Sezession
26. Mai 2015

23. Mai 1945 – ein Nachtrag

Gastbeitrag / 116 Kommentare

doenitz

aus Sezession 66 / Juni 2015

von Stefan Scheil

Es waren drei Anmerkungen zum Abschluß: »Ich werde die Niederlage meines Volkes nicht überleben. Nach außen keine Kapitulation, nach innen keine Revolution.« Mit diesen Ankündigungen beendete der deutsche Staats- und Parteichef am 23. November 1939 eine Ansprache vor der engeren Staats- und Militärführung. Sie paßten in ihrem Tenor zu einer ganzen Reihe ähnlicher Bemerkungen aus dieser Zeit.

Wer in den damaligen internen Äußerungen einen Diktator namens Hitler sucht, der frohgemut oder wenigstens siegesgewiß zur Eroberung von Teilen der Welt aufbricht, der wird nicht fündig. Schon der dürre Beifall des sicherheitshalber zusammengerufenen Reichstags gab die Richtung vor, als dessen Mitgliedern am 27. August auf einem Empfang in der Neuen Reichskanzlei von Hitler erklärt worden war, der Krieg sei wohl doch nicht zu vermeiden. Der Kampf werde aber schwer und möglicherweise aussichtslos.

Doch war und blieb es nicht der einzige 23., der in dieser neueren deutschen Geschichte eine besondere Rolle spielen sollte. Auf den Tag genau ein halbes Jahr zuvor hatte die gleiche Person am 23. Mai einem fast identischen Zuhörerkreis versichert, er »werde nicht der Idiot sein, der wegen Polen in einen Krieg schliddert.« Und auf den Tag genau sechs Jahre nach dem 23. Mai 1939 kam dann das Ende dieser Phase des Krieges. Die Alliierten verhafteten die deutsche Reichsregierung und deren Regierungschef Karl Dönitz.

Freunde assoziativer Analysen könnten nun zügig vier Jahre weiterspringen, zum nächsten 23., dem Mai 1949 und damit zum Gründungstag der Bundesrepublik Deutschland. Allerdings haben derartige Zahlenspiele wohl weniger Aussagekraft als eine Betrachtung der näheren Umstände und Folgen des 23. Mai 1945. Tatsächlich besiegelte dieser Tag die im November 1939 vorausgesagte Entwicklung. Der Diktator war tot, eine Revolution von innen war ebenso ausgeblieben wie eine Kapitulation nach außen. Zwar hatten die deutschen Streitkräfte am 8./9. Mai 1945 offiziell den Widerstand eingestellt. Die Regierung selbst hatte dies aber bewußt nicht als politische Erklärung, sondern als rein militärischen Akt gestaltet. Kein Kabinettsmitglied war an der Kapitulation der Streitkräfte beteiligt, statt dessen handelten die beteiligten deutschen Offiziere auf Vollmacht der deutschen Regierung, die also durch die Annahme der militärischen Kapitulation unter diesen Umständen von den Alliierten indirekt anerkannt worden war. Zudem blieb ein kleines Stück Deutschland unbesetzt. In dieser Enklave besaß die deutsche Regierung ein Fleckchen eigenes Territorium, in dem sie tatsächlich Regierungsgewalt ausüben konnte, was in der Regel eine Voraussetzung für die Anerkennung jedweder Regierung ist.


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Kommentare (116)

Peter Niemann
26. Mai 2015 15:54

Warum bauen wir diese Substanz Deutschlands nicht einfach wieder auf? Kinder, Intellektualtiät und eine Verweigerung der Gegenwart ("innere Emigration") sind unsere stärksten Mittel. Muß man wirklich morgens aufstehen und Steuern für ein Land erwirtschaften an das man nicht glaubt? Es ist doch absehbar, daß das gegenwärtige System in einer stetig sich beschleunigenden Schleife einem agonalen Etwas (ein Ende? eine massive Veränderung?) zusteuert.

Ein gebürtiger Hesse
26. Mai 2015 17:29

Ein hervorragender, "zubeißender" Beitrag, Herr Scheil. Besten Dank dafür!

Auch bin ich Ihnen dankbar, daß Sie das Bild in der Kopfzeile gewählt haben ... An den "auftrechten Gang von Großadmiral Dönitz in die Gefangenschaft, den er im weiten Uniformmantel antrat" erinnere ich mich noch über das gleiche Foto aus dem Schulunterricht (wo es in einem Geschichtsbuch abgedruckt war). Und ich weiß noch, wie ich damals dachte - und mir ob des Gedankens innerlich auf die Finger haute -, daß Dönitz wie der hinter ihm gehende Alfred Jobst in jenem Moment ganz erstaunlich würdevoll erscheinen. Ich konnte mich gar nicht von dem parallelen Überstreifen ihrer Handschuhe trennen. In der Geste drückte sich eine Vielzahl geradezu "haptischer" Aspekte aus: sie war unnahbar, sie war beherrscht, sie war hochnäsig, sie war erhaben. Sie war der Inbegriff (und wohl mein erster Eindruck überhaupt) dessen, was "Glory in defeat" bedeuten mag. Und irgendwie war sie zutiefst "deutsch" und betraf mich - in einem direkten Strahl verband sie, mehr als jede Geschichtsinformation, das Jahr 1945 mit meiner Gegenwart in den 1980ern. Wenn schon verlieren, dann so!, dachte ich im Stillen. Was ich damals nicht wissen konnte, war, daß mir das Foto so recht nie mehr von der Seite weichen sollte: noch heute, etwa wenn es Winter wird, steht es mir, wenn ich mir selbst die Handeschuhe überziehe, mitunter vor Augen. Die Reminiszenz ist so ungemütlich wie bewegend.

Tagesgut
26. Mai 2015 19:53

Betrachten Sie doch das Rittergut als die Keimzelle eines solchen Wiederaufbaus, @Peter Niemann. Mit etwas Mut läßt sich eine weitgehende Autarkie sicher verwirklichen. Man muß sich nur mit dem Gedanken abfinden, daß das sezessionistische Deutschland sehr viel kleiner ist als das, was man sich gemeinhin als Nation vorstellt. Aber da gibt es ein historisches Erfolgsbeispiel in dem Volk, das mit den Deutschen zusammen zu den erstaunlichsten zählt: die Juden.

Weltversteher
26. Mai 2015 19:54

Peter Niemann, Stichwort "Schulpflicht"? Ich sehe darin eine gewaltige Knebel für das so gewollte Handeln.

Marcus Junge
26. Mai 2015 20:08

Ab einem gewissen Punkt müssen Sie aber Steuern zahlen oder das "alternativlose" System BRD, gemäß GG, zeigt Ihnen wo Sie die nächsten Monate / Jahre verbringen dürfen. Die Kinder sind rundum der Rotlichtbestrahlung ausgesetzt, Fernsehen, Netz, Bücher, Kindergarten, Schule, Uni, Vereine - alle bunt und im Kampf gegen Deutschland vereint. Außerdem gibt es Massen an Leuten die extrovertiert sind und keine „innere Emigration“ mitmachen würden. Mal davon abgesehen, daß die Mehrheit eh auf rot-grün gehirngewaschen ist und den ganzen Dreck will, der hier abläuft. Was dann noch verbleibt und abschaltet wird vom System einfach hingenommen, da nicht relevant. Passivität nutzt nur Merkel, Goldman Sucks, Juncker und Co.

Familenmensch
26. Mai 2015 20:15

Es gibt sogar eine Blaupause für einen solchen "Wiederaufbau Deutschlands".
Von dem in England lebenden Autor Arthur Kemp: Nova Europa.

Hier in deutscher Zusammenfassung:
https://ahnenreihe.wordpress.com/2014/08/29/409/

Ulf Friedrich
26. Mai 2015 21:46

Bedenken sollte man, das Hitler anscheinend nicht erst im März 1945 sondern schon 1939 bereit war den Krieg bis zur völligen Zerstörung des Reiches durch die Alliierten zu führen. Hitler setzte sein Ende mit dem Ende des deutschen Volkes gleich. Wie Zeitzeugen berichten, waren alle Industrieanlagen und jegliche Infrastruktur des Reiches auf dem Rückzug zu zerstören. Jede Lebensgrundlage wäre dem Volk für einen Neuaufstieg so genommen worden. Hitler begründete das damit, das das deutsche Volk sich als das schwächere erwiesen hat und somit ein weiterexistieren verwirkt hätte. Gut das dieser Befehl nicht überall ausgeführt wurde. Der Wiederaufbau nach dem Krieg und das Wirtschaftswunder ist von Hitler nicht geplant gewesen. Ernst Niekisch hatte schon 1932 recht mit seinen Buch "Hitler - ein deutsches Verhängnis."

Meier Pirmin
26. Mai 2015 22:01

@gebürtiger Hesse. Es hätte Ihnen nicht entgehen sollen, dass es sich beim zweiten Handschuhträger nicht um einen Alfred Jobst, sondern um Generalmajor oder Generaloberst Alfred Jodl handelte, den Unterzeichner der militärischen Kapitulationsurkunde von Reims, hingerichtet am frühen Morgen des 16. Oktober 1946, seine teilweise Rehabilitierung in den 50-er Jahren half ihm nichts mehr. Seine schlagfertigen Antworten gegenüber einem sowjetischen Anklage-Oberst, den man natürlich bei geringfügig anderen Machtverhältnissen ebenso gut hätte aufhängen können, zeigen einen unerschrockenen Soldaten, der noch im Angesicht des Galgens zu seinen Leuten stand. Das Anziehen der Handschuhe erinnert mich irgendwie an eine Pilatus-Geste, was gewiss nicht mit Unschuld zu verwechseln ist.

Aussergewöhnlich würdevoll wie kaum vor ihm und nach ihm ein deutsches Staatsoberhaupt wirkt auf diesem Bild Admiral Dönitz. Den angedeuteten Stolz, welche er seiner Funktion schuldig zu sein glaubte, hielt er auch in der Haftanstalt Spandau bei, wie Speer, den wir neben Jodl auf der Foto sehen, in seinen Memoiren an der Grenze zum Sarkasmus festhielt. Dönitz wollte mit seinen Mitgefangenen, etwa Hess und Speer, nicht verwechselt werden, anerkannte vielleicht noch Neurath halbwegs als Kollegen, ging aber in der Selbstkritik nie so weit wie Speer, den man den guten Nazi aber trotzdem nur kurzfristig und nicht historisch dauerhaft abnahm. Bei seinem Tode in den achziger Jahren durfte Dönitz nicht damit rechnen, dass ein Vertreter des Bonner Kabinetts oder wenigstens des Bundespräsidiums ihm die letzte Ehre erwiese, wiewohl er tatsächlich ein legitimiertes und legales deutsches Staatsoberhaupt gewesen war, voll anerkannt auch von den Siegermächten, aus Gründen, die im obigen Artikel einigermassen transparent gemacht werden. Die objektive historische Bedeutung dieses Mannes scheint höher einschätzbar als diejenige der letzten paar Bundespräsidenten. Was immer Dönitz war, in dessen Haut wohl damals keiner stecken wollte und der vor dem Gericht der Geschichte wohl kaum als Unschuldiger dasteht: Ein Grüssaugust war er nicht. Unter seinen Nachfolgern hat ihn wohl Theodor Heuss wohl doch noch an Kontur überragt, nicht nur weil er der gebildetste aller Bundes- und Reichspräsidenten war.

Bernhard Niederreiter
27. Mai 2015 00:26

Es erscheint offensichtlich, dass die Aliierten schon früh wussten, mit wem sie es zu tun hatten. Seine Ideen hatte er in seinem Buch veröffentlicht. Offensichtlich erscheint auch die Tatsache, dass auf keiner Seite ein Weg zum Frieden gesucht wurde, der nur durch die Beseitigung dieses Mannes gangbar gewesen wäre. So war dieser Mann tatsächlich die Essenz seines Volkes (, das sich nach wie vor als auserwählt betrachtet).
Dieses Volk strebt nach Perfektion und Dominanz wie kein anderes. Alleine durch die wirtschaftlichen Wechselwirkungen entsteht ein lähmendes Ungleichgewicht. Dieser Mann hat die Abrissbirne einer verfahrenen Welt gegeben, menschenopfernd, identitätszerstörend.
Wenn nun die Reichstheoretiker eine verschwindende Minderheit abgeben, im Vergleich zur supranational empfindenden Jugend, dann habe ich eine gewisse Hoffnung, dass unseren Kindern eine erneute Katastrophe erspart bleibt. Deutschland ist eine Idee, die nie eine gute war. Ich bin stolz, ein Bayer zu sein - in einem vereinten Europa.

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
27. Mai 2015 07:43

@Niederreiter
"Dieses Volk strebt nach Perfektion und Dominanz wie kein anderes. "

Ich befürchte, dass es das immer noch tut. Nun eben unter umgekehrten Vorzeichen. Es will die ganze Welt retten und nimmt dabei wieder den eigenen Untergang billigend in Kauf.

Ich bin stolz Schwabe zu sein - und ringe dafür dies in einem freien, souveränen, demokratischen Staat sein zu können.

Hajo Blaschke
27. Mai 2015 07:54

@ Bernhard Niederreite Das, was Sie hier wiedergeben, ist eine Ansammlung von reeducated Schulbuch- und Guido-Knopp-Geschichtspropaganda gepaart mit den antideutschen Pamphleten eines Frühstücksaugust.

Die Anglosachsen wussten schon lange vor dem Krieg, dass sie die finale Auseinandersetzung mit Deutschland brauchten, um ihr Weltsystem aufrechzuhalten. "Germany must perish", die Ergebnisse der Quebec-Konferenz 1944 und die Absprachen in Jalta mit Stalin beinhalteten eindeutig die Feststellung, dass es mit Deutschland keinen Frieden geben wird. Deutschland musste vernichtet werden und nach einer bedingungslosen Kapituation aufgeteilt, die Männer kastriert, die Frauen sterilisiert, die Bevölkerung auf etwa 20 Millionen zusammengeschrumpft, die Industrie komplett zerstört. Wie sagte der Kriegsverbrecher Churchill doch so nett: wir bekämpfen Deutschland nicht wegen Hitler, wir müssen Deutschland vernichten, auch wenn der Papst Staatsoberhaupt Deutschlands wäre (kein Zitat, nur eine Sinnwiedergabe).

Weshalb sie sich letztendlich mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und Marine zufriedengaben, weiß ich nicht, Fakt ist: Deutschland als Staat hat nie kapituliert.

Ihre Zukunftsvisionen aufbauend auf dem, was Hitler in seinem Buch angeblich veröffentlicht hat, von einer Jugend, die nicht mehr nach Perfektion und Dominanz strebt, ist kompletter Schwachsinn. Solange Deutschland in Europa eine Mittelmacht ist, wird es von Nachbarn umgeben sein, die es beherrschen wollen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 hatte es Frankreich geschafft, das Deutsche Reich derart zu zuerstückeln, dass es dieses Land leicht beherrschen konnte. Preußen ist es zu verdanken, dass dieser Zustand nicht sehr lange bestand.

Die deutsche Jugend muss wachgerüttelt werden, so wie dass bei den Burschenschaften in den Freiheitskämpfen war und Deutschland muss souverän werden.

Ich hatte neulich ein Gespräch mit Indern, die sagten mir, dass Indien seine Unabhängigkeit von GB auch Hitler verdankten, weil im Krieg mit Deutschland das Empire den Gnadenschuss erhalten und all Kolonien verloren hatte.

Rumpelstilzchen
27. Mai 2015 10:16

Vor mir liegt der Nachdruck ( von 1985) des Alliierten Nachrichtenblattes Nummer 4 vom 10. Mai 1945
Seinerzeit erschienen in der Frankfurter Presse
( Herausgeber: Die amerikanische 12. Heeresgruppe für die deutsche Zivilbevölkerung)

Dort ist zu lesen zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands:

Die bedingungslose Kapitulation wurde in Berlin ratifiziert. Die Zeremonie war kurz. Generalfeldmarschall Keitel als Bevollmächtigter des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht, unterschrieb für Deutschland, zusammen mit Großadmiral von Friedeberg und Luftwaffengeneral Stumpff.
Die Kapitulation wurde für die Alliierten entgegengenommen von Marschall Zhukov für die Sowjet-Union und Luftmarschall Tedder für Großbritannien und die Vereinigten Staaten

.......

Zhukov und Tedder, als Bevollmächtigte der Alliierten im Osten und im Westen, legten den deutschen Bevollmächtigten die Frage vor:
" Sie haben die Kapitulationsurkunde gelesen ? Sie kennen ihren Inhalt ? Und sie erklären sich bereit, sie zu unterzeichnen ? "

Eine kurze Pause des Schweigens trat ein. Dann sagte Keitel leise:
" Ja, ich bin bereit."

Und weiter:

Zusätzlich wird vom Alliierten Obersten Hauptquartier bekanntgegeben:
"Niemals in der Geschichte war ein Sieg klarer, eine Niederlage entscheidender. Deutschland, das durch seinen Überfall auf das wehrlose Polen den zweiten Weltkrieg heraufbeschwor; das inmitten einer friedliebenden und daher auf den Krieg nicht vorbereiteten Welt seine Siege feierte; das die Arbeit und Produktionskraft fast ganz Europas in den Dienst seiner Kriegsmaschine stellte; - dieses Deutschland ist heute, fünfeinhalb Jahre nach dem blutigen Beginn, besetzt. Während der letzten Tage vor dem Kriegsende ergaben sich die deutschen Truppen zu hunderttausenden. Allein am 5. Mai nahmen die Engländer und Amerikaner 398 630 Deutsche gefangen. In drei Tagen streckten drei ganze Heeresgruppen die Waffen. Fast 6 000 000 deutsche Soldaten und Offiziere befinden sich in alliierter Kriegsgefangenschaft.

Großadmiral Dönitz wandte sich am Nachmittag des 8. Mai über den Flensburger Sender an das deutsche Volk. Er stellte fest, daß er dem Oberkommando der Wehrmacht Befehl gegeben habe, alle deutschen Streitkräfte bedingungslos zu übergeben.

Dönitz erklärte weiter:

Die Grundlage, auf der das Deutsche Reich gebaut war, ist zusammengebrochen. Die Einheit von Staat und Partei besteht nicht mehr. Die Partei ist vom Schauplatz abgetreten. Wenn Deutschland besetzt ist, liegt die Staatsmacht in den Händen der Besatzungsmächte. Sie liegt in ihren Händen, ob meine Regierung im Amt bleibt oder nicht.

Arminius Arndt
27. Mai 2015 10:56

Preußen ist es zu verdanken, dass dieser Zustand nicht sehr lange bestand.

H. Blaschke

Deutschland ist eine Idee, die nie eine gute war. Ich bin stolz, ein Bayer zu sein – in einem vereinten Europa.

B. Niederreiter

Beide Aussagen sind zu einseitig. Preußen ist es nämlich auch zu verdanken, dass es nicht von Anfang an zu einer großdeutschen Lösung gekommen ist, die wesentlich besser für alle Deutschen gewesen wäre. Ein Bayer fühlt sich naturgemäß einem Österreicher näher, als einem Preußen. Ein großer Schluck Katholizismus über Österreich hätte dem Reich sehr gut getan und zu einer besseren Ausgewogenheit und gegenseitigen Kontrolle der Kräfteverhältnisse geführt. Ein vereintes Europa hätte und kann dies nicht so gut leisten, wie ein Deutschland, in dem alle seine Stämme vereint sind. Aber ich weis ... ich predige ja schon wieder das Wasser des innenpolitischen Pragmatismus.

Auf den Tag genau ein halbes Jahr zuvor hatte die gleiche Person am 23. Mai einem fast identischen Zuhörerkreis versichert, er »werde nicht der Idiot sein, der wegen Polen in einen Krieg schliddert.«

S. Scheil

In diesem Zusammenhang musste ich an die veröffentlichten Testamente des Herrn H. denken, in denen ja auch mehr oder weniger geschrieben steht, dass er den Krieg nicht wollte. Da diese nur in Maschinenschrift vorliegen, könnte man jetzt sich fragen, ob die Dokumente hundertprozent echt sind, aber dazu habe ich keine vertiefte Meinung mir bislang bilden können.

Marc Thomas
27. Mai 2015 12:38

Wie man das von Herrn Scheil kennt! Nüchterne sachlich-logische Rekonstruktion historischer Realitäten. Keine Entstellung des Antlitzes, aber auch keine unverhohlene Glorifizierung des Deutschen Reiches bzw. des führenden Mannes!
Der zweite - aus deutscher Sicht - Kontinental- und nicht Weltkrieg, der in Europa bereits 1936 in die militärische Phase trat, darf schlicht als Kampf um Selbstbehauptung, Anerkennung, Unabhängigkeit und Überleben des Deutschen Volkstums betrachtet werden. Noch mehr als der erste Kontinentalkrieg.
Die Rassen-, Raub-, Vernichtungs- und Eroberungskrieger hat es nie gegeben.
Jede deutsche Soldat war ein Widerstandskämpfer gegen eine Hydra des Bösen, unter welcher Deutschland und Europa heute zu leiden haben.
Und diese Männer wußten dies. Daher der verwegene und opferbereite Einsatz, der - entgegen heutiger Darstellung durch Rolf-Dieter Müller und Konsorten - auch im Westen bis zur letzten Patrone geführt wurde, während in Aachen bereits die Kollaborateure inthronisiert wurden.

Marc Thomas
27. Mai 2015 13:11

@ Niederreiter

Wege zum Frieden wurden WEDER mit Herrn Hitler noch mit den Widerständlern gesucht.
Sie wurden NICHT mit dem Deutschen Volke gesucht.
Warum auch? Wenn das Ziel dessen Exekution war und ist?

Perfektion und Dominanz in Kultur und Wissenschaft! Nicht in Herrschaft!
Selbiges erregte den Neid und die Gier der Mißgünstigen im In- und Ausland.
Angesichts der regen Tätigkeit der 68er brauchen SIE selbiges nicht mehr zu fürchten!
Ihr ehemaliger qualitativ angemessener FDGO-Außenminister Fischer hat konvergierende Ansichten in seinen obszönen Buchschinken offeriert.

Die Jugend "empfindet" supranational, weil sie von Ihnen bzw. Ihrem Regime entsprechend indoktriniert und ihres Volkstums bewußt beraubt wird. Es geht um Volkstum und nicht Reich!
Falls IHRE Jugend überhaupt etwas empfindet! Egoistische, hedonistische und materialistische sowie geschlechtsdeformierte Lustelemente empfinden in der Regel gar nichts für andere!

Die Katastrophe ist bereits da; sie heißt FDGO-Realität.
Das hier ist die Katastrophe, die weit über eine militärische Niederlage hinausgeht. Die Schöpfung des anorganischen Typus. Der Geistes- und Seelenmord kombiniert mit der Ausbeutung und Exekution eines Volkes. Ihre Jugend wird dabei vergewaltigt und zermahlen.

Ein vereintes Europa existiert nicht. Auch keine europäische Völkerfamilie.
Betrug ist schlimm, Selbstbetrug ist unerträglich.
Wenn Sie glauben dadurch besser existieren zu können, bzw. den anderen dadurch leichter gefällig sein zu können, damit diese dann in Wahrung ihrer Interessen durch Ihr Entgegenkommen mitspielen, kann ich das nachvollziehen.
Ein echtes Europa fußt auf einem Europäertum. Dieses setzte einen Geistes- und Kulturmenschen voraus, der in seinem Volkstum lebt und selbiges bei anderen wahrzunehmen imstande ist. Darauf müßte dann ein europäischer Geist aufbauen, der dann ein Europäertum entwickelt, welches neben die Volkstümer zu setzen ist - als zweite Identität.
Der egalitaristisch-materialistisch-progressivistisch-internationalistische Typus in seiner Rolle als Produktions- und Konsumtionsmaschine, zu welcher auch der heutige "Bayer" zu rechnen ist, auf den Sie so stolz sind, vermag nichts davon zu leisten.

Konservativer
27. Mai 2015 13:24

@ Bernhard Niederreiter

Sie präsentieren hier das kleine Einmaleins der Antideutschen, sozusagen ein "Antideutsch für Anfänger".
Ihr

"Deutschland ist eine Idee, die nie eine gute war."

steht in einem Zusammenhang mit "Nie wieder Deutschland", "Deutschland verrecke (was bei Licht betrachtet meint: "Deutsche verreckt") und "Deutschland muss sterben, damit ich leben kann".

Zum Thema Deutschenfeindlichkeit verweise ich auf den Vortrag “Deutschenfeindlichkeit – eine Bestandsaufnahme” von Manfred Kleine-Hartlage, gehalten am 16. Juli 2011 beim 18. Berliner Kolleg des Instituts für Staatspolitik.

Zitat:

"...
Die Übernahme der westlichen Ideologie, und ganz allgemein der utopischen Metaideologie durch Deutsche impliziert daher die Nichtidentifikation mit dem eigenen Volk. Sie zwingt dazu, das deutsche, also das eigene Volk als Feind anzusehen, sich selbst als einen Spross des Bösen zu verabscheuen und die eigenen Vorfahren zu hassen. Deutschland dürfte das einzige Land der Welt sein, das Deserteuren Denkmäler setzt, und das einzige Land, in dem es als Tugend gilt, auf das Grab der eigenen Großeltern zu spucken. Dem Geschichtsnarrativ der Sieger, moralisch aufgeladene und überhöhte utopische Weltsicht, die universalistische, globalistische Politikauffassung, die für Deutsche, die das auch bleiben wollen, naturgemäß nicht die eigene sein kann, kann das deutsche Volk nur nur um den Preis der Selbstauslöschung folgen. Und dieser Widerspruch ist unüberbrückbar.
..."

Quelle: https://korrektheiten.com/2011/08/04/deutschenfeindlichkeit-teil-2-deutscher-selbsthass-und-linke-ideologie/

Weiter:
https://korrektheiten.com/2011/08/02/deutschenfeindlichkeit-das-westliche-antideutsche-narrativ/

https://korrektheiten.com/2011/08/06/deutschenfeindlichkeit-teil-3-und-schluss-white-guilt-und-islamischer-chauvinismus/

Supranational?
Etwa in diesem Sinne:

"...
Einen ... überaus hohen Preis zahlt die einfache Bevölkerung: Sie muss dem großen Kriegsherrn pro Feldzug 30.000 Soldaten stellen. Die Ausstellung wird einen schlichten braunen Ledersack zeigen. Aus solchen Säcken hatte damals jeder Mann eine Loskugel zu ziehen. Wer eine Kugel mit einer Zahl erwischte, musste in den Krieg. War die Kugel unbeschriftet, blieb der Mann verschont. Diese Lotterie führte viele Bayern ins Verderben. "Wir zeigen das Leben eines einfachen Soldaten von der Einziehung bis zu seinem Tod." In einem Raum wird eine Schlachtszene imitiert werden. "Zu Beginn sieht man das Geschehen aus dem Blickwinkel des Feldherren", sagt Margot Hamm. Dann verengt sich die Perspektive. Dabei werde es durchaus "laut und eng und beängstigend", kündigt Hamm an. "Wir wollen schon zeigen, dass es viele Gemetzel gab." Alleine beim Russlandfeldzug 1812 starben in Polozk 30.000 Soldaten aus Bayern, die heute weißrussische Stadt wurde fortan "Bayern-Grab" genannt.
...
Man kann Napoleon ... als "Geburtshelfer" des modernen Bayern bezeichnen. Dass dies eine überaus schwere Geburt war, wird die Ausstellung anhand der Schicksale einiger einfacher Leute vor Augen führen. Zum Beispiel Theresia Karl aus Peiting. Im Taufbuch der Gemeinde taucht die ledige Frau zweimal als Mutter auf. Als Vater wurde einmal ein österreichischer und einmal ein französischer Soldat eingetragen. Beide Male, so ist es in lateinischer Sprache vermerkt, war sie vergewaltigt worden. "Bayern war jahrelang Durchzugsgebiet für verbündete und feindliche Armeen", sagt Hamm. "Und stets hinterließen die Soldaten leergeräumte Felder, Ställe und Vorratskammern." Und geschändete Frauen.
..."

"...
Doch die Bayern mussten nicht nur geben, sie profitierten auch von der Kooperation mit Napoleon.
...
So sei die Idee von der Gleichheit der Menschen in der Bayerischen Verfassung von 1808 verankert worden."

Quelle: https://ak-heimatgeschichte.mitterfels-online.de/joomla/index.php?option=com_content&view=article&id=1157:bayerische-landesaustellung-2015-in-ingolstadt-napoleons-vermaechtnis&catid=41:was-gibts-sonst-noch&Itemid=71

So sehen "Segnungen" supranationaler Verhältnisse im Konkreten aus.

Dazu Carl Schmitt:

„Es wäre tölpelhaft zu glauben, ein wehrloses Volk habe nur noch Freunde, und eine krapulose Berechnung, der Feind könnte vielleicht durch Widerstandslosigkeit gerührt werden. Daß die Menschen durch einen Verzicht auf jede ästhetische oder wirtschaftliche Produktivität die Welt z.B. in einen Zustand reiner Moralität überführen könnten, wird niemand für möglich halten; aber noch viel weniger könnte ein Volk durch den Verzicht auf jede politische Entscheidung einen rein moralischen oder rein ökonomischen Zustand der Menschheit herbeiführen.“

Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, 1927, S. 53

„Dadurch, daß ein Volk nicht mehr die Kraft oder den Willen hat, sich in der Sphäre des Politischen zu halten, verschwindet das Politische nicht aus der Welt. Es verschwindet nur ein schwaches Volk.“

Carl Schmitt, Der Begriff des Politischen, 1927, S. 54

Im Gegensatz zu Ihnen
@ Bernhard Niederreiter:

Wenn nun die Reichstheoretiker eine verschwindende Minderheit abgeben, im Vergleich zur supranational empfindenden Jugend, dann habe ich eine gewisse Hoffnung, dass unseren Kindern eine erneute Katastrophe erspart bleibt.

bin ich ähnlich wie von Espenfeld https://sezession.de/c218195 und donna_alta https://sezession.de/c218664 der Meinung, daß es in einem supranationalen Deutschland keine oder kaum Hoffnung für unsere Kinder gibt.

Hajo Blaschke
27. Mai 2015 13:56

@ Arminius Arndt Das sehe ich nicht so. Eine großdeutsche Lösung wäre überhaupt keine Lösung für eine Einheit Deutschlands gewesen. Österreich war eine faule, handlungsunfähige Monarchie aber dennoch mit Großmachtallüren. Wo hätten sich die ganzen von der Habsbürgerdynastie kolonialisierten Gebiete wie Ungarn, Böhmen, Mähren, Slowenien, Kroatien, Italien, Bosnien wiedergefunden. Österreich hätte Deutschland schon in den 80er Jahren des 19. Jhdt. in einen Krieg gezogen, da es den Bestrebungen Serbiens nie hätte standhalten können. Bismarck hatte völlig Recht, dass der ganze stinkende Balkan nicht einen Knochen auch nur eines pommerschen Soldaten wert ist.

Das ist aber nur ein Nebenthema. Das hauptsächliche Thema ist das Ende des Deutschen Reiches und diverse Behauptungen, dass man dieses ohne Hitler verhindert hätte. Dagegen sprechen alle historischen Fakten. Das Reich war dem damaligen Weltpolizisten GB und den Revanchisten F (wegen dem von ihnen 1648 geraubten Elsass-Lothringen, dass es nun Deutschland zurückgeben musste) ein Dorn im Auge.

Noch nie in der Geschichte hatte ein Staat in einer derartigen Geschwindigkeit prosperiert. Und darum war der Neid grenzenlos.

So, übrigens wie auch heute nach zwei Kriegen wieder. Und auch kein sog. Europa wird dagegen helfen: 1. weil die EU nicht Europa ist; und 2. weil Deutschland nicht ewig wird die Schulden der anderen bezahlen.

In einem anderen Artikel hat Scheil über den "Bund mit dem Vagabunden" geschrieben. Sehr richtige Sachen über den Wadenbeißer Italien, mit dem man ein vereinigtes "Europa" aufbauen will. Italien hat Deutschland schon mindestens zweimal im Stich gelassen und wird es, ohne mit der Wimper zu zucken, auch ein drittes Mal tun.

Hajo Blaschke
27. Mai 2015 14:39

Wichtig ist es vor allem, die richtigen Lehren aus der Geschichte des Deutschen Reiches von 1871 bis heute zu ziehen. Was könnten das für Lehren sein? Allein nur ein unterwürfiges Auftreten Deutschlands in der Europa- und Weltpolitik bringt nichts, wie man täglich sehen kann.
Ich denke bei diesen Lehren an Folgendes:

- Deutschland braucht einen Friedensvertrag. Ansatzpunkt dafür könnte
ein diesbezügliches diplomatisches Vorgehen mit Russland sein.
Russland ist momentan bereit, einen Friedensvertrag mit Japan
abzuschließen. Japan ist momentan noch durch Drohungen der VSA
gehemmt, darauf einzugehen. Bei einer Aktivität Deutschlands
hinsichtlich eines Friedensvertrags gleichzeitig mit Japan jedoch
stünden die Chancen ungleich höher.
- Deutschland wird immer Mittelmacht bleiben und Großmächte wie die VSA und Russland und die historischen Neidhammel GB und F wären also immer geneigt, Deutschlands Prosperieren und Agieren einzuschränken. Deshalb sollte sich Deutschland zuverlässige Verbündete suchen, mit denen es gemeinsam in Bündnissen zusammenarbeiten kann, um mit diesen Bündnissen und innerhalb dieser Bündnisse autark und souverän agieren zu können. Eine EU ist kein derartiges Bündnis für Deutschland.

- Leider gibt es in Deutschland keine starke Gewerkschaft, die die
Interessen der Arbeitnehmer vertritt und z.B. einen Generalstreik zur
Ablösung der amerikanischen Gouverneure, die Deutschland regieren,
ausrufen könnte. Deshalb muss man nach anderen Möglichkeiten
suchen, die Leute auf die Straße zu bringen.

- Deutschland braucht eine Verfassung. Das derzeitige Grundgesetz ist
lediglich eine Handlungsanweisung für die Statthalter zur Verwaltung
eines besetzten Gebietes, das man maximal ausbeuten will.

Der zweite Weltkrieg war in erster Linie konsequent für die
Feindstaaten Deutschlands, da der erste Weltkrieg nicht das erwünschte Ziel der Zerstörung Deutschlands gebracht hatte. Und der erste Weltkrieg war die Konsequenz aus der Reichseinigung 1871.

Marc Thomas
27. Mai 2015 15:10

@ Tagesgut

Wiederaufbau? Jetzt?

Es kann nur ein Überwintern sein! Für jeden einzelnen. Jeder kann seine eigene Zelle bilden.

Der Krieg ist noch lange nicht vorbei. Und hat in seiner höchsten Phase noch nicht einmal begonnen.

Marc Thomas
27. Mai 2015 15:16

@ Ein gebürtiger Hesse

Der Besiegte wirkt mental und in Habitus wie der Sieger.
Der Sieger wie der Verlierer.
Ein Sieg des Soldaten über den Bürger.

Erstaunlich wie Jahrhunderte der zivilgesellschaftlichen Domestizierung den Engländer gestutzt haben; ein Bürgerlein im Jäckchen.

Handschuhe sind nicht nur stilistisch wirksam. Sie schützen vor Verunreinigung. Auch in der heutigen Zeit in Hessen!

Tagesgut
27. Mai 2015 17:22

@Marc Thoma

Das meinte ich auch, die Sezession ist eine bewußte Entscheidung von Wenigen, die vielleicht mittelfristig eine größere Anzahl mitreißen kann. Wenn das herrschende gesellschaftliche Narrativ an Integrität einbüßt (man könnte es auch den ideologischen Zerfall der BRD nennen), was wohl zunehmend der Fall sein wird, eröffnen sich Optionen für andere Narrative. Fremde (etwa Islam-Konversionen) oder eben welche, die auf dem Eigenen, im Sinne einer tieferen Kontinuität, aufbauen. Dafür müssen die Segel gesetzt werden schon bei Windstille, denn ein Vakuum gibt es nicht, wenn es soweit ist.

Waldgänger
27. Mai 2015 17:58

@ Konservativer

Danke,
dass Sie sich aufgerafft haben, diese offenbar notwendige Entgegnung zu schreiben!

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
27. Mai 2015 20:16

Zu Rumpelstilzchens Anmerkungen noch ein Nachtrag.

Testament Dönitz an den Bundespräsidenten:

’Im Bewusstsein nicht endender Verantwortung, gegenüber dem Deutschen Volk, übertrage ich Inhalt und Aufgabe meines Amtes als letztes Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches auf den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland‘

Tja, liebe Reichsbürger, Dönitz hat sein Amt gleicher Weise weitergegeben wie er es empfangen hat. Ihr seid damit all den Lichtgestalten unterstellt, die das Bundespräsidentenamt seit dem Tode Dönitz' bevölkern.

Jetzt wird zwar gleich einer um die Ecke biegen und beweisen, dass erstens dieses Testament nicht existierte, zweitens gefälscht war und drittens von Dönitz nur auf Druck der Ostküste erstellt wurde.

Nichtdestoweniger ist damit das Thema Fortbestand des Deutschen Reiches abschliessend geklärt.
Aber die Bedeutung der Emser Depesche für die Gegenwart harrt noch einer ausführlichen Debatte.

Nicht dass, wir uns noch Unwichtigem zu wenden. Zum Beispiel den aktuellen Vorgängen in der AfD.

Meyer
27. Mai 2015 20:50

@ Hajo Blaschke: Es ist die Frage zu stellen, wie eine Regierung überhaupt an die Macht kommen kann, die all die schönen Wünsche, also Ihre Forderungsliste, versucht umzusetzen. Alle bisherigen Regierungen, ggf. außer Brandt (aber erpressbar), waren doch Regierungen von Besatzers Gnaden. Wie soll sich das ändern?

@Marc Thomas: Politik ist die Fortsetzung des Krieges unter Weglassung allzu deutlicher Gewaltmittel. Der Krieg ist daher nie vorbei. Im Kalten Krieg war nun die Winterschlafphase; 1990 der Wendepunkt. Es kommt wieder Leben rein. Die nächste Phase wird das Abwerfen der Besatzungsmacht aus Europa sein. Dabei wird die Entwicklung Deutschlands zwischen zwei Polen verlaufen: In einem neuen dreißigjährigen Krieg untergehen UND/ODER als dynamische Macht zurückkommen und halb Europa in seinen Bann ziehen.
Bevor sich die USA nicht völlig auf China konzentrieren müssen, wird das wohl kaum gelingen. Aber alle Dynamik der letzten Jahre, war eine Dynamik zu Lasten der Nachkriegsordnung und damit zu Lasten der USA.

Für einen Erfolg fehlen: Glaube, Ziel, Organisation, Technik und Erfolgsaussichten. Und somit Protagonisten.

Konsumistenfüllmasse - nicht nur (Teile der) Jugend, sondern aller. Sie rennen einem Wohlstand hinterher, der äußerst absehbar schwinden wird. HOFFENTLICH!

@ Niederreiter: Bleiben Sie "stolz", "Bayer" und immer der Erdanziehung zugewandt. Ich sagte schon an anderer Stelle, daß Zeiten wie diese einen entscheidenden Vorteil gegenüber "guten" Zeiten haben: Autoselektion. Weithin sichtbar. Diese Zeiten muß es geben.

Meyer
27. Mai 2015 21:11

@ Meier Pirmin: "Was immer Dönitz war, in dessen Haut wohl damals keiner stecken wollte und der vor dem Gericht der Geschichte wohl kaum als Unschuldiger dasteht ..."
---> .... ich hab' meine ursprünglichen Anmerkung dazu selbst gelöscht. Sie wäre wohl kaum veröffentlicht worden. Die Wiederholung dieses Satzes dürfte ausreichend verdeutlichen, was ich nun nicht direkt äußere.

Ganz sachlich füge ich an: Schuld ist die Vorwerfbarkeit einer Handlung. Die Geschichte wirft im Gegensatz zu den Menschlein keinen Unwert vor, der außerhalb existenzieller Fragen liegt.

Die Qualität der Kommentare kann man in drei Kategorien einteilen: Gedankliche, sprachliche, charakterliche.

Arminius Arndt
27. Mai 2015 21:27

In einem neuen dreißigjährigen Krieg untergehen UND/ODER als dynamische Macht zurückkommen und halb Europa in seinen Bann ziehen.

Na, da wissen wir ja schon, dass es wieder einen Untergang geben wird ... der Rest von Europa wird einen Teufel tun und sich bestimmt nicht in einen "Bann" von Deutschland ziehen lassen. Mal ein paar Kontakte zu den Nachbarländern täten hier sicher gut, man mag uns zwar mittlerweile, aber nur bis zu einem gewissen Grad und der beginnt genau da, wo man sich von Deutschland in irgendeiner Form etwas sagen lassen muss, spätestens da bricht dann vieles wieder hoch und es ist Ende mit der Sympathie. Daher:

Wacht doch mal endlich auf!

Die sog. Erfüllungspolitiker und Realpolitker haben mehr für Deutschlands Fortbestehen geleistet, als alle rechten Schwätzer zusammen. Erst nach Ende der Ära Kohl gings so richtig los, mit dem Niedergang Deutschlands als Volk (schlimm, dies so konstatieren zu müssen).

Es ist ohnehin ein gängiges Problem, dass alles, was konservativ, rechts oder sonst in dieser Art sich derzeit darstellt, sich für die meisten südlich der Elbe - Thüringer Becken und Sachsen ausgenommen - als spezifisch "Ossi", dumm-piefke-mäßig oder ähnlich darstellt. Man kann zum Kommentar von Herrn Niederreiter stehen wie man will, Fakt ist, dass sich Leute in Bayern bestimmt nicht von Leuten aus irgendwelchen Rittergütern oder Phantasie-Reduiten im Raum Dresden irgend etwas vorschreiben lassen werden. Dann lieber weiterhin junk food made in USA fressen, als solchen Leuten auch nur einen deut Zugeständnisse machen. Und Preußen-Hasser gibt´s auch jede Menge weit außerhalb von Bayern. So schaut´s aus, Herrschaften (um einmal die Redewendung von Dr. Proebstl zu gebrauchen).

Und jetzt fangt doch bitte gleich wieder das Heulen von der re-education an, die in der Bäh Err Däh ja ach so schlimm gehaust haben soll - interessiert keinen, ihr seit Loser, so schaut´s aus. Sogar das Pflänzchen AfD haben die Besser-Ossis und Restblutsdeutschen kaputt bekommen.

PS: Ich schreib das jetzt nicht, weil das zwingend meine eigene Meinung ist, sondern vielmehr meine eigene Wahrnehmung aus Diskussionen der vergangenen Tage/Wochen mit Leuten, die eigentlich eher kritisch eingestellt sind und bestimmt nicht links sind, aber schon so etwas wie Pegida als reine Ossi-Blähung gar nicht erst Ernst nehmen. Und manchmal sollte man schon einmal etwas ungefiltertes Feedback bekommen, um zu sehen, wie verfahren die Sache dann tatsächlich ist, bevor man manches in die Internetwelt hinaus phantasiert.

Meyer
27. Mai 2015 21:51

Soweit gehe ich: Schuld ist eine Kategorie von Waschlappen.

Im Politischen ist sie eine Kategorie von Betrügern.

Falkenstein
27. Mai 2015 21:54

@Marcus Junge:
ich zitiere Sie:
"...Ab einem gewissen Punkt müssen Sie aber Steuern
zahlen ..."

Müssen wir das wirklich?
Erlaube mir, Sie zu korrigieren.
Mitnichten ist diese Form der Verweigerungshaltung gleichzusetzen mit der von ihnen gleichfalls erwähnten Passivität die Merkel und Co nutzt.
Es ist unwesentlich was die "Masse" mitmacht - oder nicht.
Entscheidend ist es, den hyperventilierenden Volkskörper punktuell zu gesunden durch vorlebende, gesunde Zellen.

Es erfordert täglich ein Höchstmaß an Mut und Klarheit, sich der Bestrahlung zu entziehen. Klagen über den Istzustand höre ich zuhauf, viel zu viel allerorten.
Sehen Sie`s einfach mit den Augen des Fleischhauers. Gibt es im guten Fleische Trichinen, ist der ganze Fang unbrauchbar.
Wir müssen lernen und predigen; Schaut nicht nach Anderen sondern lebt identitär selbst. So wie es uns unser Inneres weist.
Seien Sie Michael Kohlhaas, seien Sie Götz von Berlichingen.
Man wird Sie respektieren und am Ende sogar heimlich ob ihrer Stärke achten. Auch wenn Sie in den Augen der Gesellschaft deswegen "gescheitert" sind.
Es gibt so viele Wege in den Widerstand.
Man kann fast nichts falsch machen.

Vincent
27. Mai 2015 23:07

Funfact: Bei der Wahl des Bundespräsidenten 1954 erhielt Dönitz eine Stimme.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wahl_des_deutschen_Bundespr%C3%A4sidenten_1954

jack
27. Mai 2015 23:19

Tagesgut :

Man muß sich nur mit dem Gedanken abfinden, daß das sezessionistische Deutschland sehr viel kleiner ist als das, was man sich gemeinhin als Nation vorstellt. Aber da gibt es ein historisches Erfolgsbeispiel in dem Volk, das mit den Deutschen zusammen zu den erstaunlichsten zählt: die Juden.

Vergleichen Sie da nicht Äpfel mit Birnen?
Deutschland ist nicht Israel, das nicht erstrangig durch „Sezession“ entstand.
Ob man von einem „historischen Erfolgsbeispiel“ sprechen kann, wenn ein Volk ein anderes gewaltsam verdrängt, möchte ich ausserdem bezweifeln.
Dass überhaupt eine „Sezession“ Deutscher im eigenen Land bedacht werden würde, ist der Globalisierung mit verbundener Masseneinwanderung Fremder geschuldet, und wer das kraftvoll vorantreibt, ist die selbsternannte Elite der USA, auf die sich Deutsche Sezessionisten mit Sicherheit nicht stützen können würden.
Insofern hinkt das von Ihnen erwähnte Modell auf allen vier Pfoten.

Irrlicht
27. Mai 2015 23:50

@Arminius Arndt
Der Taktik, regionale Identitäten gegeneinander und vor allem gegen die deutsche auszuspielen, wird schon deshalb nicht aufgehen, weil die Regionen zu stark vermischt sind, u. a. als Folge der Ansiedlung der Vertriebenen aus dem deutschen Osten. Die Kommentare der eher antiintelltuellen Maskottchen in diesem Blog über ihre primäre bayerische oder schwäbische Identität sind im besten Fall amüsant.

Meyer
28. Mai 2015 00:31

Dem weizenbiergeschwängerten Post entgegne ich als in einem nichtdeutschprachigen Nachbarland Lebender folgendes:

Bei den vielen Bayern aller Landesteile, die ich kenne, überwiegt eine ruhig-stolze, nicht überhebliche Art. Mir-san-mir-Schwätzer kenne ich. Das sind die Möchtegerns. Die gibt es doch überall und die sind überall gleich schwächlich. Schmierlappen, die sich ihre Identität aussuchen, wie andere Leute ihr Waschgel. Vorgestern Napoleon-Rheinbund-Prostituierte, gestern bis heute Alliierten-Prostituierte. Morgen klinkt man sich in die nächste Erfolgstory ein und ist dabei. Ein bißchen Glanz wird schon abfallen.

Ziehen Sie hier nicht so Ihre bayerischen Landsleute generalisierend in den Dreck. Für die Beschränktheit in mehreren Hinsichten Ihres Bekanntenkreises kann der Rest des Landes nichts. Gerade dort habe ich früher deutlichere Worte gehört, als im Rest Deutschlands. Letztendlich geht es nicht allzusehr um Intelligenz und Verständnis. Es geht um Charakter.

Den Mindercharakter eines Menschen erkennt man unter anderem am Ossi-Loser-Geschwätz. Das war mir als Nordwestdeutscher schnell nach der Wende klar geworden.

Und die PIsierung hatte man vor einigen Zeiten erfolgreich abgestellt. Es scheint sich hier mittlerweile ein Typus einzufinden, der das sich wenden könnende Blatt bereits wittert.

Bernhard Niederreiter
28. Mai 2015 01:11

Besten Dank für die angeregte Diskussion. Ich denke, dass sich in diesem Kreis eine Geschichtswahrnehmung herausgebildet hat, die vollkommen konträr zur Siegergeschichtsschreibung steht. Wie weit die Zweifel gehen, muss jeder für sich entscheiden.
Ich will aber einen Schritt weiter gehen. Es sollte ja möglich sein, aus der Geschichte zu lernen.
These, Antithese, Synthese. Das deutsche Volk ist wirtschaftlich dominant. Die Dominanz muss aus Gründen der Symmetrie gebrochen werden. Neutralisierende Maßnahmen werden eingesetzt.
Wie diese Maßnahmen aussehen ist zunächst vollkommen offen. Sie müssen nicht zwangsläufig kriegerischer Natur sein. Der erste und zweite Weltkrieg waren die Ausgeburt einer plötzlich möglichen technischen Kriegsführung mit menschlichem Leid und materieller Zerstörung unvorstellbaren Ausmaßes.
Die Maßnahmen, die wir heute sehen und die hier reichlich Kritik finden, sind anderer Natur. Da ist zunächst die Abkehr von der nationalen Währung und die Aufgabe der nationalen Geldpolitik, verbunden mit einer weichen Währungsreform, die in der Lage ist, angehäufte Besitzstände über Jahrzehnte zu vernichten. Das Ziel ist klar. Die Forderungen des immerwährenden Exportweltmeisters müssen vernichtet werden, möglichst so, dass es niemand schmerzhaft wahrnimmt.
Ich halte diese Strategie für richtig, scheint sie doch geeignet, die Investitionen in langlebige Güter zu fördern und die unselige Zinseszinsspirale zu stoppen. Eines ist freilich eine Illusion, dass wir jemals eine dingliche Gegenleistung für unsere hochwertigen Exportprodukte in äuivalenter Höhe erhalten werden. Niemand wird erwarten, dass Griechenland plötzlich hochwertige Autos baut, die unsere Autos vom Weltmarkt verdrängen. Man kann aber nicht beides haben: Immerwährende Dominanz und trotzdem eingestreute Perioden einer negativen Außenhandelsbilanz. Letzteres wäre für ein "atmendes" Welthandelssystem unabdingbar, das dauerhaft ohne Währungsreformmaßnahmen auszukommt.
Summa summarum springt die Deutschtümelei immer zu kurz, weil sie die zwangsläufigen Beziehungseffekte zunächst außer Acht lässt und sie irgendwann gewaltsam zu lösen versucht, man denke nur an die wirtschaftlich motivierten Völkerwanderungen unserer Zeit. Der Deutsche weiß ganz genau, wie das perfekte Leben aussehen muss. Alle anderen Menschen dieser Welt leben einfach.

Urwinkel
28. Mai 2015 01:26

Genau, Falkenstein! Wir müssen das gar nicht. Auch keine Runfunksteuer. Wieso sollten wir für etwas Geld lockerlegen, für etwas, das wir gar nicht benutzen. Mein Großvater, WK2-Rekrut, hätte und hatte solchen Frechdachsen einen beherzten Arschtritt gegeben. Es gab ständig Stress wegen irgendwelchem Parteikrempel. Alles verjährt. Die folgende Generation besteht bis heute aus Weicheiern. Die leben nach dem trügerischen Credo: Auch ein blindes Huhn muß nicht hungern. Die wichtige Frage ist: was in Gottes Namen lassen wir uns gefallen? Dabei hilft mir keine Metapolitik. Sondern der Verstand - und die Wehrhaftigkeit. Die Wut wächst. Und das nichteinmal schlimm. Wieso sollte es? Sogar die Sorgenfalten wachsen. Das ist ein biologisches Unikum.

Carl Gießen
28. Mai 2015 11:15

@Meyer: "Schuld ist eine Kategorie von Waschlappen."

Der Satz soll wohl etwas wie nationalen oder völkischen Heroismus umschreiben.

Mit der Niederlage ist aber offenbar aller Heroismus passé. Da ist nichts von Heroismus, stattdessen kleines, feiges Umlügen und Schönreden. Kindische Realitätverweigerung.

In den Sack gehauen! Da können weder wehender Mantel noch Handschuhe drüber hinweg täuschen. Und Scheil kann sich die Finger wundschreiben. Umschreiben kann er die Niederlage trotzdem nicht.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 11:59

@ Carl Gießen Ich glaube, da haben Sie den Charakter von Dönitz nicht richtig verstanden. Und auch Verlierer können als Helden enden. Dönitz zeigt den Krämern von der Insel, was Haltung bedeutet. Auch wenn diese mit ihrem dümmlichen Lächeln sich noch so lustig darüber machen.

Wie der Ablauf der Verhaftung der letzten Reichsregierung gezeigt hat, waren diese uniformierten Inselaffen keinen Deut besser als der Rotarmist, der mit einem Dutzend geklauter Uhren (man möchte schon gerne wissen, wieviele Deutsche er umgebracht hat, um an diese Uhren zu kommen) an beiden Armen die Sowjetflagge auf dem Reichstag hisste. Keinen Deut besser und haben dabei nicht mal gemerkt, wie sie ihr Empire zuschanden gekämpft haben. Was ist denn Albion heute? Eine armselige, unbedeutende aber großschnäuzige Insel im Ostatlantik.

Meier Pirmin
28. Mai 2015 12:10

@Marc Thomas. Sie ersetzen geschichtliche Nüchternheit durch wahnhafte deutsche Glaubensbekenntnisse. Oswald Spengler, fürwahr ein deutscher Patriot, realisierte für die dreissiger Jahre, Deutschland sei "vom Regen der Weimarer Republik unter völliger Umgehung der Traufe direkt in die Sch... gefallen." @Meyer. Die Frage nach Schuld und Unschuld (letztere gibt es sowieso nicht) in der Geschichte ist etwas ganz anderes als was mit der Reeducation angestrebt wurde und erst nach dem Wegsterben derjenigen, die noch direkte Erfahrungen hatten, einigermassen als neue politische Korrektheit sich als deutsche Meinungsvorschrift durchgesetzt zu haben scheint. Einer der bedeutendsten Texte zu dieser Frage ist der Vortrag von Reinhold Schneider 1945/46 "Der Mensch vor dem Gericht der Geschichte". Schneider hat die Bundesrepublik, Amerika, Euratom und Euromarkt immer abgelehnt, sein "Schuldstolz" war genuin deutsch, zum Teil auch noch christlich. Sein bester Weggefährte, der überkonfessionelle Religionsphilosoph Leopold Ziegler, von den Nationalsozialisten schon 1930 ausgebuht, war eng verbunden mit dem konservativen Revolutionär Edgar Julius Jung und anderen Deutschnationalen, welche um den 30. Juni 1934 und später vom kriminellen Rest der deutschen Revolution abgeschlachtet wurden. Ziegler versteckte sich damals in der Schweiz, setzte übrigens noch 1940 illusionäre Hoffnungen in deutsche militärische Siege mit der Begründung, hier werde ein Rahmen geschaffen, in welches spätere Generationen "von unendlich anderer moralischer Beschaffenheit" das Bild hineinmalen müssten.

Für Europa, besonders Osteuropa, kein Glück war der sich schon im 19. Jahrhundert abzeichnende Zerfall des Habsburgerreiches. Churchill, dessen Deutschenhass bis hin zu krimineller Energie nicht zu bestreiten ist und der doch ein hochintelligenter fähiger politischer Analytiker blieb, vermerkte, dass das spätere Schicksal der einstigen Habsburgervölker mit dem zu vergleichen sei, "was im Mittelalter Theologen die Hölle nannten".

Über alles gesehen scheinen Theodor Heuss, Konrad Adenauer (er machte darauf aufmerksam, dass sog. Wiedergutmachung eine Konzession an die Macht der Juden in den Vereinigten Staaten sei) und Franz Josef Strauss noch die vergleichsweise politisch vernünftigsten Deutschen der letzten 100 Jahre gewesen zu sein. Sie waren Patrioten, aber frei von deutschem Nationalismus und auch frei von jeglichem Anflug von Linksdrall und sogenannten politischen Visionen, bei deren Auftreten gemäss Helmut Schmidt ein Arztbesuch zu empfehlen. Gilt für linke wie zum Teil auch für neurechte Visionen, wie sie auf diesem Blog dann und wann ihre Wiedergeburt andeuten. Anstelle des Denkens in sogenannten grossen Dimensionen wäre der Rückbezug auf den schlichten gesunden Menschenverstand, hoffentlich bei einzelnen Vertretern der AfD oder sogar der CSU noch nicht ausgestorben, die Forderung des Tages.

Meyer
28. Mai 2015 12:51

@Giessen, @Arndt @Niederreiter
Schuld ist eine Kategorie von Waschlappen. Das ist eine Feststellung, Ist, keine Forderung, kein Soll.

Niederlage. Na endlich! Auch ein Ist, ein derzeitiges. Und vieles, was ist, erwuchs aus dieser Niederlage, manifestiert sie, institutionalisiert sie, nützt sie.
Nun geht es um die Gegenwart und Zukunft. Wollen Sie in der Dauerniederlage knien und abwarten, was andere über Ihre Zukunft entscheiden? Oder wollen Sie anfangen selbst zu entscheiden? Selbst. Sie. Alleine. Innere Unabhängigkeit? Angefangen bei der massenmedialen Dauerbespaßung.

Um etwas anderes, als die Wahrnehmung, daß jeder ein handelndes Subjekt ist, mit der Befähigung eine Lage selbst zu beurteilen und daraufhin selbst zu entscheiden, geht es nicht. Alles andere ist kindisch: Nicht-Erwachsen, Nicht-Selbstverantwortlich.

Psychologische Selbstverteidigung. Damit beginnt alles, oder: Mit dessen Scheitern, Schwäche, wie bei vielen, ist alles gestockt. Kaufen Sie weiter alle fünf Jahre einen Neuwagen, fahren Sie an die Cote-d'azur oder fliegen Sie nach Bali, im Winter nach Tirol, Ist Sölden zu wild? Mähen Sie Samstags Ihren Rasen. In der Mittagspause gibt es Sushi.
Sie haben es sich verdient. 'Das ist Leben, das ist Freiheit.' - 'Und Sicherheit!'
Polizei, Gerichte, Lebensversicherung, Pension oder Rentenanspruch.
Und Frieden!!! Denn: Die BRD will keinen Krieg, also gibt es auch keinen. Frieden schaffen ohne Waffen! 'Zurückhaltung, Mitte, das richtige Maß!' - 'Und schaut, was BMW für tolle Autos baut.' Und irgendwie auch stolz auf den Leopard II? Dann sind sie ja ein ganz großer Konservativer! - 'Und die Autobahnen. Alles war nicht schlecht - so einfach ist das nicht ... Aber man muß das ja nicht gleich so laut sagen.'

Bleiben Sie dabei! Versuchen Sie nicht die Rahmenlage zu verstehen. Wenn sie alt genug sind, schlüpfen Sie wohl noch so durch.
Und bleiben Sie sich treu! Genießen Sie den Sommer auf der Terrasse, nachdem der Rasen gemäht ist, natürlich. Meckern Sie ein bißchen über die Homoehe oder über die Linkspartei! Schließlich sind wir ja konservativ.

Skiurlaub, Flugreise, 5er-BMW, Haus und Garten sind nett. Sahnetorte. Wann werden sie böse? Wenn man ihnen die Sahnetorte wegnimmt? Wenn sie feststellen, daß man ihnen die Sahnetorte wegnehmen könnte?

Oder lassen Sie die Sahnetorte aus eigener Kraft gleich selbst weg? Panzerkekse erfüllen die gleiche Funktion. Noch warme Rehleber auch.

Meyer
28. Mai 2015 13:56

@Meier Pirmin
In meinem ersten, dann von mir selbst gelöschten Kommentar, stand unter anderem, daß ich Sie in einer zu nichts führenden Diskussion nach den Kriterien Ihrer Schuld-Beurteilung fragen würde und diese von Ihnen natürlich nicht benannt werden würden. Sie bestätigten dies.

Ich stelle fest, daß Sie, Arndt, Giessen und Niederreiter eine neue Kategorie von Kommentierern eröffnen. Ob durch Pegida, AfD oder andere Institutionen hier angedockt, vermag ich nicht zu sagen. Auffällig ist, daß Sie alle einen gewissen inneren Abstand zum Objekt BRD nicht besitzen. Sie ist Ihr Ding. Sie, und ihr Rahmen sei für Sie zu erhalten. Analog zum glücklichen Sklaven. Entweder irren Sie sich oder ich irre mich im Wesen der Sezession. Sie vertritt eben nicht nur Positionen, die eine CSU-CDU-wie-sie-sein-sollte besitzen sollte. Fundamentaler! Ihre Kritik an den derzeitigen Verhältnissen kann ohne die Ursache in der Niederlage und ihre Folgen nicht verstanden werden.

Sie, diese neue Kommentierer-Gruppe, liegt weit dahinter.
Deutschland ist das Opfer zweier physischer Niederschläge und eines psychologischen Mordes. Im Unterschied zum physischen Mord, kann es eine Wiedergeburt geben, eine Genesung. Voraussetzung ist eine innere Emanzipation von der BRD. Nicht Feindschaft und nicht Identität. Neutrale Emanzipation.
Die BRD muß sich substanziell verändern. Sie muß zu einem Staat werden. Das erste Interesse eines Staates: Sich selbst zu dienen. Sie ist aber mit dem Geburtsfehler entstanden, nicht aus EIGENER Kraft entstanden zu sein, sondern als Verwaltungskörperschaft eines besetzten Gebietes. Interregnum. Rheinbund 2.0.

Ein Staat entsteht durch einen Sieg. Dieser Sieg drängt den Besiegten die Anerkennung dieses Staates als reale Macht auf. Tatsächlich ist die BRD gegenüber dem einzigen verbliebenden Siegerstaat USA ohnmächtig. Sie ist die Negation eignere Kraft. Ein politisches Nullum. (Das mag sich übrigens etwas verbessert haben, aber eben nicht um 180°.)

General Guderian hat sich in den Fünfzigern zutreffend über die NOTWENDIGEN Bedingungen für ein Westbündnis geäußert. Das genaue Gegenteil ist passiert. Adenauer.
Oder: Bismarck war pro-Österreich. Deshalb mußte er diesen damals dominanten Staat besiegen, um vom schwachen Vasall zum gleichberechtigten Partner zu werden. Sollten Sie pro-amerikanisch sein, ... . Dann muß der Hegemon erst Enthegomonisiert und die BRD enthegt, befreit werden. Aus eigener Kraft oder unter Ausnützung der geopolitischen Lage. Helfer stehen seit Jahren winkend bereit. Aus deren eigenem, egoistischen Interesse.

Nichts ist anti-bismarckianischer als die BRD. Sie ist das institutionalisierte Gegenteil: militärische Schwäche, Unselbständigkeit und Export- und Importabhängigkeit, innenpolitische Bürgerkriegslage.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 13:57

Hallo Zensor, warum haben Sie meine Replik auf den Deutschlandhasser Niederreiter nicht veröffentlicht. Ist dessen Standpunkt etwa das, was Sezession vertritt?

antwort kubitschek:
nein. aber Ihr ton war diesem netztagebuch nicht angemessen. Sie können scharf widersprechen, sogar spötteln, aber mehr nicht.

Bernhard Niederreiter
28. Mai 2015 14:26

Offensichtlich neigt jede Deutschtümelei zu einem gewissen Totalitarismus, wie ich das hier einigen Posts zwanglos entnehmen kann. Dieser Totalitarismus ignoriert die Geschichte vollkommen, die Deutschland als Vielvölkerkonstrukt mit wechselnden Kriegsgegnerschaften und Koalitionen ausweist. Eine deutsche Nation hat es nie gegeben. Wohl gab es deutsche Reiche (gleich mehrere!), das dritte ist uns in bleibender Erinnerung geblieben.
Hier wird jede weitere Diskussion schwierig, da es sich beim Nachkriegsdeutschland tatsächlich um so etwas wie eine GmbH handelt, sogar um eine recht erfolgreiche. Wieder wurden Wechsel auf eine bessere Zukunft ausgestellt. So groß die Anstrengung auch sein mag, später würde sie sich auszahlen. Und wieder sind die Menschen darauf reingefallen.
Jetzt, wo die Anpassungsmaßnahmen für jeden spürbar greifen - Sozialabbau, Reallohnverluste, Entwertung der Geldvermögen - , kommt das deutschnationale Empfinden zum Vorschein, das Heilung verspricht. Dieses Empfinden strebt aber nicht nach Heilung, sondern nach Abrechnung.

Wer dreimal hintereinander in die selbe Kacke steigt, dem ist einfach nicht zu helfen.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 14:36

Ach so, aber ein penetranter Deutschlandhasser kann Leute mit anderer Meinung als spezifisch „Ossi“, dumm-piefke-mäßig aus Rittergütern südlich der Elbe – Thüringer Becken und Sachsen aus irgendwelchen Rittergütern oder Phantasie-Reduiten im Raum Dresden beschimpfen. Sie haben wohl gar nicht bemerkt, dass dieser Dummtrödel das Rittergut Schnellroda im Blick hat. Okay, wenn das die Diskussionsgrundlage für das netztagebuch ist, dann ist alles klar. Da können Sie doch auch gleich Indymedia zum Mitmachen einladen.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 14:42

@ Meyer Ich habe ebenfalls festgestellt, dass sich Sezession zum Forum für Deutschlandhasser und Leute, die Knopp-Propaganda verbreiten, gewandelt hat. Wodurch das hervorgerufen ist, weiß ich nicht. Falls das fortbestehen sollte, müsste man sich gegebenfalls ein anderes Forum suchen und auch Sympathisanten auf diesen Wandel hinweisen. Es wäre dann allerdings für Leute wie Scheil auch Grund, darüber nachzudenken, ob er seine Ansichten in der Sezession noch verbreitet.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 14:55

@ Meier Pirmin Es gehört zwar nicht zum Thema, aber da Ihre Abweichung veröffentlicht wurde, will ich darauf antworten. Das, was Sie von Churchill über das Habsburgerreich zitieren, hat mit der Wirklichkeit nicht das Geringste zu tun. Österreich war in keiner Weise das Völkergefängnis, das der Kriegsverbrecher und daueralkoholisierte Deutschenhasser hier beschreibt. Ganz im Gegenteil: in Österreich konnten Bürger anderer als der deutschen Nationalität bis zu Minstern aufsteigen, das Schulsystem berücksichtigte in vorbildlicher Weise die verschiedenen nationalen Kulturen, jeder Bürger war wahlberechtigt.

In welcher Kolonie des Empire war so etwas denn möglich? Nenn Sie mir einen indischen oder afrikanischen Minister in einem Kabinett des Empire? Die von Albion kolonisierten Völker waren total rechtlos und jeder Inselaffe konnte Neger in den Kolonien töten, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Der Unterschied zwischen den Verhältnissen im Empire und im Habsburgerreich war nicht der zwischen Himmel und Hölle, aber er war zugunsten Österreichs diesem Unterschied sehr nahe.

Carl Gießen
28. Mai 2015 15:11

@ Meyer: "Skiurlaub, Flugreise, 5er-BMW, Haus und Garten sind nett. Sahnetorte. "

Genau! Raus aus der globalisierten Welt! Identität! Isolation! Autarkie! (Und was wir nicht haben, Leute, das holen wir uns!) - Hatten wir schon mal.

Und die dann folgende Generation darf dann wieder heulen, ihre Wunden lecken und sich, ach, so ungerecht behandelt und so fremdbestimmt fühlen? - Ihre Zukunft, Meyer, wäre - wie gehabt! - eine aus Isolation, Autarkie und Identität zusammenphantasierte Vergangenheit. Wer, mit Verstand, könnte sich darauf einlassen - ein zweites Mal?

Karl Martell
28. Mai 2015 16:00

@ Bernhard Niederreiter

"Ich denke, dass sich in diesem Kreis eine Geschichtswahrnehmung herausgebildet hat, die vollkommen konträr zur Siegergeschichtsschreibung steht. Wie weit die Zweifel gehen, muss jeder für sich entscheiden."

Nö, wir halten uns hier gern an Fakten, sodaß wir zweifelsfrei eine geschichtliche Begebenheit beurteilen können, ohne Propaganda. Ein Beispiel.

Rumpelstilzchen hat so nette Propaganda der Siegermächte oben in ihrem Kommentar verbreitet.

"Deutschland, das durch seinen Überfall auf das wehrlose Polen den zweiten Weltkrieg heraufbeschwor; das inmitten einer friedliebenden und daher auf den Krieg nicht vorbereiteten Welt seine Siege feierte;"

Wahr, oder unwahr?

Sehen wir also genauer hin. So zeigt das Oberflächenbild, dass 1939

- Deutschland über Polen herfällt,

- Russland sich die Hälfte Polens raubt,

- Polen dabei nur das Opfer ist,

- Frankreich und England den bedrängten Polen helfen

- und die USA zu guter letzt die Helfer unterstützen und retten.
Doch schon das Bild darunter - von 1920 an - zeigt die schweren Menschenrechtsverletzungen an den 11 Millionen Menschen der nichtpolnischen Minderheiten im Vielvölkerstaat Polen. Die Drangsalierung der Millionen von Ukrainern, Deutschen und Weißrussen in Polen nimmt 1939 Formen an, dass schon sie allein ein Kriegsgrund für die Sowjetunion und Deutschland gegen Polen hätten sein können. Zum Bild auf dieser zweitobersten Glasscheibe gehören außerdem der deutsch-polnische Streit um Danzig und um freie Verkehrsverbindungen durch den „polnischen Korridor“ ins damals vom Reich abgetrennte Ostpreußen und die noch offene sowjetische Rechnung für die Gebiete der Ukraine und Weißrusslands, die ihnen Polen 1920 abgenommen hatte. Auf einer weiteren Schicht darunter sind die Rüstungswettläufe der Amerikaner, Briten und Japaner ab 1920 erkennbar, die Rüstungsaufholjagd der Sowjets ab 1930, die von den Franzosen bis 1933 blockierten Genfer Abrüstungsverhandlungen und dann die deutsche Wiederaufrüstung ab 1934. Aus den Schichten tieferer Gläser schimmern noch die Demütigungen bis oben durch, die die Siegermächte 1920 den Deutschen, den Österreichern und den Ungarn durch „Versailles“ und die entsprechenden Verträge bereitet hatten, die Kriegsvorbereitungen der Briten ab 1906 gegen das kaiserliche Deutschland die Rache der Franzosen für ihre 1871 erlittenen Gebietsverluste und die Demütigung der Polen bei den drei Teilungen ihres Staates aus der Zeit davor. Dieses alles und viel anderes mehr zeigt 1939 Wirkung.

https://www.vorkriegsgeschichte.de/

Wie Sie also sehen, hat es seinen Grund, wenn wir hier eine andere Sichtweise vertreten.

Meier Pirmin
28. Mai 2015 16:19

@Meyer. Ich lobte zwar den klugen Adenauer, zitierte aber dessen Kritiker Reinhold Schneider, der die Bundesrepublik "Restdeutschland" nannte und den sogenannten amerikanischen Nihilismus "das Nichts für das Nichts" nannte, während der sowjetische Nihilismus, der Kommunismus, den Menschen wenigstens in Pflicht nähme. Noch interessant Ihre Aussage, dass ein Staat durch einen Sieg entstehe. Das erinnert mich an die Schlacht bei Sempach (1386), ohne welchen Sieg es mutmasslich die Schweiz nicht gäbe. Aber die Niederlage von Marignano 1515 war für die künftige Selbstbescheidung der CH trotz allem noch wichtiger. Und natürlich ist die Bundesrepublik durch die Niederlage 1918/1945 erklärbar, aber dies allein genügt nicht, sie zu kritisieren. Bei Adenauer bleibt interessant, dass für ihn, den Rheinländer, die Westbindung wichtiger wurde als eine allfällige Neutralität und totale Unabhängigkeit Deutschlands, wie aus seiner Ablehnung der Stalin-Note von ca. 1952 abzuleiten ist, was man freilich auch aus den Bedingungen des Kalten Krieges sehen muss. Es gibt nicht nur die Bismarcksche Perspektive Deutschlands. Auf seine Weise scheinen auch Otto von Habsburg oder der österreichische Jude William S. Schlamm, ursprünglich Willi Schlamm, Deutschland geliebt zu haben, letzterer, als Ex-Kommunist in seinen späten Lebensjahrzehnten wohl einer der bedeutendsten Repräsentanten der deutschen demokratischen Rechten. Adenauer, nach Schumacher der angebliche Kanzler der Alliierten, hatte nach internen Informationen, zu denen ich Zugang hatte, ein tiefes Misstrauen zum Beispiel gegen John F. Kennedy und kann letztlich nicht auf einen Erfüllungsgehilfe der Amerikaner reduziert werden.

Meines Erachtens ist es möglich, einen Reichsgedanken zu entwickeln, der nicht nationalistisch ist, man vertiefe sich mal in Grillparzers grosses Drama "Ein Bruderzwist im Hause Habsburg". Von diesem übernationalen Reichsgedanken ist freilich die heutige Europäische Union um Welten entfernt, eher schon repräsentiert diese, wie Reinhold Schneider es gesehen hat, zusammen mit Amerika so etwas wie das "Reich des Antichrist". Dies scheint mir dann freilich auch wieder allzu dramatisch, zu negativ.

Noch interessant an Kubitschek und den intellektuellen Ansprüchen, die er er stellt, scheint mir, dass er mit anderen, auch der sich von ihm abgrenzenden "Jungen Freiheit", so etwas wie die Erbschaft der "Konservativen Revolution" mitvertritt. Damit sind neben für Deutschland vielleicht hoffnungsvollen Perspektiven auch Gefahren und Versuchungen verbunden, im Einzelfall, je nach Traditionsanschluss, auch mögliche geistige Verirrungen. Im Ganzen aber scheint es mir, muss in Deutschland diese Diskussion geführt werden, ihre Unterdrückung hilft dem hiesigen Geistesleben nicht weiter. Bei mir selber lief das Interesse und der teilweise Anschluss an das Gedankengut der deutschen "Konservativen Revolution" freilich nie über meinen Schweizer Landsmann Armin Mohler, eher schon über den in Kandern nahe der Schweizer Grenze lebenden Gerd-Klaus Kaltenbrunner, mit dem ich zum Teil in nämlichen Organen publiziert habe. Kaltenbrunner hat den Oesterreicher wie auch den Katholiken nie verleugnet und gehörte zu den Autoren und Philosophen, die sich nie mit einem bestimmten System "verheiratet" haben. Er war überdies resignationsfähig, so wie Reinhold Schneider in den fünfziger Jahren formulierte: "In Deutschland bin ich als Monarchist Gegner jeglicher Restauration." Auf diesen Reinhold Schneider (1903 - 1958) möchte ich noch verweisen, so weit man sich jenseits der linken und der ausländischen Instrumentalisierung mit der Frage der deutschen Schuld auseinandersetzen möchte. Dabei hat er sich aber nie auf Hitler fokussiert. Noch eher interessant für die "Sezession" und über alles gesehen attraktiver als der katholische Späthabsburger Schneider dürften indes für die Debatte innerhalb der "Sezession" Stefan George und Ernst Jünger bleiben. Von bedeutendem Interesse wäre wohl auch das Erbe des grossen schlesischen Volkskundlers und geistesgeschichtlichen Schriftstellers Will Erich Peuckert.

Meier Pirmin
28. Mai 2015 17:07

@Blaschke. Sie haben mich und mein Churchill-Zitat falsch verstanden. Churchill schrieb, was den ehemaligen Nationen nach dem 2. Weltkrieg passiert sei, sei das, was die mitteltalterlichen Theologen die Hölle genannt hätten. Es ging also in keiner Weise darum, das alte Oesterreich als Völkergefängnis zu bezeichnen. So haben es auch Grillparzer und Kafka und Stefan Zweig und Reinhold Schneider nie gesehen. Es war das Schicksal dieser Völker, dass es Ihnen später klar schlechter ging als zur Zeit des AEIOU (=Alles Erdreich ist Oesterreich untertan.(

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 17:12

@ Bernhard Niederreiter So faktenfrei wie recyceltes Klopapier.

Meyer
28. Mai 2015 17:15

@Giessen: Lesen?

Sie - und ihresgleichen - waren ganz persönlich gemeint. Nicht generalisierend auf ganz Deutschland. Sie. persönlich. ganz allein. - Jeder. Ich übrigens auch. (Aber das werden Sie nicht verstehen. Denn jeder hat SEINE Sahnetorte.)

Sie verstecken sich - wie die meisten - hinter schönen Begriffen, wie noch als kleines Bürschlein hinter Mamas Schürzenzipfel, um nicht persönlich Konsequenzen zu ziehen. Das ist ganz gewöhnlich und nennt man das Rationalisieren von Emotionen.

Leben Sie ihr bürgerliches Leben. Das ist völlig in Ordnung. Meckern Sie ein wenig. Auch das paßt schon.

Aber was machen Sie HIER? Das verstehe ich nicht. Ehrlich nicht. CSU-Blog?

Meier Pirmin
28. Mai 2015 17:24

PS. @an Blaschke und andere. Was hier dargetan wird, über Dönitz, Jodl, Speer, Churchill, Nürnberg, Adenauer, Heuss, Reinhold Schneider ist ganz gewiss nicht das, was Sie "Knopp-Propaganda" nennen. Es scheint aber offensichtlich, dass zum Beispiel der Riss des 30. Juni 1934 wohl noch immer anhält, so wie es bei den Linken zur Trennung zwischen Menschewiken und Bolschewiken kam und später zur Abgrenzung der Trotzkisten gegenüber den Stalinisten. Es gibt kein Monopol, wie die Geschichte zu sehen ist, sehr wohl aber die Neigung, gegenüber gewissen verhängnisvollen Entwicklungen die Augen zu verschliessen oder sich an das Motto zu halten "right or wrong - it's my country".

Meyer
28. Mai 2015 18:37

@ Meier Pirmin

Anmerkung über die Diskussion selbst:
Traditionen und Familienzüge sucht man sich nicht aus, man wird in sie geworfen. Man bejaht sie oder nicht. Dasselbe gilt in jüngeren Jahren für die weitere Umgebung.
Somit will ich gar nicht versuchen, die offenkundig bestehenden Grundunterschiede gegenseitig in Ansatz zu bringen. Diese ergeben sich in den Bewertungen über das Wesen von Personen, wie beispielsweise Adenauer.
Ob Adenauer nun als klug oder eher als schlau zu bezeichnen ist, ob er nicht bereits in der Weimarer Republik Äußerungen vorbrachte, die man als Verrat bezeichnen kann, darüber läßt sich streitig vortragen. Alleine ich sehe den Grund dafür nicht.
Auch er kam nun aus persönlichen Verhältnissen, die mir fremd sind. Sehr fremd. Und ich halte ihn auch keineswegs für einen "Amerikaner", sondern für jemanden, der Franzosen und Amerikaner im Rahmen der Westbindung gegeneinander ausspielen wollte, eine minikontinentale Verbindung versus Angelsachsen, allerdings im Rahmen einer Westbindung.
Ob ich einen Mao verachte? Nein. Adenauer: Ja. Der Grund ist leicht selbst zu erschließen. Ich verachte jeden!, der sich den Alliierten nicht verschlossen hat oder hätte. Man muß kein Held sein, man muß aber auch nicht mitmachen. Das galt 1945 genauso, wie 1918 oder von mir aus auch 1933. Stichwort: General Guderian. Der hat es wohl richtig erfasst.

Eine Anmerkung zum Sieg:
Eigentlich ist ein Sieg einer politischen Entität zur Berücksichtung der potentiellen Wirkungsmacht nicht notwendig. Aber ein Sieg ist ein hinreichender Beweis dieser Wirkmächtigkeit! Viele Geheimgesellschaften und selbst staatliche Geheimdienste, häufig Armeen, dürften aufgrund ihres Daseins (und ihrer Obskurität) bereits soviel Gefahr einer Wirkmächtigkeit verströmen, daß Siege nicht erforderlich sind, um sie als politische Entität wahrzunehmen und zu behandeln, selbstverständlich auch die römische Kirche oder die Finanz-Oligarchie.

Anmerkung zum "Reich":
Ich stelle mir weniger de Frage, wie schön doch ein Reich aussehen könnte (nun ich bin Nationalist!), sondern die Frage, wie man aus der derzeitigen Lage dorthin kommt, in ein gewisses Maß an Selbstbestimmtheit zu gelangen. Ich stelle mir diese Frage nicht für die BRD, für Deutschland oder für ein "Reich", sondern ich stelle die abstrakte Frage, wie eine Zusammenwirken von Menschen beschaffen sein muß - van Crevelds Hypothese vom zwingenden Untergang des derzeitigen Staatsmodells vorausgesetzt - um als Machtfaktor soweit zu gedeihen, daß man von außen und innen nicht willkürlich damit verfahren kann: In die Sphäre des Politischen eindringen und sich dort halten, um ein Schlagwort zu benutzen. Das KANN die BRD sein. Das kann sonstwas sein. Das kann auch der örtliche Schachclub sein, der sich entschließt dem Beispiel der Sioux zu folgen.

Zum Nationalismus:
Zum Nationalismus schließt sich der Kreis daher, daß ich aus Ergebnissen gewisser empirischer Forschung heraus, die Homogenität als das wesentliche Erfolgselement eines organisierten menschlichen Zusammenwirkens ansehe, auch die Ähnlichkeit der Gene. Die Notwendigkeit der Anforderung der Homogenität ist natürlich nicht auf diesen Aspekt begrenzt, sondern ist um wesentliches zu erweitern. Glaube. Weltbild. Lebensweise. Stil. - FORM! - Gemeinsame Erfahrung, gemeinsames Handeln!

Ich betrachte die Welt eher aus Sicht der neu formulierten amerikanischen Militärdoktrin und aus den Äußerungen amerikanischer politischer Berater, sowie den Gegenbewegungen aus östlicher Richtung.

Thesenartige Rahmenlage
- Durch das Internet wanken alle Mythen, ob wahr oder nicht. Jede Behauptung findet seinen Zweifel und seine Gegenbehauptung.
- Durch die hybride Kriegsführung (siehe Rheinmetall) verändert sich die Anforderung an militärische Institutionen. Martin van Creveld: Politische (Friedens-) Organsiation (Staat i.w.S.) folgt zwingend der Kriegsorganisation. Also Veränderung der Formen des zivilen Zusammenlebens anhand der kriegerischen Bedürfnisse.
- In Mitteleuropa: Die Auswirkungen dreier Mächte USA, Rußland, China.
- Beobachtung, daß die Propagandamaschinerie aller Seiten aktiviert worden ist.
- Massive Aufrüstung aller Orten.
- Zerstörter Glaube, bei hohem Bedürfnis nach Orientierung.
- Die Schulden- und Zinsproblematik ist in einer heißen Phase befindlich.
- Ein auch die Politik erfasst habendes Gefühl zunehmender Unsicherheit.

Wie wäre es, wenn man "Politik" nicht aus schönen Wünschen heraus bestimmt, sondern an eine reale Lagebeurteilung anknüpft? Das Ziel? Vermeidung von Fremdbestimmung, Gewinnung von Eigenbestimmung. U.u, ist dazu nötig, Versuch der Bestimmung über andere. Simpel: Das Wesen der Politik wie des Krieges.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 18:44

@ Meier Pirmin Es gibt doch kein Monopol, wie die Geschichte zu sehen ist. Ein Monopol gibt es für Geschichtspropaganda, solange die Belogenen mitmachen. Und betreffs des 08.05.1945 habe ich beide Siegervarianten zur Genüge kennengelernt. Meine Meinung habe ich immer versucht, ausschließlich auf der Grundlage belegbarer Fakten und meiner Volks- und Heimatliebe zu bilden.

Mit dem 30. Juni gebe ich Ihnen hinsofern Recht, dass sich die damals noch genäßigte Linke (NSDAP) von ihrer radikal linken Abteilung (SA) getrennt hat. Das war noch nicht mal immer schlecht für Deutschland. Wir sind doch sicherlich beide der Meinung, dass die NSDAP eine linke Partei mit allen für diese Parteien typischen Ideologien war.

Was Churchill betrifft: der Mann war ein mit allen Wassern gewaschener Kriegsverbrecher, der sich von ihn belastenden Mithelfern immer völlig gnadenlos getrennt hat (Bomber Harris) und dem keine Lüge zu verlogen war, um seine in einem schizophrenen Gehirn geborenen Osessionen umzusetzen. Vielleicht war wirklich der ständige überhöhte Alkoholgenuss und ein sich dadurch zersetzendes Gehirn schuld. Das kann man bei dem Traumpaar in der EU-Kommission Jean Clown Drunker und Martin Kapo Schulz heute auch wieder beobachten.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 18:59

@ Carl Gießen Wer solchen Schmarrn verbreitet - und da schließe ich mich Meier Pirmin an - hat außer der Dauerpropaganda über die Geschichte nichts gelesen oder verinnerlicht. Wer behauptet, das 3. Reich hätte in Isolation, Autarkie und Identität vor sich hin vegetiert, hat von den Fakten der Geschichte so viel Ahnung wie ein Hamster vom Hubschrauber. Solche Leute lässt man dahinquatschen, sie blamieren sich nur und tun auch nur sich selbst weh.

Waldgänger
28. Mai 2015 19:47

@ Bernhard Niederreiter (28. 5. um 14.26 Uhr)

Sie erwarten doch hoffentlich nicht, dass Sie angesichts derart absurder Äußerungen ("Eine deutsche Nation hat es nie gegeben.") eine Debatte anregen können oder gar ernsthafte Beachtung erringen könnten??!

Da ich mir auch nicht vorstellen kann, dass Sie derartiges erwarten, so bleibt bei nur mir die Annahme übrig, dass es Ihnen ganz einfach Freude bereitet, in einem rechtsinllektuellen Blatt etwas politisch-korrekte Duftmarken an Bäumchen zu setzen.
Wenn´s Ihnen denn Befriedigung verschafft?!

Oder Sie sind hier so neu, dass Sie nicht wissen, wo Sie sich hier befinden. Man kommt beim Suchen und Spielen im Netz ja leicht mal auf unbekannte Seiten ... In diesem Fall könnte es nicht schaden, eine Weile ruhig mitzulesen und es zuzulassen, dass gewohnte Denkweisen und Denkwege durch neue Informationen und Gedanken verändert werden.

Kleiner Versuch zur Sache:
Definieren Sie doch bitte erstmal das Wort Nation bzw. Volk!

jack
28. Mai 2015 20:25

@Bernhard Niederreiter

"Niemand wird erwarten, dass Griechenland plötzlich hochwertige Autos baut, die unsere Autos vom Weltmarkt verdrängen."

"Unsere Autos" ? Ein Mythos, nicht mehr!

Schauen Sie mal nach, was an "unseren Autos" deutsch ist. Sie werden sich wundern. Weit mehr als die Hälfte der Komponenten sind importiert.
"Deutsche Autos" sind nicht deutscher als die "Deutsche Bank", die sich mehrheitlich seit langem nicht in deutschem Besitz befindet.

Es ist hier sicherlich bekannt, wie seinerzeit Jelzin das russische Tafelsilber nicht einmal meistbietend, sondern geradezu verschleudert hat. Über dieses Stadium sind wir bei näherer Betrachtung bereits hinaus.

Also bitte kleine Brötchen backen hinsichtlich dessen, was "unser" ist.

Arminius Arndt
28. Mai 2015 21:33

Herr Blaschke (und auch Herr Meyer),

jetzt mal halblang, wenn nicht gleich alles in einer Diskussion in ihre Richtung läuft (lesen meines "PS" würde zumindest bei Herrn Blaschke ggf. weiterhelfen), dazu sind Diskussionen und Debatten da.

Da die Sezession immer einen strikt legalistischen Ansatz vertreten hat und auch vertritt, ist doch immer auch die Frage, auf welche Empfängerhorizonte treffen ihre Erkenntnisse und da helfen Beschimpfungen oder für dumm oder Charakterschwach den Gegner zu erklären, einfach nicht weiter. Sie müssen - und ich weiß genau, wie sie alleine bei dem Begriff schon das ko.. anfangen - Ihre Botschaften auch verkaufen, wenn sie sich an die legalistische Zielsetzung (auch dieses Blattes) halten wollen und eben keine Terrorzelle gründen möchten. Und in Punkto "Ziele verkaufen" hat jeder Realpolitiker halt eben doch deutlich mehr Erfahrung. Zudem sollte man, wenn man schon Systemrelevante Änderungen an den Mann bringen will, es tunlichst vermeiden, den Geruch zu verbreiten, man würde erst einmal zur "großen Säuberung" am "Tag X" antreten. Das riechen die Menschen förmlich und da mittlerweile jeder weiß, dass selbst eine Revolution ihre eigenen Kinder frisst, will man mit solchen Ansichten dann auch nichts mehr groß zu tun haben, ob im Kern berechtigt oder nicht, ist egal (reiner Eigenschutz - niemand hat große Lust, vor eine Genickschussanlage gestellt zu werden). Mit den großen radikalen Erklärungsansätzen wird man folglich über ein Nischendasein nicht hinaus kommen. Und ökologische Nischen haben wir zwar noch einige in Deutschland, nur hilft es dem Land angesichts der Herausforderungen, vor dem es steht, nicht weiter, wenn wir nur Propheten des Untergangs haben und keine echten Katechonten.

Stil-Blüte
28. Mai 2015 21:57

@ Meier Pirmin

Besten Dank, daß Sie mir Will-Erich Peuckert geschenkt haben. Dergleichen Rübezahle. Unikate, Einzelgänger - und dennoch welche, mit denen man sich sogleich verwandt fühlen darf, Sachverwalter des Eigenen als Eigenes und des Fremden als Fremdes - gibt es, will mir scheinen, auch heute immer wieder. Sie aufzuspüren und in unsere Randzone aufzunehmen - auch das kann dieser Blog leisten.

Hajo Blaschke
28. Mai 2015 22:25

@ Arminius Arndt Da ich nicht so ganz genau verstanden habe, was Sie ´rüberbringen wollen, muss ich Ihnen leider eine Antwort geben, die vielleicht nicht ganz das trifft, worauf Sie abzielen. Da ich auch nicht weiß, wer Sie sind, muss meine Antwort auch abstrakt bleiben.

1. Zum Thema Realpolitiker: Glauben Sie, dass Bismarck Realpolitiker war? Ich glaube das. Und dennoch hat er ständig Sachen gemacht, die alles Bisherige umgeschmissen haben - Sozialgesetzgebung, Reichsgründung, Klärung der Verhältnisse mit Habsburg usw. usf. Das, was er gemacht hat, war Realpolitik und es war kein Hinterdemofenverkriechen, wie heutige "Politiker" Realpolitik verstehen.

2. Systemrelevante Änderungen: So etwas gibt es nicht. Wenn die Bürger der ehemaligen DDR nicht massenhaft auf die Straße gegangen wären, so dass selbst ein Krenz Schiss hate, auf sie schießen zu lassen, gäbe es heute noch die DDR. Systemrelevant und Änderung - das beißt sich.

3. Die große Säuberung: Deutschlands Regierung ist ein korrupter, ideologisch geprägter und fremdgesteuerter Sauhaufen. Da stimmen Sie doch bestimmt mit mir überein. Und einen Sauhaufen - Augiasstall nennen die Klassiker so etwas - beseitigt man nur durch eine große Säberung. So wie 1989 in der DDR.

4. Revolutionen: Ich bin Gegner von Revolutionen. 1989 war auch keine Revolution, es war eine überfällige Säuberung - ohne Blutvergießen, eben deutsch. Was hat denn z.B. eine sog. Große Oktoberrevolution in Russland gebracht. Eine Umschichtung des Verhätlnisses Unterdrücker-Unterdrückte. Im ersten Moment. Und später: später waren wieder Leute am Drücker bzw. deren Nachfahren, die das geistige Potential hatten, andere unter den Daumen zu bekommen. Wie in Orwells "Farm der Tiere".

Kurz und gut, meiner Meinung braucht man keine Genickschussanlage, um in Deutschland wieder prosperierende, souveräne und dem deutschen Volk nutzende Verhältnisse zu schaffen. Die Verhältnisse nach der Wiedervereinigung sind doch aus dem Ruder gelaufen, weil es momentan nicht mehr zwei Großmächte als Besatzer gibt sondern nur noch eine. Und mit der zweiten Großmacht muss doch eine deutsche Diplomatie selbstsändig verhandeln können. Oder? Und die Verhandlungen mit der nicht mehr aktiven Besatzungsmacht sollten dazu führen, dass die noch aktive Besatzungsmacht Deutschland ebenfalls verlässt.

Herbert
28. Mai 2015 22:54

@ Pirmin Meier

Ihre angedeutete Analogie zwischen Marignano und dem 8. Mai 1945 könnte schiefer nicht sein. Ja, man muss aus dem verlorenen Krieg seine Lehren ziehen. Aber was Deutschland wiederfahren ist, ist nicht vergleichbar mit der blutigen Nase die sich die Eidgenossen bei ihren aussenpolitischen Abenteuern zu Beginn der Neuzeit geholt haben. Das geht viel, viel tiefer. Deutschland muss nicht seine aussenpolitische Strategie überdenken, es muss sich zuallererst wieder selbst finden.

Roman
28. Mai 2015 23:44

@Meyer: „Schuld ist eine Kategorie von Waschlappen.“

Dafür wird hier aber ziemlich viel Zeit investiert, um über die Schuld der Sieger zu klagen. Mit so einer Einstellung müsste man eher über die Dummheit der Triumphierenden staunen, dass sie die besiegten Deutschen nicht gänzlich auslöschten. Moral ist ohne die Kategorie der Schuld nicht denkbar. Letztlich sind auch solche Ideen wie Nation ohne Schuld nicht zu halten. Selbst wenn man ein Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft bricht, so bleibt das Gewissen ja rein.

Aber ich gehe mal davon aus, dass damit lediglich gemeint ist, Schuldgefühle im Bezug auf die Handlungen der eigenen Partei seien eine Kategorie der Waschlappen. Über die Untaten der Anderen kann man dagegen umso lauter heulen. Die übliche Hottentotten-Moral im Blick auf die Geschichte, die sich die Dümmeren auf der Rechten in jedem anderen Land der Welt leisten können, nur in Deutschland nicht. Das hätten Manche hier gerne auch. Ist nur ein sehr schwieriges Unterfangen. Man muss die Sache schon ziemlich verbiegen und immer wieder diesen Satz einwerfen, damit es aufgeht.

Was im Übrigen mehr zu der unmöglichen außenpolitischen Situation des Dritten Reichs beitrug als alles Andere. Ich meine diese in der Theorie sogar sympathischen regelmäßigen Anklagen gegenüber dem Westen, die Machtgier hinter moralischen Fassaden zu verstecken. Nur gewinnt man mit solcher ungenierter Amoralität weder die Nachbarn für sich, noch kann man ohne jene verachteten Fassaden die eigenen Pläne sonderlich gut verdecken. Es wirkt vielleicht gewitzt innerhalb nicht einmal eines Jahres die Resttschechei zu zerschlagen, weil man es kann. Vertrauenserweckend ist es aber gelinde gesagt nicht gewesen. Erst recht nicht, in Warschau wo man sogar zum gleichen Zeitpunkt wieder irgendwelche Grenzen für unverletzbar erklären wollte.

Meier Pirmin
29. Mai 2015 00:48

@Herbert. Ich machte keine Analogie zwischen Marignano und dem 8. Mai 1945, antwortete jedoch einem der Blogger auf die These, dass für die Identität eines Volkes, einer Nation, ein Sieg wesentlich sei, vgl. Sempach für die Identität der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Aber es stimmt, auch eine Niederlage kann Identität generieren, das war in der Tat die einzige Vergleichbarkeit des sonst Unvergleichlichen. Marignano war ja schliesslich nicht mit der Besetzung und Entmündigung des Landes verbunden, bloss eine Niederlage, aus der man Konsequenzen gezogen hat, u.a. auch mit Verzicht auf Grossmachtpolitik.

CCCED
29. Mai 2015 01:04

Lieber Roman,

ich begrüße es, dass Sie sich auf diesen Blog verirren. Sie vertreten die orthodoxe Geschichtsauffassung wie sie uns durch das System gelehrt wird.

Ich denke, Sie können doch mit der Mainstreamlandschaft zufrieden sein. Die Nation oder das Volk können Sie lediglich als Idee ansehen. Falls diese Entität doch einmal sich als Staat firmieren möchte, ist sie, insbesondere im Falle Deutschlands, schuldig. Falls man als Deutscher die ständige einseitige historische Schuldbeladung der Deutschen Nation nicht akzeptieren möchte, können Sie dies mit einer laxen Handbewegung zurückweisen. Es tut auch nicht Not, dass Sie sich einmal eingehender von alternativer Seite mit unserer Deutschen Geschichte befassen.

Ist Ihnen das zu polemisch? Ging mir mit Ihrem Beitrag ebenso

Bernhard Niederreiter
29. Mai 2015 06:19

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass deutschnationale Ideen hier immerhin zur Diskussion stehen. Und was den Verlauf der Geschichte betrifft: Am Ende hat uns doch unser Fleiß und unsere Perfektion gerettet. Dessen Produkte kann die Welt gut brauchen. Danke also an alle Diskussionsteilnehmer.

Carl Gießen
29. Mai 2015 06:41

@ Meyer: "Aber was machen Sie HIER?"

Schauen, welche seltsamen Ansprüche Sie auf mich und meine Kinder erheben, schauen, welche Probleme Sie zu den Problemen meiner Kinder machen wollen. - Ich glaube, Sie haben keine Ahnung, welche Anstrengungen meine Kinder unternehmen müssen, um Sie (und mich und ...) am Fressen zu halten und vor dem Erfrieren zu schützen. Auf welchem Niveau auch immer träumen ganz offensichtlich Sie realitätsfern in der von Ihnen beschriebenen Tischlein-deck-dich-Idylle.

Andreas Vonderach
29. Mai 2015 06:56

@ Bernhard Niederreiter

Wenn Deutschland untergeht, geht auch Bayern unter. Wenn die Bevölkerungsverhältnisse kippen, und das ist in München, Ingolstadt, Nürnberg/Fürth usw. ziemlich bald, nützt Ihnen auch Ihr bairischer Stammes-Egoismus nichts.

Dass es dazu kommt, liegt an genau den antideutschen Reflexen, die auch Sie verinnerlicht haben.

Waldgänger
29. Mai 2015 08:56

@ Andreas Vonderach

Sie haben vorhin dem Herrn "Niederreiter" geantwortet (ich gehe mal davon aus, dass es kein Echtname ist).

Angesichts Ihrer Kritik an dessen antideutschen Reflexen fällt mir ein früherer hoher Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks ein, Walter v. Cube, der bereits um 1947 herum in extremer Weise die Abkehr vom Gedanken des deutschen Einheitsstaates forderte.
Er war nicht nur bereit, den erst zwei Jahre zurückliegenden Verlust der Ostgebiete hinzunehmen, sondern ging in der Akzeptanz der deutschen Teilung sogar so weit, sich gegen die Aufnahme von Ostdeutschen im Westen auszusprechen.

Dass der westdeutsche Teilstaaat, den er schon damals forderte, eine Art Wiedergeburt des Rheinbundes aus der Napoleonischen Zeit sein würde, war v. Cube bewusst und recht.

Man fragt sich allerdings, was der historische v. Cube angesichts des heutigen Projekts eines Bevölkerungszustauschs und der Auflösung aller Identitäten und Traditionen - auch der bayerischen (!!) - gesagt hätte?

Würde mich ebenfalls interessieren, wie @ Niederreiter dieses eigentliche Problem unserer Zeit sieht.
Das Thema "23. Mai 1945" ist ja damit verglichen nur ein akademisches Randthema, obwohl die fehlende deutsche Souveränität die Zuwanderungs- und Umformungskrise natürlich dramatisch verschärft, da uns ja noch nicht mal ein eigenständiges politisches Handeln auf dem Level Dänemarks oder Ungarns erlaubt wird ... !

Hartwig
29. Mai 2015 09:01

Ich erinnere an den Briefwechsel von G.K. und Nassehi, in dem es um ein vermeindliches "Links reden und rechts leben" und um den Anspruch, auch "Rechts zu reden und rechts zu leben" ging.
Richtiger scheint mir, dass es in Großteilen des konservativen Milieus um ein "Rechts reden und links leben" geht; wobei "reden" mit Meckern/Jammern/Schimpfen zu übersetzen ist, und "leben" das gutbürgerliche, gern auch arbeitssame, alles in allem aber bequeme Leben bedeutet. Unterm Strich halt links ...

Frederick van Portshoven
29. Mai 2015 09:12

@ Hajo Blaschke:
Bereits ab 1892 gab es im britischen Parlament einen indischstämmigen Abgeordneten.
Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Dadabhai_Naoroji

Bran
29. Mai 2015 09:27

@Giessen: Wenn Sie von Ihren Kindern sprechen, erscheint das aufgrund Ihrer grundsätzlich geäusserten Haltung von Anpassertum und Konfliktvermeidung um jeden Preis ein wenig sonderbar.
Ich für meinen Teil habe auch Angst um meine Kinder und zwar nicht darum, dass sie MICH am fressen halten könnten, sondern vielmehr darum, dass sie selbst im metaphorischen Sinne gefressen werden könnten. Nun meine ich aber, dass man vor allem dann als potentielles Futter unterwegs ist, wenn man sich die Haltung verinnerlicht hat "schon wieder aufs Maul kriegen? Nein, danke! Sich schon wieder dem Wagnis aussetzen, verlieren zu können? Nein, bitte, bitte, nein...".
In diesem Sinne ist es eigentlich umgekehrt als von Ihnen geäussert. Menschen wie Sie machen Ihre Identitäts- und die Probleme Ihres Selbsts zu denjenigen meiner Kinder. Einfach, weil Sie sich (noch) in der Mehrheit befinden und weil Ihre Feigheit und Zögerlichkeit uns alle in den Augen der Welt wie Futter aussehen lässt.

Hajo Blaschke
29. Mai 2015 09:45

@ Frederick van Portshoven Ja, schön für ihn. Aber konnte er Minister werden wiez.B. Polen Außenminister in Österreich oder Tschechen, Slowenen usw.?

Meyer
29. Mai 2015 09:59

@ Giessen: Ich wiederhole: Sie können nicht lesen.
1. Ich erhebe Ansprüche an Sie. Null. Ich stelle fest, daß Sie keine Ansprüche an sich erheben.
2. Und Ihre Kinder heizen mich auch nicht und lassen mich auch nicht fressen. Null. Versichert. Das tut auch nicht der Supermarkt. Warum wohl, warum wohl nicht ...
3. Ich beende diese Unsinns-Unterhaltung. Wenn Sie einem abstrakten Gedankengang nicht folgen können oder wollen, ist das doch nicht mein Problem. Es führt zu nichts.

Nochmal: Ich - will - nichts - von Ihnen. Nichts!

Zufall, daß plötzlich eine Heerschar von Trollen hier hereinbricht? Alle in die gleiche Richtung.

Karl Martell
29. Mai 2015 10:02

@ Gießen, Niederreiter, Roman

Wenn in Deutschland Menschen mit USA-Fähnlein winken, dann doch nur deshalb, weil ihnen die wahren Absichten dieses Landes unbekannt sind.
Unbekannt deshalb, weil in Deutschland eine Geschichtserzählung stattfindet, die mit der tatsächlichen Geschichte nicht einmal ganz entfernt etwas zu tun hat.

Uns hier geht es nicht um eine Aufrechnung der jeweiligen Schuld, um Rache oder um weinerliches Betrauern unseres Schicksals.

Es geht darum aufzuzeigen, das die 1914 gegen Deutschland (und Europa!!) begonnen Kriege noch lange nicht vorbei sind, sondern sich nur in einer anderen Phase befinden. Das die Auswüchse, die wir heute erleben, genau hier ihre Quelle haben. Und es geht schon lange nicht mehr um "Theorien".

Die Weltherrschaftsträumer und Globalisierungsfetischisten zu New York und Washington sind offensichtlich schon so siegessicher, daß sie ihrem bedeutendsten Strategieplaner gestat­teten, die von ihm ausgearbeitete Kriegs- und Friedensstrategie zur Erringung der Weltherr­schaft zu veröffentlichen.

https://kulturstudio.wordpress.com/2014/02/09/der-letzte-akt-die-kriegserklarung-der-globalisierer-an-alle-volker-der-welt/

Deshalb ist es so wichtig, gerade auch in der Vergangenheit nach Wahrheiten zu suchen. Jede Lüge, die aufgedeckt wird, macht es den Mächtigen vielleicht schwieriger ihre Pläne umzusetzen, erlaubt uns eine andere, positivere Sicht auf unsere Vorfahren.

»Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Gegenwart. Wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Zukunft«

Annemarie Paulitsch
29. Mai 2015 10:07

@Carl Gießen

Dank an Ihre Kinder, die uns durch ihre Anstrengungen vor dem Hunger- und Erfrierungstod bewahren. Doch "der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Meinen Sie nicht, Ihre Kinder würden weniger Konsum akzeptieren, wenn sie nicht in der Vorstellung leben müßten, einem Verbrechervolk, das seit 70 Jahren auf den Knien zu rutschen hat, anzugehören?

Meyer
29. Mai 2015 10:56

@Meier Pirmin
Meine Entgegnung ist im Niravana von Einsen und Nullen verschwunden. (@Redaktion: Vielleicht ist sie noch auffischbar?)

In Kurzfassung gebe ich wieder:
1. Unsere verschiedenen Beurteilungen erwachsen aus verschiedenen Verwurzelungen.
Es lohnt sich nicht darüber zu diskutieren.
2. Mein politischer Gedankenansatz fängt bei der Bestimmung und Bewertung der gewordenen Lage an.
3. Ziel des Handelns ist von vorneherein festgelegt: Selbstbestimmung. Verringerung von Fremdbestimmung.
4. Dann ist zu schauen, welcher Ansatz Menschen zu diesem Ziel in dieser Reallage und absehbaren Entwicklung - Martin van Creveld - erfolgreich zusammenwirken läßt.
5. Daraus kann man dann Vorschläge für eine Ordnung ableiten. Ein Reich? Wie soll dies verwirklicht werden? Ich würde anraten, den Vorgang der Zielbestimmung umzukehren: Vom Kopf auf die Füße.
6. Ich halte für eine menschliche Kooperation, mit dem Ziel der Abwehr von Fremdbestimmung, die Homogenität der Handelnden für entscheidend. Deswegen alleine bin ich Nationalist.

Schuld verstehe ich bei Ihnen aus dem Christlichen heraus. Wer dies so bewußt bejaht, traue ich auch zu, die säkularen Auswirkungen abzuschätzen. Für mich ist Schuld als Konzept bereits fremd. Als mächtigen Wirkmechanismus wollte ich ihn lieber verschwunden sehen. Ob das Christentum diesen Ansatz alleine verursachte oder ob es eine spätere, nicht zwingende Entwicklung war oder ob es sogar im Nationalcharakter der Deutschen angelegt ist, vermag ich nicht zu sagen.
Schuld als Konzept funktioniert zumindest bei einer bedeutenden Anzahl an Menschen mit ungeheuren politischen Auswirkungen. Psychologische Kriegsführung arbeitet in christlichen Ländern mit Schuld. Es wirkt vor allem bei Schwächlingen und Frauen völlig unreflektiert.
Und das christliche Fundament des Schuldkonzeptes ist nicht zu leugnen. Meine Haltung zum Christentum ist daher klar. Das schließt natürlich nicht aus, daß ich Kulturprotestant durch und durch bin.

Schöne Bilder: Wulf Isebrand, Wilhelm Tell, Andreas Hofer, Major Schill. Nur für mich auch: Luther, Zwingli, Calvin. Letztere nicht unbedingt aus Glaubensgründen, sondern weil Sie die geistigen Wurzeln damals erfahrbare Fremdbestimmung beseitigten.
Machiavelli ging hier gedanklich noch viel weiter. Er hat die logisch zwingenden Zusammenhänge von Söldner-Heer und Machtverlust an erstere beschrieben - und den Ausweg daraus. - Dieser Ausweg ist allgemeingültig, für Individuen, Gruppen oder Staaten.

Diesem Ansatz schließe ich mich völlig an. Er ist die Grundlage DES politischen Denkens. Daher meine Verkehrung des Clausewitz'schen Satzes: Die Politik ist die Fortsetzung des Krieges (unter Beachtung seiner Bedingungen und) unter Weglassung (erkennbarer) Gewaltmittel.
Auch van Creveld hat das Verhältnis von Krieg und Frieden richtig gestellt: Der (mögliche) Krieg und dessen (wahrscheinliche) Form zwingt einem Staat dessen Bedingungen auf. D.h.: Die reale Staatsorganisation folgt der derzeit bestehenden Kriegsform. Oder der Staat wird wahrscheinlich verschwinden.

Deswegen interessiert mich nicht, wie wohl ein ideales Reich aussieht, sondern wie ein existenzieller Konflikt aussieht. Und ich frage mich, wie nah dieser ist.
Als Vorabvermutung:
1. Die BRD ist einem hybriden Krieg nicht gewachsen.
2. Ein wesentlicher Teil dieses Krieges findet bereits statt, mit völlig anderen "Fronten", als vermutet: Der psychologische. Er wird von den "Verbündeten" der BRD gegen deren deutsche Bevölkerung geführt, unter Teilnahme "deutscher" Medien und "Politiker". Gleiches gilt für die wirtschaftlichen Verhältnisse: Deutschland, wie auch die Schweiz. Man beschaue Churchills Aussage zum Grund des WK II.

Ich bewerte viele Anzeichen für ein deutliches Erhitzen des Klimas, im Inneren, wie im Äußeren. Von Thailand über Nepal, Afghanistan-Pakistan, Jemen, Irak, Kurdistan, Syrien, Libanon, Palästina, ganz Nordafrika, Kaukasus, Ukraine! So sehen Kriege aus. Ich bezweifle, daß multinationale Reiche eine reale Antwort auf diese Phänomene sein werden. Woher die Annahme, daß deren Nationen nicht genauso leicht gegeneinander aufgehetzt werden können, wie 1914 k.u.k. und 1990 in der SU und in Yugoslawien?

Weiter ist zu beachten: Wer sind eigentlich die sich in der "Sphäre des Politischen" handelnden machtpolitischen Subjekte. Das sind ja offenkundig nicht bloß die Staaten. Die Finanzoligarchie und die organisierte Kriminalität ist hier beispielhaft zu nennen.

Carl Gießen
29. Mai 2015 11:03

@Bran: "dass sie selbst im metaphorischen Sinne gefressen werden könnten."

Natürlich sehe ich das ebenfalls. Aber ich sehe auch, dass jeder Weg zurück - kulturell zurück, sozial zurück, technologisch zurück ... "zurück", wohin Sie wollen - die Gefahr des Untergangs vergrößert. Welche "rückständige" Nation, welches "rückständige" Volk hat die Chance zu überleben? Der einzige Erfolg versprechende Weg führt genau in die umgekehrte Richtung. Mit Jammerlappen, mit Leuten, die verlorene Kriege nachträglich gewinnen wollen, die romantischen Vorstellungen, von Volk und Vaterland (die es so nie gab) nachhängen, die es "gemütlich" haben wollen, wird das nicht zu machen sein. (Kein Zufall, dass "gemütlich" in keine andere Sprache zu übersetzen ist.)

@Meyer: Und ob Sie (und Ihresgleichen) - mit Nation und Volk und was weiß ich - Ansprüche auf mich und meine Kinder erheben!

@Karl Martell: "Die Weltherrschaftsträumer und Globalisierungsfetischisten zu New York und Washington sind offensichtlich schon so siegessicher"

Nun, wir waren auch einmal Weltherrschaftsträumer: "Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt." Haben Sie sich mal überlegt, warum das bei anderen funktioniert, bei uns aber böse in Hose gegangen ist? - Deren Ziel liegt immer in der - offenen - Zukunft. Unseres lag in einer wiederherzustellenden Vergangenheit, was nichts anderes bedeutete als: in der Zerstörung der Gegenwart. Und das Ergebnis? War genau danach. Uns sollte nichts ferner liegen als die Wiederholung dessen.

Meyer
29. Mai 2015 11:11

@ Arndt: Ich will und muß Ihnen und anderen gar nichts verkaufen. Wer nicht verstehen will, wird auch dann nicht verstehen, wenn man es auf Grundschulniveau an die Tafel malt. Abstrakte Gedanken, die zudem noch mit vielen Fragezeichen versehen sind, sind nunmal nur wenige fähig zu folgen und weniger willens. Noch weniger können aus abstrakten Gedanken reale Beurteilungskriterien ableiten. Noch weniger können danach auch ihr Verhalten ausrichten. Ich bezeichne das als Selbstauslese, ganz im Darwin'schen Sinne des survival of the fittest. Ich vermute, daß es eine sanfte Selektion von geborenen Untertanen und geborenen Nicht-Untertanen seit hunderten, wahrscheinlich seit Tausenden von Jahren gibt. Ich möchte wetten, daß es sich längst in der genetischen Entwicklung niedergeschlagen hat.

Weshalb sollte ich versuchen, einem geborenen Untertan, abstrakte Gedanken einzuprügeln, die er gar nicht umsetzen will?

Kommentator Bran hat es zutreffend, einfach, deutlich und idiotensicher formuliert. Wer bereits an diesem Zaun hängenbleibt, sollte wohl bei seinen Leisten bleiben.

Roman
29. Mai 2015 11:27

@CCCED: Man kann auch lange mitlesen, ohne viel zu kommentieren. Man kann ebenfalls das gängige Geschichtsbild für einseitig und dümmlich halten, ohne den dringenden Wunsch zu verspüren, es durch andere positive Einseitigkeiten zu ersetzen. Noch weniger verspürt man diesen Wunsch, wenn in erster Linie für das eigene Volk schädigendes Verhalten zu einer Reihe von fast schon melancholischen Zwangsentscheidungen verklärt wird, wie Scheil es tut.

Ideen sind nicht bloss "nur", aber selbst bei einer biologischeren Interpretation der Nation, wird es ohne Schuld, im Sinne von etwas schuldig sein, unmöglich Gemeinschaft einzuklagen. Schon die Aufforderung irgendwas zu tun oder zu unterlassen, wird ohne diese Kategorie sinnlos. Erst Recht ist es dann die Beschwerde über begangene Taten. Es ist ja Keiner dem Anderen etwas schuldig.

Hajo Blaschke
29. Mai 2015 12:10

@ Roman Wenn man so liest, was Sie von sich geben, könnte man fast geneigt sein, zu sagen: Also, sprach Zarathustra.

Aber zu Zarathustra fehlt Ihnen noch einiges. Gehen Sie mal ein paar Jährchen auf eine geistige Weide; vielleicht hilfts.

Was Scheil betrifft: er verklärt überhaupt nichts in einer Reihe von melangolischen Zwangsentscheidungen. Da sollten Sie wohl mal ihr emotionales Empfindungsvermögen geraderücken. Scheil versucht so gut wie möglich, die Welt der Leute, die im Namen Deutschlands Entscheidungen trafen, treffend zu illustrieren. Und das sehe ich immer im Vergleich zu der Staffage, die momentan Deutschland repräsentieren will.

Ob die mit rechten Mitteln an die Macht gekommen sind, weiß ich nicht, wage es aber bei Betrachtung der Wahlfälschungen in letzter Zeit (Bremen, Köln ...) zu bezweifeln. Und auch wenn man mit Leuten nach einer Wahl redet, stelle ich immer wieder fest, dass mit deren Aussagen, wen sie gewählt haben und dem präsentierten Wahlergebnis große Differenzen bestehen.

Meyer
29. Mai 2015 12:22

@Giessen
Nein-ja-nein-doch. Kindergarten. Welche Ansprüche?! Haben Sie zufällig vergessen zu erwähnen.

Ich stelle wiederholt fest, daß Sie nicht sinnentnehmend lesen. Hier am Beispiel Nation. Die deutsche Nation, zu der Sie und ihre Kinder vielleicht gehören, interessiert mich nicht die Bohne. Mit und von dieser Nation will ich ebenfalls nichts. Weil es nicht möglich ist. Nur ein kleinster Teil dieser Nation kann Gestaltungssubjekt werden.
Nationszugehörigkeit ist für mich lediglich EINES von VIELEN Einschränkungskriterien, der Menschen, die eine positive politische Bedeutung haben oder haben könnten. Politik - verstanden im von mir gebrauchten Sinne. Dieses mögen Sie erfüllen oder auch nicht. Alle weiteren, hier nicht genannten Kriterien, erfüllen Sie erkennbar nicht. Nicht nur deshalb sind Sie mir völlig gleichgültig. Übrigens: Sie haben auf dieser Netzseite die Chance, sich diesen Kriterien anzunähern. Aber Sie sind - und werden voraussichtlich auch bleiben - meilenweit entfernt. Dazu müssten Sie beide Hirnhälften verwenden: die rational-begriffliche und die intuitiv-assoziative - auch dazu gibt es ausreichend Literatur, sogar auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Die ausschließliche Verwendung der letzteren führt zu Ihrem Nichtverstehen von Äußerungen abstrakter Konzepte.

Sie - und Ihresgleichen - haben in meinem politischen Denken keinen Platz als handelnde Subjekte, weder positiv noch negativ; ganz wie die anderen 90% der Menschen ebenfalls nicht. Sie haben für mich also eine vergleichbare Bedeutung wie ein Reisbauer in China.

@Roman
1. "Aber ich gehe mal davon aus, dass damit lediglich gemeint ist, Schuldgefühle im Bezug auf die Handlungen der eigenen Partei seien eine Kategorie der Waschlappen."
---> Korrekt.

2. "Über die Untaten der Anderen kann man dagegen umso lauter heulen."
---> Kann man. Ist aber unmännlich. Deswegen fällt das bei mir aus. Als Ansporn zu eigener Härte - gegen sich und andere - sind sie bestens verwendbar.

Karl Martell
29. Mai 2015 12:37

@ Carl Gießen

"Nun, wir waren auch einmal Weltherrschaftsträumer: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“

Nö, die falsche Wiedergabe des Textes macht noch keine "Weltherrschaftsträumer".

Richtig lautet der Text: "Heute HÖRT uns Deutschland und morgen die ganze Welt".

Merken Sie was?

gerdb
29. Mai 2015 12:54

@Carl Giessen

Nun, wir waren auch einmal Weltherrschaftsträumer: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“

Man sollte doch darauf hinweisen dürfen dass Baumann ganz bescheiden da hört gedichtet hat.
Als Deutschland mit 50 ( ! ) U-Booten einen Krieg um die Weltherrschaft gegen England zu beginnen, muss man als grob fahrlässig wenn nicht gar als selbstmörderisch bezeichnen.

Bran
29. Mai 2015 13:16

Giessen: Es geht nicht darum, verlorene Kriege nachträglich gewinnen zu wollen. Es geht darum, dass aus Vergangenem (National-)-Mythologien geschaffen werden. Im günstigsten Fall entstehen Mythologien wie z.B. in der Schweiz diejenige vom Rütlischwur und von Tell, die den Selbstbehauptungswillen stärken. Im ungünstigsten Fall entstehen Mythen wie diejenigen, die heute in der BRD von Leuten wie Ihnen unters Volk gebracht werden und nichts weiter sind als maskierte Unterwerfungsgesten und darin enthalten eine unbewusste Todessehnsucht.
Sie können noch so "vernünftig" schreiben: Am Ende weigern Sie sich einfach der Realität ins Auge zu blicken. Und diese heisst: Die Zukunft wird Krieg bringen. Und darin wird man entweder bestehen oder untergehen. So war es schon immer, so wird es immer sein. Daran ändern auch 70 Jahre Unterwerfungsfrieden einer Nation nichts. Auch die heutige Pseudo-Bohème, die Latte Macchiato schlürfend im Kiez rumlümmelt und über die ewig-Gestrigen lacht, ändert daran nichts.
Für das Bestehen in einem Krieg sind positive Mythen dienlich, weil zur Erziehung einer Haltung förderlich. Deutschland hätte eine Vergangenheit und eine Wahrheit neben der Siegergeschichtsschreibung (die vielmehr Mythos ist als es die Wahrheit wäre), die zu positiven Mythen dienen würde.
Und dass Wehrhaftigkeit, ob im Geiste oder in Waffen, immer gleich Weltherrschaftsstreben bedeutet, ist eine dieser sinnlosen Aussagen, die heute so inflationär gebraucht werden und scheinbar dazu gehören, wenn man von sich behaupten möchte "vernünftig", "nicht rückständig" (auch so eine Idioten-Vokabel) und "nicht nazi" zu sein.

Annemarie Paulitsch
29. Mai 2015 13:40

@Carl Gießen

Doch zu viel Guido Knopp verinnerlicht?

""Nun, wir waren auch einmal Weltherrschaftsträumer: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.“ ""

Hier der korrekte Text:
"Heute da hört uns Deutschland und morgen die ganze Welt".

Kositza:Ich darf aus der Druckausgabe eines Kurzartikels aus meiner Feder (letzte Sezessionsnummer) zitieren: (...) Vom Lyriker, Romanautor und Komponisten Hans Baumann, der vor hundert Jahren am 22. April in Amberg geboren wurde, ist eine klägliche Kontroverse überliefert. Sie betrifft sein 1933 von einem katholischen Verlag verlegtes Lied Es zittern die morschen Knochen, das später zum Lied der Deutschen Arbeitsfront werden sollte. Hieß es Wir werden weitermarschieren / bis alles zusammenfällt / denn heute gehört und Deutschland / und morgen die ganze Welt, oder sollte bloß auch dann weitermarschiert werden, wenn alles zusammenfällt, und hört uns Deutschland? Zwei Drittel der zwischen 1933 und 1945 kursierenden Gesangbücher (auch die der HJ) weisen die „hört uns“- Version auf, und Baumann selbst hat 1936 seinem furiosen Lied noch eine vierte Strophe (ebenfalls in den HJ-Pflichtbüchern publizierte) angefügt: „Sie wollen das Lied nicht begreifen, / sie denken an Knechtschaft und Krieg, / derweil unsre Äcker reifen – / du Fahne der Freiheit, flieg!“ (...)

Hajo Blaschke
29. Mai 2015 13:58

@ Carl Gießen Sie haben zuviele Propagandafilme der Sieger gelesen oder lesen deren Zeitungen völlig unkritisch. Haben Sie eigentlich gemerkt, dass die Anglosachsen momentan Putin mit genau dergleichen Propaganda versuchen, in die Enge zu treiben, wie man damals Hitler verleimdet hat? Auch ihm werden Weltherrschaftsträume unterstellt. Auch Saddam Hussein wollte die Welt beherrschen und vor allem Ghaddafi - sagten die Amis.

Man mus schon auf alllen Augen (incl. der Hühneraugen) blind sein, wenn man diese abgehalfterte Methode noch nicht geschnallt hat.

Carl Gießen
29. Mai 2015 13:59

@Karl Martell, @gerdb

Beide Versionen - "gehört" und "hört" - stammen von Baumann. Aber ging es ums korrekte Zitieren? - Ihr Rückzug ist so albern wie bezeichnend.

@Bran: "Die Zukunft wird Krieg bringen. Und darin wird man entweder bestehen oder untergehen."

Tja, wenn Sie meinen. Liefe wohl ab, ganz wie gehabt. Nachträglich behauptet man dann wieder, (weil zu Unrecht) nicht (wirklich) untergangen zu sein. Und versuchts noch mal ... usw.

Die ewige Wiederkehr des Gleichen. Passt ja. Fragt sich nur, warum dann die Aufregung.

Schönes Wochenende!

Heinrich Brück
29. Mai 2015 14:14

@ Carl Gießen
Und welche Ansprüche wären zukunftsträchtiger, die von Meyer innerhalb
einer souveränen Nation, oder die als Untertanen einer Besatzungsmacht?
Die Orientalisierung beziehungsweise Afrikanisierung Europas, deren Ende
eine gigantische Völkervernichtung der weißen Rasse bedeutet (die Asiaten werden nicht verschont), den Welteinheitsmenschen als Konsument und Steuerzahler für eine abgehobene Übermenschenoligarchie zum Ziel hat, wäre als Anspruch bestimmt
bequemer zu ertragen, zumindest solange die Gemütlichkeit und ein langes Leben nicht gestört werden.
Was den eigenen Kindern in diesem Transformationsprozeß angetan werden muß, bleibt der Phantasie überlassen.
Das Christentum hat mit dieser ganzen Chose nur wenig zu tun. Die Stärken und Schwächen aller Völker können ausgenutzt werden; man muß nur wissen wie. Und Geld ist eine starke Waffe.

Hartwig
29. Mai 2015 14:29

"Es gibt wichtigere Dinge als im Frieden zu leben" Alexander Haig, US-Außenminister 1981

Der Sturm der Empörung war groß, als dieses Zitat kolportiert wurde. Es war die Zeit der Friedenbewegung und der großen Abrüstungsdebatten. Es war auch die Zeit, in der fast täglich über die vielfachen Overkill-Potentiale der Atommächte berichtet wurde. Vor diesem konkreten Hintergrund der Kernwaffenarsenale und der Tatsache, WER dies sagte, war dieser Spruch durchaus problematisch.

Grundsätzlich ist die Aussage nicht falsch. Machtpolitisch agierende Staaten handeln danach. Der eigene Bestand und die Häufung von Macht und Optionen werden nicht nach 'Krieg oder Frieden' verhandelt.

Frieden ist angenehm. Frieden und Wohlstand sind noch angenehmer. Dieses Klima der Annehmlichkeit scheint die Menschen allerdings in eine Art Wahnsinn zu treiben. Man schlage eine beliebige Zeitung auf; hinter jeder zweiten Meldung wird dieser Wahnwitz sichtbar. Über kurz oder lang hat man keine Wahl mehr - man ist nur noch in der Lage, Frieden zu sagen - bei erhobenen Händen.

Roman
29. Mai 2015 14:42

@Meyer: Damit haben sie eigentlich trefflich die Haltung der damaligen Reichsführung beschrieben. Da klammere ich mal die Moral an der Stelle aus. Das ist so eine Herangehensweise, die den Anderen erklärt, dass sie hinter den schönen Worten nur Egoismus verstecken. Man selbst sei dagegen ehrlich selbstsüchtig und werde einen Vertrag nur solange einhalten, bis sich eine bessere Gelegenheit ergibt. Mit der sympathischen Haltung mag man zwar einen besonders heroischen Untergang hinlegen können, doch mehr dann auch nicht. Schon bei einem simplen Brettspiel wird man so auf die Nase fliegen. Seinen Egoismus und die fehlende Empathie für andere Menschen oder Gemeinschaften offen zu bekunden ist das Gegenteil eines klugen Selbstinteresses. Es ist der sichere Weg Andere in eine Koalition gegen sich zu treiben. Besonders dann wenn der Rest an diese Kategorien für Schwächlinge zumindest im Ansatz glaubt. Zu Beginn überrumpelt man die Anderen das eine oder andere Mal mit seiner kaum verdeckten moralischen Flexibilität, um dann einen umso heftigeren Rückstoss zu kassieren. Der dann noch dadurch verschärft wird, dass man diese Haltung auch in den Kampf hinein trägt und dabei in sämtlichen Bereichen in die Vollen geht.

Am Boden liegend erhebt man dann den paradoxen Vorwurf, dass die Anderen betrogen hätten. Obwohl man ja die Meinung vertritt, dass es keine Schuld im Bezug auf die Anderen geben würde. Für die Anderen ist man selbst der Andere und ohne Schuld auch kein Betrug. Wie der Sieg errungen wurde ist egal, wie er verwaltet wird, ebenfalls.

Wobei der letzte Absatz sinnlos ist. Hottentotten-Moral setzt ja gerade voraus, dass man nicht in der Lage ist, sich in die Position der Anderen hinein zu versetzen. Man kann nur sagen, dass es der sichere Weg zur Niederlage ist.

jack
29. Mai 2015 15:17

@Hajo Blaschke

Revolutionen: Ich bin Gegner von Revolutionen. 1989 war auch keine Revolution, es war eine überfällige Säuberung – ohne Blutvergießen, eben deutsch.

Und Sie sind ganz sicher, dass das eine "deutsche Säuberung" war?
Sie haben natürlich bedacht, dass zu dem Zeitpunkt der gesamte Ostblock vor der Pleite stand?
Dass die UDSSR ihren Sateliten nicht mehr sponsern konnte und wollte?
Dass die UDSSR aufgrund ihrer Bodenschätze enorme Begehrlichkeiten bei denen auslöste, die, wie Müntefering (SPD)es ausdrückte, den sogenannten Hyänen?
Dass Westdeutschland den Rest der gar nicht so unbedeutenden DDR Wirtschaft für einen Apfel und ein Ei vertickte und dann als Gesamtschuldner für den Rest auftrat?

"Eben deutsch" bekommt in dem Zusammenhang doch eine ganz andere Bedeutung, nämlich den der Ahnungslosen und mit allem Belastbaren.

Ihr Geschichtbild ist vielleicht ein wenig verschoben. Könnte ja sein.

@Carl Gießen

Nun, wir waren auch einmal Weltherrschaftsträumer: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt.

Aha, und da sind Sie ganz sicher, dass das so war? Übrigens hiess der Text "Heute hört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt", das "gehört" ist wohl einem anderem Hirn entsprungen.
Aber das macht bei dem, was Sie schreiben auch keinen Unterschied mehr, ausser den, festzustellen, dass Sie in der Nachkriegsliteratur das glauben, was der Mainstream verbreitet.

Hajo Blaschke
29. Mai 2015 15:53

@ gerdb Klar, das war halsbrecherisch von Deutschland. Mit 50 U-Booten und 3 000 Panzern. Von den paar Fliegern ganz zu schweigen.

Die Russen brachten 29 000 Panzer aufs Schlachtfeld, 7 Millionen Soldaten, von den anderen Kriegstreibern ganz zu schweigen.

Aber was sollte man denn machen, wenn die Kriegstreibertroika mit aller Macht dabei war, Deutschland die Luft zum Atmen zu nehmen.

"Germany must Perish!" - Nathan Kaufman (Kogan) und Morgenthau, "Wenn du nicht jeden Tag mindestens einen Deutschen tötest, hast du umsonst gekämpft" - Isja Moiseewitsch Erenburg.

Waldgänger
29. Mai 2015 16:26

In einem anspruchsvollem intellektuellen Forum wie dem der Sezession wird man erwarten dürfen, dass Leser und Kommentatoren sich von d e m lösen, was den vermeintlichen „intellektuellen Diskurs“ in den Mainstreammedien oder im „politisch-korrekten“ akademischen Milieu eines H. A. Winkler oder eines W. Wippermann kennzeichnet: nämlich die Vermengung von (selbst definierter) Moral, tagespolitischem Zweck und instrumentalisierter historischer Wahrheit.

In dem, was Herr Scheil zum 23. Mai geschrieben hat, erkenne ich keine sachlich-faktische Unwahrheit.
Nichtsdestotrotz ist seine Art der Betrachtung, sein Blickwinkel in den Mainstreammedien verpönt, denn er liegt teilweise quer zu dem Geschichtsbild, das zu volkspädagogischen Zwecken überall gelehrt wird und ist geeignet, die Sieger in einem weniger strahlenden Licht zu sehen.

Wer könnte daran 70 oder 80 Jahre später etwas falsch finden?
Doch wohl nur derjenige, der sich auch heute noch vollständig mit den Siegern von damals, mit ihrer Sicht, ihren Zielen und ihren Umerziehungsmaßnahmen identifiziert und der möchte, dass alles so bleibt?!
Also jemand, der eben den von Scheil beschriebenen "dauernden Ausnahmezustand" (als Mündel und selbstverwaltete Kolonie der Sieger) gut und richtig findet.
Scheil:

Für das deutsche Staatsrecht und die Verhältnisse der beinahe leeren Rechtshülle »Deutsches Reich« zur internationalen Politik bedeutete der 23. Mai 1945 einen weiteren Schritt hin zum dauernden Ausnahmezustand

.

Doch wer das tut, der muss es hinnehmen als Volksverräter und Lobbyist fremder Interessen bezeichnet zu werden.
Und dies umso mehr, wenn so jemand auch noch die fortwährende Ausplünderung Deutschlands im EU-Gebilde als einen richtigen Ausgleich ökonomischer Ungleichheit lobt ...
... und es allen Ernstes fertig bringt, den ökonomischen Erfolg von internationalen Unternehmen am Billiglohn-Wirtschaftsstandort Deutschland mit den Worten: "Das deutsche Volk ist wirtschaftlich dominant." zu charakterisieren.
Da kann man nu noch den Kopf schütteln!

***

Zurück zur Geschichte:
Die Tatsache, dass Hitler ein menschenverachtender Diktator war, der zuletzt sogar bereit gewesen ist, die künftige Zukunft des deutschen Volkes mit seinem eigenen Untergang zu verknüpfen (sog. „Nero-Befehl“), kann und darf nicht dazu führen, dass man als aufgeklärter Mensch die in Wahrheit ziemlich komplizierte Vor- und Frühgeschichte des Zweiten Weltkriegs nicht genauer zur Kenntnis nehmen will – und ausschließlich der Geschichtssicht der Sieger vertraut.
Dabei ist es doch eine Binsenweisheit, dass die Sieger stets die Geschichte schreiben.

Es geht auch nicht an, wegen der Untaten des NS-Staates in Polen nach 1939 das vorangegangene äußerst problematische deutsch-polnische Verhältnis einfach auszublenden – von der Annexion von Teilen Oberschlesiens 1920 (trotz anderslautender Volksabstimmung und damit Bruch des Versailler Vertrages durch Polen), über die massive Unterdrückung der deutschen Minderheit in den 1920er und 1930er Jahren, die Aufforderung von Polens Diktator Pilsudski an Frankreich 1933 ganz einfach eben mal so einen präventiven Angriffskrieg gegen Deutschland zu führen bis hin zur bereits im Frühjahr 1939 erfolgten polnischen Teilmobilmachung und dem "Bromberger Blutsonntag" gegen deutsche Zivilisten (September 1939).

Die „politisch korrekte“ Guido-Knopp-Geschichtserzählung blendet das natürlich nach Möglichkeit aus und will damit die schiere Möglichkeit aus der Welt schieben, dass das deutsch-polnische Verhältnis für den 1. September 1939 überhaupt eine Rolle gespielt haben könnte.

Selbstverständlich bedeutet all das keine Verteidigung für Hitlers aggressive Außenpolitik und seine im Osten sehr brutale Kriegsführung, die der Haager Landkriegsordnung widersprach.
Auch war der Einmarsch in die Rest-Tschechei (Frühjahr 1939) sicherlich ein ebenso großer Fehler wie der Angriff vom 1. September.

Andererseits müsste man schon ziemlich unerfahren und naiv sein, wenn man nicht erkennen würde, dass die westlichen Sieger von Versailles ab 1940 ganz rasch willens und bereit waren, den „ganz großen Hammer“ rauszuholen und den begrenzten europäischen Krieg um Polen aus eigenem Interesse heraus zum Weltkrieg eskalieren zu lassen, um so ihre in Teilen bereits 1918/19 etablierte Neue Weltordnung nicht in Gefahr zu bringen.

Dass Hitler den Krieg gegen den Westen 1939 nicht gewollt hat, ist ja inzwischen in Fachkreisen Allgemeingut. Dass er als Hasardeur, der er stets war, dieses Risiko eingegangen ist, ist auch wahr.

Ebenso bekannt ist das Unbehagen, das sich seit 1938 nicht nur in der breiten Bevölkerung, sondern auch bis hinein in die Spitzen der Wehrmacht und selbst bis in die Parteiführung (v.a. Göring) angesichts dieses risikoreichen Kurses breitmachte.

Wenn @ Niederreiter dennoch schreibt:

„So war dieser Mann tatsächlich die Essenz seines Volkes“

,
so ist das einfach sachlich falsch, Unsinn und Lüge.

Zudem ein Unsinn, der sich des rassistischen Musters der Kollektivschuld bedient - typischer antideutscher Rassismus aus dem linken Milieu.

@ Konservativer hat ja bereits die hierzu sehr lesenswerten Ausführungen von Kleine-Hartlage (2011) verlinkt (27.5.; 13.24 Uhr).

Wie ungewohnt Scheils Gedanken sind, bzw wie unerfahren viele im freien Denken sind, zeigt ja exemplarisch die irritierte, ja schon fast verstörte Reaktion einiger Kommentatoren.

Aufklärung (im Kant´schen Sinne) und wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn (im Sinne von Popper) beruhen aber immer darauf, dass wir nie aufhören neue Blickwinkel einzunehmen und Gewohntes zu hinterfragen.

Stil-Blüte
29. Mai 2015 17:31

@ Carl Gießen

daß jeder Weg zurück... die Gefahr des Untergangs vergrößert

Sooo?

Kein Befreiungskampf gegen Fremdherrschaft, Tyrannei, Knechtschaft, Despotentum hätte je eine Chance gehabt zu siegen, wenn er sich nicht auf einen Zustand, der d a v o r lag und wieder erstrebenswert gewesen wäre, besonnen und berufen. Keiner.

Im Gegensatz zu Revolution und Eroberungskrieg, die allein auf Zerstörung, Zersetzung, Erneuerung; Zukunft aus sind.

(Wie es mit der 'Konservativen Revolution' steht, wage ich leider nicht zu exemplifizieren.)

Judith
29. Mai 2015 18:16

@Roman schreibt u.a.

Über die Untaten der Anderen kann man dagegen umso lauter heulen.

Es geht nicht um die Verbrechen der Anderen, es geht um deren anmaßende Heuchelei.

Heuchelei aber muss man gnadenlos entlarven. Schon um der geistigen Hygiene willen. Denn wie es um Nationen, um Staaten, um Völker, um Religionsgemeinschaften bestellt ist, in denen Heuchelei Staatsräson ist, kann hier in Deutschland und anderen Ländern hinreichend "bewundert" werden.

Entlarvt die Heuchler.

Judith
29. Mai 2015 18:38

Für mich ist der Scheil-Artikel besonders interessant, weil ich mich gerade sehr intensiv mit Großadmiral Dönitz und seiner herausragenden Rolle im Unternehmen Hannibal beschäftige - wohl die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Seefahrt und eine unglaubliche logistische und auch menschlich mutige Leistung, die ihresgleichen sucht.

Natürlich wusste ich schon lange um den Untergang der Gustloff - lange bevor ein Grass mit seinen gehäuteten Zwiebelchen damit um die Ecke kam, ebenso um die Steuben und die Goya - der größere Rahmen, innerhalb dessen sich diese größten Schiffskatastrophen der Welt ereigneten, war mir allerdings bis vor wenigen Wochen unbekannt.

Man lernt immer dazu.

Nemo Obligatur
29. Mai 2015 22:20

@ Waldgänger

Ihr Kommentar (Freitag, 16 Uhr 26) kommt inmitten der doch etwas aufgeheizten Debatte zur rechten Zeit und angenehm nüchtern daher. Er deckt sich inhaltlich erstaunlich genau mit dem, was z.B. meine oberschlesischen Großeltern mir noch aus eigenem Erleben berichten konnten.

Vielen Dank!

Hajo Blaschke
29. Mai 2015 23:35

@ jack Ob der gesamte Ostblock pleite war, weiß ich nicht. Die DDR war nicht pleite. Dazu gibt es eine sehr detaillierte und interessante Studie der Uni Bremen. Die DDR unterlag Sanktionen, die schlimmer waren als das, was man Russland z.Z. antut. Sie konnte am Welthandel kaum teilnehmen, keine Kredite aufnehmen und hatte dennoch keine Staatsschulden. Der Zusammenbruch des Regimes 1989 war notwendig, aber nicht von sog. Bürgerrechtlern organisiert. Es war ein Vorgeschmack auf das, was man heutzutage "bunte Revolution" nennt.

Die UdSSR hat ihre Satelliten nicht gesponsert, vor allem nicht die DDR. Über 80% der Industrie-Infrastruktur wurde durch Sowjetrussland demontiert, die Reparationen hat die DDR alleine bezahlt, obwohl Westdeutschland den Krieg genauso verloren hatte. Und deshalb war 1989 für mich eine "deutsche Säuberung".

Mein Geschichtsbild ist vollkommen in Ordnung, machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Ich kenne zur Genüge die Siegerposen sowohl der Russen als auch der Amis und der Inselaffen.

Ich hatte das wohl hier schon erwähnt, welche Verblüffung mich faszinierte, als mir Inder erklärten, dass sie Hitler dankbar sind, weil er dazu beigetragen hat, das Empire in den Lokus zu schicken. Und dann war Indien unabhängig, wiel politische Selbtsmörder wie Churchill nicht mehr die Kraft hatten, das Zusammengeraubte zusammenzuhalten. In Indonesien hat man mir das Gleiche gesagt.

Inwiefern Westdeutschland nach der Wiedervereinigung als Gesamtschuldner auftrat, müssen Sie mir mal erklären. Im Jahre 1990 hatte Deutschland gegenüber Niemand eine Schuld. Was passiert war: eine Besatzungsmacht hat sich ´rauskaufen lassen und die andere zusammen mit deren Vasallen hat das Besatzungsrecht verschärft, hat kritiklose, willfährige Gouverneure eingesetzt, die dafür sorgen, dass Deutschland bis zur letzen Fischgräte ausgeplündert werden kann. Das war der Preis, den Deutschland den Yankees für die Wiedervereinigung zahlen sollte. Den Russen brauchte man nur 12 Mrd. DM zu zahlen und sie gingen. In Anbetracht der geschichtlichen Resultate dieser sog. "Wiedervereingung" kann ich das den Russen nur übelnehmen.

Roman
30. Mai 2015 01:37

Der Knackpunkt im Bezug auf den zweiten Weltkrieg ist die Schwierigkeit sich einen deutschen Sieg zu wünschen, im Gegensatz zum ersten Weltkrieg. Erst Recht wenn man diesen Kampf als einen um die Verteidigung Europas sehen möchte. Das alte Europa war spätestens mit dem ersten Schuss verloren, egal wie der Sieger geheissen hätte. Es hatte keine Verteidiger, dafür aber mehrere willige Zerstörer. Das Reich übernahm dabei sehr schnell die Rolle des grösseren Übels, welches durch kleinere Übel besiegt wurde. Dabei nützt es wenig, wenn man einzelne anständige Figuren herausgreift. Das Regime ging in die Vollen und feierte die eigene Barbarei als Heroismus. Morgenthau hat seine Ideen nicht verwirklichen können, das Reich hätte genau das im Falle des Sieges mit den Verlierern getan. Dazu noch der unglaubliche Kitsch in allen Bereichen und die demonstrativ zur Schau gestellte Geistesfeindschaft. Es mag Geschmackssache sein, aber der Triumph des ebenso kulturfeindlichen Sadomasochismus mit seiner "Härte gegen sich selbst und Andere" ist zumindest in meinen Augen nicht dem Hedonismus vorzuziehen sein. Das alte Europa oder das alte Deutschland verteidigte er aber jedenfalls nicht. Viel mehr strebte man auch hier die Schaffung eines neuen Menschen an.

Wenn man schon den ersten Weltkrieg als einen Kampf Deutschlands für eine lebenswertere Ordnung sehen möchte, so liegt es näher zu konstatieren, dass man nach der Niederlage sich aus berechtigten Ekel vor den Utopien der Sieger sich im Jahre 1933 eine Giftdosis verpasste. Die positive Assoziation mit den anschließenden Kämpfen des Untoten fällt da schon etwas schwer.

Ansonsten kann man nur die Groteske über einen möglichen Sieg von Otto Basil empfehlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Basil Ein leider vergessener Autor und viel besser als alle Phantasien der Amerikaner zum Thema, wie "Vaterland".

Waldgänger
30. Mai 2015 12:06

@ Roman (30.5.)

Wenn Sie schreiben …

„Der Knackpunkt im Bezug auf den zweiten Weltkrieg ist die Schwierigkeit sich einen deutschen Sieg zu wünschen, im Gegensatz zum ersten Weltkrieg.“

… kann ich Ihnen zustimmen.

Doch meine ich, dass das gar nicht das Thema ist und ich glaube auch behaupten zu können, dass Sie hier im Forum in dieser Frage kaum auf Dissens stoßen werden.

Ein dauerhafter Erfolg der totalitären Partei jener nationalen Sozialisten des damaligen deutschen Diktators hätte sicherlich vielerorts zu unerfreulichen Verhältnissen geführt, zu Verhältnissen, die gerade für Konservative nicht wünschenswert gewesen wären. Denn konservativ oder traditionell ausgerichtet war der Nationalsozialismus ja eben sehr viel weniger als die "politisch-korrekte" Geschichtserzählung uns gerne glauben machen möchte. Und eben deshalb beteiligten sich Konservative bereits seit Ende der 1938 am Widerstand gegen das NS-Regime.

Kurz: Es geht nicht um den theoretischen Erfolg oder Misserfolg der Nationalsozialisten, sondern es geht viel mehr um die von den siegreichen Angelsachsen (USA und GB) seit 1918 sukzessive etablierte universalistische „Neue Weltordnung“ der e i g e n e n Hegemonie und um die Maßnahmen, mit denen diese Mächte ihre eigene Ordnung dem Rest der Welt aufzunötigen bereit waren – und sind.

In d i e s e n Zusammenhang müssen wir den 23. Mai 1945 – also den Tag, an dem der Westen dem besiegten Gegner das Recht absprach, ü b e r h a u p t eine eigene Regierung zu haben – einordnen.
Insofern sind der 8. Mai 1945 und der 23. Mai 1945 deutlich zu unterscheiden. Am 8. Mai kapitulierte (nach damaligem deutschem Verständnis) die Wehrmacht, am 23. Mai hoben die westlichen Sieger – ihrer seit 1943 erhobenen Forderung nach „bedingungsloser Kapitulation“ (d.h. vollständiger Unterwerfung) entsprechend – den deutschen Staat überhaupt auf.

Damit verwirklichten sie Vorstellungen, die älter waren. Dass der Kampf des Westens gegen Deutschland wieder aufgenommen werden würde, sobald sich das 1918 geschlagene Land wieder erholt hätte und – egal unter welcher Regierung – je wieder zu einer eigenständigen Politik entschließen würde – das war den Eliten in London und Washington wohl schon in den 1920er Jahren klar.
Man rechnete allerdings in London, Washington und Paris nicht damit, dass das seit 1919 so sehr geschwächte und ausgesaugte Reich so bald wieder auf die Beine kommen würde.

Dennoch blieb es eine Kernfrage für die westliche Diplomatie, ob man es schaffen würde, das geschlagene Deutschland dauerhaft ins eigene Netz einzuspinnen, außenpolitisch gleichzuschalten und ökonomisch dauerhaft nutzen und erschließen zu können – oder ob das scheitern würde.
Dabei war es allerdings reichlich egal, welche Partei im Reich die Regierung stellt.

Wenn dieses Konzept des Einspinnens scheitern würde, so wäre dies bereits eine schwerwiegende Beeinträchtigung westlicher Interessen und man weiß ja, wie die Angelsachsen in solchen Fällen zu handeln pflegen.

Passend dazu folgende bekannte Zitate:

"Das unverzeihliche Verbrechen Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg war der Versuch, seine Wirtschaftskraft aus dem Welthandelssystem herauszulösen und ein eigenes Austauschsystem zu schaffen, bei dem die Weltfinanz nicht mitverdienen konnte."

Churchill in seinen "Erinnerungen".

"Deutschland wird zu stark, wir müssen es zerschlagen."

Churchill 1936, zitiert von Emrys Hughes: Churchill - Ein Mann in seinem Widerspruch (Schlichtenmayer, 1959), Seite 139

"Dieser Krieg ist ein englischer Krieg, und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands."

Churchill schon am 3.9.1939, dem Tag der britischen Kriegserklärung an Deutschland!!

"Wir hätten, wenn wir gewollt hätten, ohne einen Schuss zu tun, verhindern können, dass der Krieg ausbrach, aber wir wollten nicht."

Churchill 1945

An dieser Denkweise hat sich bis heute wenig geändert. Wir sehen es an der Entschlossenheit, mit der die USA im Orient und gegenüber dem unter Putin wieder erstarkten Russland eigene Interessen aggressiv vertreten.

Typisch auch, dass Putin in diesem Sinne von der US-Propaganda zu einer Art Wiedergänger von Hitler aufgebaut wird. Die Art und Weise wie das geschieht ist enorm verräterisch und lässt auch erschließen, wie die USA den deutschen Diktator eingeordnet haben - nämlich in etwa so, wie sie heute Putin einordnen ...

Bezeichnend ist auch, dass die USA bis heute dem eigenen globalen Hegemoniestreben das Mäntelchen universalistischer Werte umhängen und den Rest der Welt glauben machen wollen, dass sich mit dem Sieg der amerikanischen Werte eine Art säkularer Fortschrittsprozess der Menschheit verbinden würde.
Dass die „Menschenrechte“, die der Westen in diesem Zusammenhang vorgibt zu vertreten natürlich immer nur jene Menschenrechte sind, deren Verwirklichung gerade den US-Interessen nutzt, ist uns hier natürlich bewusst.

@ Nemo Obligatur

Danke für Ihre freundlichen Worte!

Arminius Arndt
30. Mai 2015 12:11

Aber was sollte man denn machen, wenn die Kriegstreibertroika mit aller Macht dabei war, Deutschland die Luft zum Atmen zu nehmen.

Einfach mal die Finger ruhig halten - wer oder was hat "uns" den ernsthaft gezwungen, am 01.09.39 in Polen unter Stillhalte- und Teilungsabkommen mit der SU nach Polen einzumarschieren (der werte Leser vermag sicher zu bemerken, dass ich bewusst keinen Streit um den ersten Schuss beginnen will - es geht um die große Operation des Angriffs und Einmarsches)?

Manchmal ist Abwarten und die ersten Ohrfeigen kassieren deutlich klüger. Aber diese ganze Argumentation mit dem "aufgezwungen Krieg" erinnert mich an die narzisstische Denke des Herrn A.H., der ab 33 die Juden in Deutschland drangsalierte, mit Repressalien und Entrechtung belegte, sie zu einem sehr großen Teil (zumindest die Wohlhabenderen, die sich das auch leisten konnten) in die Emigration zwang und sich im Anschluss darüber beschwerte, dass die "jüdische Lobby" in den USA die USA in einen Krieg hetzen würde, der Europa in Brand stecken soll - Ach Ne, konnte man ja gar nicht damit rechnen, dass Leute, denen man ein groß Teil ihres Hab und Gutes nimmt und sie faktisch vertreibt, sich anschließend, wenn sie sich in Sicherheit befanden, dann mit Agitation unter zu Hilfenahme der Glaubensbrüder revanchieren. Ähnliches kann man auch in vergleichbarer Form für andere Gruppen, die ab 33 aus dem Reich getrieben wurden, feststellen. Aber "heroisch" war es schon, das ist richtig - und wir hatten eindeutig die schöneren Uniformen und das bessere Waffendesign - so what?

Der Kommentar von Roman, Freitag, 29. Mai 2015, 14:42, ist daher richtig. Spielen, ohne die tieferen Regeln zu kapieren, führt zu einem Verlieren.

Dummheit und absolut solipsistisches Denken "WIR DÜRFEN, die ANDEREN ZWINGEN UNS und daher MÜSSEN wir" war an der Spitze Deutschlands. Die "Anderen" haben schlau die Mehrheiten organisiert, die Honigtöpfe aufgestellt und dann gewonnen - so sieht´s aus. Politiker wie Adenauer haben dann versucht, in der Tradition des Denkens der Erfüllungspolitiker, möglichst viel Handlungs- und Lebensmöglichkeiten unter den Gegebenheiten von Niederlage und Besatzung heraus zu holen und damit recht clever Deutschland wieder voran gebracht. Die Ex- FDJ- Sekretärin Merkel denkt anscheinend nicht mehr in Kategorien des Deutschen und sieht Deutschland offenbar nicht mehr von seinen nativen Einwohnern aus (ganz die internationalistische Schule eben). Von daher gilt es jetzt das Überleben der Deutschen im Rahmen einer sich abzeichnenden Vielvölkereinwohnerschaft zu organisieren - ein Blick nach Brasilien oder die Erfahrungen von Diaspora-Deutschen könnten evtl. hier weiter helfen. Und jeder ist aufgerufen, Karriere zu machen um dann an entscheidender Stelle seinen Teil für Deutschland beizutragen.

Karl Martell
30. Mai 2015 12:27

@ Roman

Die Groteske nach der Niederlage bis heute reicht mir.

"Right or wrong - my country!"

CCCED
30. Mai 2015 12:52

Lieber Roman,

Ein Europa können Sie nur verteidigen, wenn Sie die Vaterländer zulassen.

Sie kommen offensichtlich zum Schluss, dass die Erscheinungsform Deutschlands während des Dritten Reiches in toto so verdammenswert ist, dass die Niederlage zu Recht kam. Hierbei reihen Sie pauschal Werturteile aneinander. Als ob Sie einen Spiegelartikel zu schreiben hätten.

Das Regime ging in die Vollen und feierte die eigene Barbarei als Heroismus.

Das ist eine pauschale Unterstellung. Auf dieser Grundlage kann man schlecht diskutieren. Sicher werden Sie einzelne Punkte finden, die kritikwürdig sind. Falls Sie sich aber zu einer moralischen Beurteilung aufschwingen wollen, müssen Sie schon den Kontext und im Vergleich die jeweiligen Maßnahmen der Gegner sehen.

Morgenthau hat seine Ideen nicht verwirklichen können, das Reich hätte genau das im Falle des Sieges mit den Verlierern getan.

Das ist lediglich eine Unterstellung von Ihrer Seite.

Dazu noch der unglaubliche Kitsch in allen Bereichen und die demonstrativ zur Schau gestellte Geistesfeindschaft.

Wie sie selber sagen, ist dies Geschmacksache. Man kann darüber streiten, kommt aber nicht weiter damit.

Es

mag Geschmacksache sein, aber der Triumph des ebenso kulturfeindlichen Sadomasochismus mit seiner „Härte gegen sich selbst und Andere“ ist zumindest in meinen Augen nicht dem Hedonismus vorzuziehen. Das alte Europa oder das alte Deutschland verteidigte er aber jedenfalls nicht. Viel mehr strebte man auch hier die Schaffung eines neuen Menschen an.

Jetzt mal langsam. Auf der einen Seite kulturfeindlicher Sadomasochismus, auf der anderen Hedonismus? Sie werten pauschal und argumentfrei. Ich kann mit Ihnen so nicht diskutieren.

Zur Groteske von Otto Basil: Das ist schlicht eine Groteske, nicht mehr. Mit demselben Recht könnten Sie den Nationalsozialisten unterstellen, dass sie soziale Lebens- und Arbeitsverhältnisse schaffen wollten (Naturschutz, Urlaub, Mutterschutz, Gesundheitsvorsorge, Altersversorgung). Dass nicht die Arbeit für das Kapital, sondern das Kapital für die Arbeit da sein sollte. Dass die Wirtschaft für das Volk da sein sollte und nicht umgekehrt. Dass sie auf diesem Wege eine gesellschaftliche Umwälzung vollziehen wollten, die durch ihren Erfolg andere Länder auf diesen Weg bringen würde. Dass sie auf diesem Weg den Kampf gegen den weltweit unterdrückenden Kapitalismus aufnehmen wollten.

Judith
30. Mai 2015 18:43

@ Roman

Danke für Ihre Buchempfehlung. Ich gestehe, dass hysterische Endzeit-Prosa nicht so mein Geschmack ist, gleichwohl den Japanern Basils imaginierte Atombombe auf London wohl besser gefiele, als ihre eigene, reale, atomare Verseuchung.

Davon abgesehen empfehle ich aber, wenn es denn schon der Führer sein soll, Timur Vermes Er ist wieder da. Das Buch soll gut sein, habe ich mir sagen lassen. Außerhalb ausgetretener Pfade, die sonst zu diesem Thema üblicherweise produziert werden.

https://www.sezession.de/36741/boah-wie-hitler-2-timur-vermes-er-ist-wieder-da.html

https://antaios.de/grossist/6455/er-ist-wieder-da

Falls Sie das Thema Großadmiral Dönitz doch interessieren sollte , empfehle ich neben Stefan Scheil Heinz Schön Ostsee 45

horst
30. Mai 2015 22:52

@Roman

na, wenn wir schon Satiren heranziehen:

Es gab in den siebziger Jahren einen Fernsehfilm „Zahnschmerzen“; darin hatte Deutschland nach dem Sieg ... eine hedonistisch-konsumorientierte nivellierte Mittelschichts-Gesellschaft hervorgebracht, die derjenigen der Bundesrepublik wie ein Ei dem anderen glich. Nicht ganz unplausibel, wenn man sich daran erinnert, daß mancher Sozio-, Polito- und sonstige Loge die Vernichtung von Adel und Großbürgertum usw. (der „undemokratischen Schichten“) durch den NS und die Kriegsereignisse mit kaum verholener Genugtuung betrachtet, als Voraussetzung für „unsere stabile Demokratie“. (Muß man erwähnen, daß der Film nur ein mal und dann nie wieder ausgestrahlt wurde?)

Ich entsinne mich an drei ergötzliche Szenen:

1. Szene: Eine Bahnfahrt. Die (deutsche) Hauptfigur kommt mit einem älteren englischen Ehepaar ins Gespräch. Die Engländer berichten verdruckst-mißbilligend, daß man in ihrer Heimat jetzt die Memoiren „dieses Kriegshetzers, dieses … Churchill“ herausgeben wolle; das sei doch ganz unerträglich. Der Deutsche großmütig-beschwichtigend: „das“ sei doch jetzt schon „so lange her“, daß man das gelassener sehen könne.

2. Szene: Samstägliche Familienrunde. Man kommt ins Politisieren. Eine junge Frau, ganz im Habitus der 68er Empörungsstudenten, herrscht die anderen an: „Ihr ..., eure Generation …, ihr habt die wahren Ideale des Nationalsozialismus verraten.“ Darauf einer aus der Elterngeneration, verlegen, so wie man sich heute das „Beschweigen der Vergangenheit“ vorstellt: „Ach .., Mädchen .., du kannst dir doch überhaupt nicht vorstellen, wie das damals war.“

3. Szene: Beim Zahnarzt. Dieser, ein älterer Herr, sinniert, im zerknirscht-behäbigen Gestus jener geläuterten Zeitgenossen, die nun wissen, daß es besser war, daß wir den Krieg verloren: es sei doch ganz richtig gewesen, daß man „damals“ Leute wie ihn [ihn selbst !] ins KZ gesteckt und zur Raison gebracht habe.

Könnte es sein, daß Weltbilder manchmal etwas, nun ja, lageabhängig sind?

CCCED
30. Mai 2015 23:33

Lieber Waldgänger

Wenn Sie schreiben …
„Der Knackpunkt im Bezug auf den zweiten Weltkrieg ist die Schwierigkeit sich einen deutschen Sieg zu wünschen, im Gegensatz zum ersten Weltkrieg.“
… kann ich Ihnen zustimmen.
Doch meine ich, dass das gar nicht das Thema ist…

Ich meine, gerade das ist das Thema. Auch Sie haben sich angewöhnt, das Dritte Reich als eine monolithische „Black Box“ anzusehen, die in Gesamtheit moralisch zu verurteilen ist. Sie scheinen zu Denken: Oh, hätte doch nur eine andere starke Regierung mit weniger Dreck am Stecken Deutschland auf Vordermann gebracht. Zugleich zeigen Sie aber anhand der Churchill Zitate auf, worum es den Feinden eines starken Deutschlands wirklich ging. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass?

Ich bin der Überzeugung, dass Konservative, oder alle, denen Deutschland am Herzen liegt, sich der Mühe unterziehen müssen, den Nationalen Sozialismus zu analysieren. Damit meine ich, dass man ihn in Bausteine zerlegt. Welche Probleme haben diese Leute formuliert, welche Lösungsansätze wurden erarbeitet, wie wurde versucht, diese Lösungen umzusetzen? Warum hatten sie Erfolg in vielen Bereichen, der den demokratischen Regierungen der Weimarer Republik versagt blieb? Diesen Weg muss man für die Außenpolitik gehen, aber auch, und hier ist noch viel unbestelltes Feld, für die Wirtschaftspolitik. Man wird dann zu einem differenzierten Urteil gelangen. Man wird Punkte ablehnen, aus ideologischen, moralischen oder sachlichen Gründen. Aber wird man auch Punkte finden, wo man diesen Leuten Recht geben wird? Hat man den Mut, nach sachlicher Begründung, dies dann zu sagen?

Roman
31. Mai 2015 00:25

Das Buch von Basil ist keine hysterische Endzeitprosa. Man fiebert mit dem Protogonisten der Groteske sogar mit. Und im Gegensatz zu den englischen Autoren konnte Basil hier aus eigenen Erfahrungen schöpfen.

Was die pauschalen Unterstellungen angeht, denke ich nicht, dass ich schon im Krieg praktizierten Völkermorde und die Herrschaft beispielsweise in Polen hier nochmal aufrollen muss. Eine Einbindung in eine k.u.k System hätten zumindest die Slawen durch das Reich nicht erwarten können. Die Ideologie liess da nur taktische Zugeständnisse aber keine langfristige Schonung zu.

Und ja, es hat kein Mensch das Reich dazu gezwungen in Polen einzumarschieren. Selbst bei einem ausgeprägten Wunsch westlicher Regierungen Deutschland anzugreifen, wäre es Angesichts der dort weit verbreiteten Kriegsunlust sehr schwer geworden einen eigenen Angriffskrieg zu verkaufen. Die bolschewistische Gefahr hat man ebenfalls selbst auf den Plan gerufen, in dem man Stalin sämtliche Puffer schlucken ließ. Und das noch Angesichts einer Situation in der man auch in der deutschen Führung nicht wirklich damit hätte rechnen können, dass man Frankreich so schnell nieder ringen kann. Dass die notorischen Spieler an der Führung überhaupt soweit kommen konnten, gleicht einem Wunder. Allein schon bei einer Kriegserklärung der Nachbarn im Zuge der Zerschlagung der Resttschechei wäre man ins Schwimmen gekommen, weil die für einen Westfeldzug benötigten Waffen sich da noch in tschechischen Händen befanden.

Ja, das Dritte Reich ist verdammenswert. Ja, man kann noch versuchen sich einen Militärputsch zu erträumen. Nur hätte er als man noch siegte, keine Basis in der Bevölkerung gehabt. Und aus der sich abzeichnenden Niederlage heraus, hätte er nur die Wehrkraft zersetzt und den Untergang beschleunigt. Wenn man sich aber keinen Sieg wünschen kann, hat man einen schwer zu überbrückbaren Bruch in der historischen Selbstwahrnehmung. Das muss man aber auch nicht, die deutsche Geschichte ist lang genug um aus ihr ausreichend Selbstbewusstsein tanken zu können, theoretisch. Praktisch gesehen haben die Deutschen den zweiten Weltkrieg geistig nicht überlebt und für eine Wiedergeburt wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Chance mehr bekommen. Was geblieben ist, ist der Wunsch nach Grösse. Momentan versucht man sich an dem Experiment die Bundesrepublik zu der Heimstätte aller Völker und Kulturen dieser Welt zu machen, also die Welt nochmal hier nachzubauen, nur friedlich. Alles eingerahmt durch ein Imperium welches keines sein soll. Das wird natürlich schief gehen.

Man kann und muss die momentanen Ideen ob ihrer Wünsche kritisieren. Entscheidend ist aber, dass sie nicht umsetzbar sind. Die Aufspaltung der Welt in Völker lässt sich nicht überwinden. Man kann höchstens viel Chaos stiften und einzelne Völker verschwinden lassen. Nur würde auch das grosse Einheitsberei zwangsläufig unter der eigenen Last zusammenbrechen und sich wieder in neue Völker aufspalten. Der Mensch kann sich selbst nicht ohne die Existenz der Anderen denken, von denen er sich abgrenzt. Und da er alles vermenschlichen muss, kann er Gemeinschaft nicht ohne Abgrenzung von anderen Gemeinschaften denken. Höchstens ist "eine Welt" als Zwischenphase denkbar, in der man ständig die "Ausgrenzer" erfindet, um ein Gegenbild zu haben.

Wie sich das dann hier lebende Bevölkerungsgemisch selbst sehen wird, kann man schlecht vorhersagen. Alles selbstverständlich unter der Annahme, dass die Technik auch weiterhin im Rahmen bleibt und den Träumern von einem neuen Menschen nicht ihre Wünsche erfüllt und Manipulationen an der menschlichen Natur erlauben wird.

emil
31. Mai 2015 00:38

Ich hoffe mich hiermit nicht zu weit von der eigentlichen Diskussion wegzubewegen, aber könnte mir einer der Diskussionsteilnehmer erklären was genau man überhaupt noch unter einem "Nationalsozialisten/(Neo-)Nazi" zu verstehen hat?

Dieser Begriff wird dermaßen inflationär verwendet... Ich war verblüfft, dass inzwischen selbst Männerrechtler, die am Maiaufmarsch der SPÖ einen Banner, für eine fairere Justiz gegenüber Vätern, hochgehalten haben, von einer wild gewordenen Menschengruppe lauthals im Chor als Nazis beschimpft wurden.

Manchmal denke ich mir ja, dass man die Inflation dieses Wortes sogar selbst noch unterstützen sollte damit es dermaßen beliebig wird, dass es irgendwann mal alles oder/und gar nichts mehr aussagt. Drückt einen im Schuh ein Stein, könnte man ihn zum Beispiel im wienerischen Slang mit den Worten "Heast, du Nazi geh aussa do!" entfernen oder ziehen ein paar Wolken über den sonst sehr sonnigen Himmel würde man dies mit einem "Maaah, die Nazis kommen!" quittieren... Und die Gutmenschen werden natürlich von nun an nur mehr als Gutmenschennazis bezeichnet - aber das ist ja eh klar.

Aber mal ernsthaft...
ist man ein Nazi, wenn man:
- Werte wie Familie, Volk und Heimat als unantastbar betrachtet
- gegen die Masseneinwanderung ist
- gegen Multikulti ist bzw. möchte, dass die Völker in ihrer Spezifik erhalten bleiben und daher größtenteils homogen bleiben sollen (keine hermetische Abriegelung, aber ein Einwanderung nur mit Maß)
- auch der Meinung ist, dass Rassen selbstverständlich existieren (es erkennt doch jeder, wenn ein Chinese in den Raum tritt, dass das kein Deutscher ist und wenn ein Deutscher in den Raum tritt, dass das kein Kongolese ist, etc.)
- und man sich eine soziale Wirtschaftsordnung mit starkem staatlichen Bildungs-, Gesundheits-, Pensions-, Sozial- und Versorgungssystem wünscht

aber man auf der anderen Seite:
- Gewalt ablehnt
- die Vernichtung von anderen Kulturen ablehnt
- die Eroberung von anderen Kulturen ablehnt
- die Ausbeutung von anderen Kulturen ablehnt
- die Verspottung von anderen Kulturen ablehnt
- das Überstülpen, der eigenen Lebensweise auf andere Kulturen, ablehnt
- die Verherrlichung des NS-Reichs ablehnt

Danke im Voraus, für eventuelle Antworten. (Die Frage ist übrigens ernst gemeint - ich bin noch bei meiner politischen Orientierungsphase.)

Hajo Blaschke
31. Mai 2015 10:51

@ Arminius Arndt Aha, das ist doch sehr interessant. Hätte die deutsche Staatsführung weiter die Hände in den Schoß legen sollen und zusehen, wie Deutsche in Polen und der Tschechsolowakei drangasaliert und wie in Polen (seit 1919 bis 1939) etwa eine Million von ihnen ermordet wurden.

Außerdem, vielleicht haben Sie das überlesen: Polen hat im März 1939 Teilmobilisierung und am 30.08.1939 Totalmobilisierung gegen Deutschland angeordnet. Deutsche Rekruten in Polen, die antreten mussten, wurden dabei präventiv gleich mal erschossen. Am 30.08.1939 wurde ein deutscher Botschaftssekretär des Generalkonsulats in Breslau ermordet.

Hätte Deutschland abwarten sollen und einfach mal die Finger ruhig halten sollen und sich von Polen agreifen lassen. Und wenn, was hätte das bei der kriegslüsternen Konstellation der Kriegstreibertroika geändert? Nichts! Man hätte wie im 1. WK nach der Niederlage Deutschlands wieder einen Grund gefunden, Deutschland die Kriegsschuld zuzuschieben.

@ Waldgänger Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ja, genauso wie man heute Putin Weltherrschaftspläne unterstellt, hat man das mit Hitler und hätte man mit jedem anderen deutschen Staatsführer getan. Man wollte den Krieg und hätte ihn auf alle Fälle bekommen.

Hajo Blaschke
31. Mai 2015 11:20

@ Arminius Arndt Leider finden sich in Ihren Beiträgen so viele unsinnige Argumente, dass ich - wobei ich weiß, dass ich Ihre Ansichten nicht ändere und auch gar nicht ändern will - mich veranlasst sehe, meinen Standpunkt dagegen zu stellen. Brasilien ist als Beispiel für ein zukünftiges Vielvölkerdeutschland völlig absurd. Brasilien hat keine 1 500-jährige Kultur, liegt nicht in Europa mit seinen völlig von Brasilien abweichenden Klimabedingungen, kann von seinen Bodenschätzen leben und benötigt nicht eine hochindustrialisierte Wirtschaft zur Erhaltung eines ausreichenden Lebensstandards. Also, der Vergleich mit Brasilien ist absoluter Nonesens. Oder glauben Sie wirklich, dass Afrikaner aus Eritrea, Somalia etc. diesen Industriestandard in Deutschland aufrecht halten können?

Waldgänger
31. Mai 2015 11:43

Hallo CCCED

Nein, da mag ich Ihnen nicht folgen.
Zwar sehe ich auch, dass das Dritte Reich bzw. der NS keine monolithische „Black Box“ war, dass es innerhalb der Partei – und mehr noch innerhalb der Institutionen des Dritten Reiches – unterschiedliche und auch unterschiedlich extremistische Strömungen gab und dass es eine sich radikalisierende Entwicklung gegeben hat.

So unterscheiden sich etwa die SA von Röhm und die gar nicht so andersgearteten Nationalbolschewisten (z.B. Niekisch) der 1920er Jahre deutlich von ideologisch durchgeknallten Typen wie Himmler und Streicher oder den aalglatten Karrieristen der späteren Zeit, für die Heydrich und Eichman passende und unschöne Beispiele abgeben. Auch bestand ein Unterschied zwischen dem eitel-zynisch-jovialen Göring (von dem der Ausspruch überliefert ist: „Wer Jude ist, bestimme ich!“) und dem stur-dogmatisch-kalten Hitler.

Was bleibt, ist aber die Tatsache, dass die Mehrheit in dieser eben nicht konservativen und traditionsverhafteten Partei bereit war, Zugeständnisse an inhumane und inakzeptable Gedanken und Praktiken zu machen. Es geht um jene Grenze, die die Worte: "Das macht man nich!" beschreiben.

Der NS riss in zunehmendem Maße notwendige Barrieren und ethische Grenzen ein und zerstörte bereits vor dem Krieg in Deutschland vieles von dem, was man als Konservativer schätzt und was für ein gutes und kultiviertes Leben nötig ist

Das, was durch diese Abkoppelung der Nationalsozialisten von elementaren Anstandsregeln und Werten an Dreck aufgewirbelt wurde, bereitete später dann noch schlimmeren Dingen und Leuten den Weg.

Der NS glich hier dem Kommunismus, weil auch er die Abkoppelung vom Bestehendem, den Nihilismus und die geistig-emotionale Kälte mit einer unrealistischen Utopie verband. Und eben das bestätigt ja auch Nolte: die innere Verwandtschaft und Ähnlichkeit von Nationalsozialismus und Kommunismus!

Ich halte es mit Ernst Jünger, dessen „Marmorklippen“ (1939) immer wieder lohnend zu lesen sind und der darin eben diesen Prozess der sukzessiven Zerstörung und Auflösung einer traditionellen und funktionierenden Ordnung beschreibt.

Wenn Sie die „Marmorklippen“ lesen, dann werden Sie diesen nihilistischen Typus in der Person des „Mauretaniers“ Braquemarts und des namenlosen(!) „Oberförsters“ verkörpert sehen.
Und ist erst genug Dreck aufgewirbelt, so kommt eben noch anderes „Gelichter“ aus seinen Löchern – von den „Lemuren“ in jenem Buch über die dummdreisten Spinner der „Antifa“ bis hin zu den Genickschuss- und Kopfab-Mördern des NKWD oder des IS.

Dass einzelne politische Bausteine des NS - insbesondere aus den mittleren 1930er Jahren - sich von denen anderer Länder nicht großartig unterschieden haben und partiell durchaus erfolgreich gewesen sind, ist für mich ein anderes Thema.

Ich würde vorschlagen, solche einzelnen "Bausteine" (z.B. Maßnahmen zur Erhöhung der Geburtenzahl) isoliert zu betrachten und sie auf keinen Fall in einem untrennbaren Zusammenhang mit dem Gesamtkonzept des NS zu sehen.

Übrigens ist auch Goebbels Konzept von Propaganda und Nutzung der Massenmedien in erstaunlich großem Maße an damals hochmodernen sozialpsychologischen Konzepten aus der USA orientiert und keineswegs nur auf deutschem Mist gewachsen ...

Waldgänger
31. Mai 2015 12:45

@ emil

Der Begriff "Nazi" hat ja heute zwei völlig verschiedene Bedeutungen:

a) Er bezeichnet einen Anhänger des historischen Nationalsozialismus der Zeit bis 1945.

b) Er bezeichnet das Feindbild der extremen Linken, und zwar völlig losgelöst von den Eigenschaften, die einen Nationalsozialisten des mittleren 20. Jahrhunderts kennzeichneten.
Somit handelt es sich bei b. um einen inflationierten politischen Kampfbegriff und ein Unwort aus der aktuellen "Sprache der BRD" (Kleine-Hartlage), der der Diffamierung Andersdenkender dient.

Aber damit sage ich Ihnen bestimmt nichts Neues!

Meyer
31. Mai 2015 15:00

Ein starker Staat ohne "Dreck am Stecken"?

Das ach so nette Kaiserreich (das in meiner Sympathie den ersten Rang einnimmt, noch weit vor dem Altreich) hat seine Einigung mit drei Kriegen herbeigeführt, entweder offensiv oder provoziert.

Mein tödliche Kritik an Hitler ist die, daß er dem im - butterweichen Charakter begründeten - Irrtum unterlag, mit Zugeständnissen an Frankreich, Italien, Dänemark und Polen, zudem noch München '38, eine Stabilität erreichen zu können, in der man prosperieren könnte, um 1944 auch militärisch ebenbürtig zu werden (also verteidigungsfähig, Angriffsfähigkeit erfordert deutliche Überzahl). Kriegsfähigkeit 1944 - sein Ziel hätte ja gerade zu Frieden geführt. er glaubte '38 das erreicht zu haben. Das ist naiv. Das ist lächerlich. Hitler war und Vergetarier. Aus Mitleid!!!!!!!!!!!!

Eine Naivität, die Bismarck nicht besaß, zumindest nicht bis zum "ehrlichen Makler". Bismarck war Jäger.

Für einen Sieg nach '39 würde ich mein Leben eintauschen. Selbst unter einem Kommunisten, der die zehnfachen Opferzahlen hervorgerufen hätte. Stalin war ein großer Führer Rußlands, Mao bis heute der größte chinesische Führer. Weil sie erfolgreich waren. Keiner war naiv, beide brutal. Trotz oder wegen der Opfer?

Entweder denkt man konsequent in Ursache und Wirkung und handelt danach oder man läßt es. Jede Schwäche zieht die Räuber an, die sie ausnutzen. Für den einen mag es richtig sein, völkerrechtliche Verträge konsequent einzuhalten, für den anderen mag es richtig sein, im zu schließenden Vertrag dessen Bruch schon einzukalkulieren.

Varus war ein Idiot, weil er die Wirkung seiner Brutalität nicht bedacht hatte.

Irrlicht
31. Mai 2015 21:59

@Waldgänger
Glauben Sie ernsthaft, das oktroyierte und auch von Ihnen ständig bemühte Narrativ über die NS-Zeit habe einen epistemischen Wert? Selbst ein an einer deutschen Uni lehrender Historiker wie Michael Kißener schreibt im letzten Kapitel "Ausblick - Perspektiven NS-Forschung" in "Das Dritte Reich", die "Schwarz-Weiß-Skizzierung" habe eine wichtige Funktion für die gesellschaftliche Distanzierung gehabt, "für eine produktive wissenschaftliche Arbeit aber kann eine stark moralisierende, veruteilende Perspektive heute nicht mehr genügen. Forschung darf nicht präfiguriert werden, sondern muss grundsätzlich die Möglichkeit zur Überschreitung gewohnter Denkmuster und zu sinnvoller Thesenbildung haben."

Arminius Arndt
31. Mai 2015 22:25

Hätte Deutschland abwarten sollen und einfach mal die Finger ruhig halten sollen und sich von Polen agreifen lassen.

JA! Die Besetzung des Rheinlandes, ab 23 durch Frankreich noch vergrößert, war am Ende eine Kampagne, die für Frankreich betrachtet ein Schuss nach hinten war, auch wenn es für Deutschland ad hoc erst einmal eine Demütigung mit vielen Opfern war. Aber diese Art von Strategie der "Schwäche" leuchtet naturgemäß nicht sofort ein.

Was Brasilien angeht, sollte man sich einmal ein Bild vor Ort machen, habe gute Kontakte zur deutschen Community in Sao Paulo und werde das demnächst tun.

Wie auch immer, Deutschland oder das Deutsche kann nur mit viel Chuzpe nach vorne gebracht bzw. erhalten werden, das Zeitalter des Heroischen ist vorbei.

CCCED
1. Juni 2015 03:02

Lieber Waldgänger,

ich für meinen Teil habe mir abgewöhnt, Urteile über Personen des dritten Reiches ex post in solch apodiktischer Natur zu fällen. Die Grundlage solcher Urteile beruht zu einem wesentlichen Teil auf tendenziöser Darstellung nach 1945 unter der Knute der Besatzung.

Zu Ernst Jünger: Die Sache ist etwas verzwickter. Haben sie den Band: Ernst Jünger, Politische Publizistik 1919-1933 gelesen? Dann werden Sie nicht umhin kommen zu sehen, dass er auch anders konnte. Ich gebe Ihnen hier ein paar wenige Beispiele, auf die Schnelle herausgegriffen, man muß nicht lange suchen:

1926, Arminius:
Jetzt aber genug! Kameraden, dieses Blut ist zu schade, um in die Irrgänge der Parlamente gepumpt zu werden. Es ist für ganz andere Aufgaben bestimmt. Wie stehen die Sachen? Die modernen Instrumente der Politik, die geschaffen sind, den Unfug der Parteien zu zerschlagen, waren da, und die Führung hat mit ihnen nichts anzufangen gewußt.

1927, Völkischer Beobachter:
Wir besitzen in Europa bislang nur einen Staat, dem das nationalistische Arbeitertum die Form gegeben hat: den italienischen. Lassen wir uns nicht irre machen durch die gehässigen Angriffe eines westlerischen Zivilisations-Literatentums, das fast unsere gesamte Presse beherrscht. Die kürzlich erschienene, den Höhepunkt aller Geistlosigkeit erreichende Anti-Mussolini-Nummer des Simplizissimus ist ein gutes Beispiel dafür. Freilich ist es dort nicht ohne Gewalt abgegangen, und das ist den Herren des liberalistischen Milieus, in dem man sich trotz allem Geschrei gegenseitig nicht gerne weh tut, auf die Nerven gefallen. Aber eine straffe Staatsgewalt von schärfster autoritativer Prägung stellt das erste und vornehmste Ziel des neuen Nationalismus dar. Wenn diese Gewalt es verhindert, daß jeder Schmierfink die eigene Nation herunterreißen darf, wenn sie also die Pressefreiheit abschafft, so ist das nur begrüßenswert. Daß eine solche Gewalt ferner die Todfeindin des Parlamentarismus sein muß, ist selbstverständlich. Eine straffe Unterordnung der Wirtschaft unter den Staat, von der heute noch keine Rede sein kann, denn sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer stehen ihm als fast übergeordnete Mächte gegenüber, eine solche Unterordnung muß sowohl die wirtschaftliche Sicherheit des einzelnen, wie der Gesamtheit erhöhen.
Der nationalistische Staat wird es ferner für seine selbstverständliche Pflicht halten, über ein starkes, mit allen Mitteln der modernsten Technik ausgerüstetes Heer zu verfügen, um den berechtigten Forderungen der Nation jenen realen Nachdruck zu verleihen, ohne den sie nur ein lächerliches oder tragisches Ressentiment des Unterdrückten sein würde. Nur mit Hilfe dieses Nachdruckes wird der Friede von Versailles, der sich als ein echter Friede des Liberalismus in gröbster Weise gegen das nationale Prinzip versündigt hat, zu revidieren sein.

1927, Arminius:
Die Kernfrage der nationalen Bewegung unserer Zeit ist die Vorbereitung auf den Willen einer Führerpersönlichkeit von modernem Format. … Zwei Tyrannen tun dem Deutschen not: ein äußerer, der ihn zwingt, sich der Welt gegenüber als Deutscher zu fühlen, und ein innerer, der ihn zwingt, sich selbst zu verwirklichen.

Und so weiter, und so fort.
Jünger war Literat und kein Politiker. Er ergriff 1930 offen Partei für die „terroristische“ Landvolkbewegung, die Bomben an Steuerämter legte um gegen die Vertreibung von ihren Höfen zu protestieren. Hitler konnte sich eine solche Parteinahme nicht erlauben, sonst wäre die NSDAP verboten worden. Aber er setzte nach der Machtergreifung eine Politik durch, die die Situation für die schleswig-holsteinischen Bauern deutlich verbesserte.

Jüngers eher distanzierte Haltung zum Nationalsozialismus, die er in den Jahren 1930-1933 entwickelte, ist für mich, wenn ich sein Gesamtwerk betrachte, nur teilweise nachvollziehbar. Er hatte sicher ästhetische Gründe und wahrscheinlich war er für eine Massenbewegung zu elitär. Und nachdem, wie auch von ihm gefordert, der Parlamentarismus faktisch abgeschafft war, war ihm nicht mehr wohl in seiner Haut. Interessanterweise hat er nach 1945 immer Wert darauf gelegt zu betonen, nicht zum Widerstand gehört zu haben.

Wie Sie habe ich in manchen Punkten Schwierigkeiten mit dem Nationalsozialismus. Kriminelle Taten von Nationalsozialisten verurteile ich (und begrüße, wenn die Illegalität dieser Taten mit rechtsstaatlichen Methoden nachgewiesen werden). Ich halte dieser quasireligiösen Bewegung und dem Großteil ihrer Mitglieder aber zugute, dass ihre Intention richtig war. Das fürchterliche Fiasko ist durch die Unerbittlichkeit und Unnachgiebigkeit des Kampfes der Kontrahenten bedingt und liegt nicht in der Bösartigkeit einer Seite.

Götz Kubitschek
1. Juni 2015 08:33

so, ende der diskussion.
dank und gruß an alle!
götz kubitschek

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