensch, aufgespannt durch Gott selbst zwischen Himmel und Erde, halb Engel halb Tier. Als Christ jedoch schon Lichtjahre weiter als jeder Jude, Moslem oder Materialist, denn nichts anderes sind auch Marxisten. Denn um was streiten sich denn Letztere mit den Kapitalisten? Und um was geht es auch den "Flüchtlingen"? Oder um was geht es auch den Juden und Zionisten schon seit Jahrtausenden?

Ihr seid alle Heuchler und ein Dämon darum der, der es ausspricht. Mein Land, meine Werte, mein Geld. Alle wollen immer nur das Beste, am liebsten jedoch möglichst billig und einfach von jemand anderem. Niemand ist darum heilig, der hier auf Erden wandelt. Und es waren noch nie so viele Seelen wieder auf der Erde.
Andreas Walter
22. April 2015 00:17
... wie heute. Das wird schon seinen Grund haben. Denn vielleicht haben ja die Hindus recht, und darum werden, wurden so viele wiedergeboren.

Die ganze Diskussion um Religion kann man sich darum auch sparen. Es geht um Werte, sowohl sachliche wie auch immaterielle, und um Umgangsformen und Gepflogenheiten. Wer Nordafrika, den Nahen Osten und Europa kennt weiß, dass es hier himmelweite Unterschiede gibt. Was soll also der Quatsch?

Oder führt jemand hier heimlich gegen uns Krieg? Undenkbar?
bran
22. April 2015 00:38
Ich finde diese Diskussion, ob sich G.K. jetzt mit diesem pfui-Linken einlassen darf aus verschiedenen Gründen befremdlich bis belustigend, weil sie die Realitätsvergessenheit widerspiegelt, die abgeschottete politische Milieus regelmässig mit sich bringen.

1. Da ich selber radikaler Linker war, weiss ich, wie gering die Chancen überhaupt sind, eine Querfront mit irgendwelchen Nationalbolschewisten wie Elsässer zu bilden. Leute wie er sind eine rühmliche und sehr rare Ausnahme. Der Grossteil der handlungsbereiten Linken sind sich offen bekennende Antideutsche und Antideutsche, die sich als Antiimps bezeichnen, aber Deutschland ebenfalls hassen, einfach mit anderer Prioritätensetzung.
2. Obwohl ich mittlerweile so national geworden bin, dass mich viele alte Bekannte zutiefst verachten, ist es mir aus praktischen Gründen völlig egal, mit wem (bis auf wenige auserwählte Gruppen) ich mich einlassen müsste, um mein Land für meine Kinder zurückzugewinnen. Der sogenannt metapolitische Raum ist für mich zum Erkenntnisgewinn da. Für praktische Handlungen orientiere ich mich an Macchiavelli.
3. Die Zerstrittenheit der Rechten übertrifft diejenige der Linken um ein weites und absurdes Mass. Die Linke bekämpft sich auf theoretischer Ebene bis aufs Messer und oft auch realiter in ihren Szenen und Kiezen. Auf der Strasse gegen den erklärten Gegner stehen sie dann aber zusammen. Wir Rechten lieben es, uns zu distanzieren voneinander, sowohl im meta- wie auch im politischen Raum.
4. Aus 3. resultiert, dass die meisten Rechten in ihren Mikroszenen und -denkgebilden noch immer in ihrem Wolkenkuckucksheim leben, in dem irgendwann alle nationalen Kräfte zusammenfinden, bevor sie zu handeln beginnen und sich in jedem Punkt einig sind. Dies ist eine vollkommen idiotische Grundannahme. Man muss sich als erstes im kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Dann beginnt man zu handeln.
5. Die wirkungsmächtige Handlungsebene wird so aussehen dass als Erstes die jetzigen Eliten beseitigt werden müssen. Dann müssen wir unsere Länder zurückerobern und diverser Gäste ledig werden. Diese Phase wird die schwierigste und strapaziöseste sein. Sie erfordert eine Geschlossenheit sämtlicher nicht-korrumpierter Kräfte von Links bis Rechts. Mir persönlich ist es dabei völlig egal, ob sich einer als links, rechts oder von-Aliens-entführt bezeichnet. Er soll einfach an meiner Seite stehen.
6. Die nächste Handlungsebene wird diejenige der Bereinigung bzw. der Diadochenkämpfe sein. Wer sich Illusionen darüber macht, dass sich nach dem Sturz der Eliten und der Vertreibung der Invasoren eine grosse Harmonie einstellen wird und sich alle zum Ringelreihen an den Händen fassen, hat noch nie ein Geschichtsbuch in den Händen gehalten. Mir persönlich wäre es dann am liebsten, wenn sich meine Vorstellungen einer Nation und des bösen R-Wortes durchsetzen. Aber wenn ich bzw. diejenigen, die meine Meinungen 1:1 teilen letztlich unterliegen sollten und meine Kinder trotzdem in einem freien Europa aufwachsen können, ist mir das auch recht und vieler Opfer wert.
7. Unter diesen Gesichtspunkten ist mir ein Elsässer als Verbündeter nur recht und lieber als gewisse Kaliber von Seiten PI oder Libertär. Mit Leuten seines Schlages ist die Chance auf Konsens anstatt auf aufreibende Kämpfe letztlich grösser. Die gemeinsamen Interessen wie auch die Feinderklärungen sind für mich bei Elsässer grösser. Aber auch hier: Aufreibende Kämpfe wird es sowieso geben. Mit wem auch immer. Wer das noch nicht begriffen hat, tritt am besten der CDU bei und hofft darauf, dass das alles schon noch ein gutes Ende nimmt.
Czernitz
22. April 2015 06:43
Sie scheinen sich gegenseitig zu brauchen, zumindest für zwei Stunden auf drei Meter Frontabschnitt, Kubitschek und Elsässer, können aber nicht verbergen, daß sie von Geburt an vollkommen unterschiedlich gewickelt sind. Auf dem Podium in Dresden war das deutlich zu sehen. Hier einer mit Tiefgang, dort einer mit Surfbrett. Hier einer, der um Prinzipien ringt, dort einer, der mit Murmeln spielt. Auf Elsässers Blog ist jeden Tag Kindergeburtstag. Charmant und amüsant einerseits, naiv und flach andererseits. Und gar nicht so harmlos. Elsässer meint immer noch, den Unterschied zwischen Islam und Islamismus predigen zu müssen. Als ob der Islamismus aus Grönland käme und nun die Eskimos zu überprüfen wären, ob sie uns mit Sprengfallen und Sprenggürteln heimsuchten. Dann diese permanenten Anbiederungen. Er biedert sich an bei Viertel- wie Halbgebildeten. Er biedert sich an bei den Putin-Anbetern. Und er biedert sich an bei den Zinsfressern. Dabei ist doch der gegenwärtig fehlende Zins eines unserer Probleme. Der Zins ist keine Erfindung, sondern eine Entdeckung. Aber Elsässer ist immer noch auf dem Niveau einer kommunistischen Propagandaschule von 1917. Vor allem biedert er sich an beim Ossi. Ist denn der Ossi tatsächlich so datterig auf den Beinen, daß er täglich mit Schleim gefüttert werden muß? Macht der Ostgote nicht vielmehr einen sehr vitalen Eindruck? Zuverlässisg ist Elsässer allein in seinem krankhaften Antiamerikanismus. Als Kind zu heiß gebadet? Vielleicht in einer Wanne der US Steel Corporation.
Hubschrauberpilot
22. April 2015 06:47
Pommes & Co: Es gibt selbstverständlich eine linksnationale Tradition, die in Deutschland allerdings systematisch zerredet und kaputtgemacht worden ist. Daher existiert hier keine Linke mehr, die diesen Namen verdiente. Das, was bei uns heute als 'links' bezeichnet wird, sind nur Vorstehhunde des Herrschaftsapparats, die brav apportieren, das ist doch nun hinlänglich bekannt. Wenn Elsässer von den Antideutschen zu dieser echten alten Linken (zurück-)gefunden hat: gut so.
Oben wurde gesagt, und das ist wichtig: Der innenpolitische Feind steht oben. Dieser Feind sind die Leute in Wirtschaft, Politik, Medien und Institutionen, die im Interesse global agierender Finanz- und Konzern-'Eliten' agieren. Es sind diese Leute, die - oft ohne es zu durchschauen - unablässig am ideologischen Überbau arbeiten, um widerständiges Potential wie Tradition, Familienbindung, alles Immobile, kurz: die Völker und Kulturen zu zersetzen und abzubauen. Es ist diesen Leuten in der Tat gelungen, einen großen Riß im Volk und zwischen den Völkern zu vertiefen. Was wir als Partikularisten dagegen tun können, ist unklar - aber zu erkennen, daß wir von zynischen Menschenfeinden und deren schleimigen Kollaborateure regiert werden, daß gegen diese Brut ungewöhnliche Koalitionen nötig sind, das ist jedenfalls unabdingbar.
Meyer
22. April 2015 09:29
1. Der Rißlinien sind mehrere vorhanden, überwindbare und unüberwindbare. Czernitz Ansichten sind "CDU": Also als Ziel das Verfestigen der Nachkriegsordnung. Unüberwindbar. Kolaboration.

2. Das kleinste gemeinsame Minimum ist nämlich, daß man sich gegen den gemeinsam erkannten Feind wendet. Für einen Inder war das naturgemäß Britannien, für Europa naturgemäß die USA.

3. Der Durchschnittszinsanteil an der Preisbildung beträgt 40%.

Um das zu ignorieren, reicht aktiv wegschauen nicht mehr! Das ist FAZ. Stil und (nichtvorhandener) Inhalt.
Andreas Walter
22. April 2015 10:12
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/bill-gross-starinvestor-empfiehlt-wette-gegen-bundesanleihe-a-1029884.html

Das ist nämlich auch Krieg. Der Krieg ums Geld, in dem Fall als Vorschuss, als Kredit. Das Wort Krieg hat ja etwas mit dem Wort kriegen (im Sinn von bekommen) zu tun.

Kredit kriegen, Geld kriegen, Recht kriegen, Frau kriegen, Kinder kriegen, Liebe kriegen, Anerkennung und Bewunderung, Respekt, Waffen, Lügen, Informationen, Desinformationen, Urheberrechte, Land, Gesetze, Soldaten, Unterstützer, Gläubige, Spender, Leser, Terroristen, Märtyrer, Doppelagenten, Politiker, Medienmacht, Trolle, Journalisten, Geheimdienste, V-Leute, Lügner, Verräter, Hacker, Whistleblower.

Alles virtuelle und reale Werte.

Den Deutschen wurde allerdings das kriegen, der Krieg gründlich aus-getrieben, unmöglich gemacht. Doch man hat ihnen zumindest grosszügig das gelassen, worin sie auch schon immer gut waren. Im erschaffen realer, echter Werte. Schaffe schaffe Häusle schaffe. Denn nur das und nur dann kann man ihnen ja auch wieder und wieder etwas abnehmen. Im Mittelalter war das der Zehnt, also 10% ihrer Schaffenskraft. Heute sind es um die 50%. Unmittelbar nach und zwischen den Weltkriegen nannte man es Reparationen. Darum ist das auch so wichtig mit der Alleinschuld und Schuld. Das ist nämlich der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Rechtfertigungskette, aus der sich alles Andere ergibt, was heute ist.

Ich habe mal nachgesehen und ausgerechnet, wie hoch die Kredite aus dem Marshallplan an Deutschland für den Wiederaufbau waren, unter Berücksichtigung der Geldwertveränderung. Trotzdem Peanuts im Vergleich was heute auch Deutschland fliessen lässt und vorschiesst und wer weiß, was damit tatsächlich finanziert wurde.

PEGIDA ist darum nur die Spitze des Eisbergs, das I darin steht auch noch für etwas anderes Symbol, worauf die Deutschen keinen Bock (mehr) haben. Fremdherrschaft.

Eure Tugend ist gleichzeitig auch eurer Fluch, der Neid der Anderen euch gewiss sein.
enickmar
22. April 2015 12:13
Elsässer hat bewiesen, daß er lernfähig ist und in der Lage seine Meinung nicht nur im Sinne des Zeitgeistes zu ändern. Das spricht sowohl für seine Intelligenz, als auch für seine Integrität.
Das ist doch aber genau das, wofür wir seit jeher streiten. Wir wollen den Gegner ja nicht vernichten, sondern überzeugen.
Liebe Freunde, die Kombo Kubitschek-Elsässer ist ein Glücksfall.
Czernitz
22. April 2015 12:23
@ Meyer

Herr Meyer, Sie können gerne Kim Il-sung spielen. Bestimmt wird es Ihnen ein leichtes sein, einige Millionen Deutscher zu rekrutieren, die sich wie Nordkoreaner kleiden, wie Nordkoreaner marschieren und wie Nordkoreaner hungern. Los, fangen Sie an!
Andreas Walter
22. April 2015 12:31
Wir haben hier halt eine schwierige Situation, mitten in Europa.

Jemand hat mal geschrieben, das Problem Deutschlands sei, dass es zu klein ist (und heute machtlos), um eine souveräne Weltmacht zu sein und zu gross und erfolgreich, um nicht immer wieder Ziel von Missgunst und Neid, Diebstahl und Betrug zu werden.

Daher hat man als Deutscher nur folgende Optionen. Man gibt entweder freiwillig ständig etwas von dem ab, was man immer wieder auf die Beine stellt, oder man bekommt es eben mit Gewalt in regelmässigen Abständen wieder abgenommen.

Und das ist natürlich absolut frustrierend für alle, die dazu dann auch noch die Wahrheit über die Deutsche Geschichte kennen.

Es stellt sich mir daher nach drei Jahren des Widerstands und der Aufklärung die Frage, ob man die Unwissenden und Dummen nicht lieber in ihrem Unwissen lässt. Sie leiden ja nicht so wie wir, wie ich.

Wie war das noch mal, Julius Evola, Handbuch für die Aristokraten der Seele?

Über dieses Buch gibt es nicht einmal einen Deutschen Eintrag bei Wikipedia:

http://en.wikipedia.org/wiki/Ride_the_Tiger

Ja, Herr Kubitschek, ich bin manchmal sehr wütend und traurig ob all dieser Dinge. Doch warum soll ich mir das noch länger antun. Für wen? Denn sind wir überhaupt Deutschland? Oder sind wir lediglich eine verhasste Elite mit Herrschaftswissen, welches wir uns gegen alle Widerstände und Widrigkeiten angeeignet haben, und darum eine reale Gefahr für die bestehende Ordnung, die derzeitigen Herrscher darstellen?

Das Deutsche Volk will doch gar keine Souveränität. Es weiß ja nicht einmal, dass sie Steuersklaven, Arbeitssklaven sind. Den meisten geht es noch gut genug. Nicht wie damals - 1929.

https://www.youtube.com/watch?v=wbjJCKq0oAQ
Jan
22. April 2015 13:10
@Alexander, Zitat: "Demnach scheinen vor allem die Ungebildeteren und Ärmeren nicht zu wählen. Stimmt das? Und was ist nun die „große Überraschung“, die uns (oder zumindest Trouver) „große Augen machen“ wird?" Mein Eindruck war: die Nichtwähler sind ebenso dumm wie die Wähler, oftmals noch dümmer. Sie sehen ebenso oft fern und lesen ebenso viel oder nicht Zeitung wie Altparteien-Wähler und damit min. ebenso manipulierbar wie diese. Es würde sich demnach nichts ändern, denn Parteien wie die CDU profitieren vor allem von den ganz Dummen. Ob man wählt oder nicht wählt, scheint mir keine Intelligenzfrage zu sein, sondern eher so eine Frage des Geschmacks wie bei der Wahl zwischen Pfeife und Zigarette
Carl Sand
22. April 2015 13:27
@Czernitz

Oh, ich bin mir sicher, dass, falls sich die Verhältnisse einmal umkehren sollten,

es ein Leichtes sein wird, einige Millionen

Mitläufer, Feiglinge und Opportunisten

für das neue System zu rekrutieren.

Sie sollten sich beeilen, Herr Czernitz, bevor Meyers Tanzkarte voll ist,

und Sie wieder einmal

zu spät kommen.
enickmar
22. April 2015 13:29
Wenn man sich die Kommentare hier durchliest, kann man manchmal den Eindruck bekommen, daß die elitäre Rechte auch nicht viel reifer als ein linker Kindergarten ist.
Genau wie bei den Linken wird infantil die Utopie propagiert. Die “reine Lehre” für die Rettung der Welt formuliert und auf eine möglichst monokausale einfache Formel gebracht.
Ja, wenn man doch nur wahlweise den Zins, die USA, den Staat an sich, die Russen oder eben den Islam abschaffen würde (oder auch anderherum), ja dann wäre das Himmelreich auf Erden nicht mehr fern …
Hartwig
22. April 2015 14:12
"Wenn man sich die Kommentare hier durchliest, kann man manchmal den Eindruck bekommen, daß die elitäre Rechte auch nicht viel reifer als ein linker Kindergarten ist. .... "

@ enickmar

Das kann auch gar nicht anders sein. Gottlob ist das hier kein Blog, in dem massenhaft Kommentare ala "Zustimmung. Sehe ich auch so. Ganz genau. Ganz meine Meinung. " etc. veröffentlicht werden.
Eine simple "Ergänzung" kann da schon mal als Widerspruch aufgefasst werden. Und ein simpler Widerspruch fordert bei vielen sofortige Rechtfertigung. Und wenn dann noch "Solidarisierungen" sichtbar, hörbar ... eigentlich lesbar werden, dann klingt es schnell nach Kindergarten.

Kubitschek hat das doch im o.a. Video gesagt - sinngemäß: Das Wort trennt, die Tat verbindet. Wortreiches Debattieren (Lager-intern oder nicht) trennt in aller Regel.
Ich bilde mir dennoch ein, herauslesen zu können, wer auch zum "Täter" taugt ...
enickmar
22. April 2015 14:37
@ Hartwig

Darum ging es mir gar nicht. Es ging mir um die Qualität der Argumentation. D.h. die Ideen dahinter, die da manchmal durchschimmern.
Meyer
22. April 2015 15:14
1. Mitteleuropa (Deutschland) ist der Brennpunkt der Weltpolitik. Jede innenpolitische Verschiebung kann aus Sicht der entscheidenden Großmächte (die BRD gehört nicht dazu) außenpolitische Gravitationsveränderungen bewirken, wie die Wahl Orbans in Ungarn im Kleinen zeigt.

2. PEGIDA ist die Spitze eines Eisberges, der das Potential einer innenpolitischen Verschiebung (seit den ersten Erfolgen der Republikaner) mehr als nur andeutet.

3. Seither ist das Propagandaniveau innerhalb der BRD und von außerhalb gegen dieses Potential zu einer plumpen Maschinerie aufgeblasen, die von jedem nur Halbintelligenten erfaßt wird. (Etwas perfider sind selbstnachladende Repetierflinten oder brennende Dachstühle von etwaigen Asylantenheimen.)

4. Der wichtigste Hebel von außen zur Herbeiführung der politischen Handlungsunfähigkeit Deutschlands ist der jederzeitig WEGNEHMBARE Wohlstand (kleinste Wirtschaftssanktionen gegen Deutschland reichten dazu aus, um die ex- und importabhängige Wirtschaft in eine Totalkrise zu befördern) UND der Konsumismus als einzig verbleibende quasireligiöse Wirkungsmacht. (Sind wir Deutschen wirklich konsumismusverseuchter als die Russen?)

5. Das zweitwichtigste Mittel der Niederhaltung Deutschlands ist die Uneinigkeit der Deutschen untereinander und die Schaffung ethnischer Bruchlinien, also einer Jugoslawisierung oder Libanonisierung oder Syrienisierung durch Massenzuwanderung. Das macht aus Deutschland ein veritables Bürgerkriegsumfeld. Ein weiterer Faktor, Deutschland jederzeit "aus dem Spiel nehmen" zu können.

6. Ist sicheres Mittel, die machtpolitische Rolle Deutschlands als Akteur dauerhaft zu minimieren wiederum die durch die konsumistische Quasireligion gesteuerte äußerst effektive Geburtenkontrolle.

Naive gibt es überall, auch hier. Naive glauben an ideologische Verblendungen anstatt die praktische Umsetzung globaler Interessenlagen zu vermuten, die seit Jahrhunderten bestehen. (Fernau hat dies messerscharf anhand des Siebenjährigen Krieges erklärt.) Aber seit 1945 ist für uns ja Friede-Freude-Eierkuchen. Alles ist gut. Und wir sind von Freunden umzingelt und vom Übersee-Überfreund vor DEM BÖSEN überhaupt, das da im Osten auf die erstbeste Gelegenheit lauert, uns zu überfallen, beschützt. Und wir müssen da natürlich ein bißchen mithelfen. Oder wie?

Spießer sind keine Konservative, die kühl die Rahmenlage zu konstatieren haben, sondern Opportunisten, die ihr Scherflein ins Trockene bringen wollen. Diese fühlen sich in molliger Wärme und bestens versorgt äußerst wohl. Ich kann verstehen, daß der innere Antrieb fehlt, sprich: die Eier, aus dem Anus einer fremden Macht in die Kälte zu springen. Was ich nicht verstehen kann, ist, wie ein etwa durchschnittlich geistig begabter Mensch, der ganz materialistisch und egoistisch und dem Großen "ganz abhold", die Bedeutung der makroökonomischen Entwicklung für sein eigenes Portomonaie nicht abschätzen kann. Die mollige Wärme im Enddarm ist mit einer Halbwertszeit versehen.

Die Befähigung völlig argumentationsfrei mit zwei, drei Propagandaschlagworten (Nordkorea/Hunger/Utopie/Kindergarten) versehen zu kommentieren, eröffnet zudem Spekulationen.
Andreas Walter
22. April 2015 17:06
Ist doch gar nicht mal so verkehrt:

"Ja, wenn man doch nur wahlweise den Zins, die USA, den Staat an sich, die Russen oder eben den Islam abschaffen würde (oder auch andersherum), ja dann wäre das Himmelreich auf Erden nicht mehr fern …"

Nicht die VSA und/oder Russland (wieso Russland? Oder meint enickmar noch die Sowjetunion?) und/oder "Israel" (in Klammern, weil Sonderfall. Weil beinahe die Hälfte der Juden/Zionisten in den USA leben und auch dort und von dort wirken) abschaffen, sondern ihren negative Einfluss auf unsere Politik und Meinungs- und Identitätsbildung. Und was ist mit China? Die waren noch vor den Dönerbuden da.

Das Gleiche gilt auch für Religion. Zahn um Zahn, eine Hand für eine Hand lässt sich nun mal nicht mit Vergeben und Vergessen vereinbaren. Beinahe sogar noch schwieriger als in der Politik lässt sich da kein goldener Mittelweg finden, wenn die eigenen Gebote nicht auch für die Fremden oder Goyim gelten. Die jüdische wie auch die muslimische Religion sind historisch bedingt rassistisch, zumindest dem Wort nach.

Und dann ist da noch die Sache zwischen Finanzkapital und Realkapital, Wert. Also echte Werte versus virtuelle Werte, ungedeckte Schecks, leere Versprechungen versus durch was auch immer Reales gedecktes Geld.

Ach so, und dann ist da noch die Mann Frau Problematik, die wohl mittlerweile auch geklärt werden muss. Und ob ich mich im Genlabor mit einem Pavian kreuzen lassen darf. In der Regal aber macht jeder was möglich ist, nur wir Deutschen nicht. Nicht mehr. Wir waren wohl unserer Zeit und vor allem allen Anderen einfach zu weit voraus.

Oder ist das hier das Vorzimmer des Rekrutierungbüro der Assassin, Hartwig?

Och ne, dann doch lieber Subversion und Aufklärung. Ist auch viel spannender. Verlangt mehr Intelligenz. Grobe Gewalt fällt echten Christen echt schwer.
Andreas Walter
22. April 2015 17:40
Da fehlt ein s, bei "des Rekrutierungsbüros". Aber ich schaff' das auch nicht mehr, immer so ernst und mit Schere im Kopf zu diskutieren. Für mich ist die Sache einfach zu klar, bin lieber zu meinen Feinden und Unterdrückern so lange gehässig, bis sie keine Lust mehr haben, mich in Ruhe lassen. Akif hat mit beissendem Spott schon mehr erreicht, bereits für Deutschland getan als die ganzen bierernsten Seelen zusammen, die ich sonst so in diesen Kreisen sehe. Wer sich seinen Gegnern wirklich überlegen fühlt bringt das auch klar und deutlich zum Ausdruck, am besten in schwärzesten Humor verpackt. Ds ist ja auch glaube ich, was den Leuten vor "rechts" Angst macht. Dieser Ernst. Seinen Nachnamen habe ich vergessen. ;)
Waldgänger
22. April 2015 20:15
Das hier in der Debatte dominierende Thema ist das des von vielen für kaum überbrückbar gehaltenen Verhältnisses zwischen der Linken und der Rechten.

Völlig unabhängig von der Beantwortung dieser Frage …… hat diese Frage aber nichts mit PEGIDA zu tun und ebenfalls nichts mit möglichem erfolgreichem Handeln.

In diesem Sinne ist @ Bran zuzustimmen, wenn er die extreme Zerstrittenheit der Konservativen feststellt:
„Die Zerstrittenheit der Rechten übertrifft diejenige der Linken um ein weites und absurdes Mass. Die Linke bekämpft sich auf theoretischer Ebene bis aufs Messer.“


Es muss uns doch klar sein, dass überhaupt nur dann eine Chance für unser Volk, unser Land und den Erhalt unserer ethnisch-kulturellen Identität besteht, wenn es gelingt, die Basis des Protests zu erweitern.
Das kann aber nur gelingen, wenn man Berührungsängste überwindet, aus dem Elfenbeinturm hinaustritt und nach Schnittmengen mit anderen Leuten sucht.


In der heutigen Situation der existenziellen Gefährdung unseres Volkes etwas zu tun, ist immer noch viel besser als nichts zu tun und nur zu denken. In diesem Sinne mein Dank und allergrößter Respekt an Götz Kubitschek, dass er den Sprung vom Büro des Intellektuellen und Verlegers zur Rednerbühne und zum "Brückenbauer" gemacht hat.

Dank auch an Jürgen Elsässer, der sich immerhin zu einem absoluten Hassobjekt seiner früheren linken Freunde gemacht hat, dort als Verräter und Unperson dasteht und doch den Mut hat, einen Weg zu gehen, den er für richtig hält.

Die Schnittmenge, um die es geht, besteht darin, dass Konservative und Rechte begreifen müssen, dass die globalisierte liberal-kapitalistische Wirtschaft der Eliten – manche nennen es auch noch „Plutokratie“ – der Ursprung der Probleme ist. Von daher greift die Kritik von Libertären oder Nationalliberalen viel zu kurz.

Und Linke müssen begreifen, dass ohne den Erhalt von Völkern, Nationalstaaten und Nationalkulturen nur Atomisierung, Unterdrückung und noch größere Ausbeutung übrig bleiben und kein erfolgreicher Widerstand gegen die Mächtigen möglich ist.

Eben diese Einsicht unterscheidet Elsässer fundamental von den 68er-Epigonen bei den Normallinken.
Das heißt natürlich nicht, dass Elsässer alle konservativen Werte gut findet, aber er hat verstanden, dass der Widerstand gegen die Hauptmacht des Gegners – nämlich die Eine-Welt-Imperialisten aus Washington und Brüssel – ohne die Völker und selbstbewusste Nationalkulturen nicht geht.

Das ist die Schnittmenge, die nötig und die möglich ist.

Von daher müssen sich beide Seiten bewegen:
Lernfähige Linke müssen begreifen, dass ihr bisheriger Weg erfolglos ist, dass Rechte keine Unmenschen sind und dass der Erhalt von Volk und Nation ein demokratisches und revolutionäres Anliegen ist und nur gemeinsam mit lernfähigen rechten gelingen kann.

Lernfähige Rechte müssen zumindest bereit sein, den langen geistigen Weg zu würdigen, den ein lernfähiger Linker zurückgelegt hat.
In diesem Sinne sind mir neue Einsichtskonservative wie @ Bran und @ Monalisa (aus dieser Debatte), Kleine- Hartlage, Maschke oder (vielleicht) Elsässer lieber als relativ starre Traditionkonservative wie z.B. Stein von der JF, die immer schon konservativ waren.
enickmar
22. April 2015 22:33
@ Hartwig
Darum ging es mir gar nicht. Es ging mir um die Qualität der Argumentation. D.h. um den teils naiven Glauben an “Patentlösungen” (Abschaffung von Zins oder Staat), monokausale Erklärungsmodelle oder das Anbeten oder Verteufeln “auserwählter Führungsnationen” … Um hier wiederum Mißverständnissen vorzubeuegen: Die entsprechenden Eliten sitzen nicht nur in Übersee und ihre Kritiker nicht nur in Europa …

@ Meyer
Der “Kindergarten” war eine polemische Anspielung auf “Kindergeburtstag” …
Andreas Walter
22. April 2015 23:07
Zusammen spazieren gehen und weiter so offen wie möglich miteinander reden, in Verbindung bleiben kann trotzdem nicht schaden. Das sagt man ja auch sei das Geheimnis einer jeden gut funktionierenden Ehe, Beziehung und Partnerschaft. Dieses stete Vorhandensein einer sich um gegenseitiges Verständnis und Konsens bemühende Kommunikation, die in solchen Gemeinschaften anzutreffen ist. Leider geht das aus bestimmten Gründen hier im Forum nicht, was mit gesetzlicher Repression selbst hier im angeblich freiheitlich demokratischen Deutschland zu tun hat. Was bestimmt auch kein Zufall ist, ein Versehen, und darum zumindest für mich einen Teil meiner Unzufriedenheit ausmacht. Bestimmte Ansichten und selbst schon Überlegungen werden eben auch in Deutschland kriminalisiert, doch genau in dem Bereich findet man meiner Ansicht und Erfahrung nach auch die meisten Antworten.
Um jedoch Veränderungen einzuleiten, das Tun also, muss man immer das Alte erstmal zerstören. Dekonstruktion ist jedoch nicht die Stärke der Konservativen. Die wollen Dinge ja erhalten. Nur erhalten ist aber nicht einmal Konstruktion, und damit eben auch nicht konstruktiv. Es ist eher passiv, abwartend. Der nationale Widerstand ist daher ein Mythos, ein Phantom, in Wahrheit womöglich nur eine Konstruktion bestimmter Interessengruppen, wenn man dieser Dokumentation glauben schenken mag:

https://www.youtube.com/watch?v=35K-wSNCDZ8
ingres
22. April 2015 23:09
Und Linke müssen begreifen, dass ohne den Erhalt von Völkern, Nationalstaaten und Nationalkulturen nur Atomisierung, Unterdrückung und noch größere Ausbeutung übrig bleiben und kein erfolgreicher Widerstand gegen die Mächtigen möglich ist.


Mit welchen Linken, außer einzelnen Personen soll man denn so reden können? Mit Jürgen Elsässer kenne ich jetzt höchstens 3 "Linke" bzw. solche die sich so bezeichnen (mir ist gerade noch einer eingefallen) mit denen man u. U. (sicher wäre das für mich nicht) sinnvoll reden kann. Und ich habe jetzt 40 Jahre Erfahrung damit und habe mich 7 Jahre mal selbst als links bezeichnet und bin endgültig erst nach Sarrazin (noch nicht mit Sarrazin) vom linken Empfinden gänzlich abgefallen. Dass "Linke" bei Pegida mitmachen können ist doch davon unabhängig. Wenn sies nur tun würden. Gibts da welche? Ich seh sie nur als Schreihälse bei den Gegen"Demonstranten". Ansonsten gilt für mich: ich kenne keinen genuin linken Gedanken, der meinen Horizont erweitern könnte. Es gibt entweder in bestimmter Hinsicht wahre Aussagen und davon getrennt linke Ideologie. Und vielleicht auch einiges nicht so ohne weiteres entscheidbare Verschwörerische.
Uli Tedesco
23. April 2015 07:12
Das Wörtchen "rechts" rehabilitieren!
@ Waldgänger
Das hier in der Debatte dominierende Thema ist das des von vielen für kaum überbrückbar gehaltenen Verhältnisses zwischen der Linken und der Rechten.

Die Rechte ist begrifflich arg in die Defensive geraten, weil sie es zuließ, daß das Wort "rechts" inzwischen zu etwas Negativem wurde, zu etwas Bösem. Selbst konservativ eingestellte Menschen wollen deshalb keineswegs als "rechts" gelten und nehmen Reißaus, sobald der leiseste Verdacht geäußert wird, etwas sei "rechts".

Wenn man nun links als Synonym für "moralisch gut" und rechts als Synonym für "moralisch schlecht" ansieht, dann ist das Verhältnis tatsächlich unüberbrückbar, es bleibt als logische Konsequenz nur noch der permanente "Kampf gegen Rechts". Diese Einstellung herrscht in weiten Teilen der Medien tatsächlich vor.

Dabei steht "rechts" sprachgeschichtlich für das Positive. Rechts hängt mit "richtig", "gerecht", "das Recht" zusammen. Der rechte Weg ist der richtige Weg, rechtes Handeln heißt richtiges Handeln. In Psalm 23 heißt es: "Und führe mich auf rechter Straße, um deines Namens willen." Oder im Sprichwort: "Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muß essen was übrig bleibt." Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "rechts" ist seit Jahrhunderten in der deutschen Literatur verankert und ließe sich wieder reaktivieren.

An der sprachlichen Rehabilitierung führt kein Weg vorbei, soll "Rechts" jemals wieder auf Augenhöhe mit "Links" kommen.
Pommes
23. April 2015 08:05
Lieber Herr Elsässer,

Pommes (mit Mayo) hat ein festgefügtes und ewiggültiges Weltbild, in dem es sich gut leben lässt. Für ihn. Wie er die Welt – mindestens: das eigene Land – drumrum retten könnte, dazu hat er keinen Plan. Er weiß nur eins: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern, mein Haus muss sauber bleiben. Das ist Spießertum par excellence, verbrämt mit prinzipienfesten Sprüchen fürs rechte Poesiealbum.


Ich möchte sie mit weiteren Sprüchen aus meinem Poesiealbum verschonen und ganz offen zu ihnen sprechen. Ich bin kein gänzlicher Feind ihrer Sache und erkenne in ihrem Compact-Magazin und ihrem Aktivismus einen durchaus heilsamen Nutzen für unser Volk. Ich selber bin in einem sehr linkslastigen Haushalt groß geworden und bin daher mit all den linken Irrungen und Wirrungen äußerst vertraut. Es war mir lange Zeit beinahe unmöglich meinen Vater mit nationalen Themen zu konfrontieren. Alles wurde entweder mit den typisch linken Phrasen abgewedelt oder es endete in Streitereien. Vor einer Weile stoß ich ihn mit der Nase auf Videos von Ken Jebsen und ihnen und schaffte es so tatsächlich sein Interesse für Themen zu wecken die mir wichtig sind. Das gleiche Ergebnis erhielt ich bei zwei weiteren linken Bekannten von mir. Ihre Arbeit hat scheinbar auf Linke eine gewisse desensibilisierende Wirkung und das halte ich ihnen durchaus zugute. Aber was ist das für eine Gesinnung, die jedweden Realismus im Menschen derart abtötet, dass man ihn zuerst für die Wirklichkeit sensibilieren muss? Bei den sog. "Neu-Rechten" (ich verwende diese Bezeichnung ungerne) sind all die Wahrheits-Themen eine Selbstverständlichkeit und sie werden absolut unverklausuliert besprochen. Sie sind in meinen Augen sowas wie der Eugen Drewermann der Linken. Christen die sich von ihrer Religion entfremdet haben, aber es nicht zugeben wollen, die kaufen Drewermanns Bücher und besuchen seine Vorträge. Aber richtige praktizierende Christen sehen in ihm nur einen Ketzer und Irrlehrer und einen Wolf im Schafspelz. Seien sie ehrlich: Wie oft wurden sie von Linken schon als Nazi betitelt? Sie belügen sich selbst wenn sie meinen, dass es soetwas wie eine vernünftige Linke jemals gegeben hat. Ich empfehle ihnen hierzu das Buch "Der Todestrieb in der Geschichte. Erscheinungsformen des Sozialismus" von Igor R. Schafarewitsch. Die Phänomene die er in seinem Buch beschreibt haben lange vor den 68gern stattgefunden. Oder lesen sie "Warum ich kein Linker mehr bin" von dem Sezession-Autor Manfred Kleine-Hartlage.

Ihr Magazin scheint ihnen selbst als eine Art Rehabilitierung von ihrer Vergangenheit zu dienen und das ist vollkommen legitim. Aber wir Rechten sind unlängst rehabilitiert und eine Annäherung kann deshalb nur von Seiten der Linken kommen. Denn das gesamte moderne linke Gedankengebäude steht und fällt mit dem Dogma des ewigschuldigen Deutschen. Würden sich also die Rechten an die Linken annähern, dann ginge das nur durch Selbstverleugnung und Verrat an den ureigenen Werten. Dann könnte ich auch gleich der AFD oder CDU beitreten. Sie können mich natürlich eines besseren belehren und die Alleinkriegsschuld-Lüge zum Hauptthema ihrer nächsten Compact-Ausgabe machen. Dadurch würden sie dem Haupt-Propagandainstrument dieser Besatzer Republik und dem damit verbundenen permanenten Psychoterror dem dieses Volk ausgesetzt ist einen mächtigen Schlag verpassen. Das wäre mir sogar ein Abo wert.

Übrigens habe ich überhaupt keine Probleme damit "Schmuddelkinder" in mein Haus zu lassen. Ich lade sie herzlich in mein Haus zum Essen ein. Dann können wir gerne über unsere politischen Differenzen diskutieren. Meine Freundin entstammt aus einer Aussiedler-Familie und macht ausgezeichnete Piroschki und Pelmeni. Ich weiss ja, dass sie es nicht so mit der deutschen Küche haben. ;-)
Waldgänger
23. April 2015 08:42
@ ingres

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass es wenige, ja sehr wenige sind, mit denen man so ins Gespräch kommen könnte.
Das liegt wohl hauptsächlich daran, dass jene, die sich heute als Linke ausgeben (z.B. die „Antifa“) in etwa so oppositionell oder regierungsfern sind wie die SA im Jahre 1934 oder die FDJ (in der DDR) im Jahre 1950.

Es sind im klassischen Sinne Mitläufer des Systems, es sind unreflektierte, brav-angepasste Schreihälse, die von oben auch noch gehätschelt und sogar finanziert werden als nützliche Sturmtruppe fürs Grobe, als Helfer ohne viel eigenes Hirn.

Mit solchen Leuten wird man in der Tat nichts anfangen können, solange sie nicht aufwachen aus ihrem quasireligiösen Linkstraum, ihrem Nichtdenken und der Gehirnwäsche des propagandistischen Drogenrausch der Systemmedien.

Andererseits gibt es eben doch einige nachdenklich Gewordene – Sie gehören dazu – und es gibt vielleicht doch etwas mehr solche Leute als man denkt, denn diese Gruppe hat erstens kein Sprachrohr, keine Plattform, zweitens wird ihre Existenz von systemkonformen Staatslinken strikt verleugnet und drittens fällt das Outing (auch bloß) konservativ zu sein, sehr schwer.

Ich weiß, wovon ich rede. Ich brauchte Jahre(!!), bis ich vor mir selbst zugeben konnte, „konservativ“ zu sein.
Und das, obwohl ich schon in den 1990ern den widerlichen Verrat der real existierenden Linken an den deutschen Unterschichten, ihren Hass aufs eigene Land und Volk, ihre Anbiederung an den Globalkapitalismus und ihre Funktion als nützlichen Idioten des internationalen Kapitals erkannt und verachtet hatte.
Kleine-Hartlage ging es ähnlich.

Da es darum geht, das eigene Lager zu erweitern und sei es auch nur etwas, darf man solche Leute nicht verschrecken.
Und es handelt sich bei diesen außerdem um die Selbstbewussten, die Eigenständigen, die Selbstdenker.
Da mag Einer fünf andere aufwiegen.

Ansonsten stimme ich Ihnen auch darin zu, dass es kaum linke Visionen gibt, die vor der Wirklichkeit Bestand haben. Da hat sich seit Marx nichts geändert: teilweise richtige Analyse, aber katastrophale Handlungsanleitungen.
ingres
23. April 2015 10:34
Ich meine man muß zwei Dinge auseinander halten. Das eine wäre die gewöhnliche Teilnahme weiterer Menschen an Pegida-Demonstrationen als zahlenmäßige Verstärkung des Protests. Solche Personen könnten sich natürlich auch als Linke verstehen. Obwohl es freilich ein Widerspruch wäre, da ja die gewöhnliche Linke in aggressiver und gewalttätiger Form das genaue Gegenteil von dem vertritt wofür Pegida demonstriert. Aber um bei Pegida mitzuspazieren muß man ja wohl grundsätzlich nur die Regeln beim Spaziergang beachten. Also bitte die Linken können wegen mir gerne freiwillig den Spaziergang zahlenmäßig verstärken. Aber es kann nicht passieren, es wäre absurd wenn der Gegner (ja der Feind, außer mit unlauteren Absichten) mitspaziert.

Etwas anderes ist es, wenn jemand wie Elsässer als Redner auftritt und die Richtung der Bewegung damit mitbestimmt. Das kann und müßte eine Bewegung natürlich bewerten. Ausgerechnet bei friedlichen Linken die mitmachen und Einfluß nehmen wollen, taucht also die Abgrenzungsfrage auf. Denn darum geht es ja in der (Podiums)Diskussion.

Aber ich seh das jetzt nicht als Ratschlag, sondern nur als eine rein logische Betrachtung. Aber von den Linken allgemein muß man nicht reden.
ingres
23. April 2015 11:09
@Waldgänger

Ich bin sicher nicht der typisch geläuterte Linke. Mein Linkssein speiste sich mit 18 emotional (deshalb weiß ich heute, dass Linkssein nicht verstandesmäßig, sondern emotional ausgelöst wird, als Sehnsucht nach dem Heil) aus dem Begriff der Ausbeutung an der das kapitalistische System schuld war. Den Schuldkult den die Linke (aber auch das System als Ganzes) heute instrumentalisiert habe ich dagegen bereits als Kind in den Sechzigern wahrgenommen (natürlich beeinflußt aber in harter Auseinandersetzung mit meinen Vater). Aber damals nicht mit links und auch nicht mit Hass auf Deutschland zusammengebracht und hätte auch später nicht gedacht, welche Dimensionen er mal annehmen würde. Ich hatte während meiner linken Periode immer vernünftige Gegentendenzen und wußte wohl nicht, dass ich eigentlich gar nicht links war. Gegenüber der Zeit an der Uni in der ich mich dann nach 4 Jahren theoretisch von links verabschiedete, ist die Lage heute aber viel schlimmer und hoffnungsloser geworden. Das damals war von der Hirnlosigkeit und Radikalität gegenüber heute ein Kindergeburtstag. Lediglich in der harten Phase vor meiner Zeit an der UNI (also auf der Höhe der 68-er) muß es wohl vergleichsweise ebenso hart und ideologisch teilweise noch härter gewesen sein. Aber das war damals ein vergleichsweise kleiner radikaler Teil. Heute läuft außer links an den Unis wohl nichts mehr. Die heutigen Linken sind auch nicht mehr emotionalisiert, sondern dressiert.
Eckhart
23. April 2015 17:45
Auch ich bin ein (vor ca. zwanzig Jahren) zu Verstand gekommener ehemaliger "Linker" und ich weiß, wovon ich rede.
Die häufigsten Missverständnisse, auf beiden Seiten, zwischen (überhaupt gesprächsbereiten) Linken und Rechten resultieren m.E. deutlich aus mangelnder Differenzierung. Wo verorten wir "Links" oder "Rechts" denn genau? Das läßt sich doch nur im Einzelfall - wenn überhaupt - vage festmachen. Wahrscheinlich 99% der "Linken" sind emotionale Mitläufer. Das gleiche gilt für "Rechte". Lassen Sie sich z.B. mal von irgendeinem "Linken" die erkenntnistheoretischen Grundzüge des "Dialektischen Materialismus" erläutern (???). Ebenso bei den "Rechten" - die haben auch keine gemeinsame ideologische Basis.
Um überhaupt zu einer konstruktiven Debatte zu kommen, müsste "Links" und "Rechts" zunächst klar definiert werden, und dazu sind die überwiegend emotional geleiteten Meinungen und Vorstellungen einiger Kommentatoren wenig hilfreich.
Jürgen Elsässer
24. April 2015 15:52
Lieber Pommes, danke für die differenzierte Betrachtung! Meine Antwort dazu habe ich gleich auf meinen Blog geschrieben: https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/04/24/pegida-was-nun-debatte-kubitschekelsasser-geht-weiter/#more-7298.
ingres
24. April 2015 20:02
Ich habe mich mal ein wenig auf der Compact Seite umgesehen. Ich hatte ja früher schon mitbekommen, dass dort zum NSU seriös recherchiert wurde. Ich weiß auch, dass Elsässer mal eine Veranstaltung für die Familie organisiert hat, die von den Linken so wie ich sie versteh bedroht und gestört wurde.
Also habe ich mir mal u.a. den Artikel zu "Flüchtlingssterben und Humanität" angesehen. Da waren für mich nun keine Offenbarungen zu finden, aber auch nichts was ich als falsch oder rein ideologisch bezeichnen würde. Ich dachte mir schon, dass dort keine "Refugees Welcome"-Mentalität herrschen würde, so wie es für die Linke, die sich in der Öffentlichkeit, gefördert von der Bundesregierung (insbesondere vom Familienministerium), herumtreibt, der Fall ist. In völliger Übereinstimmung mit System.
Den Unterschied zur konventionellen Pegida Position (so wie sie in den Thesen formuliert ist, wobei die aus meiner Sicht sehr unzureichend formuliert sind) würde ich darin sehen, dass Pegida die Einhaltung der geltenden Asyl-Gesetze fordert während Elsässer die Politik von Nato und USA beschuldigt die Flüchtlingswellen zu befördern. Das kann ich nicht als falsch bezeichnen. Aber das ist insgesamt doch schwerer argumentierbar und für den normalen Bürger sicher schwerer zu durchschauen und letztlich auch nicht entscheidbar (ich kann jetzt hier nicht das Für und Wider aus meiner Sicht ausführen). Wenn Pegida Erfolg haben will, dann sollte man m. E. korrekte leicht nachvollziehbare Thesen aufstellen statt die Bewegung mit solchen "anti-imperialistischen Thesen" zu belasten. Wenn der Pegida-Demonstrant dem zustimmt muß er sich letztlich doch ideologisch entscheiden. Ich wüßte auch nicht, wie man praktisch eine anti-imperialistische Politik umsetzen sollte. Ganz abgesehen davon, dass mir das viel zu realitätsfern ist, um mich dafür einzusetzen. Mögliche Unterschiede im Menschenbild dagegen würde ich für eine Zusammenarbeit bei Pegida zunächst mal nicht für wesentlich halten.
gerd
24. April 2015 22:07
Merke: Die Linke, bzw. das was sich heutzutage Linke & Links nennt, wird sich nicht bewegen.
Wenn nicht das Selbstverständnis des "Linken" Fußvolkes unterminiert wird, passiert da nichts.
Als einen guten Einstieg würde ich sehen, diesen Pseudo-Linken das "BUNT" wegzunehmen.
Alle bunten Inter-Nationalen Farben in einem Landes-Topf zu verrühren ergibt entweder ein Einheitsgrau oder ein globalistisch Scheißebraun ... ggf. wäre die Formel "Ihr seit globalistisch Einheitsgrau Scheiße statt BUNT" angemessen?
gerd
24. April 2015 22:14
PS: Warum nicht ein Preisgeld ausloben für jeden Gutmenschen welcher nach multikulturellem Verrühren aller seiner Schulmalfarben mit diesem Einheits-grau-braun noch die bunten Olympische Ringe malen kann???
Stil-Blüte
24. April 2015 22:29
Heute in Berlin sog. 'Schulstreik' Ver streikt, nein, nicht die Lehrer, sondern die Schüler. Gestern Nacht schon überall Streifenwagen.

Heute Vormittag zogen sie, die Schüler durch den Kietz, in meinen Augen Schulschwänzer. Aber das nimmt man ja alles inzwischen in Kauf. ein Haufen von ca. 100/200 Schülern.

Aber:

Vorneweg ein Stimmgewaltiger, Stimmvergewaltiger, ein Animator, der die Schüler aufmischte, ihm nachzusprechen. Alles schien mir schon recht eingeübt zu sein. Das, was mich erschreckte, war die haßerfüllte Stimme dieses Einpeitschers. Nichts Vergleichbares habe ich je gehört, nicht in der DDR. Ein deutsches Märchen geht in Erfüllung: Rattenfänger von Hameln. Mir ging es durch Mark und Beine. Er stachelte die Unmündigen regelrecht auf und an. Ich bekam einen Heidenschreck! Und das an einem sonnigen Frühlingstag, wo die Knospen sprießen. Und: 'Alle Vögel sind schon da' sind.

Polizei begleitete sie. Nicht mehr Clowns, nicht mehr tanzen und singen gegen Nazis. Einfach nur Haß, Haß, Haß. Und er konnte gar nicht mehr aufhören.

Alle ihr lieben Mitstreiter hier, mich eingeschlossen, nicht hinreißen lassen. Ganz im Sinne von Götz Kubischek: Auch das ist mein Land. Auch das sind unsere ve(w)rirrten Söhne und Töchter, Enkel, Spielkameraden, Nachbarkinder. Christlich gesprochen: Verirrte Schäfchen.

In anderen Stadtteilen lief dasselbe ab.
Gustav Grambauer
24. April 2015 22:34
Herr Elsässer, wie sieht`s zum Beispiel mit institutionalisierter Partizipation von Stakeholders in der Vierten Gewalt unserer "Gesellschaft" aus?! Klingt doch gut, oder?! Nicht nur Ausdruck autoritäts- und repressionsfreier zivilgesellschaftlicher Pluralität sondern geradezu emanzipatorisches Must-Have - jeder wird einbezogen, jeder kann seine Kreativität einbringen, denn "Das Individuum verfügt potentiell über immense Möglichkeiten, um ...".

Ich breche hier ab, denn was kommt aus dieser gequirlten Scheiße heraus?! Kommentarspalten weit unter dem Niveau einer Schülerzeitung.

"Um es mal deutlich zu sagen: Es ist teilweise zum Fremdschämen, was sich hier auf meinem Blog abspielt. Kindergarten, Eitelkeiten, Abstrusitäten… Ich hab manchmal Lust, mal richtig durchzufegen! ..." - heute bei juergenelsaesser.wordpress.com gelesen

Hingegen Martin Lichtmesz hat hier bei Sezession einmal durchblicken lassen, daß er nach Gutsherrenart (oder hat er gesagt nach Art eines absolutistischen Fürsten?) Beiträge freischaltet oder löscht, ich denke, das trifft auch für Herrn Kubitschek zu. Wer hier schreibt, weiß das. Ich für meinen Teil begrüße es ausdrücklich, auch wenn schon einer oder zwei meiner eigenen Beiträge gelöscht wurden. Es ist Ausdruck und bestes Beispiel unseres nicht-linken, Sie würden sagen: regressiven Selbstverständnisses weit jenseits der selbsternannten "Zivilgesellschaft", das wollte ich eigentlich sagen.

Aber vor allem: es ist die Garantie für die hohe Qualität hier - die einzige.

"Die Idee der Selbstverewirklichung des Individuums ist ein glänzende Idee, solange man nicht au ein Individuum trifft, welches sich selbstverwirklicht hat." - Gómez Dávila

Auf jeden Fall besten Dank für Ihr Kompliment für unsere Kommentare. Die Annäherung erwärmt mein Herz.

- G. G.

M.L.: "Feudale Anarchie" hab ich's genannt.
Legionär
25. April 2015 19:05
Vor allem bin ich Herrn Elsässer und Herrn Kubitschek dankbar, dass sie sich zu dieser Podiumsdiskussion ungeachtet ihrer unterschiedlichen politischen Verortung zusammengetroffen haben. Ich habe mir auch diese ganze Diskussion auf Youtube angesehen und muss sagen, dass ich fast alles was dort gesagt wurde, teilen kann. Nahelegen würde ich Ihnen, Herr Kubitschek jedoch nur ihre Ansicht, zuerst müsse die Linke einen Schritt auf die Rechte zugehen, zu überdenken man sollte es auch andersherum versuchen ich denke dadurch steigen einfach die Chancen. Wie von IHnen bemerkt muss angesichts der immer bedrohlicher werdenden Lage für unser Volk alles versucht werden. Daher ist eine Querfront absolut ein sinnvoller Versuch ! Und ich muss auch betonen, dass ich jeden Linken der sich zur völkischen bzw. nationalen Sache bekehrt hochwillkommen heiße, und ich diesen diffamierenden Ausdruck ewiger LInker, der so tut als würde es keine wirkliche, ehrliche Änderung von Positionen geben, absolut ablehne. Zu den - ich meine es waren 5- angeführten Fronten in der Podiumsdiskussion: Amerikanisierung, Genderpolitik, Übefremdung Meinungsfreiheit etc..Man darf die Auseinandersetzung nicht völlig verengen, so wie es Wilders tut, allerdings sollte man schon Prioritäten setzen. Amerikanisierung lässt sich rückgängig machen, trotz Genderpolitik wird die Merhheit nach wie vor Heterosexuell sein. Wenn die Bevölkerung jedoch zu 2 Dritteln aus Nichteuropäischen Migranten und Mischlingen besteht ist alles verloren! Daher halte ich die Konzentrierung auf die Front Überfremdung durch Masseneinwanderung durch massenhaften Zustrom von Asylanten für am wichtigsten, den Angriff auf die Meinungsfreiheit am Zweitwichtigsten. Zusätzlich gibt es jedoch noch eine Front die genauso, wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger ist als die beiden genannten. Nämlich die Tatsache, dass immer noch die übergroße Mehrheit der ethnischen Deutschen die volkszersetzende Politik unserers politischen Systems gutheißt oder dieser gleichgültig gegenübersteht. Es gibt in der übergroßen Mehrheit der Deutschen geradezu einen automatischen Abwehrreflex gegen alles, was nur irgendwie im Verdacht steht "nationalgesinnt", bzw. "völkisch" zu sein und der normale GEsprächspartner ist für Argumente gar nicht mehr empfänglich weil dann sofort die politische Korrektheitsjalousie runtergeht. Die entscheidende Frage, der nächsten Jahre wird sein, ob sich die Mehrheit der ethnischen Deutschen noch wachrütteln lässt. Pegida in seiner jetzigen Form und Größe kann nur der Anfang sein!
Magnus Göller
27. April 2015 01:10
Ob die Selbstzensur, die hier, im Gegensatz zu Elsässers Blog, bejubelt notwendig, wirklich mehr taugt?

Nach Elsässers Machtwort, dahingehend, dass ihm manche Chaoten schon ganz schön auf den Senkel gingen, mit dem Verweis darauf, hier sei es ums Niveau im Schnitt besser bestellt (sehr anständig und redlich und klug von diesem Manne, das so offen einzugestehen und seinen Leuten ins Stammbuch zu schreiben), besserte sich die Lage gleich schonmal wenigstens in dem Strang, dem er das voranschickte.

https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/04/24/pegida-was-nun-debatte-kubitschekelsasser-geht-weiter/#more-7298

Ich habe selbst über fünf Jahre lang einen ziemlich aktiven Blog betrieben (es gibt ihn noch als einen Untoten), der dann auch zu einem teils heftigen Kommentarwesen führte; ich denke, ich kenne von daher so ziemlich alle Kalamitäten, in die einen Kommentatoren bringen können.

Ich habe in diesen Jahren gerade mal fünf oder zehn Kommentare kassiert. Das nur auf Ansage hin, man möchte so nicht weitereskalieren, oder wenn die Sache juristisch in ein gar zu zweifliges Fahrwasser geriet oder wenn, das war glaube ich einmal, ich nächtens einen Kommentar von einem las, der wohl gerade einen über den Durst getrunken hatte, von dem ich nicht vermutete, dass er das unter seinem Pseudonym tatsächlich noch anderntags veröffentlicht sehen werden wolle, was auch stimmte, er mir dankbar dann für meine Umsicht.

Auf diesem Blog wird es gemacht, wie es eben hier gemacht wird.

Auf Elsässer aber hämisch zu zeigen, mit welchen Schwachmaten der zu tun habe, indem hier Leute bekennen, die man wohl kaum unter die Minderbemittelten oder blanken Störer rechnen kann, dass ihnen Beiträge willkürlich gelöscht wurden, dem kann ich kein Lob zollen.

Ich stelle diesen Kommentar jetzt vorsorglich zuerst beim Elsässer ein.

Wetten, dass der ihn nicht löscht?
Eckhart
27. April 2015 02:32
Was hier, aus meiner Sicht, viel zu undeutlich zum Ausdruck kommt, ist die strategische Bedeutung einer "Querfront". Es geht doch nicht um irgendwelche romantischen Sympathien für die Gegenseite, sondern darum, das Herrschaftsinstrument des "divide et impera" anzugreifen, zu beseitigen oder wenigstens dort wo es möglich ist, seine Wirkmächtigkeit zu reduzieren.
Die sinngemäße Übersetzung von "divide et impera":"Säe Zwietracht unter jene, die du beherrschen willst," macht es verständlicher. Die Zwietracht, in die Köpfe und Herzen der Menschen gepflanzt um sie gegeneinander zu hetzen, muß auch genau dort überwunden werden - auf beiden Seiten.
Dazu ist Verständnis, Geduld und ein freundlicher Umgang mit denen, die dazu bereit sind hilfreich, um zu einer sachlichen Diskussion zu gelangen und den gemeinsamen mächtigen Feind, den Nutznießer samt seiner diabolischen Ziele zu enttarnen.
Die Macht und Bedeutung dieser Waffe gegen das Volk zeigen die konzertierten Anti-Pegida Aktionen. Sie zeigen aber auch die Schwachstelle: siehe oben.
Meyer
27. April 2015 15:11
"Es geht doch nicht um irgendwelche romantischen Sympathien für die Gegenseite, sondern darum, das Herrschaftsinstrument des „divide et impera“ anzugreifen, zu beseitigen oder wenigstens dort wo es möglich ist, seine Wirkmächtigkeit zu reduzieren."

So ist es. Das ist der Minimalnutzen, der alleine beim Gegner maximalen Schrecken verursachen dürfte. Es mag nicht für die dauerhafte Vereinigung der "germanischen Stämme" a la Arminus reichen, es erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, "die Römer" rauszuwerfen. Aber um es klar zu stellen: Noch ist "ein Varus" nicht da. Erst wenn sie seinem Vorbild folgend, Daumenschrauben ausgepackt werden, werden sie verlieren. Mit dick belegten Butterbroten im Gepäck wird die Situation noch lange aufrechthterhalten werden können.
Waldgänger
27. April 2015 18:22
@ Eckehard

... die strategische Bedeutung einer „Querfront“

Es ist dieses strategische Denken, was bei Rechten und Nationalkonservativen leider in erschreckendem Maße abgenommen hat.
Jürgen Elsässer
01. Mai 2015 21:46
Die linksradikale "Junge Welt" hat jetzt die Debatte zwischen Götz und mir auch "ausgewertet"... https://www.jungewelt.de/2015/05-02/060.php

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