08. Juli 2015

Schreibtisch, Garten, Alltag (XXIII): Abendfriede und AfD

von Götz Kubitschek / 47 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

schleuNach dem Abendbrot der Gang in den Stall. Ein Zigarillo, ein wenig Ausmisten, das Wasser in der Tränke erneuern, die beiden Mutterziegen striegeln, damit die losen Haare später nicht in den Melkeimer fallen. Dann das Schwierigste: die Ziegen so voneinander und von ihren Jungen trennen, daß Friede herrsche, während jeder zu seinem recht kommt. Und doch: Bei aller Ruhe am Melkstand zu viel Gerumpel und Geblöke von draußen.

Am Telefon und im Büro viele Gespräche über die Nachwehen des Parteitags der AfD, der am vergangenen Wochenende in Essen tobte und auf dem ich mich natürlich nicht herumtrieb, noch nicht einmal als Journalist.

Ehrliche Hoffnung: Jetzt könnte Friede einkehren in diese junge, wichtige Partei. Zu groß sind die existentiellen Nöte im Land, zu deutlich sichtbar die Hilflosigkeit der etablierten Politiker, als daß sich eine "Alternative" durch Querelen selbst lähmen, beschädigen und dem Spott preisgeben dürfte.

Es scheint nun seit Essen besser zu stehen als noch vor Monaten, das ist leicht einzusehen. Denn die AfD ist nur dann eine Alternative, wenn sie den Bewegungsspielraum, den ihr der etablierte Politikbetrieb zumißt, nicht akzeptiert, sondern seine Ausweitung hin zu einer Politik FÜR Deutschland fordert und erkämpft. Lucke, Henkel und Konsorten hatten diesen Gründungsimpuls zweifelsohne verraten und haben nun die Quittung dafür bekommen.

In den Fragen Einwanderung und Entgrenzung (v.a. TTIP), kurz: in der ökonomiefördernden Verdinglichung des Menschen, vertrat die bisherige Führung das Gegenteil dessen, was die Parteibasis mit großer Mehrheit für richtig hält.

Man muß sich in derlei Fragen übrigens abgewöhnen, den Details nachzuspüren. Man kann schlicht grundsätzlich gegen den großen Austausch ganzer Bevölkerungsteile und gegen die ungehemmte Verschiffung von Menschen und Gütern quer über den Planeten argumentieren und in diesem Zuge jedes retardierende Moment stärken: Rasende Veränderung ist begründungsbedürftig wie jedes Experiment am lebenden Objekt, punktum. Dies gilt vor allem dort, wo kurzfristige ökonomische Interessen den Kurs diktieren.

Ruhe im Innern also für diese Partei! Sie soll ohne Querschüsse die unübersichtliche Lage im Land analysieren und die Alternative zur Politik der Hilf- und Ratlosigkeit formulieren und sich gegen die großen Gesellschaftsexperimente wenden können: Das ist größte Herausforderung für Frauke Petry und ihren neuen Vorstand, und wenn sie von außerhalb der Partei nun aufgefordert wird, sie möge einen "Rechtsaußenflügel" innerhalb der AfD in die Schranken weisen, dann steckt in dieser hoffentlich gutgemeinten Warnung leider bereits wieder jene denunziatorische Absicht, mit der in Deutschland seit Jahrzehnten jedes erfolgversprechende Projekt rechts der Mitte bekämpft wird.

Man möchte denjenigen, die Petrys größte Herausforderung im parteiinternen Kampf gegen rechts sehen, gern die Frage stellen, wo genau denn inhaltlich die Gräben verlaufen:



  • Soll der große Austausch unseres Volkes gefördert, hingenommen, moderiert, verzögert oder verhindert werden?

  • Ist die permissive, die durchlässig-duldsame Gesellschaft wünschenswert, ein notwendiges Übel, eine Kopfgeburt, eine Verteidigungsschwäche oder eine perfide Theorie?

  • Und die Auflösung der natürlichen Geschlechterordnung? Begrüßen, akzeptieren, hinnehmen, ablehnen oder bekämpfen?


"Die Alternative wird kaum als Alternative funktionieren, wenn ihre Spitze sich den Snobismus der Altparteien gönnt, das heißt immer ein Stückchen weiter links als die Basis steht", warnte Karlheinz Weißmann vor Wochen in der Jungen Freiheit. Und vor vier Jahren schrieb er in diesem Netz-Tagebuch: "Es geht um die Alternativen Kapitulation, Kollaboration oder Guerilla. Da bin ich dann zugegebenermaßen für Guerilla - also den kleinen Krieg. Dazu gehört Beweglichkeit, Deckung nutzen, Angriffslust und selbstverständlich Provokation des Gegners." Kürzer ausgedrückt hat es der konservative "Flügel" innerhalb der AfD: "Es gibt keine Alternative im Etablierten." Das ist die Leitlinie.

Was den nimmermüden,peinlichen parteiinternen und- externen Warnern vor "rechten Flügeln" fehlt, ist das Gespür für die Deckung. Nichts unzuträglicher als vom soeben neu zusammengesetzten Werkstück die Decke wegzureißen und den Bolzenschneidern des Establishments Ansatzstellen zu zeigen.

Woher dieses mangelnde Grundvertrauen in die Integrationskraft echt konservativer, grundsätzlich orientierter, idealistischer Persönlichkeiten? Wir reden hier nicht von Narren, Hitleristen oder der Artgemeinschaft. Gauland, Höcke, Poggenburg, Tillschneider, Lichert, Baum, Ciresa, Möller, Muhsal, Kalbitz, Wolf, Frohnmaier, Wiese - von denen oder über diese habe ich gelesen, ich kenne mich weiter gar nicht aus in dieser Partei: Muß man diese Leute den "Rechtsaußenflügel" nennen? Das ist doch ziemlich geballte Kraft, und deren Integrationspotential wird durch denunziatorischen Warnung aus beleidigter Richtung nicht stärker.

Wer jetzt also schon wieder Unfriede stiftet, obwohl er es besser weiß, sollte in sich gehen: Die Alternative kann nun wieder eine Alternative sein. Ist das nicht Grund genug, ein bißchen Ferien vom Ich zu machen?

steinschleuder

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (47)

Der Gutmensch
08. Juli 2015 10:43
Also, ich weiß nicht, ob ich die Traute gehabt hätte, den Matthias unter dem Text abzubilden ... aber jedenfalls habe ich mal wieder gelacht, also Danke.

Zweifellos muss es immer jemanden geben, der eine Alternative parat hält; also den gesichtswahrenden Ausstieg erlaubt. Alles andere ist ein ziemlich selbstmörderischer Kurs. Und richtig ist zweifellos, dass die „Warnungen“ ziemlich abgegriffen sind und im Stil schäbig daherkommen.

Was mich allerdings zunehmend sorgt, ist die Tatsache, dass ich immer weniger tatsächlichen Spielraum für Alternativen sehe. Sie können mich deswegen gerne kleinmütig schimpfen; jemanden, der sophistisch den Einzelheiten nachspürt. Aber sehen Sie - es hat ja nicht jeder Ziegen. Und ich habe leider ganz erbärmlichen Schiss, dass es die kleinen Leute hier noch härter trifft; mich selber natürlich mit.

Und mit diesem Schiss bin ich nicht allein, wie´s ausschaut. Die Verhandlungen zu TTIP beispielsweise werden nicht zum Kaleika geführt, sondern damit man weiß, was dort besprochen wird. Denn wir sind nicht alleine auf der Welt. Das ist - Achtung, Explosionsgefahr - „alternativlos“. Auch die Griechenlandgeschichte - so eklig und abgeschmackt sie ist - war, nachdem sie uns der Schröder einmal eingebrockt hat, leider ein schlimmer Teufelskreis: Schon 2008 drohten uns die Geschäftsbanken schlicht und ergreifend mit dem Aussetzen des elektronischen Zahlungsverkehrs, wenn wir hier nicht ganz hurtig spuren! Genau das ist es, was nun wieder vor der Tür steht; mit allen schlimmen und noch schlimmeren Konsequenzen und - lt. der Bundeskanzlerin - „in wenigen Tagen“. Denn selbstverständlich wird man den Bürgen der Griechen faktisch zur Verantwortung ziehen; es würde ja auch nichts bringen, sich an der kleinen griechischen Volkswirtschaft zu vergreifen (deshalb wollten die auch partout keine Ordnung in die Bücher bringen und wiesen den deutschen Finanzbeamten lieber die Tür).

Die Alternative wird sich also daran zu messen haben, für wen sie hier überhaupt noch irgendwelchen Spielraum aufspürt? Auf der Straße wird sie bei der Suche nach Lösungen ganz sicher nicht fündig werden, da muss man leider verdammt gut drüber nachdenken. Es geht eben nicht mehr um´s verkaufen - sondern um Planspiele und Risikoabschätzung, also darum, von einer politischen Rechtfertigung für unsere Züge nun zu einer militärischen zu gelangen, aber schnell!

Das gilt im übrigen ganz und gar unabhängig von den Intentionen, die Handlungen unserer Politiker bislang geleitet haben mögen; das ist nun rum wie num ein ganz gewaltiges Problem, vor dem wir stehen und vor dem niemand bei Verstand seine Augen verschließen darf. Die „Alternative“ wird also entweder eine hochintelligente, jeder Erfahrung weit überlegene sein - oder sie könnte sich sehr rasch als eine verdammt harte herausstellen.


Der Gutmensch.
Ein gebürtiger Hesse
08. Juli 2015 10:58
Zu den genannten drei Grundsatzfragen, die absolut wesentlich sind, könnte man noch ergänzen:

- Wagt man es, die ungebremste Masseneinwanderung als großen Austausch unseres Volkes überhaupt zu denken? Und in der Parteidiskussion als solchen zu bezeichnen? Oder scheitert das bereits an der Selbstzensur?
Rumpelstilzchen
08. Juli 2015 11:49
Soll der große Austausch unseres Volkes gefördert, hingenommen, moderiert, verzögert oder verhindert werden?


Zunächst:
Ich stoße mich immer wieder an dem Begriff Austausch. Es wird ja nichts ausgetauscht. Etwa die Deutschen gegen ein anderes Volk. Dann wären die Deutschen ja noch irgendwo vorhanden.
Was Ängste, Besorgnis, Irritation auslöst ist die rasche Veränderung unserer Städte und zunehmend auch Dörfer.
Das ist eine andere Qualität als noch vor Jahren . Selbst wenn man als älterer Mensch die neue Zeit nicht mehr verstehen sollte. Es ist heftig,was da abgeht. Und hinter vorgehaltener Hand äußern sich zunehmend auch Linke Mitbürger irritiert.
Zu sehen in jeder größeren Stadt: Überalterung der einheimischen Bevölkerung, kaum eigene Kinder, viel einheimisches Prekariat. Osteuropäische Bettler an jeder Ecke. Scharen von Frauen mit Kopftuch, aber auch Vollverschleierte. Junge, schwarze Radfahrer mit I-Phone , versammelt auf dem Marktplatz. Etc.
Sitzt man aufmerksam im Straßencafé, fragt man sich schon mal:
Wie sieht das hier wohl in 10, 20 Jahren aus.

Und gleichzeitig wundert man sich , daß Obama in Elmau von massenhaft
bayrischen Madeln in Tracht wie dereinst der Führer empfangen wird:
http://www.zimbio.com/photos/Barack+Obama/G7+Leaders+Meet+Summit+Schloss+Elmau/38NjnQ8CK4h
Und sogar die Grenzen können geschützt werden.

Da fragt man sich schon, warum dem kleinen Mann von der Straße nicht das Gleiche geboten werden kann ?
Und die heile Welt unter riesigem Aufwand nurmehr eine Kulisse für die Mächtigen ist.
Kurz und Knapp: vielleicht sollten die Mächtigen ausgetauscht werden !
Schlesische Fachkraft
08. Juli 2015 11:50
Der SPD-Linksaußen Erhard Eppler hat seinerzeit den Konflikt zwischen der großen Mehrheit der Partei und ihrem "konservativen" Bundeskanzler Helmut Schmidt (sinngemäß) so kommentiert: Man kann eine Katze nicht ständig gegen den Strich streicheln und sich dann noch wundern, dass sie miaut und jault. Und die Katze heißt SPD.

Die Streicheleinheiten von Lucke & Co für die AfD-Parteibasis, Teile der Parteiführung und auch für viele AfD-Wähler (mich eingeschlossen) waren um einiges härter als die von Schmidt. Lucke & Co waren aber vor allem perfide, weil sie mit ihren rücksichtslosen Äußerungen ihre eigenen Leute dem politisch-medialen "BRD"-Kartell zum Abschuss freigegeben haben. Und am Ende wundern sie sich noch, dass die AfD-Katze ihre Krallen ausfährt. Komisch nur: Auch der "Warner", der es eigentlich hätte wissen/ahnen müssen, scheint von der Abwehhreaktion der Katze überrascht zu sein und warnt nun vor dem "unberechenbaren" Tier.
Der Gutmensch
08. Juli 2015 12:53
Kurz und Knapp: vielleicht sollten die Mächtigen ausgetauscht werden !

Das wäre allerdings eine Idee. Jetzt brauchen wir nur noch eine, wer diese Mächtigen eigentlich sind! Und dann, wie man ihnen beikommt, bevor sie uns beikommen.

Der Gutmensch.
areopagitos
08. Juli 2015 13:10
@Rumpelstilzchen

Tatsächlich ist der Begriff passend wie die Faust aufs Auge.
"Es ist etwas faul in unserem Staate.
Die einheimische Bevölkerung verschwindet schrittweise und wird durch Fremde ersetzt. [...]
Die bittere Wahrheit, die kaum jemandem bewusst ist, lautet:
Kein deutsches bevölkerungswachstum! [...]
Bevölkerungswachstum ist ein Codewort für Bevölkerungsaustausch!
Die Zahlen zeigen mit mathematischer Klarheit was mit uns, den Deutschen ohne Migrationshintergrund, in den kommenden Jahrzehnten passieren wird: Wir werden in der Endphase des Großen Austausches keine Zukunft mehr haben. [...]
Die Deutschen werden selbst immer weniger, immer älter und werden durch fremde Einwanderer ersetzt. Es gibt kein Bevölkerungswachstum in Deutschland. Es ist ein Bevölkerungsimport. Es ist der Große Austausch."

http://deraustausch.de/
Eveline
08. Juli 2015 13:56
Lieber Herr Kubitschek,
solange z.B. dieses Lied nicht von allen AfD Leuten mit voller Inbrunst gesungen werden kann.... ist es sehr viel lohnender bei den Ziegen im Stall zu bleiben.
Frau Petry kann singen.


https://www.youtube.com/watch?v=YohW_wCbrPA
Rosenkranz
08. Juli 2015 14:18
Ich erkläre es mal mit Spengler. Jede Kultur hat hat Wachstum, Blüte, Reife und Verfall. Wir leben ganz klar in Zeiten des Verfalls und zwar in allen Bereichen. Man schaue sich nur die heutige Architektur, oder die Sprachentwicklung an.

Die Blüte und die Reife des "weißen Mannes" ist vorbei. Nach einer grandiosen Expansion, Entdeckung und Kolonisation von großen Teilen der Welt, nach Höchstleistungen in Kriegsführung, Dichtung, Literatur und Architektur, sowie einem Erfindungsreichtum im technischen Bereich ist seine Zeit um. Heute stellt er nur noch 4% der Weltbevölkerung und was schlimmer ist, seine Qualität hat nachgelassen. Er muß jetzt das Feld räumen. Die Frau läuft ihm bereits weg. Viele, auch sehr hübsche Frauen, wenden sich schon den neuen potenten Herren zu, die aus Asien oder Afrika kommen.

Lisson geht davon aus, daß jeder von uns auf sich selbst zurückgeworfen wird. Ich sehe dieses ähnlich. Die Zeiten des großen Volksgefühls sind endgültig vorbei. Man erkennt den Nachbarn nicht mehr, er ist einem fremd.

Was wir tun können ist eine stoische Haltung entwickeln und vor allem müssen wir uns selbst wieder aufbauen. Der amerikanische Autor Jack Donovan ermutigt uns Männer Banden zu bilden, unseren Körper zu trainieren, kämpfen zu lernen und zu unseren Wurzeln zurückzukehren. Das Motto lautet: "Becoming the new Barbarians." Vielleicht wäre eine Übersetzung von "The Way of Men" ins deutsche irgendwie möglich.

Von den Parteien erwarte ich nichts mehr, der AfD inklusive. Um das EIGENE noch zu bewahren müßten Maßnahmen getroffen werden, die uns unmenschlich vorkommen würden. Dazu wäre heute keine Partei bereit.
Heinrich Brück
08. Juli 2015 14:35
Hier steht System gegen System. Dient der Deutsche dem System, ist er
ein austauschbares Zahnrädchen im börsenspekulativen Getriebe unserer
Zeit. Oder das System dient den Deutschen, dann ist es organisch
deutsch. Eine Entwöhnung der Amerikanisierten durch Gewöhnung an
ihr Selbstsein wird zu Entzugserscheinungen führen, auch getarnt als Ratlosigkeit und Kampf gegen Rechtsaußen vor einem abzutragenden
Scherbenhaufen einer gedemütigten Identität.
Unser Volk ist einzigartig, keines kommt ihm gleich. Mit diesem einmal vorgegebenen organischen Fundament dürfte die notwendige Freiheit vorhanden sein, um politisch das Undurchschaubare gewinnbringend zu
nutzen. Machen die anderen Nationen auch nicht anders.

Über die griechischen Bodenschätze würde ich auch nicht reden. Die Griechen wollen keinen Grexit, sie wollen einen Bankxit. Und ein paar Banken (zum Beispiel die griechische Zentralbank, vor der Drachmeeinführung zwecks Schuldenleergeldbefreiung) sollte man wirklich beerdigen. Aber aus dieser Perspektive sind die deutschen Politiker wie die milchgebenden Ziegen im Stall, glattgestriegelt.
Der Gutmensch
08. Juli 2015 15:12
Mein lieber Rosenkranz,

Ihren Fatalismus in allen Ehren; aber es geht doch immer nur darum, erfolgreicher zu sein als andere Kulturen. DAS entscheidet in unserer Lage über das Überleben; einen absoluten Maßstab gibt es da nicht, genauso wenig wie ein fixes Schema.

Und was Jack Donovan angeht: Mag wohl sein, dass der gemeine Ami am besten mit Barbarei punkten kann! Wenn Sie mich fragen, spielt er diese Trumpfkarte auch schon länger, hat den Höhepunkt dessen überschritten und wird nun langsam, aber sicher vom IS abgelöst.

Wir sollten dann doch besser auf deutsche Vorteile setzen; sonst wird das Ganze irgendwie witzlos. Und ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass Deutsche im internationalen Vergleich doch recht gut geradeaus denken können. Das liegt nämlich an unserer hervorragenden Sprache, die noch immer nicht völlig geschleift wurde; allen garstigen Versuchen zum Trotze!

Also vielleicht und eventuell ist unser Weg einfach des Disziplinierteren, der koordiniert vorgeht und nicht einfach drauf los improvisiert. Das könnte ich mir schon eher vorstellen!

Der Gutmensch.
Rumpelstilzchen
08. Juli 2015 15:33
@areopagitos

Ich finde nicht, dass das wie die Faust aufs Auge paßt .
Bei Austauschn denke ich eher an meinen Physikunterricht. Beim Ionenaustausch gehen die ausgetauschten Ionen ja nicht verloren, sondern werden gebunden. Auch gilt das Gesetz von der Erhaltung der Masse.
Auch wenn die Masse dann nicht mehr das deutsche Volk ist, sondern die großen Leistungen des "weißen Mannes" als vergangene Kulturwerte in die Menschheitsgeschichte eingehen, wie etwa die abendländische Kirchenmusik:
http://www.kath.net/news/51227

Trotzdem bin ich nicht ganz so ernüchtert wie Rosenkranz. Ich verstehe auch nicht die Angst des weißen Mannes, dass ihm die Frau wegläuft zu den potenten Herren aus Afrika und Asien. Das Thema klingt jetzt auch öfters in PI an. Ich möchte jetzt nicht ordinär werden. Nur: Potenz allein macht ja auch keine Kultur. Kultur hat in Klöstern überlebt. Da kam es mehr auf die geistige Potenz an.
Außerdem gibt es ja noch die " weise" Frau.
Ich bin noch optimistischer. Und denke, die Blüte zumindest der weisen Frau ist noch nicht vorbei.
Zu viel Geblöke und Gerumpel am SiN Melkstand haut allerdings auch den stärksten Neger um.
MArc Wall
08. Juli 2015 16:00
Was Lucke nicht wissen will:
Unproportionales Extremistenpotential
In Deutschland legt der Verfassungsschutz jedes Jahr einen Bericht über die diversen in der BRD beobachteten Extremisten getrennt nach Sparten vor.

Ende Juni 2015 gab es den Bericht für das Jahr 2014. Die Hauptgruppen über die jährlich berichtet wird:
a) Rechtsextremisten
b) Linksextremisten
c) Islamisten

Wenn man sich nun die bekannt gegebenen Zahlen anschaut, so sind die Rechtsextremisten mit einem Potential von 22.150 Personen die kleinste Gruppe, die Linksextremisten sind mit 28.000 die mittlere, die größte Gruppe sind die Islamisten mit knapp 44.000. In diesem Sektor werden insgesamt vierzehn Gruppierungen aufgezählt, bei vieren davon hat man allerdings nicht einmal Schätzzahlen.

Die Links- und Rechtsextremisten umfassen zusammen also rund um 6.000 Personen mehr als das Islamistenpotential ohne die Islam-Gruppen, deren Extremistenanzahl dem Verfassungsschutz gar nicht bekannt ist!
So und nun denken wir nach, wieviele Muslime gibt es in Deutschland und wieviele Nichtmuslime?

95 % sind Nichtmuslime, rund fünf Prozent sind Muslime. Was heißt, dass das islamische Extremismuspotential praktisch umgekehrt proportional zum Bevölkerungsanteil ist: Denn auf den jeweiligen Bevölkerungsanteil gerechnet sind knapp sechs Prozent des vom Verfassungsschutz beobachteten Extremistenpotentials dem Links- und Rechtsextremismus zuzurechnen und 94 % dem Islambereich.

Wie hat dieser Tage Frau Bundeskanzler Merkel voller Freude verkündet? Beim islamischen Fastenbrechen meinte sie: “Der Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland!”

Noch unzweifelhafter ist: Auf 1.000 Nichtmuslime kommt (mit 0,65) ein zweidrittel Extremist, auf 1.000 Muslime kommen knapp 11 Extremisten. Genauer: von 1.539 Nichtsmuslimen wird einer vom Verfassungsschutz beobachtet, bei den Muslimen ist es einer von 92.

Aber das hat bestimmt wieder einmal mit dem Islam rein gar nichts zu tun! Bisher war allerdings diesbezüglich den Medien gar nichts zu entnehmen. Vermutlich weil es die meisten Journalisten nicht so sehr mit dem Rechnen haben: wenn 95 % der Bevölkerung 50.000 Extremisten hervorbringen und fünf Prozent 44.000 plus eine unbekannte Zahl noch nicht ausgeforschter Extremisten, dann macht man sich gar keine Sorgen. Immerhin wohl nicht deshalb, weil man das für eine zu Deutschland gehörende multikulturelle Bereicherung hält, sondern weil man einfach zu blöd für Proportionalrechnungen ist.
Darum als Schlussbemerkung: der Extremismus mit Islamhintergrund liegt knapp 17fach höher als der nichtislamische…

http://www.atheisten-info.at/infos/info2538.html

ps:Bei der Bundeswehr sind Moslems 31 mal öfter Extremisten als der Rest wenn man nur die aktiven Soldaten mit einrechnet,würde man inkl. der Reserve rechnen wäre die Zahl noch höher!
TutnichtszurSache
08. Juli 2015 16:25
Ich stimme Ihrem Kommentar zu, Herr Kubitschek, möchte aber denjenigen, die jetzt Herrn Stein zu dessem in der Tat etwas deplatzierten Kommentar angehen, folgendes zu bedenken geben: Ich glaube nicht, dass Herr Stein dies vornehmlich aus Beleidigtsein und wider besseres Wissen schreibt. Sicher, eine akute Enttäuschung ob der Absetzung Luckes, dessen offener Unterstützer Stein ja war, spielt sicherlich eine Rolle.

Aber ich denke, der Mann ist tatsächlich ein gebranntes Kind in Sachen Vergebung von Chancen bei oppositionellen Parteineugründungen, hauptsächlich eben beim Negativbeispiel Republikaner, und glaubt tatsächlich, dass nur die geringsten "rechten Auswüchse" jenseits eines Lucke in etwa, dazu führen müssen, dass eine solche Partei wieder in den ewigen Jagdgründen verschwindet und vom Wähler nicht belohnt wird. Grundsätzlich hat er mit dieser Befürchtung nicht ganz Unrecht, nur denke ich, dass bei der derzeitigen AfD es nicht der Fall ist, dass sie sich "zu weit Rechts" bewegt, dass sie in den "rechten Narrensaum" abgerutscht wäre. Es sind eben nicht Spinner, Sektierer und sonstige Grenzwertige, die ich am Wochenende in Essen triumphieren sah; sondern ausnahmslos besonnene, ernsthafte und intelligente Persönlichkeiten, wie Sie sie oben ja auch auflisten.

Aber Herr Stein hat eben diese irrationale, übertriebene Angst, die sich aber im Laufe der Zeit legen wird, wenn die AfD klug agiert, was wir alle hoffen. Deswegen bitte nicht alle sofort auf Konfrontationskurs mit Herrn Stein gehen, wir brauchen ihn, wie wir die sog. "Weckrufler" brauchen, wie wir frisches Blut aus enttäuschten ehem. Etablierten, Nichtwählern und sonstigen "aufgewachten" Neuoppositionellen brauchen. Es gilt nun hart in der Sache, aber im Ton stets sachlich zu bleiben, wie man das in den letzten Tagen auch oft gehört hat.
Peter Niemann
08. Juli 2015 16:42
All den AfDlern muß höchsten Respekt gezollt werden, denn sie trauen sich zum öffentlichen Kundtun ihrer Überzeugungen. Wie fühlt es sich denn an, morgens aufzustehen und egal wohin der Blick sich wendet von einer an Intrigen und Halbwahrheiten gewöhnten Journaille beschimpft und beleidigt zu werden? Es ist Niedertracht, daß nicht der Edelmut und Einsatz der AfD-Mitglieder belohnt sondern beschimpft wird und zeugt vom schlechten Charakter und fehlendem Ehrgefühl (kennen postmoderne Menschen überhaupt solche Begriffe?) der in öffentlichen Positionen sitzenden Bürger*innen.
Alleine aus solchen Gründen heraus sollte jeder von uns überlegen wie er PEGIDA, AfD, IB und all die anderen in unserem Sinne zumindest in Ansätzen kämpfende Wackeren unterstützen kann. Nicht in der Virtualität entsteht Politik, sondern die Biologie schafft Fakten durch ihre Anwesenheit im analogen Raum und dessen Ein- und Landnahme. Banal, aber wirkmächtig.
Tscherkesse
08. Juli 2015 17:08
Nur weil Sie auch noch Ziegen und andere Tiere haben und einen Humor (Gänse- oder Entenfoto? auf dem die Vögel auf diesem selbstgemalten Multikulti-Papier herumstapfen) seid ihr in Schnellroda so leistungsfähig und doppelbelastbar!
Georg Mogel
08. Juli 2015 17:13
Wenn ich in der "JF"-online lese, AfD- Vorsitzender Meuthen konfabuliert wieder von "roten Linien", die nicht überschritten werden dürften, gradso, wie Lucke präfinal. Hergott! Begreifen diese sog. Politiker, die hier öffentlich und drei Tage nach ihrer Wahl durch eine gescheite Basis, vorlaut unausgegorenes Zeug daherreden, daß diese AfD nach Lucke unsere letzte Möglichkeit sein wird, auf regulärem Wege den DEXITUS abzuwenden!
Der Defaitismus dieser angstvollen Deutschen, die über der ständigen Rettung der ganzen Welt die Existenz ihrer eigenen Kinder versaubeuteln,
ist einfach unerträglich.
Das Selbstverständliche ist selbstverständlich!
Georg Mogel
08. Juli 2015 17:35
"Unsere Hoffnung ruht in den jungen Leuten, die an Temperaturerhöhung leiden, weil in ihnen der grüne Eiter des Ekels frißt, in den Seelen von Grandezza, deren Träger wir gleich Kranken zwischen der Ordnung der Futtertröge einherschleichen sehen. Sie ruht im Aufstand, der sich der Herrschaft der Gemütlichkeit entgegenstellt und der der Waffen einer gegen die Welt der Formen gerichteten Zerstörung, des Sprengstoffs bedarf, damit der Lebensraum leergefegt werde für eine neue Hierarchie."

Ernst Jünger,
Das abenteuerliche Herz
(Erste Fassung)
RL
08. Juli 2015 17:57
Sehr geehrter Herr Kubitschek,

Ihr Artikel hebt sich wohltuend von all dem anderen Zeugs ab ,das ich bisher zu diesem Thema gelesen habe.
Endlich jemand, der die wichtigen Fragen stellt und nicht vor belanglosen Ruckereien warnt.
Ich hab es satt, dieses ewige gleiche Geseiere über Rechte. Wenn man sich mal um unsere Rechte kümmern würde!
Das Recht unseres Volkes auf seinem Grund und Boden so zu leben, wie es selber für richtig hält!

Wünsche noch einen schönen Abend,
Wiederschaugn
Tagesgut
08. Juli 2015 18:34
@Rumpelstilzchen

Ja, es ist vor allem die "große Entfremdung", die sich in unserem Land vollzieht, ein Volk wird kollektiv schizoid. Ich bin wohl nicht der Einzige, den in öffentlichen Verkehrsmittelnn, in Einkaufszentren oder auf Plätzen irgendwie das dumpfe Gefühl von Paranoia bei gleichzeitiger emotionaler Abgestumpftheit beschleicht, wenn er all die fremden Gesichter, Sprachen, Gesten, Mimiken an sich vorbeiziehen sieht !?

Um nicht mißverstanden zu werden: In Istanbul, Kairo, Bukarest oder Johannesburg wäre die Lage anders, selbstverständlich. Doch hier, zuhause, in der Heimat führt das in der schieren Überhand zu einem subtilen Vertrauensverlust im öffentlichen Raum, der sich lähmend auf das ganze Land legt, so kommt mir persönlich das jedenfalls vor. Dieses Unbehagen kann man wirklich in den Gesichtern lesen.
Cosima van Tutte
08. Juli 2015 18:34
Herr Kubitschek, Sie empfehlen für die AfD-Agenda u.a. folgendes Thema: „Soll der große Austausch unseres Volkes gefördert, hingenommen, moderiert, verzögert oder verhindert werden?“ Rumpelstilzchen schreibt dazu: „Ich stoße mich immer wieder an dem Begriff Austausch. Es wird ja nichts ausgetauscht. Etwa die Deutschen gegen ein anderes Volk.“ Da hat sie völlig recht, dem Einwand muß man zustimmen aus Gründen der terminologischen Sauberkeit.

Um zu verdeutlichen, wie ich das meine, möchte ich auf folgendes hinweisen. Bis vor 30000 Jahre etwa war Europa der Kontinent der Neandertaler. Dann aber drangen die Vorfahren der Jetztmenschen ein, und die Neandertaler waren weg. Und zwar relativ schnell. Lange nahm man an, daß die überlegenen Jetztmenschen die Neandertaler ausgerottet hätten. Oder anders ausgedrückt: Es hätte in Europa ein „Bevölkerungsaustausch“ stattgefunden. Diesen Ausdruck hätte bis vor wenigen Jahren vermutlich jeder Kundige unterschrieben.

Das geht aber heutzutage nicht mehr - der Ausdruck ist völlig falsch. Wie Genetiker festgestellt haben, haben die Neuankömmlinge die alteingesessenen Neandertaler nicht umgebracht, sondern haben sich mit ihnen vermischt. Die Neandertaler wurden, da offenbar gering an Zahl, durch die Jetztmenschen gewissermaßen aufgesogen. Ungefähr 5 Prozent unserer Gene (glaube ich in Erinnerung zu haben) sind Neandertaler-Gene. Ergo: Es hat gar kein Bevölkerungsaustausch stattgefunden. In uns allen lebt der Neandertaler weiter.

Und nun zur heutigen Situation. Es drängt sich ein bißchen der Gedanke auf: Wenn das mit der Einwanderung von Orientalen und Afrikanern nach Europa mit derselben Geschwindigkeit so weitergeht wie bisher, dann könnte das vergleichbar sein mit dem, was einmal vor 30000 Jahren geschah. Es könnte weiterhin auch sein, so läßt sich vermuten, daß Genetiker in 300 oder 500 Jahren feststellen, daß etwa 5 Prozent der Gene der Neueuropäer alteuropäischen Ursprungs sind. Das heißt, ob Deutsche, Franzosen, Schweden oder Malteser – sie alle sind keineswegs ausgetauscht worden; irgendwie sind sie doch noch vorhanden. Wie der Neandertaler.

Allerdings, wie auch immer man das Phänomen nun nennen mag – ich bin (obwohl ich nicht das geringste gegen Ausländer habe) nicht sehr glücklich mit dieser Zeiterscheinung. Rumpelstilzchen kann ich völlig verstehen, wenn sie schreibt. „Sitzt man aufmerksam im Straßencafé, fragt man sich schon mal: Wie sieht das hier wohl in 10, 20 Jahren aus.“ Das frage ich mich auch immer wieder, wenn ich vor einem Straßencafé in der Fußgängerzone unserer Stadt sitze und meinen Cappuccino schlürfe. Und ich frage mich dabei auch immer wieder, wie sich vor 30000 Jahren die übriggebliebenen Neandertaler gefühlt haben mögen, wenn sie vor ihrer Höhle saßen und die freundlichen Neuankömmlinge an sich vorbeiflanieren sahen. Irgendwie wird ihnen doch ein bißchen weh ums Herz gewesen sein, vermute ich.
Jan
08. Juli 2015 19:05
Die AFD wird entweder scheitern oder erfolgreich sein, und zwar anhängig davon, ob sie von einer Führungspersönlichkeit geführt wird oder nicht. Petry ist nicht stark genug, um die Partei zu führen. Sie liest ihre Texte während Interviews ab. Sie hat keine Vision, keine Ziele, keine Ideen, um die Partei führen zu können. Dafür aber hat sie Angst, klare Vorgaben zu machen und klare Kante gegenüber den Störenfrieden von innen und von Außen zu zeigen.
WM in A
08. Juli 2015 19:09
Viel wird davon abhängen wieviel Schaden Hr. Lucke jetzt anrichtet. H.O. Henkel schlägt ja grad´um sich, ist aber im linken Spektrum eine Hassfigur und wird jetzt von niemanden mehr ernstgenommen. Lucke war zwar ein schlechter Parteivorsitzender weil er gespalten hat anstatt zu integrieren, weil er lieber dem politischen Gegner anstatt der Parteibasis gefolgt ist. Aber er hat auch nach seiner Abwahl den Kern des Dissenses
recht genau wiedergegeben. Soll die AfD möglichst schnell massenkompatibel werden, unter Aufweichung der Programmatik und so schnell in Regierungsverantwortung kommen oder konsequente Oppositionsarbeit machen, alle Unzufriedenen, die immer mehr werden, ansprechen("Protestpartei") und später aus einer Position der Stärke heraus den politischen Paradigmawechsel (Die Alternative) einleiten.
Lucke steht für ersteres und so hätte ich auch schon eine Namen für seine neue Partei: kVfD (kleiner Verbesserungsvorschlag für Deutschland)
mfg
Kirche im Dorf
08. Juli 2015 19:18
Bemerkenswert, dass Kubitschek nicht auf das schäbige Verhalten vieler AfD-"Konservativer" während Luckes Rede und nach dessen Abwahl eingeht. Wo doch hier und an anderer Stelle so oft Form und Stil beschworen werden (zu Recht, wie ich meine). Falls das nicht schleunigst abgestellt wird, wird so ein Verhalten die Achillesferse der zukünftigen AfD.

kommentar kubitschek:
vielleicht lesen Sie gelegentlich den kommentar von gebhard unter dem interview mit tillschneider, heute 14.46, sowie meine zustimmende antwort dazu. dann dürfen Sie nochmals kommentieren.
Bibabutz
08. Juli 2015 19:26
Fr. Petry hat ein Interview in der ZEIT. Überzeugt mich nicht. Insbesondere diese abgedroschenen wirtschaftsliberalen Phrasen wie "weniger Staat, mehr Eingenverantwortung" sind gerade aus ihrem Mund selten dämlich. Ihre Firma ist pleite gegegangen, trotz staatlichen Geldern. Und das ist auch nicht weiter verwerflich: Als Deutsche hat sie Anrecht, vom deutschen Steuerzahler (um den bösartigen Begriff "Volksgemeinschaft" zu vermeiden) gestützt zu werden.

Will die AfD bei jüngeren Wählerschichten einen Blumentopf gewinnen, sollte sie ihre Rhetorik deutlich anpassen. Die Generation Praktikum vertreibt man am schnellsten mit FDP-Sprachbausteinen.
Hartwig
08. Juli 2015 19:28
Wenn im Volk Bedarf nach einer rechten Partei besteht, dann wird sich eine rechte Partei etablieren. Wenn (noch) nicht, dann bleibt es eben bei den ganz kleinen Brötchen.
AfD und Republikaner hatten je ein anderes Umfeld. Die Repression gegenüber rechts ist zumindest nicht geringer, eher größer geworden.

Die AfD betrachte ich als einen von mehreren sprießenden Pickel am Gesäß des Etablishments. So auch PEGIDA. So auch die kleinen Initiativen gegen Asylunterkünfte.
Allerdings stirbt niemand, nur weil er Pickel am Allerwertesten hat. Dann muss es schon heftig eitern. Das die AfD ein richtiger Eiterpickel wird, glaube ich zwar nicht, aber die Wahrscheinlichkeit ist seit dem Wochenende zumindest größer.
Pommes
08. Juli 2015 19:43
Warum treten sie und ihre Frau nicht jetzt der AFD bei, werter Herr Kubitschek? Aus taktischen Gründen oder ist es bloße Unlust?

antwort kubitschek:
als parteipolitiker muß man eigenschaften mitbringen, derer ich entbehre. mein eintrittsgesuch vom april vergangenen jahres war ein spontaner versuch, die kommunikation der ablehnung durch lucke in den medien ein strategischer fehler - mehr ist nicht notwendig.
Magnus Göller
08. Juli 2015 19:45
Dieter Stein warnt schon wieder vor rechts. Diesem unerträglichen, unsäglichen Rechts, dem nie ein ernsthafter Schritt vorwärts erlaubt werden wird, weil alles immer so bleiben wird, wie es je war, was er genau weiß. Ich denke, sein Hauptjob ist es inzwischen, vor den schlimmen Rechten zu warnen.
Marcus Junge
08. Juli 2015 20:14
"•Soll der große Austausch unseres Volkes gefördert, hingenommen, moderiert, verzögert oder verhindert werden?"

Da fehlt leider noch eine Handlungsmöglichkeit, die einzig richtige, da alle angebotenen Maßnahmen das schon bestehende Problem nicht beheben. Zumindest verstehe ich "verhindert" so, als ob hier unterstellt würde, der "Große Austausch" wäre noch nicht weit fortgeschritten. Daher die Ergänzung "gefördert, hingenommen, moderiert, verzögert, verhindert oder auf Ausgangszustand zurückgeführt werden, vor dem Masseneinfall der "Südländer".

Ähnliches gilt hier: "•Ist die permissive, die durchlässig-duldsame Gesellschaft wünschenswert, ein notwendiges Übel, eine Kopfgeburt, eine Verteidigungsschwäche oder eine perfide Theorie?"

"Perfide Theorie", so als ob es diese irre Gesellschaft nicht längst gibt, es ist daher perfide Praxis.

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MArc Wall

Den Berichten des politischen Verfassungsschutzes (weiterhin ohne Verfassung) ist so sehr zu vertrauen, wie den alternativlosen Wahlversprechungen einer Merkel.
Frenchman
08. Juli 2015 20:33
@ Rosenkranz

Jack Donovans Buch "The Way of Men" liegt in Schnellroda vor.

Auch ich würde eine deutsche Ausgabe sehr begrüßen. In den USA ist es unter Unseresgleichen ein Bestseller.

In diesem Zusammenhang auch sehr zu empfehlen:

http://www.amazon.de/Sexual-Utopia-Power-Roger-Devlin/dp/1935965891/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1436380352&sr=1-1&keywords=roger+f+devlin+sexual
Alexey
08. Juli 2015 20:48
Ich hoffe die AfD wird wenigstens die politische Stimmung in Deutschland zum Besseren verändern können. Die Deutschen (sowohl diejenigen ohne Migrationshintergrund, als auch wirklich assimilierte "Ausländer") müssen aufwachen, FMerkel und ihre "Elite" müssen weg!

Grüße aus Russland!
Nemo Obligatur
08. Juli 2015 21:26
Die Alternative kann nun wieder eine Alternative sein.



Mehr braucht es schon fast gar nicht mehr. Aber ich schätze, mehr wird es auch nicht mehr werden als noch eine Kleinstpartei am rechten Rand. Nach dem Lucke-Austritt dürfte das unvermeidlich sein.

Ich erwarte jetzt den Abschied des kompletten Lucke-Flügels und anschließend unter dem Druck der Medien eine mehrfache Spaltung der Rest-AfD. Am Ende wird die Sezession vermutlich mehr Abonnenten haben als jede der neuen Absplitterungen. Sie sehen, Herr Kubitschek, Ihre Zeitschrift und Ihr Verlag werden noch gebraucht - als eine Art Arche.
Demo Goge aus der polis germania
08. Juli 2015 21:58
TutnichtszurSache,

Aber ich denke, der Mann ist tatsächlich ein gebranntes Kind in Sachen Vergebung von Chancen bei oppositionellen Parteineugründungen, hauptsächlich eben beim Negativbeispiel Republikaner, und glaubt tatsächlich, dass nur die geringsten „rechten Auswüchse“ jenseits eines Lucke in etwa, dazu führen müssen, dass eine solche Partei wieder in den ewigen Jagdgründen verschwindet...


Mag sein.
Aber!, alles was die Schlagzeilen der JF füllt gilt gemeinhin als 'rechts'!

Wenn Dieter Stein 'rechts' für gefährlich hält verstehe ich nicht warum er die JF herausgibt.
Der 'Lucke-Flügel' liest sie nicht; wenn er konsequent wäre, müßte er seine Leser vor der Lektüre seiner Zeitung warnen!; denn es sind im Zweifel diese, die dem "bisher marginalen rechten Flügel" der AfD zuzuordnen sind!

Ich, verstehe das nicht; vielleicht ist Dieter Stein immer noch zu sehr in der schwäbischen Perspektive befangen und unterschätzt die Hartnäckigkeit der 'neuen Bundesbürger'.
Die Frauke Petry AfD wird in Ostdeutschland für die nächsten Jahrzehnte eine Rolle wie in der Vergangenheit die CSU in Bayern spielen und die schlimmsten Auswüchse des BRd Irrsinns abdämmen und jenseits der Elbe halten können.

http://korrektheiten.com/2015/07/06/zum-fuehrungswechsel-in-der-afd/
Andreas Vonderach
08. Juli 2015 22:45
@Cosima van Tutte

Der Vergleich mit den Neandertalern ist mehr als schief. Die Verdrängung der Neandertaler durch den Jetztmenschen war immerhin ein Prozeß von mehreren tausend Jahren.
Und dass ein paar marginale genetische Spuren von ihnen übrig geblieben sind, spricht auch nicht gegen den Begriff "Austausch".

Vergleichbarer mit unserer Situation ist z.B. die Lage in Hawaii, wo heute nach nur wenigen Generationen die ursprünglichen polynesischen Hawaiianer nur noch eine kleine Minderheit von weniger als 10 % der Bevölkerung ausmachen, die in der Hauptsache aus weißen US-Amerikanern und Japanern besteht. Das würde ich einen fast kompletten Austausch nennen.
Resi Burgen
08. Juli 2015 22:48
Lucke hat die AfD verlassen. Ich hoffe auf eine AfD, die alle die heißen Eisen anpackt, die von den anderen Parteien unter den Tisch gekehrt werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kubitschek: Als Parteipolitiker muss man Eigenschaften mitbringen, derer ich entbehre.
Und ich finde das gar nicht so schlimm - eher gut. Und ich habe mich nicht getäuscht!
nörgler
08. Juli 2015 22:54
@ Eveline
Wirklich schönes Lied.Auch gut gewählt,weil zum Thema passend.Da muss ich als „Besserwessi“ einfach mal neidlos applauieren.
glauben, hoffen, standhalten
08. Juli 2015 23:19
Bernd Lucke

hatte mich - als berufstätigen, abendlichen Fernsehzapper - zunächst positiv überrascht mit seiner geschickten und gescheiten Argumentation in der bundesdeutschen Talkshow-Arena. Das war über weite Strecken schon sehr überzeugend.

Der Name "Alternative für Deutschland" war ein programmatischer Glücksgriff. Damit wurde der Nagel auf den Kopf getroffen. Und der Erfolg hinsichtlich Mitglieder- und Wählerzuwachs war schnell da.

Aber Lucke hat diesen Parteinamen in den letzten Wochen und Monaten selber mit seinem Verhalten verraten und sich disqualifiziert, obwohl seine Partei doch relativ große Erfolge einfuhr und im stetigen Steigen begriffen schien.

Warum hat Lucke sich so destruktiv verhalten? Aus Feigheit? Vor was hat er Angst? Wann und warum hat er das Zittern bekommen? Warum hat er auf die innerparteiliche Totalkollision zielgerichtet und stets beschleunigend hingesteuert. Was hat ihm der Henkel ins Ohr geflüstert?

Ich denke, Lucke will jetzt wieder zurück in seine angesehene Position eines Hochschullehrers. Den Sprung zurück ins Boot der politisch Korrekten schafft er aber nicht mehr, auch wenn er sich noch so sehr vom rechten Ufer abstößt. Er wird auf Dauer ein Aussätziger bleiben.

Lucke ist verbrannt. Ich hoffe nur, dass er sich jetzt nicht auch noch gegen die AfD für miese Diffamierungskampagnen instrumentalisieren lässt.

Jetzt heißt es für die verbliebenen AfDler Nerven behalten:
Kann die AfD, solange sie tapfer und kameradschaftlich zusammenhält und streng legalistisch handelt und argumentiert, von außen zerstört werden?
– Antwort: Nein.
Frenchman
09. Juli 2015 07:01
@ Andreas Vonderach

Wie wäre es mit dem Beispiel Ceylon/Sri Lanka? Die letzten Ureinwohner auf Sri Lanka leben tief im Urwald, während sich zwei nacheinander eingewanderte Gruppen um die Herrschaft bzw. Autonomie streiten: Singhalesen und Tamilen.

So ist es nun einmal: Die einen verdrängen die anderen. Multikulti ist eine Garantie für einen zukünftigen Bürgerkrieg und Genozid. Früher oder später.
Rumpelstilzchen
09. Juli 2015 08:36
@ Vonderach
Der Vergleich ist nicht schief. Denn auch eine schnelle VERDRÄNGUNG ist eine Verdrängung und kein Austausch.
Die entscheidende Frage ist doch eher, warum sich die Einheimischen verdrängen lassen ?
Da helfen m.E. Begriffe wie Unterwerfung, Anpassung, Erschlöpfung weiter.
Oder was soll man dazu sagen :
http://www.kath.net/news/51269

Das Mini-Rotherham von Mainz-Weisenau ist aus den Medien verschwunden. Verdrängt. In katholischen Kitas wird auch weiterhin auf Schweinefleisch verzichtet, damit alle teilhaben können an der Weltoffenheit.
An deutschen Berufsschulen müssen die Mädels züchtiger erscheinen, damit die gemeinsamen Werte gelebt werden können.

Das alles ist kein Austausch. Sondern eine große Unterwerfung aus Bequemlichkeit, Erschöpfung der eigenen Kultur, Dekadenz.

Wir agieren nicht mehr. Wir reagieren nur noch auf die muslimische Herausforderung. Daran ist letztlich auch Lucke gescheitert. Siehe seine Rede auf dem Parteitag.
Ein Dagegensein ( gegen den Islam) ist immer eine schwächere Position als ein Dafürsein ( da fiel Lucke auch nichts zu ein).
Zarathustra
09. Juli 2015 09:22
@ Götz Kubitschek

Was wird nun der Gegner tun, um die AfD unschädlich zu machen, und wie kann der identitäre Teil der AfD klug dagegen vorgehen?

1. Es werden massenhaft rüpelhafte Gestalten in die AfD eingeschleust, welche die Partei für anständige Wähler unwählbar machen sollen. Ihr Gebaren wird durch die tendenziöse »Berichterstattung« der Lügenpresse begleitet. Verbale oder gar tätliche Maßlosigkeit sind dabei vom Gegner gewünscht (Der Essener Parteitag war dabei ein Vorgeschmack). Die AfD soll als Partei der unreflektierten »Wutbürger« dastehen.

2. Dadurch wird man die Parteiführung unter Druck setzen, sich vom »rechten Rand« zu distanzieren. Das Ziel dabei ist allerdings, die Parteiführung zur restlosen Übernahme des BRD-Sprechs zu bewegen, um die ideelle und programmatische Selbstfindung der Partei als eine echte Alternative zu verhindern.

3. Man wird versuchen, bei der Parteiführung eine verzerrte Wahrnehmung der Lage zu erzeugen. Man wird sie mit E-Mails, Briefen, persönlichen Gesprächen usw. bombardieren, in denen »ganz nette und anständige« Leute ihre Sorge um die Zukunft der Partei (etwa wegen eines drohenden wahltechnisch fatalen Rechtsrucks) äußern, und in denen auch die Sorge ums eigene persönliche Ansehen geäußert wird. Das Letztere hat man vermutlich schon bei Bernd Lucke versucht.

4. Durch eingeschleuste Agenten, Gerüchte und Enthüllungen über die Vergangenheit einzelner Mitglieder (und vielleicht auch mit schmutzigeren Methoden wie durch E-Mails mit vorgegeukeltem Absender: Laut Snowden-Dokumenten treibt die GCHQ seit Jahren dieses schmutzige Spiel) wird man innere Streitigkeiten schüren. Dadurch sollen Ressourcen gebunden werden, die sonst in den Kampf gegen die »Alternativlosen« investiert würden. Julia Klöckner hat bereits angekündigt: »Die AfD wird sich selbst erledigen«; sprich: »Wir werden dafür sorgen, daß die AfD sich selbst erledigt«.

Alles in allem wird man versuchen, die AfD ideell-programmatisch zu schwächen, medial-gesellschaftlich zu diskreditieren und personell-organisatorisch zu lähmen. Es soll verhindert werden, daß sie zu einer geistig seriösen und zugleich echt alternativen Kraft wird.

Wie kann nun dagegen vorgegangen werden?

1. Von allen Mitgliedern soll strengste Selbstdisziplin verlangt werden; keine inhaltliche Distanzierung von rechten Inhalten, dafür aber um so mehr Marginalisierung und Ausschluß von Personen, die durch grob fahrlässiges Verhalten die Partei (die nur ein Mittel und kein Selbstzweck ist) schädigen. Äußerste Wachsamkeit bezüglich Agents Provokateurs und eingeschleuster Rohlinge ist geboten.

2. Die Parteiführung soll sich aktiv ein Bild von der Lage verschaffen, d.h. selber initiativ auf die Leute zugehen und sie nach ihrer Meinung fragen. Dadurch soll die Gefahr der Manipulation des Lagebewußtseins vorgebeugt werden.

3. Das BRD-Sprech und die Distanzieritis à la Dieter Stein soll vermieden werden, ohne durch ungeschickte Wortwahl oder unkluge Tonart beim konditionierten Volk negative Reflexe auszulösen. Inhaltliche Radikalität ist geboten, erreicht aber nur dann die Leute, wenn sie mit seriösem und anständigem Auftreten verbunden ist. Eine »seriöse Radikalität« haßt der Gegner am meisten.

4. Unbedingte Sachlichkeit bei der öffentlichen Erörterung von Problemen. Übertreibungen und negative Pauschalisierungen sind langfristig nicht nur unwirksam, sondern sie können sogar diskreditierend wirken, sobald ihr rein rhetorischer Charakter entlarvt wird. Wer etwa die Islamisierung mit dem Argument ablehnt, alle Muslime seien potentielle Djihadisten, verliert seine Glaubwürdigkeit, sobald das Gegenteil gezeigt wird (»Alles doch nette und friedliche Menschen« könnte man z.B. nach Kositzas Beitrag »Impressionen aus Offenbach« vom 17. Juni denken).

Man kann die eigene Identität und die eigenen kollektiven Interessen verteidigen, ohne aufzuhören, differenziert, offen für neue Erfahrungen, und möglichst wohlwollend zu sein. Wir sollten den Gegner in seiner besten Stärke argumentativ widerlegen. Nichts ist schlimmer für eine gute Sache als ihre Verteidigung mit schlechten Argumenten (oder allgemein: als ihre schlechte Verteidigung). Hier ist dialektisches Können vonnöten, was zum Glück auch vorhanden ist bei Flügel-Köpfen wie Tillschneider und Höcke.

5. Eine Ethik soll vorgelebt und etabliert werden, der deutlich macht: Wer sein Ego nicht zurückstecken kann, verdient es nicht, innerparteilich hochgewählt zu werden. Ein Gewissen soll kultiviert werden, das jeden daran hindert, aus kurzsichtigem Egoismus mit Intriganten gemeinsame Sache zu machen. Dafür bewußt pathetische Betonung des Vorrangs des »Wir« und des Ganzen, worin wir eingebettet sind und wofür wir kämpfen.

Beste Grüße,
Zarathustra

P.S. an bestimmte Kommentatoren. Ich werde nicht auf mich-angreifende Kommentare eingehen.
Thomas Wawerka
09. Juli 2015 09:23
Rumpelstilzchen: Ein Dagegensein ( gegen den Islam) ist immer eine schwächere Position als ein Dafürsein ( da fiel Lucke auch nichts zu ein).

Diesen Satz verstehe ich nicht. Pro oder contra Islam hat doch nichts an sich mit "Stärke" oder "Schwäche" zu tun. Stark ist eine argumentativ gut unterfütterte, medial akzeptierte und von vielen Schultern getragene Position. Schwach ist dummes Gelaber. Letzteres findet sich in überwiegendem Maße auf beiden Seiten. Sehr viele proislamische Leute haben noch nicht mal ansatzweise begriffen, was das Problem mit dem Islam ist. Die denken einfach, es reicht, wenn ein Muslim versichert, dass er kein Gewalttäter ist und keine Gewalttäter unterstützt. Und sehr viele antiislamische Leute denken, es reicht, den Muslimen insgesamt eine Nähe zur Gewalt zu unterstellen. So wird das nichts. Und selbst die, die einen klaren Blick haben, haben keine Ideen, wie das Problem zu lösen ist: Man kann ja nicht einfach alle Muslime des Landes verweisen. Das ist illusorisch und wäre in meinen Augen auch ethisch nicht gerechtfertigt.
Götz Kubitschek
09. Juli 2015 21:45
zum abschluß ein facebook-brief von herrn pretzel an dieter stein:

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Lieber Herr Stein,

seit rund zwei Jahren schreiben Sie und Ihre Redaktion recht wohlwollend über die AfD und über Herrn Lucke im speziellen. Damals waren Sie eine Zeitung, die man aus Image-Gründen allerdings lieber mied, wenn man als seriöse Partei wahrgenommen werden wollte und unter anderem deshalb haben Sie von mir auch nie ein Interview bekommen. Sie selbst sind als Ex-Republikaner-Mitglied und Zugehöriger zur sogenannten "Neuen Rechten", einer derjenigen, von denen sich insbesondere Lucke abgrenzen wollte. Ein Aufnahmeantrag in der AfD wäre vermutlich abgelehnt worden.

Im Machtkampf der vergangenen Monate haben Sie sich in sehr eindeutiger Weise auf die Seite von Herrn Lucke gestellt. Auf die Seite desjenigen, der in unvergleichlicher Weise unsere AfD zu einer straff von oben organisierten Kaderpartei machen wollte, in der in der zweiten Reihe nur noch Platzhalter ohne politische Profil, wie Zimmermann, in RLP, Kölmel in Baden-Württemberg, Trebesius in Schleswig-Holstein und Schäfer in Bremen Platz haben sollten. Im Bundesvorstand sollten es dann Schwergewichte wie Brüdigam und Greve richten.

Ein Kopf, ein Thema (mehr konnte Lucke nie glaubwürdig repräsentieren), und sonst nur Schafe. Das war die AfD, die Sie nach oben schreiben wollten. Herr Stein, Sie haben sich an der Sache der AfD, am politischen Auftrag versündigt. Das ist angesichts ihres offenbar persönlichen Republikaner-Traumas verständlich. Aber es offenbart ein fehlendes Gespür für die politischen Notwendigkeiten in diesem Land. Damit meine ich sicher keinen Rechts-Ruck, sondern eine klare Positionierung in allen Themenbereichen und eine Veränderung des gesellschaftlichen Klimas, das wieder angstfreier werden muss und das wieder von gemeinsamen Werten dominiert werden muss.

Dass Sie sich nun nach dem Parteitag hinstellen und behaupten, Sie hätten es vorhergesagt, ist lächerlich. Sie haben auf das falsche Pferd gesetzt und Sie irren sich erneut. Angebrachter wäre eine Entschuldigung bei Frau Petry, für Ihre stillosen Unterstellungen. Die Partei wird von "Ihrem" moralischen und anständigen Professor derzeit in unfassbarer Weise diskreditiert und Sie reden ihm das Wort. Wachen Sie auf, Herr Stein. Sie träumen einen 30 Jahre alten Albtraum.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Pretzel

--------------

lassen wir die beiden jetzt in ruhe weiterstreiten.
gruß und dank! gk
Rumpelstilzchen
09. Juli 2015 14:11
@Thomas Wawerka

mit Dafürsein meinte ich nicht ein Dafürsein für den Islam, sondern ein Dafürsein für die eigene demokratische Grundordnung ( Religionsfreiheit, Glaichberechtigung der Frau) und ein Dafürsein für die eigene christliche Religion.
Das Selbstbewußtsein für die eigene politische Stärke und die Stärke der eigenen Religion verschwindet oft, wenn Muslime lautstark deren Gültigkeit in Frage stellen und ihre Vorstellungen von Staat und Stellung der Frau massiv vertreten und politisch durchsetzen . Dann biedern wir uns dem Islam an. Und werden schwach. Geben das eigene Positive auf.
Bernd Lucke ist zu diesem Thema zu hören in seinem Tätigkeitsbericht 3 auf youtube Minute 17
https://m.youtube.com/watch?v=2XX0vwcvHR0

Lucke:
"wir haben in Deutschland Millionen Menschen muslimischen Glaubens. Und viele von diesen besitzen die deutsche Staatsangehörigkeit."
Und wenn es dann heißt, der Islam sei eine Religion, die mit unserer demokratischen Grundordnung unvereinbar sei, dann möchte ich wissen...
Was ist die Konsequenz daraus? ..."


An dieser Frage wird sich die AfD die Zähne ausbeißen müssen.
Da die altetablierten Parteien bereits zu viele Zugeständnisse gemacht haben ( siehe Schäuble Islamkonferenz, Wulff, Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland)
Und Parallelgesellschaften Realität sind .
Thomas Wawerka
09. Juli 2015 18:09
Kubitschek: Entschuldigung, aber auf diese wichtige Frage von Rumpelstilzchen muss ich trotz Badeschluss noch antworten.

Rumpelstilzchen: An dieser Frage wird sich die AfD die Zähne ausbeißen müssen. Da die altetablierten Parteien bereits zu viele Zugeständnisse gemacht haben (siehe Schäuble Islamkonferenz, Wulff, Merkel: Der Islam gehört zu Deutschland) Und Parallelgesellschaften Realität sind.

Ich glaube, dieses Problem wäre mit ausreichend politischem Willen gar nicht so schwer zu lösen. Wäre der Islam tatsächlich NUR Religion, fiele er unter die Religionsfreiheit. Nun ist er aber immer zugleich ein politisch-rechtliches System. Er ist Religionsrecht, das selbst im moderaten Fall dem bürgerlichen Recht widerspricht (das nun mal kein Religionsrecht sein kann). Ich denke, DAS ist der Knackpunkt, nicht die Salafisten oder Terroristen oder sonstwas. Die Auseinandersetzung muss sich um die Rechtsfrage drehen, und die Islampolitik Deutschlands muss den schwierigen Spagat bewältigen, dem Islam Religionsfreiheit zu gewähren, die Rechtshoheit aber zu beschneiden.
Der Staat kann weder einer muslimischen noch einer anderen Minderheitengesellschaft gestatten, das geltende Recht durch ein anderes zu ersetzen. Deshalb sollte der Staat meiner Meinung nach jeder islamischen Institution, jeder Organisation, jeder Moschee einen Kooperationsvertrag vorlegen: Etwas, womit eine muslimische Vereinigung ausdrücklich das deutsche Recht anerkennt und darauf verzichtet, das Religionsrecht zu etablieren. Das schließt z.B. den Verzicht auf Friedensrichter und Paralleljustiz ein, das schließt die Zusammenarbeit mit der Polizei und der Staatsanwaltschaft ein. Die muslimische Vereinigung bzw. deren Leiter müssen selbst dafür sorgen, dass sich die Mitglieder daran halten. Wenn sie den Vertrag ablehnen, wird die Vereinigung verboten, wird die Moschee geräumt.
Auf der anderen Seite sollte der Staat den integrationsbereiten Muslimen tatsächlich weiter entgegengehen. Es wäre nicht schwer, in allen öffentlichen Gebäuden mit eigener Küche nicht nur ein Gericht für Vegetarier, sondern auch eins für Muslime anzubieten. Und was z.B. die Frage des koedukativen Schwimmunterrichts betrifft, so rührt die Ablehnung seitens der Muslime manchmal vielleicht gar nicht unbedingt aus politischen Gründen her, sondern aus der Verletzung der Schamgrenze (als konservativ empfindender Christ kann ich manches durchaus nachempfinden). Ich meine, an solchen Stellen könnte der koedukative Unterricht durchaus mal aufgehoben werden.
Es wäre ein riskanter Spagat, und er würde gewiss nicht ohne Ungerechtigkeiten vollzogen werden können, böte aus meiner Sicht aber die Chance auf echte Integration.
Die Burka IST ein Instrument zur Unterdrückung der Frau - das Kopftuch dagegen kann auch ein Ausdruck persönlicher religiöser Ehrfurcht sein. Jene muss verboten werden, denn sie ist ein Stück Umsetzung der Scharia im deutschen Rechtsraum; dieses sollte erlaubt sein.
Der Islam wird nie und nimmer von sich selbst aus seine politisch-rechtliche Speerspitze abbrechen: dafür muss unser Staat sorgen. Ich weiß, das ganze riecht nach McCarthyismus - aber als Alternative sehe ich nur einen Flickenteppich aus miteinander konkurrierenden Ethnien und Kulturen mit wachsenden muslimischen und schrumpfenden westlichen Segmenten und der permanenten latenten Gefahr regionaler Bürgerkriege mit wechselnden Allianzen.
Würde gern Rückmeldung erhalten, ob das ein vernünftiger Gedanke ist - wenn nicht hier, dann anderswo.

Ansonsten danke für die Erklärung "dagegen"/"dafür", Rumpelstilzchen.
jack
09. Juli 2015 19:54
@MArc Wall
Wie hat dieser Tage Frau Bundeskanzler Merkel voller Freude verkündet? Beim islamischen Fastenbrechen meinte sie: “Der Islam gehört unzweifelhaft zu Deutschland!”

Die gute Frau ist nicht auf dem laufenden, weil: Deutschland gehört bereits dem Islam., denn Scharia Gesetze werden bereits installiert, (finanzielle „Wiedergutmachung“)öffentliche Stellen, Bundeswehr, Schulen, Universitäten, Gerichte, Medien, die Politik usw. Sind mit Einwanderern überproportional besetzt, Gauck lädt vorzugsweise Auslandsmuslime ein, in die BRD einzuwandern, Merkel war gestern in Albanien, das man in die Todeszone, EU genannt, integrieren will. Usw.usf.


@TutnichtszurSache
Aber Herr Stein hat eben diese irrationale, übertriebene Angst,


„irrationale Ängste“ auch so ein Gummibegriff, der vorzugsweise angewendet wird, um sich berechtigten Gegenargumenten zu verweigern. Jemand mit irrationalen Ängsten ist im Neusprech des Systems gleichzusetzen mit einem Neurotiker, der dringend einer Spezialbehandlung unterzogen werden muss, damit man ihm die (eingebildeten) Ängste austreibt.



@Cosima van Tutte
Um zu verdeutlichen, wie ich das meine, möchte ich auf folgendes hinweisen. Bis vor 30000 Jahre etwa war Europa der Kontinent der Neandertaler. Dann aber drangen die Vorfahren der Jetztmenschen ein, und die Neandertaler waren weg.


Wenn uns die „Wissenschaft“ heute erzählt, der „moderne Mensch“ stamme aus Afrika, so ist das keineswegs einwandfrei belegt. Auch die Geschichte vom Cro-Magnon Menschen ist nicht ausreichend dokumentiert. Man nimmt an, man geht davon aus, man vermutet....ist alles kein Beweis. Wenn eine höher entwickelte Spezies eine weniger entwickelte Spezies „aufgesogen“ hat, wäre das eine Erklärung für das Verschwinden der Neandertaler.. Dass aber der umgekehrte Fall eintritt
dürfte in der bisherigen Menschheitsgeschichte einmalig sein.
Gustav Grambauer
09. Juli 2015 20:47
Eveline, nörgler

"Wirklich schönes Lied.Auch gut gewählt,weil zum Thema passend."

Jetzt noch das Ostherz-Lied für Björn & Frauke hihihi:

https://www.youtube.com/watch?v=0iz0gOXgQ2U

- G. G.
Falkenstein
09. Juli 2015 21:30
Schön - inmitten der Unruhe des Volkes wieder etwas herzhaftes von der real existierenden Scholle zu erfahren.
Ja, jeder Kulturkampf braucht seine Rückzugsräume, niemand kann permanent in der Offensive fechten.
Sei es die zu striegelnden Ziegen in ihrem stoisch - wissendem Weltblick oder das Zigarillo in der tauschwangeren Dämmerung der Vorharzebene, dies alles baut auf und der Kontrast schafft Ruhe.
Ich bemühe mich immer wieder "unsere" Leute aufzubauen, ihnen eben diese Ausblicke zum Ausgleiche anzuempfehlen ohne die Gewähr, in eigener Sache nach getanem Werke diese Kraft ebenso zu schöpfen dürfen.
Lieber Herr Kubitschek, wir sind alles Siedler. Im Geistigen wie im Ländlichen. Schön zu wissen, das die Dinge im Rittergut ebenso ablaufen wie im Berggehöft bei uns.
Danke immer wieder für ihre natürliche Art der Kraftspende, es verbindet sehr.
Der Gutmensch
09. Juli 2015 22:39
Herr Wawerka,

in erster Linie hat die EU viele Zugeständnisse gemacht. Deutschland war in der Umsetzung der Vorgaben eher zurückhaltend, wie ich finde. Das AGG beispielsweise wäre noch schlimmer gegangen. Anstrengend sind hier vor allem die deutschen EU-Freunde, die querschießen.

Ich teile Ihre Auffassung nicht, dass das ein einfaches politisches Problem ist. Vielmehr wird - jedenfalls bis der IS vom Tisch ist, was dauern kann - ein Tanz aufgeführt werden müssen, der in weiten Teilen intransparent verläuft. Welchen Verband man wann wie innenpolitisch bauchpinselt, werden sinnvoller Weise außenpolitische Bedürfnisse entscheiden; und das macht sie ja auch schon lange. Pauschale Zugeständnisse an alle Moslems hier wären die ultima ratio, wenn außenpolitisch wieder Ruhe herrscht und man sich also für dauernd miteinander einrichtet. Kennzeichnung hingegen kann immer hilfreich sein. Sie mögen also Kopftuch tragen. (Andere Religionen würden in Schnappatmung verfallen und argwöhnen, man wolle ihnen die Spiritualität absprechen und sie auf weltliche Kennzeichen reduzieren! Moslems kennen offenbar keine solche Sorgen.) Gleichzeitig ist damit hoffentlich der Burka gewehrt: Wo man sich freiwillig aufs Kopftuch festnagelte, gibts m. E. eben keinen Spielraum für andere Tücher mehr. Frau Klöckner kommt diesbezüglich dezent aus dem Mustopf, wie ich finde. Im übrigen ist es keine legislative, sondern eine exekutive und judikative Frage, ob man Parallelgesellschaften duldet; das dulden unsere Gesetze nämlich - eigentlich - nicht. Jetzt müssten sie bloß noch angewendet werden! Wenn sich dem Gedanken wieder vorsichtig nähern könnte, wäre schon enorm viel erreicht und ein Haufen innenpolitischer Dampf vom Kessel.

Der Gutmensch.

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