Sezession
29. Juni 2015

Identitäres Besetzungstriplett – #deraustausch in der BRD

Nils Wegner / 39 Kommentare

Der Große AustauschWährend am vergangenen Freitag der islamistische Terror volle vier Anschläge in Frankreich, Tunesien, Kuwait und Somalia gezeitigt hat, haben Aktivisten der Identitären Bewegung Deutschland am Wochenende einen – unfreiwillig passenden – Dreifachschlag im Rahmen der Kampagne gegen den "großen Austausch" durchgeführt.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Dabei wurden, ganz im Stil vorangegangener "Raumergreifungen" wie in Poitiers oder Wien, durch Besetzungen öffentlicher Gebäude die notwendigen Reibungen mit dem braven Staatsbürgerverhalten geschaffen, ohne die sich dieser Tage kein öffentlicher Resonanzboden mehr gewinnen läßt. Bislang berichteten immerhin blu-NEWS, Berliner Morgenpost und das Handelsblatt.

1367825DoppelbildButter bei die Fische in Hamburg (Bild: IBD)

Bereits am Samstagabend wurde das Rathaus der kreisfreien Stadt Hof in Oberfranken besetzt; am Folgetag traf es zeitgleich das Kurt-Schumacher-Haus in Hamburg sowie das Willy-Brandt-Haus in Berlin. Mit den letzteren beiden Gebäuden wurden gezielt Zentralen der SPD okkupiert – die IBD zielt damit auf eine maßgebliche Lobbyorganisation des "großen Austauschs", die ihre sozialdemokratischen Tage längst hinter sich gelassen hat und insbesondere unter ihrer aktuellen Generalsekretärin Fahimi offen eine kulturelle und ethnische Erosion der Bundesrepublik und des deutschen Volks betreibt.

11700584_650017318468165_3137112374463378943_oKurz vor knapp in Hof (Bild: IB Franken)

Nicht allein das stark vermehrte öffentliche Handeln der IBD ist begrüßenswert, sondern vor allem auch der direkte Angriff auf die Profiteure und Promotoren des "Austauschs". Jenseits des drolligen »Zertanz die Toleranz!« vergangener Jahre wird der politische Kampf so zu denen getragen, die ihm ansonsten nur amüsiert aus der Ferne zusehen. In der in Hamburg verlesenen Erklärung heißt es dazu:

Von der deutschen Arbeiterpartei und einer Kraft für die sozialen und politischen Belange des kleinen Mannes ist sie [die SPD] zu einem Sammelbecken aus Sozialdemonteuren, Islamophilen und Multikultis verkommen. Längst haben islamische Verbände und die Migrationslobby starken Einfluß auf ihr Programm und muslimische Migranten nehmen immer mehr Schlüsselpositionen innerhalb der Partei ein. Man ist sich darüber im Klaren, daß man nicht mehr die deutsche Mehrheitsgesellschaft repräsentieren kann und dies auch gar nicht mehr will. Man weiß bei der SPD, daß der Rückhalt im Volk schwindet, und will sich daher ein neues schaffen. Dieses Ziel wird immer offensichtlicher und man forciert es ohne Rücksicht auf Verluste. Man tauscht es einfach aus, man tausch UNS einfach aus.

Es bleibt nun abzuwarten, ob trotz erwartbarer polizeilicher Konsequenzen hier ein Schwungrad in Bewegung gekommen ist. Der Sommer ist noch lang genug, und hinreichend Kreativität scheint auch vorhanden zu sein – nur voran!


Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.


Kommentare (39)

t.gygax
29. Juni 2015 20:07

Gute Aktion. Weiter so!

RL
29. Juni 2015 20:36

Die SPD war schon immer eine antideutsche Partei. Der größte Fehler unseres letzten Kaisers war meiner Meinung nach, daß er die bismarckschen Sozialistengesetze nicht verlängert hat.
Aber es rührt sich was.
Am 12. September ist der Tag der Patrioten in Hamburg und danach Köln 2.0 angemeldet von Dominik Roeseler.
Europa! Jugend! Reconquista!

Kontrakultur
29. Juni 2015 20:46

Die mediale Resonanz ist inzwischen deutlich höher, als die 3 im Artikel angegebenen Presseorgane.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-zentralen-in-berlin-und-hamburg-rechte-besetzen-balkon-a-1041130.html

https://www.n-tv.de/politik/Rechtspopulisten-besetzen-SPD-Zentralen-article15401536.html

https://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-und-hamburg-rechtsextreme-besetzen-spd-zentralen-6323884.html

https://www.taz.de/Neurechte-besetzen-SPD-Zentralen/!5207734/

https://www.t-online.de/regionales/id_74529722/-identitaere-bewegung-rechte-besetzen-balkon-der-spd.html

Nur noch eine kleine, erweiterte Auswahl.

Christian
29. Juni 2015 20:47

Mittlerweile haben nahezu alle großen Medien berichtet:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/spd-zentralen-in-berlin-und-hamburg-rechte-besetzen-balkon-a-1041130.html
https://www.focus.de/regional/berlin/kriminalitaet-balkon-der-spd-zentrale-kurz-besetzt_id_4781954.html
https://www.focus.de/regional/berlin/kriminalitaet-balkon-der-spd-zentrale-kurz-besetzt_id_4781954.html

Besonders amüsant: Fahimi selbst hat sich bereits zu der Aktion geäußert:
„Es ist einfach erbärmlich, wie hier einige versuchen, Stimmung zu machen gegen die Ärmsten der Armen – gegen Flüchtlinge. Die SPD steht fest an der Seite der Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen vor Krieg, vor Gewalt, vor Hunger. Ihnen gilt unsere volle Solidarität und Unterstützung“
(https://www.fr-online.de/politik/-identitaere-bewegung--spd-verurteilt-rechte-besetzungsaktion,1472596,31068832.html)

Falkenstein
29. Juni 2015 21:45

Ich freue mich das die Identitäre Bewegung Schlag auf Schlag zu setzen im Stande ist.
Vorgestern Wien, gestern Leipzig, heute Willy Brandt Haus....
Es geht doch, also, Bürgerbewegungen - neue Besen kehren gut!
Man kann Bachmann in Dresden lauschen oder man kann effizient handeln.
Bürger macht mit! Auf Eure Weise!

Unke
29. Juni 2015 22:00

Spiegel online hat auch "berichtet", dort werden aus "Rechten" (Berliner Morgenpost, auf die sich SpON bezieht; erstaunlicherweise auch die dpa) "Rechtsextreme". (Der Berliner Kurier macht daraus wiederum "Nazis". Na so eine Überraschung.)

Reichsvogt
29. Juni 2015 22:00

Was ist die IB denn nun? Rechtsextrem, rechtspopulistisch, neurechts oder einfach rechts? Je nach Blatt ein anderer Begriff. Stern und Spiegel hauen natürlich mit "rechtsextrem" voll auf die Pauke...

Kiki
29. Juni 2015 22:06

Spezialdemokraten sind seit von Beginn an und überall immer die fünfte Kolonne gewisser äußerst vermögender Finanzkreise gewesen, um überlieferte Staatsformen, Sitten und Völkerschaften des Alten Europas zu pulverisieren - bis heute sind sie das zu einer Politpartei geformte höchst wirkungsvolle Werkzeug der radikalen Zerstörung in der unsichtbaren Hand der Finanzherren (kann man schön in Kerry Boltons "Revolution from Above" nachlesen).

Monalisa
29. Juni 2015 22:21

Bravo. Mehr davon.

Allerdings sitzen die schlimmsten Antideutschen bei der CDU und regieren tut Merkel, nicht Siggi.

Yvonne
29. Juni 2015 22:27

Super, jetzt geht's mal los :), richtig gute Presse. Hatte mich schon heute Mittag beim News-Lesen darüber gefreut.

Unke
29. Juni 2015 22:55

Noch was zur Es-Pee-Dee: für eine 20%- Partei und outgesourcten Arbeitern eine erstaunlich einflussreiche Partei...
Traditionell ist die Stütze der SPD jenseits des Atlantiks zu finden. Dort sitzen die Freunde und Förderer.

Daniel
29. Juni 2015 23:00

Ich bin gespannt, wie sich der Aktionsradius der Identitären in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. Die Zahl der Reaktionen bei Facebook lässt hoffen, dass hier endlich ein Weg gefunden wurde, mit rechten Positionen eine Resonanz zu entwickeln, die weit über den Kreis der üblichen Verdächtigen hinaus reicht, z.B. in das Spektrum der PEGIDA-Spaziergänger hinein. Mir selbst sind zahlreiche Studenten außerhalb des burschenschaftlichen Milieus bekannt, die (die konservativen Landesverbände der) AfD wählen und mit den Identitären sympathisieren, aus beruflichen Gründen aber vor eigenem Aktivismus und öffentlichen politischen Bekenntnissen zurückschrecken (was angesichts zahlreicher stigmatisierender linksextremer "Watchblogs" und des mangelnden Rückgrats vieler Arbeitgeber nachvollziehbar ist). Meine Hochachtung gilt daher all denen, die ihre Karriere auf's Spiel setzen, um für die Zukunft unseres Volkes zu kämpfen.

Der große Vorteil der Identitären ist ihre vergleichsweise starke Verankerung an den Universitäten. Während die Forderungen von PEGIDA und anderen Bewegungen des rechten Spektrums schon allein wegen des mangelnden Artikulationsvermögens und des geringen Bildungsgrades vieler ihrer Angehörigen locker von den Multikultis abgeschmettert werden konnten, sind die Identitären durch die Kenntnis der linken wie rechten Schlüsselwerke und der profunden Auseinandersetzung mit linken Argumentationsstränge (sowie ihrer Dekonstruktion) sehr wohl in der Lage, Antideutsche und Linksextremisten verbal zu stellen, ohne sich mit unseligen Verschwörungstheorien oder wirren Forderungen zum Gespött zu machen. Es besteht aber ein Risikofaktor: Eine zu massive Verstrickung der IBD mit Kräften von JN, FN oder NPD würde todsicher eine umgehende Delegitimation aller öffentlichen Forderungen und Aktionen bewirken - und potentielle Neuzugänge abschrecken. Es braucht also unverbrauchtes Personal, hier sehe ich vor allem die DB-Burschenschaften sowie die konservativen Flügel von JU und AfD in der Verantwortung.

Wie wäre es mit Sit-Ins bei Veranstaltungen der Linken, die in fast allen Universitäten regelmäßig unter dem Deckmantel der "politischen Bildung" abgehalten und aus studentischen Geldern finanziert werden. Zu gerne würde ich die Gesichter der Refugees-Welcome-Weiber und antideutschen Wohlstandskinder sehen, wenn ihre eigenen Vorträge mal mit Trillerpfeifen verhindert werden, so wie das an meiner Universität zuletzt bei einer Podiumsdiskussion mit AfD-Redner der Fall war.

Legionär
29. Juni 2015 23:44

Gewitzte, kreative und zugleich sinnvolle Aktionen ! Die Identitären weisen noch eindeutiger als Pegida auf unser größtes Problem, nämlich die Masseneinwanderung hin. Sie stoßen den Durchschnittsbürger hierzulande auf die letztlich unausweichliche Konsequenz dieser Masseneinwanderung: Dass die Urbevölkerung (also die deutschstämmigen Deutschen) hierzulande mittelfristig zu einer Minderheit im ganzen Land wird.
Ich erwäge nun ernsthaft dieser Gruppe beitzutreten, zumindest werde ich etwas spenden. Kann nur jedem national Gesinnten raten, dies ebenso zu tun.

Revolte
29. Juni 2015 23:48

"Die SPD steht fest an der Seite der Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen vor Krieg, vor Gewalt, vor Hunger. Ihnen gilt unsere volle Solidarität und Unterstützung“

Klar, die SPD ist immer solidarisch mit allen Völkern der Welt, nur nicht mit den Deutschen, die von diesen Asylantenmassen überrannt werden und für die Umvolkung noch bezahlen dürfen.

Rainer
30. Juni 2015 06:48

Ich finde diese Aktionen der Identitären sehr gut und werde sie finanziell unterstützen. Das Thema "der große Austausch" ist sehr gut gewählt und bringt das Problem mit drei Worten auf den Punkt.

Die Umvolkungspropaganda scheint sich inzwischen wegen des Mangels an rationalen Argumenten völlig auf moralische Erpressung verlagert zu haben. Wer keinen unbegrenzten Zuzug von sogenannten "Flüchtlingen" will, hat demnach kein Mitleid mit diesen "Flüchtlingen" und kann nach dieser Diktion also nur ein herzloser, kalter Mensch sein. Es wäre ein Fehler, auf diese Vorwürfe einzugehen und zu versuchen, irgendwie zu beweisen, dass man doch ein "guter Mensch" ist. Es wird notwendig sein, an einer Umkehr dieses Schemas zu arbeiten und die Umvolker als böse und herzlose Extremisten darzustellen. Wenn diese ihren Kampf auf die moralische Ebene verlagern, muss man ihnen auch dort entgegentreten.

Hans
30. Juni 2015 07:21

Sehr gute Aktion!

Auch Springers Postille "Die Welt" hat berichtet:

Rechtspopulisten besetzen Balkon der SPD-Zentrale
https://www.welt.de/regionales/berlin/article143224384/Rechtspopulisten-besetzen-Balkon-der-SPD-Zentrale.html

Weserlotse
30. Juni 2015 08:54

Mir gefällt an der Aktion, daß hier eine klare und zutreffende Feindbestimmung vorgenommen wird. Denn nicht die einzelnen Einwanderer sind die Feinde, sondern diejenigen unserer Polit- und Funktionseliten, die offen gegen die Interessen ihres Volkes handeln. Daher ist es folgerichtig, nicht vor einem Asylantenheim zu demonstrieren, sondern an Orten wie den Parteizentralen.

Weserlotse
30. Juni 2015 09:15

"Die Umvolkungspropaganda scheint sich inzwischen wegen des Mangels an rationalen Argumenten völlig auf moralische Erpressung verlagert zu haben. Wer keinen unbegrenzten Zuzug von sogenannten „Flüchtlingen“ will, hat demnach kein Mitleid mit diesen „Flüchtlingen“ und kann nach dieser Diktion also nur ein herzloser, kalter Mensch sein."

Ja, genauso ist es, bei diesen Leuten wurde realpolitische Vernunft völlig durch moralisierendes Händeringen ersetzt. Eine ähnliche Denkfigur, von der die Diskussion mit Einwanderungsbefürwortern meiner Beobachting nach mittlerweile beherrscht wird, ist, die gegnerische Anschauung vollständig auf persönliche Affekte und Ressentiments zurückzuführen. Du hast etwas gegen Einanderung? -- Dann haßt du Ausländer! Du bist gegen die Homo-Ehe? -- Dann hast du etwas gegen Homosexuelle! Und so weiter. Ich bin mir nicht sicher, ob das einfach nur ein rhetorischer Kniff ist, dessen sie sich bedienen, oder ob sie diese Denkfigur selbst so verinnerlicht haben, daß sie sich gar nicht mehr vorstellen können, daß jemand seine Position aus anderen Gründen als aus persönlicher Befindlichkeit vertritt.

Joachim Sondern
30. Juni 2015 10:52

Nicht nur alle gekauften Systemmedien haben inzwischen darüber berichtet, sondern auch freie Medien, welche diese Aktion berechtigterweise positiv benennen.

https://buergerstimme.com/Design2/2015/06/identitaere-bewegung-der-widerstand-in-deutschland-erwacht/

Gustav Grambauer
30. Juni 2015 11:26

Weserlotse

"Du hast etwas gegen Einanderung? – Dann haßt du Ausländer! Du bist gegen die Homo-Ehe? – Dann hast du etwas gegen Homosexuelle!"

"Wir wollen hier so eine schöne Kinderkleckerburg bauen und du gibst uns einfach nicht deine Buddelschaufel. Wir machen hier so ein schönes Team-Projekt und du machst einfach nicht mit. Wir kompensieren hier so schön unsere nicht vorhandene Selbstgewißheit und du hältst uns einfach den Spiegel vor. Wir bauen hier so schön an einer "Neuen Welt" und du findest einfach die alte gut genug."

- G. G.

Carl Sand
30. Juni 2015 13:44

Großartig!

ulex
30. Juni 2015 14:48

Hmm.

Ich hätte in diesem Zusammenhang dann aber doch noch die Frage, inwieweit dort nach "ganz rechtsaußen" eine Grenze gezogen wird.

Natürlich kann man sich gegen das Zuschreiben gewissen Attribute durch die Mainstreammedien kaum wehren.

Fakt ist aber auch, dass es 13 Abendspaziergänge in Leipzig brauchte, bis die örtliche LVZ titelte "offen rechtsEXTREME Positionen auf der Legida-Bühne" - Aufhänger war die Rede eines Identitären.

Und auch der Spaziergang in Borna gestern ist mit ner IB-Fahne illustriert und der Bild-Unterschrift "Legida-Anhänger in Borna - deutlich zu sehen ist die Flagge der rechstextremen Bewegung "Die Identitären".

(Zudem wird sich beim den NoLegisten an der angeblichen NPD-Vergangenheit des IB-Redner aufgehangen - Fakt ist aber nach meiner Kenntnis durchaus, dass ein Frollein Dittmer im Januar in Dresden zusammen mit den IBs bei Pegida spazieren war)

Wie gesagt - natürlich kann man sich gegen solche Zuschreibungen nicht immer wehren, aber Kubitschek hat sich ja nicht umsonst massiv dafür engagiert, dass Legida nicht abdriftet sondern im bürgerlichen Spektrum verhaftet bleibt - und da finde ich es schon bemerkenswert und bedauernswert, dass Kubis anderes "Steckenpferd" IB (wenn ich dies nun mal so salopp formulieren darf) nun ausgerechnet in Leipzig einen gegenteiligen öffentlichen Effekt hat.

Insofern wäre sicherlich nicht nur meine Frage inwieweit man denn die Trenn-Linie zum "Narrensaum" im Griff hat?

Zumindest die Aktionsformen überschneiden sich ja durchaus - und natürlich auch zwangsläufig - mit denen der alten JN der 70er und 80er Jahre oder dem was "freie Kameradschaften" so alles veranstaltet haben.

Carsten
30. Juni 2015 16:32

an Ulex:

Hat diese Distanzierung noch Sinn? In den 80ern waren Sie ein Nazi, wenn Sie hinter Michael Kühnen herliefen. Heute sind Sie ein Nazi, wenn Sie sagen, dass Deutschland die Heimat der Deutschen ist oder darauf hinweisen, dass Schwarze schwarz sind. Morgen sind Sie ein Nazi, wenn Sie weiß und heterosexuell sind. Mir ist es egal, wer meine Heimat rettet, ob es die Hells Angels sind, die Rote Armee oder Männchen vom Mars - oder »Nazis«. Es ist die letzte argumentative Waffe, die den Antideutschen noch zur Verfügung steht, sie werden sie bis zuletzt benutzen, je exzessiver, desto weniger ihre Utopie mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

Fabrice
30. Juni 2015 20:29

Auch an Ulex:

Einfach mal auf den Seiten der Identitäre vorbeischauen. Da wird schnell deutlich, dass man ein ganz anderes Selbstverständnis pflegt als bei denen von Rechtsaußen. Die Identitären sind auch schon oft genug darauf eingegangen, und zwar nicht bloß durch Distanzierungen. Man hat vor Kurzem erst klargestellt, dass Frau Dittmer nur Etikettenschwindel betreibt und dass sie die Identitäre Bewegung nichts mit ihr nichts zu tun haben will. Sie gibt sich gegen den Willen der Identitären Bewegung als Identitäre aus.

michael nachbar
30. Juni 2015 20:32

1. Wann gibt es eine europaweite ID-Aktion? (man sollte das Kürzel "ID" nehmen, denn jeder verbindet das mit "Identität").
Das Emblem muss in die Medien.

2. Wir alle müssen viel aktiver werden!!!
Jetzt ist die Zeit. Unruhe erfasst den Kontinent, auch unser liebes altes Restdeutschland.
Unsere Landsleute murren, fragen, suchen nach Orientierung. Wer geht zu ihnen, zeigt ihnen das Wichtige? Sollen sie alle erst mühsam und in Jahren entdecken und verstehen, was wir schon erkannt haben? Diese Zeit bleibt nicht.
Jeden zweiten Tag tritt das große Thema an uns heran. Wir alle haben die Pflicht und die Ehre, für die ganze Nation und für uns selbst einzutreten. Vergessen wir nie, dass wir Teil einer großen Bewegung sind. Selbst haben wir unsere Eigenart wieder entdeckt und wieder lieben gelernt, nun ist unsere Aufgabe zur verwirrten, orientierungslosen Menge zu treten und die Augen zu öffnen. Sprechen wir so, dass die gegnerische Front aufgeweicht und gespalten wird - anstatt uns nacheinander vereinzeln und verteufeln zu lassen.

Wer noch immer seine patriotischen Zeitungen ins Altpapier wirft, statt sie an Unbekannte weiterzugeben, ist ein erbärmlicher Feigling. Schande über ihn und der Wurm des schlechten Gewissens soll in ihm nagen in der Nacht! Nicht zu den Bekehrten sollen wir predigen, sondern zu den Suchenden, den Aufgewühlten und Ratlosen. Die sind es, die zur Mehrheit fehlen.
Jeder kann etwas verteilen. Wir müssen in die Fläche gehen.
Gehen wir zu ihnen wie zu unwissenden Kindern, denn das sind sie. Und öffnen ihnen den Weg aus der zumeist nicht selbst verschuldeten, sondern übergestülpten Unmündigkeit. Persönlich freundlich, in der Sache aber konsequent. Wer wollte da in der Verblendung verharren?

Hans
30. Juni 2015 21:06

Moin Carsten!

Vielen Dank für Deine klaren Worte.

Bei der anderen Feldpostennummer wird sich auch nicht distanziert, da steht der bürgerliche Linke neben dem steinewerfenden Autonomen, da bilden SPD und SED (Die Linke) sogar eine gemeinsame Regierung.

Die Frage ist doch, ob wir es uns überhaupt noch leisten können radikalere Rechte auszugrenzen. Unser Volk stirbt, es gibt freilich wichtigere und notwendigere Dinge, als darüber zu diskutieren wie national Mitstreiter sein dürfen oder welcher Organisation sie angehören. Die Uhr schlägt bald 12:00 h, dann gibt es unser Volk nicht mehr. Jeder Protest, jede Aktion die sich gegen den Volkstod (Austausch) richtet ist zu begrüßen.

Hans

Bethmann
1. Juli 2015 10:16

In Anbetracht dieser Aktion ist mir die mediale Verwurstung der Freital-Proteste wieder in den Sinn gekommen. Wie viel weniger 'Care-Paket-Aktionen', wie viel weniger Profilierung auf Facebook hätten den Umvolkern inszenativ zur Verfügung gestanden, hätten die Proteste nicht vor dem Asylantenheim, sondern vor einer Parteizetrale oder einem Rathaus stattgefunden?

Teja
1. Juli 2015 11:06

@ Bethmann

Ich kann mir auch nicht erklären, was sich die Organisatoren der Freitaler Proteste von ihrer Aktion erhoffen. Ist doch klar, dass man am Ende dasteht als fremdenfeindlicher Mob, der harmlose Asylbewerber einschüchtert. Und wenn das Asylantenheim dann in die Nachbargemeinde verlegt wurde, ist die Welt wieder in Ordnung.

Rüdiger Braun
1. Juli 2015 11:40

Alles bleibt graue Theorie solange man wie ein Karnickel verschreckt in den Bau zurück hoppelt wenn irgendwo Nazi gerufen wird. Und das ist doch was passiert... Das hat sich schon so verselbständigt das die rotzgrünen Faschisten sich überhaupt nicht mehr anstrengen müssen. Und seit Honeckers Rache, die Raute des Schreckens die angeblich "C-Konservativen" auch in den Club der Neofaschisten gedrängt hat, ist es doch eh' wurscht... Man könnte also ohne Rücksichtnahme auf eventuelle politische Partner agieren, den die gibt es sowieso nicht mehr. Bisher war die IB sehr ruhig, vielleicht weil sie gedacht hat einen politischen Partner zu finden. Maximal breite Brust, liebe Leute, ist Gebot der Stunde.

Thomas Wawerka
1. Juli 2015 14:18

ulex: Fakt ist aber auch, dass es 13 Abendspaziergänge in Leipzig brauchte, bis die örtliche LVZ titelte „offen rechtsEXTREME Positionen auf der Legida-Bühne“ – Aufhänger war die Rede eines Identitären.

Eben jener Redner war es, der offen erklärte: "Die Ausländer sind nicht unsere Feinde." Aber das hat die LVZ nicht gehört - oder nicht hören wollen. Eben jener Redner war es, der es zur Bedingung seines Auftritts und seiner Rede machte, dass Legida keine rassistischen Positionen vertrete. Aber das interessiert ja die LVZ nicht. Denn wie bei allen anderen Mainstreammedien weiß man da schon von vornherein mit sicherem Instinkt, wer ein "Rechtspopulist", ein "Rechtsextremer", ein "Nazi", ein "Rassist" ist - das sind doch alles austauschbare Floskeln -, nämlich all jene, die nicht der linksliberalen Staatsräson folgen.
Hätten die Medien für den Gebrauch einer solchen Floskel jedesmal 50 Cent ins Phrasenschwein zahlen müssen, könnte man mit dem Geld jetzt Griechenland retten.
Man muss es halten wie Onkel Akif, der da sprach: "Es ist mir egal, ob ich ein Nazi oder eine Klobürste genannt werde."
Natürlich gibts auch immer einen "Narrensaum", aber wozu sich davon abgrenzen? Abgrenzung ergibt doch nur Sinn, wenn einem irgend etwas zu nahe rückt - nicht, wenn irgend jemand Abgrenzung fordert.

derherold
1. Juli 2015 18:26

@wawerka, welche persönlichen Erfahrungen machen Sie hinsichtlich der Einstellung der Bürger in und um Leipzig zum Thema Masseneinwanderung ?

Ich habe ab Mitte der 90er zehn Jahre lang in Ostdeutschland gelebt, davon fünf Jahre in Leipzig. Meine damalige Erfahrung war, daß Leute ohne Hochschulabschluß eher skeptisch bis ablehnend gegenüber Einwanderung reagierten ... und das unabhängig von Religion oder Nationalität: "Kroaten" oder Griechen wurden zuweilen kritischer beäugt als der eine oder andere türkische "Gemüsehändler".

Beim "Mittelbau" sah ich eine Abhängigkeit von der jeweiligen Lebenssituation. Je besser es der eigenen Familie ging, desto "idealistischer" trat man auf.

Der - durchaus mal positiv beschrieben - "Gutmensch" ist mir eher selten begegnet. Die aktiven Mitglieder der EKD, insbesondere aus den Kirchenkreisen der 80er, haben jahrelang an der Personalie Stolpe zu beißen gehabt.

Daniel
2. Juli 2015 00:43

Wer eine Abgrenzung von neonazistischen Positionen für unnötig hält, berücksichtigt leider zwei Faktoren nicht.

Erstens: Wenn die IB sich nicht klar und unmissverständlich von Neonazis distanziert und deutlich macht, dass sie andere Ziele anstrebt als einen Führerstaat, der den Deutschen anhand der Rasse und nicht etwa der kulturellen Zugehörigkeit definiert, dann wird sie mit ihren Forderungen allein auf der Straße stehen wie die Missionare der Zeugen Jehovas. Distanzierung bedeutet nicht, dass alle Personen mit NPD/FN-Vergangenheit ausgeschlossen werden müssen. Leitende Positionen sollten aber stets unbelasteten Personen überlassen sein, zugleich sollte nicht mehr als ein Bruchteil der Aktivisten über eine entsprechende Vergangenheit verfügen. Alles andere ist nicht glaubwürdig und würde umgehend zu einer Hetzkampagne führen, die das politische Aus der IB zur Folge hätte.

Akif Pirinçci mag ja Bestsellerautor sein, er wird aber nur von Menschen gelesen, die - sagen wir es mal so - über ein eher schlichtes Gemüt verfügen. Der Schlüssel für den Erfolg einer breiten politischen Bewegung liegt aber im akademischen Spektrum. Und damit komme ich zum zweiten Punkt.

Zweitens: Die Linke ist deshalb so erfolgreich, weil sie aus den Universitäten hervorgegangen ist, von dort aus breit gefächerte, offene Diskurse geführt und Eliten hervorgebracht hat. Ihre Kader haben seit 1968 alle Ebenen von Staat und Gesellschaft durchdrungen, aufgrund einer vergleichbaren Sozialisation verstehen sich Redakteure, Parteigänger, NGO-Mitarbeiter und Künstler ohne direkte Absprache auf bestimmte Signale. Die Linke als politische Bewegung ist heute mitnichten oppositionell oder gar subversiv, sondern staatstragend. Eine intellektuelle Rechte ist bei den allermeisten Deutschen gar nicht denkbar, der Begriff des Rechten ist fest mit einigen idealtypischen Holzschnitten wie dem Bomberjackenträger oder freien Nationalisten verknüpft, in keinem Fall aber mit Intellekt und seriösem Auftreten. Das IfS bzw. die Sezession sind Leuchtturmprojekte in einer ansonsten, nunja, überschaubaren rechtsintellektuellen Szene. Auf linker Seite findet man Verlage, Denkfabriken und kompetent aufgezogene Blogs in Hülle und Fülle, während rechte Organe wie PI-News oder die PEGIDA-Seite höchst dilettantisch daherkommen.

Worauf ich hinaus will: Wir sehen uns kurz-, mittel- und langfristig einer Informationsübermacht von links gegenüber, die in der Lage ist, sowohl einzelne Akteure wie politische Gruppen umgehend zu diskreditieren, sobald sie dazu Anlass geben. Anlass ist aus linker Sicht dort gegeben, wo die von rechter Seite direkt oder indirekt (z.B. durch das eingebundene Personal) verkündeten Botschaften im Widerspruch zu anknüpfungsfähigen Positionen in der Gesellschaft stehen. Während die Forderung nach geschlossenen Grenzen oder starker Verringerung der Migration in relevanten Teilen der Gesellschaft auf offene Ohren stößt, führt jeder NS-Bezug umgehend dazu, dass nur die einschlägigen Gestalten übrig bleiben und jede Mobilisierungsfähigkeit dahin ist. Vor allem wird es der politischen Rechten so niemals gelingen, im akademischen Umfeld auf breiter Front in Erscheinung zu treten. Da wir auf die mediale und politische Übermacht der Linken keinen Einfluss haben, sollte jeder Rechte diesen äußeren Faktoren nüchtern ins Gesicht blicken und sie bei der politischen Arbeit berücksichtigen.

Die IB ist deshalb so wichtig, weil sie die klaffende Lücke zwischen PEGIDA als Bürgerbewegung und der AfD als Partei schließt, indem sie eine vornehmlich akademische Organisation ist, die mit klugen Beiträgen und Aktionen sowie einem professionellen Erscheinungsbild auftritt und deren Protagonisten nicht den Eindruck erwecken, es handele sich um gescheiterte Existenzen, die ihren Frust an den "armen Flüchtlingen" auslassen. Sie ist die einzige rechte Organisation, der ich es zutrauen würde, an den Universitäten Fuß zu fassen. Die Werbeindustrie hat seit geraumer Zeit erkannt, dass sich Trends am besten über Studenten setzen lassen, von wo aus sie sich dann in weitere Teile der Gesellschaft ausbreiten. Viele Studenten sind im Prinzip unpolitisch, sie fühlen sich nur deshalb der Linken zugehörig, weil sie es im Gegensatz zur Rechten geschafft hat, ein attraktives subkulturelles Milieu mit zahlreichen Erscheinungsformen um die eigentliche politische Agitation aufzubauen (Hausbesetzungen, autonome Gruppen, Rechtshilfeorganisationen, kulturelle Einrichtungen usw.). Das Ziel, ein analoges Milieu mit jugendlichem Chic im rechten Spektrum aufzubauen, wäre in dem Moment zum Scheitern verurteilt, in dem Hitleristen und Rassisten in der IB mitmischen. Die Akademiker, die für eine solche Organisation zu haben wären, dürften schon längst bei der NPD und anderswo sein - darüber hinaus ließe sich keine Reichweite entwickeln.

Kontrakultur
2. Juli 2015 01:03

Die NS- Distanz der IB ist doch inzwischen ein alter Hut, über den sich eig. keine Grundsatzdiskussionen lohnen. Wer die Anfangsphase der IB beobachtet hat, wird genau wissen, dass man sich mehr als deutlich als eigenständiger patriotischer Akteur, außerhalb der altrechten Szene positioniert hat.

Selbst die Protagonisten die aus diesem altrechten Lager kommen, haben genau die theoretische Unterfütterung geliefert, warum eine Ablehnung eben auch nicht nur aus strategischen Erwägungen erfolgt, sondern das inhaltliche Selbstverständnis prägt, welches durch die grundsätzliche Universalismuskritik ausgefüllt wird.

https://www.identitaere-generation.info/gestaendnis-einer-maske-teil-1-i/

https://www.identitaere-generation.info/reflexionen-ueber-die-alte-rechte/

https://identitas-gemeinschaft.info/?p=1346

https://deutsch.sonnenritter.net/?p=1266

Hartwig
2. Juli 2015 09:51

@ Daniel

Sie schreiben: "Das Ziel, ein analoges Milieu mit jugendlichem Chic im rechten Spektrum aufzubauen, wäre in dem Moment zum Scheitern verurteilt, in dem Hitleristen und Rassisten in der IB mitmischen."

Was ist ein Hitlerist? Und woran erkennt man einen Rassisten?
Bernd Lucke ist ein Rassist. Jedenfalls wurde er vor ein paar Wochen in einem ICE als Nazi und Rassist beschimpft und attackiert.

Wenn irgendetwas unattraktiv ist, dann mit Sicherheit Lavieren und Distanzieren. Es ist immer defensiv.
Wo wollen Sie die Grenze ziehen? Beim Faschismus? Wobei man doch weiss, dass der einhergehende Stil in hohem Maße attraktiv ist.
Ein schwer gescheitelter junger Mann im weissen Hemd mit schwarzer Hose und schwarzem Schuhwerk wird perse nicht als rechter Hooligan erkannt. Aber er würde an Ausstrahlung einbüßen, wenn er sich auf Rückzugsdebatten über "Hools" und natürlich "Nazis" einließe.
Vor kurzem fragte mich ein Dussel, ob ich denn tatsächlich mit LEGIDA sympathisiere. "Ach, LEGIDA" meinte ich, "Meine Vorstellungen gehen weit über LEGIDA hinaus".

Antala
2. Juli 2015 10:29

Wir müssen immer die Debatte im geostrategischen Hinblick auf die Leitkultur führen. Die Leitkultur als herrschende Macht sind zur Zeit noch die USA. Die akademische Linke existiert nicht mehr wie in den 80er oder frühen 90ern. Was wir haben sind linke Restbestände einer Konstellation aus der bipolaren Welt. Egon Bahr, der bekennende Deutschnationalist der SPD, hat neulich die Situation glasklar analysiert.
https://www.deutsch-russisches-forum.de/fileadmin/image_archive/MV_und_Haas_Preisverleihung/Rede_Verantwortungspartnerschaft_mit_Moskau_und_Washington_freigegeben.pdf

Die Konservativen haben sich in der bipolaren Welt an den Westen gehalten. Das war eine kluge Strategie. Die Frage ist woran wir uns heute halten sollen und wogegen wir Stellung beziehen sollten. Gewiss geben philosophische Debatten aus dem 19. Jahrhundert nicht die Frontstellung vor.

Die anti-identitäre Politik ist nichts anderes als die Ratlosigkeit der Linken, mit der sie einen unbeabsichtigten Betrag zum Globalisierungsprojekt leistet. In gleichem Maße leistet die Polarisierung gegen den Islam von rechts Vorschub für die Interessen des State Departments, das eine islamkritische Rechte in Europa nach 9/11 aufbaute. In der Tat ist doch der Islam, dessen Ansichten man nicht goutieren muss, der einzige Dorn im Globalisierungsprojekt, der da zweifelhafte Erfolge feiert, wo die Linke nicht mehr liefern kann.

Der Linken fehlt ebenso wie der Rechten die Orientierung. Die blinde Begeisterung der Linken für Protestbewegungen und Mangel an Strategie verhindert jeden Einfluss. Die Linke des 19. Jahrhunderts hatte Strategie, die Konservativen keine. Wir können das umdrehen.

Wichtig ist die Konzentration auf Macht. Nicht auf rituelle Feindschaften.

Irrlicht
2. Juli 2015 10:59

@Daniel
Die Elitenbildung in Bezug auf Politik, Medien und Universitäten war wesentlicher Aspekt der Besatzungspolitik seit 1945, in dessen Rahmen die alte Elite vor 1945 ersetzt wude, und zwar weit vor 1968. Die Voraussetzungen für den Erfolg einer "nicht-linken" politischen Gruppierung unterscheiden sich wegen dieser Machtkonstellation wesentlich von denen einer "linken" Bewegung. Bei der IBD sehe ich nicht, inwiefern sie tragender Teil eines "attraktiven subkulturellen Milieus" werden kann, wenn sie als bloße Kopie des französischen Vorbilds daherkommt (zur Selbstdarstellung dient das deutsch untertitelte Video über die "Génération Identitaire"), während sich die deutsche deutlich von der französischen Situation unterscheidet, und sie sich gegenüber allem und jedem, selbst gegenüber der Idee einer deutschen Nation, regelmäßig, unter unreflektierter Verwendung des antifaschistischen Vokabulars und häufig in hysterischem Tonfall abgrenzt, während sie selbst vom Mainstreams als "rassistisch" bewertet wird. Attraktiv wirkt diese rituelle Empörung nicht, und intellektuell ansprechend erst recht nicht. Der IBD samt ihrer einem Hollywood-Kostümfilm entnommenen Bildsprache fehlt es an Authenzität und Eigenständigkeit, sie wirkt wie ein Produkt aus einer Werbeagentur, designed nach französischem Vorbild, ohne wirklichen Bezug zur spezifisch deutschen Lage.

Teja
2. Juli 2015 15:03

@ Irrlicht

Könnten Sie vielleicht den Charakter der französischen bzw. deutschen Situation genauer ausführen?

Bezüglich der "hysterischen Abgrenzung" und des "Hollywood-Stils": Diese (Ihre) Ansicht kann ich nicht nachvollziehen.

Irrlicht
2. Juli 2015 17:49

@Teja
Es gibt hier keine Banlieues als ständige Unruheherde, kein Anschlag auf Charlie Hebdo und andere Terrorakte, die die Vorstufe eines ethnisch aufgeladenen Bürgerkriegs ausmachen, nur eine Lage, die Kositza exemplarisch in ihren "Impressionen aus Offenbach" beschrieb und die sich, solange der deutsche Sozialstaat mit seiner befriedenen Wirkung existiert, nicht ändern wird. Die in dem Film über die "Génération identitaire" ausgedrückten französischen Befindlichkeiten dürften hier kaum auf große Resonanz stoßen.

Bethmann
2. Juli 2015 20:51

@Irrlicht:

Und? Was schlagen Sie vor? So im Sinne einer aktivistischen Praxis?
Die Identitären machen schon vieles richtig: Begriffe und Bilder prägen, am Diskurs andocken, den öffentlichen Raum vereinnahmen, den Feind zur Weißglut treiben. Dass das nicht von heute auf morgen in die Weltrevolution mündet ist klar. Aber etwas besseres fiele mir auch nicht ein.

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