Sezession
22. April 2015

Was Konrad Adam und Andreas Lichert gemeinsam haben

Martin Lichtmesz / 123 Kommentare

AfdLichertMehr Spaß mit der AfD-Parteimitgliedschaft, Folge 723: Heute morgen wurde mir vom internen Klatsch- und Nachrichtendienst mitgeteilt, daß ein Partei-Ausschluß-Verfahren gegen Andreas Lichert in Gange ist.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Zur Begründung werden ihm allerhand angeblich "rechtsextremistische" Umtriebe angekreidet, vor allem anderen seine Mitarbeit beim Institut für Staatspolitik und bei der Sezession. Verantwortlich für das Verfahren ist der AfD-Landesverband Hessen; die Nachricht, die Lichert bekommen hat, ist nach seiner Auskunft auch von Herrn Dr. Konrad Adam unterzeichnet.

Zuerst ist man über solche Meldungen amüsiert, dann wieder verärgert, und am Ende kratzt man sich am Kopf und fragt sich, wie wohl ein derartiger geistiger clusterfuck zustande kommen mag. Denn die versammelten Anklagen gegen Lichert, die vorwiegend nach dem "guilty by association"-Prinzip konstruiert sind, könnte man problemlos auch auf Konrad Adam selbst richten.

Unter anderem war Adam im Dezember 2012 Referent auf dem 21. Berliner Kolleg des Instituts für Staatspolitik; weitere Vortragende waren Erik Lehnert, Karlheinz Weißmann und Günter Scholdt. Lichert war zu diesem Zeitpunkt längst Vorsitzender des Instituts.

Eine weitere Billardkugel, die in dem Schreiben gegen Lichert in Stellung gebracht wird, bin ich selber. Lichert sei also eine Art "Rechtsextremist", weil er für die Sezession schreibe, für die auch ein Schurke namens Martin Lichtmesz schreibt, wobei ich mit einem phantasievoll aus der großen Zehe gesaugten, diffamatorischen Etikett bedacht werde.

Nun lach' ich aber über ein solch episches Ausmaß an Dämlichkeit und Ahnungslosigkeit, denn mit dem gleichen Argument könnte man die Kugel Lichtmesz Richtung Adam bolzen, waren wir doch in den Jahren 2005-2013 beide als Autoren der Jungen Freiheit tätig, gelegentlich sogar in derselben Ausgabe. Auch die Sezession und das IfS waren in dieser Zeit ständig in der JF präsent.

Das wird Adam schwerlich entgangen sein können, und ich nehme an, daß er auch - beispielsweise - am 10. Mai 2013 mitgelesen hat, als in der JF nicht nur ein Artikel von ihm erschien, sondern auch eine Besprechung des Sezession-Sonderheftes über "Alternativen für Deutschland" (leider vergriffen) von Thorsten Hinz:

Fazit: Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen. Der Situation und den Möglichkeiten entsprechend, bietet das Heft viel Meta- und einiges an praktischer Politik. Es ist eine nüchterne Lagebestimmung. Es gibt zur Zeit keine bessere.

Was Lichert betrifft, so wurde auch er von der JF  im Juni 2013 vehement gegen eine lokale "Kampf-gegen-Rechts"-Kampagne verteidigt. Dort hieß es:

Im hessischen Karben protestiert die CDU mit Linksextremisten gegen Konservative.

Also doch, ein "Konservativer", bescheinigt von jener Zeitung, für die Konrad Adam weiterhin tätig ist.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (123)

Gustav Grambauer
22. April 2015 16:15

"So aus Hans-Olafschem Geist wächst von Konni geschweißt ..."

Inhalte austauschbar.

Liberalbolschwiken eben.

https://www.youtube.com/watch?v=N-Iub4KDIts

- G. G.

Martin
22. April 2015 16:16

In diesem Zusammenhang möchte ich an folgende Meldung erinnern, wonach Herr Lucke im Bordrestaurant eines ICE von Kölner Fußballfans belästigt wurde und als "Nazi" beschimpft worden sein soll:

http://www.pi-news.net/2015/04/koeln-fans-wollen-afd-chef-lucke-aus-ice-werfen/

Was lernen wir daraus?

Wer "Nazi" ist oder nicht, bestimmt sicherlich kein AfD- Vorstand oder sonstiger Apparatschik der AfD, sondern immer noch ganz wer anders. Diese ganze Abgrenzeritis mit ihren peinlichen, mittlerweile McCarthy-ähnlichen Zügen innerhalb der AfD ist an Lächerlichkeit und vorauseilendem Gehorsam dem Gegner gegenüber nicht mehr zu überbieten und am Ende bleiben die AfDler aus Sicht der Nazi-Bestimmer dann doch alle Nazis.

Habe bislang immer noch recht viel von dem "Realo"- Teil der AfD - allen Unkenrufen zum Trotz - gehalten, aber was hier mittlerweile an politischer Blödheit geboten wird, ist kaum noch Worten beschreibbar.

Alexander
22. April 2015 16:31

Wurde der hessische Landesvorstand inkl. Konrad Adam nicht erst kürzlich abgwählt? Das Ausschlußverfahren könnte sich damit ja vielleicht erledigt haben, aber ich kenne mich mit derartigen Parteiquerelen auch überhaupt nicht aus ...
Zu Adam fällt mir einfach nichts ein, was soll man zu so einem schäbigen Verhalten noch sagen? Witzig wär's, wenn er am Ende flöge und Lichert in den Vorstand rückte: Die guten AfDler rollten den Laden vom Osten her auf!

PS an Lichtmesz: Schicken Sie einen solchen Text eigentlich auch an Adam?

M.L.: Why not?

Der Gutmensch
22. April 2015 17:43

Aber Herr Lichtmesz, woher kommt denn nur diese ganze Angst in Ihrem Herzen?

Schließlich darf nun auch das Establishment, vertreten durch den Herrn Maaßen (seines Zeichens Chef vom Verfassungsschutz) sagen, was gestern noch Pegida war: Da wollen welche einen Staat in "unserem" Staat! Und Faz druckts, also von wegen: "Lügenpresse"!

Dazu muss es selbstverständlich eine Alternative geben, dass sollte man doch sogar als Österreicher, als renitenter, einsehen: Sonst wärs doch keine Demokratie, wenn man sich mal einig wär!

Also hat man in der AfD ganz alternativ erst Pegida(-Versteher) geküsst - und nun disst man dieselben eben (wiederum: ganz alternativ).

Ist doch ganz einfach, Sie müssen nur Ihre ganze Angst loslassen und Ihr Herz öffnen ...ganz weit ...

We-are-the-borg-resistance-is-futile-you-are-to-be-assimilated

M.L.: Endlich... ich sehe das Licht!

enickmar
22. April 2015 18:01

Eine Stellungname der JF wäre jetzt wirklich mal interessant. Und zwar von Stein und von Weißmann.

Strogoff
22. April 2015 18:12

MKH bringt es in seiner aktuellen Kolumne auf den Punkt.

Konrad Adam ist wohl diesem Denkmuster erlegen:
"Unbewußt gesteht der Konservative denen, die ihn bespucken, auch wenn er es ungerecht findet, sogar ein gewisses Recht zu, ihn zu bespucken, weil und sofern sie sozial über ihm, d.h. den Eliten näher stehen. Und so wird seine Reaktion nicht das Aufbegehren sein, sondern der Versuch, den Spucker davon zu überzeugen, daß er den Falschen bespuckt, da er es doch gar nicht verdient habe. Der andere aber – ja, der habe es sehr wohl verdient."

Und weiter vorne:
"Die Schwäche der Rechten hat etwas mit ihr selbst zu tun: Die meisten ihrer Bewegungen (PEGIDA), Parteien (AfD) und Publikationen (Junge Freiheit) distanzieren sich schon routinemäßig von „rechtem“ oder „rassistischem“ Gedankengut, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, daß Begriffe wie „rechts“ und „rassistisch“ Kampfbegriffe ihrer Gegner sind, mit denen die Vertretung der Interessen des eigenen Volkes verteufelt werden soll."
http://zuerst.de/2015/03/20/die-kultur-des-verrats-oder-warum-abgrenzung-nach-rechts-nicht-funktioniert/

enickmar
22. April 2015 18:27

Das "Ausschwitzen" ist im vollen Gange. Sieht fast so aus, als wenn sie die Schraube jetzt überdrehen, bis sie bricht. Und dann wäre ich mal gespannt, was passiert ...

Wahr-Sager
22. April 2015 18:41

Schlimm, schlimm, schlimm. Ich habe mal eben einen Tweet an AfD abgeschickt (mit Verweis auf diesen Artikel) - hoffentlich wird er weit verbreitet.

Carl Sand
22. April 2015 19:06

Hmm, igendwie verständlich, warum mir viele "Rechte" widerlich sind, oder?

Harald de Azania
22. April 2015 19:57

Verehrter ML,

Die politisch korrekten Panzerknacker=Naziknacker stuerzen sich auf jeden 'rechten' Tresor. Oh weh, Oh weh, Oh jehmine ..

Hoert den die unfreiwillige Realsatire nie auf ?

Lernen denn die Rechten denn nie, dasz selbstzerfleischen und sich-distanzieren und sich entschuldigen etc etc pp NIX bringt?

Langsam verzweifelnd HdeA

Hajo Blaschke
22. April 2015 20:08

Servus! Leute wie Adam & Co. sind so etwas wie der alte Hahn im Hühnerstall. Sie hacken alles weg, was ihnen aus ihrer Sicht beim Begatten der gebärfreudigen Hühner (im Falle AfD ertragreiche Posten) in den Weg kommt. Mit solchen Leuten bleibt die AfD Mittelmaß, ein Klüngelverein, in dem sich Karrieristen tummeln. Kein Anlass bei abgelehnter Parteimitgliedschfat traurig zu sein.

Rainer Gebhardt
22. April 2015 20:13

Nun fällt mir auch nicht mehr viel mehr ein. Nur diese Ballade von Biermann: DIE FÜSSE DER PARTEI

Es war einmal ein Mann
der trat mit seinem Fuß
mit seinem nackten Fuß
in einen Scheißhaufen.

Er ekelte sich sehr
vor seinem einen Fuß
er wollte mit diesem Fuß
kein Stück mehr weiter gehn.

Und Wasser war nicht da
zu waschen seinen Fuß
für seinen einen Fuß
war auch kein Wasser da.

Da nahm der Mann sein Beil
und hackte ab den Fuß
den Fuß hackte er ab
in Eil mit seinem Beil.

Die Eile war zu groß
er hat den saubern Fuß
er hat den falschen Fuß
in Eile abgehackt.

Da kriegte er die Wut
und faßte den Entschluß
auch noch den andern Fuß z
u hacken mit dem Beil.

Die Füße lagen da
die Füße wurden kalt
davor saß kreideweiß
der Mann auf seinem Steiß.

Es hackte die Partei
sich ab so manchen Fuß
so manchen guten Fuß
abhackte die Partei.

Jedoch im Unterschied
zu jenem obigen Mann
wächst der Partei manchmal
der Fuß auch wieder an.

John Haase
22. April 2015 20:30

@ Martin
Etwas blöd, einen Kommentar nur dafür abzusetzen, aber: ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ich habe bisher auch immer den "Realo"-Flügel verteidigt, aber jetzt habe ich darauf auch keine Lust mehr. Mein Postfach quillt über vor ständigen Aufrufen aller innerparteilicher Lager (Mein Gefühl: Basis rechtskonservativ, Parteiestablishment liberalkonservativ). Zur Zeit geht ein von einem gewissen Roland Geiger verfasster und von Lucke unterstützter scheindemokratischer Mitgliederentscheidsbogen rum, der so perfide angelegt ist, daß Otto Normalparteisoldat gar nicht anders kann, als mit "Ja" abzustimmen. Es erinnert (ich weiß, ich weiß, Nazikeule) echt an die bekannte Naziwahl. Wer es sich antun möchte, hier:
http://www.mitgliederentscheid-afd.de/

Keine Ahnung, was diese Affen hoffen zu erreichen. Ein paar Pöstchen als Juniorpartner der CDU? Ein Ende des zermürbenden Kleinkriegs mit der Antifa e.V.? Wohlwollen von Spiegel-Online? Ehrlich, ein Tag, an dem man in diesem Staat nicht von der veröffentlichten Meinung angefeindet wird, ist ein verlorener Tag.

Wenn es so weiter geht, dann kann sich die AfD bei der nächsten Wahl mit der Zombie-FDP um die je nach Zeitpunkt 5-10% der Wähler streiten, die wirtschaftsliberal denken. Tolle Alternative.

AfD-Mitglied
22. April 2015 20:42

Wenn die Vorwürfe jene sein sollten wie hier geschildert, wäre das PAV absurd und würde vermutlich auch nicht durchgehen. Allerdings hat Lichert das Problem, dass er bis zum Abschluss des Verfahrens wohl nicht für Parteiämter kandidieren kann. Allerdings zur Wahrheit gehört auch: Der Höcke-Flügel nimmt sich mit solchem Unsinn auch nicht, sie Fraktionsauschluss Gentele. Und bei Höcke ist das doppelt schlimm, wenn man seinen handzahm-anpasserischen Auftritt bei Maischberger gesehen hat.

Marcus Junge
22. April 2015 20:48

"und auf eine Stellungnahme der JF. Darauf nun wirklich."

Ironie an

Etwa "die" JF, die heute erst wieder einen Kommentar von mir verschwinden ließ, weil ich darin, mal wieder schrieb, daß es keine Islamisten oder Islamismus gibt, sondern nur den Islam (Zitat Erdogan) Das "Islamist /Islamismus" aus dem Pressekodex stammt? Das die JF Kritik an der Verwendung dieser politisch korrekten Worthülsen einfach ignoriert. Das alles sachlich und ohne persönliche Angriffe geschrieben (nicht viel anders als hier). Diese JF etwa, bei der man nach 12 Jahren Leserschaft inzwischen nicht mehr sagen kann, warum ein Kommentar kassiert wird (oder andere, mit rosa Elefanten versehene, nicht)?

Ironie aus

Ich glaube da kann man lange warten, so wie auf eine umfassende Berichterstattung zur AfD. Da betätigt sich die JF ja lieber als Parteizeitung (meist).

Frenchman
22. April 2015 21:28

Gerade hat Lucke in einem Rundschreiben an die Mitglieder angekündigt, daß der sog. "Mitgliederentscheid" in den nächsten Tagen zur Abstimmung verschickt wird. Dieser ist eine klare Abgrenzung auch zur Sezession mit der Perspektive, diese Unvereinbarkeit in Ausschlußverfahren umzusetzen.

Ebenso kündigt er eine weitere, eigene Initiative an, die den Rechten in der Partei endgültig den Garaus machen soll.

Die AfD setzt auf Abgrenzung und Säuberung. Wir haben dort keinen Platz.

Es ist Zeit, eine neue Partei ohne Abgrenzungen aufzumachen.

M.L.: Noch eine neue Partei? Ich kann's kaum erwarten...

Nemo Obligatur
22. April 2015 21:35

Scheint so zu sein, dass Europa allgemein und speziell Deutschland periodisch von Schüben des Hexenwahns befallen wird. Habe ich das richtig verstanden? Das IfS ist rechtsextremistisch? Und das macht man woran genau fest? An den Referenten? Das müssen ja ganz üble Nazis sein. Aber Wikipedia hilft eigentlich auch nicht weiter. Da steht sinngemäß. dass das IfS rechts ist und damit basta.

Dumm auch, dass mir nie was aufgefallen ist, wenn ich Bücher von Herrn Lichtmesz oder Herrn Kubitschek gelesen habe. Da steht eher so was von in Richtung eigene Identität bewahren, deutsche Interessen formulieren usw. Das hätte noch unter Helmut Schmidt die Regierungserklärung des Bundeskanzlers sein können. So ändern sich die Zeiten.

Wie endet eigentlich so ein Hexenwahn? Irgendwann verschlingt sich die Meute der Verfolger selbst oder es tritt ein Friedrich Spee v. Lengenfeld auf (hieß der so?) und öffnet den Menschen die Augen, die daraufhin beschämt von ihrem Tun ablassen. Auf die letzte Variante will ich nicht allzu hoch wetten, aber die erste Möglichkeit wird vielleicht noch in unseren Tagen wahr werden.

Frenchman
22. April 2015 21:47

@ M.L.

Eine Partei ist mit Sicherheit nicht das Wichtigste und auch nicht das Beste an organisierten Gruppen. Warum aber nicht zusätzlich eine betreiben?

Es gibt genug Potential für eine neue Partei. Die Vorteile einer Partei liegen doch auf der Hand.

Gerne übernehme ich den ersten Mitgliedsbeitrag von Ihnen (haha).

Wahr-Sager
22. April 2015 21:57

@Carl Sand:

Dann sind's aber doch eher Pseudo-Rechte, oder? Es gibt ja auch Schein-Christen.

Wahr-Sager
22. April 2015 22:21

Ich bin aktuell endgültig von der AfD geheilt. Die letzten Wochen bzw. Monate war ich mir noch relativ unschlüssig, was die politische Richtung dieser Partei betrifft, aber die AfD-Thesen sind an Deutlichkeit nicht zu übertreffen:

"Die AfD unterhält keine Kontakte zu Vertretern der sog. Neuen Rechten, der sog. Identitären Bewegung oder zu Organisationen im Dunstkreis des Rechtsradikalismus. In diesen Kreisen wächst Gedankengut, das mit den Grundüberzeugungen der AfD unvereinbar ist, sodass jeder Kontakt der Partei und ihrem Ansehen schaden würde."

Seit wann Rechtsradikalismus per se schlimm oder negativ sein soll, ist mir neu. Ist eine radikale Richtung nicht Voraussetzung, um ein Ziel ohne Distanzeritis erreichen zu wollen?

Die BRD verletzt das Grundgesetz, indem eine rechte Anschauung in illegitimer Weise bekämpft wird ("Kampf gegen rechts"):

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

GG., Art. 3, Abs. 3

Bye bye AfD! Diese Partei sollte sich in KAfD umbenennen.

Sebi
22. April 2015 22:27

Anscheinend sind auch in der hessischen AfD Kräfte auf dem Vormarsch, die rechts vom Nationalkonservativismus stehen. Die FR zitierte beispielsweise Andreas Lichert, Autor in Kubitscheks “Sezession”, und Heiner Hofsommer, einem langjährigen Bekannten vom AfD-Rechtsaußen Björn Höcke.

Guckst du hier: https://andreaskemper.wordpress.com/2015/04/19/funf-landesparteitage-der-afd-weiterer-rechtsruck/

Ein Stalker von Martin Lichtmesz
Love you, Lichtmesz, love you!

Zadok Allen
22. April 2015 22:34

Was die Entwicklung der AfD und ihres Parteiorgans JF angeht, glaube ich mich seit geraumer Zeit in einem bösen Traum befindlich.

Daß es gerade mit der JF einmal so radikal und schnell bergab gehen würde - wer hätte das noch vor drei oder vier Jahren für überhaupt möglich gehalten?

Und damit gehen Strukturen verloren, die unter größten persönlichen Entbehrungen und gehen schwerste Widerstände über Jahrzehnte aufgebaut wurden.

Ein schwacher Trost ist, daß wir DDR 1988 haben. Die Pöstchenjäger werden von ihren Pfründen, die sie am Katzentisch des Systems erhalten, wohl nicht mehr allzu lange zehren können.

Bernhard
22. April 2015 22:37

Die Rechten in der AfD werden sehr bald liquidiert werden. Dann haben wir wenigstens endlich klare Fronten.

Die AfD ist eine weitere Geschichte einer geplatzten Illusion.

glauben, hoffen, standhalten
22. April 2015 22:44

@ John Haase,
danke für den schlagartig erhellenden Link zum AfD-Mitgliederentscheid: -

O je! das ist aber ein stinkendes Gift-Ei, kann ich da nur sagen. Das muss doch jeder sofort riechen! Wie soll das bloß weitergehen?

Warum überhaupt diese AfD-Resulution? Muss sie wirklich sein? Und warum sie ein stinkendes Gift-Ei ist:

Weil sie das abgefeimte inquisitorische Grundlagen-Instrumentarium darstellt, mit dem die - ich nenn sie mal so: - "guten, demokratischen, jederzeit vor dem linken Gegner kompromissbereiten, liberalkonservativen" AfDler nun selber die Henkersfunktion für die Erledigung der "Rechten" in ihren Reihen übernehmen (müssen).

Der linke Mephisto, der es den AfD-Verantwortlichen eingeblasen hat, lacht und feixt, und der linke politische und mediale Todfeind schaut händereibend zu. Die AfD selber verpflichtet sich also - laut Resolution - das Abmurksen der Rechten in ihren Reihen selber zu übernehmen. Da gibt es einiges zu tun. Da wird der braune Dreck nur so fliegen. Man kennt sich ja gegenseitig oft recht gut. Bin ich froh, dass ich mich doch noch nicht um eine Mitgliedschaft in dieser Partei bemüht habe! Von dieser Partei kann keine Rettung kommen. Irgendetwas ganz anderes muss irgendwo passieren.

Ich zitiere aus der (geplanten) AFD-Resolution:

"Die AfD unterhält keine Kontakte zu Vertretern der sog. Neuen Rechten, der sog. Identitären Bewegung oder zu Organisationen im Dunstkreis des Rechtsradikalismus. In diesen Kreisen wächst Gedankengut, das mit den Grundüberzeugungen der AfD unvereinbar ist, sodass jeder Kontakt der Partei und ihrem Ansehen schaden würde.
Wir lehnen eine Zusammenarbeit mit Parteien ab, die europafeindliche oder ausländerfeindliche Positionen vertreten. Dazu zählen z. B. der französische Front National und die niederländische Partij voor de Vrijheid."

jokn
22. April 2015 23:43

Hr. L., ich kann diesem galoppierenden Irrsinn inzwischen nichts Komisches mehr abgewinnen - leider. Ich bin AfD-Mitglied, Sezession-(u. JF-)Abonnent u. schätze Literatur (auch Ihre) von Antaios. Auch wenn es defätistisch klingt, ich werde langsam müde ob des Amalgams aus Engstirnigkeit, Mainstream-Anbiederei u. Blockwart-Gehabe, das sich im Partei-Apparat durchzusetzen scheint. ... Ups, sehe gerade eine Mail von Lucke, in der er die Mitglieder auffordert, den "Politischen Festlegungen der AfD" eines Hr. Geiger in einem Entscheid zuzustimmen. Tja, damit wäre die Programmdiskussion elegant erschlagen, bevor sie richtig begonnen hat - wir nicken stattdessen einen Hr. Geiger (Ex-FDP) ab. Zum Inhalt (s. www): Unter Überschriften aus Bekenntnis-Phrasen (welches brave Mitglied kann/will dazu schon "Nein" sagen) wie "Bekenntnis zur freiheitlich demokratischen Grundordnung" sind dort Bonmots platziert wie: "Die AfD lehnt Fundamentalkritik an unserem Staat, unserer Gesellschaft oder unserem Wirtschaftssystem ab." Irre! Wer Fundamentalkritik ausschließen will, der fordert nichts anderes als eine Diktatur u. somit das genaue Gegenteil einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. Und: man kann jede mißliebige Kritik, z.B. an Alternativlosigkeiten, als "Fundamentalkritik" diffamieren. Auch gut: "Die AfD unterhält keine Kontakte zu Vertretern der sog. Neuen Rechten". "Neue Rechte" ist ein beliebig einsetzbarer Propagandabegriff, der neben "Rechtspopulismus" angewandt wird, um jeden zu diskreditieren, der es wagt, sich eine abweichende Meinung zu bilden. Weitere "Festlegungen der AfD": Pegida geht gar nicht; Direkte Demokratie muß stark beschränkt werden; Fehlende Souveränität Ds bloß nicht thematisieren; Wer nicht spurt, kriegt böse Etiketten angepappt: "vaterländisch", "völkisch", "Gedankengut" und so. Usw. usf.. Insgesamt ein Gemenge aus 1. Polit-Neusprech, um Pawlowsche Gesinnungs-Reflexe auszulösen u. 2. Mitglieder-Diffamierung u. -Bedrohung, um sie mundtot zu machen u. künftig willkürlich ausschließen zu können. - Meine Güte, wie konnten wir, wie konnte ich es zulassen, daß Opportunisten und Apparatschiks die Partei dominieren?

Trouver
23. April 2015 01:52

Ich kapiere es nicht.

Derartiges -- und unter Lucke, wer von den Hongweibings zweimal hochstpersonlich traktiert wurde: taetlicher Uebergriff auf einer Wahlveranstaltung und neulich fast aus dem Waggon der Deutschen Bahn samt Frau gemobbt, was fuer saftige sozialdemokratische Aufheiterung in dem Lande sorgte!!

Na, ehrlich - was soll das?!

Pommes
23. April 2015 02:20

Ich finde diese Hexenjagd nach Innen und die Distanziererei nach Außen bei der AFD auch nur noch belustigend. Im Grunde ist es traurig, denn zuanfang hatte auch ich große Erwartungen an diese Partei gesetzt. Heute freue ich mich immer wieder wenn mal ein Politiker der AFD wegen Nazi-Vorwürfen aus dem Zug geworfen, oder von irgendwelchen Antifa-Gruppen abgefangen wird. Böse? Nein, das nennt sich Karma.

L.Edler
23. April 2015 02:49

Mir geht es ähnlich wie einigen Vorrednern: Ich habe den "Realo-Flügel" bislang auch sehr stark verteidigt, weil ich die Kritik an Lucke und Henkel z.T. als stark überzogen empfand. Von der "Erfurter Resolution" war ich auch nicht gerade begeistert. In letzter Zeit besorgt jedoch eine Tendenz zu völlig übertriebener und alarmistischer "Abgrenzeritis". Insbesondere die gestern versandte e-Mail von Lucke an die Partei-Basis enthält z.T. katastrophale politische Fehler... Pragmatismus und Augenmaß sind zwar notwendig, aber wenn die AfD wirklich auf das Spektrum "rechts von der CDU" verzichten will, dann wird sie mit Sicherheit keine Zukunft haben. Wenn sie NUR auf dieses Spektrum bauen will, dann freilich auch. Die AfD kann nur als moderate Sammlungsbewegung erfolgreich sein; sie muss Liberale, Konservative und demokratische Rechte integrieren.

Oje, wenn das mal gut geht...

AfD, AfD, du gehst einen schweren Gang...

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
23. April 2015 08:22

Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.
(Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse 4 )

Gewissen rechten Bewegungen, Parteien und Personen haftet der Ruch der Erfolglosigkeit an. Es ist politisch klug, sich von diesen zu distanzieren. Aber in der AfD schaukeln sich jetzt die Abgrenzer gegenseitig hoch und einer versucht den anderen zu übertreffen. So kommt es wohl zu dem von Nietzsche beschriebenen Zustand.

Der Antrag zum Mitgliederentscheid ist wirklich übel.

Direkte Demokratie wie in der Schweiz: zu weit rechts!
EU-Austritt: zu weit rechts!
Rückübertragung von Souveränität von der EU: zu weit rechts!

Denen wäre wohl auch ein Gauweiler zu rechts, wenn er je zur AfD würde wechseln wollen.
Dass Lucke so was unterstützt!

Die Abgrenzer in der AfD haben den Schuss nicht gehört:
Die FDP ist wieder da!
Umfrage in Bremen: FDP 5% AfD 5%

Die AfD wird ür die CDU als Partner nicht in Frage kommen, solange es dort noch Hoffnung gibt, dass die FDP überlebt. Und die Chancen stehen gut für die FDP. Der AfD muss in den Bereich zwischen 20% und 30% vorstossen, um jemals an der Macht teilhaben zu können!

Rumpelstilzchen
23. April 2015 09:04

Meine Herren !
Wer nicht bereit ist, ein anderes Europa hinzunehmen, der kann und sollte sich den Luxus der Abgrenzeritis nicht erlauben !
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article139947692/Sind-wir-bereit-ein-anderes-Europa-hinzunehmen.html

Auch die "Realos" werden bald von der Realität eingeholt werden.

No way. You cannot make AFD an alternative. Without Rechtsruck !

Nils Wegner
23. April 2015 09:05

Langsam bekomme ich das Gefühl, daß in dieser Partei (die mir an sich herzlich egal ist) die in allen Parteien vorhandenen Spielchen und Stutenbissigkeiten inzwischen in einem Ausmaß betrieben werden, das im Wechsel von Drohen bzw. Schlagen und Locken bzw. Belohnen auf Elemente der Psychopathologie und psychologischen Traumatologie zurückgreift ("Identifikation mit dem Aggressor" nach Mathias Hirsch). Ein Mechanismus übrigens, popkulturell gesprochen, auf den auch die Boot Camp-Ausbildung à la Full Metal Jacket zurückgreift, um mehr Hingabe zu aktivieren.

Warum die AfD sowas besondere Blüten treiben läßt? Weil sie es kann (entsprechende Fraktionierung, geharnischte Debatten, Überblickslosigkeit und Wankelmütigkeit des Vorstands, Fehlen innerer Klarheit über die Eckpfeiler der Partei"agenda") und weil sie es muß (gierige – und für Futter wie obiges dankbare – Pressemeute, Konkurrenzdruck, politische Plattentektonik).

Und da denke man mal an die Zeit zurück, als hier im Blog noch unter jedem Artikel, egal welchen Themas, die üblichen Kasper ihr "Hört auf zu maulen, engagiert Euch gefälligst, hier unsere Kontodaten/Aufnahmeformulare"-Gewäsch hier ausgewalzt haben. Ganz großes Gelächter, damals wie heute.

Alexander
23. April 2015 09:58

Nils Wegner:

Und da denke man mal an die Zeit zurück, als hier im Blog noch unter jedem Artikel, egal welchen Themas, die üblichen Kasper ihr „Hört auf zu maulen, engagiert Euch gefälligst, hier unsere Kontodaten/Aufnahmeformulare“-Gewäsch hier ausgewalzt haben. Ganz großes Gelächter, damals wie heute.

Immerhin in einem Punkt hatten sie (ich gehöre nicht dazu) aber recht: Wären damals mehr von uns eingetreten, stünden die Chancen heute für Scheil, Lichert, Höcke et al., sprich die Rechten bzw. Alternativen in der Partei, besser. Ob es dazu ausgereicht hätte, deren jetziges Ausschwitzen zu verhindern, ist eine andere Frage, die sich nicht so einfach beantworten läßt. Ich sehe es auch nicht so, wie Sie es zumindest andeuten (s. u.), daß das egal wäre. Denn ich sehe die AfD zwar nicht als Heilsbringer, aber sie ist doch unzweifelhaft ein großer Resonanzraum für "unsere" Ideen und damit von Nutzen. Vielleicht meinen Sie ja auch nur das, wenn Sie schreiben, daß Ihnen die Partei AfD "an sich herzlich egal ist?

Argus
23. April 2015 10:18

Tut mir Leid, aber SiN beschäftigt sich für mich in letzter Zeit zu sehr mit sich selbst.
Über die AfD bleibt zu sagen, daß sie den gewohnten Gang geht, wie er in Deutchland für eine Partei nun mal vordefiniert ist. Eine Partei kann an den Seiten des Ganges kratzen und schäben, aber sie wird darin bleiben.

Nils Wegner
23. April 2015 10:21

@ Alexander:
Nein, ich meine Dinge in der Regel so, wie ich sie schreibe.

Ich sehe auch nicht ein, weswegen ich jetzt nochmal weit ausholen und alles wiederkäuen sollte, was hier über Monate hinweg zur AfD geschrieben worden ist.

Nur soviel: Ihr Argument "Wären damals mehr von uns eingetreten..." ist nichts weiter als die ex post-Variante des (ebenfalls von Lichtmesz) bereits demontierten "Erstmal stillhalten und Kräfte sammeln, aber dann, ja, aber dann!"-Gebrabbels vor und unmittelbar nach der EP-Wahl. Klar kann man in den Verein eintreten (ist ja auch sehr deutsch, sowas). Da greift dann aber eben doch die kubitscheksche Kantenschere: Sobald jemand mit klarem Profil in "unserem" (wer auch immer das ist) Sinne einen entsprechenden Posten bezieht, geht die parteiinterne und -externe Zersetzungsarbeit los. Und daß die Parteiführung sowohl auf Landes- als auf Bundesebene für die vielbeschrieene Basis im ganz überwiegenden Teil der Fälle maximal ein müdes Lächeln übrighat, muß mittlerweile nicht einmal mehr exemplarisch belegt werden, denke ich.

Die AfD ist mehr denn je (d.h. von Gründung der "Wahlalternative" ab) ein geschickt als FDP-Substitut in Stellung gebrachter Wählerpotential-Stent und potentieller Mehrheitsbeschaffer der Unionsparteien und bringt mich genauso zum Gähnen wie jede andere parteiförmige Organisation.

Der Gutmensch
23. April 2015 10:30

M.L.: Endlich… ich sehe das Licht!

Och, lieber M.L. Ihr Mangel an Resilienz enttäuscht mich jetzt aber! Da war ja das liebe Rotkäppchen noch misstrauischer, als sie wenigstens der Form halber erwiderte: "Aber Großmutter, was hast Du denn für ein fürchterlich großes - MAUL?!"

Der Rest ist Geschichte. Zu gierig gefressen, zu laut geschnarcht - und damit prompt den Jäger angelockt, der am Ende beide - also Oma und Rotkäppchen - rettet!

Wenn es also schon jemanden gelüstet, sich strategisch-taktisch fressen zu lassen, möge er doch bitte genau dort hingehen, wo er die Gierigsten und Schläfrigsten vermutet! Genau dorthin! Denn: Demokratie funktioniert nunmal nicht, wenn sich alle einig sind - und sei es darüber, dass sie sich fressen lassen wollen, allesamt! Ich würde ja auf jemanden verweisen, der das schon lange begriffen hat ... aber ...

Seufzend,

der Gutmensch.

M.L.: Ooooooooooommmmmmmmm.....

Alexander
23. April 2015 11:07

Nils Wegner:
Ihre Aussage beinhaltet eben mit der Formulierung "an sich" einen einschränkenden Charakter, war somit also nicht so eindeutig, wie Sie es vielleicht empfinden. Aber genug der Wortklauberei, Sie haben sich ja erklärt.

Bleiben Sie gelassen, niemand verlangt von Ihnen, alles, was hier zur AfD geschrieben worden ist, wiederkäuen. Ist auch nicht nötig, da ich die Diskussionen weitgehend verfolgt (und z. T. daran teilgenommen habe). Aktuelle Ereignisse sollten jedoch in eine Lageanalyse einbezogen werden. So schreiben Sie:

Sobald jemand mit klarem Profil in „unserem“ (wer auch immer das ist) Sinne einen entsprechenden Posten bezieht, geht die parteiinterne und -externe Zersetzungsarbeit los. Und daß die Parteiführung sowohl auf Landes- als auf Bundesebene für die vielbeschrieene Basis im ganz überwiegenden Teil der Fälle maximal ein müdes Lächeln übrighat, muß mittlerweile nicht einmal mehr exemplarisch belegt werden, denke ich.

Nun haben Sie damit an sich ;) recht, aber: In Hessen hat die Basis doch vor kurzem erst ihre Macht gezeigt und den Vorstand (inkl. Adam) abgewählt. Wen die Basis jetzt wählt, hängt eben von ihrer Zusammensetzung ab, was ist daran so schwer zu begreifen?
Und nur weil eine "parteiinterne und -externe Zersetzungsarbeit" einsetzt, bedeutet das noch lange nicht, daß sie auch in jedem Fall gelingt. Es regt sich ja auch Widerstand, der wiederum (auch) von der Zusammensetzung der Basis abhängt.

donna_alta
23. April 2015 11:22

Ich bin eine Frau, die sich von dem intellektuellen Niveau der Diskussion hier nicht abschrecken läßt. Im Gegenteil, ich bin dankbar, dass es diesen Blog gibt, auch wenn ich mir nicht immer erlaube mitzureden.

Ich bin eine Mutter, ein sehr emotionales Wesen, das zu verzweifeln droht, wenn es an das politische Geschehen und an die Zukunft seiner Kinder in diesem Land denkt. Das, und nichts sonst, treibt mich jeden Tag erneut auf die "innere Barrikade".

Es reicht mir nicht, allein auf dieser Barrikade zu stehen. Ich möchte, ich muss tun. Hoffnung hatte ich ganz ehrlich in die AfD gesetzt: Vor einem halben Jahr habe ich nach langem Abwägen den Aufnahmeantrag gestellt, der "verloren ging"...dann nochmal: Und wieder bekomme ich keine Antwort. Ich bin jetzt froh, dass es nicht mehr zu einer Mitgliedschaft gekommen ist. Die AfD ist für mich keine Kraft mehr, die hoffen läßt. Und das ist dramatisch, weil die Deutschen es wieder einmal nicht geschafft haben, sich mutig auf sich selbst zu besinnen und weiter zu denken, mit politischer Konsequenz.

Was bleibt?
Die totale innere Emigration?
Der tägliche Zugriff auf diesen Blog?
Das abendliche Lesen und Hören "meiner" Musik, abseits vom alltäglichen Wahnsinn, damit ich irgendwie noch in den Schlaf kommen kann?

Was wird meinen Kindern noch bleiben?

Götz Kubitschek
23. April 2015 11:46

habe eben mit konrad adam telefoniert. er behauptet, er habe belege, daß lichert rechte sammlungen unter ausdrücklichem einschluß der npd anstrebe. außerdem lese er anträge wie jenen vom ihm unterzeichneten ausschlußantrag gegen lichert nur oberflächig, und ob darin nun lichtmesz als radikaler no-go auftauche, sei ihm im detail egal - und ob ich ihm drohen wolle, weil ich seine (adams) jf-autorschaft und ifs-vortragstätigkeit nun breittreten und anführen wolle, uswusf. ich sagte ihm, daß ich ihn bisher für einen intellektuellen und einen um differenzierung bemühten wort-arbeiter gehalten hätte, und daß der vorsichtige umgang mit bezeichnungen und sprache (vor allem jenseits des antifa-jargons) die erste pflicht eines konservativen intellektuellen sei.

ihm war das wurscht. ich muß sagen: was zwei jahre parteiarbeit aus einem gehirn machen können - sehr beeindruckend, wirklich, sehr beeindruckend.

Vulture
23. April 2015 11:55

Ich waere nach wie vor dafuer diese Soap Opera einzustellen. Aber wer bin ich? Sie werden schon wissen was hier am besten Klicks generiert. Wenn die Rechte auch ihre BRAVO/BUNTE haben muss...

Heinrich Brück
23. April 2015 11:55

"Die Dinge sind ganz einfach." (Carl Sand)
Die AfD ist die Partei des gesunden Menschenverstandes (common sense), nicht des Gemeinsinns. Solange sie keine Partei der anständigen
Leute wird, dann bekäme sie wirklich Probleme, verstehe ich die Kritik
nicht.
Das Volk soll bekommen was es will, und nicht was es braucht. Das Volk will laut gesundem Menschenverstand die Wahrheit nicht, stattdessen
die Diplomatie der Rhetorik im Anwerben von zukünftigen Wählern. Im Geiste dieser Logik muß das Volk irgendwo abgeholt werden, am besten
dort wo es hingestellt wurde, und nicht schonungslos mit der Wahrheit
konfrontiert werden.
Die AfD der freiheitlich demokratischen Grundordnung (Perlen vor die Säue) ist widersprüchlich, dämlich, und irrelevant.
Das Teile und herrsche gibt den Ton an, das Buckeln und Treten führt ihn
aus; im Prinzip wendet sich die AfD gegen die AfD.
Wenn nicht die christliche Offenbarung als Fundament jegliche Kritik legitimiert, sozusagen als Leitstern auf dem Weg zum Jüngsten Gericht im
Oberstübchen fungiert, dann wird fundamentlose Kritik betrieben. Und welches Luftschloß damit gemeint sein kann, oder jeweils das andere jagt,
versteht das Volk ohnehin nicht.
Die Kunst der Kritik bis der Feind gewonnen hat.

Martin Lichtmesz
23. April 2015 12:14

habe eben mit konrad adam telefoniert.

Grandios. Es ist offenbar wirklich schon alles wurscht und nach Belieben verwurschtelbar. Daran kann man wohl auch ablesen, wie ernst man einen Artikel wie den von mir zitierten vom Januar 2015 wirklich nehmen darf. Wenn der Autor das mit seinem Verhalten nicht decken kann, ist das nichts weniger als Betrug am Leser.

Martin Lichtmesz
23. April 2015 12:23

er behauptet, er habe belege, daß lichert rechte sammlungen unter ausdrücklichem einschluß der npd anstrebe.

JEDE Wette, er meint das hier, was aber etwas anderes aussagt:

http://rechtunddemokratie.org/2014/06/04/nach-der-wahl-ist-vor-der-wahl

Demokratie und Bürgerrechte sind unteilbar und jede situative Einschränkung ohne gesetzliche Grundlage ist zu bekämpfen. Das heißt, eine echte Alternative muss nicht nur für sich selbst kämpfen, sondern auch für die Parias des politischen Systems, also auch die NPD und andere rechte Parteien, solange sie sich auf dem Boden des Grundgesetzes bewegen. Tun sie das nicht, sind sie zu verbieten. Aber dass Medien und Blockparteien eine Demokratie-TÜV betreiben, ist reine Willkür und daher nicht hinzunehmen.

Rosenkranz
23. April 2015 12:31

Ich glaube die AfD würde sogar einen kommunistischen Patrioten wie Ernst Thälmann wegen seiner "rechten Gesinnung" ablehnen.

M.L.: Oder wegen seiner kommunistischen Gesinnung...

Die Zeiten sind heute so und wir müssen uns damit abfinden. Ich bin mal gespannt, ob eines Tages der Verfassungsschutz (VS) nicht auch wegen meinem Sezessions-Abo bei meinem Arbeitgeber vorstellig wird. Wir sind sicher von solchen Zuständen nicht weit entfernt.

Also liebe Leute, rechnet damit eines Tages als vogelfrei zu gelten. Die AfD gehört auch zum System und ist nun wirklich keine "Alternative." Die letzten patriotische gesinnten Leute, werden sicher nach und nach entfernt werden oder entnervt aufgeben. Der wirtschaftsliberale Flügel wird sich durchsetzen.

Simon
23. April 2015 12:50

Um die Verwirrung komplett zu machen: Es handelt sich hier nicht um ein Vorgehen des "Realo" Flügels gegen die Rechte. Denn Hans Olaf Henkel kommt witziger Weise zum selben Ergebnis wie Herr Kubitschek

"ch muß sagen: was zwei jahre parteiarbeit aus einem gehirn machen können – sehr beeindruckend, wirklich, sehr beeindruckend."

Brief von Hans Olaf Henkel an Konrad Adam:

"Lieber Herr Adam,

eine solche - verzeihen Sie - niederträchtige Antwort auch noch an einen solchen großen Verteiler zu senden, hätte ich Ihnen nicht zugetraut. Sie sind total "von der Rolle" und merken es offensichtlich nicht einmal. Sie scheinen von Enttäuschung über Ihre Bedeutung in der Partei und von Ihrem Ehrgeiz zerfressen zu sein.

Sie können Herrn Lucke nicht im Entferntesten das Wasser reichen. Anstatt das anzuerkennen und sich für das Wohl der Partei einzusetzen, sind Sie nur noch destruktiv - in der Presse mit Ihren immer schrulligeren Pressemitteilungen und weil Sie Herrn Lucke mit immer größerer Energie immer aufs Neue ein Bein stellen.

Nebenbei machen Sie sich selbst immer lächerlicher. Was für ein Absturz! Gibt es in Ihrem Umfeld denn niemanden mehr, der Ihnen mal den Spiegel vorhält? Was müssen Ihre ehemaligen Kollegen, Freunde und Verwandten eigentlich aushalten? Selten wurde ich Zeuge einer so dramatischen Persönlichkeitsveränderung. Ein Drama! Ich hoffe, der letzte Akt wird bald aufgeführt und Sie treten von der Bühne.

Hans-Olaf Henkel"

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-henkel-schreibt-brand-mail-an-konrad-adam-a-1011145.html

Marcus Junge
23. April 2015 13:10

"AfD-Chef Lucke warnt vor rechter Unterwanderung"

ect.pp.

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/afd-chef-lucke-warnt-vor-rechter-unterwanderung/

Gustav Grambauer
23. April 2015 13:31

"... er habe belege, daß ..."

Sind wir prozessual in Moskau im Jahre `37?!

Vor den Jeschow-Troikas wurde der Beschuldigte immerhin noch angehört.

- G. G.

gert friedrich
23. April 2015 13:42

Hat Gerhard Frey junior schon mal einen Aufnahmeantrag gestellt?

Chancen hätte er,denn die Nationalzeitumg wird auch immer

zahmer.

Rosenkranz
23. April 2015 13:51

@donna_alta

Mir geht es ähnlich. Auch ich frage mich oft, was man noch so tun kann.

Ich treibe jeden Tag, außer Sonntag mindestens eine halbe Stunde körperliches Training, gehe gern in den Garten und auch in den Wald. Ich fühle mich oft sehr einsam und allein. Wenn es zu schlimm wird, lese ich im Buch "Der Waldgang" von Ernst Jünger.

Meine Hoffnung ist eines Tages mit ein paar Gleichgesinnten in die Sezession gehen zu können. Aber es wird sehr schwer, weil uns sicher von den Multikulti-Politikern kein Reservat, wie den Indianern in den VSA zugestanden werden wird. Dieses müssen wir uns mit Gewalt nehmen, aber alles zur rechten Zeit. Es gibt nur diese eine letzte große Hoffnung und den Rest der Zeit heißt es: DURCHHALTEN.

Trouver
23. April 2015 14:45

AfD-Chef Lucke warnt vor rechter Unterwanderung

Der gute Mann hat doch was gelernt in jenem Waggon-Restaurant.

Trouver
23. April 2015 14:49

Vor den Jeschow-Troikas wurde der Beschuldigte immerhin noch angehört.

Werter Herr Grambauer, die Troikas waren keine Schauprozesse. Angehört wurde man während der Verhandlung, wie Bukharin. Troikas waren aber eine Art Standgericht, wo die Beschuldigten nach Liste verurteilt und erschossen wurden, ohne Anhörung und ohne jegliche Verteidigung.

ingres
23. April 2015 15:05

Also ich werde mir weder ein Bekenntnis zur sog. "freiheitlich demokratischen Grundordnung" (ich muß hier sicherlich nicht erläutern wie ich das verstehe) noch zu anderen Positionen abpressen lassen

Andererseits muß man sehen, dass zumindest formal keineswegs alles verloren ist.

Die AfD lehnt es strikt ab, Einwanderung nach ‘völkischen’ Kriterien zu steuern. Herkunft oder Hautfarbe sind für die Frage der Einwanderung irrelevant. Statt dessen wollen wir eine Einwanderungspraxis, die sich an Bildung, Berufserfahrung, Sprachkenntnissen, dem Bedarf auf dem Arbeitsmarkt und einem klaren Bekenntnis zum Grundgesetz orientiert.“ Auch stehe die Partei zum Asylrecht, dieses dürfe aber nicht mißbraucht werden.

´

Wenn die AfD das umsetzt würde sich Einwanderung und Asyl
doch von selbst regeln. Dass dafür keine Zeit mehr bleibt steht auf einem anderen Blatt. Aber mehr kann und könnte man auf parlamentarischem Weg nicht verlangen.

Marc Thomas
23. April 2015 15:10

Parteien sind das Problem, dessen Lösung zu sein sie vorgeben!

M.L.: Karl Kraus 2.0.!

Der Gutmensch
23. April 2015 15:12

Ihre contenance ist unerschütterlich, mein lieber M. L. -

als gelernter Ostler habe ich gerade mit wachsendem Behagen in diesem intendierten Mitgliederentscheid gelesen, diese ganzen Bekenntnisse und "wir bejahen" und "wir setzen uns ein" und nicht mal "Frieden und Freundschaft" fehlen ... und auch der Feind im "Dunstkreis" Moment mal, hat da gerade jemand "Thälmann" gesagt?

GESETZE
DER THÄLMANNPIONIERE

Wir Thälmannpioniere
lieben unser sozialistisches Vaterland, die Deutsche Demokratische Republik.
In Wort und Tat ergreifen wir immer und überall Partei für unseren Arbeiter- und Bauern-Staat, der ein fester Bestandteil der sozialistischen Staatengemeinschaft ist.

Wir Thälmannpioniere
tragen mit Stolz unser rotes Halstuch und halten es in Ehren.
Unser rotes Halstuch ist Teil der Fahne der Arbeiterklasse. Für uns Thälmannpioniere ist es eine große Ehre, das rote Halstuch als äußeres Zeichen unserer engen Verbundenheit zur Sache der Arbeiterklasse und ihrer Partei, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, zu tragen.

Wir Thälmannpioniere
lieben und achten unsere Eltern.
Wir wissen, daß wir unseren Eltern viel verdanken.
Wir befolgen ihren Rat und helfen ihnen immer. Wir wollen bewußte Gestalter der sozialistischen Gesellschaft werden.

Wir Thälmannpioniere
lieben und schützen den Frieden und hassen die Kriegstreiber.
Durch fleißiges Lernen und durch gute Taten stärken wir den Sozialismus und helfen den Friedenskräften der ganzen Welt. Wir treten immer und überall gegen die Hetze und die Lügen der Imperialisten auf.

Wir Thälmannpioniere
sind Freunde der Sowjetunion und aller sozialistischen Brudervölker und halten Freundschaft mit allen Kindern der Welt.
Die Freundschaft mit der Sowjetunion ist uns Herzenssache. Die Leninpioniere sind unsere besten Freunde. Wir arbeiten eng mit den Pionieren der sozialistischen Länder und allen fortschrittlichen Kinderorganisationen in der Welt zusammen. Wir üben aktive Solidarität mit allen um ihre Freiheit und nationale Unabhängigkeit kämpfenden Völkern.

Wir Thälmannpioniere
lernen fleißig, sind ordentlich und diszipliniert.
Wir eignen uns gründliche Kenntnisse und Fertigkeiten an und treten überall für Ordnung, Disziplin und Sauberkeit ein.
Wir sorgen dafür, daß jeder ehrlich lernt, sein Wissen anwendet und daß bei ihm Wort und Tat übereinstimmen.
So bereiten wir uns auf das Leben und die Arbeit in der sozialistischen Gesellschaft vor.

Wir Thälmannpioniere
lieben die Arbeit, achten jede Arbeit und alle arbeitenden Menschen.
Wir lernen von den Arbeitern, Genossenschaftsbauern und den anderen Werktätigen und packen schon heute bei der Arbeit mit zu, wo immer es auf unsere Hilfe ankommt. Wir schützen das Volkseigentum.

Wir Thälmannpioniere
lieben die Wahrheit, sind zuverlässig und einander freund.
Wir streben immer danach, die Wahrheit zu erkennen, und treten für den Sozialismus ein. Wir erfüllen die von uns übernommenen Aufgaben und stehen zu unserem Pionierwort. Wir sorgen dafür, daß unsere Gruppe eine feste Gemeinschaft wird, und helfen kameradschaftlich jedem anderen Schüler.

Wir Thälmannpioniere
machen uns mit der Technik vertraut, erforschen die Naturgesetze und lernen die Schätze der Kultur kennen.
Wir interessieren uns für das Neue in Wissenschaft und Technik. Wir nehmen am naturwissenschaftlich-technischen Schaffen teil, betätigen uns künstlerisch, fördern die Talente und beweisen unser Können.

Wir Thälmannpioniere
halten unseren Körper sauber und gesund, treiben regelmäßig Sport und sind fröhlich.
Wir stählen unseren Körper bei Sport, Spiel und Touristik. Wir interessieren uns für die Schönheiten unserer Heimat und wandern gern. Wir rauchen nicht und trinken keinen Alkohol.

Wir Thälmannpioniere
bereiten und darauf vor, gute Mitglieder der Freien Deutschen Jugend zu werden.
Wir interessieren uns für die Geschichte des sozialistischen Jugendverbandes und die Taten der FDJ-Mitglieder. Ihre hervorragenden Leistungen sind uns Vorbild und Ansporn. Wir verwirklichen mit ihnen gemeinsame Vorhaben.

Der Wolf hat sie gefressen, ich sags ja, allesamt. Lassen wir ihn schnarchen!!

Der Gutmensch.

A. Lange
23. April 2015 15:24

Auf der JF-Netzseite ist in letzter Zeit bezüglich der AfD erstaunlich still geworden, nachdem man sich ja zuletzt recht offen auf Luckes und Henkels Seite geschlagen hat. Die Einschläge kommen nämlich langsam näher und treffen bereits die eigene Autorenschaft. Merkt man langsam, dass man, und allen voran Dieter Stein, sich mit der AfD das nächste Eigentor geschossen hat? Stein hat immerhin auch behauptet, der Gauckler würde ein guter Bundespräsident werden.

Dafür ist mir zuletzt unangenehm aufgefallen, dass, versteckt in Nebensätzen, die herrschenden Politiker als eine Art Unwissende, die es doch eigentlich nur gut meinen, dargestellt werden. Soll der konservative JF-Leser so etwa auf einen "Platz am Katzentisch der Union" (Claus Wolfschlag vor Jahren, gefühlt aber vor Jahrhunderten in besagter JF) für die "AfD" eingestimmt werden?

Spätestens seit der aalglatte Strahlemann Lucke, der "jedem erzählt, was er hören will" (Zitat meiner Mutter), davon sprach, dass die AfD gezeigt habe, auch im "weltoffenen und toleranten" Hamburg bestehen zu können, weiß man doch, wohin die Reise geht. Er hat mit diesem "Buntsprech" bewusst provoziert und die Hamburger "Weltoffenheit und Toleranz" den (dumpfen? provinziellen?) mitteldeutschen AfD-Hochburgen gegenübergestellt.

Dass die vermeintlichen "Querschüsse" des konservativen Flügels sich negativ auf die Wahlergebnisse auswirken, wie von Henkel behauptet, ist ebenfalls liberalistischer Propagandaquark. Dazu die Vergleiche zwischen den Europawahl- und Landtagwahlergebnissen der AfD in den Bundesländern, in denen seit der Europawahl bereits Landtagswahlen stattgefunden haben:

Thüringen:
EUR 05/2014 7,4 %
LTW 09/2014 10,6 %
--------------------------
+ 3,2 %

Brandenburg:
EUR 05/2014 8,5 %
LTW 09/2014 12,2 %
--------------------------
+ 3,7 %

Sachsen:
EUR 05/2014 10,1 %
LTW 08/2014 9,7 %
--------------------------
- 0,4 %

Hamburg:
EUR 05/2014 6,0 %
LTW 02/2015 6,1 %
--------------------------
+ 0,1 %

Analysiert man die Ergebnisse, stellt man fest, dass die dezidiert rechten Landesverbände bei den Landtagswahlen deutliche Zugewinne zu verzeichnen hatten, während die liberalen stagnierten. Diese Tendenz gilt sogar für die völlig absurde Annahme, dass die Veränderungen bei der NPD als einziger weiterer wahrnehmbarer Rechtspartei ausschließlich bei der AfD zu Buche schlugen.
Ich zähle den LV Sachsen hierbei auch zu den liberalen, weil er zwar als konservativ gilt, die Landesvorsitzende jedoch m.E.n. eine Lucke-Getreue ist, die den Mitgliedern zur Beruhigung lediglich ein paar konservative Bröckchen hinwirft. Dieses Herumlavieren fällt auch dem Wähler auf. Das erbärmliche Schauspiel um die Mitgliedschaft von Götz Kubitschek nebst Sippenhaft für Ellen Kositza, mit Frauke Petrys Stimme durch den "AfD"-Bundesvorstand beschlossen, spricht ebenfalls dafür. Im Gegensatz zu Thüringen und Brandenburg wurde das eigentlich noch größere Potenzial in Sachsen jedenfalls nicht mal ansatzweise ausgereizt.

Es ist außerdem auffällig, dass diese Probleme zwischen den Strömungen erst seit dem Eintritt von Hans-Olaf Henkel auftreten. Seitdem provziert auch Lucke immer wieder die Konservativen, auch wenn er vordergründig den Vermittler mimt.
Und Henkel holt sofort die Nazikeule nebst Antifasprache raus, wenn ihm der Wind ins Gesicht weht. Das ist eine perfide Methode, die immer dann Wirkung zeigen soll, wenn man keine sachlichen Argumente hat oder von eigenen Problemen ablenken will.

Auch in NRW wird gerade kräftig am Stuhl von Marcus Pretzell gesägt. An allen Ecken hagelt es Auschlussverfahren und Amtsenthebungen gegen konservative Parteifunktionäre auf Kreisebene. Da es stellt sich doch unweigerlich die Frage nach dem "cui bono". Wahltaktisch ist es jedenfalls äußert unklug, jetzt eine Richtungsentscheidung herbeiführen zu wollen, siehe die obigen Ergebnisse und Tendenzen. Die Profiteure sind nämlich CDU und FDP, die ehemaligen Parteien von Lucke und Henkel. Man könnte fast dein Eindruck gewinnen, die "AfD" wäre eine Ausgründung vder beiden Altparteien, um die Unzufriedenheit so lange zu kanalisieren, bis die größten Sauereien in der Europa- und Zuwanderungspolitik durch sind. Und jetzt höre ich auf, bevor ich noch zum Verschwörungstheoretiker werde... ;-)

Der Gutmensch
23. April 2015 15:34

So satirisch kann man gar nicht denken ...

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/afd-vorstand-hans-olaf-henkel-erklaert-seinen-ruecktritt-13555058.html.

Henkel beklagte Übernahmeversuche der "Rechtspopulisten"!

M.L.: Toll, es wird immer geiler!

Simon
23. April 2015 15:55

"Analysiert man die Ergebnisse, stellt man fest, dass die dezidiert rechten Landesverbände bei den Landtagswahlen deutliche Zugewinne zu verzeichnen hatten, während die liberalen stagnierten."

Das ist jetzt wirklich keine seriöse Wähleranalyse. Thüringen und Brandenburg haben auch deshalb so gut abgeschnitten, weil vorher Sachsen eine Vorlage geboten hat. Wenn eine Partei erfolgreich ist, dann kommen automatisch Wähler dazu, in der Wahlforschung als Bandwagon-Effekt bekannt.

Dass die Sachsen AfD besonders liberal sein soll oder so wahrgenommen wurde, ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Die AfD hat in Sachsen Wahlkampf gemacht mit Drei-Kind-Politik, Volksentscheid über die Abtreibung, Grenzkriminalität und hatte auch ein eher linkes Wirtschaftsprogramm.

Hamburg ist nun mit diesen Landtagswahlen nicht vergleichbar, weil es das erste westdeutsche Bundesland war und im Westen schnitt die AfD bei der Bundestagswahl und der Landtagswahl schlechter ab.

Wenn man etwas aus den Wahlanalysen lernen kann, dann, dass die Wählerbasis der AfD extrem heterogen ist. Die AfD wird von ehemaligen Wählern der CDU und FDP gewählt, von ehemaligen Wählern der Linken, von Nichtwählern, von ehemaligen Wählern der Piratenpartei und der kleinen Rechtsparteien.

Das strategische Problem der AfD ist, dass sie eben keine ideologisch gefestigte Wählerbasis hat wie die Grünen, sondern dass die Wähler der AfD ziemlich bund zusammen gewürfelt sind und das reicht vom früheren PDS Wähler bis zum FDP-Mittelständler, vom proisraelischen Islamkritiker bis zum amerikakrtischen Kritiker des Finanzsystems.

Die alle dauerhaft bei der Stange zu halten ist extrem schwer.

Marcus Junge
23. April 2015 16:27

A. Lange
"Stein hat immerhin auch behauptet, der Gauckler würde ein guter Bundespräsident werden."

Gemäß JF sollten auch de Maiziere, Guttenberg, Friedrich oder dieser "Konservative Berliner Kreis" Hoffnungsträger sein. Immer wenn der Schwachsinn verkündet wurde, gab es von mir Störfeuer in Form von Kommentaren, "Wunschvorstellungen, diese Knallchargen seien nichts anderes als Nebelbomben und es ist Irrsinn, diese zu bejubeln". Wenn es hinterher, wie vorher erwartet, in die Binsen ging, dann kommt das Schweigen im Walde und einige Monate später gab es die nächste "nationale / konservative" Hoffnung aus den Reihen der Union. Dafür verschwanden dann halt vereinzelt Kommentare, wenn man so ein Verhalten, so eine Lernverweigerung / Realitätsverlust, als solchen benannte.
Das hörte erst mit der AfD auf, dafür wurde dann diese bejubelt, mehr als die Union in 10 Jahren davor. Was es gebracht hat kann sich ja jeder jeden Tag erneut antun.

"Spätestens seit der aalglatte Strahlemann Lucke"
Verweise an den Gründungsparteitag (und frage mich immer noch, wie 99% der an der AfD-Interessierten, dieses immer wieder übergehen, so als sei das unwichtig). Da wurden die großen Vorbilder der AfD verkündet und niedergeschrieben, z.B. Kohl, Genscher, Schmidt - für mich reinste Verbrecher und wesentlich für die Zustände heute verantwortlich. Da wurde verklausuliert die AfD als Alt-CDU beschrieben (aus den 80'ern), da begann die Abwendung von der Richtung national / konservativ.
Noch deutlicher wurde es beim Parteitag in Bremen, wobei Sezession und BluNews kritisch berichteten, die JF brachte derweil Jubelmeldungen.

Alexander
23. April 2015 16:28

Hat wohl niemand die "Deutschland Resolution" unterschrieben, Herr Henkel?

Ein gebürtiger Hesse
23. April 2015 16:29

Henkel tritt zurück? SEHR GUTE Nachricht. Daß er als Konformitäts-Märtyrer von dannen geht (à la "Ich allein vermag dem Bösen nicht zu trotzen, setze aber ein Zeichen, damit alle sehen, wie förchterlich mein Gegner war"), ist bedauerlich und man kann nur hoffen, daß die Theater-Geste als solche durchschaut wird.

Daß Konrad Adam allerdings in Sachen Redlichkeit und Anstand so derart versagen würde, haben wohl die wenigsten gedacht. Oder? Dies zu erkennen frustriert durchaus.

Urwinkel
23. April 2015 16:30

Das einzige Problem, Simon, ist, daß die Afd vergessen hat (das Ideal haben sie im Wahlkampf verloren), was "konservativ" bedeuted. Das heißt: Sich anschnauzen lassen von Vater wie Mutter ob des richtigen Lensstils. Selber können sie es nicht besser. Im rechten Moment heißt es, zurückzuschlagen (verbal). Solch eine Enttäuschung äußert sich oft in Deppression und Ohnmacht. Nicht wenige Empörte landen in der Klapsmühle (Mühle!). Dort wird man zermalmt. Wenn du mitspielst. Das Credo kann deshalb nur lauten: "Ohne mich!"

Musikalische Unterstützung?

Hier:

"Victory" von DEAR READER:

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=LLgZzl0HZ7U#t=1965

D.

Martin Lichtmesz
23. April 2015 16:33

Ich habe so gute Laune heute... endlich zerlegt und diskreditiert sich dieser Saftladen nach Strich und Faden... und dann ist der Spuk hoffentlich endlich vorbei.

Nils Wegner
23. April 2015 16:48

Direkt aus meinem Herzen, Martin. Direkt.

Marcus Junge
23. April 2015 17:16

Als Ergänzung zu
"Marcus Junge
Donnerstag, 23. April 2015, 16:27"

"http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/14/anti-euro-partei-afd-will-das-werk-von-helmut-kohl-bewahren/"

Gründungsparteitag 2013, wer es nicht gleich sieht, Lucke sagte schon damals, er wolle das Werk von Kohl (also den Euro, den Kohl verbrochen hat) bewahren und gleichzeitig ist die AfD aber "Anti-Euro". Ect. pp. bitte den alten Artikel selber lesen.

Das kann man 2 Jahre "übersehen" / "ignorieren" und jene als Spinner und Spalter abtun, die das die letzten 2 Jahre nicht verstanden haben und den Zielen der AfD daher nicht so ganz folgen konnten, man mußte / muß aber nicht.

John Haase
23. April 2015 17:17

In jeder Partei, die etwas wert sein soll, muß der aus dem Parteiinneren kommende öffentliche Vorwurf, ein anderes Parteimitglied sei "rechts" automatisch den Parteiausschluß desjenigen zur Folge haben, der ihn erhebt. In ganz seltenen aus ehrlichen Fehlern entstandenen minderschweren Fällen reicht vielleicht eine gelbe Karte.

Es gibt wirklich nichts parteischädigenderes, verlogeneres und demotivierendes, als dieser ewige Distanzierungsscheiß. Ein einfacher Postenjäger, der zumindest auf dieses taktische Mittel verzichtet, ist weitaus leichter zu verkraften als diese dreckigen Hexenjäger. Mit Henkel ist der erste davon endlich weg, vielleicht fallen die anderen ja doch noch.

Simon
23. April 2015 17:17

"Ich habe so gute Laune heute… endlich zerlegt und diskreditiert sich dieser Saftladen nach Strich und Faden… und dann ist der Spuk hoffentlich endlich vorbei!"

Genau! Und dann ist alles wieder so schön wie vorher und in den letzten vierzig jahren und für die nächsten vierzig Jahre.

Die nächste konservative Partei, die in Deutschland eine Chance hat, ist wahrscheinlich die Afrikanische Volksfront.

M.L.: Oder die Muslimbrüder, siehe Houellebecq.

AfD-Mitglied
23. April 2015 17:27

Ihr "rechten" (in Wirklichkeit sozialistischen!) Schwätzer immer. Wo habt ihr denn die Rechtspartei aufgebaut, die euren Vorstellungen entspricht? Wo ist die? Wo ist deren Erfolg? Alles das, was ihr der AfD empfehlt, ist das rezept für den Untergang, ist das Rezept, das die dutzenden "rechten" Splitterparteien hierzulande doch berücksichtigt haben.

M.L.: Nu, und wo ist denn der große "Erfolg" der AfD? Ich sehe keinen. Und selbst wenn sie Erfolg hätte, was ginge das nach Luckes letzter Erklärung mich oder sonst irgendjemanden an? Und untergehen tut sie offenbar auch ganz ohne uns... endlich!

Harald de Azania
23. April 2015 18:04

Verehrter ML,

Detto wie bei Ihnen 16:33 h

Henkel Ruecktritt eine Finte !? Eher mit !! das naechste ist "Bitte bleib", Rauswurf aller Konservativen und Henkel redivivus. AfD dann endgueltig handzahm.

Geiger Papier: hoechstens als Geigerzaehler fuer p.c. Schmus geeignet. Schauderbar. Weg damit.

Lieber neu Anfangen als diese Haeckchenpartei ( frueh kruemmt sich, was usw)

Solange eine Vereinigung/Bewegung/Partei nicht endlich und DEFINITIV lernt, dasz sich ducken, distanzieren, anpassen NIX bringt, sind Hopfen und Malz verloren und sollte lieber als kuhles Bier genossen werden.

HdeA

Der Gutmensch
23. April 2015 18:05

Lieber Herr M. L.,
liebe Co-Abhängige,

wie es zu den teilweise dramatischen Fehleinschätzungen hinsichtlich der „Alternative“ kommen konnte, erklärt uns ein Psychologe in der Faz recht anschaulich am Fall Tugce:

„Das hat etwas damit zu tun, dass wir einen Helden auch haben wollen und brauchen.

Wozu? (Fragt die Faz tatsächlich!)

Weil man sich daran orientieren kann, zumindest theoretisch. Aber eben auch, weil sie Dinge leben, die wir selbst nicht leben. Und: Wir laufen alle wie emotionale Pulverfässer durch die Gegend. Je mehr ein Mensch für seine Gefühle ein Ventil braucht, desto austauschbarer ist dann der Gegenstand. Letzten Endes geht es also um die Frage, wie hoch der Anteil derjenigen in der Gesellschaft ist, die schnell auf bloße Emotionen reagieren – und wie hoch der Anteil derjenigen, die erst einmal ihren Kopf einschalten.

Da fragt man sich aber doch: Ja, sind wir denn alle dumme Hühner? Aber nicht doch, beruhigt der Psychologe:

Das hat nichts mit Dummheit zu tun. Es hängt auch damit zusammen, in welcher gesellschaftlichen Situation wir derzeit leben. Veränderungen passieren mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, wir leben an der Grenze zur Überforderung, sei es bei der Verdichtung von Arbeit oder der Reizüberflutung durch Medien. Das führt zu Identitäten, die viel fragiler sind, als früher.

Und dann suchen die Menschen stärker nach emotionalen Ventilen?
Ja, die Situation produziert Emotionen und die Frage ist, wo finden die ihren Ausdruck.“

Hier werden Sie allesamt geholfen: http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/region/prozess-zum-fall-tugce-albayrak-beginnt-in-darmstadt-13546238.html

Schluss für heute, das hält keiner aus ...

Der Gutmensch.

Simon
23. April 2015 18:23

"M.L.: Oder die Muslimbrüder, siehe Houellebecq."

Angesichts der Tatsache, dass in den nächsten Jahren einige Millionen Afrikaner in dieses Land kommen werden, werden wir uns noch wünschen, es wären die Muslimbrüder.

M.L.: Die können das vielleicht besser handhaben als wir... die sind nämlich klüger als die Afrikaner.

jokn
23. April 2015 18:47

@ Götz Kubitschek, 23. April 2015, 11:46
"... außerdem lese er anträge wie jenen vom ihm unterzeichneten ausschlußantrag gegen lichert nur oberflächig, ..."
Gehen bei Adam die Ausschlußanträge inzwischen als Serienbriefe raus? Auf dem Bremer Parteitag fand ich ihn wegen seines knurrigen Abschüttelns von Luckes Beleidigungen noch sympatisch. Tjaja, was so ein eitel Pöstchen als Stiftungsvorsitzender bewirkt. Daß die JF-Autorschaft inzwischen in der AfD Drohpotential hat (da schreiben ja auch Unionsleute wie Willsch und Geis), mag ich kaum glauben - aber muß es vielleicht demnächst.

PB
23. April 2015 19:32

Mit Gaulands Unterstützung könnten Höcke und Petry es auch ohne Lucke schaffen. Luckes GEZ-Medien-Präsenz war zuletzt ja eher mau, im Unterschied zu Petry, die sich neulich wieder sehr wacker geschlagen hat.

Wenn Lucke nicht selber sieht, was er gerade kaputt macht, dann ist ihm halt nicht zu helfen. Es ginge auch ohne ihn.

Eine einzige Enttäuschung: Adam. Was ist bloß ihn gefahren ?

Johannes Reiter
23. April 2015 20:06

Alles, was eine Partei jetzt noch realistischerweise leisten kann, ist die Verzögerung bestimmter Entwicklungen. Zyniker mögen einwenden, dass eine solche Verzögerung gar nicht wünschenwert ist, weil z.B. eine ordentliche Migrationswelle besonders schwieriger Existenzen gerade die erzieherische Wirkung hätte, die sich bei langsamerem Vollzug der Entwicklung aufgrund von Gewöhnungseffekten so nicht einstellen würde. Je früher und je gründlicher die Erziehung durch Konfrontation mit der Wirklichkeit erfolgt, desto besser, denn langfristig betrachtet wären die Konsequenzen noch schlimmer. Leider braucht Deutschland den kalten Entzug, und daher wünsche ich mir noch progressivere und noch liberalere Positionen in der Politik. Noch können gutmütige Menschen womöglich meinen, dass das, was sich gegenwärtig vollzieht, alles nur ein Versehen sei. Je früher und je schmerzhafter diese Hoffnung stirbt, desto besser ist es langfristig betrachtet. Bald schon wird alles auf die Probe gestellt werden, und das Wahre wird seinen Wert beweisen.

Jonny
23. April 2015 20:08

Lucke gegen Rechts

http://www.blauenarzisse.de/index.php/aktuelles/item/5252-lucke-gegen-rechts

Alle die sich über die Distanzitis der Lucke-Partei beschweren, sollten dann
aber auch so konsequent sein und auf Parteien zugehen die nicht nur konservativ, sondern auch national sind. Wer sich über den Abgrenzungswahn der AFD mokiert, der sollte sich auch nicht von Parteien wie die NPD, Der Rechten oder dem III.Weg distanzieren, sonst ist er unglaubwürdig!

Nemo Obligatur
23. April 2015 20:32

Schade, schade. Ich hatte die AfD anfänglich ernsthaft für eine Chance für dieses Land gehalten. Aber die sind jetzt sowas von der Rolle. Die können ja nicht einmal mehr mit ihrem ureigensten Thema, der Kritik an der Euro-Rettung punkten. Und das, obwohl im Umfeld der anstehenden Griechenland-Pleite exakt das geboten wäre. Die werden jetzt noch schneller verschwinden als die Piraten seinerzeit. Ich mache mal symbolisch einen Strich drunter...
____________________________________________________________

...und konzentriere den Rest meiner Zeit, Energien und finanziellen Reserven, den ich für das Thema "Politik&Nation" reserviert habe, auf die Sezession und - je nach weiterer Entwicklung dort - auf die JF.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
23. April 2015 20:46

endlich zerlegt und diskreditiert sich dieser Saftladen nach Strich und Faden

Nein, Herr Lichtmesz, der national-konservative Flügel rückt vor, oder wie die Welt schreibt:

Der Erfolg des gnadenlosen Populisten

Wenn Sie dies als zerlegen sehen wollen, nun denn...

Ich wundere mich über die Stimmung hier im blog, ich wundere mich sehr.
Hier herrscht ein unglaublicher Defaitismus. Welche Vaterlandsliebe ist das denn, die das Hasenpanier ergreifen möchte, weil der zurückweichende Feind einige verzweifelte, ungezielte Schüsse abgibt.

Ungezielt ist der Schuss auf Lichert. Wenn es stimmt, dass der Antrag auf Ausschluss nur auf Mutmassungen und Gerüchten beruht, kann Lichert, wenn er den Mumm dazu hat, am Ende ein ordentliches Gericht dagegen anrufen: Parteiausschluss

Ungezielt war der nun gescheiterte Versuch Luckes statt eines Delegiertenparteitags einen Mitglieder-Parteitag zu organisieren. Durch Wahl des Ortes und Zuwendungen für das Anmieten von Bussen hätte Lucke dann die Zusammensetzung steuern können. Ist nun gescheitert:

Geldbomben Aktion der AfD geht schief

Ungezielt war die Deutschland-Resolution.

Und der von Geiger angestrebte Mitgliederentscheid wird scheitern, vielleicht nicht an der mangelnden Mehrheit - gegen Lucke zu stimmen, tragen noch viele Scheu - aber am Quorum. Mit mehr als 20% Teilnahme rechne ich nicht.

Pommes
23. April 2015 21:08

Habe vorhint gelesen, dass Henkel aus dem Bundesvorstand zurückgetreten ist. In der Partei bleibt er trotzdem. Immer diese halben Sachen. :/

Marcus Junge
23. April 2015 21:15

Johannes Reiter

Besonders schlimm / nervend / verstörend sind jene, die zwar die Lageentwicklung sehen, aber schlicht nicht glauben wollen, das eine böse Absicht dahinter steht. Das hier geplant und gewollt gehandelt wird.

Aber wehe man geht dann einen Schritt weiter und sagt es wäre überfällig eine (falls nötig auch gewaltsame) Revolution zu machen, dann kommt sofort die Distanzierung, keine Gewalt und das man die Probleme durch "reden wir drüber" / Überzeugungsarbeit lösen muß. Das wäre der Stand der Dinge vor 20 Jahren gewesen, kapieren dann 99% nicht.

Hier wirkt das Froschsymptom. Frosch direkt ins kochende Wasser, er springt raus. Frosch im sich unmerklich langsam erhitzenden Wasser, er bleibt im Topf, bis er gekocht ist. Und so sitzt die Masse im Wasser und findet die Wärme toll.

"Der gordische Knoten deutscher Zustände kann nicht in Liebe langsam aufgelöst werden, sondern nur militärisch zerhauen". Frei nach Bismarck.

Nur, wer nicht gerettet werden will, wie die Masse der BRD'ler, da tiefensedierte und glückliche Sklaven, abhängig vom System, der kann nicht gerettet werden. Ich erwarte daher mit ständig steigender Tendenz auch keine Änderung mehr durch ein plötzliches Erwachen der Massen, sondern eine Entwicklung wie beim Libanon. 1950 ein recht christliches Land, Beirut = Paris des Ostens. Heute ein muslimisches Loch, dafür aber 6 Millionen Auswanderer, meist Christen, in Brasilien und weitere in vielen anderen Ländern. Zwischenzeitlich Bürgerkrieg, den die Christen schlicht verloren haben, nur halt diesmal von der Oder bis zum Atlantik bei Portugal.

Andreas Walter
23. April 2015 21:25

Ich bin schuld.

Mir sind die auch mich besser beschreibenden und weniger polarisierenden Ausdrücke europaskeptisch und sehr wohl differenzierend ausländerskeptisch und sogar differenzierend religionsskeptisch nicht mehr eingefallen, nachdem plötzlich überall nur noch die Rede von Freunden und Feinden war.

Ist jetzt wirklich alles vorbei, das Vaterland endgültig verloren? :D

https://www.youtube.com/watch?v=q7vtWB4owdE&feature=youtu.be

Hat denn hier jemals jemand im Ernst daran geglaubt, dass man den Feinden auch unserer Freiheit mit "rechtsstaatlichen", "demokratischen" Mitteln beikommt?

Wenn dem so wäre, dann hätten wir doch gar nicht das Problem.

Doch das muss und kann eben nur jeder für sich selbst entscheiden: Das Himmelreich, oder ein Königreich auf Erden.

https://www.youtube.com/watch?v=TFz9ToTJoTQ

Praktik i ka tem Pla

Ge räde machtpo Lit

Demo Goge aus der polis germania
23. April 2015 21:38

Marcus Junge

Bürgerkrieg, [. . . ], nur halt diesmal von der Oder bis zum Atlantik bei Portugal.

Im Grundsatz stimme ich Ihnen zu; habe aber noch die leise Hoffnung, daß, wenn es gelänge eine AfD-Pegida (keine Zerlegung sondern "Klärendes Gewitter") zu etablieren und die östlichen Bundesländer als ein neues DEUTSCHLAND - von der Ostsee bis zum Erzgebirge - politisch zu etablieren, es mit Hilfe osteuropäischer Unterstützung (Ungarn, Ukraine oder auch Polen) möglich sein könnte den Bürgerkrieg hinter (westlich) der Elbe zu halten und unsere Kultur, unsere Sprache durch das kommende Chaos zu retten.
Vielleicht ist das die wirkliche "historische Mission" der DDR.

A. Lange
23. April 2015 21:52

@Simon:

Gerade in Sachsen wurde die AfD nicht so sehr durch ihre Programmatik, sondern durch ihre höchst foto- und telegene Landesvorsitzende repräsentiert. Und Frau Petry machte auf mich damals in Fernsehsendungen eher den Eindruck, sich bloß nicht festlegen zu wollen, sondern sich lieber alle Türen offenzulassen. Das ist der Geist eines Bernd Lucke. Höcke und Gauland haben trotz deutlich geringerer Telegenität ehr erreicht.

Und folgt man Ihrer Argumentation, hätte die Hamburger AfD doch kolossal von den vorherigen, geradezu triumphalen Ergebnissen profitieren müssen, oder etwa nicht?

@Marcus Junge:

Ich habe mich mit diesen internen Dingen zu dem Zeitpunkt noch nicht so intensiv beschäftigt, da ich ursprünglich aus einer Partei deutlich weiter rechts komme, auch wenn ich dort wohl eher zum "linken", also nationalkonservativen, Flügel zählte. Als Mitglied hatte sich die Partei für mich eh schon 2012 erledigt, nachdem unser bei Wahlen sehr erfolgreicher, "politikfähiger" Kreisverband vom NRW-Landesvorstand auf Betreiben von Kräften, die später geschlossen zu "Die Rechte" gewechselt sind, faktisch aufgelöst wurde. Allerdings war die Bundespartei für mich erst ab dem Zeitpunkt unwählbar, als sie ihren Vorsitzenden ins Exil an den "Ballermann" vertrieben hatte.

Allerdings stand ich immer schon den Positionen eines Björn Höcke näher als denen eines Udo Pastörs. ;-) Nur gab es bislang seit dem langsamen Sterben der Republikaner unter "Verlierer-Schlierer" keine erfolgversprechende Partei, in der maßgebliche Leute solche Positionen vertraten. Also bin ich in der irrigen Annahme, dass das "demokratisch" im Parteinamen dort mehrheitsfähig sei, bei der NPD gelandet. Das hat sich mit der AfD geändert.

Und im Gegensatz zu den von mir als Autoren sehr geschätzten Herren Lichtmesz und Wegener sowie einigen Kommentatoren sehe ich im Rücktritt von Henkel, durch den Lucke seinen internen "Mann für's Grobe" verloren hat, durchaus eine Chance, da die Basis der Partei deutlich weiter rechts steht als die Spitze. Dass diese Basis auch auf dem letzten Parteitag trotzdem noch Lucke unterstützt hat, lag meiner Meinung nach eher daran, dass er auch zu diesem Zeitpunkt noch für viele Delegierte faktisch "alternativlos" war. Er war für einen langen Zeitraum Gesicht und Stimme der AfD. Das hat sich glücklicherweise geändert. Die Partei ist inzwischen bezüglich ihrer medialen Repräsentanten deutlich breiter aufgestellt, so dass Luckes Drohungen, im Falle einer Abstimmungsniederlage zurückzutreten, langsam ihre Wirkung verlieren.

Der von "Waldgänger" verlinkte "Welt"-Kommentar, der übrigens bis auf dieses übliche Rechtsextremisten/-populisten-Geschwafel am Schluss erstaunlich neutral ausfällt, trifft voll ins Schwarze. Eine Partei, zumal, wenn sie als Alternative daherkommt und auch wahrgenommen wird, lässt sich nicht mit Befehlen führen wie ein Konzern oder oberlehrerhaft wie ein Uni-Seminar. Henkel und Lucke haben das nicht begriffen und werden es auch nie begreifen.

Schau'n mer mal!

Zadok Allen
23. April 2015 22:30

@ A. Lange

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die „AfD“ wäre eine Ausgründung der beiden Altparteien, um die Unzufriedenheit so lange zu kanalisieren, bis die größten Sauereien in der Europa- und Zuwanderungspolitik durch sind.

Sie kokettieren damit, Ihre eigene Aussage als "Verschwörungstheorie" zu behandeln. Ich denke, daß es sich exakt so abgespielt hat.

Man darf gespannt sein, was Henkels Rücktritt jetzt zu bedeuten hat. Henkel ist aus meiner Sicht ein Einflußagent der Herrschenden, dessen Implementierung in der AfD wohl vor allem auch ein Signal an nicht gebriefte Journalisten war: berichtet über diese Partei!

Denn die meisten der Kommentatoren hier geben zu wenig Acht auf die dritte Größe, die neben den Herrschenden und der AfD im Spiel ist: den massenmedialen Apparat.

Eine Partei hat Erfolg genau dann, wenn sie vom massenmedialen Apparat mit neutraler, besser wohlwollender Aufmerksamkeit bedacht wird. Erinnert man sich nicht an die erkennbar intentionale Förderung der "Piratenpartei"? Das war offenbar ein Versuchsballon.

Es würde mich nicht wundern, wenn die AfD nun, mit Henkels Rücktritt, aus der Berichterstattung und in der Folge auch aus den Parlamenten verschwände. Innere Querelen spielen dafür überhaupt keine Rolle. Was nützt es dem "rechten" Flügel, wenn er sich durchsetzt und die Partei dennoch nicht mehr "stattfindet"?

Gustav Grambauer
23. April 2015 22:59

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben

Mir ist seit einem halben Jahr strategisch klar, daß die Liberalen in der AfD, zu denen ich von Anfang an auch Adam gezählt habe, untergehen werden. Strategisch, denn die "Agonie des Liberalismus" (Dugin) ist ein wweltweites Phänomen, das nur in Deutschland noch kaum spürbar ist, in der Schweiz noch nicht einmal ansatzweise. Wer ab und zu ein bißchen bei National Journal / Globalfire, bei Nocheinparteibuch, bei Voltairenet, bei Vineyardsaker oder auch nur beim Kopp-Verlag oder bei den DWN stöbert, weiß, daß die metapolitischen Entwicklungen atemberaubend sind und sich in diesen Tagen exponentiell verdichten. Sie finden auf allen Ebenen ihren Ausdruck, in diesen Tagen bis hin etwa zu den Angriffen auf die Türkei mit Armenien und bis hin zu der Youth-Bulge-Schwemme, mit der Deutschland für den Beitritt der "BRD" zur AIIB abgestraft wird. Das Juste Milieu kann seine Nervosität nicht mehr verbergen, sie wird demnächst in Panik übergehen, nicht nur bei der AfD - und dieser Panik werden abgrundtiefe Spaltungen und Verwerfungen zugrundeliegen. BEI DENEN, nicht bei uns. DIE stopfen sich jetzt gegenseitig die Fresse. Seit einem halben Jahr ist mir auch klar, daß es DENEN nicht gelingen wird, uns mit in ihren Abgrund mit hineinzureißen. Deshalb schauen wir da ganz kaltblütig zu und erlauben uns ab und zu einen schadenfrohen Kommentar.

Das manichäische Szenario, für die, die ihm gefolgt sind, ist damit obsolet. Jahrtausendelang galt "das Gute gegen das Böse", fortan gilt: "das Böse gegen das Böse und das Gute hält sich heraus".

Viele sagen übrigens, der derzeitige Attendismus der Deutschen wäre taktisch intendiert und damit feige. Nein, das Abwarten liegt im deutschen Wesen, aber vor allem liegt ihm eine idealistische Lebenshaltung zugrunde. Heinrich Heine hat es einmal so formuliert:

"Der Gedanke geht der That voraus, wie der Blitz dem Donner. Der deutsche Donner ist freilich auch ein Deutscher und ist nicht sehr gelenkig, und kommt etwas langsam herangerollt; aber kommen wird er, und wenn Ihr es einst krachen hört, wie es noch niemals in der Weltgeschichte gekracht hat, so wißt: der deutsche Donner hat endlich sein Ziel erreicht." (- "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland")

Gutmensch, Trouver

"Der Wolf hat sie gefressen, ich sags ja, allesamt. Lassen wir ihn schnarchen ..."

Nein, nein und nochmals nein. Mein ceterum censeo - der Wolf hat nur KREIDE gefressen, ist quicklebendig, sieht sich aber zunehmend in die tödliche Enge getrieben und wird tollwütig.

Trouver, man lernt nie aus, danke für den Hinweis. Mischl Wolf von der HVA hat übrigens Mitte der 80er Jahre ein inhaltlich harmloses Buch mit dem Titel "Die Troika" lanciert. Der Titel war eine Chiffre für Eingeweihte und deutete auf den kreidegefressenhabenden GPU-Flügel, der die Zeit gekommen sah, sich endlich am Thälmann-Flügel für die Ausbremsung der Weltrevolution / New World Order 1925 zu rächen.

- G. G.

Magnus Göller
24. April 2015 00:00

Ich schließe mich Martin Lichtmesz an. Dieser Zirkus ist, so traurig er auch sein mag, gar köstlich.
Und ich bin froh - ich sah die AfD schon nach kürzester Zeit als die US-Ausgeburt, die sie jetzt mit der Brechstange werden soll, da doch Patrioten eintraten - , dass so jetzt doch relativ schnell der letzte Lack ab ist.
Oder glaubt noch einer, die Basis macht den Lucke weg und bringt die Partei auf einen patriotischen Kurs?
Und selbst wenn dies geschähe, wäre der Rest schnell im Eimer. Lucke und Cie geiferten in der Systempresse als erste Zeugen wider die... Na, man weiß schon, wie die dann heißen.
Wieder eine große Deppenverarsche. Aber, diesmal, vielleicht zum falschen Zeitpunkt. Gar zu offensichtlich, die Bauernfängerei mit postwendend folgendem Verrat. Einfach eine zweite FDP, mit ein bisschen Christen und Folklore, damit das demokratische Spektrum um ein Spielchen erweitert.
Ich hatte, wie man eben wieder sieht, auch schon Kontakte mit "Neuen Rechten" (und was da sonst noch definiert sein mag): Darf nun ein AfD-Mitglied mit mir noch diskutieren, gar öffentlich?
Oder gar ein Funktionär?
Andererseits lässt dieses Abgrenzungspamphlet auch die Möglichkeit in den Blick, dass der Mohr seine Schuldigkeit nun insgesamt getan habe, der Laden, zum schönen Fruste der Zielgruppe, nun wirklich versenkt werden soll.
Wäre ja auch ganz nett. Ab da wäre wieder erst recht gleich klar, dass deutsche Patrioten auch beim besten demokratischen Willen nicht zur Vernunft zu bringen sind, nicht einmal von einer AfD.
Ein Schmierentheater ist das Gebotene auf jeden Fall. Ich weiß auch nicht so genau, weshalb ich diesen (vorläufigen) Ausgang so lustig finde. Vielleicht ist das eine Übersprungshandlung, ein ersatzweises Schutzlachen.
Gleichwohl: Die Sache sortiert die Leute.
Da wäre ja mal nur die JF.

Andreas Walter
24. April 2015 00:34

Ui, Volker Pispers mal wieder in Höchstform. Doch wen und wie viele interessiert es? Die sind heutzutage sogar technisch in der Lage in Echtzeit festzustellen und zu untersuchen, was bei wem und bei wie vielen und auch von der Rezeption her betrachtet wie ankommt. Nach meiner bisherigen Erkenntnis während der "Kuwait Volks- und Kongress-Einstimmung auf Krieg" von einer extra dafür beauftragten Werbeagentur erfolgreich angewendet ("Brutkastenlüge"). Das war bereits 1990. Vor 25 Jahren.

https://www.youtube.com/watch?v=-MBJSg5f-OA&spfreload=10

Heinrich Heine? Das war sogar vor 200 Jahren, Leute. Der Donnerschlag ist das, was wir gerade hören. Ihr habt doch heute noch nicht einmal mehr Mistgabel, um euch gegen eure Ausbeuter und Unterdrücker zu wehren. Fresst oder sterbt.

Sorgen macht denen höchstens, dass es mittlerweile so viel Geld auf der Welt gibt, geschaffen wurde, dass der Verleih keine Zinsen mehr bringt, und es zudem auch kaum noch sichere Investitionsmöglichkeiten gibt. Weil von allem schon jede Menge vorhanden ist, beziehungsweise ökonomisch optimal genug.

Also muss Krieg oder Wirtschaftskrise her. Weltkrieg geht nicht mehr, also Hyperinflation, Börsencrash und danach neue Währung. In den VSA ist man darauf vorbereitet (FEMA), doch hier in Europa wird es wohl ziemlich hässlich. Da kommen die Asylanten doch gerade recht. Alles junge Männer, die nur so vor Kraft strotzen.

Ja, einen Donnerschlag gibt es demnächst eventuell. Doch möglicherweise anders, als sich den hier so mancher vorstellt. Bis sich nämlich die Dinge dann wieder beruhigt haben residieren die Reichen und "Schönen" derweil auf künstlichen Inseln in Dubai, war das glaube ich. Nach 6 Monaten etwa hat sich die Lage zumindest das letzte mal im letzten Jahrhundert wieder stabilisiert, herrschte danach trotzdem Armut in Europa. Afrikaner kennen sich damit aus, mit Armut. Wir nicht mehr.

M.L.: Bitte beim engeren Thema bleiben!

simon
24. April 2015 07:47

"Und folgt man Ihrer Argumentation, hätte die Hamburger AfD doch kolossal von den vorherigen, geradezu triumphalen Ergebnissen profitieren müssen, oder etwa nicht?"

Hat sie ja auch, sonst wäre sie in Hamburg gar nicht ins Parlament gekommen. Die sechs Prozent waren gemessen an der allgemeinen politischen Stimmung - die große Mehrheit ist zu frieden mit Merkel und war in Hamburg zu Frieden mit Olaf Scholz - kein schlechtes Ergebnis.

Es gibt in den westlichen Bundesländern im Grunde keine große Unzufriedenheit und keine weitverbreitete grundsätzliche Kritik an den politischen Zuständen.

simon
24. April 2015 08:05

Die Kritik an der AfD ist total überzogen, weil sie von der AfD etwas erwartet, was bei der Lage der Dinge gar nicht möglich ist.

Hätte sich die AfD weiter rechts aufgestellt, wäre sie über den Status anderer rechter Splitterparteien überhaupt nicht hinausgekommen.
Es ist ja nicht so, dass es bisher nicht den Versuch gab, deutlich rechtere Parteien zu gründen.

Die AfD war nur erfolgreich wegen Lucke, Henkel und Co. Ich weiß noch wie erstaunt ich bei der Gründung der AfD war, wie ausgewogen in der FAZ, Handelsblatt und Welt über die AfD berichtet wurde. Auch andere Medien hatten Beißhemmungem. Lucke und Henkel konnten ihre Positionen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verteidigen. Wann wäre diese Möglichkeit schon einmal dem Vorsitzenden irgendeiner anderen Partei rechts von der Union zu Teil geworden?

Der Charme der AfD war gerade, dass sei eine liberale Spitze hatte und eine konservative Basis. Dieser Balanceakt hat offenbar nicht geklappt, weil auf beiden Seiten nicht genug Kompromissbereitschaft vorhanden war. Die AfD als Lucke-Verein ist genauso uninteressant, wie die AfD als Neuauflage rechter Splitterparteien.

Wenn die AfD jetzt scheitern sollte, dann war das die definitiv letzte Chance das deutsche Parteienspektrum nach rechts zu erweitern.

Ein gebürtiger Hesse
24. April 2015 11:27

@ Simon

Die Kritik an der AfD ist total überzogen, weil sie von der AfD etwas erwartet, was bei der Lage der Dinge gar nicht möglich ist.

Verwechseln Sie nicht die (meinethalben allzu wilden) Hoffnungen in die AfD und die Unmutsbekundungen ob ihrer Enttäuschung mit der ganz konkreten Kritik in diesem Fall. Es geht hier um verleumderische Nachrede und charakterliche Haltlosigkeit. Lesen Sie noch einmal was Kubitschek von seinem Telefonat mit Adam berichtet und überlegen Sie, ob die Forderung nach bloßer gebührlicher Differenzierung bereits "überzogen" ist. Die Frage ist doch vielmehr, was man von einem Parteivorsitzenden, Adam, noch erwarten zu können glaubt, der sich derart ehrlos verhält. Kann es viel noch sein?

Schlesische Fachkraft
24. April 2015 12:37

Ich habe die AfD ganz bewusst gewählt, weil sie sich für deutsche Interessen einsetzen wollte. Wenn ich damals gewusst hätte, Lucke und Henkel wollen eine FDP 2.0 (oder schon 4.0?) etablieren und kein Sammelbecken für "verwirrte rechte Ideologien" (in diesen Topf schmeißen die linksgrünen Hetzer in Medien und Politik nach Belieben alles rein, was ihnen heutzutage als "rechts" und "gefährlich" gilt: Patriotismus, Heimatliebe, klare Bekennung zur Familie, Anti-Gender, Nein zur zügellosen Masseneinwanderung, weniger Brüssel-Diktat usw.) werden, dann hätte ich mir die Stimmabgabe sparen können.

Wie soll denn der oben erwähnte Kompromiss aussehen? Die AfD hat auf Bundesebene inzwischen fast alle wichtigen "Kampfzonen" (bis auf den Euro) aufgegeben, mit der sie eine echte Alternative sein wollte/sollte. Die konservative Basis (v.a. im Osten) rebelliert gegen diesen Schwenk und die Parteispitze antwortet mit der Ausgrenzung der eigenen Wählerschichten und der ewigen Distanziererei. Wer sich darüber freut, liegt doch ganz klar auf der Hand. Worauf sollen die konservativen AfD-Wähler noch warten? Bis Henkel und Lucke ihre Säuberungsaktion zu Ende bringen und wir am Ende eine total weichgespülte, koalitionsfähige FDP 2.0 bekommen, die mit einem Wählerpotenzial von 1 bis 2% protzen kann und von den Systemmedien in Ruhe gelassen wird? Die Probleme in Deutschland müssen JETZT angepackt werden! Dazu gehört eben auch eine intelektuell schlagkräftige Opposition, die sich ihrer Wählerbasis auch verpflichtet fühlt. Koste es, was es wolle. Hans-Olaf-Henkels Millionen für die Parteigründung dürfen nicht richtungweisend sein! Eine Partei ist doch kein Fußballvereien, in den man sich einkaufen und die Spieler, den Trainer oder die anderen Angestellten einfach nach Belieben aussortieren kann, nur weil sie ideologisch dem Investor nicht in seinen Kram passen. Wenn sich DER Investor mit großen teilen der Parteibasis nicht identifizieren kann/will, dann muss er eben woanders seinen Platz suchen. Er soll diese Basis aber nicht aus der Position eines Gutsherren "erziehen"! Die AfD sollte eine Alternative für Deutschland und nicht für den einen oder anderen unzufriedenen Politiker oder Unternehmer sein.

Marc Thomas
24. April 2015 14:08

@ simon

Es gibt in den westlichen Ländern keinen Volkstums-, Nations-, Kultur- und Staatstypen, der das Bewußtsein für die Zustände entwickeln könnte!!
Wie wollen Sie das von materiell- und spaßgesteuerten reziprok assimilierten Ego-Maschinen mit der Funktion von Produktions- und Konsumtionsrobotern erwarten?

Der konventionelle Rechte sollte zunächst mal das berühmte Theoriedefizit gepaart mit der Angst vor den "linken" Sozialwissenschaften überwinden, um die Erkenntnis des FDGO-Typus in Wesen und Existenz - vor allem seine Psyche - zu gewinnen.
Dann klärt sich - ernüchternd - manche Unklarheit.
Auch die Frage, warum es nur zu solchen Kuriositäten wie der Lachnummer Schill oder dem Traumichnicht-/Korruptions-Verein AfD reicht. Und warum es in der BRD keine politische Kultur und insbesondere keine nationale politische Kultur gibt. Warum die Rechts- Vereine und Parteien permanent als Protest-Erektionen mit Sozial-, Finanz- und Sicherheitskatalogen für den Besitzstand (AfD) oder das Prekariat (NPD), eventuell noch verlegen Asylos und Heimat im Gepäck, auftreten und ständig dort abblocken, wo es um fundamentale Existenzfragen von Volkstum, Nation, Kultur, Natur und Erziehung, Familie, Kinder sowie Geist geht. Wäre das letzte nicht sogar das erste als Grundbedingung des anderen?

enickmar
24. April 2015 15:20

Das Dilemma ist, daß die beiden Positionen, etwa vertreten von “simon” und auf der anderen Seite “Lichtmesz.”, beide richtig sind.

Wir beschäftigen uns hier ja letztendlich mit der Frage nach Möglichkeiten der “Machtergreifung” (also “Einfluß nehmen”, “Politik mitgestalten” usw.): Wie weiter ?

Die politische Selbstverstümmelung und Selbstzensur ist ganz offensichtlich zu einem großen Teil auf den Druck des politischen Systems (im weiteren Sinne) zurückzuführen. Und Götz deutete ja auch schon an, wozu “der Skorpion” noch in der Lage sei … Dies ist ja nun kein exklusives Geheimwissen und dürfte nicht nur Götz bewußt sein …

Das legt nahe, daß große Teile der Konservativen vermutlich gar nicht dort ankommen wollen, wo sie eigentlich hinwollen müßten. Einfach weil sie “das System” zu gut einschätzen können und die Folgen fürchten. Ich erinnere mich an eine Anekdote, von Hans Olaf Henkel, in der er den massiven, beinahe existenziellen Druck schilderte den Sarkozy auf Merkel ausübte um sie zur Eurorettung zu “überreden” …(Nachzuschauen in dem Film “Eupoly”, glaube ich)
Hat man zwei Weltkriege bis zum bitteren Ende geführt, um uns wieder souverän werden zu lassen ?

Müssen wir also diese Auseinandersetzungen innerhalb der “Konservativen” deshalb nicht auch von der anderen Seite her analysieren, also von Ziel her ?
Kurz: Es wird viel über Strategien hin zur “Macht” diskutiert. Was aber gibt es für Strategien für den Fall, daß “Macht” in irgendeinem relevanten Maß tatsächlich greifbar wird. Gibt es dazu irgendwelche Konzepte, Strategien, Überlegungen ?
Wie sind die aktuellen Verwerfungen und Flügelkämpfe innerhalb der Konservativen zu beurteilen, die Tragödie der Konservativen seit 1945, wenn man das ganze vom Ziel her denkt und betrachtet ? Können wir uns Macht überhaupt leisten ? Und was bedeutet die Antwort auf diese Frage für die Strategien bzgl. des Weges dorthin ?

Schlesische Fachkraft
24. April 2015 15:34

Es macht mich traurig, dass einige den Medien immer wieder Vorlagen liefern, die von der Kernkompetenz der AfD ablenken. Herr Schäuble hat mit seiner Europolitik in der aktuellen Griechenland-Krise der AfD einen Ball auf den Elfmeterpunkt gelegt. Herr Lucke hat mehrfach versucht, diesen Elfmeter zu verwandeln. Und wer steht im Tor? Eigene Leute, die Lucke durch ihre Äußerungen zu Nebenthemen und ihre Machtspielchen dauernd davon abhalten, diesen Elfmeter zu verwandeln.

Ach soooooooo...Die AfD ohne einen Gauland oder einen Höcke läge heute in der Wählergunst bei mindestens 20-30% und wir stünden kurz vor dem alles entscheidenden Regierungswechsel. Die einzige Existenzberechtigung der AfD ist also der Euro. Ansonsten kann man über die Zustände in der "BRD" nicht meckern. Alles "Rechtspopulismus". Ich kann mich noch gut an die Wahlwerbung der AfD vor der Europa- und vor der Landtagswahl hier in Sachsen erinnern. Es ging eben nicht nur um den Euro!!! Themen wie Zuwanderung, Asyl,Kriminalität,Familie, Bürgerbeteiligung usw. standen auch ganz oben auf der Agenda. Mit diesem breiten Spektrum wurden ganz gezielt auch viel Wähler angelockt. Und jetzt erklärt uns Herr Henkel: "Was interessiert mich euer Geschwätz von gestern?" Der Euro muss weg und dann sind wir alle glücklich!

Preusse
24. April 2015 15:50

@ Simon

Im Sinne von Henkel war die Hamburg-Wahl eben kein Erfolg. Es waren hier nicht die Vertreter des "hanseatischen Bürgertums" die zum Ergebnis beitrugen, sondern der von HOL verachtete arme "untere Mittelklasse-Proll", der jeden Tag malochen gehen muß, um zu überleben und dann mit 70% Gesamtabzug vom realen Brutto ohne Möglichkeiten von Steuertricknutzungen diesen ganzen Wahnsinn bezahlt.

Guhgeln Sie mal nach den Auswertungen Wählerschichten/Hamburgwahl.

Zum Pamphlet des mediokren Ex-FDP-Hansels kann ich nur sagen, daß alle mir bekannten Mitteldeutschen, dieses sofort als substanzloses Gelöbnis-Geschwurbel identifiziert haben.

Wenn dieses primitive Traktat zur Abstimmung kommt, werden wir mit NEIN stimmen.

Marcus Junge
24. April 2015 16:44

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2015/die-afd-und-ihre-historische-verantwortung/#comments

MUHAHAHAHA

Natürlich wurde mein Kommentar gnadenlos einkassiert, in dem ich die Darstellungen Steins angreife, ohne persönliche Angriffe, Schimpfworte und ähnliches (und das ist ohne Ironie oder Sarkasmus gemeint, sondern wortwörtlich).

Da sieht aber wer bei der JF seine Felle wegschwimmen ...

M.L.: Was ich nicht begreife, warum Stein wie ein Besessener ausgerechnet auf Kröten wie Lucke und Henkel gesetzt hat, die gar nicht laut und deutlich genug sagen können, daß sie kein "konservatives" Marschgepäck mitschleppen wollen... woher kommt bloß diese hartnäckig fixe Idee? The fallacies of hope...

enickmar
24. April 2015 18:08

Unter Berücksichtigung der Anekdote, die HOL erzählte,

https://www.youtube.com/watch?v=D40ECsrsXUM

bekommt ja auch Merkels alternativloses ,,Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" oder Stoibers Rekurs auf "Unsere Mütter Unsere Väter" bei Anne Will

https://www.youtube.com/watch?v=aM8NKHZ6YVM

einen neuen "Beiklang".

Stoiber hätte in Übersetzung in "nicht öffentlich rechtliche Sprache" demnach auch sagen können:

"Berd, dummer Junge, deine ökonomischen Rechenspielereien interessieren die Siegermächte überhaupt nicht."

Magnus Göller
24. April 2015 19:41

"Während die Euro-Krise neuen Höhepunkten entgegeneilt und es die Stunde einer politischen Alternative wäre, manövriert sich die AfD systematisch ins Aus. Es ist nicht zu fassen."

So schließt Dieter Stein zum Thema, wie hier verlinkt:

Marcus Junge
Freitag, 24. April 2015, 16:44 (URL) | Kurz-URL
https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2015/die-afd-und-ihre-historische-verantwortung/#comments

Was fasst da Stein nicht? Dass Systematik greift, indem patriotische Positionen - auch von ihm - systematisch ins Aus manövriert w e r d e n?

Hat er sowas etwa in über 25 Jahren noch nie gesehen?

Träumte er immer, als er von der Verfehmung des Konservativen, des Nationalen, des Patriotismus schrieb?

Jetzt geht ihm auch - doch noch - der Henkel auf den Senkel - so wie die, derer er mal einer war, wenigstens sich als solchen bezeichnen lassen musste und durfte, was für schreckliche Zeiten aber auch! - so wie die vom rechten Rand.

Ja, Herr Stein, das ist eine Zangenbewegung, wie als ob zwangsläufig, die, wie ich oben schrieb, darin mit Ihnen übereinstimmend, die AfD, die ihrem Namen nicht gerecht werden sollte und soll, in der Mitte auseinanderbrechen wird, gleich jenen Piraten, bei denen es mit der Meinungsfreiheit auch so schlecht klappte, jenem "gehypeten" Sammelsurium, das daran, insgesamt für Freiheit angetreten, naja, wenigstens im Netz, aber das war dann ja auch unhaltbarer Schiet, ähnlich auseinanderbrach, schon bei 10 % im Bund gehandelt.

Beide Säue durchs Weltdorf einfach hart an die Bande getrieben. Ich denke nicht, dass Dieter Stein der analytische Verstand fehlt, diese Analogie auch von der propagandistischen Wirkweise her zu begreifen.

Ob er darüber schon genauer nachgedacht hat, sich darüber nachzudenken erlaubt, oder spielt das schon gar keine Rolle mehr?

Und, ich sprach hier wie anderwo schon davon, was will der Mann so eigentlich noch mit seiner Zeitung? Mit 0,3 Promille als Minderheitsgesellschafter bei Springer einsteigen? Omis anlabern, die ziemlich dement?

Man sollte der AfD, so hört sich das an, jetzt schon ein Trauermonument errichten. Endlich wäre es gegangen, doch dann waren da die vom Rechten Rand.

Sehr traurig das.

Ich lache aber jetzt erst recht.

Freitag Abend, Restsonne, gleich geht es gemäßigt einen darauf heben.

Andreas Walter
24. April 2015 20:17

Ja, Herr Lichtmesz, meinetwegen, bleiben wir beim Thema.

(Sie fangen hier jetzt schon genauso an wie die Wortführer innerhalb der AfD. Die konzentrieren sich nämlich auch nicht gemeinsam auf das Ziel, also auf den Mond, sondern schauen alle nur auf den Finger, der auf den Mond zeigt. Die AfD ist aber nur der Finger, nicht das Ziel, und damit irrelevant.)

Doch was ist denn bitte das Thema? Die AfD, oder eine, oder sogar Die Alternative für Deutschland. Was ist denn Die Alternative, und wer bestimmt das tatsächlich?

Ich kenne sie recht genau, doch die geht halt verdammt vielen Leuten gegen den Strich.

Nämlich all jenen, die (auch) unser Volk ausbeuten, volllabern, einlullen und Deutschland als eine Art Selbstbedienungsladen betrachten, den man dazu auch noch nach belieben gestalten glaubt zu können.

Wobei sich mir der Nutzen von überwiegend wenig gebildeten und muslimischen Asylanten, Einwanderern aus Nordafrika und dem Nahen Osten noch nicht so ganz erschliesst. Vielleicht, weil solche Leute leichter lenkbar sind als eigensinnige Deutsche? In den VSA sind die armen Latinos als Melonenpflücker ja auch sehr willkommen, doch Arbeit wird auch dort immer mehr durch Computer und Roboter, Maschinen erledigt, und das wird auch in Zukunft so bleiben und sogar noch weiter zunehmen (Jeremy Rifkin). Wozu brauchen wir also dann angeblich so viele Einwanderer auch hier in Deutschland, wenn wir doch auch für Voll-öko eigentlich mehr Fläche in Zukunft pro Person in Deutschland bräuchten? Wer verarscht uns also hier, und warum?

Ich glaube daher, dass einige entweder ein wenig die Kräfte unterschätzen, die auch in Deutschland am Werk, an der Macht sind, oder nicht machiavellistisch, wölfisch genug denken können. Wobei ich nicht die Möglichkeit ausschliessen möchte, dass es sich auch um eine "natürliche" massenpsychologische Fehlentwicklung handeln könnte, eine Art Überschiessen auf die Ent-nazi-fizierung und Re-Education durch die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg. Wer sich jedoch nicht traut, auch solche Themen offen und souverän, selbstbewusst an- und auszusprechen hat in meinen Augen mit gar keiner Alternative eine Chance. Weil er entweder zu blöd oder zu feige ist, um sich und sein Volk vor dem eigenen Untergang, seiner Auslöschung zu bewahren. Da wo die Engst sitzt gehts lang, meine Herren - und Damen.

https://www.youtube.com/watch?v=ZyWIiJMQgAk

Mein IQ liegt übrigens deutlich über 120. Nein, nicht selbst zuhause überprüft.

Was ist also das Thema? Unser Überleben, unser Leben, unser Land und unsere Kultur. Unser Glauben und unsere Überzeugungen. Und für die muss man gerade stehen, vor wem auch immer. Auch als David gegen Goliath. Dann halt mit Steinschleuder (militant!).

Andreas Walter
24. April 2015 20:42

Herr Gott noch mal. Vielleicht mache ich aber halt auch den Fehler, Herr Lichtmesz, dass ich davon ausgehe, dass zumindest hier alle über die Dinge bescheid wissen, die ich auch mittlerweile weiß.

Wie haben es denn Die Grünen gemacht? Mit passiver Aggressivität.

Streichen sie also militant. Gar nicht nötig. Einfach nur ständig den Anderen auf den Sack gehen. Wo das Geld dafür herkommen soll? Keine Ahnung.

Andreas Walter
24. April 2015 20:45

Denn selbst die russische Revolution war gekauft, macht euch nichts vor. Eigentlich bleibt nur noch China, den Putin und Russland ist halt Russland.

enickmar
24. April 2015 21:03

Bevor die internationalen Eliten nicht davon überzeugt sind, daß ein souveränes Deutschland/Europa und eine entsprechende Politik besser für sie selbst sind als die derzeitigen Pläne für eine NWO, wird das nix mit einem konservativen Durchbruch. Da hilft kein Stein’scher Beschwichtigungskurs und auch kein Lichtmesz’scher Kopf durch die Wand.
D.h. die Diskussion läßt sich darauf beschränken, ob das glaubhaft ist und ob die internationale Elite sich davon überzeugen ließe oder nicht. Das wäre mal ein Arbeitsgebiet für das IfS. Alles andere ist Tagträumerei.

Andreas Walter
24. April 2015 21:20

Und das ist auch der Grund, warum Kubitschek nicht frei reden kann (eine freie Rede halten), oder wollte, im Gegensatz zu Elsässer und anderen.

Das geht nicht mit Schere im Kopf, Dichten und Denken. Na ja, denken vielleicht schon. Doch was ist mit Redefreiheit, und nicht nur Glaubensfreiheit. Und das ist eben auch das AfD-Phänomen.

Pommes
24. April 2015 21:33

Lieber Herr Lichtmesz

M.L.: Was ich nicht begreife, warum Stein wie ein Besessener ausgerechnet auf Kröten wie Lucke und Henkel gesetzt hat, die gar nicht laut und deutlich genug sagen können, daß sie kein „konservatives“ Marschgepäck mitschleppen wollen…

Das stimmt so nun auch nicht ganz.

„Ich sage deutlich: Konservative und Wertkonservative sind in der AfD sehr willkommen und eine Bereicherung für die Partei! Und wenn einige von ihnen austreten, ist das ein Verlust, den ich bedaure“

https://jungefreiheit.de/pressemitteilung/2014/bernd-lucke-konservative-sind-eine-bereicherung-fuer-die-afd/

Die ganze Problematik in dieser Partei beginnt bei Luckes fehlenden Rückgrat und endet auch dort.

M.L.: Na, was Lucke so eben für "konservativ" hält... und das ist nun wirklich nicht maßgeblich. De facto sind derlei Reden ungedeckt durch Taten, nur gedacht, um ein paar Wählersegmente bei Stange zu halten, die sich gerne täuschen lassen.

Andreas Walter
24. April 2015 21:43

So, Feierabend. Ich hab' die Schnauze voll. Alles wirklich kluge, liebe und nachdenkliche Leute hier, ganz ohne Frage. Aber ich bin halt leidenschaftlich, sehr offen und ehrlich, trage mein Herz auf der Zunge. Und ich mag euch. Möchte meinen Frieden mit allen bei der Sezession. Bitte um Verständnis.

enickmar
24. April 2015 21:50

Daher neues Arbeitsgebiet des IfS:

"Nation und Globalisierung".

Wichtige Fragestellung: Gibt es potentielle Anknüpfungpunkte bei Konzepten bestimmter Teile bzw. Interessengruppen der Eliten, bzw. Interessen, welche sich so interpretieren ließen. Und wenn nicht, wie ließen sich diese herstellen ?
Argumente: Antropologische Konstanten. Auch eine neue Ordnung ist eine Form der Ordnung.

Marcus Junge
24. April 2015 22:13

@ M.L.

Leider hatte ich den Kommentar nicht gesichert, da ich nicht mal annahm er würde einfach "verschwinden", daher kann ich den nicht einfach per c&p hier einfügen, aber aus dem Gedächtnis erneut schreiben.

"Auf der anderen Seite zogen die Anfangserfolge der AfD Glücksritter und Hasardeure nicht nur, aber auch vom rechten Rand an, die hoffen"
&
"Hier sind Akteure einer „Rechten“ am Werk, die keinen Ruf zu verlieren haben und denen es deshalb gleichgültig ist, ob sich die AfD durch einen Rechtsruck und die Aufgabe des liberalen Flügels an den Rand des diskutablen politischen Spektrums manövriert."

Aufhängt an diesen 2 Zitaten stand dann sinngemäß (und in größerem Umfang, ein volles Kommentarfeld voll), da zu lesen:

Das er mit dieser Positionierung zumindest Klartext schreibt, das aber praktisch Verrat an allem ist, was die JF und sein Wirken mal ausmachte.
Das er damit die Definition von "rechts" des Systems = Feindes übernimmt.
Was natürlich bedeutet, daß "rechts" so weit "links" anfängt, daß in jedem anderem Land der Erde die Hälfte aller Parteien böse Rechte wären, die sofort verboten gehören.
Das er einfach die Auswirkungen eines "liberalen" (= System) Kurses "vergessen" hat zu beschreiben.
Das niemand seine FDP / CDU 2.0 braucht.
Das eine "liberale" AfD noch schneller in der Versenkung verschwindet, als eine "rechte", wie er es unterstellt.
Und das zu einer Alternative auch alternative Konzepte gehören müßten.

Zur Vertiefung von "liberal" gab es dann nach dem "verschwundenen" Kommentar noch einen weiteren, der wurde veröffentlicht, wie jeder sich anschauen kann, ebenso wie die Antwort an einen anderen Kommentarschreiber. Eine selektive Technikstörung schließe ich daher mal einfach aus.

Warum er "die fixe Idee" hat? Keine Ahnung, wenn ich das wüßte, dann würde ich als Psychologe (oder Glaskugelleser) viel Geld machen können :-) Als Außenstehender ist das für mich schlicht unerklärlich, da fehlt einfach ein gehöriges Stück Insiderwissen, aber das gibt sich meist mit den Jahren oder Jahrzehnten.

Hugo
25. April 2015 00:18

Entweder Lucke verschwindet oder die AfD verschwindet, also verschwindet Lucke in jedem Fall. Mir tun die AfD-Mitglieder genauso leid wie die Pegida-Spaziergänger. Beide laufen Menschen und Themen nach, die bestenfalls Ablenkungen, aber keine Alternativen zur Kolonialherrschaft sind.

Gegenwind
25. April 2015 02:20

In Bezug auf die letzten Beiträge zum Thema Afd trete ich so langsam zurück und versuche ein Gesamtbild aus vielen kleinen Mosaiksteinchen zusammen zu puzzeln. Da wird an allen Ecken und Enden und Mitten gesaugt, was nach Alternativen sucht.
Das neudeutsche Phänomen am Ende der Wahlen wart geboren. Das mediale Interesse stürzt sich sogleich auf alles was an Diffamierung möglich ist.

Dann folgt als Zweites das sächsische Phänomen. ( PEGIDA ) Die Afd befürwortet teilweise diverse Standpunkte grenzt jedoch öffentliche Befürworter mehr oder weniger öffentlich aus. Obwohl eine Bewegung noch nicht einmal oligarchisch verkommen ist, tut es bereits eine Partei seit den jüngsten Anfeindungen ( Forderungen ) gegen Herr Gauland.

Da beflügelt mich die Tatsache, dass Sie Herr Kubitschek das sächsische Phänomen als Fragezeichen positionieren und priorisieren. Genau da liegt des Pudels Kern. So konnte ich doch in einem Beitrag von Herr Prof. Dr Rabhel erfahren, wie es einer Bewegung ergeht, wenn Sie vom System eingebaut wird. Auch in Ihrem Beitrag in Dresden mit Elsässer war in Bezug auf Maschke die selbe These zu verfolgen in dem es genau um diesen Einbau in das System ging. Im Vergleich zur Afd habe ich die Vermutung, dass man erneut den Status quo sucht, in dem es darum geht, ein bestimmtes Milleu zu erforschen und es gewissermaßen es von innen auszutrocknen...

donna_alta
25. April 2015 09:36

@Rosenkranz

Sie sagen: "Ich fühle mich oft sehr einsam und allein..." und geben das Gefühl wieder, das wohl sehr viele hier ähnlich empfinden. Jeder schaut, von seinem Gedankenplaneten aus, auf dem er einsam sitzt, dem Untergang unseres Landes zu und kommentiert das mal mehr, mal weniger zynisch. Das schmerzt und ich weiß auch kein Therapie gegen diesen Schmerz, als den täglichen Sport und die innere Emigration.
Und doch werde ich das Bild nicht los, daß der Vernetzung der Gedanken auch die des Handelns folgen muss. Es ist das Bild von dem "sich die Hand reichen und sich halten". Ob wir dann auch nur dem Untergang zuschauen, weiß ich nicht. Aber in dieser Verbundenheit ist es vielleicht besser auszuhalten?
Ach, ich weiß doch auch nicht...Ich fahre jetzt mit dem Rad raus und genieße meine wunderschöne Heimat und frage mich, lange noch?

Der Gutmensch
25. April 2015 10:54

@Andreas Walter: Schön ruhig atmen ... und nicht zuviel auf einmal reden ...

Der Punkt ist: Deutsch kann man nur sein, indem man eben - deutsch ist und bleibt und lebt - und nicht, indem man es großartig deklariert!

Und indem man alles aus dem bißchen Entscheidungsspielraum rausholt, was geht: Welche Sprache spreche ich, was glaube ich, was liebe ich, was unterstütze ich! Jeder popelige Kleingärtner-Verein ist doch typisch deutsch. Und das Sauerkraut zum Mittag auch und mit dem Kahn durch den Spreewald staken und Mücken erschlagen ... wem macht denn das schon Freude - außer den Deutschen?! Alles andere ist bloß Schall und Rauch.

Dieses ganze akutelle "Alternative"- Geblubber - das ist doch nur wieder das giftgrüne "Neinchen" 2.0. (Das Neinchen ist eine Kindergeschichte von Konrad Wolff). Wir sollten uns FÜR etwas entscheiden, und zwar ganz praktisch; tun doch auch die meisten, deswegen wird ja so auf der angeblichen "Provinzialität" der Leute rumgehackt! Nicht "zeitgeistgerecht" und "unmodern" und "rückwärtsgewandt" und "unflexibel" und "spießig" etc.pp.!!

Auf alle Fälle hilft es nicht, primär gegen etwas zu sein, wie es die 68er: Alternative q.e.d.

Der Gutmensch.

Stil-Blüte
25. April 2015 11:52

@ Gutmensch

Ich denke wie Sie.

Der Zeitgeist ist 'cool', modern, fortschrittlich, flexibel, international (siehe Film, Mode, Musik). Das Traditionelle, Gewachsene, Spießige, Gartenzwerghafte, Michelmäßige in uns Deutschen gilt es zu bewahren. Daher kann ich auch nicht verstehen, daß unser gescheiter Kopf (beinahe hätte ich den Superlativ gewählt) Martin Lichtmesz seine Kommentare so häufig mit einer englischen Floskel beendet.

Ich finde, wenn wir das Große nicht erreichen, sollen wir Fürsten, Könige, Diener des Kleinen, Naheliegenden werden. Die totale, ja beinahe totalitäre Politisierung, die auch hier Einzug gehalten hat, ist doch ein Konzept der Grünen, der 68er. Geburt des Zoon politicum im Kindergarten. Und wir tappen mit unseren ausgefeilten politischen Disputen über die AfD genau in diese Falle, verfolgen und reflektieren jeden Pubser von Lucke und Henkel. Was für eine Zeitverschwendung!

Marcus Junge
25. April 2015 12:00

Der Gutmensch

"Auf alle Fälle hilft es nicht, primär gegen etwas zu sein, wie es die 68er: Alternative q.e.d."

Das funktioniert so aber nicht, wie die Wirklichkeit beweist. Die 68'er (Frankfurter Schüler) sind gegen alles was unter "Deutsch" läuft und sie machen damit erfolgreich Politik und vernichten dieses. Das sie kein Konzept für "Danach" haben, tut dem keinen Abbruch.

Außerdem schreiben Sie ja selber: "Und indem man alles aus dem bißchen Entscheidungsspielraum rausholt, was geht", womit Sie die Spielregeln unserer Feinde akzeptieren. Also von Leuten, die den "Entscheidungsspielraum" ständig verengen / die eigenen Regeln nachbeliebig brechen, bis alles am Ende zerquetscht ist.

Es braucht daher, meiner Auffassung nach, die Dualität der Bestimmung des "Wogegen" und "Wofür".

RL
25. April 2015 16:06

Durch irgendeine Partei wird sich hier nichts ändern. Denn entweder wird sie vom System vernichtet oder paßt sich an und wird überflüssig.

Erst wenn die komplette Nachkriegsordnung den Bach runtergeht, wird es für Deutschland und das Deutsche Volk wieder eine Zukunft geben, denn wir können etwas, was die anderen nicht können.

Am eigenen Zopf aus dem Dreck ziehen.

Der Gutmensch
25. April 2015 16:38

Ich leugne die Schwierigkeiten nicht, lieber Marcus Junge, und ich ziehe mich auch nicht vollständig in den Schrebergarten zurück; das tut hier keiner. Klar muss man ab und an über den Tellerrand schauen. Aber man sollte sich davon nicht zuviel versprechen. Die "Alternative" hat schon schief angefangen: Wir wollen, das Deutschland aus dem Euro austritt! Ja, ja schön wär´s - aber so blank in den Raum gestellt, war die Forderung ja regelrecht albern; so richtig es ist, diese Möglichkeit denklogisch offenzuhalten, so entscheidend ist doch wohl der richtige Zeitpunkt für diesen Schritt! Und letzteren kann man nunmal nur dann halbwegs verantwortlich bestimmen, wenn man Zugang zu ausgesprochen exklusiven Informationen hat; sonst kann man rechnen, bis man schwarz wird. - Aber ich will diese Debatte nicht neu befeuern, sondern nur bescheiden darauf hinweisen, dass wir darüber nicht vergessen sollten, uns zwischendurch mal an der "Politik" zu freuen, die wir praktisch machen: Wenns nach gewissen Leuten ginge, dürfte es doch schon lange keine "normalen" Familien mehr geben, statt 30% könnten mindestens 80% der Kinder in der dritten Klasse nicht lesen und statt Omas Bouletten gäbs am Wochenende bloß Jamie Oliver (der übrigens nicht kochen kann, finde ich). Mag ein piefiger Trost sein - aber es ist wenigstens einer.

Der Gutmensch.

Hajo Blaschke
25. April 2015 20:06

@Trouver

Die Troikas zu Stalins Zeiten waren keine Standgerichte. Sie waren proletarische Gerichte, deren Auftrag es war, ohne die bürgerlichen Sentenzen Urteile zu sprechen. Dabei konnten sowohl Todesurteile als auch Verbannungen oder - äußerst selten - Freisprüche herauskommen.

Zu HOH, bekannt auch als Hans Olaf Henkel: Henkel hat der Partei einen Kredit von 1 Mio € zur Verfügung gestellt. Ein Mann, der das kann, macht sich nicht mit den kleinen Leuten gemein. Er wird aber in der Partei bleiben, auch nach seinem Rücktritt, und zwar aus folgenden Gründe:

1. muss er überwachen, dass er sein Geld zurückbekommt;
2. muss er seinen Auftrag, dass er die AfD zu einer Systempartei macht, wie er es seinen atlantischen Freunden versprochen hat, erfüllen.

Drittens, man muss ihm nicht nachtrauern, denn er hat sich von jeglicher aktiven Arbeit in in der Partei rar gemacht, wie man den letztlichen Beschwerden mehrer Parteimitglieder entnehmen konnte.

Lasst ihn ziehen, jeder weiß nun endgültig, wes Geistes Kind er ist. Und kein Mensch wird ihm seine zukünftigen Ansagen, dass es ihm um Deutschland ginge, glauben.

Frederik Börges
25. April 2015 20:32

Politische Illusionskunst!

Die AfD ist Teil einer asynchronen und asymmetrischen Wahrheitsbewegung um die politische Lage im 21.Jahrhundert. Manche gehen auf die Straße, manche gründen eine Partei, manche reden in privaten Zirkeln.
Der Elefant im Porzellanladen Deutschland ist das Geld. Wer macht es und wohin fließt es? Eine Partei, die sich nur mit den Unteraspekten EURO und ZUWANDERUNG des "Geldsystems" befasst, muss in Flügelkämpfen enden, weil ihr der übergreifende Faktor fehlt. Die Wurzel des Übels, in dem die meisten gesellschaftlichen Mißstände ihre Begründung haben! Einen Neustart des Ordnungsrahmens der zivilen Bürgergesellschaft auf friedliche, demokratische Weise kann nur eine gewählte Partei mit einem Programm vollziehen. Insofern hat Lucke recht! Die den Menschen feindlich gesonnene Elite wartet ja nur auf die Gewalt und hat sich gut darauf vorbereitet! Die Wahrheitsbewegung um die Lage im 21. Jahrhundert ist weltweit aber so neuartig und asymmetrisch, dass auch die "Feudalisten" zwar planen, aber nicht vorausberechnen können, was wirklich geschieht. Man sollte ihre Handlanger abwählen- diese Freiheit haben wir! Doch ohne den Finger permanent und lautstark in die echten gesellschaftlichen Wunden zu legen, wird man schnell zur "Systempartei" und kontrollierten Opposition, die unter Aufsicht der Medien korrekte politische Illusionskunst abliefern darf.

Pommes
25. April 2015 22:54

Lieber Herr Lichtmez,

M.L.: Na, was Lucke so eben für „konservativ“ hält… und das ist nun wirklich nicht maßgeblich. De facto sind derlei Reden ungedeckt durch Taten, nur gedacht, um ein paar Wählersegmente bei Stange zu halten, die sich gerne täuschen lassen.

Ich glaube schon, dass sich Lucke für äußerst konservativ hält. Er ist halt ein typisch christlich konservativer Soft-Porno. Hin und wieder äußerst er sich kritisch zur Abtreibungs-Thematik und ich habe auch schon einige kritische Töne zu Gender-Mainstreaming von ihm vernommen. Allerdings stehen solche Positionen bei ihm nur solange aufrecht bis irgendein Homo-Verein ihn der Homophobie oder das Emanzengeschwader ihn der Frauenunterdrückung bezichtigt. Dann wird er sich selbstverständlich augenblicklich distanizieren und sofort jenen in den Rücken fallen, die er zuvor mit seinen Reden angelockt hat. Der Typ ist einfach der geborene Duckmäuser und irgendwelche festen Positionen bei ihm fest machen zu wollen sind vergebe Müh. Leute wie er haben in der Grundschule ihre Lehrerin Mutti genannt. Ich sehe da keinen Charakter, lediglich als Galleonsfigur einen weichgespülten Euro-Skeptiker mit zu hoher, unmännlicher Stimme und kriecherischer Körperhaltung. Der würde sich von seinen eigenen Kindern distanzieren wenn es das Establishment wollte.

Man möge mir zwar unterstellen, dass ich aus Wut über ihn schreibe, aber wer kann mir ernsthaft widersprechen?

glauben, hoffen, standhalten (2)
26. April 2015 10:19

@ Pommes

Lieber Pommes, jetzt aber die Luft anhalten,

bitte keine (haltlosen) Beleidigungen gegen Bernd Lucke, bitte Niveau und Beherrschung bewahren, auch wenn der Druck groß ist und das Hosentürl klemmt, und (wenigsten in diesem Sezessions-Blog) nicht runtergehen auf das Niveau von „politisierten Lumpen des FC Köln“, die Herrn Lucke samt seiner Familie aus dem Zug werfen wollten, wie ich so treffend einen Kommentar auf einer abseitigen Website im Internet gefunden habe. – Gab es überhaupt eine offizielle Distanzierung (oder meinetwegen auch Befürwortung) der FC-Köln-Verantwortlichen zu diesem proletenhaften, intoleranten, gutmenschlichen Selbstermächtigungsakt? -Egal.

Es stimmt schon, im Moment wird ausgeholzt in der AfD, und auch Lucke schwingt das Beil, zumindest fällt er dem Olaf Henkel und Konsorten nicht in den Arm.

Für die politische, charakterliche Einschätzung Bernd Luckes empfehle ich in der jüngsten Sezessions-Ausgabe (Nr. 65) das Editorial von Götz Kubitschek „Es gibt keine Alternative im Etablierten“.

Der Artikel von GK ist so hervorragend gut geschrieben, im Ernst(!), dass ich ihm innerlich zunächst voll umfänglich zugestimmt hatte; allerdings jetzt beim zweiten Lesen, meine ich, auch GK tut Lucke ein bisschen Unrecht.

Lucke hat durchaus enormen Mut und Standhaftigkeit bisher bewiesen, und er hat sicherlich auch eine Vision. Seit er freiwillig aus den Reihen des Establishments hervorgetreten ist und die Treibjagd auf seine Person im Gange ist, hat er Intelligenz, Kompetenz, Standhaftigkeit und argumentative Wendigkeit bewiesen. Bisher konnte er von der geifernden Meute der Antideutschen jedenfalls noch nicht abgeknallt und erledigt werden. Ich würde Lucke keinesfalls auf den Typ des Technokraten reduzieren.

Aber in einem stimme ich GK uneingeschränkt zu, wenn er zur derzeitigen Ausholzungsaktion in der AfD schreibt:
„Der Typ Lucke ist … zur selben Rücksichtslosigkeit fähig, mit der ein Bauamtsleiter eine Allee fällen läßt, um eine Straße zu verbreitern.“ - Irgendwie deutsch und linksradikal, oder?

So, und jetzt gehe ich mit Freunden zum Weißwurstfrühstück.

enickmar
26. April 2015 11:20

Weiter Leseempfehlung.
Ich kenne eine kleine, etwas elitäre, aber durchaus ganz gut gemachte und in rauher, kräftiger Papierform ausgelieferte Zeitschrift, in welcher gewisse internationale “sozialökonomische Konfliktpotentiale” mal ganz gut beschrieben wurden (passenderweise unter “Grundlagen” publiziert):

http://www.sezession.de/wp-content/uploads/2009/02/hoof_letzte-ausfahrt-weiter-hinten.pdf

Und nun kommt schon wieder ! so ein pfiffiger deutscher Ökonom, der dem internationalen Finanzkapital erklären will, wie man doch das europäische Finanzsystem viel besser und zu allem Übel auch noch - vollkommen weltfremd – für alle gerechter organisieren sollte. Zu allem Überfluß gründet dieser Spielverderber auch noch eine Partei, um beim Eupoly das Schummeln zu unterbinden …
Wenn uns jetzt jemand ein Konzept vorstellt, etwa wie im letzten Satz (oder sogar den letzten beiden Absätzen) des verlinkten Artikels angedeutet, wie man diese Gegensätze, unter Einbeziehung eines wenigstens eben weitgehend “deutschen Deutschlands”, in Einklang bringen kann, dann können wir noch ein ganz wenig hoffen … Aber ernsthaft nur ganz wenig …
Putin zieht ja seit geraumer Zeit vermutlich ein entfernt ähnliches Programm durch. Die Folgen, auf die Stoiber möglicherweise bzgl. Deutschlands angespielt haben mag, sind im Fall Rußland ja unübersehbar (Die Erfolge allerdings auch). Und dieses ist als Sieger- Rohstoff- und Atommacht doch auch noch signifikant anders aufgestellt …

Harald de Azania
26. April 2015 12:57

Verehrte Freunde,

117 Kommentare (incl meine(r)) zeugen mehr von rasender politischer Tratschbereitschaft als von Handlungsfaehigkeit!

Welch Energie- und Hirnverschwendung, leider!

Gut, ihr seid alle gescheit und habt recht und was haben wir jetzt konkret geaendert?

Entwder sind die patriotisch Gesinnten konkret handlungsfaehig oder ein in in Unverbindlichkeit verharrende Kaffehausrunde ( nichts gegen ein Alt-Wiener Kaffeehaus bittschoen, aber machtpolitisch weiterkommen tut man dort nicht!)

Das Habermas'sche "Wuenschenswerte" hat uns infiziert, wir alle wuenschen uns was ... ( es war aber vor langer, langer Zeit, dasz das Wuenschen noch geholfen hat).

Also Handeln, nicht 'zer'denken wuenscht sich, verbunden mit Dank, dasz es Euch ueberhaupt gibt (sonst waere es ganz trostlos)

HdeA

Bitte Badeschlusz!

enickmar
26. April 2015 18:10

@ Harald

Dann bitte ich gehorsamst um die gut durchdachten Handlungsanweisungen.

Aber bitte nicht noch eine Parteigründung ...

Urwinkel
27. April 2015 02:07

"Aber bitte nicht noch eine Parteigründung …"

Ja, bitte nicht. Aus Südafrika ist in der Hinsicht auch nichts zu erwarten. Harald d. A. metapolitisiert ständig. Ich finds amüsant, einige Einblicke aus Afrika zu bekommen und zu goutieren. Ich kenne Leute, die wollen dort hin, können sichs aber nicht leisten. Die hübschesten und wohlmeinensten Urlaubs-Postkarten die mich erreichten, kamen bisher immer aus postkolonialen Gebieten. Ich schließe daraus, bescheiden: Denen geht es dort prächtig.

Bernd Derksen
27. April 2015 08:08

@glauben, hoffen, standhalten (2)

>Lucke hat durchaus enormen Mut und Standhaftigkeit bisher bewiesen, und er hat sicherlich auch eine Vision. Seit er freiwillig aus den Reihen des Establishments hervorgetreten ist und die Treibjagd auf seine Person im Gange ist, hat er Intelligenz, Kompetenz, Standhaftigkeit und argumentative Wendigkeit bewiesen. Bisher konnte er von der geifernden Meute der Antideutschen jedenfalls noch nicht abgeknallt und erledigt werden. Ich würde Lucke keinesfalls auf den Typ des Technokraten reduzieren. >

Ja, alles richtig.

Aber mir scheint, dass er innerparteilich nicht immer so sinnvoll agiert wie im öffentlichen Wirken.
So etwas wie den per Mail verschickten Mitgliederentscheid hätten ihm Parteifreunde ausreden müssen. Ich hätte es auch für angemessen gehalten, derlei mal vorher im Bundesvorstand anzusprechen. Wenn man deren anderen Mitgliedern nicht vor den Kopf stoßen möchte.

Ich deute diese Aktion als Ausdruck seines Misstrauens gegenüber den Vorstandskollegen und den Bundesparteitags-Delegierten und als Versuch mithilfe der normalen Mitglieder bestimmte Entscheidungen zu erreichen.

Zumindest auf der kürzlichen "Informationsveranstaltung" im größten AfD-Landesverband wollte niemand diesen Mitgliederentscheid in einem Redebeitrag verteidigen.

Pommes
27. April 2015 09:11

Lieber Pommes, jetzt aber die Luft anhalten,

bitte keine (haltlosen) Beleidigungen gegen Bernd Lucke,

O ich bitte um Verzeihung, Erlauchter. Ich wusste nicht, dass wir es bei Bernd Lucke mit einer derart großen Persönlichkeit zu haben, dass sie sich sogar dazu genötigt fühlen seinen hochheiligen Namen durch Fettschrift hervorzuheben.

und (wenigsten in diesem Sezessions-Blog) nicht runtergehen auf das Niveau von „politisierten Lumpen des FC Köln“, die Herrn Lucke samt seiner Familie aus dem Zug werfen wollten,

Sowas nennt sich Karma, mein Lieber. Einige Primaten wollten ihn wegen Nazi-Verdacht nicht ihm gleichen Zugwaggon haben. Wie viele gute Menschen hat er wegen der selben haltlosen Verdächtigung aus der Partei geekelt? Der Mann hat noch einiges an Karma abzuarbeiten.

Es stimmt schon, im Moment wird ausgeholzt in der AfD,

Im Moment? Dieser Mann betreibt seine Hexenjagd seit dem ersten Tag in dieser Partei.

Martin Lichtmesz
27. April 2015 11:18

Karawane zieht weiter, Dank an alle!

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