Sezession
9. Juni 2015

Wiener #deraustausch-Demonstration, bundesrepublikanisch gesehen

Nils Wegner / 11 Kommentare

austauschAm 6. Juni sind die Identitären in Wien mit 400 Aktivisten auf die Straße gegangen. Die Kundgebung bildete den vorläufigen Höhepunkt ihrer Kampagne gegen den »Großen Austausch«, über die mit Martin Sellner einer ihrer Hauptorganisatoren in diesem Netztagebuch bereits Rede und Antwort stand sowie einige programmatische Gedanken veröffentlichte.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Neben der ausrichtenden Identitären Bewegung Österreich waren auch zahlreiche Teilnehmer aus der Bundesrepublik, Frankreich, Italien, Kroatien, Tschechien und sogar der Ukraine anwesend – Nils Altmieks, Leiter der Identitären Bewegung Deutschland, schildert hier seine Eindrücke.

Sie waren am vergangenen Samstag in Wien bei der Demonstration der Identitären gegen den »Großen Austausch« dabei. Wie war's?

ALTMIEKS: Wien ist auf Grund seiner Geschichte und Architektur natürlich eine wunderbare Stadt und auch ganz ohne Demonstrationen eine Reise wert, aber wir waren dieses Wochenende sicher nicht zu einer Stadtbesichtigung dort und die Demonstration ließ daran auch keinen Zweifel. Sie verlief zwar weitestgehend ruhig, nicht zuletzt dank der guten Arbeit der Wiener Polizei. Aber auch diese konnte nicht völlig verhindern, daß diverser Unrat, wie Eier, Flaschen, Farbbeutel, Steine, Knall- und Rauchkörper sowie Pyrotechnik auf einige Demonstrationsteilnehmer niedergingen. Zum Glück kam es dabei nur zu kleineren Verletzungen.
Abgesehen von den ernsten Zuständen auf Europas Straßen ist eine solche Kundgebung, bei der viele Aktivisten dabei sind, auch ein tolles Gemeinschaftserlebnis und eine großartige Gelegenheit, mal wieder ins Gespräch zu kommen. So konnten unsere Aktivisten der IB Deutschland, genau wie ich, am vergangenen Wochenende zahlreiche Gedanken und Erfahrungen mit anderen Aktivisten aus ganz Europa austauschen.
Allgemein können wir mit gewissem Stolz sagen, daß sich Hunderte junger Europäer mutig einem aggressiven Mob entgegengestellt und konsequent Forderungen nach einem neuen Europa Ausdruck verliehen haben. Man sollte die Wirkung einer solchen Demonstration nicht unterschätzen. Die Vielen, die noch zu Hause am Computer sitzen, fühlen die Energie dieser dynamischen Gegenkraft zu den verkrusteten politischen Kräften. Der Juckreiz steigt bei immer mehr Leuten in der jungen Generation; das ist immer häufiger in persönlichen Gesprächen zu bemerken.

Ist es Ihrer Meinung nach gelungen, den Begriff des »Großen Austauschs« ins Gespräch zu bringen?

ALTMIEKS: Bereits auf dem Weg zum Startpunkt der Demonstration erhielten wir Zuspruch von einigen Passanten, die uns erklärten, daß sie die Ziele der Identitären teilen und unsere Kampagne unterstützen werden.
Der Begriff des »Großen Austauschs« und das Leitthema der Demonstration wurden in Wien also schon zum Teil im Vorfeld erfolgreich ins Gespräch gebracht. Mit den anschließenden Meldungen etlicher Tageszeitungen, die – zumeist mit Bildern des Leitsatzes – über die Kundgebung berichteten, ist dies auch mit Sicherheit über Wien hinaus gelungen.
Nun gilt es, den Begriff weiter zu prägen, indem wir ihn mit Zahlen und Statistiken untermauern und aktionistisch verbreiten, damit er zunehmend in das Zentrum der Agitation unseres Lagers rücken kann. Nur so ist es möglich, auch wirksam in den gesellschaftlichen Diskurs einzugreifen. Gerade in Deutschland besteht hierbei durchaus Nachholbedarf, jedoch sind wir als IBD – nach einer anfänglichen Strukturierungsphase – inzwischen auf einem kraftvolleren Weg als zuvor.

10293546_718434114934586_7374299994845998895_oWien-Favoriten, 6. Juni 2015, 13:00 Uhr.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (11)

contact high
9. Juni 2015 16:50

Was immer wieder interessant zu beobachten ist, die Antifa besteht (Ausnahmen gibt es natürlich, wie irgendwelche marxistischen Kurdengruppen) fast zu 100% aus Autochthonen. Migranten beteiligen sich kaum an Gegenprotesten, und wenn dann auch nur punktuell, bspw. der Demozug führt an einem Wettlokal/Callshop vorbei. Die wissen ohnehin das die Straße in den Großstädten ihnen gehört und nehmen solche Aufzüge eh nicht ernst. Ich hoffe ich irre mich, denke aber nicht das es jemals eine 400 Mann starke IBD Demo geben wird, dafür ist der gesellschaftliche Druck deutlich stärker als in Österreich, es gibt keinen Türöffner wie die FPÖ, die zumindest ansatzweise ähnliche Positionen vertritt und die Antifa (auch wenn sie nicht mehr an die 80er Jahre anknüpfen kann) wesentlich militanter als die fast schon gemütlich anmutenden verbürgerlichten Wiener Antifas.

Superior
10. Juni 2015 18:07

@contact high

Naja, also so super einfach ist es in Österreich gewiss auch nicht, FPÖ hin oder her. Zudem gab es keine Unterstützung von dieser Seite. Man sollte sich also keine bequemen Ausreden suchen... in Deutschland hat man ja aktuell mit der AfD die Chance eine solche Partei zu schaffen. Das geht natürlich nicht wenn alle rechten Kräfte jammernd austreten, während jetzt gerade über den neuen Kurs entschieden wird.

Und wieso die IBD in den nächsten Jahren keine 400 Leute auf die Strasse kriegen sollte, verstehe ich erst recht nicht? Am gleichen Tag hat die deutsche Naziszene in Norddeutschland 600 auf die Strasse gekriegt. Also bitte... das sollte wohl kein Problem sein. Zuerst muss allerdings der Aufbau vorangetrieben werden, damit man überhaupt ins Gespräch kommt und die Leute sich unter diesen Symbolen etwas vorstellen können. Das ist aktuell in D nicht der Fall.

Dax Johnson
11. Juni 2015 09:37

Durch FPÖ ist die Überfremdungsproblematik ständig ein mediales und offenes Gesprächsthema in Österreich. Die Leute sind dadurch de-sensibiliert und es ist kein Tabuthema darüber offen zu sprechen was alles schiefläuft. Es gibt sehr sehr viele Menschen die mit der IBÖ mitgegangen wären. Ich zähle leider zu den Angsthasen, da die Antifanten ja ihre Komplexe durch pure Gewalt kompensieren. Teile der IBÖ wurden nach der Demo verfolgt und attackiert. Und auch die Gegend war ein Brennpunkt: Die Wiener Favoritenstraße als Demozug zu wählen ist sehr mutig, allerdings auch ein Tanz auf heißen Kohlen:
Dort gibt es sogut wie gar keine Österreicher mehr.
Auch Türken können sehr ungemütlich werden.

In Österreich gibt es aliquot zur Bevölkerung deutlich mehr rechtsorientierte Menschen als in Deutschland, dank der unermüdlichen Diskussions-Offensive der FPÖ.
Das zeigen auch aktuelle Wahlergebnisse... derzeit ist die FPÖ in den Umfragen sogar mit Abstand auf Platz 1 österreichweit und das hat nunmal so seine Gründe.

Holzfäller
11. Juni 2015 10:18

Am gleichen Tag hat die deutsche Naziszene in Norddeutschland 600 auf die Strasse gekriegt. Also bitte… das sollte wohl kein Problem sein.

Ja, für die NS-Szene in Deutschland sind ein paar Hundert Teilnehmer selbst heute noch mobilisierbar. Sie vergessen aber das es sich dabei um "Outlaws" und "Geächtete" handelt, die wenig darauf geben was der Nachbar denkt, erlebnisorientiert und hartgesottener sind durch ihre Erfahrungen. (Polizeiterror, Auseinandersetzungen mit Antifa/Migranten, früher teilweise auch noch Leute die als Söldner am Balkan im Einsatz waren) die IB ihre Leute dagegen überwiegend aus dem braven Bürgertum rekrutiert. Bestes Beispiel die IBÖ Ordner die ihre eigenen (!) Leute zurückhalten nachdem Antifas mit Wurfgeschossen angreifen. Als Jugendlicher hätte ich mich spätestens nach diesem Erlebnis, nach all dem Prinz Eugen/Karl Martell/Reconquista-Gedöns angewidert abgewandt.

Kontrakultur
11. Juni 2015 10:46

@Holzfäller

Mit Verlaub, aber dann haben sie keine Ahnung von medialer Außenwirkung, Demonstrationsinszenierungen und schon gar nicht von der jeweiligen Situation. Es ist immer einfach in Kommentarspalten den pseudomilitantischen Habitus zu beschwören, während andere sich eben ernsthaft mit politischer Öffentlichkeitsarbeit auseinandersetzen müssen und dafür auch in nicht wenigen Fällen Gesicht und Namen hergeben.

Wer heute wirklich noch glaubt, dass Wenden und Revolutionen mittels Straßen und Bürgerkriegen mit einer schönen Prise SA-Romantik eingeleitet werden, dem ist in seiner Naivität nicht mehr zu helfen. Straßenschlachten wären quasi schon das Endstadium. Und glauben sie mir; für solche Fälle ist selbst die NS-Szene in keiner Weise gerüstet. Man sollte unsere Lage und Aussichten schon etwas differenzierter und komplexer bedenken, als immer bei Bürgerkriegsszenarien zu landen.

Superior
11. Juni 2015 14:03

@Holzfäller

Sie argumentieren genau wie der NW-Wien auf Altermedia. Ist das Zufall?

Die IB hält gewiss nicht die andere Backe hin, aber es wird auch nicht auf Besiegte eingeprügelt. Und genau das waren diese 10 Antifas in dem Moment.

Wir wollen, dass die Bürger uns mögen, und wir kämpfen für eine gerechte Sache. Diese Sache wird aber korrumpiert wenn man nach der SA-Methode vorgeht und schwups... können wir uns wieder bei den anderen Politversager einordnen, mit ihrem ekelhaften Hitlerfetisch.

Mit der Arbeit der Ordner hat die IB meiner Meinung nach eben wahre Grösse gezeigt. Die Mittel müssen immer verhältnismässig bleiben, wer von den Antifas oder Nazis hätte das geschafft in dieser Situation? In diesem Sinne wurde alles richtig gemacht. Schuld an der Eskalation war ohnehin die Polizei, die sich einfach verdrückt hat.

Boxer
11. Juni 2015 17:44

@ Superior

Angreifenden Kommunisten ihre Grenzen aufzuzeigen, ist keine "SA-Methode", sondern ein Ausdruck von Selbstbehauptungswillen.

Mit solchen Stigmatisierungen solltest Du dich besser zurückhalten, auch wenn das Zeckenklopfen nicht deinem Verständnis von Politik entspricht, was ich vollkommen nachvollziehbar finde.

@Holzfäller

Die IB hat schon in der Konsolidierungsphase eine klare Entscheidung getroffen: Wehrhaftigkeit ja, (offensive) Militanz nein. Das ist naturgemäß eine Gratwanderung und kann mal in die eine oder andere Richtung ausschlagen.

Ich hätte mich in der Situation möglicherweise anders verhalten, aber im Nachhinein war das deeskalierende Verhalten der Ordner aus meiner Sicht vernünftig und entspricht der politischen Linie der IB.

Das mag den ein oder anderen jugendlichen Heißsporn abstoßen, aber der findet sicherlich ein anderes Betätigungsfeld als in einer öffentlichen und legal operierenden Organisation.

Holzfäller
11. Juni 2015 18:52

Ich muss etwas schmunzeln wenn auf meinen Kommentar, in dem es inhaltlich nur darum ging ein paar frechen und übermütigen Lausbuben (und mit Verlaub, mehr war das nicht, ich sehe da nur Fettsäcke, kreischende Weiber und blasse Hänflinge) ihre Grenzen aufzuzeigen, Erwiderungen erfolgen in denen die Rede von SA-Romantik, Bürgerkrieg, Tag X Szenarien usw. ist. Nun will ich mich auch nicht weiter virtuell zanken, und man wird ja sehen was die IBD noch real auf die Beine stellen wird.

Olaf
11. Juni 2015 22:00

@Kontrakultur
Die mediale Außenwirkung wird nicht von der Realität bestimmt, sondern von der linksversifften Lügenpresse, die ihre "Fachkräfte" oftmals direkt aus der Kriminellen-Szene der Antifa rekrutiert. Mit Zeitlupen und Horrorfilm-Musik etc. lässt sich viel linke Kunst produzieren.

deutscheridentitärer
11. Juni 2015 23:36

Ich muss etwas schmunzeln wenn auf meinen Kommentar, in dem es inhaltlich nur darum ging ein paar frechen und übermütigen Lausbuben (und mit Verlaub, mehr war das nicht, ich sehe da nur Fettsäcke, kreischende Weiber und blasse Hänflinge) ihre Grenzen aufzuzeigen, Erwiderungen erfolgen in denen die Rede von SA-Romantik, Bürgerkrieg, Tag X Szenarien usw. ist. Nun will ich mich auch nicht weiter virtuell zanken, und man wird ja sehen was die IBD noch real auf die Beine stellen wird.

Mit Verlaub, Sie sind ein Vollpfosten.

Ich habe gar keine Zweifel, dass ich Sie aus Ihren hässlichen Schuhen boxen würde, solche Internethelden wie Sie sind mittlerweile leider die Norm geworden. Jeder hätte die 10 Antifaspasten zuammenprügeln können; Disziplin ist dagegen nicht jedem möglich. Was tun Sie für Deutschland/gegen den Volkstod?

Monalisa
15. Juni 2015 00:28

Einerseits bin ich stolz auf die IB'ler, andererseits frage ich mich warum nur Leute mit "Mitgliedsausweis" für so eine Demo zu mobilisieren sind.

Ist es denn nicht möglich irgendwie in andere Milieus auszustrahlen und etwas breitere Bündnisse zu schmieden?

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