Sezession
24. Juni 2015

„Demo für Alle“ in Stuttgart – Erlebnisbericht (II)

Gastbeitrag / 22 Kommentare

ehevon Konrad Gill

„Bildungsplan“, „Aktionsplan“, Bundesratsinitiative „Ehe für alle“ – der Bürger kann (und soll!) den Überblick verlieren angesichts der vielen grün-roten Versuche, (vordergründig) Klientelpolitik für Homosexuelle und Menschen mit bizarren Neigungen zu treiben.

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Hatte es ursprünglich „nur“ um Erziehung zu Toleranz und die erzwungene Akzeptanz (ein Widerspruch!) „anderer Lebensentwürfe“ gehen sollen, haben Kretschmann und Genossen nun über die linke Bundesratsmehrheit erneut den Versuch unternommen, homosexuelle Verbindungen zivilrechtlich vollständig mit der Ehe gleichzustellen.

Die Unterschiede sind zwar ohnehin nur noch marginal, nachdem frühere Regierungen Schritt für Schritt Privilegien an gleichgeschlechtliche Partnerschaften verteilt hatten, aber nun will man endgültig alles: den Namen „Ehe“, das Volladoptionsrecht und wahrscheinlich am besten ein großes „Toleranzlager“ für alle, die es wagen, eine abweichende Meinung zu äußern. Über einige Hintergründe der politisch-medialen Vorstöße in Sachen Gender-Mainstreaming, Frühsexualisierung und Homosexuellenpropaganda hatte ich bereits vor einiger Zeit berichtet. Zwei Kundgebungen geben nun den Anlaß, dem einige Beobachtungen nachzuschicken.

Am vergangenen Sonntag trafen sich erneut Christen aller großen Konfessionen, aber auch säkulare Bürgerrechtler und aufgeschreckte Eltern, um gegen die Pläne – und z. T. schon in Umsetzung befindlichen Vorhaben – der baden-württembergischen Landesregierung zu demonstrieren. Mit 4600 Demonstranten hat sich die Teilnehmerzahl seit dem letzten Mal fast verdoppelt, die Veranstalter dürfen sehr zufrieden mit sich sein. Auch bei wiederholtem Besuch erstaunt und erfreut die Klientel, die eine solche Veranstaltung besucht. Wer eifernde Frömmler erwartet, wird enttäuscht; es treffen sich überwiegend bürgerliche Familien mit guten Manieren. Wäre der Begriff noch zu erkennen unter der darum gelegten Schlacke von hypermoralischen sowie -alarmistischen Phrasen, könnte man diese Demonstranten die „Mitte der Gesellschaft“ nennen.

Manfred Kleine-Hartlages Analyse dieses Begriffs lehrt, daß die in dieser „Mitte“ (mit dem von ihr ausgehenden angeblichen „Extremismus“) entstehende Skepsis gegen die Regierungen und umgekehrt die Skepsis der Regierungen gegen die Mitte in dem Maße zunehmen muß, in dem die Politik von den Wünschen und Interessen der Mehrheit der Bürger abweicht und immer weiter nach links driftet. Die auf der Demonstration geführten Gespräche bestätigen das: auch wenn mancher sich noch Hoffnungen auf die CDU oder zumindest die AfD macht, haben doch viele mit „denen da oben“ innerlich abgeschlossen und eingesehen, daß die Politik sich nicht um die Bürger schert, sondern das Gegenteil wünscht. Auch über die internationalen Verflechtungen der Gender- und Schwulenaktivisten bestehen keine Illusionen: „Christ-Demokraten als sexuelle Revolutionsführer der UN und EU – Schämt Euch!“ ist auf einem Schild zu lesen. Ein anderes verkündet: „DAS ist der Aufstand der Anständigen!“.

Der Treppenwitz dieser Veranstaltungen ist aber ihre „Buntheit“, „bunt“ nicht verstanden im Sinne der „Utopie einer völligen Uniformierung des Planeten“ (noch einmal Kleine-Hartlage), sondern im Sinne tatsächlicher vielfältiger Differenz. Konrad Gill sah in Stuttgart: Krawatte und Heavy-Metal-Hemd, schwarzes Kraushaar und blonde Kinder, Rollstuhlfahrer und Athleten, Greise und Säuglinge, schmucken Zopf und Rasta-Schopf. Ein Schwarzer hatte seine Bibel dabei, ein anderer eine afrikanische Trommel, und ein paar Meter entfernt standen kernige Jungs mit dem Aufdruck „Still not loving Antifa“ auf der Brust und einem Transparent in Händen.

Diese Mischung ist einerseits schwindelerregend grenzüberschreitend in mehrfacher Hinsicht, grotesk und nur unter gesamtgesellschaftlichen Ausnahmebedingungen möglich; andererseits ist sie ein hochinteressantes Beispiel für die Verflüssigung vormals eindeutiger Frontlinien und Milieuverortungen. Sollte sich tatsächlich einmal ein Gegendemonstrant in die Reihen der „Demo für alle“ verirren, drohte die ernstliche Gefahr der „ideologischen Deprogrammierung“ (ein letztes Mal Kleine-Hartlage).

Und noch ein sehr positiver Eindruck: es ist kein Philisterkonvent, der hier tagt, sondern eine ungewöhnlich junge Versammlung. Geschätzt die Hälfte der Demonstrationsteilnehmer war unter 30 Jahre alt, etwa 30 Prozent unter 20 Jahre; dabei keineswegs nur von den Eltern mitgebrachte Kinder, sondern auch Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene. Wie auch immer die politische Entwicklung weiterlaufen wird: die Erfahrung dieses konservativen Widerstands in nach innen harmonisch-freundlicher, nach außen kämpferisch-selbstbewußter Stimmung mit einem grölenden Antifa-Haufen als Begleitmusik wird den jungen Leuten niemand mehr nehmen.

Doch Stuttgart ist nicht Rom, noch nicht. Dort nämlich trafen sich am Vortag (Samstag) mehr als 1.000.000 Menschen (so berichtet die der Sympathien unverdächtige linksliberale „Repubblica“, die deutschen „Qualitätsmedien“, dpa, meldeten „gut 300.000“), um mit der genau gleichen Zielrichtung auf die Straße zu gehen: gegen „Gender“, gegen die Privilegierung von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten, für den Erhalt der „traditionellen“ Familie (also: der Familie) als Keimzelle der Gesellschaft. Unter dem Motto „Family Day“ demonstrierten hauptsächlich Katholiken, doch auf der Bühne sprach auch ein Imam, der Oberrabiner sandte ein Grußwort. Es war die größte Demonstration für die Familie und gegen Gender-Mainstreaming in Europa seit den großen Kundgebungen in Paris 2013.

Rom und Stuttgart, trotz aller Größenunterschiede – Wie sich die Aktionen und Reaktionen gleichen! Hier wie dort ein ganz ähnliches Milieu der Teilnehmer („normale Leute“, arbeitende Bevölkerung), die exakt gleichen Themen und so schlichte wie zutreffende Parolen: „Wir sind hier, um unsere Kinder zu schützen“. Hier wir dort treffen wir auch ähnliche Verunglimpfungen durch die getroffenen Hunde. Während sich in der Bundesrepublik der zwangsgebührenfinanzierte Rotfunk Mühe gab, so zu tun, als hätte er versucht, einen neutralen Fernsehbeitrag zu schneiden – und doch nur Geraune von „Neuen Rechten“ unter Absehung von jeglicher Argumentation dabei herauskam –, bezeichnete in Italien ein einschlägiger Schwulenlobbyist den „Familiy Day“ als

unnütz und haßerfüllt, (…) erbärmlich wie alle rassistischen [sic!] Demonstrationen,

während ein Staatssekretär in erfrischender Offenheit zu verstehen gab, es handele sich um

eine bizarre Demonstration gegen Rechte, aber die Regierung hat [bereits] entschieden.

Ein Video aus Rom zeigt eine Veranstaltung mit Volksfestcharakter, aber auch einige handfeste Männer, die es mit der „Verteidigung“ der Familie sehr ernst zu meinen scheinen. Genauso lassen sich in Stuttgart stolze, starke Väter treffen, die zur Abwehr jeglicher Zumutung keines Staates bedürften – käme die Zumutung nicht genau von dort. Andererseits wurden die italienischen Aktivisten von Spitzenpolitikern und Kirchenhäuptern unterstützt; in Stuttgart meldeten sich per Grußbotschaft zwei Bundestagsabgeordnete und ein Weihbischof zu Wort und auf Nachfragen der Initiative haben weitere Abgeordnete ihre Ablehnung zumindest von Leihmutterschaft und Homo-Ehe bekundet. Die saarländische Ministerpräsidentin erwog gar vernünftige Argumente und dachte weiter, was man ja von CDU-Politikern überhaupt nicht mehr gewohnt ist, wobei da die im Frühjahr 2017 anstehende Wahl schon genauso eine Rolle spielen mag wie die baden-württembergische 2016.

Zu den wenigen im medialen Hauptstrom geduldeten Publizisten, die verstanden haben und aussprechen, worum es Politik, Medien und Industrie eigentlich geht bei ihren „Akzeptanz“-Programmen, gehört Alexander Kissler vom Cicero. Angesichts einer (nach mehreren gescheiterten Anläufen: erneuten) Handlungsempfehlung aus dem EU-Parlament, dem „Noichl-Bericht“, braucht er kaum mehr als daraus zu zitieren, um darzustellen,

[d]ass Gender angewandter Feminismus ist mit latent androphoben Zügen. Dass durch Gender Mainstreaming sämtliche, auch private Bereiche des Zusammenlebens reorganisiert werden sollen. Und dass drittens das behauptete Ziel – die „vollständige Gleichstellung der Geschlechter“ – aus wirtschaftlichen Erwägungen in den Rang einer Schicksalsfrage erhoben wird. Letztlich ist Gender das effektivste Mittel, „das Wirtschaftspotenzial der EU deutlich zu stärken“.

Der Bericht scheut sich nicht, Frauen als „Humankapital“ zu bezeichnen, dessen „umfassende Nutzung“ geboten sei (…), weil nur so „das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit in der EU“ zu neuen Höhen geführt werden können. Frauen dürfen nicht, nein, sie müssen „alle Talente in den Produktionsapparat“ einbringen, müssen beitragen zu „Arbeitsmarkteffizienz und -fluidität“, damit die Rendite stimmt, die Firma brummt. (…) Schleierhaft und mysteriös, wie eine parlamentarische Mehrheit zu dieser Selbstpreisgabe des Menschlichen auf dem Altar der wirtschaftlichen Ausbeutung je ihr Ja geben konnte.

Dies als wahr unterstellt, würde der „antifaschistische“ Widerstand gegen die „Demos für alle“ noch absurder, wären wir es nicht schon gewohnt, daß die eifrigsten Linksextremisten bloß die nützlichen Idioten für das Großkapital abgeben.

Wie die Politik auf den anhaltenden bürgerlichen Protest reagieren wird, ist noch nicht abzusehen. Wer glaubt, hier auf die Beharrungskräfte der Politik allein verweisen und den Widerstand für sinnlos erklären zu können, unterschätzt vielleicht die Angst der Landtagsabgeordneten und nachgeordneten Funktionäre vor unterbleibender Wiederwahl und ihre Hoffnung auf Abwahl der derzeitigen Regierung. Die gegen den Bildungsplan gerichtete Petition hatten fast 90.000 Landeskinder unterschrieben, das ist nicht zu vernachlässigen. Ganz gleich, ob die Parteioberen das wollen: wenn die CDU, deren Landesverband allen Anpassungsritualen zum Trotz in der Basis zu den konservativsten in Deutschland gehören dürfte, wieder die Regierungsgeschäfte führen will, muß sie geradezu eine Gegenposition zur grün-roten Politik einnehmen.

Und dabei wird sie in sehr interessante Gesellschaft und Konkurrenz geraten, denkt man daran, daß die AfD sich längst eingereiht hat in die Phalanx der Widerständler und daß die Junge Freiheit massiv versucht, über diese Proteste Neuabonnenten zu gewinnen – in Stuttgart fuhr sogar ein JF-Automobil herum, daß mit auf die Anti-Gender-Mainstreaming-Kampagne zugeschnittenen Parolen und Bildern bedruckt war.

Es sollte also niemand diese Auseinandersetzungen im Südwesten unterschätzen. Für Alexander Kissler wäre der Ausgang des „Gleichstellungsprojekts (…) hochsymptomatisch“ für den Zustand des Gesamtsystems EU:

Sein Sieg wäre der Triumph des Kapitals über den Menschen.

Ausgang: offen

___________________
+ Bilder zur Stuttgarter Demo bei der Identitären Bewegung und der Sonderseite zur Kampagne "Demo für Alle: Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder"
+ Neuerscheinung zum Thema: Johannes Rogalla von Bieberstein: Schwulenkult und feministischer Geschlechterkampf, Graz: Ares 2015, 144 S., 14.95 € – hier bestellen


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Kommentare (22)

Eveline
24. Juni 2015 08:37

Langsam verstehe ich, Jesus ist (mußte ?) in einem Stall geboren werden.

Es ist auch heute gut, sein Kind nicht zählen zu lassen.

Gassenreh
24. Juni 2015 11:57

Früher oder später wird zur Ehe für Alle sicher das volle Adoptionsrecht hinzukommen. Aber das eigentliche Kindeswohl steht nur bedingt im Mittelpunkt der gleichgeschlechtlichen Adoptionswünsche und ist auch durch sicher in vielen Fällen gegebene, beachtliche Liebeszuwendung nicht zu garantieren. Denn eigentümlicherweise wird durch diejenigen, welche Freiheit in jeder Beziehung fordern, eine Beschneidung der Freiheit der Kinder billigend in Kauf genommen.
Im Gegensatz zu einem Kind in einer Vater-Mutter-Gruppierung, erleidet das in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung heranwachsende Kind eine gewisse Deprivationssituation, da ihm der enge Kontakt mit der Gegengeschlechtlichkeit verwehrt bleibt (Fehlende Aktivierung von wichtigen Spiegelneuronen).
Die Frage nach dem Wohl des Kindes wird hier bei der versuchten Verwirklichung abstrakter Gleichheitsideen oder dem Versuch der Beseitigung eines auszuhaltenden, vielleicht unangenehmen Defizits, in der Regel gar nicht erst gestellt.
[Einzelheiten über „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014: ISBN 978-3-9814303-9-4 nachzulesen]

Carsten
24. Juni 2015 12:44

1 Mio. in Rom und die selbsternannten "Qualitätsmedien" verschweigen es.
Wenn Stuttgart zu weit ist: Ein Beitrag, den jeder ganz einfach leisten kann, ist, die kostenlose Gender-Broschüre der JF frei Haus in gewünschter Menge zu bestellen und in seiner Nachbarschaft zu verteilen. Ich stecke sie gerne im Zeitschriftenladen in BILD, Spiegel, Brigitte, etc.

Bender
24. Juni 2015 14:01

@ Carsten, die hiesigen Medien haben davon berichtet (siehe hier).

Gast
24. Juni 2015 15:29

@ Bender

Ja genau, Sonntag morgens um 7.34 Uhr. Wie so oft mal wieder keine Möglichkeit zu kommentieren. Da kann man ja wirklich nicht behaupten, sie hätten es verschwiegen. Genau so läuft das hierzulande. Das dann so viele andere WICHTIGE Nachrichten an diesem Sonntag auf die Startseite mußten, ist ja nicht die Schuld von spon.
Ein Schelm wer glaubt, wäre es eine Demo, in dieser Größenordnung, dafür gewesen, man hätte den ganzen Tag ein exklusives Plätzchen ganz oben gehabt. Doch das ist lediglich eine VT.

KW
24. Juni 2015 15:30

Die Gegner sind also international vernetzt, bei der fröhlichen Demonstration wird ja auch auf die Verschiedenartigkeit hingewiesen. International will ich gar nichts, weder uns noch die anderen, ich will Völker.

Jakob Altenburg
24. Juni 2015 16:28

Ein Kollege fragte mich kürzlich in der Mittagspause nach meiner Meinung zum Thema „Ehe für alle“. Ich sagte ihm ganz ruhig und völlig frei von Eifer, daß ich dagegen sei. Er wollte mir erst nicht glauben, hakte zweimal nach, ich blieb bei meiner Antwort. Er schaute mich an, als hätte ich soeben den Holocaust geleugnet oder meine pädophilen Neigungen offenbart. „Wieso?!“, fragte er, fast schon aufgewühlt. Wieso er denn dafür sei, daß die zivilrechtliche Ehe auf gleichgeschlechtliche Paare ausgedehnt wird, fragte ich zurück. „Ja, aber warum denn nicht? Alle Menschen sind doch gleich, oder? Schau mal ins Grundgesetz!“ Und ob ich etwas gegen Homosexuelle hätte, schob er hinterher. Ich hätte ihm sagen können, daß im Grundgesetz das Gegenteil steht: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Egal wie unterschiedlich sie sind. Ich versuchte ihm entgegenzukommen, meinte, daß Homosexualität Privatsache sei und mich nicht weiter interessiere, aber in der Ehe gehe es um die Weitergabe des Lebens und als Institution sei sie eben auch eine öffentliche Angelegenheit. Ich wollte noch einmal von ihm wissen, welche Argumente er für die Neudefinition der Ehe habe. Aber von der alten Gepflogenheit, daß gute Gründe nennen muß, wer eine Änderung wünscht, hielt er offensichtlich nichts. „Sag’ doch du, was du dagegen hast! Die nehmen den Heteros doch nichts weg.“ Ich wollte nicht unhöflich sein und versuchte meine Überzeugung in wenigen Sätzen zu erläutern. Ich führte ein paar unaufgeregte, aber, wie ich glaube, gute Argumente auf, wie sie etwa die Autoren des Buches What is Marriage? entwickeln. Argumente, die weder traditioneller („weil es immer schon so war“) noch moralischer oder religiöser („weil es Gott so will“) Natur sind. Sondern solche, die präzise Unterschiede zwischen der Ehe und anderen Verbindungen herausarbeiten. Aber ganz gleich, was ich sagte, nichts davon schien meinen Kollegen zu beeindrucken. „Ich verstehe nicht, wie du so denken kannst!“

Das ist kein Einzelfall. Egal ob im Büro, auf Twitter oder bei Anne Will, es ist überall dasselbe. Die Aktivisten, Ideologen und Mitläufer wollen nicht diskutieren, sie haben kein Interesse an einer genauen Beobachtung, an genauen Begriffen und Urteilen. Ja, seit wann ist denn die Politik ein philosophisches Oberseminar?! Sie alle wittern ihre politische Chance („Gestern Irland, morgen wir!“), empören sich über die Kramp-Karrenbauers dieser Welt („Tiefpunkt der Debatte“) und alle anderen, die die Frechheit besitzen, sie auf Widersprüche hinzuweisen.

Und sie hissen gleich neben der Bundesflagge die Regenbogenfahne vor ihren hohen Ämtern und Ministerien.

Siddharta
24. Juni 2015 16:33

Mit dem tradierten Familienmuster selbst sind wir inzwischen bei der niedrigsten Geburtenrate der Welt sowie der gleichzeitig zweithoechsten Rate an Immigranten angekommen. Was soll denn da durch die Homo-Ehe noch schlimmer werden? Und dann noch diese seltsame Solidaritaet der Kirchen und etablierten Konservativen, welche ansonsten am Volkstod des deutschen Volkes sowie der europaeischen Voelker noch nie etwas auszusetzen hatten. Wuerde die Leihmutterschaft oder die Legalisierung der kuenstlichen Befruchtung lesbischer Frauen tatsaechlich die Fertilitaet weiter senken? Woher diese Gewissheit? Wer laesst sich bei diesen "Demos fuer Alle" eigentlich vor welchen Wagen spannen: Der Klerus vor jenen derer, welche sich wuenschten, dass ihre Kinder nicht schon bald Fremde im eigenen Land sein werden oder umgekehrt? Hin und wieder lohnt sich ein Blick darauf, an wessen Seite man "spaziert".

Bender
24. Juni 2015 23:22

@Gast
Im "Tagesspiegel" wurde die "dpa" Mitteilung um 13:32 veröffentlicht und kann auch kommentiert werden, sofern man will. Die Medien haben es nicht verschwiegen, sondern lediglich in die Peripherie gedrängt und der Platz auf der Startseite ist begrenzt, aber wären es Tausende Gegendemonstranten gewesen, hätte dafür sicherlich mehr Platz zur Verfügung gestanden. Dies habe ich aber auch keineswegs bestritten.

Hackbert
25. Juni 2015 01:31

Siddarta.
Wenn die Position der Familien noch weiter geschwächt wird,z.B durch Ausweitung der Ehe auf "alle". lässt sich die Geburtenrate noch weiter senken.

Die Leihmutterschaft ist zutiefst menschenverachtend, im Grunde eine Variante der Prostitution. Frauen geben Ihren Körper gegen Geld her,
um für jemand mit dem sie nichts zu tun haben ein Kind auszutragen.
In der dritten Welt wird die Not von Frauen dazu missbraucht, für
reiche Leute aus den Industrieländern ein Kind auszutragen.

Thomas Wawerka
25. Juni 2015 08:51

Siddharta: Wer laesst sich bei diesen „Demos fuer Alle“ eigentlich vor welchen Wagen spannen: Der Klerus vor jenen derer, welche sich wuenschten, dass ihre Kinder nicht schon bald Fremde im eigenen Land sein werden oder umgekehrt? Hin und wieder lohnt sich ein Blick darauf, an wessen Seite man „spaziert“.

What??

Thomas Wawerka
25. Juni 2015 09:24

Jakob Altenburg: Ein Kollege fragte mich kürzlich in der Mittagspause nach meiner Meinung zum Thema „Ehe für alle“. Ich sagte ihm ganz ruhig und völlig frei von Eifer, daß ich dagegen sei.

Und das genügt! Diskutieren Sie nicht weiter, argumentieren Sie nicht, denn ganz egal, wie gut Ihre Argumente sind - sie werden nicht honoriert. Man schwatzt sich um Kopf und Kragen. Jedes Ihrer Argumente kann aus dem Zusammenhang gerissen, sinnentstellt, ins Gegenteil verkehrt, ins Lächerliche gezogen werden - die Methoden dazu sind Legion, und sie sind äußerst raffiniert. Am Ende rutscht man in eine Verteidigungsposition und muss sich rechtfertigen.
Eine derartige Konfrontation lässt sich nicht argumentativ lösen. Argumentieren kann man in geselliger Runde. Ihre Erklärung "Ich bin dagegen!" ist ein Fanal, das Sie durch nachträgliches Erklären nur kleiner machen, nur schmälern können. Besser ist es, dieses Fanal in größtmöglicher Ruhe und Selbstsicherheit zu setzen. Wenn beim Gegenüber ankommt, dass Ihr "Dagegen" keine Frage ist, keine These, auch kein Löcken wider den Stachel, sondern schlicht und einfach eine Selbstverständlichkeit, haben Sie das Beste erreicht, was man in so einer Situation erreichen kann.

Hartwig
25. Juni 2015 10:18

@ Jakob Altenburg

Mit Linken diskutiere ich schon lange nicht mehr. Und es gibt nur sehr wenige Menschen, die ich persönlich kenne, die nicht links sind.

Hatte kürzlich mit einer netten Dame um die 60 zu tun, apart, charmant, geschmackvoll gekleidet, belesen.
Füllt ihr kinderlos gebliebenes Leben mit Mitgliedschaften und Seilschaften, - Rotarier, Förderkreise. Transatlantikerin durch und durch. In der DDR wäre sie als 150prozentige bezeichnet worden.
Klar kann man sich mit solchen Leuten anlegen, aber wozu? Im Normalfall betone ich deutlich, dass ich mit Linken nicht mehr über Politik rede. Das genügt schon meist als Provokation. Bei der o.a. Dame war selbst das völlig überflüssig.
Und im Kollegenkreis werfe ich mich manchmal für das sogenannte Prekariat, speziell für's kinderreiche Prekariat in die Presche, wenn sich kinderlose akademische Mittdreißiger als selbsternannte Höchstleister gerieren. Dann kotze ich wirklich ...

Siddharta
25. Juni 2015 13:16

@ Hackbert

Leihmutterschaft ist in den USA legal. Die OECD listet die Vereinigten Staaten nicht unter Dritte Welt. Prostitution ist mit einer sexuellen Handlung verknuepft und diese findet in einem Labor nicht statt. Auf der Basis meiner Verhandlungsethik ist ein Vertrag unter muendigen Buergern auch unter Einbeziehung einer finanziellen Gegenleistung nicht "menschenverachtend".

Warum schwaecht die Homoehe eigentlich die Position der heterosexuellen Ehe? Und auf welchem Weg sollte sie die Geburtenrate weiter senken koennen? Die dramatische demographische Entwicklung ist sicherlich multikausal begruendet. Da hat die Entwicklung von pharmazeutischen Produkten seinen Einfluss wie auch die veraenderte Rolle der Frau oder die geographische Mobilitaet der modernen Gesellschaft. Das geringste Verschulden sehe ich in Bezug auf die sexuelle Orientierung der Menschen. Sie ist genetisch bedingt und daher praktisch konstant - sieht man von ein paar Alibiehen von Homosexuellen in der Vergangenheit ab. Als Vater von drei Kindern weiss ich, dass der Nachwuchs Geld kostet. Und genau hier liegt der Hund begraben. Jeder Groschen, den wir fuer die altruistische Zuwanderung ausgeben muessen, fehlt uns fuer die Investition in die eigenen Kinder. Und dies ist auch der Grund, warum die Kirche nie ein Verbuendeter im Kampf um die Zukunft unseres Volkes sein wird: Weil das Primat der Barmherzigkeit immer den durchnaessten Eindringling praeferieren wird und allenfalls der Rest, der dann noch bleibt, in die eigene Existenzsicherung fliesst.

Jakob Altenburg
25. Juni 2015 15:07

Ja, Hartwig und Thomas Wawerka, sie haben recht, aber in dieser Hinsicht bin ich einfach unverbesserlich! Wenn ich etwas gefragt werde, dann fühle ich mich verpflichtet, freundlich zu sein und zu antworten. Die Erziehung! Jedenfalls dann, wenn ich mit einer Person noch nie zuvor darüber gesprochen habe. Und selbst dann, wenn ich weiß, daß es zu nichts führt.

Siddharta, würde die zivilrechtliche Ehe neu definiert und meine schwulen oder lesbischen Nachbarn wären übermorgen offiziell Eheleute, dann änderte sich an meiner Ehe und Familie erst einmal nichts. Oder doch? Wäre mein Verständnis der Institution noch dasselbe? Könnte ich sagen, mir doch egal, was auf der Ebene des Rechts passiert, das beeinflußt meine Vorstellung nicht im geringsten? Ich denke nicht. Die Autoren des von mir genannten Buches, Rechtswissenschaftler, formulieren es vereinfacht so: "Law tends to shape beliefs; Beliefs shape behaviour; Beliefs and behaviour affect human interests and human well-being". Daß der Staat der Verbindung meiner freundlichen Nachbarn denselben Status verliehe, wie mir und meiner Frau, würde mich tatsächlich irritieren. Und wo sie schon den Blick auf die USA richten, die uns bei diesem Thema einige Schritte "voraus" sind: Dort gibt es mittlerweile eine Reihe von Fällen, in denen Leute, die sich aus religiösen Gründen weigerten, die Bewirtung oder den Blumenschmuck für gleichgeschlechtliche Hochzeitsfeiern zu liefern, wegen Verstößen gegen Antidiskriminierungsgesetze verurteilt worden sind. (Man muß sich das auf der Zunge zergehen lassen: "The penalty against Stutzman and her business will be settled via summary judgment, or without a full trial. Ingersoll and Freed, who have since married, had sued for $7.91 (the cost of driving to find a new florist). Stutzman also faces a fine of up to $2,000 under Washington’s anti-discrimination law, as well as the cost of legal fees."). Auch das schwächt die "Position der heterosexuellen Ehe", denn wer sich zu ihr bekennt und es in der Folge ablehnt, eine Geschäftsbeziehung einzugehen, wird kriminalisiert. So weit sind wir hierzulande nicht, aber manchmal kann alles ganz schnell gehen...

Hackbert
26. Juni 2015 00:40

Siddharta
Genau der Punkt : Nachwuchs kostet Geld. Da der Staat an Nachwuchs
interessiert ist, und daran dass er gut erzogen wird, hat er Ehe und Familie unter besonderen Schutz gestellt und diverse Hilfen entwickelt. Darin drängen die Homos rein. Da gehen auch Mittel verloren für die Familie.
Wer alles in besonderem Masse schützt, schützt am Ende gar nichts.

Zu Leihmutterschaft: In den USA sind viele Dinge erlaubt, die abstossend sind. Das ist für mich kein Massstab.
Prostitution ist auch ein Vertrag zwischen 2 Erwachsenen, und in der Regel nicht rechtswidrig. Trotzdem ist es menschenunwürdig,
Genauso ist es mit der Leihmutterschaft , die ist menschenunwürdig sowohl gegenüber der Frau als auch gegenüber dem Kind. Das Kind wird zur Ware, dass man sich bestellt.
Und bei Qualitätsmängel, gibt es dann Rückgabereecht:
hier ein Beispiel.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/australisches-paar-laesst-behindertes-baby-bei-leihmutter-zurueck-13078199.html

Asenpriester
26. Juni 2015 01:06

Unsere Tochter geht in Grimma zur Schule. Vor kurzem, zu einem Projektzag, erschien unangemeldet eine Schwulengruppe aus Leipzig, "Rosalinde" zum Unterricht. Die Lehrerin mußte raus gehen, um ihre Perversitäten in allen Einzelheiten den Kindern zu erklären. So wird z.B, die Homo-Ehe über der der Hetero gestellt. Unsere Tochter kam deshalb ganz verstört nach Hause. Das soll erst der Anfang sein, der ganze Unterrichtsstoff soll nach Gender umgestellt werden.
Die gesamte Gender-Diskusion wird in der Öffentlichkeit auch verniedlicht dargestellt. So ist auch der Papst inzwischen voll auf Homo-Ehe umgeschwenkt. Es ist die Synagoge Satans, die auf dem Heiligen Stuhl thront.
Katholisches.info macht z.Z. die beste Aufklärungsarbeit gegen Gender :

Asenpriester
26. Juni 2015 11:43

Verzeiht die vielen Fehler. Die 2 Links sind nicht mit übernommen wurden:

https://www.katholisches.info/2015/05/04/papst-stiftung-wirbt-mit-franziskus-unter-kindern-fuer-gender-ideologie/

https://www.katholisches.info/2015/05/04/papst-stiftung-wirbt-mit-franziskus-unter-kindern-fuer-gender-ideologie/

Asenpriester
26. Juni 2015 11:46

https://www.katholisches.info/2013/07/01/warum-finanzieren-goldman-sachs-und-andere-grosunternehmen-die-homo-lobby-worum-es-wirklich-geht/

Ulex
27. Juni 2015 22:29

Hmm, als Leipziger mit ner Tochter die bald in die Grundschule kommt beschäftigt uns das gender Thema natürlich auch.

Aber irgendwer muss die Rosalindes doch gerufen haben, denn noch kommen die nur auf Anforderung. Was sagt den die Lehrerin bzw Schule dazu?

https://www.rosalinde-leipzig.de/index.php?id=14

Asenpriester
29. Juni 2015 12:51

@Ulex,
Es ist so, daß die Lehrer nichts dagegen äußern dürfen.
Heute, z.B. findet eine LEGIDA-regional-Kundgebung in Borna statt. Wie ich informiert bin, soll sich dort (unter LEGIDA-Borna) eine Arbeitsgruppe gegen den gender-Wahnsinn bilden.

Johannes R. von Bieberstein
10. Juli 2015 09:51

Bei der "Ehe für alle" handelt es sich um eine antibürgerliche und antichristliche Kulturrevolution. Diese besteht aus einer Fusion des weiblich gewendeten Marxismus mit der sexuellen Revolution des sexualkommunistischen Prpheten des Orgasmus Wilhelm Reich, also aus einer Mischung von Marx und Freud.
Sie machte aus dem Klassenkampf den "Geschlechter(klassen)kampf", der die bürgerliche Gesellschaft aushebeln soll. Für Leute, die neuerdings sogar in der EKD das "ficken wie man will und wann man will" predigen, ist es natürlich völlig egal, ob ein Pärchen aus Mann und Frau, oder zwei Frauen oder Männern oder sogar aus einem gleichgeschlechtlichen "Rudel" mit anonymen "Gruppenfick" besteht.
All dies kann man mit nahezu umwerfenden Zitaten aus Originalquellen nachlesen in meiner Schrift
"SCHWULENKULT UND FEMINISTISCHER GESCHLECHTERKAMPF" . Graz: Ares 2015, 144 S.,14,95 €)
Bei allem dem, versteht sich, ist die bekennende Lesbe die edlere, nämlich die "Frauen-Frau", weil sie sich nicht von einem Phallokraten-Mann als "Feind Nr. 1" (Alice Schwarzer) wie eine kolonialisierte "Negerin" unterdrücken/"bumsewn" läßt.

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