Sezession
8. Mai 2015

Was tun? (1): In den kommenden Tagen …

Götz Kubitschek / 155 Kommentare

... wird es in Berlin und in anderen Orten Deutschlands Befreiungsfeiern geben: Die Kapitulation Deutschlands jährt sich zum 70. Mal - der Westen freut sich über seinen Sieg traditionell heute, am 8., der Osten morgen, am 9. Mai. Die angemessene Haltung für Leute unseres Schlages ist ein auch nach so vielen Jahren noch immer erschüttertes Gedenken an das Schicksal unseres aus unzähligen Wunden blutenden Vaterlands.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Deutschland hatte den 2. Dreißigjähren Krieg endgültig verloren, einen Weltanschauungskrieg gegen zwei Feinde, von denen der eine seine Schreckensherrschaft im Osten errichtet und der andere seine sanfte Zersetzung von jenseits des Atlantiks aus in Gang gesetzt hatte. Beide Ideologien und Organisationsformen widersprachen dem deutschen und dem europäischen Geist und dem retardierenden Moment seiner großartigen Geschichte.

Daß Deutschland zur Trägernation eines radikalen Widerstands gegen beiderlei Fehlweg in die Moderne werden würde, stand außer Frage. Daß es diesen Gang unter dem Verrat der eigenen Denktradition und mithilfe einer Schreckensherrschaft antrat, ist die Tragödie unserer Nation und unserer Geschichte. Seither trennt uns ein Krater von dem, was davor lag, und daß es so ist, hat mit unserer Niederlage zu tun. Denn die Sieger hätten in ihre eigenen Abgründe zu blicken, hätte sie der Gewinn nicht blind gemacht.

Heilung liegt für uns weder im Vergessen, noch darin, irgendeine Schuld auf Dauer zu stellen und ein Volk verantwortlich zu machen für das, was eine Führung betrieb. Heilung liegt vor allem nicht darin, mit den Siegern die Befreiung der Deutschen von sich selbst zu feiern, denn die Auswüchse sind pathologisch, und die Nachkriegsverluste unseres Volkes an Mensch, Land und Vermögen sind so gewaltig, daß von einer Befreiung nur im Bezug auf das Ende der unmittelbaren Kriegshandlungen die Rede sein kann.

Heilung ist weniger denn je in Sicht, das zeigen die bizarren Auswüchse dieser Tage:

Ein Joachim Gauck dankt im Rahmen einer Gedenkfeier für die in deutscher Kriegsgefangenschaft während des Krieges verstorbenen Soldaten der Roten Armee der Sowjetunion für ihre Befreiungstat - und erwähnt mit keiner Silbe, daß für Millionen deutscher Kriegsgefangene das Leiden erst begann und der Tod wartete, nachdem die "Befreier" gesiegt hatten.

Das Eigene? Dreck.

Ein Jürgen Elsässer, ein Manfred Rouhs und die Granden der Legida und anderer Pegida-Ableger rufen für morgen zu einer Kundgebung in Berlin auf - und begrüßen die russische Rockergruppe "Nachtwölfe", die seit zwei Wochen auf den Spuren der Roten Armee mit ihren Maschinen anrollen, um pünktlich am 9. Mai in unserer Hauptstadt einzutreffen. Stalin ist für diese Männer derjenige, dem Rußland seine Größe verdankt.

Elsässers Begründung für die Teilnahme der Nachtwölfe:

Solche vergangenheitszentrierten Debatten führen nicht weiter! Es geht am 9. Mai 2015 in erster Linie um den 9. Mai 2015, nicht um den 9. Mai 1945!! Das Selbstverständnis der “Nachtwölfe” ist, ganz im Sinne von Putin, pro-deutsch! Zelebriert wird der Sieg über Hitler, nicht der Sieg über Deutschland. Dass sie nach Berlin kommen, heißt in erster Linie: Wir lassen uns von der NATO nicht stoppen!

Das symbolische Datum? Nicht so wichtig.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (155)

Der Gutmensch
8. Mai 2015 16:11

Es dürfte sich anschließen: Die Frage, welche Aufgabe und welcher Spielraum eigentlich unserer Generation zukommt? Dass wir uns das nicht von A bis Z der Generation unserer Eltern diktieren lassen dürfen, sollte denen eigentlich keine Rätsel aufgeben; schließlich und endlich waren sie es, die buchstäblich keinen Stein auf dem anderen gelassen haben. Wie also weiter?

Waldschrat
8. Mai 2015 16:32

Nach Elsässer, dort noch aufgrund der Moskau-Affinität zu erwarten, nun also auch Bachmann/Däbritz. An so etwas könnte man verzweifeln, ganz ehrlich. Offenbar ist diese Sache eine so ungeheuer heikle, daß sie den moralischen Kompaß vieler Deutscher hoffnungslos zum rotieren bringt.

P.E.H.
8. Mai 2015 16:40

Gedenken und Versöhnung ja, Befreiungsmythos nein!

Je länger der Nazismus zurückliegt, desto aggressiver wird "geweizäckert".

Übrigens: Bei der von Götz Aly initiierten Gedenkveranstaltung am Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten spielt morgen die "Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot" auf. Stalin-Doubles bekommen ein persönliches Exemplar mit Widmung aus Alys volkspädagogischer Schriftenreihe.

Meyer
8. Mai 2015 17:40

1. Querfront ist Notwendigkeit. Oder Ende.

2. Elsässer ist noch nichtmal das Ende der Querfront, sondern er symbolisiert sie, er versucht den Drahtseilakt. Das linke Ende der Querfront ist Ken Jebsen.

3. Querfront ist keine Liebesheirat.

4. Heute und morgen: Chamisa negra!

5. Zwischen Deutschen und Russen, wie auch zwischen Deutschen und Franzosen kann der Tag nur so gedeutet werden, daß man nie wieder so dumm sein darf, sich gegen die eigenen existenziellen Interessen gegenseitig zu zerfleischen.
Molotow und Petain war das klar.

6. Genau dieses ist das derzeitige sicherheitspolitische Konzept der USA (https://nssarchive.us/wp-content/uploads/2015/02/2015.pdf), die zudem aus der frisch artikulierten amerikanischen Militärausrichtung zu entnehmen ist und der berüchtigten der Rede Friedmans entspricht (https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc).

7. Ich unterstütze keinen Akt der Autoaggression. Niemals.

8. Das macht die Querfront aus: man duldet - nicht teilt - naive linke Prinzipien, wenn diese auf die Autoaggression verzichten und ihre universalen Prinzipien zugunsten der ganzen Welt nicht beim Eigenen aussparen. Ein Linker, dessen ganzes Wesen darauf hinausläuft, für andere oder "höhere" Prinzipien das ganze eigene Sein zu engagieren, letztlich zu opfern (also Jesu Opfer säkular nachzuahmen), kann kein Teil einer Querfront sein.

9. Ist der letzte Punkt nicht erfüllt, macht eine Querfront keinen Sinn. Dann schwächt sie das Eigene.

10. Niemals darf Autoaggression im kleinsten Anzeichen geduldet werden!

Es gab keinen gemeinsamen Sieg über den Faschismus. Die Niederlage des Faschismus war zugleich die Niederlage des Eigenen. Der Faschismus war der bis heute letzte - und offensichtlich untaugliche - Versuch, das Eigene zu retten. Ein Linker muß diese Einstellung nicht teilen, er muß mir aber diese lassen - sie dulden.
Der aktuelle Hinz geht völlig fehl.

Aber unsere Niederlage eröffnete die klare Sicht, wer der Feind blieb. Im Osten des Besatzungsgebietes eindeutig (Massen-Mord, -Vergewaltigung, -Folter, -Vertreibung), im mittleren leicht zu erkennen (Billig-Propaganda), im Westen immerhin noch möglich (trotz Konsumterrors). Die "Siegernationen" hingegen haben hoffnungslos verloren.
Die klare russische Niederlage im Kalten Krieg gegen den gleichen Feind sollte nun Basis sein, die Feindrichtung eindeutig bestimmen zu können.

Dugins 4PT will und kann ich nicht abschließend beurteilen. Aber immerhin, das ist der gemeinsame Nenner: Seemächte vs. Kontinentalmächte. Geistig, wirtschaftlich, militärisch.

Blauzahn
8. Mai 2015 17:55

Elsässer würde ich respektieren, wenn er sein Volk mehr liebte als er die NATO haßt. Das heißt für die Sezession (und alle, die sich zugehörig begreifen) doch wohl, hier trennen wir uns.

Meyer
8. Mai 2015 18:15

"Joint action does not require us to be fighting for the same ideals or to be in solidarity with particular standards that will replace the current catastrophe and pathology. These ideals may be different, and even, to some degree conflict with one another, but we all must realize that if we won’t be able to terminate the global oligarchy, all of these projects, whatever they are, will remain unrealized and we will perish in vain." Alexander Dugin, Eurasian Mission

Dieser Satz gilt nicht nur für das dem deutsch-russische Verhältnis zugrunde liegende vitale Interesse, sondern auch für die Querfront innerhalb Deutschlands.

Diese Querfront wird in Rußland eben durch jenen Dugin symbolisiert, in Deutschland durch Elsässer. Aber Herrn Elsässer anempfehle ich den ersten Halbsatz des zweiten Satzes doppelt zu lesen, wenn es um die Beurteilung der "Nachtwölfe" geht. Den Rechten anempfehle ich, nicht passiv auf die Nachtwölfe zu reagieren, sondern in Zukunft solche Ereignisse selbst in konstruktive Bahnen zu lenken, wenn möglich. Denn der zweite Halbsatz des zweiten Satzes ist entscheidend.

Raskolnikow
8. Mai 2015 18:26

Auf kecke Floskeln,

mal verzichtend, sei angemerkt, daß es zu allen Zeiten das Geschäft der abstoßendsten Feiglinge war, dem Sieger zu schmeicheln. Und immer schon befleißigten sich andererseits die alten Weiber der Jammerei.

Im Text fehlt mir jedoch der Geist, der stets den Soldaten ausmachte: ein kräftiger Händedruck unter Männern und die Beendigung des Haders. Wir wollen weder Schmeichler noch Weiber sein! Vergeben und Vergessen sind verschiedene Dinge.

Es gab 1945 tatsächlich nur einen Sieger, das haben viele Franzosen und noch mehr Russen mittlerweile wohl begriffen, die Deutschen werden es auch noch verstehen. Allein die Engländer, das wohl dümmste Volk auf Erden, scheinen gewillt, den Vernichtern ihres Empire auf ewig die Stiefel zu lecken.

Alle stehen dem Imperium des Bösen nach wie vor gegenüber, wie Meyer mit Dugin oben schon anmerkte. Vertragen wir uns und stoßen den Koloss zu Boden!

Man muss weder Russen noch Franzosen lieben, man muss nicht zu jener unterschweinischen Menschenkategorie gehören, die die Niederlage der eigenen Großväter als größtes Glück imaginieren; aber vom Zwist der europäischen Völker profitieren seit hundert Jahren immer wieder die selben Mistkerle. Schluß damit!

Trauer, und Kerzen zum Angedenken? Ja! Aber vergessen wir eines nicht: Unsere Alten haben den Krieg zwar verloren – aber wie! Die ganze Welt hat sich gegen ein kleines Land in Mitteleuropa verbündet, die größten und mächtigsten Länder dieser Erde mussten alles aufbieten, dieses umzingelte Deutschland zu Boden zu ringen. Unter Soldaten zählt der Sieg eine Menge, aber mehr noch zählt der Mut, der Anstand und das Soldatentum des Einzelnen auf dem Gefechtsfeld. Исвинйте, Rotarmist, I am sorry, GI und excuse, Poilu, aber diesbezüglich sind unsere Großväter die Könige der Welt! Wir haben allen Grund, stolz auf sie zu sein. Also: Köpfe hoch!

Diese „Nachtwölfe“ können ja von mir aus in Deutschland sein und sich mit den regionalen Deppen ein Stelldichein gönnen, aber es sind auch Sezessionisten in Russland …
Vielleicht auch in Frankreich, England, USA?
Wir haben sogar ein Afrikazania-Korps!

Noch Fragen?

Keine!

R.

Nachtrag: Nur so zum Spaß; die Tabelle zum 8. Mai. Schaut mal, wie lange man nach unten kurbeln muss, bis der erste „Sieger“ kommt!

Waldschrat
8. Mai 2015 18:38

Elsässer würde ich respektieren, wenn er sein Volk mehr liebte als er die NATO haßt. Das heißt für die Sezession (und alle, die sich zugehörig begreifen) doch wohl, hier trennen wir uns.

Elsässer liebt sein Volk nicht, es ist ihm Mittel zum Zweck. Dennoch pflichte ich Meyer bei. Man muß aber kritisieren dürfen, auch wenn die Querfront (die es ja im Grunde noch gar nicht gibt, lediglich zarte Versuche der Annäherung) darunter ein wenig ächzt.

Weserlotse
8. Mai 2015 19:13

Das Zitat von Herrn Aly ist exemplarisch für die mentale Deformation, die Jahrzehnte an Umerziehung und linke Propaganda bei den Landsleuten hinterlassen haben. Es scheint, als sei die Überwindung der Kriegsfolgen auf moralischem Gebiet umso unabsehbarer, je länger es her ist.

Andreas Walter
8. Mai 2015 19:37

Das wusste ich nicht. Ich habe eben noch mit jemand dort in der Redaktion arglos telefoniert. Ja, stilles Gedenken und Schweigen ist wohl wirklich das Einzige, was in so einem Moment der Trauer und auch unfassbarer, nicht nachvollziehbarer aktuellen Verwirrung angemessen ist. Eine einzelne Kerze.

Danke für die ehrlichen und tröstenden Worte, Herr Kubitschek.

Hajo Blaschke
8. Mai 2015 19:41

Man kann sich mit den Nachtwölfen nicht gemein machen, wenn man ein anseiner Heimat und deren Zukunft orientierter Deutscher sein will. Man kann als Deutscher Stalin nicht verherrlichen und auch dessen Verherrlichung nicht dulden. Und ich glaube auch nicht an Elsässers Träume, dass diese Nachtwölfe Freunde Putins sind. Sie können gerne ihre Denkmäler besuchen auch in Deutschland. Aber Deutsche dürfen an diesen Spektakeln nicht teilnehmen. Gegen Deutschland hat sich in den Dreißigern des vorigen Jahrhunderts eine Kriegstreibertroika verbündet - Roosevelt, Churchill und Stalin. Diese Verbrecher wollten Deutschland niederhalten und heute gibt es in Deutschland eine Systemideologie, die da mitmacht. Das müssen wir verhindern, denn das ist aller Schaden Übel.

Ein gebürtiger Hesse
8. Mai 2015 19:54

Tiefgehende und klärend-harte Worte. Sehr willkommen.

Auch jährt sich zum 70. Mal in diesem Monat die Abschrift eines Briefes, der zu dem Bewegendsten gehören dürfte, das einem überhaupt zu Augen kommen kann. Er stammt von einem jungen Burschen namens Heinz Petry, der 1945 mit 16 Jahren in den Volkssturm geschickt wurde und nach wenigen Wochen wegen Spionage (er hatte Erkundigungen über den feindlichen Verkehr einholen sollen) von den Amerikanern gefangengenommen worden. Zwei Monate saß er in einem Braunschweiger Gefangenenlager, am 30. Mai wurde ihm mitgeteilt, daß er zum Tode verurteilt und einen Tag später hingerichtet werden sollte. Am Abend des gleichen Tages schreibt er auf sechs Seiten Gefängnispapier einen nahezu unfaßbar erschütternden Abschiedsbrief an seinen Vater, seine Mutter, seinen Großvater, seine Großmutter und seinen noch kleinen Bruder.

Der Brief eröffnet - als Faksimile und nebenstehend als Druckabschrift - das erstaunliche Buch "Die Besiegten. Die Deutschen in der Stunde des Zusammenbruchs 1945" (Hrsg. Karlheinz Weißmann, Antaios 2005), das eine Folge ausgewählter Originaldokumente darstellt und heute leider vergriffen ist.

Es gibt Prosa oder überhaupt Geschriebenes, aus dem zu zitieren - also etwas aus dem Zusammenhang, dem Atem des Ganzen herauszugliedern - etwas Anstößiges hat. Dennoch sollen hier einige Zeilen hin:

"Mein letzter Wunsch ist nun, Euch diesen Brief zu schreiben. Er soll Euch die Kraft geben, das Schwerste zu überwinden; er soll Euch sagen, daß es mir leicht gefallen ist zu sterben, daß ich gestorben bin als Soldat. Denn wißt, so wie mir ein amerikanischer Offizier versicherte, daß wir in seinen Augen Menschen sind, die ihr Höchstes für das Vaterland hingaben und keine ehrlosen Kerle, so sollt Ihr Euch meiner Tat nicht schämen, sondern stolz auf Euren Heinz sein. Denn das, was ich tat, tat ich nicht für eine Regierung, die uns verraten und betrogen hat, sondern in der gläubigen Hoffnung, meinem geliebten Vaterland und meinem Volk zu dienen."

"16 1/2 Jahre bin ich alt geworden, 16 Jahre habt ihr für mich gesorgt, und heute sehe ich, daß ich ein schönes Leben gehabt habe nur durch Euch."

"Du [der kleine Bruder] bist wohl heute noch zu jung, das alles zu verstehen, aber wenn Du einmal in späteren Jahren diese Zeilen liest, dann wisse, sie sollen Dir ein Vermächtnis sein. Aus ihnen sollst du die Kraft schöpfen, das zu werden, was ich in meinen letzten Stunden sein will, ein Mann. Du sollst Deinem Vaterlande dienen und der Welt zeigen, daß es auch noch ein friedliebendes Deutschland gibt, ein Deutschland, das die Schulden, die ihm eine falsche Regierung auflud, abgetragen hat, denn Deiner Generation wird diese Aufgabe zuteil werden, und sei stark genug sie zu lösen."

"Nun muß ich wohl langsam meine Zeilen beenden, denn alles, was ich auf dem Herzen hatte, habe ich Euch nun mitgeteilt. So wie es hier steht, so ist es mir ergangen und so habe ich gedacht. Und glaubt mir, dieser letzte Gang ist mir nicht schwergefallen, denn ich weiß ja, wofür ich ihn ging. Wenn ich auch nicht auf dem Felde der Ehre gefallen bin, so bin ich doch als Soldat gestorben und daran sollt ihr immer denken. Nicht für Himmler und Goebbels sondern für Deutschland bin ich gestorben, und das soll Euch ein Trost sein."

Ein 16jähriger Bursche und natürlicher Patriot, der einen Tag später tot war.

Vielleicht mag ein jeder, der das Buch besitzt, an diesen Tagen - heute noch oder auch morgen - sich diese 6 bzw. 12 Seiten vorzunehmen. Auch diese Lektüre entspricht einer Kerze, die man im Gedenken anzündet.

Johann Sebastian
8. Mai 2015 19:55

Gotthold Ephraim Lessing
Der Esel und der Wolf

Ein Esel begegnete einem hungrigen Wolfe. »Habe Mitleid mit mir«, sagte der zitternde Esel, »ich bin ein armes krankes Tier; sieh nur, was für einen Dorn ich mir in den Fuß getreten habe!«

»Wahrhaftig, du dauerst mich«, versetzte der Wolf. »Und ich finde mich in meinem Gewissen verbunden, dich von deinen Schmerzen zu befreien.«

Kaum ward das Wort gesagt, so ward der Esel zerrissen.
https://gutenberg.spiegel.de/buch/gotthold-ephraim-lessing-fabeln-1184/14

von Espenfeld
8. Mai 2015 20:09

Von einem bin ich zunehmend überzeugt, dass man mit den Deutshen machen kann , was man will . Sie wehren sich nur in der Minderheit gegen bedrohliche,verbecherische Politik . Sie haben Angst vor Nachteilen und Repressionen, sie wollen ihre Ruhe haben und über allem steht : "Es wird schon irgendwie gutgehen",was für nicht wenige während des WKII auch funktioniert hat.

Wenn man sieht, wie der militärisch best ausgebildete deutsche Generalstab und auch viele untergeordnete höhere und mittlere Offiziere der Karriere und dem Treueeid willen die Irrsinnsbefehle des böhmischen Gefreiten und Laien - Kunstmalers treu und total verblendet bis zur letzten Minute umgesetzt haben, kann man nicht viel Hoffnung für eine glänzende Zukunft haben. Eine bedenkliche Anzahl Akademiker im III. Reich hat die Nazi-Wahnvorstellungen und tödlichen Konsequenzen der Rassenpolitik bedenkenlos mitgetragen.

Das mußte wohl für Leute mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsempfinden und latentem Haß gegen die Deutschen schwerste Konsequenzen für Nazideutschland auch nach dem Ende des WK II haben. Aber sollen diese Konsequenzen Bestand haben für 7 Jahrzehnte und mehr und dazu die nahezu wöchentlichen und täglichen Büßübungen in Medien, Politik und im Ausland ?

Die Deutschen haben wohl sehr große Begabungen im erfinden und perfektionieren von technischen und naturwissenschaftlichen Gebilden, sie haben exzellentes Organisationstalent und Gespür fürs gute wirtschaften, die überragende Exportstatistik und die deutsche Wirtschaftsdampfwalze beweisen es .

In der Politik sind sie genau das Gegenteil, wie man auch heute wieder sieht. Kein Selbstbewußtsein, sklavische Anlehnung an die Siegermächte, spionieren für die USA gegen das eigene Land und Leute und möglichst kriecherisch den Willen des Auslands erfüllen, um ja nicht an die üblen 12 Jahre erinnert zu werden. Als Nachkriegsgeborener hat das Gefühl, dass 1945 unserem Volk die wichtigsten Rückenwirbelknochen gebrochen wurden und es heute nur notdürftig geschient herumstolpern kann.

Dazu gehören natürlich auch die permanenten Betroffenheitsrituale der Gaucks and governmentfriends, die fast schon wollüstigen nationalen Selbstgeißelungen und die unendlich vielen Negativ-Indoktrinationen der jungen deutschen Generation an den Schulen und Universitäten .

Sie haben unser Land zu einem düsteren Büßertempel gemacht. Sicherlich hat dazu auch der christliche Hintergrund des Landes beigetragen. Man bedenke, Gauck war früher ein Pastor, Merkel ist eine Pastorentochter. Und die beiden christlichen Kirchen stehen auch in der ersten Reihe, wenn es ans bereuen , Geld sammeln, bezahlen geht .
Das alles müßte 70 Jahre nach Kriegsende und den vielen Reparationen sowie Bußübungen nicht mehr in dieser extremen Intensität sein, aber die Politiker machen es trotzdem und empfehlen es auch den Japanern und Türken , die es aber stolz ablehnen, genauso zu tun. Es ist doch irgendwie krank so eine Politik-und Lebenshaltung. Der Psychiater weiß sicherlich mehr über die Ursachen solch pathologischen Verhaltens.

Die deutsche Politik gibt sich im Kern auf . Die von der Politik gewollte Dauer - Massenzuwanderung von kulturell kaum integrierbaren Orientalen und Afrikanern wird Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft wohl in ein undefinierbares, kaum noch zu regierendes Etwas transformieren. Vielleicht ist das vom gnadenlosen Schicksal so gewollt, die Politik führt nur aus.

Wie sagte schon der Deutschenhasser Churchill . " Entweder hängen die Deutschen uns an der Gurgel - oder sie lecken uns untertänigst die Schuhe". Da scheint was dran zu sein. - Ich meine , nur noch ein Wunder kann uns Deutsche aus diesem Teufelskreis retten. - Und Wunder gibt es immer wieder. Die Geschichte hat sich unverhofft des öfteren in Richtungen entwickelt, die keiner vermutet und vorausgesehen hat.

Vielleicht ist das Schicksal dieses mal doch gnädiger mit den Deutschen als in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. - Ich kann den Deutschen nur mehr Geduld und endlich mehr reflektiertes Selbstbewußtsein empfehlen, eine Eigenschaft, die aber scheinbar schwer zu erlernen ist .

Auch ich werde heute und morgen eine Kerze anzünden.

Ulf Friedrich
8. Mai 2015 20:15

Hallo Herr Kubitschek,
in einer alten Frankfurter Allgemeinen vom 6. Februar 1915 fand ich neulich einen Artikel im Bezug auf die damalige Hungerblockade in der Winston Churchill wie folgt zitiert wurde:" Der Krieg werde nicht aufhören bevor Deutschland sich auf Gnade und Ungnade übergebe." Das ist die vorweggenommene bedingungslose Kapitulation von 1945. Auch 1914 war schon das Ziel der Gegner Deutschlands unser Land zu zerschlagen und zu teilen. 1919 in Versailles kam es noch nicht dazu. Die Sieger waren sich nicht einig. Wer Deutschland gerade regierte war nebensächlich. Churchill sprach nach 1945 vom 2. Dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland. Schon Mitte der dreißiger Jahre war Churchill in Endland einer der Befürworter eines erneuten Waffengangs. Dazu gibt es genug Kronzeugen. In US-Präsident Roosevelt fand Churchill den passenden Bündnispartner. Dank u.a. des Historikers Dirk Bavendamm wissen wir heute mehr über diese Zeit.

Eckhart
8. Mai 2015 20:20

Was im Verlauf und der Eskalation der Ukraine-"Krise" zu beobachten und zu befürchten war, hat sich jetzt zur Gewißheit verdichtet: Die Deutschen sollen auch ideologisch gegen Putins Russische Föderation in Stellung gebracht werden. Über die Medien wirkende, offenbar "sehr interessierte Kreise" nutzen dazu jede Gelegenheit. Legionen von "atlantischen" Trollen haben die Kommentarbereiche und Foren seither mit unverblümter Kriegs- und Hasspropaganda gegen Putin regelrecht geflutet. Oft wird dabei sehr plump an alte Vorbehalte und Abneigungen angeknüpft. (Es war allerdings ein "Kommissar" Illja Ehrenburg, der ...)

Das "Hütchenspiel" wird immer verwirrender: Auch von "russischer" Seite werden zunehmend alte, "antifaschistische" Tendenzen wieder aufgeheizt und damit die Annäherung der letzten Jahrzehnte zunichte gemacht. Cui bono?

Interessant ist hier vielleicht die wiederholte Titulierung Putins als "neuer Hitler" (wie zuvor schon Saddam Hussein, Ahmadinejhad, Gaddafi und Assad). Was haben die genannten gemein, womit verdient jemand sich diesen Titel und wer vergibt ihn?

Immerhin hatte Putin die Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des 2. Weltkriegs öffentlich bestritten. Keiner "unserer" Politiker ist darauf auch nur eingegangen, im Gegenteil, deren feindselige Haltung wird immer unerträglicher.

Putin ist durch seine "national-russische" Politik ein erklärter Feind der "Neuen Welt Ordnung" und damit ein möglicher natürlicher Verbündeter freier und souveräner Staaten und Völker. Das gilt besonders für uns Deutsche, die es noch sein wollen.

Wir sollten uns daher gut überlegen, ob wir uns durch - von wem eigentlich genau? - gezielte Demütigungen, Propaganda und Provokationen in eine russlandfeindliche Stimmung manövrieren lassen oder ob wir uns an die weise Erkenntnis des großen Reichskanzlers Otto von Bismarck halten.

Kann man vor diesem Hintergrund Elsässers Bemühungen sehen und eventuell tolerieren, Herr Kubitschek?

Jürgen Elsässer
8. Mai 2015 20:35

Hajo Blaschke schreibt: "Und ich glaube auch nicht an Elsässers Träume, dass diese Nachtwölfe Freunde Putins sind. Sie können gerne ihre Denkmäler besuchen auch in Deutschland. Aber Deutsche dürfen an diesen Spektakeln nicht teilnehmen."
Zum ersten Satz: Sie irren sich. Die Nachtwölfe sind mit Putin eng verbunden, haben auch bei der Befreiung der Krim im März 2014 eine aktive Rolle gespielt.
Zum zweiten Satz: Nicht wir (Teile der Pegidas, darunter ich) nehmen an den Aktionen der Nachtwölfe teil, sondern genau umgekehrt: Die Nachtwölfe nehmen an unserer Aktion teil. Leider hat Kubitschek Titel und Inhalt unserer Aktion unterschlagen: "Gemeinsam für Deutschland. Für Heimat, Frieden und den Erhalt der deutschen Kultur", beginnt am 9.5. um 15 Uhr am Hauptbahnhof Berlin/Washingtonplatz. Aufruf unter 9-5.de. Welcher Patriot kann im Ernst etwas dagegen haben, dass unter dieser Losung morgen Tausende demonstrieren? Und wer kann etwas dagegen haben, dass wir die Nachtwölfe dazu einladen und den deutsch-russischen Bruderbund beginnen? Genau diese Verbindung fürchtet das atlantische Establishment wie nichts Gutes. Lest, was BILD drüber schreibt: https://www.bild.de/news/inland/nachtwoelfe/treffen-auf-pegida-bachmann-40873702.bild.html
Kerzen zum Gedenken - gut! Aber diese stille Trauer ist noch kein politisches Eingreifen in den heuchlerischen Geschichtsdiskurs der Gegenseite, liebe Leute! Mit Metapolitik wird nichts verändert. Mehr dazu auf meinem blog: https://juergenelsaesser.wordpress.com/

Frenchman
8. Mai 2015 21:30

Vorweg: Ich bin ein großer Freund des Russischen Volkes in der Tradition eines P.N. Krasnow und eines Alexander Solschenizyn.

Jetzt sollen wir einen Stalin-Kult schlucken, der sogar in unserem Land vor unseren Augen von diesen "Rockern" zelebriert wird?

Gerade hat sich eine große Sympathie für Russland hier eingestellt, da wird eine Spaltung und innere Zwietracht provoziert.

PEGIDA und LEGIDA sind doch primär gegen Masseneinwanderung, Asylmissbrauch und gegen die Islamisierung?

Je mehr man hier reinpacken will, umso geringer wird die allgemeine Zustimmung.

Der Ballon wird aufgeblasen, bis er platzt.

Hartwig
8. Mai 2015 21:44

In den letzten Tagen gab es für mich mehrere Gelegenheiten, mit Bundesnormalbürgern über das Kriegsende zu reden. Nazis, Krieg, Wehrmacht, Deutsche, Kriegsverbrechen, Judenmord - für manche scheint das ein einziger Gedankenklumpen zu sein, den sie auf die Zeit, ihre Vorväter und letztlich auf sich beziehen. Allein schon mal zu behaupten, das die Wehrmacht eine hochangesehene, respektive gefürchtete (normale) Armee war, die im Nachgang von diversen Militärhistorikern als die beste Armee aller Zeiten bezeichnet wurde, erregt Erstauen, teils Neugier. Am Ende kommt als letztes Argument die Judenvernichtung. Darauf kann man dann kaum etwas entgegnen.

Resi Burgen
8. Mai 2015 21:45

Ich habe auch eine Kerze angezündet.
Auch im Gedenken an meinen Großvater der zur Zwangsarbeit in die UdSSR deportiert wurde und dort auch verstorben ist. Mein Vater hat ihn nie kennengelernt.
Viele junge Eltern mussten ihre Kinder bei den Großeltern zurücklassen. Frauen wurden nur verschont, wenn sie noch das Kind stillen mussten. Manche waren erst 15 als sie in den Viehwaggons von Siebenbürgen in die UdSSR verschleppt wurden.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
8. Mai 2015 21:46

Lutz Bachman begeistert mich immer mehr. Der Mann hat politischen Instinkt.
So etwas findet sich selten.

Waldgänger Berlin
8. Mai 2015 21:54

Die richtigen Schlussworte lieber GK, denen ich mich anschließe.

birne helene
8. Mai 2015 22:00

"Wir Schnellrodaer (und damit dürfen wir hoffentlich auch sehr, sehr viele unserer Leser meinen) stehen fassungslos vor solcher Taktlosigkeit, solcher Verblendung und solch völlig abhanden gekommenem Maßstab. Wenn es deutlicher Zeichen für die Verirrung des politischen Personals bedürfte, für die Auswüchse querfrontfixierter PR und mangelndem Gespür für den richtigen Ort: hier sind sie, diese Zeichen, diese Symptome des freien Falls in die totale Verwirrung.

In Schnellroda brennt heute und morgen eine Kerze."

So ist es.

birne helene
8. Mai 2015 22:02

Ich kann bei Elsässer auch viel Gutes erkennen. Aber man sieht an diesen Dingen auch immer wieder, wie sehr man doch selbst ein Rechter ist und eben nicht ein querfrontfixierter PR-Anheizer.

Sebi
8. Mai 2015 22:16

Hervorragend auf den Punkt gebracht, Herr. Elsässer!

Nemo Obligatur
8. Mai 2015 22:18

Ich verlege mich darauf, die Staatsmedien zu ignorieren, wo dies möglich ist. Es gibt genug Lektüre, um vom Jubiläum abzulenken. Theodor Körner kann ich dazu empfehlen. Überhaupt Romane des 19. Jahrhunderts (Fontane und so, oder ist der jetzt auch schon "verdächtig"?).

Davon abgesehen: Es leuchtet unmittelbar ein, dass die KZ-Insassen sich befreit gefühlt haben. Auch war das NS-Regime etwas, das besser niemals in die Welt gekommen wäre. Aber Befreiung Deutschlands? Man sollte offiziellerseits den Blick wieder unvoreingenommen auf die eigenen Opfer richten. In jeder Familie dürfte es dazu ja genügend Beispiele geben. Es drängen sich sodann einige Fragen auf. Wovon genau wurden die Frauen und Kinder, die in den deutsche Ostgebieten über Nacht auf die Straße gesetzt wurden, befreit? Ihnen dürfte auch kein Trost gewesen sein, dass Deutschlands Führung den Krieg begonnen und schweres Unrecht auf sich geladen hatte. Was hätten denn die Frauen. Kinder und Alten 1933 oder 1939 dazu beitragen können, das Verhängnis von 1945 abzuwenden? Sie konnten froh sein, ihr nacktes Leben zu retten und viel zu oft gelang nicht einmal das. Inwieweit wurden die Soldaten, die im Mai 1945 kapituliert haben und anschließend jahrelange Zwangsarbeit verrichten mussten, befreit? Gilt das auch für jene, die an den Bedingungen der Gefangenschaft verstarben?

Irgendwie war man früher ehrlicher: Die einen hatten den Krieg gewonnen, die anderen hatten ihn verloren. Wer ihn überlebt hatte, konnte sich glücklich schätzen. Für Schuld und Unschuld waren anschließend die Gerichte zuständig oder die neue politische Opportunität.

Trouver
8. Mai 2015 22:31

Ich erwarte auch, dass patriotische deutsche Motorradfahrer auch mal Russland besuchen.

Sagen wir, am 03.03.2018.

Zwecks Versoehnung, selbstverstaendlich.

Bernhard
8. Mai 2015 22:50

Es gibt Grenzen, die hier eindeutig überschritten werden.

Ich bin nicht bereit die Kröte in Form dieser Nachtgestalten zu schlucken. Wer die hierher geschickt/gelassen hat, muß sich über die Konsequenzen klar gewesen sein.

Der Schaden wird groß sein.

Mit diesem Rußland will ich jedoch nichts zu tun haben.

Olaf
8. Mai 2015 22:53

Elsässer feiert mit seinen aktuellen Verbündeten, da spielen möglicherweise auch monetäre Verpflichtungen eine Rolle. Das nehme ich nicht so ernst. Götz Aly ist ein übler, linker 68er, ein wahrer Feind des deutschen Volkes.

Martin
8. Mai 2015 22:55

Deutschland hat von 1914 bis 1945 um seine Freiheit gekämpft und um seine Eigen- und Selbständigkeit. 39-45 unter einer Verbrecherbande, die am Ende nur noch Terror verbreitete, einschließlich gegen das eigene Volk.

Heute, 70 Jahre später, sind wir nur noch Vasallen. Vasallen, die von einem Hegemon (USA) zum anderen Herrn (Putin) rennen wollen, weil sie nicht mehr frei sein wollen, sondern sich nur noch unter dem Schutz eines Patrons vorstellen können. Deutschland hat wahrlich den Krieg verloren, voll und ganz, und auch seine sich selber Patrioten Schimpfenden sind nur kleine Sklaven, die nun auch noch sich erdreisten, einen neuen Herrn wählen zu wollen. Gerade als Rechter kann man für solche Knechtsaufstände nur noch Verachtung empfinden.

Ich werde noch nicht einmal eine Kerze anzünden. 70 Jahre nach Ende wird das Ganze von Jahr zu Jahr traumatischer für mich als "Nachgeborenen" und eine Kerze würde zu sehr in meinem Gemüt brennen - so werde ich im Stillen den Opfern gedenken.

Hartwig
8. Mai 2015 22:56

"Wir brauchen beide: Boris und Jelzin".
Dieser von Kabarettisten unserem H.Kohl in den Mund gelegten "Witz" deute ich jetzt mal um und sage: Wir brauchen beide: Elsässer und Kubitschek.
Nicht in Reihe und Glied, sondern separat, aber wenn nötig auch vereint gegen den Feind, der so übermächtig ist, dass sich kleinkarriertes Gezänk ad absurdum führt.

@ Elsässer
Der 8. Mai ist für mich auch eher ein Tag der Kerze und des Gebetes, als einer der "Nachtwölfe". Aber wie oben gesagt: "Wir brauchen beides ....".

@ Kubitschek
Die Kerze brennt. Die Andacht ist gesprochen. Keiner meiner Großväter fiel im Krieg. Stattdessen habe ich eine Tante (eine ausgenommen schöne Frau) mit unleugbar nordasiatischem Einschlag.

Stil-Blüte
8. Mai 2015 23:01

Was tun?

Beinahe auf jedem Friedhof, besonders in jenen Gegenden, wo die Russische Armee kämpfend vorwärtsgerückt ist, gibt es Gräber, die darauf hinweisen, daß Menschen, oft Kinder, alte Leute, Selbstmörder noch Opfer der letzten Tage wurden. Dort ein paar Frühlingsblumen niederlegen.

Konservativer
8. Mai 2015 23:02

Meinen Dank an Herrn Kubitschek und an die Kommentatoren für ihre Beiträge.

Nachfolgend möglicherweise etwas, was auch interessieren könnte.

Am 04.Februar 2015 gab es vom Chicago Council on Global Affairs eine Pressekonferenz.

https://www.thechicagocouncil.org/event/europe-destined-conflict

Stratfor - George Friedmans Rede auf deutsch und Putins Gegendarstellung :

https://www.youtube.com/watch?v=93evBMAVmNA

Kiki
8. Mai 2015 23:08

Das sinnvollste, was man an Tagen so schrecklichen Andenkens tun kann, ist das Stiften und der Besuch der hl. Messe, das Gebet für all jene in der Ewigkeit, d.h. auch in den angrenzenden Regionen, die es nötig haben und - noch besser - der Empfang der hl. Kommunion.

So habe ich es heute, am 28.06. letzten Jahres gehalten und werde ich es auch in zwei Jahren Anfang März und November halten (sofern wir da alle noch auf dieser Seite der Ewigkeit sein sollten).

Zu den Nachtwölfen und vergleichbar sperrigen Formen russischer Heimatliebe läßt sich höchst knapp nur sagen: Stalin ist schwieriger als man mag. Als zeitgenössischer Nichtrusse ist man auf eine heftige Abwehrreaktion gegenüber diesem "Bolschweikenhiter" konditioniert, so daß einem bei solchen Flaggen, wie sie diese Motorradfahren mitschleppen, erst einmal schlecht wird.

Der Punkt ist nur, daß Stalin von zahlreichen Russen nicht nur als der große Sieger des Weltkrieges gesehen wird, sondern vor allem auch als derjenige an der Spitze ihres damaligen Staates, der eben nicht vom Westen gekauft und ferngesteuert war wie zB Trotzkij oder Lenin, sondern der - wenn man so will - als verbrecherischer Massenmörder wohl so etwas wie eine Verbrecherehre besessen hat und dieses riesige Land entgegen allen vorrevolutionären Abmachungen, nachrevolutionären Sirenengesängen und Drohungen seitens des Westens als Beute lieber für sich behalten hat, als sie den Finanzwanzen der FED und BoE in den gierigen Rachen zu werfen.

Viele Russen sind davon überzeugt, daß genau jene "Herren der Welt", die seinerzeit den ersten WK und die Revolution von 1917 organisiert, gefördert und vor allem finanziert haben, die nationalen Sozialisten in Deutschland allein zu dem Zweck aufgebaut und herangezüchtet haben, um den zuverlässigen, braven deutschen Kettenhund schließlich auf die unberechenbaren und "treulosen" Russen hetzen zu können und so die Sowjets für ihren "Verrat" an der Handelsvereinbarung zu bestrafen.

Ob und wie weit dies alles so stimmt, vermag ich als Nichthistoriker und Nichtrusse keineswegs zu beurteilen, doch manches seltsame Verhalten der Allierten der Zwischen- und Nachkriegszeit wird plötzlich glasklar, wenn man die Prämisse der außer Kontrolle geratenen Sowjets gelten läßt.

Was immer man mit vollem Recht über so ein gewissenloses Scheusal wie Stalin sagen mag - er war offenkundig nicht so käuflich wie der ordinäre Revolutionär.

Auch aus solchen Erwägungen speist sich die absonderliche Bewunderung der Russen für diesen Schwerverbrecher.

Karl Martell
8. Mai 2015 23:10

"..aber diesbezüglich sind unsere Großväter die Könige der Welt! Wir haben allen Grund, stolz auf sie zu sein. Also: Köpfe hoch!"

Heute keine Kerzen, Lagerfeuer bis zum Morgengrauen!

Kiki
8. Mai 2015 23:19

@Martin
Ach wenn wir doch wenigstens Vasallen wären!

Das Verhältnis zwischen dem Lehnsherrn und Lehensmann im alten Europa war von gegenseitigen Pflichten und Rechten geprägt und längst nicht so launenhaft despotisch und willkürlich wie es einem linksdrehende Schmieranten und Schulbuchstümpeer immerzu weismachen wollen.

Und da wir nach wie vor den Sieger gegenüber keinerlei Rechte haben und unsere Herren sich auch nicht im geringsten an einen Ehrbegriffe, an so etwas altmodischen wie gutem Ruf und Anstand gebunden fühlen, kennen sie - wie man allenthalben sieht -im Umgang mir ihren vermeindlichen Vasallen weder Rücksicht noch Hemmungen.

So ein Verhältnis würde man am ehesten mit dem rechtlosen Status eines Sklaven vergleichen können (nach antiker Rechtsauffassung galt ein Sklave als lebender Haushaltsgegenstand).

Harald de Azania
8. Mai 2015 23:38

Verehrter Herr Kubitschek,

Inmitten der irrenhausreifen Ansagen der p.c. Kaste ist Ihr Artikel ein Labsal. Wenn es den Allierten oder Stalin wirklich nur um den boesen Adolf gegangen waere, haetten sie mit dem Deutschen Widerstand um Goerdeler etc etc kooperieren koennen. Was den 2. WK betrifft, stehe ich auf Seiten des Deutschen und Russischen Volkes, das heisst auf Seiten Graf Stauffenbergs und des General Wlassow.

Am 8. Mai sollte ein anstaendiger Deutscher ( und Oesterreicher)
- des Einsatzes der Soldaten (includiert selbstverstaendlich die Frontsoldaten der Waffen-SS >> siehe Adenauer Erklaerung aus den 50er Jahren!!) zur Abwehr der Sowjetarmee,
- des Einsatzes der Kriegsmarine zur Rettung der Fluechtlinge,
- der Opfer der Zivilbevoelkerung ( Bombenterror, Vergewaltigungen etc )

und dann erst
- des Endes eines sicherlich grauslichen Regimes gedenken.

Anmerkung: Wie "befreit" ist man denn, wenn jeder, der Skepsis aeussert, unter strafrechtlichen Verdacht steht? 1933-1945 Sieg Heil auf Adolf oktroirt und ab 1945 Sieg Heil auf Befreiung oktroyirt. Unterschied? Natuerlich ganz betraechtlich, oder?

Ich habe mir im Rahmen meines Unternehmenes eine kleine Pointe erlaubt, nachdem wir am 8. Mai einen event 'gesponsort' haben >> siehe >> Facebook >>> Harald Sitta "Coming Friday 8th of May we celebrate elegance and beauty! And nothing else! An event not to be missed! Harald www.gepardissima.co.za"

In diesem Sinne
Sonnige Gruesse aus Azania
HdeA

Fredy
8. Mai 2015 23:48

Der Punkt geht an Elsässer. Nein, Götz. Man kann viel kritisieren und anders sehen. Aber dieses Motto darf man nicht unterschlagen. Lügenpresse?

antwort kubitschek:
nein, natürlich nicht lügenpresse, sondern schlicht die einsicht, daß auf einer packung etwas stehen kann, das den inhalt nicht beschreibt. aber auch da gibts vermutlich interpretationsspielraum, und bei mir ist dr am 9. mai recht eng.

Yvonne
9. Mai 2015 00:05

Die Nachtwölfe dabei, das tut schon ein bisschen weh. Da will ich doch morgen hin. Naja, beim Elsässer muss das wohl so sein und Bachmann, der denkt bestimmt, dass das coole Rocker sind. Man muss schon viele Kröten schlucken, wenn man mal mit ein paar Leuten mehr auf die Strasse will.

Karl Martell
9. Mai 2015 00:25

"Genau diese Verbindung fürchtet das atlantische Establishment wie nichts Gutes."

Deswegen hat sie ja auch dafür Vorsorge getroffen, gestern wie heute!
Putin ist die Verkörperung Hitlers, nur mit anderen Vorzeichen. Genauso gefördert, finanziert und in Szene gesetzt. Guter Bulle, böser Bulle! Ein Blick auf die heute gar nicht mehr so verborgenen "Hintergrundmächte" offenbart, das auf beiden Seiten der sich"bekriegenden" Mächte, und dazu gehört auch zweifelsfrei China, sich ein und dieselben "Beeinflusser" rumtreiben. Hier kann man auch unbedenklich Ungarn und Orban einreihen. Der nächste politische Umschwung in Europa wird ein gesteuerter "Rechtsruck" sein, der frustrierten Masse die "Linke" zum Fraß vorgeworfen werden, damit etwas Druck aus dem Kessel entweichen kann. Die Hauptlinie, die vollständige Globalisierung der Welt, Ziel der "Rumtreiber" seit Jahrhunderten, deren größtes Verbrechen die Unterjochung Russlands und Deutschlands bisher war, wird natürlich beibehalten.

Politik hilft dagegen nicht! Kriege in der bisherigen Form auch nicht.

wieder der Sumpfbewohner
9. Mai 2015 00:35

Sehr geehrter Herr Kubitschek,

das ist der erste als würdig zu bezeichnende Kommentar zum Tag, der mir unterkommt.
Ich stieß auf ihn, als auch bei mir die Kerze schon brannte.
Mögen Sie es als Kitsch betrachten - mit "Deutschland hoch in Ehren" habe ich vorhin angefangen, nun höre ich gerade das Pommernlied.

Die einzig unbeantwortete Frage bleibt weiterhin: Was kann man tun, das endlich einmal EFFEKT hat?
Die einschlägigen Katakomben sind voll des Papiers,
unsere Kreise sind sich im Kern einig.
Aber der Zug der Irren, Narren, Zyniker und Verbrecher düst weiter ins Dunkel.

areopagitos
9. Mai 2015 00:43

Die Tatsache, dass die regierungsnahen Nachtwölfe Stalinverehrer sind, hat mich selbst sehr geschockt, dann las ich zum näheren Verständnis in einem Interview mit Saldostanow, dem Präsident des Rockerclubs u.a diese Dinge:

"Meine Mutter war eine „verdiente Lehrerin“ der Ukraine und eine überzeugte Kommunistin. Der Tag begann für sie dennoch mit einem Gebet vor der Hausikone. Wir hatten auch enge Verwandte, die Opfer der stalinschen Repressionen wurden. Trotzdem stand bei meiner Großmutter Stalins Foto im Zimmer. Das gehört in den Bereich der Mystik, es existieren Dinge außerhalb unseres Verstands, die sich einer Erörterung entziehen. Für Europa ist das sicherlich unbegreiflich, bei uns ist es eine Gesetzmäßigkeit, von der wir alle genetisch durchdrungen sind. "

und:
"Der Glaube an Gott und die Verehrung eines Massenmörders unter einem Dach sind miteinander vereinbar? Ohne dass Vernunft und Moral rebellieren?

Antwort: Genau, ein übermenschlicher Mystizismus ist in unserem Verhältnis zu Stalin am Werk. Einerseits der Stalin der Repressionen, andererseits der Stalin des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg. Um Moskau zu retten, flog er mit der Ikone über die Stadt. Obwohl unsere Väter Stalin verfluchten, verehrten sie ihn und gingen für ihn in den Tod wie für Jesus Christus. Es muss Schluss damit sein, Stalin mit Dreck zu überhäufen. Obwohl seither Generationen das Gehirn gewaschen wurde, bleibt er ein Idol der russischen Geschichte und ein unübertroffener Führer. Er schuf einen grandiosen Staat und bewahrte die russische Zivilisation nach dem Niedergang des Zarenreichs vor dem Abgrund. Alles, was wir besitzen, verdanken wir ihm. Daher haben wir kein Recht, ihn zu kritisieren, und auch unsere Wortführer amerikanischer Demokratie, die viel größeres Übel anrichtet, sollten sich zurückhalten. "

Für mich als Deutschen sind mache dieser Gedankengänge einfach nicht denkbar. Dennoch will ich nicht vergessen, dass auch wir Deutschen beinahe bedingungslose Verehrung einzelner Männer kennen. Das hat ja geradezu etwas feudales. In vielen Gedanken sind die Nachwölfe wohl aber durch und durch russisch und damit einem Volk zugehörig, dass -nicht alle, aber manche- westliche-demokratische Gepflogenheiten (Dekadenzerscheinungen?) nicht kennt und auch nicht will.
Und jedes Volk ist sich selbst das größte Rätsel.

Wahr-Sager
9. Mai 2015 02:46

Nachtrag:

"Deutschland wird nicht mit dem Ziel der Befreiung besetzt, sondern als eine besiegte feindliche Nation zur Durchsetzung alliierter Interessen."
Amerikanische Regierungsanweisung ICG 1067, April 1945 (vgl. "Welt" vom 4. Juli 1994)

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
9. Mai 2015 07:46

Wenn es darum ginge, des Tages zu gedenken an dem die Tyrannei des National-Sozialismus endete, und dazu gäbe es wahrlich Grund genug, dann wäre der 30.April der richtige Tag dafür.

Adrian Segessenman
9. Mai 2015 08:12

Über die Rolle der verschieden Aktivisten will und kann ich nicht urteilen, da ich sie nicht persönlich kenne. Persönlich stelle ich einfach immer wieder fest, dass es doch immer wieder, selbst in nationalen Kreisen eine Gedenkkultur gibt, die einer totalen Umerziehung gleich kommt.

Als Schweizer könnte mir das ganze eigentlich egal sein. Aber den Krieg hat ja nicht nur Deutschland verloren, sondern ganz Europa inkl. England. Als Beispiel füge ich hier die Flutung, durch außer europäische Migranten in die jeweiligen Länder an.

Für mich steht jedenfalls fest, zu feiern gibt es nichts. Grund: Mc Donalds, Gleichheitswahn, Multikulti, die Zerstörung des alten Europas und die Vernichtung der Kultur und Sprache.

W. Wagner
9. Mai 2015 08:56

Dank.

heinrich
9. Mai 2015 08:59

"Während wir auf die Straße hinaus traten, überlegte ich, daß es in dieser Runde außer Vater keinen gab, der Hitlers 'Drittem Reich' Verständnis entgegenbrachte - und dennoch keiner von Ihnen die nahenden Sowjetarmeen als künftige Befreier verstand. Ich meinte, die zwiespältige Sorge wahrgenommen zu haben, die sie erfüllte."

So Peter Hennerth, der Siebenbürger Bub in Hans Bergels "Wiederkehr der Wölfe. (Tausend Dank an Kubitschek und die Sezession für die Anregung zu dieser ganz außerordentlichen Lektüre!)
Diese Geschichtsklitterung und anmaßende Beurteilung dieser Zeit durch die Brille des Heute kann einen nur anwidern. Auf der sorgfältigen Suche nach einer angemessen Haltung kann ich nur sagen: Kerze ins Fenster.

t.gygax
9. Mai 2015 09:36

Götz Kubitschek hat Recht. In diesem ganzen Irrsinn eine Kerze anzünden, da ist richtig.
Aber Elsässer hat auf einer anderen Ebene auch Recht: Wir sind ein von der US-Regierung verwaltetes Protektorat ( Originalzitat 1966 des damaligen Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger auf dem Rückflug von seinem ersten Treffen mit Johnson, dem US Präsidenten.)
Und : alles, was ich von Putin lese-kann leider kein Russisch, bin auf die deutschen Übersetzungen angewiesen- sagt mir nur eines: dieser Mann kämpft für s e i n Land und ist kein Feind Deutschlands. Manchmal habe ich den Eindruck- ich kann mich auch irren- daß Putin eine versteckte Bewunderung für ein Deutschland hegt, das nicht von Merkel, Gauck und all denen repräsentiert wird.

kommentar kubitschek:
ich teile Ihre meinung zu putin und seiner rolle. mir geht es aber entschieden um die frage des symbolwertes von daten und gesten. der 9. mai ist der flache tag, um mit russischen nationalisten zu demonstrieren, und an jdem tag wäre es falsch, mit den russen unter stalins portrait zu demonstrieren. es gibt 360 bessdere tage und 50 bessere köpfe.

Der Gutmensch
9. Mai 2015 10:01

Was tun? Es ist schon wieder fünf nach zwölf, würde ich meinen. Die Entscheidungen sind schon wieder für uns getroffen worden und sie zu verstehen - ich meine in ihrer ganzen Tragweite - kostet mehr Zeit, als wir noch haben. Wenn ich mir ansehe, was das BVerfG in letzter Zeit so entschieden hat und wie es die Menschen diesbezüglich nach "weißen Sand" schickt, wird mir schwindelig. Der Vorschlag mit der Kerze ist der Beste dennoch seit langer Zeit.

RL
9. Mai 2015 10:25

Meine Großeltern wurden nicht am 8. Mai 1945 befreit, sondern im Herbst 1938.
Schon seit Jahren kommt bei mir am 7. Mai die Flagge vom Mast. Erst am 10. wird neu beflaggt. Ähnlich den Kirchenglocken, die am Karfreitag und -samstag schweigen.

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 10:51

Hallo Jürgen Elsässer, vielen Dank für Ihre Antwort. Dazu nun meine kurze Stellungnahme: Aus russischen Zeitungen habe ich entnommen, wie die Nachtwölfe den Sieg, den angeblich Stalin erlangt hat, instrumentalisieren. Sie haben zum Beispel geäußert, dass die Millionen, die das Verbrechersystem Stalins ermordet hat, ein Beitrag zur Erhöhung Russlands zu einer Weltmacht gewesen sind. Machen Sie sich mit diesen Stalinisten wirklich gemein? Gedenken Sie mit Ihrer Veranstaltung, an der sie diese Stalinisten teilnehmen lassen, auch den 1,5 Millionen von Rotarmisten vergewaltigten Frauen und Mädchen oder den 2,5 Millionen umgekommenen Kriegsgefangenen, die man allesamt zu Kriegsverbrechern erklärt hat, um bei deren Verwendung nicht gegen international anerkannte Landkriegsgesetze zu verstoßen oder den nach 1945 in KZs wie Buchenwald ermordeten Gefangenen des NKWD? Äußern Sie sich kritisch zu der antideutschen rassistischen Hetze eines Ehrenburg?
Nur, wenn dem so sein sollte, kann man von einer patriotischen Veranstaltung sprechen. Gehen Sie doch einfach davon aus, dass Russland hier einfach nur seine Interessen verfolgt und nicht alles eitel Freundschaft ist, was man jetzt von dort hört. Die Aktion der Nachtwölfe ist eine Provokation, da schon kurz nach dem sog. Tag der Befreiung, weite Teile und Länder Europas unter den Knüppel der Stalinschergen gezwungen wurden.
Klar, ich bin auch 100%-ig dafür, Frieden und Freundschaft mit Russland zu halten. Ich habe sehr lange in Russland gelebt, spreche fließend Russisch und habe dort viele Freunde und Bekannte. Man darf jedoch den 8. oder 9. Mai nicht als Befreiung feiern. Dieser Tag ist der Tag des Zusammenbruchs.

Martin
9. Mai 2015 11:09

dieser Mann kämpft für s e i n Land und ist kein Feind Deutschlands.

Ersteres ist Fakt, letzteres mal wieder typisch deutsches Wunschdenken. Wenn ich um mein Land kämpfe, dann mache ich Avancen in alle möglichen Richtungen, dass hat also erst einmal nichts zu bedeuten. Die entscheidende Frage ist doch eher, wann beginnen wir für u n s e r Land zu kämpfen?

Und ein Bachmann Seite an Seite mit diesen Pseudo- Rockern (American way of Life? Ein echter Rocker würde sich N I E zum Teil einer höfischen Folklore machen und Siegesparaden fahren, wie es dieses Pack macht) zeigt auch deutlich, wohin es mit Pegida geht. Vom kraftvollen Zeichen hin zum Obskurantismus, Sektenhaften und Gesinnungsmissionarischen. Pegida ist ein offenbar fast totes Pferd - diese bittere Erkenntnis gilt es wohl leider zu ziehen.

Alleine die geschmacklose, übertriebene Siegesparade in Moskau zeigt deutlich, dass hier ein System herrscht, welches nach innen wenig Überzeugungskraft zu haben scheint, so wie es die Siegesparaden in der Sowjetunion auch gezeigt haben. Wir Deutsche sind nach all den Verbrechen, die gerade sowjetische Truppen unbestreitbar in Deutschland begangen haben und für die vor allem eine Name, nämlich Stalin, steht, nach einem Russland, welches zwei mal den Krieg mit Deutschland offensiv suchte (maßgeblicher Verursacher des WK I, geplanter Überfall auf Deutschland im WK II), die allerletzten, die ohne weitere Voraussetzungen glauben können, aus diesem Land könne uns langfristig (Betonung liegt auf "lang", also dauerhaft) irgendetwas positives entgegenkommen.

Wir müssen daher zuerst auf uns selber schauen - und nicht nach Außen und dieser naive Blick auf Putin (bitte richtig verstehen: eben n i c h t auf Russland) ist für mich gänzlich unverständlich. Die Russen sind von einer Diktatur in eine neue unter Putin und dessen Oligarchen geraten. Ein wahrhaft freies Russland wäre evtl. bereits aufgrund seiner reichhaltigen kulturellen Vergangenheit ein interessanter Partner für ein freies Deutschland. Aber der geneigte Leser wird bereits hier feststellen, dass in diesem Satz 2 Voraussetzungen sind, die nicht gegeben sind, nämlich ein freies Deutschland und ein freies Russland. Und Leute, die ein freies Deutschland wollen, können sich nicht einem zuwenden, der über ein unfreies Russland herrscht und diesen Zustand offenbar auch nicht ändern will.

Waldschrat
9. Mai 2015 11:14

GK trifft den Nagel auf den Kopf. Das ist es ja eben: diese Symbolik. Ich glaube auch eher, daß es sich um eine Verständnis- und Interpretationsproblematik handelt, als um eine grundsätzliche Differenz zu Elsässer und Bachmann. Selbstbewußter formuliert: Vielleicht haben wir hier einfach einen weiteren Horizont.

Marcus Junge
9. Mai 2015 11:43

Die lebenslange linke Indoktrination wirkt bei Elsässer weiterhin. Totale Betriebsblindheit in gewissen Bereichen, weil dort das linke Weltbild an sich zerrüttet würde, wenn man da die Augen öffnet ("Friedliebende Sowjetunion", "Sozialismus ist toll, wird nur immer falsch gemacht", "Hitler = Teufel persönlich"). Was zumindest in Teilbereichen zu schwersten Fehlern in der Lagebeurteilung führt und das dann regelmäßig ins Desaster.

Was er im konkreten Fall des heutigen Rußland ignoriert. Unter Staaten gibt es keine Freunde, nur Interessen. Jedes Volk hat seine Variante der Geschichte und die eines anderen Landes zu übernehmen bedeutet die Selbstaufgabe. Und um mal bei Elsässers Kernthema zu punkten, wenn wir Deutschen 1945 "befreit" wurden, dann ist der Irak 2003 auch "befreit" worden. Wetten Elsässer und Co. (Jepsen z.B.) werden dem jedoch niemals zustimmen und viele Iraker auch nicht?

Wer ernsthaft Stalin, Roosevelt, Churchill und deren Mordbanden feiert gehört in Behandlung. Stalin hat im 2. WK mehr Sowjets umgebracht als "wir" es haben, natürlich wurden Stalins Opfer auf unser Konto gebucht (wie bei den polnischen "6" Millionen Toten, ein irrer Witz, wenn man den Hintergrund kennt, so ganz nebenbei bemerkt). Stalin hat 1932-33 mehr Sowjets verhungern lassen, nicht nur in der Ukraine, sondern im ganzen Land, als das gesamte KZ-Unwesen in 12 Jahren schaffte. Nach dem Ende der Kämpfe starben 200% so viele Deutsche wie in den Kriegsjahren. Die Ausplünderung Deutschlands läuft seit 70 Jahren und trotzdem sollen wir jetzt plötzlich "Reparationen" zahlen und Rußland "öffnet den Griechen dafür die Archive - DWN". Kann ich mir lebhaft vorstellen, die gefälschten, verfälschten und die selektiv-einseitig ausgewählten, daher belastenden Akten werden garantiert hilfreich sein. Wo man wieder bei "Rußland ist unser Freund" wäre. Interessen, keine Freundschaft.

Wer hier also ernsthaft von "Befreiung" oder auch nur "Erlösung" fabuliert, kann nur einen gewaltigen Dachschaden haben. Und es wirft daher ein bezeichnendes Licht auf Pegida, was eigentlich ja schon deren Thesen taten (Probleme aufschieben, nicht grundsätzlich lösen, gewürzt mit linker Idiotie), wenn die da mitmachen. Mehr System geht nicht, außer in der AfD wenn es gegen Höcke geht (Lucke/Gauland/Petry).

Wer Deutscher ist, der verteidige die deutsche Position und tanze nicht nach der Pfeife fremder Mächte, egal ob die sich USA, England, Israel, Rußland, Polen, Tschechien oder Lampukistan schimpfen. Das war mal bekannt in diesem Land, vor der "Befreiung", zumindest bei der Masse des Volkes. Je weniger es bekannt und gelebt wird, umso schlimmer werden die Zustände.

PS: Die JF läßt übrigens Kommentare "verschwinden" (gestern), wenn man das schreibt.

der letzte Deutsche
9. Mai 2015 11:57

Hallo Herr Kubitschek !

Vielen Dank für Ihren Artikel. Es ist das Beste (aus meiner Sicht),
was ich aktuell zu diesem Thema gelesen habe.

Nicht ganz verstehe ich, was Sie mit der Schreibweise Ihres Kommentars
zum Kommentar des "t.gygax" (vom 09.05.2015, 09.36) ausdrücken wollen. Soll dies eine Werbung für eine neue Rechtschreibversion, für
mich die gefühlte 157. seit meiner Schulzeit, sein ?

Bernhard
9. Mai 2015 11:58

Wenn bei PEGIDA jetzt auch noch die Stalingflagge der Nachtwölfe weht, haben wir alles schön zusammen: Die "Widerstandsflagge", die Flagge "Nazis raus", die Israelflagge (an verschiedenen Orten gesehen) und die grandiose BRD-Flagge.

Bei dieser Zusammenstellung passt Stalin irgendwie auch noch dazu.

Wie krank ist das alles.

Niemand wagt es natürlich, andere Flaggen zu zeigen, da die entweder verboten oder verfemt sind.

Vielleicht tauche ich ja mal bei einer Pegida-Demo mit jener alten Flagge auf, unter der die Freikorps kämpften? Ob da nicht sofort eingeschritten würde?

KW
9. Mai 2015 12:17

Ich habe in eine russische Familie eingeheiratet. Meine Schwiegermutter sagte, daß sie in ihrem Dorf von den Soldaten der Wehrmacht sehr anständig und höflich behandelt wurden. Sie haben teilweise ihr Essen mit den Dorfbewohnern geteilt. Wenn ich an Reemtsma denke und an Weizsäcker, bekomme ich die kalte Wut über ihr Lügenprogramm, mit dem sie mittlerweile die 5. Nachkriegsgeneration die Hirne vernebeln,. Wie einige hier schrieben, möchte ich auf gar keinen Fall, daß unser Land von einem Kolonialherren zum anderen überläuft, nichts anderes will Dugin. Wir waren 40 Jahre lang im Osten besetzt, im anderen Teil bis heute von den Polen verwaltet, viele wurden nach Rußland verschleppt, starben in Arbeitslagern. Man befreite uns von Industrieanlagen und privatem Eigentum, wir zahlten Reparationen. Die Archive sind immer noch geschlossen, wo bleibt eine Rückgabe der mitgenommenen Kunstschätze? Wo bleibt die Entschuldigung für die Missetaten der Roten Armee, statt dessen geistern Sie, Herr Elsässer, zum Ehrenmal der Russen, das längst abgerissen gehört hätte wie im Baltikum geschehen. Ich will auch Frieden mit Rußland, aber nicht unter diesen Vorzeichen. Die Russen müssen einen Schritt entgegenkommen. Wer am Tag unserer Niederlage seine Gefallenen ehrt, muß auch an die deutschen Opfer danach denken, es zeugt von keinem Taktgefühl. Vielleicht will diese Bande austesten, was wir uns noch alles gefallen lassen?

TutnichtszurSache
9. Mai 2015 12:27

Das drückt genau auch mein Empfinden aus, Herr Kubitschek.

Besonders enttäuschend sind ein Herr Rouhs und ein Herr Bachmann, die voll auf der derzeitigen Russen-Welle mitschwimmen (Verirrte, Verwirrte, Verblendete, Verführte oder aus voller Überzeugung?). Selbst wenn man sich, aus taktischen oder grundsätzlichen Überlegungen 365 Tage im Jahr voll am Putin-Hype beteiligt, in diesen Tagen und Wochen jedoch bitte nicht. Egal, weiter.

Daß der antideutsche Moskauagent Elsässer auf Deutschland und unsere Niederlage schei*t, ist weder überraschend noch enttäuschend. Er ist in diesem Punkt voll auf Linie mit Gauck und der Linkspartei. Da braucht man kein Wort mehr drüber zu verlieren, freut mich dass sie dem Typ, im Gegensatz zu Vielen, nicht auf den Leim gegangen sind.

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 12:36

areopagitos, Sie haben ganz richtig die Lobhudeleien des Chefs der Nachtwölfe über Stalin zitiert. Aber das ist nicht alles, was man von diesen Leuten zu hören bekam. Sie haben z.B. auch die Schauprozesse 1937/38 und die Gulags verteidigt. Mit diesen Verbrechen (über 40 Millionen Opfer) hätte Stalin angeblich dafür gesorgt, dass Russland von den jüdischen Verrätern an der Sache der Bolschwiki befreit wurde. Und deshalb seien diese Verbrechen Stalins richtige Maßnahmen zur rechten Zeit gewesen.

Auch der Winterkrieg 1939 gegen Finnland sei richtig und nützlich gewesen, um die kapitalistischen Provokationen Finnlands gegen die Sowjetmacht zu beenden.

Im November 1939 wurde zwischen Stalin, Churchill und dem französischen Ministerpräsdidenten ein Geheimpakt abgeschlossen, der Krieghandlungen gegen Finnland, Schweden und Norwegen vorsah, um Deutschland auch vom Norden her einzukreisen. Dieser Geheimpakt war bereits im Jahre 1939 das Vorspiel zu dem, was im Juli 1941 gegen Deutschland passieren sollte. Von seinen 7 Millionen Soldaten und fast 30 000 Panzern hatte Stalin 5 Millionen und die Mehrzahl der Panzer an der Trennlinie zwischen dem von Deutschland besetzten Teil Polens und dem von Russland bestzten Teil zusammengezogen. Anfang Juli 1941 sollte es losgehen. Hitler kam dem jedoch zuvor. Der Auftakt für die Vernichtung war nun getan. Zu den Völkermorden, die unter Stalins Regie bereits an in Sowjetrussland lebenden Völkern - Inguschen, Tschetschenen, Kasachen, Kalmyken u.a. - kam nun noch der Völkermord an den Wolgadeutschen.

Wenn man mit Russland auf gleicher Augehöhe zusammenleben will, darf man alle diese Verbrechen nicht unter den Tisch kehren. Auch darüber muss offen gesprochen werden. Auch mit den Nachtwölfen.

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 12:49

Kiki, sorry. Bei allem Verständnis für Russen - Gott sei Dank nicht allen - muss man immer wieder auf historische Wahrheit drängen. Den 1. WK hat niemand gegen Russland begonnen. Russland selbst war treibende Kraft. Das kann man schon ganz einfach daran sehen, dass Russland sich wegen Serbien von Österreich-Ungarn provoziert fühlte, jedoch in Ostpreußen, bekanntermaßen ein Teil Deutschlands, einmarschierte.

Bei aller Ehr´, Russland war nicht immer der armselige und von Verrätern verkaufte Waisenknabe, als den es sich selbst in der Geschichte gerne darstellt.

Das muss man natürlich strikt von dem trennen, was jetzt gegen Russland abläuft. Für den Frieden in Europa ist wichtig, dass zwischen Deutschland und Russland Frieden und Zusammenarbeit herrschen. Wenn Russland das wirklich will, sollte es als Besatzungsmacht Deutschlands, die es ja potentiell immer noch ist, einen ernsthaften Schritt tun und Deutschland einen Friedensvertrag anbieten. So wie Putin es den Japanern angeboten hat. Alles Maßnahmen unterhalb dieses Friedensvertrages sind nur Schaufensteraktionen, die immer wieder zu Geschichtsverdrehungen genutzt werden können.

Meyer
9. Mai 2015 12:52

@ Konservativer
Zu Dugin kann man stehen wie man will. Mir scheint nur eines klar: Sein Ideen und seine teils widerprüchlich scheinenden öffentlichen Äußerungen stehen unter dem Kernprinzip der russisch-subjektiven Geopolitischen Strategie.
Es war auch Bismarcks Leitgedanke, daß die Innenpolitik (und deren geistige Metaebene) dem Diktat der Notwendigkeit der Außenpolitik zu folgen haben.
Dugin ist die perspektivische Gegenthese zu Friedmans Äußerungen: Auf GLEICHER GRUNDANSCHUUNG!

In diesen Zeiten ist der Drang nach einem Grundverständnis von Geostrategie entstanden. Seit dem Busch-junior-Irak-Krieg dürfte bei einem Blick auf die Landkarte die besondere Stellung des Iraks aufgefallen sein. Für mich war das damals Anlaß, diesen Fragen nachzugehen. Ein Generalstabsausbilder an der FüAk der Bundeswehr hat mir die Augen für globale Zusammenhänge und deren historische Konstanz eröffnet. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar.

Anhand der inneren Irrungen und Wirrungen der letzten Jahrzehnte, Jahrhunderte, ist die Metapolitik im hohen Maße eigenfixiert. Sie benötigt allerdings eine Einbettung in den Zusammenhang von Machtentfaltung räumlich und global agierender Mächte und Kräfte. Die Metapolitik der Außenpolitik ist die Geopolitik.

Beide müssen in einen Sinnzusammenhang gebracht werden.
Im Westen sehe ich einen historisch gewachsenen Dualismus zwischen Innen und Außen, bei dem beide Bereiche völlig unabhängig behandelt werden. Die "neocons" streben mittlerweile eine Vereinheitlichung an; dabei Außenpolitik nach innenpolitischen Vorgaben zu gestaltend.
Dugin verkörpert die Einheit beider Aspekte der Politik unter dem Diktat der Außenpolitik.

Deutschland ist DIE Mittelmacht dieser Welt. In jeder Beziehung. Mitteleuropa ist der Schwerpunkt der internationalen Waage. Seit China die Nr. 2 dieser Welt geworden ist, verschiebt sich dieses Feld in Richtung Osten.
Diese Zentrallage, dieser Gravitationspunkt der Weltmachverteilung schreit danach, endlich intellektuell so aufgearbeitet zu werden, daß daraus ein metapolitischer Ansatzpunkt zum realpolitischen Handeln entsteht, sei es für Staaten, sei es für eine politische Bewegung. Denn: Deutschland schwankte immer zwischen Zentralmacht (Arminius, Franken, Karl der Sachsenschlächter, Otto dGr, Preußen, 1871, 1933) und Dezentralisierung mit der Folge der Zersetzung der Mitte durch periphäre Mächte (Goldenen Bulle, 1618, Reichsdeputationshauptschluß, 1918, 1945).

Nun stehen wir wieder in einem neuen Spannungsverhältnis:
- Einerseits unter einem mächtigen (und bisher klugen) Hegemon und bar jeder aktiven militärischen Macht, 50% Außenhandelsbeitrag zum BIP und damit wirtschaftlich erpressbar und im inneren heillos zerstritten.
- Andererseits ist Deutschland (fast) vereint, hat eine Zentralinstitution, besitzt eine enormes Wehrpotential und ist technisch erstrangig. Zudem stehen die Anwärter auf eine Bündnis seit Jahren Schlange. Sie wünschen sich (in Europa) Führung und aktives Tun, nicht bloßes Ausnützen der Bewegungen anderer (Russen und Chinesen). Und es setzt ein Ernüchterung in der politischen Führung ein (https://www.geolitico.de/2015/05/05/das-eingestaendnis-des-scheiterns/ ).
Selbst eine kleines Ungarn und die Slowakei ist der amerikanischen Erwürgung entkommen und waren damit wenigstens mittelbare Gründe für den Ukraine-Konflikt.

Das ist die Lage Deutschlands. Auf dem Gravitationspunkt dieser Welt, nicht mächtig, nicht schwach, unsicher und unklar, wie die Richtung auszusehen hat, innerlich (deswegen) zerrissen, tagtäglich Objekt eines bisher noch nicht dagewesenen Krieges, der hauptsächlich psychologisch ausgetragen wird.

Es benötigt einen Gedankenansatz, der dies alles aufnimmt.

@ Elsässer
Mit dem Titel und dem diesen Titel hoffentlich entsprechenden Inhalt, sollte diese Veranstaltung und dessen Teilnahme zweifellos im Rahmen dessen liegen, was ein "Rechter" dulden können sollte, wenn die derzeitige Staatsraison "Querverbindung" lautet. Dulden heißt nicht lieben müssen. Und trotzdem hinter dem Ganzen stehen. Das erfordert Disziplin und Härte gegen sich selbst. Schwäche kann und soll man zeigen, wenn man unendlich stark ist. Kernhärte ist zu zeigen und zu besitzen, wenn man schwach ist. Man ist schwach und duldet auf der Rechten keine Autoaggression, weil sie noch weiter schwächt.
Wäre es ein anderes Datum, so bliebe nicht der geringste Zweifel, daß diese Veranstaltung wünschenswert und sogar bedeutsam ist. Weil an diesem Datum ein Rechter diese Verbindung nicht hätte aufnehmen können, so ist es Ihre Verkörperung einer Querverbindung, welche die Verbindungsaufnahme mit den "Nachtwölfen" ermöglicht.
Zum Vorteil des Ganzen!
Man sieht hieran also den Sinn und Zweck einer Rechts-Links-Verbindung. Man ergänzt sich in dem, was der jeweils andere nicht kann. Solange man im Rahmen des erträglichen bleibt, erkennt man das exponentielle Potential, daß in der Querverbindung liegt.

Die Hauptsorge eines Rechten - ganz menschlich - ist es, weich oder beliebig zu werden. Dies sei gesagt zum besseren Verständnis!

Optimistischer Schwarzseher
9. Mai 2015 12:53

Angesichts der Geschichte und ihrer Auswirkungen schmerzt ein Verlust besonders. Der Verlust des Gemeinsamen, allem Übergeordneten und der eigenen Unterordnung unter diese.
Mich schmerzt, dass auch solche Tage der Andacht nicht ohne Spitzen, Grabenkampf,"friendly fire" begangen werden können.
Damals. Im Grauen. Im Zweifel. Selbst damals hielten unterschiedlichste Menschen und Gruppen zusammen. Regimegegner wie verblendete Regimetreue.
Damals hätten Kubitschek, Stein und Elsässer gemeinsam mit dem dicken Gabriel ihre Stellung gehalten, von Claudia Roth mit einer dürftigen Suppe versorgt. Der alte Gauck hätte auf seine Ration verzichtet damit noch etwas mehr für das im Lazarett liegende FDP-Batallion übrig bliebe.
Und heute, wo wir alle derer die dort gemeinsam litten gedenken, betätigt sich die von mir so geschätzte Sezession zunehmend als selbstgerecht erscheinender Spalter. Legt Minen auf Brücken die lange trugen und selbst auf solche, die noch gar nicht fertiggestellt sind.
Damals undenkbar. Und heute? Bleibt vom Deutschen Idealismus der Fatalismus, geht es darum, wer am stilechtesten untergeht?
Denken wir an unser Volk, an unser Land und suchen den Geist, der es groß werden ließ.
Frieden dem Land und dem Volk, Ehre den Ahnen!

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 12:59

@Trouver, der gleichen Meinung bin ich auch. Eine Sternfahrt deutscher Motorradrocker nach Moskau als Gedächtnisfahrt für die entgegen allen geltenden Gesetzen der Landkriegsordnung von Rotarmisten vergewaltigten Frauen und Mädchen, als Sklaven bis 1956 missbrauchten deutschen Soldaten und ermordeten und vertriebenen deutschen Staatsbürgern.

Wenn die russischen Grenzbehörden diese Fahrt zulassen und auch Vertreter des russischen Staates an solchen Gendenkaktionen teilnähmen, würde ich davon ausgehen, dass man die Geschichte akzeptiert, wie sie war. Daran glaube ich aber nicht. Hat man doch erst kürzlich eine verschärfte Gesetzgebeung beschlossen, mittels der "Verunglimpfung und Umschreibung" der Geschichte des 2. WK geahndet werden wird.

Philip Stein
9. Mai 2015 12:59

Heute Morgen habe ich auf einer populären Plattform folgende Zeilen gefunden:

Putin würdigte in einer Rede den "grandiosen Sieg" der Roten Armee über den Nazismus. Die sowjetischen Soldaten hätten damals die Europäer befreit, betonte Putin. Außerdem würdigte er die Rolle der westlichen Alliierten in der Anti-Hitler-Koalition.

Zu Beginn marschierten Fahnenträger auf dem Roten Platz mit dem "Siegesbanner" - der 1945 auf dem Reichstag in Berlin gehissten Flagge der Roten Armee. Auf einer Ehrentribüne verfolgten Hunderte Veteranen des Zweiten Weltkrieges sowie Staats- und Regierungschefs aus etwa 20 Ländern das Ereignis.

Sollte es sich hierbei nicht um eine maßlose Übertreibung der "Lügenpresse" handeln, so sind die Fronten doch ganz klar und es gibt keine weiteren Worte zu verlieren. Normale, ausgewogene Beziehungen zu Russland: Unbedingt! Loslösung vom Westen: Unbedingt! Aber diese, und so muss man sie mittlerweile leider nennen, völlig unverhältnismäßige, fast wahnsinnige Russland-Verehrung der "deutschen Rechten" ist nicht nur blind, sondern mir persönlich auch ganz gehörig zuwider. Wer glaubt, Putin sei die große Hoffnung der deutschen Souveränität, rennt dem nächsten Wunschtraum hinterher. Ein bisschen Hoffnung wäre angebracht. Wir brauchen weder den Amerikaner noch den Russen als Befreier dieser Tage.

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 13:09

Marcus Junge, man sollte dabei nie vergessen, dass Deutschland in der Zeit von 1939 bis 1945 von einem sozilistischen Regime regiert wurde. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war kein Deckname einre rechtskonservativen Partei. Die NSDAP war eine sozialistische Arbeiterpartei. Es war prinzipiell das gleiche System wie in Sowjetrussland, es war nur nicht international und wollte keine Weltrevolution. Deshalb war es Feind Stalins.

Marcus Junge
9. Mai 2015 13:44

Meyer

1945 wurde nicht der "Faschismus" besiegt, wie sie schreiben, sondern der Nationale Sozialismus. Wenn Sie vom Faschismus schreiben, dann benutzen Sie das Neusprech der DDR und vernebeln damit die Sachlage. Faschismus ungleich NS und zwar elementar. Faschismus, in der Definition vom Duce, den findet man heute in weiten Teilen der westlichen Welt, natürlich nicht als 1 zu 1 Kopie, sondern in angepaßter Form, jedoch im Kern, gemäß Mussolini, hat sich nichts geändert. "Die Verbindung von Großindustrie (Hochfinanz) und Politik".

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Raskolnikow

"Allein die Engländer, das wohl dümmste Volk auf Erden, scheinen gewillt, den Vernichtern ihres Empire auf ewig die Stiefel zu lecken."

Das hätte als Voraussetzung, daß die englische Führung 1914 ff. nicht erkannt hatte, was ein langer und harter Krieg gegen Deutschland für deren Empire und den Platz der USA bedeutet. 1914 war dem wohl so, 1939 aber nicht mehr. Man helfe meinem Gedächtnis auf die Sprünge, aber hat nicht Churchill selber gesagt ihm sei es um die Niederwerfung Deutschlands für alle Zeiten gegangen, auch um den Preis des Empire? Die Vernichter "ihres Empire" sind also nicht die USA, die haben nur den Platz übernommen, die Vernichter sind die englischen Führer gewesen. Und das erkennen die Engländer bis heute nicht.

Zu Ihrer Liste. Viel Feind, viel Ehr!? In der BRD doch nicht, gerade auch bei der Bunte Wehr nicht, dabei gäbe es nirgendwo mehr und größere soldatische Vorbilder für die Truppe, als hier bei uns, nur sind das ja alles "Nazis", all jene die vor dem Untergang dienten. Von den Germanen angefangen. Und die Sieger lassen das lieber in den Schubladen verschwinden, paßt irgendwie nicht zur Lüge ihrer Überlegenheit (außer an Anzahl und Produktionskapazitäten).

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Weserlotse

Das Zitat von Aly ist typisch für diesen Umerzieher, der Zeit seines Lebens die Umerziehung nach Kräften betreibt, wie sein ganzes Geschichtslügenwerk belegt. Daher, er ist ein Teil der Ursache, nicht der Wirkung.

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"Hajo Blaschke"

"Man kann als Deutscher Stalin nicht verherrlichen und auch dessen Verherrlichung nicht dulden."

Richtig, dazu gehören dann aber auch die Schandmale in Deutschland, die gehören hier auch nicht her. Siegesmale Stalins und seiner Verbrecherbanden sind es und als solche gehören sie abgerissen oder wenn die Russen es wollen, nach Rußland gefrachtet. Die Male, nicht die Soldatengräber, wesentlicher Unterschied!
Oder wer kann sich auch nur einen kleinen, unaufdringlichen dt. Soldatenfriedhof im Stadtzentrum von Wolgograd vorstellen, oder ein pompöses Siegesmal in Charkow?

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Hartwig

"Darauf kann man dann kaum etwas entgegnen."

Nur wenn man zu feige oder unwissend ist. Weder war das einmalig, noch der größte Massenmord aller Zeiten. Es war nicht 1933 oder 1939 die erklärte Absicht und das große Endziel, sondern eine fließende Entwicklung hin zum Massenmord, die sich wesentlich aus der Kriegslage ergab. Es war so geheim wie nur möglich, nur wenige Tausend Deutsche wußten davon / waren beteiligt und es fand tunlichst außerhalb der Reichsgrenzen statt. Und noch nie hat sich ein anderes Volk für solche Taten selber gegeißelt, außer den Deutschen. Sonst könnten Russen, Amis, Chinesen, Engländer, Türken, ... nie auch nur einen Mucks von sich geben. Die, 1945 dann doch nicht umgesetzten, Pläne für die Deutschen, gingen viel weiter, als was im Rahmen der Endlösung erfolgte. Diese einseitige Fixierung der Deutschen ist von außen gewünschte politische Erpreßbarkeit und als solche zu benennen und abzulehnen, es verbaut die Sicht auf alle anderen, gleichartigen Massenmorde und hat nichts mit Moral zu tun.

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Nemo Obligatur

Brrrrr, da läuft es mir den Rücken runter, bei der systemkonformen Geschichtsklitterung die Sie einfließen lassen, wahrscheinlich sogar unabsichtlich.

"Auch war das NS-Regime etwas, das besser niemals in die Welt gekommen wäre" - Eine direkte Reaktion auf die Verbrechen von Versailles war es, daher geht der Ball an die Sieger des 1. WK. Mal davon abgesehen, Sie denken hier vom Ende her und nicht vom Anfang, das 3. Reich hätte auch anders verlaufen und enden können, sofern man keine monokausale "Hitler drehte die ganze Welt allein"-Sicht hat.

"die in den deutsche Ostgebieten über Nacht auf die Straße gesetzt wurden" - Na wenn es nur dabei geblieben wäre, die Vertreibung sah aber anders aus, "leicht" mörderischer und mit mehr Lagern zum Konzentrieren (jetzt unter neuer Verwaltung und in viel größerer Zahl).

"dass Deutschlands Führung den Krieg begonnen". Monokausale Kriegsschuldlüge, gut verinnerlicht bei Guido Knopp, historisch nicht haltbar.

"Wer ihn überlebt hatte, konnte sich glücklich schätzen." Jein, wer die "Befreiung" überlebte durfte sich glücklich schätzen, aber nur wenn er die nächsten 3 Jahre überdauerte, bei denen er eine 200% Chance hatte "befreit" zu verrecken, im Vergleich zu den 6 Jahren des Kampfes. Oder anders gesagt 4 bis 5 Millionen Gefallene, 600000 Luftkriegstote vs. 8 bis 11 Millionen Opfer der "Befreier" nach dem Ende der Kämpfe.

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Kiki

Ich will es mal mit einem Wort beschreiben, Unsinn. Stalin hat glänzende Geschäfte mit dem Westen gemacht, er ließ sogar unliebsame Bevölkerungsteile 1932/33 verhungern und hat für das Getreide Schwerindustrie (Rüstungswerke) beim Westen gekauft. Er hat bis 10 Tage vor Kriegsbeginn 1939 mit dem Westen verhandelt, über einen Kriegspakt gegen Deutschland und die Helden in Paris und London haben ihm alles geben wollen, was er nur wollte. Nur weil die Polen nicht zugestimmt haben, ahnend was ein "Durchmarsch" von Sowjettruppen durch Polen bedeutet (selber auch besetzt zu werden), zum Kampf gegen Deutschland, kam es nicht dazu, weshalb Stalin die 2. Karte zog, Pakt mit Deutschland am 23.08.1939, um den von ihm gewünschten Krieg zu bekommen, der "Kapitalisten" untereinander.

Zur Aufrüstung D / UdSSR. Die großen Banken und Magnaten der USA wollten Geschäfte machen, Geld verdienen. Einer investierte in der UdSSR, der andere in Deutschland, der nächste in Frankreich und am Ende erkannte man dann im schon laufenden Krieg, daß Krieg auch gut für das Geschäft ist. Daraus dem Umkehrschluß zu ziehen, die hätten den Krieg dadurch herbeigeführt, ist besagter Unsinn. Es ignoriert alles was in Versailles geschah und überbewertet die Bedeutung dieser Investitionen um ganze Größenordnungen. Hitler wurde zuerst von dt. Industriellen gefördert und er war die Reaktion auf Versailles, wo gerade die Franzosen die unerträglichsten Schäden anrichteten und nicht die Amis. Und es waren die Franzosen und Engländer, die in den 20 Jahren zwischen den Kriegen die Behebung der Schäden von Versailles unterlassen haben, die USA waren daran nicht beteiligt, bis 1938, hatten Versailles selber ja auch gar nicht unterzeichnet.

Das Verhalten der Russen in der Frage ist die Suche nach einem Sündenbock, der nicht die eigene Führung ist, die hemmungslos die eigenen Truppen in den Untergang schickte und das eigene Land verwüsten ließ (wie 1812). Wer böte sich da mehr an als der langjährige Feind, der auch noch 1990 siegte?

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 13:55

Philip Stein, Zustimmung. eutschland darf sich nicht weiter von Marionetten regieren lassen, die nur Statthalter der einen oder anderen Großmacht sind. Deutschland hat selbst genug Kultur, Potential, wenn es sich endlich darauf besinnt!

Zu ihrem Bild von der Flagge vor dem Aufmarsch in Moskau, die man auf der Reichskanzlei gehisst hatte. Ehrlich wäre gewesen, auch die Uhren, die der Rotarmist beim Hissen an beiden Unterarmen trug, mit zu tragen. Uhren, die er vorher Deutschen gestohlen hatte und die er, wenn sie sich dem Raub widersetzt haben, gnadenlos umgebracht hat. Getreu der Devise des antideutschen Rassisten Ehrenburg (ich frage mich bei dem immer, wieso der seinen deutschen Namen nicht geändert hätte, übrigens genau wie bei Morgenthau): Nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher! Tötet Deutsche, mindestens einen jeden Tag!

Meyer
9. Mai 2015 14:14

@ Hajo Blaschke: Stalinismus war DER Gegensatz zum Trotzkismus. Auf den Punkt gebracht:

1. "[Funktioniernder] Kommunismus in EINEM Lande" (Nationalbolschwismus) vs. "permanenter Revolution [bis alle Länder dieser Erde Kommunistisch sind, denn nur dann kann er funktionier]" (Internationalismus).
Auch der Stalinismus, wie der NS, war NICHT international! DESWEGEN Molotow.

2. Neocons verfolgen die gleiche, wahrscheinlich sogar dieselbe Strategie, wie Trotzkisten. Sie sind im übrigen meist personengleich. DESWEGEN schreiben "Tazler" bei Springer. INTERNATIONAL. Zersetzung, Durchweichung, Spaltung im Inneren ist deren Ziel. Werkzeuge fremder Interessen.

3. Stalinisten waren unversöhnbar mit der "Ostküste" verfeindet. DESWEGEN die Trotzkistenprozesse. Das war das gleiche wie heute Khodorkovski. Stalin hat exakt das gleiche gemacht, wie Putin: Ausländische Oligarchen entmachtet. An deren Tropf hingen Lenin wie Trotzki - Internationalisten.

4. Während bei Hitler klar zu sein scheint, daß diese Oligarchen ihn erst stark gemacht haben: GEGEN Stalin. DESWEGEN Dünkirchen? DESWEGEN der überschnelle Angriff auf die SU? Seine vermeintlichen Verbündeten zufriedenstellen?
Hitler hat zu spät erkannt, daß er in die gleiche Falle - noch konsequenter und tiefer - gelaufen ist, wie einst Wilhelm II, nur hat der es wohl nicht erkannt.

5. Die ideologischen Leitlinien sind bestimmt (ob bewußt oder nicht) von der Außenpolitik. Und die folgt gesetzlichen Mustern.

6. Jede inenpolitische Leitlinie folgt dem außenpolitischen Gebot, Stärke zu entwicklen: "Einigkeit!!!! (und Recht und Freiheit)". Das außenpolitische Gebot lautet: Divide! Spalte die anderen! Und lasse Dich nicht beherrschen!

7. Die Geldpolitik ist seit VOR der amerikanischen und französischen Revolution das entscheidende Moment in der wirklichen ÜBER-Politik: Globale Wertabschöpfung.
DAS ist im Übrigen der Anknüpfungspunkt zu Libertären.

8. Ich empfehle: Starikov (https://nstarikov.ru/en - nur mit Javaskript möglich).
Das russische Werk, Who Forced Hitler to Attack Stalin?, St. Petersburg, 2008, wird wohl bald in deutscher Übersetzung erscheinen.

9. Die Tragödie: Statt gemeinsam die von BESTIMMTEN Wirtschaftsinteressen getragene Kolonialpolitik und Neo-Imperialpolitik zu bekämpfen, haben sich die SU und Deutschland selbst zerfleischt.

10. Die genaue Umkehr: Einigkeit im Inneren = Querfront. Einigkeit im Äußeren: Landverbindung und freier Güteraustausch aller Nicht-Seemächte.

11. Abschöpfung DURCH Geldentstehung!

Man lese Churchill. Einige Stellen der Prosa "Der zweite Weltkrieg" sind einigermaßen glaubhaft.

RL
9. Mai 2015 14:16

Man sollte nicht den letzten Satz des letzten Wehrmachtberichtes vergessen:"...Die Toten verpflichten zu bedingungsloser Treue, zu Gehorsam und Disziplin gegenüber dem aus zahllosen Wunden blutenden Vaterland."
Deswegen ist mir unverständlich, wie man nur an irgendwelchen Siegesparaden oder sonstigen Feiern der Besatzungsmächte teilnehmen kann.
Für die Engländer ist es nach wie vor der VE - Day, für die Russen einfach der Siegestag.
Dazu fällt mir nur noch Kästner ein: "Niemand sollte so tief sinken und von dem Kakao, durch den er gezogen wird auch noch zu trinken."
Aber viele unserer Landsleute trinken nicht aus dem Kakao, sie baden regelrecht darin und das ist nur noch widerlich.

Meyer
9. Mai 2015 14:29

Als letzte Anmerkung:

Als Bundesregierung würde ich mir über nichts mehr Sorgen machen, als die über die Symbolik der chinesische Beteiligung an der Siegesparade.

Als russische Regierung würde ich alle Irrtümer aufgeben, daß es eine Koexistenz zwischen den Finanzmächten und einem selbstbestimmten Rußland geben könnte.
Sie könnten hundertmal Auschwitz befreit haben. Es geht um Macht.

Die Parade soll die inneren Kräfte einen: Links (Alt-SUler) und Rechte. Und den deutschen Semicharakterstarken russische Stärke demonstrieren ("oh Gott, bloß kein Konflikt mit Rußland, die sind stark u-u-und ... das sind die Guten. Nazibefreier."). Psychologische Kriegsführung betreibt auch Russland. Und nicht nur zu unseren Gunsten! Und sollte Amerikas Macht durch Gottes Fügung VÖLLIG implodieren, ... Konflikte auf DEM Weltkontinent wären deswegen nicht aus der Welt ...

Carabus violaceus
9. Mai 2015 14:43

@ Blaschke

Da liegen Sie falsch. Hitler wollte keinen "Nationalen Sozialismus" - diesen wollten die Gebrüder Strasser. Hitler paktierte deshalb auch mit dem Kapital und verkündete zudem, die sozialistischen Aspekte des 25-Punkte-Programmes nicht ganz ernst zu nehmen. Von der NS-Linken wurde ihm daher Verrat vorgeworfen. Die NS-immanente Opposition wurde von Hitler verfolgt.

Carabus violaceus
9. Mai 2015 14:53

... sie war auch keine Arbeiterpartei im eigentlichen Sinne, sondern "die erste moderne Massenpartei, die vom Ruhrkumpel bis zum Gutsbesitzer jeden aufnimmt". (vgl. sinngemäß Armin Mohler: Der Nasenring)

Pommes
9. Mai 2015 15:35

Der Text mag für einige Rechts-Intellektuelle ja besonders mutig und offen sein, aber das gildet nicht für jeden so. Mein Opa war bei der Waffen SS und für ihn war Adolf Hitler bis zu seinem Tode eine wandelnde Gottheit. Er hat ihn geliebt und hätte sich lieber erschiessen lassen als dem Nationalsozialismus abzuschwören. Kubitschek hat richtig erkannt, dass der Nationalsozialismus eine Gegenbewegung zu den liberalen und kommunistischen Bedrohungen war und man kann ihn auch nur als solchen wirklich umfassend begreifen. Auf das NS-Deutschland zu spucken gehört heute zur bundesrepublikanischen Staatsräson und jeder der das nicht tut gerät zwangsläufig unter Tatverdacht, dessen bin ich mir bewusst. Aber nichts desdo trotz war für die Mehrheit der damaligen Deutschen das NS-Regiem keine "Schreckensherrschaft". Für die meisten der Deutschen war der Nationalsozialismus die lang erhoffte Beendigung all der sozialistischen Unruhen und das Ende der Demütigung durch den Versailler Vertrag.

Alexander
9. Mai 2015 15:40

Megaherz ~ An deinem Grab

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 16:09

@Meyer Ich möchte immer wieder darauf hinweisen, dass Faschismus nicht gleich Nationalsozialismus ist. Deshalb ist mit der Kapitulation der Wehrmacht und der Marine Deutschlands (nicht des Staates Deutsches Reich) auch nicht der Faschismus besiegt worden sondern der Nationalsozialismus. So dachte man. Wirtschaftlich betrachtet war der der Nationalsozialismus (auch politisch und kulturell natürlich) ein sozialistisches System. Es plante und lenkte die Wirtschaft nach sozialistischen Prinzipien und enteignete auch Firmeneigentümer, die als vom Staat ernannte Wirtschaftsführer nicht den Plänen Görings folgten (Thyssen, Junkers etc.).

Nach ähnlichen Prinzipien funktioniert übrigens das Einparteiensystem in China. Auch dort muss man sich als Unternehmer den staatlichen Plänen bedingungslos unterordnen, ansonsten ist man ganz schnell sein Unternehmen los.

Stein
9. Mai 2015 16:18

Deutschland existiert nicht mehr. Es hat verloren, wurde zerschlagen, ausgeplündert und beseitigt. Seit 70 Jahren ist es ein Kadaver, an dem sich die halbe Welt labt, wie Würmer an einem toten Pottwal in der Tiefsee. Leute wie wir sind der zuckende Rest eines toten Aals. Zeit, sich damit abzufinden.

Hans-Gerd Kowalsky
9. Mai 2015 16:24

@Jürgen Elsässer:
"Leider hat Kubitschek Titel und Inhalt unserer Aktion unterschlagen: >Gemeinsam für Deutschland. Für Heimat, Frieden und den Erhalt der deutschen Kultur.die Route bestimmen unsere GästeDas war 45 auch schon so<, flachst Eddi. Lachen..."

Ob unsere 15 Millionen Flüchtlinge aus dem Deutschen Osten wohl auch gelacht haben, als diese auf ihrer Route den Russen begegneten??

Dieser menschenverachtende Zynismus ist unerträglich, Herr Elsässer.
Dies entspricht exakt der gleichen Geisteshaltung, die sog. Antifaschisten immer wieder am 14. Februar in Dresden mit ihrer Forderung "Bomber Harris, do it again!" dokumentieren.

Ich schlage vor, daß Sie und der verehrte Herr Bachmann ihre nächste Friedensdemo "Für Deutschland" wieder in Dresden abhalten. Vielleicht gelingt es Ihnen ja, den Oberkommandierenden der Royal Air Force als Gastredner zu gewinnen? Das wär doch mal eine Querfront, da verblassen Ihre bisherigen PR-Shows doch glatt im Vergleich zu so einer Nummer.
Oder Sie und Lutz Bachmann statten nächstes Jahr den Nachtwölfen einen Gegenbesuch ab und fahren mit Motorrädern direkt bis nach Moskau. Dann können Sie ja auch gleich an Ort und Stelle auf dem Roten Platz an den Siegesfeierlichkeiten teilnehmen. "Für Deutschland, die Heimat und den Frieden", sozusagen...

Monika
9. Mai 2015 16:39

Fürchte dich nicht, denn ich erlöse dich.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen:
Mein bist du !
Ich, der Herr, dein Gott, bin dein Erlöser.

Jes.43, 1-3

Meine Mutter ist gestorben....
Jahrgang 32

Die Kapitulation empfanden meine Eltern nicht als Befreiung...
Die amerikanischen "Befreier" haben diese Generation zugleich gedemütigt und durch Geschenke ( Schokolade, Nylons, Lippenstifte) beschämt.
Meine Mutter sah als Jugendliche staunend die ersten Neger ihres Lebens durch die Straßen marschieren.
Sie aß die erste Schokolade nach 10 Jahren ohne jegliche Süßigkeit.
Sie hatte Angst in Luftschutzkellern in Frankfurt, Angst vor Tieffliegerangriffen auf der Bahnstrecke nach Limburg.
Sie hatte Hunger und fror in den Kalten Wintern und im Keller bei Fliegerangriffen.
Ihre letzten Worte waren: Ist die Heizung in Ordnung ?
Der Heizungsmonteur war gerade da zu einer Reparatur, als sie durch eine Hirnblutung in Bewusstlosigkeit fiel und kurz darauf verstarb.
Ein durchaus symbolisches Wort.
Sie war eine lebensfrohe Frau mit tiefem Gottvertrauen.
Gottseidank beerdigte sie nicht der linke Pastoralreferent, mit dem ich mich kurz zuvor heftig gefetzt hatte. Es ist nicht einfach, einen passenden Zelebranten zu finden. Beerdigungen sind oft lieblose Massenabfertigungen in dieser gottlosen Zeit.
Es wurde alles gut.
Ich hatte als Tochter das große Bedürfnis, meiner Mutter als einer unschuldig zu dieser harten Kriegskindheit Verdammten einen würdigen Abschied zu bereiten.

Mit dieser Generation gehen die letzten Zeitzeugen .

Auferstehung ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung,
Gedenken unsere Liebe.

( Augustinus)

Ich denke an diese Generation mit Hochachtung. Wir Nachgeborenen müssen diese Flamme hüten, die nurmehr ein zartes Flämmchen ist.

P. S.
Ach ja, diese komischen Nachtwölfe sind Spinner. Sie wissen nicht, was sie tun.

Andreas Walter
9. Mai 2015 16:45

@ Konservativer

"George Friedmanns Rede auf deutsch und Putins Gegendarstellung"

Schon klar. Trotzdem steckt die gleiche Denke dahinter und gelenkt werden darum auch Beide von den gleichen Faktoren, stehen damit unter dem selben Einfluss (Schlüssel-Schloss-Prinzip). Wehe dem, der da raus will, sein eigenes Ding auf die Beine stellen möchte. Menschen, die sich von all dem abschotten oder es gar abschaffen wollen sind daher die Todfeinde dieses Systems, deren Meister nun mal die Chicago Boys sind.

Milton Friedman (nicht George) gilt darum auch als "Vater" des modernen Kapitalismus, also der Neoklassik (die grenzenlose, irgendwann gänzlich ungedeckte Variante), die erst vor etwa 100 Jahren ihren Anfang nahm.

Und was grenzenloser Kredit bedeutet, für alle die daran glauben, darauf bauen, damit kaufen, ihn an-, aufnehmen, ihn vergeben, unter Druck setzen, das dürfte wohl auch jedem klar sein.

Kennen Sie den Film "Die gekaufte Revolution"?

https://www.youtube.com/watch?v=xkwMRnMUGJY

@ Trouver (das könnte Sie auch interessieren, von wegen 03.03.1918)

Die Geschichte ist wahr. Ich bin nämlich noch tiefer gegangen und habe im Lauf meiner Recherchen sogar herausgefunden, welche Firma in Petersburg es Lenin ermöglicht hat an das Geld heranzukommen und über welche Bank in Schweden das Geld (auch?) aus Deutschland kam. Das ärgert natürlich manche Menschen sehr, die um jeden Preis etwas anderes glauben wollen:

https://www.wsws.org/de/articles/2007/12/spie-d13.html

Im Grunde war/ist jedoch alles ganz ähnlich wie neulich erst auf dem Majdan in Kiew und jetzt in der Ukraine. Wer das einmal verstanden hat, für den gibt es keine Geheimnisse mehr und der erkennt auch, dass es immer die gleichen Verdächtigen, immer die gleichen 4 Gruppen sind, die sich um etwas balgen.

Selten dämlich, weil am Ende fast alle (99% oder 99,99%) in jeder Gruppe verlieren, den Kürzeren ziehen, und immer nur ganz wenige gewinnen (zumindest materiell, finanziell betrachtet).

Am heutigen Tag gedenke ich daher allen Opfern des 2. Weltkriegs, denn auch die Deutschen und selbst 99% der Nationalsozialisten waren Opfer der immer gleichen Täuschung:

https://www.youtube.com/watch?v=6bEe9PxQwZc

Das mag verstehen wer kann.

enickmar
9. Mai 2015 17:59

Unserem Bundespräsidenten scheint sein Amt nicht gut zu tun. Wird er gar senil ?

Wollte nur an die Wahrscheinlichkeit! erinnern, daß unsere Politiker unter einem nicht unerheblichen Druck stehen, welcher sie dazu veranlasst, zu handeln wie sie handeln. Das reicht von Erpressung (vielleicht z.B. mit Rosenholz-Dateien) über an Psychoterror grenzende Pressekampagnen (z.B. Wulff) bis hin zu Mord (z.B. Barschel …). Das wird hier meinem Eindruck nach häufig zu wenig berücksichtigt. Diese Diskussionen, was die Politik alles müßte oder sollte, sind vermutlich größtenteils obsolet. Die Diskussion etwa über die Flügerkämpfe in der AfD (und die Flügerkämpfe selber) damit auch. Die aktuelle BND-Affäre, die NSU-Absurditäten zeigen immer deutlicher, daß diese Land von unkontrollierbaren Diensten mit einem bestimmten Aufrag regiert wird. Was ein paar Konservative oder sogar die Mehrheit des deutschen Volkes will und ob das “richtig” oder “falsch” ist, interessiert da überhaupt nicht …

Meyer
9. Mai 2015 18:45

1. Bei einer Differenzierung, bin ich immer dabei, wenn es sich um einen entscheidenden Punkt handelt.

2. Mit welchem Zweck, wollte man sowjetische Verbrechen den Russen vorhalten? Um bloß keine Einigkeit zu erzeugen? Wie die Juden uns den Holocaust?

3. Dieser sowjetischer Verbrechen hat man sich selbst zu erinnern. Aus Gründen des Selbstbewußtseins. Und aus Vorsicht. Die Russen sind keine Kuschelbären, sondern eine Macht.

4. Und wenn es mal eine russisch-deutsche Konfrontation geben sollte, oder man wollte diese gar suchen, so kann man diese Verbrechen genüßlich aus der Tasche ziehen.

5. Politik kennt Moral und Wahrheit nur als Mittel zum Zweck!

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 19:22

@ Marcus Junge Ich habe da bereits gewisse Lehren bezgl.der Rotarmeedenkmale ziehen müssen. Ich wollte einen Rotarnmistenfriedhof mitten in einer Stadt beseitigen lassen. Und zwar folgende: der Bestand der Rotarmeedenkmäler ist in den 2+4-Verhandlungen von den Sojwjets durchgesetzt worden. Die dürfen nicht beseitigt werden.

@ Meyer Ich glaube, da haben Sie sich etwas einreden lassen. Stalin hatte wohl die Verbreitung des Kommunismus über die ganze Welt vor, deshalb war er auch Chef der Komintern - Kommunistische Internationale. Trotzki war lediglich Konkurrent, der nichts anders vorhatte als Stalin, aber diesem im Wege stand. Als Beispiel der Internationalisierung des Kommunismus durch eine Weltrevolution sei hier nur Finnland genannte, dass 1939 kommunistisch werden sollte, wozu bereits eine kommunistische Regierung in Sowjetrussland gebildet war.
Zu Starikov: die Bücher von Starikov braucht man nicht zu lesen und eine deutsche Übersetzung erübrigt sich. Ich habe das von Ihnen erwähnte Buch gelesen - altbekannte Brühe wie aufgewärmter Kaffe. Tendenz: Stalin war nicht Schuld, eigentlich ein arbeitsbessenes Unschuldslamm und Hitler hat sich von der Wallstreet gegen Stalin aufhetzen lassen.
Dabei war gerade die Einführung des Barder-Handels (Ware gegen Ware ohne den Umweg über den Dollar) der Hauptgrund, weshalb die VSA mit Macht in einen Krieg gegen Deutschland drängte (Parallelen zu gleichen Ereignissen eines handels ohne den Dollar aus neuester Zeit drängen sich hier auf).

@ Carabus violaceus Hitler hat z.B. durch die "Kraft durch Freude"-Bewegung, durch den 1. Mai als Kampftag der Arbeiterklasse, Mutterschaftsschutz, durch Bodenreformen in besetzten Gebieten usw. hinlänglich nachgewiesen, dass die NSDAP eine linke Arbeiterpartei war. Deshalb war auch die Feindschaft gegen die SPD und die KPD so groß. Den Faschismus für die Verhältlnisse im Dritten Reich hat Stalin einführen lassen, damit er nicht mit dem "sozialistisch" und "Arbeiterpartei" konfrontiert wurde und in Argumentationsnöte kam.

Harald de Azania
9. Mai 2015 19:32

Pardon, dasz ich mich nochmals melde:

Ich erkenne, dasz G.K.'s Kommentar Emotionen geweckt hat.

Das ist wunderbar !!!!!!!

Keine Resignation, bitte, kein sich-abfinden, bitte !

"Dum Spiro spero'

Ich bin stolz auf Euch!

"Es lebe das ewige Deutschland!"

hdea

Hajo Blaschke
9. Mai 2015 19:48

@ Monika ich gehe davon aus, dass die Nachtwölfe ganz genau wissen, was sie wollen, zumindest Saldastanov, deren Chef. Angeblich ist er Chirurg, hat jedoch seine Examen an der Universität nicht bestanden und war nie als Mediziner tätig. Die Nachtwölfe sind tief in Machenschaften verwickelt, mit denen ein Politiker am besten nichts zu tun haben sollte. Sie sind selbst in russischen Medien als nationalistisch und in nationalistische Umtriebe verwickelt bekannt. Was die zum Tag des Ende des 2. WK beizutragen haben, bleibt mir schleierhaft.

Albert
9. Mai 2015 19:55

Kubitscheks Beitrag ist der einzige würdevolle Text über die Bedeutung dieses schrecklichen Tages, den ich finden konnte.

Vielen Dank dafür.

Stil-Blüte
9. Mai 2015 20:24

1676 einer von den vielen Bruderkriegen zwischen Dänen und Schweden auf dem Schlachtfeld von Lund. Keine Sieger. Keine Verlierer. Nur Tote und Verletzte. Danach weitere Kriege zwischen den 'Brüdern', ganz zu schweigen mit anderen Nationen, vor allem Deutschen.

Es mußte 200 Jahre dauern bis dänische und schwedische Studentenverbände ein gemeinsames Versöhnungsdenkmal schufen. Der Text auf einer Seite stammt von dem deutschstämmigen Bischof Hans Gerner (1668):

Hier liegen 'kecke' Männer, ihre Knochen und ihr Blut gemischt,
Manchmal einander verschränkt, so daß keiner Sieger des anderen ist.
Und sie sind von einem Geschlecht, sie waren doch in einem Glauben.
Doch konnten sie nicht in Frieden miteinander leben.

70 Jahre reichen nicht zur Versöhnung. Zur Versöhnung gehören z w e i Seiten. Und zur Versöhnung gehören starke Symbole und ein starker Willen. Beides haben nur die Sieger.

Dennoch: Diese unscheinbaren, oftmals geschändeten, vernachlässigten Soldatendenkmäler aus dem 1. Weltkrieg. Zu sehen auf den Dorfangern der Ortschaften entlang der Landstraßen. Da sind oft auch die Toten des 2. Weltkrieges vermerkt. Auch in den Kirchen. Hingehen und ein paar Frühlingsblumen hinterlegen.

Gustav Grambauer
9. Mai 2015 21:00

1. Bin ja eigentlich selbst ein Freund des Elfenbeinturms, aber immer dort wo`s hingehört: ich finde in all den vielen Kommentaren keinen einzigen Hinweis auf den Pulvergeruch, der seit der Rede Friedmanns, - nicht seit irgendeiner Rede Putins -, über Mitteleuropa liegt.

2. Es gibt übergeordnete und untergeordnete Prämissen. Die russische Deutsch-land-Politik mit ihren taktischen Finessen bezieht sich aufgrund der Handlungs-unfähigkeit des Reiches nicht auf Deutschland sondern lediglich auf die "BRD". Nach deren Untergang wird sich dies rückblickend wie ein roter Faden zeigen, für den, der z. B. Putins Reden mit der entsprechenden Antenne liest, heute schon.

Ich gehe davon aus, daß es Putin selbst schmerzt, daß das wohlverstandene Deutschland die Kollateralschäden dieser Politik abbekommt. (Einer dieser - not-wendigen - Kollateralschäden ist die Entehrung des gestrigen bzw. heutigen Da-tums etwa durch die "Nachtwölfe", ein anderer bspw. jetzt die Öffnung der Archi-ve für die Griechen). Hier geht es um die Verhinderung einer nuklearen Konfron-tation und nicht um noble Gefühle eines Volkes in Geiselhaft bzw. Sonderinteres-sen, so weh es mir tut, dies sagen zu müssen.

3. Edel-tönende Polemik gut und schön - viele Kommentatoren gehen inzident davon aus, das durch die Amerikaner verheerte, verwahrloste, hoch-psychotisierte oder zumindest hoch-neurotisierte, rückgrat-gebrochene, identitätslose, selbsthasse-rische "Deutschland" sei in der Lage, sich psychologisch am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Ich wundere mich über so viel Naivität und Träumerei in einem Forum für Metapolitik. Ich sehe niemand außer den Russen, der uns aus dem Sumpf ziehen könnte, aber erst am Tag X und nur wenn wir es wollen (etwa so wie 1990 der Osten vom Westen psychologische aufgefangen wurde: das Karma kommt le-diglich zurück, aber nur als Angebot). Unerwidertes Angebot - denn dazu wird es nicht kommen, denn dazu sitzt die Nazi-Unterrassen-Ideologie gegenüber den Sla-wen zu tief, offenbar auch bei vielen hier bei SiN.

Im Falle der äußersten militärischen Zuspitzung bleibt ein Trost für die Ossis. Das Territorium der Ex-DDR wird aus russischer Scham über den Verrat Gorbat-schows nicht von Suchoj-Bombern in Schutt und Asche gelegt werden, Städte wie Frankfurt a. M. oder Köln allerdings schon. Viele von denen, die dann aus den radioaktiv verstrahlten Ruinen kriechen werden, werden allerdings selbst dann nicht kapieren, wem sie dies eigentlich verdanken.

- G. G.

Jefreiter
9. Mai 2015 21:24

Vor allem junge Rechte, parteiungebunden und nicht regimetreu, haben gestern recht schöne Gedenkveranstaltungen durchgeführt. Das unterstütze ich mit vollem Herzen. Viel besser als dieser DDR-artige Antifaschismus von Legida, Pegida und Elsässer. Das stinkt nach sowjetischer Freundschaft (Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, die 1980 6,4 Mio. Mitglieder zählte).

areopagitos
9. Mai 2015 21:59

@Hajo Blaschke

Die Nachtwölfe sind ein paramilitärischer Männerbund, dessen Stärke in die Tausende geht. Sie stammen aus dem russisch-orthodoxen Flügel der Ultranationalisten und sind radikale Feinde des Westens. Im Krim-Zwischenfall unterstützten wohl bewaffnete Einheiten der Nachtwölfe die regulären Truppen der Russischen Föderation. Ansonsten lehnt der "Klub" jegliche Organisierte Kriminalität ab, seine Außenbild wird von sozialen und gesellschaftlichen Einsatz in russischen Städten geprägt. Für mich klingt das nach motorisierten Kosaken 2.0

Mein vorheriger Kommentar wollte auch keine Diskussion über die Verbrechen des Stalinismus vom Zaun brechen. Nichts liegt mehr ferner und ist hier wohl mehr fehl am Platze.
Ich wollte nur den Hinweis darauf geben, dass das Identitätsverständnis der heutigen Russen komplizierter aber eindeutiger ist als wir denken. Die Ordnung und Stärke Russlands, die innere Geschlossenheit Russlands steht für die über allem. Selbst Massenmörder und politische Tyrannen sind da untergeordnet. Ordnung und Stärke sind die Richtlinien. Selbst, wenn es bedeutet Millionen (auch eigener) Todesopfer aus dem Gedächnis zu verbannen. Wie gesag: Ordnung und Stärke über alles. Das ist die Geisteshaltung einer Nation, die sich im Krieg befindet und alles diesem Krieg unterordnet. Dieser Flügel steht mit seinen Stalinbanner auf den regelmäßigen nationalistischen Demos direkt neben den zaristrischen Monarchisten mit ihren geweihten Kreuzen und Zarenikonen. Nur das gottgebene Vaterland ist für sie am wichtigsten.
Das sind radikale Nationalisten russisch-orthodoxer Prägung, die sogar die Verfolgung ihrer eigenen Kirche und Priester zu vergessen bereit sind, wenn es nur die heutige innere nationale Geschlossenheit garantiert und die Kriegstüchtigkeit erhöht.

Dieser Krieg ist real und für die Russen sehr real. Unsere in dieser Diskussion überall in dieser Republik zu Tage tretenen vielfäligen geschichtspolitischen Traumata spielen für die keine große Rolle, und obwohl Herr Kubitschek und auch Herr Stein selbstverständlich (!) recht haben mit ihrer Einschätzung und dem Hinweis, wie teilweise plump und rücksichtslos die Nachtwölfe in ihrem Vorgehen sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass es etwas geben würde, was die Nachtwölfe und ihresgleichen weniger in ihrem aggressiven Kampfgeist tangiert. Die Rücksichtslosigkeit ist für sie der Überlebensgarantie ihrer Nation! Davon sind die vollauf überzeugt. Für Sie ist der amerikanische Westen tatsächlich "der große Satan" und sein unvollendetes Werk tatsächlich noch destruktiver als zwölf Stalin zusammen. Der Krieg mir Washington hat für sie tatsächlich apokalyptische Dimensionen.

Das ist ein fremdes Land und es ist für jeden Ausländer wie uns, schwer das zu verstehen, denke ich. Nicht zuletzt, weil wir zu unseren Lebzeiten so eine fanatische Nationalgesinnung in diesem Stil nicht mehr erlebt haben.

Marcus Junge
9. Mai 2015 22:26

Hajo Blaschke

"Ich habe da bereits gewisse Lehren ..."

Ist mir bekannt, allerdings ist das hier die EUdSSR, da gilt der gebrochene Vertrag, wie jeder ständig mitbekommen könnte, beim Thema Euro geht das gar nicht mehr offensichtlicher. Außerdem verkünden die Berufslügner (Politiker) seit 25 Jahren 2+4 sei der Friedensvertrag, Reparationen sind daher ausgeschlossen, die BRD ist ein eigener Staat ohne Besatzer, ... . Wenn jetzt aber plötzlich der Gau, SED, Grüne, SPD und demnächst sicherlich auch die Partei zur Wahl der geliebten und großen Vorsitzenden Merkel zahlen wollen, dann ist auch 2+4 nur ein schlechter Witz und offen gebrochen (verdeckt ist es das eh schon längst, also etwa 1sek nachdem die Russen 1994 abgezogen waren und die Amis alles übernommen haben).
Mal davon abgesehen, ein souveräner Staat würde die Dinger einfach demontieren, was sollen die Russen machen, Krieg erklären und einmarschieren in die NATO?
In der BRD werden sämtliche Verträge zum Nachteil des eigenen Volkes einseitig bedient und die Zwerge im Reichstag weigern sich es einfach mal auch umgekehrt zu machen. Dabei handelt es sich um eine Schwingtür, man könnte in beide Richtungen passieren, so wie gerade die Inselaffen vorführen. Die Systemmedien verkünden ja wegen der Wahl werde man ihnen wieder Sonderkonditionen verpassen (wir raten mal wer das bezahlt), damit sie 2017 für den Verbleib stimmen. Ach? Und das kann Merkel also nicht, als "souveräner" Regierungschef des einzigen Grundes warum es die EUdSSR immer noch gibt?

Carl Sand
9. Mai 2015 22:34

1. Hajo Blaschke

Sie wollten einen FRIEDHOF beseitigen lassen?

Die Diskussion mit Ihnen ist beendet.

2. Stalin

Meyer hat hier alles Wesentliche gesagt. Nur so viel: Hätten sich die Trotzkisten durchgesetzt, wäre 68 bereits 24 gewesen. Mit abgehackten belgischen Kinderhänden anstatt der Religion des hysterischen Hitlerismus.

3. Markus Junge

Das Regime des Nationalsozialismus trug unabhängig vom Krieg ekelhafte Züge. Aber "Das-Leben-ist-hart-zwodreivier-bummsfallera"-Moral ist wohl Ihrer Meinung nach "rechts".

4. Meyer

Also meine Sorge ist es, mir in der schrecklichen Zeit, in der wir leben mein weiches Herz zu erhalten.

Wie ich sehe, simulieren Liberale es nur, während "Rechte" es abzuschaffen trachten.

Ich fürchte, sie werden mir - "bummsfallera" - entgegnen, das Leben wäre immer hart gewesen, schreckliche Zeiten gebe es nicht, etc.

Mich vermag die beplante, pardon, Ausrottung der Europäer und der am Horizont drohende Hetzkrieg mit Russland nicht so kalt zu lassen.

Ebensowenig wie die leeren Gesichter und Herzen meiner Mitmenschen.

Obwohl ich weiß - so ist das nun einmal wenn man in einem Totalitarismus lebt (Das Diktaturfass mache ich heute nicht noch auf).

CCCED
9. Mai 2015 22:38

Zwei Gedanken von mir zum Jahrestag der Niederlage:

Die totale Niederlage, die Ausraubung des Landes und die Schändung des Volkes durch die Siegermächte haben in der Psyche des Volkes tiefe Reaktionen hervorgerufen. Ich hatte nie verstanden, woher der irrationale Hass der Linken nicht nur gegen den nationalen Sozialismus, sondern gegen das eigene Wesen, gegen das Deutschtum, gegen die eigene Nation kommen mag. Ich kann es mir nur so erklären, dass der Frust, das Entsetzen, der Schock über die totale Niederlage so tief sitzen, dass man sich ihr nicht stellen kann. Dass man sich außer sich selbst setzen muß, um psychisch stabil weiterleben zu können.

Die Unfähigkeit unserer Gegner, der Siegermächte, den besiegten Gegner ehren zu können: das erfüllt mich nun fast schon mit Stolz. Es gibt bis dato kein Medienprodukt, keinen Hollywood-Film, keinen kommerziellen Artikel, in dem Personen oder Symbole des dritten Reiches positiv konnotiert sind. Japan, der anderen besiegten Macht, wird hingegen schon hin und wieder ein gewisser Coolness-Faktor anerkannt.

Nemo Obligatur
9. Mai 2015 22:43

@ Marcus Junge

"Sie denken hier vom Ende her und nicht vom Anfang, das 3. Reich hätte auch anders verlaufen und enden können, sofern man keine monokausale „Hitler drehte die ganze Welt allein“-Sicht hat."

Nämlich wie? Und worauf stützen Sie Ihre These?
Meine bescheidene Meinung: So etwa ab 1939 war da wohl nichts mehr zu machen. Und den Charakter des Regimes konnte man praktisch von Anfang erkennen. Ich zähle nur einmal stichwortartig auf: Verbot der Parteien und "Gleichschaltung", Rassegesetze, Röhm-Putsch, Einrichtung der KZs, Beginn der Ermordung Behinderter ("Euthanasie"). Das alles noch bevor der erste Schuss im Polenfeldzug fiel. Es war eben eine Diktatur. Im besten Falle wäre vielleicht noch eine lange Phase der inneren Unterdrückung ohne Agression gegen die Nachbarn möglich gewesen. Ähnlich wie in Francos Spanien vielleicht. Gemessem am 2. Weltkrieg wäre das ein Zuckerschlecken gewesen, aber trotzdem alles andere als ein wünschenswerter Zustand.

"Monokausale Kriegsschuldlüge, gut verinnerlicht bei Guido Knopp, historisch nicht haltbar."

Da liegen die Fakten wohl offen zutage. Es mögen wichtige Fragen noch zu klären sein und Gegenstand der historischen Forschung bleiben. Z.B. inwieweit Stalin 1941 seinerseits einen Angriff auf Deutschland plante. Aber 1939 war Deutschland ohne Zweifel der Agressor. Das ist kein Ruhmesblatt für unser Volk, leider. Nur sollte man aus dieser unbequemen Tatsache kein ewiges Mantra der Politik machen. Oder kennen Sie einen Franzosen, der sich heute wegen Napoleons Feldzügen grämt? Oder einen Schweden, dem Gustav Adolfs Zug durch Deutschland peinlich wäre? Sehen Sie, die letzten Zeitzeugen werden bald verstorben sein und die damaligen Verantwortlichen liegen sowieso schon allesamt und seit geraumer Zeit unter der Erde. Da ist es allmählich angebracht, das ganze durch eine distanziert-historische Brille zu betrachten.

Marcus Junge
9. Mai 2015 22:45

Hajo Blaschke

Ihre Antwort an Carabus violaceus. Einfach an "The Sowjet Story" verweisen https://www.youtube.com/watch?v=FsGRDZoAcDY . Wer dann immer noch mit Faschismus = NS ankommt, ist rettungslos verloren.

enickmar

Ihre Entschuldigungen für die Politverbrecher ziehen nicht. Niemand hat diese Figuren in ihre Positionen und Parteien gezwungen, die wollen da freiwillig sein und dann das Spiel spielen, was die Kurzfassung ist.

Langfassung
Entweder sind es Vollidioten, die bei ihrem langen Weg an die Macht nie mitbekommen wie da das Spiel läuft und dann plötzlich als Unschuld vom Lande vor dem bösen Wolf stehen oder es ist ihnen bekannt und sie nehmen es hin. In jedem Fall aber sind diese Figuren gewählt zu dienen, nicht der Wallstreet, nicht der CoL, nicht Tel-Aviv, nicht Skull and Bones, sondern dem deutschen Staatsvolk.

Als Vollidiot will der Politiker das auch und wacht dann ja plötzlich auf, dann soll er abdanken und als letzten Akt öffentlich erklären wie das Spiel läuft und wer ihn bedroht hat um was zu tun. Macht keiner. Nie. Theorie durch.

Also wissen sie wie das Spiel läuft und machen wissentlich mit, immer weiter und weiter, damit sind es Verbrecher, Verräter, Charakterschweine. Die verdienen weder Mitleid, noch ziehen da Ihre Entschuldigungen. Der Mafia-Pate wußte auch während seines Aufstieges zur Macht, was der Oberpate aller Familien von ihm erwarten wird, wenn er der Pate ist. Haben Sie deshalb Mitleid mit dem Paten?

Und nochmals, diese Politaffen sind gewählt uns zu dienen, dazu gehört auch das sie gewillt sind ihr Leben einzusetzen oder auch nur die Wahrheit zu sagen und dann zu gehen (auch wenn das nichts ändern würde, da das Volk zu sediert und indoktriniert ist, um die Wahrheit dann zu glauben). Aber als Diener seines Volkes ist das die AUFGABE eines Politikers!

Kaliyuga
9. Mai 2015 22:54

Egregio (ex-gregge) tenente Kubitschek,

eingedenk Ihrer letzten Worte: auch im Süden, gerade da ich schreibe, flammt eine Kerze hoch auf dem Fensterbrett; sie tut es sehr still und dabei mit einer unsagbar einnehmenden Grazie, die ganz unberührt von Falschheit und Verzerrung „offizieller“ Darstellungen, sie er-kennen weder Ort noch Eigenes, des Ge-wesen-en bleibt.

Sie, die Kerze, leuchtet hinaus in die hier weiten, nun von Menschen mit fremder Sprache bestellten Gärten mit ebenso fremden Gewächsen, hinüber zur Villa des Nachbarn, der (u.a.) einen (immerhin) blitzenden, weißen Audi A5 kutschiert, bis in die Staatsoper meiner (nicht seiner) Landeshauptstadt hinunter, der sich damit und mit dem Aufstieg in die vor der Haustür ragenden Felsberge „entspannt“ und der seinen Patienten, die an dieser niederziehenden Zeit leiden, Geld auf das Konto spülenden, „aufhellenden“ Stoff verschreibt. Das sei ferne! Via!

„Was tun?“, fragen Sie. Leiden, antworte ich, leiden, nackt und, vermeintlich nur, ohne Schutz, je länger je mehr. Wartet denn nicht der Himmel, dasz wir, gegeißelt, blutig und geläutert unser flammendes Ephata in die Höhen schreien? Und noch lange wird er nicht hören.

Hiob, wem er gegeben ist: er war nicht nur, er ist jetzt.

Bernhard
9. Mai 2015 23:24

Es rumort an allen neuen Fronten: Die JF rückt nach links und steht gegen das IfS und andere Rechte, AfD-Lucke versucht die Rechten zu liquidieren und nun werden bei der Pegida Stalin-Verehrer bejubelt. Von anderen Kriegsschauplätzen wollen wir lieber schweigen.

Nehmen wir es als reinigendes Gewitter. Jetzt erst ergibt der Begriff der "Sezession" Sinn.

Bleiben wir gelassen und nehmen wir den Kampf an:

https://www.youtube.com/watch?v=gz6Jk8RttlE&index=12&list=RDk-s51B66Sl4

Jürgen Elsässer
9. Mai 2015 23:47

Die Besserwessis haben das Urteil über mich hier schon gesprochen. Wer die Sache etwas differenzierter sieht, wird sich vielleicht ansehen wollen, was der böse Nachtwolf Elsässer jetzt wirklich auf seiner Rede am 9. Mai in Berlin gesagt hat. Hier ist der Mitschnitt: https://juergenelsaesser.wordpress.com/2015/05/09/elsassers-rede-bei-der-kundgebung-am-9-mai-2015/

Kaliyuga
10. Mai 2015 00:19

Geschätzter Raskolnikow,

Ihnen hab‘ ich zu danken. Warum? Vor Jahrzehnten, in Weimar war ein Olympier gerade eineinhalb Jahrhunderte verschieden, wach ist er freilich noch immer, brachte uns ein Oberstufenlehrer das Funktionieren von Oszillographen bei. Seither ein physikalisch-literarisches Gespür für das Pulsen, für Amplitude und mehr noch: für Frequenz. Dank‘ Ihnen also sehr für Ihre resonanzhöffigen Anregungen.

„Wir wollen weder Schmeichler noch Weiber sein!“ verkünden Sie. Nun, wir sind (!) es aber in diesen Unterschiede grausam einschmelzenden Jahrhunderten geworden. Im Weib, jedem wirklich Mann Gebliebenen steht es hienieden just so nah‘ wie das 3,1428/2 dem nach oben strebenden Tangens, liegt ein schwerwiegendes, das Zeitenmeer wiegendes Ge-heim-nis:

Was, etwa, hat der in den lächerlichen Engen dieser Jahrhunderte grassierende, gleichermaßen absurde wie penetrante Feminismus zu sagen? Von den Weibern, ihnen ist ja keine Begabung zum Ingeniösen, kann er ursprünglich nicht kommen. Noch weniger vom Mann, ich meine denjenigen, welcher in der Kirche seinen Hut vor Gott, seinem Herrn abnimmt. Gleichwohl ist er, der Feminismus, scheinbar!

Hier das „Ge-stell“ eines ursprünglich Meßkirchner Mesnerjungen, omnipräsent und ubiquitär, wie es ein von mir ausgebildetes, in einer seltsamen Nachfolge des Cusanus wandelndes Fräulein, in einer Klausurniederschrift, etwa 2013, festgehalten hat.

Im Weib: die Welt, das Irdene. In diesem Heute alles und doch nur: Ge-schöpf.

Pommes
10. Mai 2015 00:36

Lieber Stein,

Deutschland existiert nicht mehr. Es hat verloren, wurde zerschlagen, ausgeplündert und beseitigt. Seit 70 Jahren ist es ein Kadaver, an dem sich die halbe Welt labt, wie Würmer an einem toten Pottwal in der Tiefsee. Leute wie wir sind der zuckende Rest eines toten Aals. Zeit, sich damit abzufinden.

Dem kann ich durchaus nachempfinden, aber so leicht ist das leider nicht. Die Wahrheit liegt einem immerzu wie heiße Kohlen im Nacken und damit kann sich kein aufrechter Mensch abfinden bzw. es ignorieren. Wir leben nunmal im beschissensten Deutschland aller Zeiten, aber wir alle können kleine Zahnrädchen sein, die zusammen eine große Machinerie zu einem besseren Deutschland bilden. Jeder kann etwas tun. Auch der kleinste Aktivismus eines jeden aufrechten Deutschen bildet zusammengenommen etwas Großes, etwas nachhaltiges. Also nicht den Kopf hängen lassen. Wir Deutschen haben schon andere Dinge überstanden.

Kaliyuga
10. Mai 2015 00:49

Sehr geehrter Herr Elsässer,

dasz nun potentiell Bemerkenswertes mit seinen Anmerkungen heute wieder und wieder in das bloß Chtonische niederdrängt?

„Mit Metapolitik wird nichts verändert.“ Wissen Sie nun wirklich und, in Ihrem Sinne, besser: tatsächlich um dieses von Ihnen ins Wort gebrachte „ver-“ und seine Meta-physis?

Und wenn Sie sich als Elsässer auf einen Ritt von Straßburg nach Sesenheim und zurück begäben?

enickmar
10. Mai 2015 01:41

… viele Kommentatoren gehen inzident davon aus, das durch die Amerikaner verheerte, verwahrloste, hoch-psychotisierte oder zumindest hoch-neurotisierte, rückgrat-gebrochene, identitätslose, selbsthasse-rische „Deutschland“ sei in der Lage, sich psychologisch am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Ich wundere mich über so viel Naivität und Träumerei in einem Forum für Metapolitik.

Zur Versöhnung gehören z w e i Seiten. Und zur Versöhnung gehören starke Symbole und ein starker Willen. Beides haben nur die Sieger.

Diese beiden Zitate würde ich gerne mal herausgreifen. Einfach weil hier erkannt wird, daß “Deutschlands Rettung” nur durch seine “Feinde” bzw. mit ihnen kommen kann. Wenn die heute “herrschenden Eliten” nicht davon überzeugt sind, daß ein “deutsches Deutschland” besser für sie ist, als der “Kalergi-Plan”, dann, so fürchte ich, wird das nix mehr mit Deutschland …

Trollhart
10. Mai 2015 01:56

Die Bilder der Parade in Moskau machen einen tiefen Eindruck auf mich. Waffen, als Garant für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, auch den Willen selbst, als Eigenes zu überleben, auch zu kämpfen.

Bei uns fehlt schon der Wille überhaupt selbst etwas Eigenes zu sein, was über die "Wohngemeinschaft Deutschland", wie es einst das ZDF formuliert hatte, hinausgeht. Auch nach außen unternehmen wir alles, um bloß nicht als eigenständiges Subjekt in Erscheinung zu treten. Alles nur in Abstimmung mit Partnern, der EU, der UNO, der NATO, den Franzosen, den USA, den... Und wo Eigenes entweder überhaupt nicht mehr empfunden wird, oder, wenn es empfunden wird, als gnadenlos und absolut negativ, kann es auch keinen Sinn für Selbstbehauptung geben.

Was wir heute täglich erleben, etwa das völlig Ausbleiben jeglichen Selbstrespekts oder Willen sich irgendwie zu behaupten, sei es nach innen oder außen, sind nur die Symptome davon.

Die Russen hatten ihre Stunde Null, spätestens beim Zusammenbruch des Sozialismus. Uns Deutschen mag der Knall erspart bleiben und mit uns geht es, analog zum Frosch in sich aufheizendem Wasser, wohl eher langsam bergab.

Mich lässt all das ratlos zurück.

Annemarie Paulitsch
10. Mai 2015 07:52

@ Nemo Obligatur

Kann es sein, daß Sie zu viel fernsehen?

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 10:23

@ Nemo Obligatur Alle ihre Behauptungen sind durch geschichtliche Fakten komplett widerlegt. Ihre Behauptungen sind Zitate aus antifaschistischen Schulbüchern und aus Systemgazetten. Soe sollten aufhören, andere Leute mit ihren nachgeplapperten Weisheiten zu drangsalieren.

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 10:26

@ Carl SandJa, einen Friedhof von Sowjetsoldaten, die alle 1946 bis 1947 dort, mitten in einer Stadt, begraben wurden. Nachforschungen hatten ergeben, dass diese Soldaten sich gegensetig beim Marodieren und Vergewaltigen umgebracht haben und nicht im Krieg gefallen sind. Außerdem hatte die Stadt ein Begräbnisstatut, dass Bestattungen außerhalb der dafür vorgesehenen Friedhöfe nicht zulässt.

Unabhängig davon: worüber wollen Sie denn mit mir diskutieren?

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 10:32

@ Carl Sand Zitat: "Meyer hat hier alles Wesentliche gesagt. Nur so viel: Hätten sich die Trotzkisten durchgesetzt, wäre 68 bereits 24 gewesen. Mit abgehackten belgischen Kinderhänden anstatt der Religion des hysterischen Hitlerismus."

Ich habe zwar ihren höchstintelligenten Beitrag nicht so ganz verstanden. Aber Sie scheinen den Kampf zwischen Stalin und Trotzki nicht verstanden zu haben. Schlimmer als Stalin in seiner Herrscherzeit (er hatte ja erst seit 1941 ein Staatsamt, vorher war einfach der Führer (Вождь) hätte auch Trotzki nicht wüten können. Und er hätte genauso wie Stalin oder auch jeder andere Kommunistenführer in Sowjetrussland auf genau die gleiche Art kostenlose Arbeitssklaven rekrutiert, die man nach Ausschöpfung ihrer Arbeitskraft einfach verrecken ließ und auf die gleiche Art seine Konkurrenten ins Jenseits befördert. Und anders ist Kommunismus auch nicht möglich.

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 10:41

@ areopagitos Ich hatte es wohl schon erwähnt, dass ich viele Jahre in Russland und Sowjetrussland gelebt habe und fließend russisch spreche (hier auch ein Hinweis an Herrn Elsässer: ich bin kein Besserwessi; denken Sie mal bei sich selbst darüber nach). Ich kenne das Spektrum der Denkweisen in Russland ziemlich gut und genau. Gerade aus diesem Grund müssen wir als Deutsche bei allem Frieden und aller Freundschaft zu Russland unserern Standpunkt eindeutig vertreten:

- keine Stalinverherrlichung auf deutschem Boden;
- kein Anbiedern an russische Politik;
- keine Polarisierungen im Verhältnis zu Russland;
- eindeutige Verretung deutscher Interessen gegenüber Deutschland
- Friedensvertrag mit Deutschland mit Klärung aller völkerrechtlich
relevanten Themen unabhängig von Vorbedingungen politischer
Verunglimpfungen.

Nur durch derartige Konkretisierung unserer Interessen gegenüber Russland werden wir Achtung bei Russen gewinnen und nicht wieder in eine "Verbündeten"falle rennen.

Suum Quique
10. Mai 2015 10:58

Vielen Dank für Ihren Artikel, Herr Kubitschek; er spricht mir aus der Seele!

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 11:23

@ Gustav Grambauer Friedman hat doch mit seiner Rede nur Leute überrascht, die das, was er sagt, vorher nicht sehen wollten. Und: gehen Sie einfach davon aus, dass es auch in Russland Kräfte gibt, die so denken wie Friedman, eben nur umgedreht. Die heute noch den Fehler bedauern, aus Deutschland ohne Gegenleistung der anderen 2,5 Besatzer abgezogen zu sein. Was ich im übrigen aus einem einfachen Grund ebenfalls für einen Fehler halte: Russland hätte zur Bedingung für seinen Abzug den Abzug der anderen Besatzer fordern müssen. Das hat Gorbatschow jedoch nicht getan. Auch einen Friedensvertrag für Deutschland hätte Gorbatschow ins Gespräch bringen können. Für Deutschland wäre es endlich an der Zeit gewesen, den Besatzungsstatus zu beseitigen, das hätte aber nur mit Hilfe Russlands geschehen können.

Die Öffnung der Sonderarchive für die Griechen wird nichts bringen. Man wird damit den Griechen nur vor Augen führen, dass für sie keine Reparationen mehr drin sind. Das wird so wie beim Besuch von Zipris bei Putin ablaufen. Der hatte ihm eindeutig gesagt, dass für Griechenland große finanzielle Vorteile in der Beteiligung am "Turkish Stream" liegen können, wenn Griechenland seine ihm obliegenden Aufgaben bei diesem Projekt erfüllt. Mehr nicht.

Momentan wird in der Duma aber folgender Antrag geprüft: Anfang der Fünfziger hatte Sowjetrussland der DDR weitere Reparationen erlassen. Das geschah nicht ganz freiwillig, denn zu diesem Zeitpunkt (1953) stand gerade die Zuspitzung des Kampfes gegen den Sowjetkommunismus in der DDR auf der Tagesordnung. Heute, nach der Annexion der DDR durch die BRD ohne Volksabtimmung - wie man das in Russland sieht - müsste man sich überlegen, ob damit das Erlassen weiterer Reparationen noch aufrechterhalten werden kann. Schau´n mer mal, was dabei herauskommt.

enickmar
10. Mai 2015 11:26

Und um das noch etwas zu präzisieren: Es geht um die Rettung eines ehrlichen Deutschlands. Nicht eines der Mimikri und der Beschwichtigung.
Wer glaubt, daß wir unsere Feinde noch an der Nase herumführen können, ist schon wieder größenwahnsinnig geworden. Es geht nur mit einem klaren Bekenntnis dazu, als wir selbst überleben zu wollen. Aber auch mit einem klaren Angebot. Nämlich auch uns selbst ...

Hartwig
10. Mai 2015 11:48

@ Elsässer

Es gab in Ihrer Rede ein paar Sätze, die ich mit dickem Edding glatt durchstreichen würde. ABER: Ihr Antiamerikanismus macht sie zu einem Streiter auf der richtigen Seite! Im Moment wiegt das alle sonstigen Differenzen auf.

Kara Ben Nemsi
10. Mai 2015 12:02

Dieser Blog ist ein Labsal.
Wir haben nichts zu feiern, weder mit den einen noch mit den anderen. Was dieses anbiedern aus den eigenen Reihen an die Sieger soll, erschließt sich mir nicht. Zeigt aber den traurigen Zustand unserer Bewegung.

Danke für den Text!

Danke für den Text!

Strogoff
10. Mai 2015 12:32

@Jürgen Elsässer,

Seien Sie doch nicht sauer. Ihre Veranstaltung findet bestimmt jeder hier kommentierende sinnvoll.
Dass sie die Nachtwölfe einladen ist auch o.k..
Allerdings sind die Nachtwölfe ja nicht aufgebrochen um bei Ihnen auf der Veranstaltung zu sprechen und diese haben auch ihre eigenen Ziele. Das muss man schon trennen. Jeder muss sich selbst stärken.
Putin lässt die Panzer auffahren und die Nachtwölfe machen halt ihre Rote-Armee-Fahrt zur Erinnerung.
Sie können die jetzige Situation Russland-Deutschland leicht von der Situation in der Kriegszeit und die Jahren danach trennen und versuchen eine Annäherung über ihre Veranstaltung zu finden. Das kann halt nicht jeder aber ich schätze Sie als jemanden der Widerspruch leicht ertragen kann.

Wenn Steinmeier, Merkel, Gauck und Konsorten den Kotau machen, dann muss man halt auch die Nachtwölfe hier akzeptieren. Die sind mir da noch lieber als die Politiker. Außerdem was war denn das mit dem Einreiseverbot für die Nachtwölfe? Das es sowas noch gibt. Hier darf doch sonst jeder rein.

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 12:40

@ Jefreiter Sorry, ich sehe bei den GIDAs überhaupt keine Nostalgie deutsch-Sowjetischer Freundschaft. Was dort zu Recht propagiert wird, ist, dass Deutschland sich nicht gegen Russland aufhetzen lassen darf. Deutschland muss in der Beziehung zu Russland seine eigenen und nur diese Interessen vertreten. Und deshalb müssen Merkel und Gauck, die übelsten USA-Vasallen weg. Und deshalb muss zu Russland ein striktes Interessenverhältnis aufgebaut werden. Und deshalb muss man den Russen auch ihre eigenen Verbrechen vor Augen gehalten werden.

Waldgänger
10. Mai 2015 13:12

@ Jürgen Elsässer

Ich habe Ihre gestrige Rede eben gehört. Danke für den Link.

Was Sie dort gesagt haben, dürfte inhaltlich von vielen Nationalkonservativen unterschrieben werden können.

Ja, es ist unbedingt richtig, die destruktive Rolle der USA und des Finanzkapitals bei den aktuellen Problemen - insbesondere der Zuwanderung - zu betonen.
Und ja, jene eher älteren Konservativen liegen voll daneben, wenn sie für die aktuellen Probleme allein die Linke verantwortlich machen, aber gleichzeitig die Augen vor der viel stärkeren Rolle der USA und ihres internationalen liberal-kapitalistischen Systems verschließen.

Was Sie gesagt haben, ist insofern für sich allein genommen richtig - und doch bezogen auf den besonderen Tag, also den Jahrestag des Endes eines souveränen deutschen Staates und den Beginn der Fremdbestimmung - wenig.
Der erfreuliche Umstand, dass am 8. Mai 1945 die NS-Diktatur endete korrespondiert ja mit dem schlechten Umstand, dass gleichzeitig auch die politische Freiheit und Selbstbestimmung für die Deutschen aufhörten und nach alliiertem Willen auch aufhören sollten.
Als Herausgeber eines Magazins für Souveränität(!) hätten Sie eben diesen Aspekt des Souveränitätsverlustes eher noch stärker herauszustellen. Ich weiß, Sie haben darüber gesprochen, aber es hätte noch mehr im Mittelpunkt stehen können.

Sie wissen das, betrachten aber das Trauern über die Zerstückelung Deutschlands und den Verlust von Souveränität sowie über das Schicksal der Vertriebenen und Kriegsgefangenen für weniger sinnvoll als den Versuch, die Zukunft besser zu gestalten und Gegner anzugehen.
In diesem Sinne suchen Sie die Nähe zum souveränen Russland und haben sich auf die Institutionen des internationalen Finanzkapitals als eigentliche Gegner eingeschossen.

Man könnte sagen: Das ist mehr, ist weit aktiver und auch störender für unsere Eliten als das passive trauernde Erinnern an Vergangenes.
Von daher: Respekt!

Was hier allerdings irritiert, das ist eben der Eindruck, dass Sie das internationale Finanzkapital, den "angloamerikanischen Raubtierkapitalismus" und seinen militärischen Arm, die NATO, mehr hassen als dass Sie Deutschland und die Deutschen lieben ... !. (Die Formulierung hat ein anderer Forist weiter oben gebraucht.)

Ich glaube, dies ist einer der Gründe, weshalb Ihnen hier bei der Sezession mit Reserviertheit begegnet wird.

Der zweite Grund liegt natürlich in dem, was Kubitschek bereits gesagt hat, nämlich in der unterschiedlichen Sichtweise der Möglichkeit von qualitativem Fortschritt überhaupt.
Und das blinkt bei Ihnen natürlich immer mal hier und wieder durch: Der Glaube daran, dass es eine grundsätzliche bessere, gerechtere usw. Welt geben könnte.
Diesen Glauben halten wir Konservative ja für einen Irrtum, weshalb eben unsere Bereitschaft, bewährte traditionelle Strukturen zu erhalten größer ist.

Man fragt sich natürlich auch, weshalb Sie die deutsche Souveränität wollen?
Ist sie Ihnen wichtig um ihrer selbst willen, also deshalb, damit das deutsche Volk und assimilierte Zugewanderte nach eigenen Vorstellungen und Traditionen leben - oder deshalb, weil ein Wegbrechen Deutschlands die Position der USA in Europa ganz erheblich schwächen würde?! Ich erinnere an jene von @ Konservativer verlinkte Rede George Friedmans (US-Thinktank "Stratfor") über den unbedingten Willen der USA, Deutschland und Russland zu trennen. Was übrigens auch erneute US-Militärschläge gegen ein mit Russland verbündetes Deutschland wahrscheinlich werden lässt ... !

Nun gut, für Sie als ehemaligen Linksextremisten und Antideutschen mag es bereits ein seeehr weiter Weg gewesen sein zur jetzigen Position.
Übrigens waren es eben diese antideutschen Tiraden, die Sie in den frühen 1990ern losließen, die mich vom ehemaligen Grünen zum Nationalkonservativen werden ließen.
Sie sind der Geburtshelfer meiner heutigen politischen Haltung!

Entscheidend ist aber bei allen Unterschieden, dass man überhaupt miteinander im Gespräch ist und dass man im Hinblick auf die unser Land und unsere Souveränität noch weiter zerstörende Zuwanderung gemeinsam auftreten kann.
Denn dass die massenhafte Zuwanderung nach Deutschland nebst der Zerstörung von Strukturen für uns Konservative das wichtigste vordergründige Problem ist – noch wichtiger als die Existenz NATO – das wissen Sie ja…

Grüße von einem Waldgänger, (nicht dem, der in COMPACT geschrieben hat).

Judith
10. Mai 2015 14:25

Schon die Grund-Annahme der Putin-Anhänger, die russische Besetzung in Deutschland sei beendet, ist verkehrt. Verlustigt gegangen ist ihr der sichtbare Teil: Armee und Armeestützpunkte.

Die geistige Besetzt-Haltung, deren Instrument ja vor allem die Geschichtsschreibung ist, hat aber gerade Putin wieder erneuert und gefestigt. Denn was unter Putins Vorgängern aus sowjetischen Archiven bis dahin ans Tageslicht gekommen war, war ja geeignet, das bis dahin zementierte Siegernarrativ komplett zu de-legitimieren.

Ich bin mir sehr sicher, dass nach Putins Schluss-mit-der-Vergangenheitsbewältigungs-Doktrin nicht nur in Russland einige Sektkorken geknallt haben.

Nicht dass ich annehme, Putin selbst glaubt diesen Schwachsinn vom ehrenvollen, ruhmreichen vaterländischen Krieg - dazu ist er m.M. nach zu intelligent. Ich vermute aber [vermuten, nicht wissen] dass Putin das zerrüttete Russlandhaus - um ein Bild anzubieten - erst stabilisieren will, bevor er es umbaut - und dazu braucht er das sowjetische Siegernarrativ.

Und genau hier liegt logischerweise der Kollisionspunkt mit der deutschen Rechten.

Philip Stein
10. Mai 2015 14:35

Jürgen Elsässer, bei allem Verständnis für Ihre Anliegen und auch aller vorhandenen persönlichen Sympathie: Es ist Ihrerseits keineswegs differenziert, davon zu sprechen, der Faschismus sei eine "Waffe des internationalen Finanzkapitals", so wie Sie es im Zuge des 09. Mai in Berlin verlautbart haben.

Ich empfehle Ihnen wärmstens, vorhandene Werke zum Faschismus zu studieren. Weißmann etwa, ganz bestimmt auch Benedikt Kaiser, der vielfach gute Bücher und auch Aufsätze hierzu veröffentlicht hat. Der Faschismus ist eine Antwort auf das von Ihnen beschriebene Finanzkapital und die damit einhergehenden Drahtzieher. Kommen Sie bitte weg von diesem putinistischen "Antifaschismus", der nicht nur Unsinn ist, sondern uns alle nicht gerade weiterbringt.

Mathias
10. Mai 2015 15:15

Die Putin-Begeisterung ist das Stockholmsyndrom der Rechten. Es gibt für einen Deutschen keinen Grund, jemanden zu verehren, der die Verbrechen der Roten Armee verleugnet. Man kann Putin allerdings dafür respektieren, daß er das tut, was unsere Politiker auch tun sollten, nämlich die Interessen der eigenen Nation, wie er sie versteht, zu vertreten.

Jürgen Elsässer
10. Mai 2015 15:25

Philip Stein: Das ist eine Detailkritik, die man andernorts verhandeln kann. Die entscheidende Frage ist doch: War diese Veranstaltung und diese Rede eine gegen Deutschland gerichtete, quasi in Weiterführung der Intention von Joachim Gauck und Götz Aly, wie hier von Kubitschek zumindest unterstellt und von einigen Kommentatoren eifrig aufgegriffen wurde?

Yvonne
10. Mai 2015 15:40

Philip Stein, so ist es! Wie billig ist es doch, den Sprachgebrauch unserer großartigen Antifaschisten zu übernehmen und Faschismus unreflektiert als Synonym für Chauvinismus, Machtmissbrauch oder einfach Rücksichtslosigkeit zu nehmen, als die ureigene Handlungsart des Bösen.
So nach dem Motto, jetzt können wir endlich auch mal auf der Seite des unangreifbar Guten stehen, weil wir die anderen gerade als Faschisten gebrandmarkt haben.
Aber die intellektuelle Aufnahmebereitschaft des Publikums hielt sich ja sowieso in Grenzen, kamen doch gerade ein paar übermotivierte Antifanten des Wegs, die die volle Aufmerksamkeit eines Großteils dort beanspruchten.

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 15:54

@ Philip Stein @ Jürgen Elsässer M.M. geht es doch gar nicht um Faschismus. Es geht doch, vorausgesetzt man will das, um unser deutsches Vaterland. Ich will wieder (ich selbst tue das seit langem), dass jeder Deutsche sagen kann: "Ich bin stolz, Deutscher zu sein" und jeder sagen kann: "Das ist mein deutsches Vaterland". Ich will, dass dieser Verbalterrorismus von Leuten wie Merkel, Gauck, Schäuble, Gabriel, Fatima Roth usw. beendet wird, die Deutschland und uns Deutsche mit Dreck bewerfen und wie Augstein öffentlich in die deutsche Fanhe rotzen, nicht mehr möglich sein darf.

Deutschland machte nach Bismarck, dem größten Kanzler, den Deutschland hatte, m.M. immer wieder den Fehler, irgendwelchen "Verbündeten" oder vermeintlichen Freunden nachzulaufen. Wozu? Was habane andere Nationen im Vergleich zu Deutschland der Welt gegeben. Das sollte sich mal jeder vor Augen halten.

Eveline
10. Mai 2015 15:55

Nichts wiegt schwerer, als "der Verrat der eigenen Denktradition" G.K
Und damit ist alles zerstört. Und niemand weiß, was wir (Deutschen) wirklich verloren haben, weil die richtig uns durchwebenden Vokabeln, deren Klang fehlen. Wie in einem Orchester, nicht nur das ein Dirigent fehlt, nein es fehlen auch uns wichtige Instrumente.
Und Anglizismen, sie sind nichts weiter als Ersatzstoffe in einer Tütensuppe.
Sie nähren uns nicht.
So gilt es Klang- Brücken zu bauen.
Für mich kommt nur Richtung Osten in Frage.

Hajo Blaschke
10. Mai 2015 16:50

@ Judith Ich stimme dem Gesagten grundsätzlich zu. Aber ich sehe jetzt nicht genau, wo die Kollision des Russischen Siegernarrativs mit der deutschen Rechten liegt. Vor allem sehe ich keine Rechte in Deutschland. Ich sehe Parteien und Leute, die sich vorwerfen lassen, Rechte zu sein. Von wem? Von einer Linken? Soll etwa die Antifa links sein? Wo war denn zwischen 1920 und 1933 der Unterschied zwischen Rotfront und SA? In beiden waren Arbeiter die Schlägertrupps der jeweiligen Arbeiterarteien KPD und NSDAP. Wenn ich nicht irre, hatte auch die SPD solche Schlägertrupps; Herbert Frahm war wohl dort involviert. Bürgerliche, also der gängigen Defintion nach rechte Parteien hatten so etwas nicht.

Nun zu Russland: die Siegesparade wird dort seit 1964 gefeiert, bis dahin gab es diese Paraden nicht. Es ist eine Veranstaltung, bei der der Außenstehende fasziniert ist ob des geistigen Wegtretens der Feiernden, die zum Teil völlig im Siegeswahn sind. Ich habe nichts dagegen, wer das braucht, soll es feiern und dabei soviel Wodka inhalieren, wie es ihm beliebt. Einen Bezug auf mich als Deutscher sehe ich dabei nicht. Mich persönlich hat niemand besiegt. Warum sollte ich mich darüber aufregen. Mich tangiert doch auch nicht, wenn Franzosen ihre Blutrevolution als größtes Ereignis im Jahr feiern. Ich habe andere Feiertage, an denen ich froh und glücklich bin. Außerdem haben doch nicht Rechte den Krieg ausgelöst, es waren die nationalen Sozialisten gegen die internationalen Sozialisten. Braune und rote Sozialisten konnten sich eben noch nie vetragen.

Annemarie Paulitsch
10. Mai 2015 16:58

Da ich seit Jahr und Tag nicht mehr fernsehe, habe ich heute zufällig im Internet ein Foto von den Typen gesehen, die sich "Nachtwölfe" nennen! Diese Wänste sind mit Sicherheit kein Kompliment für die Gattung "Wölfe" und schon gar nicht nimmt man ihnen ihren russischen Patriotismus ab. Ich wette, der wechselt mit jeder Flasche Wodka!

Gustav Grambauer
10. Mai 2015 17:29

Hajo Blaschke

In Ihrer Erwiderung auf meinen Beitrag sehe ich keinen Dissens, aber in einigen anderen (wobei ich aufgrund der Fülle nicht auf alle Ihre Sichtweisen eingehen kann). Sie schreiben etwa:

"Mit diesen Verbrechen (über 40 Millionen Opfer) hätte Stalin angeblich dafür gesorgt, dass Russland von den jüdischen Verrätern an der Sache der Bolschwiki befreit wurde."

Es war genau umgekehrt: "Mit diesen Verbrechern haben die jüdischen Verbrecher (= Bolschewiki) dafür gesorgt, daß Rußland von seinen eigenen Eliten befreit wurde."

Weiterhin schreiben Sie: "Wenn Russland das wirklich will, sollte es als Besatzungsmacht Deutschlands, die es ja potentiell immer noch ist, einen ernsthaften Schritt tun und Deutschland einen Friedensvertrag anbieten."

Die Liste der russischen Friedensvertrags-Angebote ist lang. Sie haben Genscher 1990 sogar Königsberg angeboten. Irgendwann hört man auf, Angebote zu machen, wenn sich der Verhandlungspartner grundsätzlich uninteressiert zeigt. Ich hatte übrigens insgeheim vorgestern auf einen neuen (somit: Propaganda-)Knaller gewartet, aber wir wissen auch nicht, was hinter verschlossenen Türen so gesprochen wird.

"Stalin hatte wohl die Verbreitung des Kommunismus über die ganze Welt vor, deshalb war er auch Chef der Komintern – Kommunistische Internationale."

Als Einstieg in das Verständnis des komplexen Verhältnisses zwischen Stalin und der Komintern empfehle ich, dies rückwärtig von der Zerschlagung der Komintern durch Stalin anzuschauen. Dann wird manches klar, wozu ich nochmals auf meinen Beitrag beim Saker verweise:

https://vineyardsaker.de/analyse/russlands-verwundbarkeit-fuer-die-eu-us-sanktionen-und-das-militaerische-vordringen/

(Bitte mit dem Seitensucher meinen Namen suchen.)

- G. G.

Andreas Walter
10. Mai 2015 18:44

Ich muss zugeben, dass auch ich in 50 Jahren noch nie eine kurze, knappe und klare Definition darüber gefunden habe, was eigentlich Faschismus ist. Das hat mich schon immer gewundert, weil eben der Begriff so häufig und wie selbstverständlich verwendet wird. Die meisten Menschen die ihn benutzen meinen damit aber glaube ich einen totalitären Staat, also Totalitarismus, doch weil das Wort ein arger Zungenbrecher ist verwenden es viele nicht so gerne.

Andreas Walter
10. Mai 2015 18:53

Eselsbrücke: Bei Tota schon an Li denken, dann flutscht der Tarismus beinahe schon wie von selbst hinterher.

Dann bleibt nämlich nur noch die Frage, wie man extrem trickreichen und teilweise auch sehr brutalen Verbrechern und Betrügern Herr wird ohne einen ebensolchen Polizeistaat.

Thomas Schramm
10. Mai 2015 19:02

Danke für diesen Artikel, Herr Kubitschek.

Leider muß ich ihnen Recht geben die Verwirrung scheint riesige Ausmaße anzunehmen.
Dieser Volksfront-Querfront-Parolen-Tanz erinnert mich an das Friede-Freude-Eiapopeia der 68er.

Das heißt nicht, daß man Menschen ausgrenzen soll. Von mir aus kann man auch mit russischen Stalinrockern reden - aber man sollte sich nicht für billige Propaganda hergeben.

Die Krieg wurde nicht gegen Hitler geführt sondern gegen das deutsche Volk.

Bei Herrn Elsässer hatte ich solche Dummheiten schon befürchtet, von Herrn Bachmann bin ich schwer enttäuscht. Das zweite Mal.
Die erste Enttäuschung war die Einladung von Herrn Geert Wilders - das trojanische Pferd des Zionismus.

Karl Blomquist
10. Mai 2015 19:32

Resumee: Was tun?

Halten wir fest: Es ist weder mit den USA noch mit Russland ein Blumentopf zu gewinnen. Die Aktion mit diesen Nacktwölfen oder wie sie sich nennen zeigt, dass Russland nicht mit sich reden lässt.

Und halten wir ebenfalls fest:
Die Angreifer im Ersten Weltkrieg sind Russland (Ziel: Eroberung der Meerengen, Deutschland hatte den Fehler gemacht, sich mit der Türkei zu verbünden), England (Ziel: Beseitigung der deutschen Handelskonkurrenz und der dt. Flotte), und Frankreich (erneute Eroberung des Elsass und Lothringens), sowie die USA, da sie auf der Seite der Angreifer in den Krieg eintraten.
Das ist die Ausgangslage, WK II ist nur Folge.

Die Rückgabe der Ostgebiete ist condicio sine qua non für die Herstellung des Gleichgewichtes in Europa. Die muss Russland wieder herausrücken, ebenso wie es die Amur-Provinzen an China und die Kurilen und den Sachalin an Japan zurückgeben muss.
Aber, wie gesagt, Russland hält auf biegen und brechen an seinen Geländegewinnen wie an seinen Märchen fest.

Logische Schlussfolgerung:
Deutschland muss sich mit China ins Einvernehmen setzen, und dessen Aufstieg unterstützen, wo es nur nur geht.

Martin
10. Mai 2015 19:51

Ich kann mich noch gut an die so genannte "Wende-" Zeit erinnern. Als zunächst ganze Kolonnen von Versicherungsvertretern und dann Autoverkäufer den "wilden Osten" erobern sollten, in dem man die Ossis erst einmal zu überhöhten Preisen völlig über- und auch falsch versichert hat und ihnen jede Menge unnötiger Autos angedreht hat ("Weil Sie es sind, bekommen Sie 2% Rabatt auf den guten Toyota bei Barzahlung - Aber erzählen Sie nichts davon ihren Freunden, sonst bin ich den Händlervertrag los", "So eine Gepäckversicherung ist doch das A und O, jetzt, wo Sie reisen dürfen" etc.). Das erste was der gute Vertriebler gebraucht hat, war eine größere Anzahl an "Judas Pferden", also musste er rasch genügend Ossis als Subalterne rekrutieren, die dann mit ihrem Einheimischen- Bonus die Herde in den Stall führen sollten. Einer meiner besten Kunden (deutschlandweit tätig, mittlerweile 35tsd Arbeitnehmer, kein Versicherer, kein Autohändler, mehr mag ich online nicht sagen), hat für den Marktzugang ganz gezielt Ex- Stasi und -SED Kader angeworben, auch Leute, die nicht mehr in den öffentlichen Dienst kamen oder wegen ihrer Vergangenheit entlassen wurden etc. und siehe da, das war genau das richtige Rezept - er kam an lukrative Aufträge und Firmen mit "stillen Reserven", wo man nur die Belegschaft raus schmeißen musste und die man dann ausschlachten konnte, etc. Es hat sich gelohnt, mit den richtigen zusammenzuarbeiten.

Genau daran musste ich denken, als ein Herr Elsässer etwas von "Besserwessis" schrieb - Da mischt einer aus dem Westen den Polit- und Publizisten- Markt vorrangig in Mitteldeutschland auf, will die entsprechende "Credibility"und Bachmann & Co als Judas-Pferde. Das Spiel funktioniert also - umsatztechnisch bewertet - etliche Stufen tiefer auch heute noch ... Na ja, irgendwie muss man in der engen Nische der Politpublizistik ja überleben (kann ich verstehen ;) ).

Und der Herr Grambauer phantasiert was von Suchoi Bombern, die die Ex BÄHERDÄH atomisieren sollen - Für mich nur die Bestätigung, dass man bei der ach so schlimmen Bundeswehr die bessere ABC Ausbildung bekommen hat, denn dort wurde uns beigebracht, dass der "Russe" wohl kaum Atombomben auf Westdeutschland werfen wird, da bekanntermaßen die in Mitteleuropa vorherrschenden Westwinde den Dreck in den Osten blasen werden. Stattdessen wurde klar gesagt, dass die BRD von Frankreich, GB und den USA zur nuklearen Sperrfeuerzone erklärt werden wird, atomar vermint wird etc., eben um den Vorstoß der roten Armee Richtung und über den Rhein aufzuhalten. Die BW hatte nur die Aufgabe, die nötige Zeit dafür der Nato zu verschaffen ... Da sieht man mal wieder, dass bereits damals manches im Westen wesentlich realistischer gesehen wurde. Und so sieht es mit der ganzen Russophilie aus - Phantasie, Wunschdenken, nichts weiter ...

Jedem, der in Russland den Retter sieht, wünsche ich 2 Jahre lang Geschäfte mit Russland machen zu müssen, dann wird er nachvollziehen können, dass bspw. bei meiner Firma und etlichen Kunden von uns für dieses Klientel absolute Vorkassepflicht gilt, wenn sie überhaupt die heiligen Hallen betreten dürfen.

Aber in irgendwelchen Taleinschnitten in Sachsen (bin erst morgen wieder im Vogtland - immer wieder gerne) mag man das anders sehen (ist ja auch meist recht unterhaltsam und versprüht einen gesunden Hauch von Exzentrik). Mir jedenfalls ist das aber alles im Zusammenhang mit dem Ende Deutschlands vor 70 Jahren zu viel Clownerie. Dafür gibt es andere und bessere Anlässe. So wird das jedenfalls nichts mehr mit Deutschland.

Karl Blomquist
10. Mai 2015 19:53

Mitten im Frieden überfällt uns der Feind

Die Rede Kaiser Wilhelms vom August 1914 gibt die Lage treffend so wieder wie kaum eine anderes Dokument.
Kaiser Wilhelm sah den Ersten Weltkrieg nur als eine erste Runde in den Auseinandersetzungen an, die hauptsächlich von den Angelsachsen und deren Streben nach Weltherrschaft ausgingen, aber wie gesagt, auch von Russland.

WKI war sozusagen das Achtelfinale, dann kam das Viertelfinale, in dem Deutschland in Gefangenschaft der USA und Russlands geriet, das Halbfinale können wir vielleicht gerade zwischen den USA und Russland beobachten. Aber egal wer dort gewinnt, das Endspiel geht an China.
Und das ist ein Glück.

Legionär
10. Mai 2015 20:41

@ Blauzahn
"Elsässer würde ich respektieren, wenn er sein Volk mehr liebte als er die NATO haßt. Das heißt für die Sezession (und alle, die sich zugehörig begreifen) doch wohl, hier trennen wir uns."
Wie kommen Sie zu dieser negativen Einschätzung von Elsässer? Ich lese auch sein Monatsmagazin "Compact Magazin" und komme nicht zu diesem Schluss, sondern schätze ihn als linken Patrioten.
Ich teile grundsätzlich Kubitscheks Meinung zum 8. Mai. Eine echte Befreiung sieht anders aus, als der Einmarsch der Alliierten verbunden mit einem rücksichtslosem Bombenkrieg und der millionenfachen Vertreibung deutscher Zivilisten. Allerdings sollte uns eine unterschiedliche Bewertung des 8.Mai nicht auseinanderdividieren lassen. Bei der Schaffung und Aufrechterhaltung einer Querfront, kommt es darauf an die wichtigen Ziele in den Vordergrund zu stellen.
Vor 70 Jahren wurde nicht nur das NS-Regime abgeschafft, sondern das deutsche Volk erfuhr eine krachende Niederlage, war jedoch dennoch nicht in seiner Existenz bedroht. Heute haben wir eine völlige andere Situation. Das Volk der Deutschen steht vor dem Abgrund, es droht das Ende der Existenz in einer einigermaßen unvermischten Form! Die Mehrheit der deutschen Restbevölkerung begreift sich noch nicht mal als Volk nach dem Abstammungsprinzip oder betrachtet den Bevölkerungsaustausch gleichgültig bzw. sieht ihn zum Teil sogar als positive Bereicherung. Durch Masseneinwanderung und Rassenvermischung (Schwarze, Orientalen, Asiaten) wird allerdings nicht nur das deutsche Volk, sondern auch die europäischen Nachbarvölker Stück für Stück zersetzt. Ich halte da eine Zusammenarbeit zwischen den nationalistischen Gruppen aller europäischen Völker für sinnvoll um eventuell doch noch eine WEnde zu schaffen. (zb. könnte man den Front National unterstützen, denn der FN ist derzeit die einzige genuin rechte Partei in Europa, die eventuell eine Chance hat auf dem derzeit formal demokratischen Wege an die Macht zu kommen, wenn dieser dann an der Macht ist könnte das zu einer ARt Initialzündung für den Rest Europas führen oder ein Frankreich unter Le Pens Führung könnte dann andere national-völkische Bewegungen wie zb. in Deutschland unterstützen)
Generell plädiere ich für einen ergebnisorientierten neuen (sowohl deutschen als auch europäischen) Nationalismus. Dazu gehört auch zwar legitime, aber unrealistische Ziele fallen zu lassen, zb. sollte keine ernsthafte rechte Partei die alten Ostgebiete zurückfordern! Dagegen halte ich es für vernünftig, dass die deutsche Rechte freundschaftliche Kontakte mit Russland pflegt! Eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und Rohstoffbezug aus Russland könnte uns von den USA unabhängig machen. Sollte wirklich mal in den nächsten 20 jahren eine genuin rechte Bewegung in Deutschland an die Macht komme, weil die Mehrheit der Deutschen doch noch endlich aufwacht, könnte es zu Wirtschaftssanktionen der USA und anderer Staaten kommen. Rohstoffbezug aus Russland und wirtschaftliche Kooperation könnten uns da vor dem Zusammenbruch retten!

Gustav Grambauer
10. Mai 2015 20:58

Humor muß ja auch sein, ich find`noch die von G. K. gewählte Überschrift "Was tun ..." lustig ...

https://de.wikipedia.org/wiki/Was_tun%3F

- G. G.

Nemo Obligatur
10. Mai 2015 20:58

@ Hajo Blaschke

"Alle ihre Behauptungen sind durch geschichtliche Fakten komplett widerlegt. Ihre Behauptungen sind Zitate aus antifaschistischen Schulbüchern und aus Systemgazetten. Sie sollten aufhören, andere Leute mit ihren nachgeplapperten Weisheiten zu drangsalieren."

Ich "drangsaliere" niemanden. Im übrigen können Sie das, was Sie "meine Behauptungen" nennen, in praktisch jedem Geschichtsbuch nachlesen, das seit Ende des Zweiten Weltkriegs erschienen ist und sich mit der Thematik beschäftigt. Aber vielleicht sind Sie ja so freundlich und lassen mich an Ihrem Wissen teilhaben? Wo kann ich nachlesen, was Ihrem Kenntnisstand entspricht?

kevin allein zu hause
10. Mai 2015 21:02

Zumindest scheint Herr Lucke diese Tage im Mai zum Überlegen bzw. zur persönlichen Kapitulation genutzt, sofern man den "Leitmedien" glauben kann.....

Yvonne
10. Mai 2015 21:05

Bei aller geäußerten Kritik, wir müssen ja die Sache jetzt am Laufen halten, und auch Herr Elsässer trägt einen sehr guten Teil dazu bei. Können wir froh drüber sein. Und so ein bisschen Querfront bzw. Interaktion zwischen ihm und den Sezessionisten fände ich trotz der Differenzen gar nicht schlecht. Da kann es schön lebendig werden und es gibt Raum für Anknüpfungspunkte.

Karl Martell
10. Mai 2015 21:07

@ Karl Blomquist

"Aber egal wer dort gewinnt, das Endspiel geht an China.
Und das ist ein Glück."

Warum war es China wohl möglich, die Industriekapazitäten der USA und anderer Staaten an sich zu ziehen, ohne das es zu grundlegenden Problemen mit diesen Staaten kam? Eben weil die die Welt regierende Finanzoligarchie das so wollte! Das Finale ist schon entschieden! Die USA werden in den Orkus eingehen, China wird der neue "Weltpolizist" der internationalen Finanzoligarchie! Unklar ist nur noch, ob Europa DURCH oder MIT Russland untergeht! Und das ist definitiv KEIN Glück! Aber eine logische Weiterführung der Machtpolitik der Oligarchen!

Karl Blomquist
10. Mai 2015 21:27

Russland will auf biegen und brechen festhalten

an der gegen Deutschland gerichteten Roosevelt-Stalin-Allianz, an seinen Geländegewinnen wie an den Rechtfertigungs-Märchen. Offenbar selbst dann, wenn die USA sich massiv gegen Russland richten.
Russlands Sturheit zwingt es zu einem Ausverkauf an China.
Welches zehn mal grösser ist. Russland dürfte so mittelfristig zur Rohstoffkolonie Chinas werden, die USA in der Alten Welt oder überhaupt keine Rolle mehr spielen. Aus deutscher Sicht eine unterstützenswerte Entwicklung, denn mit China kann man reden, eines Tages vielleicht auch über die Ostgebiete. Mit Russland offenbar nicht.

Findling
10. Mai 2015 21:40

Der heutige Deutsche zeigt Gesicht als Deserteur oder gar als Partisan gegen das Eigene. Er kennt und duldet nur noch die Perspektive seiner Bezwinger. Gibt es einen Autorassimus? In der Medizin sind Autoaggressionskrankheiten wohl bekannt.

Der gestrige Deutsche sehnt sich nach einem Parzival, der die erlösenden Worte spräche: wie geht es dir Ohm Deutschland? Und das Land würde gesund.
Die Lage ist so aussichtslos, dass eine messianische Erwartung aufkommt. Denn es geht nicht nur um das Politische. Es geht um eine umfassende Attacke: das Satanische schwimmt weltweit obenauf.

Karl Blomquist
10. Mai 2015 22:05

@Karl Martell:
Die "internationale" Finanzoligarchie ist eben gerade nicht China.
Im Gegenteil, China entzieht der "internationalen" Finanzoligarchie die realwirtschaftliche Basis und damit den Teppich weg.

Jürgen Elsässer
10. Mai 2015 22:05

Bedanke mich besonders bei "Waldgänger" für die sehr kluge Kritik! Insgesamt gesehen sollten wir die Differenzen aushalten können, ich bin jedenfalls bereit dazu. Der "Resonanzboden" (G.K.), der von Pegida geschaffen worden ist, kann nur erhalten bleiben, wenn erkennbar (!) unterschiedliche Strömungen auf diesem Boden sichtbar bleiben. Es wäre tragisch, wenn sich Sezessionisten und Compacteros in Fragen der Vergangenheitspolitik zerstreiten, wo man in Fragen der Gegenwartspolitik viele Berührungspunkte hat.

antwort kubitschek:
erkennbar unterschiedlich sind compact und sezession sowieso, und natürlich gibt es eine breite gemeinsame front. aber sichtbar geworden sollte sein: es gibt für die sezession bereiche, mit denen und in denen politisch nicht gespielt wird. nicht alles ist flexibel, nicht jede kröte paßt durch unseren schlund, nicht jeder sozius einer schweren russischen maschine ist für unseren hintern gemacht.

jack
10. Mai 2015 22:50

"Willkommenskultur" für jeden, der sich an unsere Gesetze hält (Elsässer) führt vielleicht etwas langsamer zum Volkstod, letztendlich bewirkt er ihn aber auch, daher kann nur ein Stop vielleicht eine Änderung herbeiführen.

Auch die Pauschalisierung der "Amerikaner" ist mir zu simpel. Die "Eliten" dort sind nicht "die Amerikaner" genausowenig wie die politische "Elite" der BRD "die Deutschen" sind.

Wer von "Putins Oligarchen" spricht, sollte sich klarmachen, dass es Oligarchen erst seit dem Zusammenbruch der Sojwetunion gibt und da war Putin nicht in der Veranwortung.

Um die Geschichte Russlands der letzten 100 Jahre zu verstehen, sollte man vielleicht die drei Bände Solschenizyn's "Archipel Gulag" lesen und das Spätwerk des Autors "Zweihundert Jahre zusammen", 2 Bände,
https://wikispooks.com/wiki/200_Years_Together#Chapt
er_List

Jürgen Elsässer
10. Mai 2015 22:50

die parole heißt: hic rhodus, hic salta! wer den zweiten weltkrieg nochmal gewinnen will, hat den dritten schon verloren, lieber götz!

antwort kubitschek:
das ist jetzt albern: wir wollen diesen krieg nicht im nachhinein gewinnen (nochmal geht ja gar nicht), sondern an bestimmten tagen unsere ruhe. davor und danach: attacke!

Judith
10. Mai 2015 22:57

@Hajo Blaschke

Zuerst einmal Dank für die interessanten Beiträge hier [gilt auch allen anderen Foristen ] - und nein, das ist keine Anwanzerei. An niemanden.

Nehmen wir nun also nach dem Florett das Schwert:

Wie müsste denn eine deutsche Rechte beschaffen sein, um vor Ihren Augen Gnade zu finden.

Wie?

Und bitte keine endlosen akademischen Abhandlungen, lieber kurz und prägnant. Ich bin als Frau ja eher einfach gestrickt.

Jürgen Elsässer
10. Mai 2015 23:00

Die Aufregung über Elsässer/Bachmann und die Nachtwölfe würde ich besser verstehen können, wenn es eine ähnliche Aufregung um Kubitschek/Bachmann und Wilders gegeben hätte. Aber die gab's hier nicht – oder habe ich was verpasst? Kann mir das jemand erklären? Denkt hier jemand, der tote Stalin (mit seinen späten Anhängern auf den Motorrädern) wäre für Deutschland eine größere Gefahr als der lebende Netanjahu mit seinem Propheten Wilders? Ganz im Ernst!

antwort kubitschek:
diese frage ist schon beantwortet: wilders war bachmanns versuch, mit dem preßlufthammer durch die schweigemauer zu kommen. hat halb und halb funktioniert. und wilders israel-freundschaft ist - wie bei pi - der versuch, wenigstens eine front weniger zu haben. funktioniert natürlich nicht. und zu den stalin-fans auf ihren mofas: gefährlich sind die nicht für deutschland, aber geschmacklos in ihrer tour auf den spuren der roten armee bis berlin.

Bernhard
10. Mai 2015 23:03

Ich kenne viele Sezession-Leser, die auch Compact lesen, jedoch auch die Gegensätze sehen. Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten.

Wir sollten versuchen, das Trennende zurück zu stellen, wo es möglich ist.

Wenn Elsässer sagt, daß die Trennlinie beim Völkischen liegt und wir auch in der Beurteilung der Vergangenheit keine gemeinsame Linie finden, wird es allerdings eng.

Wir kennen Marx und seine Nachfolger von Adorno bis Zizek, aber Elsässer kennt weder Lynn noch Rushton, weder Sarich, noch Jensen. Auch keinen Günther. Von den Revisionisten ganz zu schweigen.

Ich bin so arrogant zu behaupten, daß die Ex-Linken sowohl noch in ihrem induzierten Irresein verhaftet sind, als auch schlicht nicht genug darüber wissen. Sie sind es, die einen enormen theoretischen Nachholbedarf haben.

Aristoteles
10. Mai 2015 23:27

@jefreiter
Sie sagen:
"Viel besser als dieser DDR-artige Antifaschismus von Legida, Pegida und Elsässer. Das stinkt nach sowjetischer Freundschaft"

Als Rechter stelle ich fest, dass die Völker des Warschauer Pakts wenigstens noch Völker geblieben sind.
In den westlichen Republiken, in denen es nach amerikanischer Freundschaft stinkt, spielt sich derzeit ein Völkermord ab, der von den meisten Bunzelbürgern der BRD sehenden Auges hingenommen wird.

@Mathias
Sie sagen:
"Es gibt für einen Deutschen keinen Grund, jemanden zu verehren, der die Verbrechen der Roten Armee verleugnet."

Wer verehrt hier wo jemanden, der die Verbrechen der Roten Armee verleugnet?

Beziehen Sie sich auf diese Klarstellung?
https://www.sezession.de/49589/was-tun-1-in-den-kommenden-tagen.html#comment-205337

@hajo blaschke
Sie sagen:
"keine Stalinverherrlichung auf deutschem Boden"
"kein Anbiedern an russische Politik"

Keine Churchill- und Roosevelt-Verherrlichung auf deutschem Boden.
Kein Anbiedern an die US-TTIP-NSA-Ramstein-Air-Base-Politik.
Für die Hinwendung zu einer Politik, die sich für den Erhalt des eigenen Volkes einsetzt.

"Deutschland machte nach Bismarck, dem größten Kanzler, den Deutschland hatte, m.M. immer wieder den Fehler, irgendwelchen Verbündeten“ oder vermeintlichen Freunden nachzulaufen."

Wann, meinen Sie, war das?
Nach 1918 war Deutschland gezwungen, sich nach Bündnispartnern unzusehen (s. Rapallo).
Seit 1945 befindet sich Deutschland in einer noch stärkeren Abhängigkeit, vgl. Gustav Grambauer:
"Ich wundere mich über so viel Naivität und Träumerei ..."

@Thomas Schramm

Sie sagen:
"Dieser Volksfront-Querfront-Parolen-Tanz erinnert mich an das Friede-Freude-Eiapopeia der 68er"

Dieser Volksfront-NationalerWiderstand-Stillstand erinnert mich sehr an das immer leiser werdende V-Mann-dirigierte Kriegs-Ärger-Popeia seit ungefähr 68 Jahren.

@Martin
Wie?
"Einer [Ihrer] besten Kunden [...] hat für den Marktzugang ganz gezielt [Mafiosi] angeworben [, die] an lukrative Aufträge" herankamen?
Wundert mich nicht, dass Sie zugeben: "irgendwie muss man [...] ja überleben (kann ich verstehen ;))"

"Jedem, der in Russland den Retter sieht, wünsche ich 2 Jahre lang Geschäfte mit Russland machen zu müssen"

Es gibt welche, die gute und gerne Geschäfte mit Russland gemacht haben. Ich verweise auf einen Artikel in der jüngsten Compact-Ausgabe 'Bauernopfer Mittelstand - [...] Sachsens Unternehmer schlagen Alarm - die Bundesregierung schweigt' über die EU-Sanktionen gegen Russland und Jürgen Naumann, den Inhaber des Chemnitzer Werkzeugmaschinenherstellers Niles-Simmons-Hegenscheidt.

"Da sieht man mal wieder, dass bereits damals manches im Westen wesentlich realistischer gesehen wurde"

"bereits damals" wie jetzt? Meinen Sie mit 'realistischer' auch die Unausweichlichkeit des Völkermords und der Aggressionspolitik des Westens in der Ukraine, im Irak, in Afghanistan, in Libyen, in Syrien?

Karl Blomquist
10. Mai 2015 23:44

Cetero censeo:
Es war Russland, welches uns 1914 angegriffen hat.
Das ist Ausgangslage.

Hühnerbaron
11. Mai 2015 00:05

Die Russen haben ein den Deutschen ähnliches Vergangenheitsproblem: Die Geschichte beginnt mit dem zweiten Weltkrieg. Es ist geradezu so als ob unsere beiden Lände an diesem Datum zur Welt kamen. Die Russen können so die Teilschuld am ersten Weltkrieg und vor allem den Zivilisationsabbruch der Oktoberrevolution verdrängen.
Dieses Glück ist allerdings teuer erkauft. Bis auf die Wiedereinsetzung des orthodoxen Klerus ist eine Anknüpfung an weiter zurückreichende Entwicklungslinien - Rachmaninov, Tolstoi, Dostojewski dergleichen sind nach 1917 nicht mehr aufgetaucht (vielleicht noch mit Abstrichen Ilf und Petrov, aber die wurden jedenfalls teilweise vor der Revolution ausgebildet) - nicht gelungen und wohl auch nicht möglich. "Ohne Revolution hätte Stalin den Krieg nicht gewonnen." Solange man diese Verbindung nicht kappt, und aufhört Kausalität mit Telos zu verwechseln, wird Russland in seiner geistigen Entwicklung ebenso auf der Stelle treten wie Deutschland, dass meint, alles vor dem Krieg liegende sei von Arminius an zielgerichtet auf Hitler zugelaufen.

PS: Wie immer überschätzen viele der Kommentatoren - und ich denke auch Herr Elsässer - die Macht der USA und des "Finanzkapitals". Es mag Zuversicht verheißen, einige wenige oder eine entfernte Macht am Werke zu sehen. Die Dinge die hier in Europa geschehen, sind aber doch längst ein Selbstläufer. Wenn die USA morgen implodieren, sitzen immer noch die gleichen Leute hier an der Macht. Wie naiv kann man sein, diese eigenen Überzeugungstäter nur als Marionetten zu begreifen, die plötzlich Rechts schreiben würden wenn die USA einen isolationistischen Kurs fahren würden? Seid ihr so alt? Habt ihr denn kein Gymnasium besucht, in denen 90% der Schüler ehrlich überzeugte Volksverräter waren? Diese Leute würden eher einen Hutu als Regierungschef dulden als Kubischek oder selbst Elsässer.

Konservativer
11. Mai 2015 02:17

@Bernhard

"Ich bin so arrogant zu behaupten, daß die Ex-Linken sowohl noch in ihrem induzierten Irresein verhaftet sind ...!
Danke für die Blumen.
Ich teile beherzt aus (wenn auch nicht gegen rechts), ich stecke wacker ein.
In einem anderen Forum meinte vor geraumer Zeit ein Forist, er traue keinem Linken, auch keinem Ex-Linken. Letzteres kann ich nachvollziehen, insbesondere in Hinsicht auf "Maulwürfe" oder so etwas.
Wer will, wenn er im Schildwall steht, schon einen unsicheren Kantonisten neben sich haben, einen, der bei der ersten sich bietenden Gelegenheit seinen Platz verläßt und zum Feind überläuft (siehe beispielsweise den Fall Oertel et. al. in der Pegida, was wiederum zeigt, daß nicht allein Ex-Linke unsichere Kantonisten sein können).

Ich bin ein Angehöriger der Unterschicht, der einfachen Leute und ich halte es auch als nunmehr Neurechter nach wie vor für gut und richtig (und nicht für ein indziertes irresein), u.a. eine Lanze für diese Menschen zu brechen und darauf hinzuweisen, daß wir keine Heloten oder so etwas sind. Auch wir kleinen Leute sind Teil des Ganzen und ich persönlich kämpfe (im Rahmen meiner Fähig- und Möglichkeiten) für das ganze Volk, nicht nur für einen Teil davon (Partikularinteressen).

Was ich unter rechts verstehe kann in dem Buch von Norbert Borrmann „Warum rechts? Vom Wagnis, rechts zu sein“ nachgelesen werden:
https://www.sezession.de/30387/norbert-borrmann-warum-rechts-vom-wagnis-rechts-zu-sein.html

Günter Maschke hat es einmal pointiert folgendermaßen charakterisiert:

"… sie können nicht sagen, daß der Mensch böse und gefährlich sei und Autorität, Kontrolle und Strafe braucht. Man wird immer wieder feststellen, daß es heute nur noch Linke gibt, es gibt gar keine Rechten mehr bei uns. Sie können heute nicht sagen, daß der ganze menschliche Prozeß ein Jammertal ist, in dem man mühselig der menschlichen Anarchie nur durch Autorität, Ordnung und Repression Herr werden kann. Allein das wäre rechts, und da bleibt bei genauer Betrachtung heute im Lager der Rechten nicht viel übrig.
..."

(aus Claus M. Wolfschlag - "Bye-Bye '68...: Renegaten der Linken, APO-Abweicher und allerlei Querdenker berichten", 1998)

Nicht allein aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen stimme ich ihm dahingehend zu, daß "man mühselig der menschlichen Anarchie nur durch Autorität, Ordnung und Repression Herr werden kann."

Doch damit dies nicht aus dem Ruder läuft und in einem totalitären Staat endet, müssen geeignete Menschen an die Schalthebel der Macht.
In Deutschland hat man das schon einmal hinbekommen (Preußen, II. Kaiserreich):
https://www.sezession.de/1420/letzte-ausfahrt-weiter-hinten-der-deutsche-sonderweg.html

Fragen Sie mich nicht, wie das heute gehen soll, doch vom Prinzip her müsste es noch möglich sein. Ich befürchte allerdings, daß sich das Zeitfenster in absehbarer Zeit schließt.

Eines noch, der Weg von Links nach Rechts ist weit, doch der Weg von antideutsch zu prodeutsch ist, wie ich meine, weiter.
Ich finde es erfreulich, daß Jürgen Elsässer ihn beschritten hat.

Harald de Azania
11. Mai 2015 05:28

@ Judith:

Ihre Frage: Wie muesste eine Deutsche rechte beschaffen sein?

Ihr Name ist bereits Programm.

Die Deutsche Rechte muesste dem Kulturnihilismus genauso effektiv begegnen wie Judith dem Holofernes ..

Beste Gruesse, HdeA
\

Thomas Schramm
11. Mai 2015 06:57

Geert Wilders und Stalin-Rocker sind Versuche die Mauer durch "Machenschaften" und unehrliche Tricks zum Einsturz zu bringen.

Das funktioniert aber nicht und stärkt nur der weltweiten Lüge.

Ehrlichkeit und aufrechter Gang ist gefragt. Das ist aber nur von reifen Menschen zu erwarten und nicht von großen Kindern, die mit Panzern spielen.

Rosemarie Krieger
11. Mai 2015 07:09

Lasst den Russen doch ihre Militäraparaden. Das hat bei denen Tradition. Die Verbrüderung von Elsässer mit den Nachtwölfen finde ich zwar auch etwas grenzwertig, aber nachvollziehbar vor dem Hintergrund, dass eine vernünftige Zusammenarbeit mit Russland das Gebot der Stunde und dazu jedes Mittel recht ist. Die Selbsterniedrigung hat in diesem Land ohnehin ein Stadium erreicht, über das man sich eines Tages noch sehr wundern wird. Auf einem Banner der Nachtwölfe stand "Ruhm den Siegern, Ehre den Besiegten". Damit kann ich mich eher anfreunden als mit der Haltung der Bundesregierung und der anderen "Sieger".

@ CCCED
"Es gibt bis dato kein Medienprodukt, keinen Hollywood-Film, keinen kommerziellen Artikel, in dem Personen oder Symbole des dritten Reiches positiv konnotiert sind."

Doch gibt es, "The greatest story never told" von Dennis Wise. Kursiert im Netz. Auch interessant: der Clip "The man who fought the banks". Im englischsprachigen Ausland scheint man weniger Berührungsängste mit den positiven Errungenschaften des Nationalsozialismus zu haben als in deutschen rechten Kreisen (wie ich hier aus diversen Kommentaren herauslese). Eine interessante Beobachtung. Meiner Ansicht nach ist aber die Befreiung von der Naziphobie der erste Schritt zur Selbstbefreiung, vorher geht gar nichts. Wie Horst Mahler auch sagt, das war eine ganz neue historische Erfahrung und sicherlich hätte man vieles anders machen können und müssen, aber hinterher ist man immer schlauer, wir haben leicht reden.

Im übrigen: solange Revisionisten für ihre zumeist aus eigener Tasche finanzierten Forschungen noch ins Gefängnis kommen, und solange so viele Dokumente von der offiziellen Forschung ignoriert werden, weigere ich mich, das uns eingebläute Narrativ der Schreckensherrschaft anzuerkennen.
Ich bin Übersetzerin und konnte neulich mit eigenen Augen bezeugen, dass Zitate aus dem 3. Reich manipuliert und falsch übersetzt sind (ins Englische). Das wird dann aber demnächst so von einem großen amerikanischen Universitätsverlag gedruckt.

Im ZDF kam vor ein paar Tagen ein Bericht über die Rheinwiesenlager. Der Druck wächst.

Götz Kubitschek
11. Mai 2015 07:39

dank an alle.
gruß aus schnellroda!
götz kubitschek

Rightwing
20. Mai 2015 13:52

Die ganze offizielle Debatte um die "Befreiung" ist irgendwie lächerlich und widerlich zugleich.

Hitler kam durch legitime Wahlen durch das deutshe Volk an die Macht, das deutsche Volk stand hinter ihm und seiner Politik, einschließlich hinter dem Krieg, der ein preventiver Verteidigungskrieg war. Wer auch immer an der Macht gewesen wäre und Deutschland nach dem ersten Weltkrieg wieder zu jener wirtschaftlichen Größe verholfen hätte: die Alliierten hätten Deutschland angegriffen oder zum Krieg provoziert. Der wahre Schuldiger am Krieg ist jedoch derjenige, der ihn dazu provoziert und nicht derjenige, der ihn beginnt, sagt Macchiavelli. Und wann war es in der Geschichte Europas vor 1945 jemals eine Frage der Schuld, Krieg zu führen? Und wann danach?

Und hat man Churchills Spruch schon vergessen, daß es vollkommen gleichgültig sei, wer in jener Zeit an der Macht war, Deutschland mußte zerstört werden? Hat man vergessen, daß zum Krieg gegen Deutschland hauptsächlich die Tatsache beigetragen hatte, daß Deutschland das Drucken seiner eigenen Währung und die Führung seiner Banken wieder an sich gerissen hatte, was die Leute in der Wall Street nicht zulassen konnten? Agieren Wall Street und FED heute etwa anders? Erging es Lybien anders?

Was für eine "Befreiung" also? Hatte das deutsche Volk seine Kriegsgegner jemals um Befreiung gebeten, fühlte es sich etwa unfrei in seinem eigenen Staat unter den geltenden Gesetzen? Wie ist dann die Macht und Popularität der Reichsregierung zu erklären?

Von Befreiung zu faseln ist die billige Ausrede der Kriegsgegener und sonstiger innerer Feinde Deutschlands, den Vernichtungskrieg gegen das deutsche Volk zu rechtfertigen und ihren wahren Absichten zur Führung jenes Krieges gegen Deutschland zu verschleiern.

Was die russische Propaganda betrifft, ist es nicht viel anders. "Befreiung" ist hier ein Euphemismus, der in der politischen Rethorik des Bolschewismus anders gelesen für Eroberung, Unterwerfung und Besetzung steht. Dies korrespondiert mit der durch die kommunistische Ideologie verkörperten und innewohnenden Aggressivität, die ganze Welt von dem, was dem Kommunismus widersteht, zu "befreien". Wurden etwa die Nationen Mittel- und Osteuropas nach dem Verlust ihrer Souveränität und Besetzung durch den Sowjetkommunismus frei? Ja, wie frei war die Sowjetunion unter den Kommunisten vor und nach dem zweiten Weltkrieg? Meine russisschen Freunde erzählen mir von einer falschen offiziellen Geschichtsschreibung in Russland, die offensichtlich auch Jürgen Elsässer zu motivieren scheint. Womöglich weiß er selbst nicht einmal davon.
Während Putin an Gräbern und Denkmälern gefallener Sowjetsoldaten Kränze niederlegt (ungeachtet der Verbrechen, die sie in Deutschland, Polen, Ungarn Tschechei und sonstwo begannen), werden deutsche Soldaten als arme, bedauernde Schafe in einem "sinnlosen Krieg" dargestellt, die keiner Träne des Trauerns, geschweige des Ehrens wert sind. Die niederträchtigsten "Deutschen" veranstalten dann auch noch solche Ausstellungen wie Remtsma und Co. 1968-er liberalbolschewistischer Abschaum.

"Befreiung" ist auch ein Kampfslogan und Rechtfertigung für Aggressionskriege, die Kommunisten und Aliierte bis zum heutigen Tag in gleicher Weise gebrauchen: ein positiver Begriff soll von den wahren Hinterabsichten ablenken. Nun scheinen die unterjochten, erniedrigten Deutschen selbst daran zu glauben, sie seien befreit geworden...

Generationen von Deutschen wurde das Gehirn mit dieser billiger Rethorik gewaschen und so langsam scheint es Früchte zu tragen, man feiert "seine Befreiung" - in Wirklichkeit seine Niederlage - plus jene Mächte, die aus wirtschaftlichen Gründen dem deutschen Volk bekriegten und ihm physisch, seelisch, wirtschaftlich und kulturell den Garaus machen wollten.

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