Sezession
23. April 2015

»Infragestellung der Systemelite« – ein Bericht vom 8. IfS-Salon

Nils Wegner / 8 Kommentare

Gestern abend fand auf dem Haus der Berliner Burschenschaft Gothia nach einjähriger Pause wieder ein Staatspolitischer Salon statt. Durch die Veranstaltung führte Erik Lehnert; geladen war Götz Kubitschek, um über »PEGIDA als politisches Lehrstück« zu sprechen. Zu den 60 angemeldeten Teilnehmern kamen noch etliche "spontane" hinzu, so daß die Räumlichkeiten mit knapp 80 Gästen schließlich bis ans Limit ausgelastet waren. Inklusive einer intensiven Anschlußdiskussion ging der offizielle Teil des Abends über zwei Stunden; der Gesamtverlauf läßt für die Folgeveranstaltungen der kommenden Monate das Beste erwarten.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Pünktlich um 20:15 Uhr eröffnete IfS-Geschäftsführer Dr. Erik Lehnert die Veranstaltung mit einer kurzen Erläuterung des Konzepts der »Staatspolitischen Salons«; hierzu gehörte auch eine Erklärung zum Problem der Räumlichkeiten, das die Ausrichtung der Vortragsreihe für das vergangene Jahr verunmöglichte.

Zur Wiederaufnahme des Fadens sei die Gewinnung Götz Kubitscheks besonders sinnhaft, habe dieser auf einem der Salons der "alten Folge" doch bereits über die seinerzeit vielversprechende "Identitäre Bewegung" und ihr Potential referiert – inzwischen sei PEGIDA als »vielversprechende Bewegung« an deren Stelle getreten, und durch sein eigenes Engagement als mehrmaliger Redner auf Dresdner und Leipziger Abendspaziergängen bringe Kubitschek in jedem Fall eine angemessene Urteilskompetenz mit.

Kubitschek konstatierte, daß es vom verantwortlichen Redakteur einer normalerweise mit Themen jenseits der Tagespolitik befaßten Zeitschrift nicht gerade erwartbar sei, zum Gedeihen eines politischen Phänomens wie PEGIDA beizutragen. Es stelle sich also die berechtigte Frage danach, warum die Abendspaziergänger ihm »ans Herz gewachsen« seien, warum er sich persönlich engagiert habe.

Zur Erklärung dieser Synergie sei die These unbedingt zu verteidigen, daß PEGIDA in jedem Fall eine echte, massive Volksbewegung geworden wäre, wenn Politik und Medien sie in gleichem Maße gehätschelt und hochgejubelt hätten wie zu ihrer jeweiligen Zeit linke Komplemente à la attac, Piratenpartei oder Blockupy.

Aber selbst ohne einen noch größeren Zulauf als den ohnehin erreichten hätte PEGIDA die prädestinierte Volksbewegung vor einer Partei wie der AfD sein können, denn immerhin sei diese selbst einmal mit dem Selbstanspruch angetreten, eine "Ausweitung der Kampfzone" auf realpolitischer Ebene herbeizuführen – dadurch wäre auch insbesondere der »Henkel-Lucke-Flügel« in seine innerparteilichen Schranken gewiesen worden. Die AfD habe sich jedoch nach anfänglicher Fühlungsaufnahme schnell der PEGIDA entledigt, als sich herausstellte, daß diese »nicht so leicht käuflich wie gedacht« sei.

allesbesser»Na, suchst Du auch Pöstchen?«

Die »Fieberkurve« des Bürgerprotests sei bis Mitte Januar mit ständig steigender Teilnehmerzahl steil aufwärts verlaufen; darauf seien dann Spaltung und Zerschlagung gefolgt, die die Masse der Bewegung nun auf Sachsen und insbesondere Dresden beschränkten. Bundesweit sei der politmediale Komplex in die »Verdrängungs- und Beschweigungsphase« eingetreten.

Nichtsdestoweniger lud Kubitschek alle bislang unbeteiligten Zuhörer ein, sich die beeindruckenden Dresdner Demonstrationen einmal anzusehen und etwas von der Aura des gemeinsamen Eintretens für Veränderungen zu spüren. Gegen eine mittlerweile eingetretene Bedeutungslosigkeit PEGIDAs sprächen ebenso die fortgesetzten Versuche etablierter Politiker (zuletzt etwa Cem Özdemirs), sich auf Kosten der Abendspaziergänger als zivilcouragierte Musterdemokraten zu inszenieren.

Im Anschluß an diese Bestandsaufnahme rekapitulierte Kubitschek knapp sein persönliches Engagement für PEGIDA. Nachdem er zwei Monate lang als »normaler Spaziergänger« mit Familie vor Ort gewesen sei, sei sein wirklicher Einstieg auf Einladung des seinerzeit den Spaltungsmaßnahmen des Staats ratlos gegenüberstehenden "Orga-Teams" erfolgt – jener Maßnahmen, an denen letztlich der Kreis um Kathrin Oertel gescheitert sei.

Auf Bitten von Lutz Bachmann hin habe Kubitschek anfangs als in politischen Auseinandersetzungen erfahrenerer »Rat- und Tatgeber« gewirkt und die Mechanismen des Kampfs gegen PEGIDA analysiert, ehe er sich mit eigenen Redebeiträgen an der Ausgestaltung von Protestumzügen beteiligte. Letzten Endes habe diese Zusammenarbeit für beide Seiten positiv gewirkt: Der Bürgerprotest sei ein »sinnvoller Trichter« zur Gewinnung neuer Interessenten gewesen, gerade weil die Teilnehmergruppe einen veritablen »Querschnitt durch's Volk« darstelle.

Die abschließende Zukunftseinschätzung fiel knapp und klar aus: Die Bewegung werde ihren Charakter behalten, gleichwohl müßten neue Strategien der Druckausübung entwickelt werden. PEGIDA sei bislang nicht »in konkrete politische Arbeit hinein ausdifferenziert« und solle dies auch weiter so halten; der Bürgerprotest sei eine manifestierte »offene Frage«, was erhalten bleiben und eventuell durch eine größere Bandbreite unterschiedlich ausgerichteter Redner verstärkt werden müsse. Für Götz Kubitschek und die Sezession mit ihrer dezidiert rechtsintellektuellen Grundhaltung sei und bleibe PEGIDA ein selbstverständliches Thema, um zu »versuchen, Deutungsbegriffe zu setzen«, die in der Auseinandersetzung mit den Zumutungen des status quo wirkmacht entfalten könnten: »ein Tiger, den wir mitreiten möchten«.

Von dort aus führte ein logischer Übergang zur kurzen Vorstellung des Projekts Sezession an sich. Ihre Leitmotive seien (»von sehr ruhig bis sehr angriffslustig« geordnet):

Pflege des geistigen Bestands; Magnetisierung und Nutzbarmachung desselben; Beförderung der geistigen Unruhe; Mut zur Setzung ohne Begründungsbedarf; Zusammenführung und Sammlung »der Selbst- und Mutigdenker«; Provokation und Ausweitung der Kampfzone; Wirkung als Kontrastmittel für den tatsächlichen Zustand der Meinungs- und geistigen Freiheit; ultimativ »die Bewaffnung der Sprache«, um den Gegner zu treffen.

Dies sei für das Dasein der Zeitschrift Sezession »Begründung genug«, wichtig und »dringend fortsetzbar«. Denn letzten Endes ginge es sowohl dem IfS als auch der Sezession um die elementare Frage der heutigen Lage: »Wenn wir nicht wissen, wer wir sind und wer wir sein wollen, braucht über Zukunft, Integration und all das gar nicht geredet zu werden.«

Die anschließende Diskussion oszillierte zwischen praktisch-aktivistischen Fragen und Anmerkungen – großteils von PEGIDA-Teilnehmern, insbesondere deren Berliner Ableger BärGIDA – und eher theoretischen Themen. Kubitschek bot manchen interessanten Einblick, so etwa auf die Frage, ob eine mögliche "katechontische" Funktion PEGIDAs angesichts des sehr dürftigen Positionspapiers der Bewegung nicht doch reine Augenwischerei sei: Dies sei ein Stück weit korrekt und das Positionspapier bei bierernster Auslegung eine Naivität ersten Ranges, doch sei es in Wahrheit laut Lutz Bachmann ein programmatischer »Notbehelf« gewesen, zu dem jeder Mitorganisator zwei Punkte nach eigenem Gusto hätte beisteuern dürfen und der dadurch einen »quasi dadaistischen« Charakter erhalten habe.

Nichtsdestoweniger sei PEGIDA seit dem zweiten oder dritten Abendspaziergang etwas gänzlich anderes, als von ihren Gründern ursprünglich beabsichtigt, nämlich keine reine Unmutsbekundung gegen »Stellvertreterkriege auf deutschem Boden«, sondern eine »offene Infragestellung der Systemelite«. Wer mit den besten Absichten mitspaziert sei und die ganze Jauche der politmedialen Hetze über sich ausgegossen gesehen habe, der sei »jetzt für diesen Staat verloren«.

Weitere Erörterungen über die Chancen Tatjana Festerlings als Kandidatin zur Oberbürgermeisterwahl in Dresden (»natürlich im Kern keine Chance«), die operativen Unterschiede zwischen Dresden und Leipzig (im Hinblick auf die militante Antifa werde in Leipzig »das Brot auf eine etwas andere Weise getoastet«, denn wenn diese Leipzig verliere, dann sei für sie das gesamte Beitrittsgebiet verloren) oder den geistigen Gegensatz zwischen "Ossi" und "Wessi" (zu DDR-Zeiten hätten erstere eine »völlig andere Wahrnehmung von Machbarkeit und Vorstellung von staatlicher Schmutzigkeit« entwickelt, wohingegen letztere großteils bis heute bereit seien, von steuerlicher Auspressung bis hin zur »vollkommenen Verrottung ihres Stadtteils« alles demütig hinzunehmen) rundeten die Erörterung über »PEGIDA als politisches Lehrstück« ab, ehe der Abend in einen intensiven geselligen Teil mit reichlich Gelegenheiten zu Gesprächen und Vernetzung überging. Für den nächsten Staatspolitischen Salon am 20. Mai, auf dem Institutsleiter Erik Lehnert selbst sprechen wird, erwachsen aus der diesjährigen Auftaktveranstaltung große Erwartungen.


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (8)

Ein gebürtiger Hesse
23. April 2015 17:45

Eine punktgenaue Rekapitulierung eines mitreißenden Abends, der Lust auf mehr machte. Besten Dank dafür!

Boris
23. April 2015 19:23

Trotz des Eiertanzes, die auch die sächsische AfD aufführte, steht die Mehrheit der Basis hinter Pegida. Die OB-Wahl in Dresden wird zeigen, wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist. Das Ergebnis kann für die Dresdner AfD, die einen eigenen Kandidaten aufstellte und Tatjana Festerling kritisierte, peinlich werden. Ich kenne nicht wenige Parteimitglieder, die für Festerling stimmen werden.

Pegida hat sich seit der Spaltung in zwei Richtungen verändert: Zum einen sind die Teilnehmerzahlen gesunken, zum anderen ist die Qualität der Redebeiträge gestiegen, auch wenn es immer wieder rhetorisch und argumentativ unbedarfte Redner gibt. Pegida braucht jedoch strategische Unterstützung und ein Konzept, um wieder mehr Breitenwirkung zu entfalten. Die Rede von Geert Wilders war ein großer Erfolg, der allerdings nicht jeden Montag gelingen kann.

Alexander
24. April 2015 10:33

Die Rede von Geert Wilders war ein Flop. In meinen Augen. Sollte Pegida auf den Westkurs von PI einschwenken, müsste ich meine regelmäßige Teilname überdenken. Wer in Deutschland einen Religionskrieg anzetteln will, kann nicht auf meine Unterstützung bauen.

Nicht der Islam oder der Koran sind mein Thema, sondern der Sturz der Systemeliten.

Ich bin aber auch in dieser Hinsicht ein gnadenloser Realist: Ein Umsturz fordert auch immer Leute, die bereitstehen den Laden zu übernehmen, wenn er zusammenbricht. Diese Leute sehe ich bei Pegida nicht.

Nichtsdestotrotz ist Pegida ein Torbrecher, der nicht ohne Wirkung bleiben wird. Wenn ich aus meiner erlebten Geschichte wirklich etwas gelernt habe: Veränderungen kommen über Nacht, also plötzlich, und sie treten in der Regel dort ein, wo man sie am wenigsten erwartet.

Eckhart
24. April 2015 17:59

@Alexander
Gott sei Dank, war die Rede von G.Wilders ein Flop. Man darf aber dabei nicht übersehen, daß der Auftritt Wilders - wie PI überhaupt - Teil der "clash of civilisations"- Agenda der US-neo-con-elite und ihrer europäischen Zöglinge ist.

Erklärtes Ziel ist die Destabilisierung Europas auf dem Weg zu globaler US-Vorherrschaft. Dazu gehört die Islamisierung - oder besser gesagt - die Orientalisierung der europäischen Staaten durch Überflutung mit kulturfremden "Flüchtlingen" und "Migranten". Die so provozierten, unkontrollierbaren Religions-, Verteilungs- und Verdrängungskämpfe rufen dann "die Ordnungsmacht" auf den Plan. Gleichzeitig gilt es (aus deren Sicht) eine Annäherung Europas - speziell Deutschlands - und Russlands auf jeden Fall zu verhindern.

Erstaunlich scharfsichtige Analysen u.a. zu diesen Themen finden sich auf Voltairenet.org, unbedingt lesenswert.

Voraussetzung für einen absolut notwendigen Sturz der psychopathischen und kriminellen Systemeliten ist m.E. eine genaue Kenntnis ihrer Strategie und Taktik, ihrer äußerst gerissenen Schachzüge, ihrer dreisten Pokerbluffs und ihres verwirrenden Hütchenspiels.

Sie haben im übrigen völlig Recht, diese Anmerkungen nur als Ergänzung.

Die plötzlich, über Nacht kommenden Veränderungen haben meist eine längere Vorgeschichte und:

"In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, können Sie sicher sein, daß es genau so geplant war." F.D. Roosevelt

Beste Grüße

Michael Sack
24. April 2015 22:23

Lieber Alexander, Deine Kernaussage finde ich gut und richtig und mit Deinem Schlußsatz kannst Du auch recht bekommen.
Aber, es kann auch anders gehen. Wenn nämlich wir, d.h. genügend durchblickende Leute - das sind natürlich echt und gewollt Konservative - wenn solche der AfD helfen könnten, realistischer und konservativer zu sein. Denn ich sehe nicht, daß Pegida eine vielversprechende Bewegung ist. Denn die Sünden der Menschen sind zu groß und schwer - und davon wird nicht geredet. Und Sünden machen den Menschen, also die Menschen auch unfähig. Zu vielem Bedeutenden.
Es geht im Grunde also nicht darum, Werte zu verteidigen und durchzusetzen, sondern den Mißbrauch der Worte für Werte, ihre Hohlheiten nämlich zu benennen. Da darf man nicht selber in vielen Hohlheiten stecken. Es ist z.B. sehr viel Heuchelei überall, die beendet werden muß, um eine der Hohlheiten zu nennen. Und das trifft genau das Thema : Die Eliten sind unfähig und stur und noch vieles andere Schlimme : Sie veranstalten "politisches Gerede" mit vielen Hintergedanken. Es wird also ein Konzept gebraucht, wie der vorvorletzte Beitrag erkennt : Und das kann nur in Verbindung mit christlich/jüdisch/biblisch gelingen - ich muß darauf verweisen, ich bin an mein Gewissen gebunden - allerdings nicht mit den Negativerscheinungen dieser.

Man bedenke nur mal gründlich, daß es seit 35 Jahren die Auswirkungen einer zweiten Wannseekonferenz gibt, Stichworte : Lahore / Pakistan / Panislamische Konferenz 1980 / Geheimbeschluß; gültig im größten Teil des islamischen Raumes - etwas was eigentlich nie wieder geschehen soll!, so wird überall in Deutschland hochoffiziell geredet - und dabei geschieht doch vor unseren Augen der Greuel der Christenverfolgung und Judenfeindschaft in den islamischen Ländern in riesigem und so furchtbar grausamen Umfang. Und noch vieles andere wäre zu nennen. Und unsere (und andere) Politiker tun wohl nichts entscheidendes dagegen. Unsere Gesellschaft braucht also eine Erneuerung durch Buße und jeder, wenn möglich, muß seinen Beitrag tun. Der erste wäre : aufrichtiges Gebet und neu in die Bibel schauen. Ihr lieben Leute, wir sind sehr schuldig vor GOTT, und wenn das nicht ausgeräumt ist, haben wir keine Chance. So ist es wirklich.

Hugo
24. April 2015 23:39

Der Name "Pegida" deutet auf ein Ablenkungsmanöver hin. So als würde man die Abwehr einer Panzerarmee mit "Weniger Lärm für unsere Städte" bezeichnen. Eine Islamisierung ist nur ein Nebeneffekt in einer ethnischen Säuberung größten Maßstabs. Geht es doch um nicht mehr und nicht weniger als die Auslöschung des Deutschen Volkes als Mehrheit auf eigenem Territorium, wobei das Opfer in diesem perfide-genialen System kräftig am kalten Selbstmord mitarbeitet. Wäre das Frosch-im-Kochtopf-Gleichnis nicht falsch, es paßte perfekt. GEZ, BND, Bundestag etc. - wir zahlen, was uns abschafft und gefühlt 1% max. ist sich dessen bewußt.
Ist es so unwahrscheinlich, daß Leute wie Wilders von unseren Kolonialherren geschmiert werden?

Belsøe
25. April 2015 14:52

"Schmieren" ist ja ganz normal und auch wesentlich verfeinerter als ein dicker Umschlag und ein wortwörtlich formulierter Auftrag. Das sieht alles ganz harmlos aus. Unterstützungsfonds, gemeinnützige Fördertöpfe, Stipendien und nicht zuletzt ganz einfach berufliche Positionen. Dafür sucht man sich lediglich diejenigen Gruppierungen, Partien, Personen heraus die sich ganz von selbst dafür empfehlen. Sie werden dann selbsttätig den gewünschten Kurs weiter fahren.

Ein Beraterposten in den USA läuft finanziell aufs gleiche raus wie der erwähnte Umschlag: so etwas ist Millionen wert. Oberstufenabbrecher Fischer hat bis heute so etwas inne und hatte sogar einen akademischen Dozentenposten, war es Standford? Wohin ist Guttenberg verzögerungsfrei verschwunden nachdem er hier seinen Auftrag (Kanzlerkandidat) vermurkst hat? Dahin, wo er sein Netzwerk hat, und das ist eben keineswegs in Deutschland. Für die derzeitige Kanzleraspirantin (v.d. Leyen) gilt das übrigens genau so, die ist erst während ihrer USA-Jahre politisch aufgetaucht. Rösler war im Young Leaders Programm und ist auch in sein internationales Umfeld verschwunden.

Man muss nicht mal nach der CIA oder ungeschickten illegalen Winkelzügen schielen, wie manche das gerne mit wichtiger Miene tun. Einfach hingucken wer von welchem Think-Tank eingeladen wird, wer ein Fulbright Stipendium hatte (an dem das Begleitprogramm wichtig ist, nicht das akademische), sowas halt.

Natürlich gehört zum Zuckerbrot immer auch die Peitsche, so denke ich dass in Washington absolut alles über die IM Erika und Larve bekannt ist.

Also - nein, natürlich ist Schmieren auf allen Ebenen gar nicht unwahrscheinlich. Es hat sich bloß formal legale Formen geschaffen.

Und dann ist da noch die eigene Nase - konservative junge Verbindungsmänner streben ja üblicherweise genau die Positionen an, in denen solche Arbeitstechniken stattfinden. Ich weiß immer nicht so ganz genau, ob da nun prinzipielle Kritik stattfindet oder nur Furor darüber, dass es nicht die eigenen Zirkel sind, die an den Trögen herrschen. Bzw. ob man nicht selber auch ganz gerne zugreift, wenn das entsprechende Netzwerk einen andocken lässt. Der starke Wunsch nach Karriere jedenfalls ist eine heikle Sache in dieser Zeit. Es sind wohl eher die Verzichtsbereiten, die etwas ändern werden?

Michael Sack
25. April 2015 18:17

Klar, ich will nicht zu weit vom Thema dieses Thread abkommen. Daß es Leute hier und da gibt, die weniger Deutsche und weniger deutschen Einfluß in der Welt wollen, scheint gegeben zu sein. Sie wollen ja selber herrschen und verteidigen, was ihre Stellung und Macht betrifft. Das ist menschlich generell so verständlich, aber leicht auch teuflisch. Und da sind wir Deutschen ja auch von betroffen, was die Armenier betrifft. Politisch korrekt war damals 1915 von entscheidenden Leuten, also die Position der Deutschen Regierung : Mit den Türken müssen wir zusammenhalten, auch wenn die Armenier umkommen. Und das war natürlich mehr als verbrecherisch. Aber die Mehrheit der Deutschen wird damals darüber nicht informiert gewesen sein. Und, es war Krieg, der große Krieg, der in seinen Folgen dann die Urkatastrophe für das 20. Jahrhundert wurde. Aber den Irrweg der Deutschen dann nur in dem Verhalten der anderen zu sehen, das ist falsch, denn : ´Die Sünde ist der Leute Verderben`. Die Herzen der entscheidenden Leute, auch die in den Kirchen, folgten nicht dem Evangelium - und so ist das auch heute.

Also, es soll "um die Auslöschung der Deutschen gehen!". Andere, wie viele eigentlich?, wollen das? Ich meine, diese Gedanken sollten wir ad acta legen und sehen, wo unsere Sünden sind, die uns verderben, d.h. abschaffen. Großes Thema. Da ist z.B. die Abtreibung, seit Jahrzehnten, in schrecklich großem Umfang; da ist die Zerstörung der Ehen und Familien durch viele falsche Lebenseinstellungen; da ist der krankmachende und unglückbringende Alltag, das hat viele Faktoren; und auch die Islamisierung und die Überfremdung. Klar, die Islamisierung sind die Bestimmten anderen, und das stimmt ja auch. Die Islamisierung und Überfremdung ist beängstigend, das kann nicht gut ausgehen, Pegida hat recht. Aber die anderen Punkte müssen wir Deutschen auch sehen und : das tun und sollen vor allem die Konservativen.

Sicher, die Eliten haben schon bewiesen, daß sie vielfältig unfähig sind. Ich will jetzt hier nicht zu deutlich und umfangreich sein. Und Pegida muß weiter Druck machen, friedlich auch in der Argumentation, damit Veränderungen geschehen. Das können auch andere für uns machen, die den Druck vermerken, also die Regierenden selbst. Und die Einsicht dazu geschieht schon. Gründlich muß also weiter diese Art Arbeit sein zu beeinflussen. Die Dinge beim Namen nennen.
Aber wichtig ist, auch die Veränderungen, die nötige eigene Besserung des Herzens bei sich beginnen. Das heißt z.B. persönlich, auch annehmen, das drei, vier oder fünf Kinder zur Familie gehören. Auch bei den eigenen Kindern. Also Abtreibung?! : nie wieder.
Das sind übrigens viel mehr als 1 % der Menschen, die die Abschaffung des Deutschen Volkes spüren, schauen wir auch auf diese Dinge, die den Tod bringen. Es werden viel, viel mehr sein.
Das Konzept für Pegida muß also die Gründlichkeit beinhalten, die allgemeinen Mißstände in ihrer Breite zu sehen. Z.B. mit Werbekampanien : "Was gut für das Deutsche Volk ist". Da gibt es viel zu nennen. Oder mit einer eigenen Zeitung : "Pegida informiert!", die drei mal die Woche erscheint. Natürlich mit einer biblischen Andacht gleich auf der ersten Seite. Und die Entscheider und besonders die aktuellen Entscheidungen an biblischen, konservativen Maßstäben messen. Also, es ist nicht nur die deutsche Schuld an den Armeniern aufarbeiten. Es gilt, die ganze Misere zu sehen.

Hätte ich auch nicht gedacht, das ich jetzt so politisch bin. MfG, MS

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