Sezession
1. Februar 2007

Mircea Eliade – Leben und Werk

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 17/April 2007

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Am 9. März als Sohn eines Hauptmanns in Bukarest geboren, verbringt Eliade seine frühe Kindheit in der rumänischen Provinz, je nachdem wo der Vater stationiert ist. 1914 erfolgt der endgültige Umzug nach Bukarest, wo Eliade die Grundschule besucht. Bereits vor Schulbeginn kann er lesen, der Beginn seiner lebenslangen Leidenschaft für Bücher. Im Ersten Weltkrieg erlebt Eliade die Bombardierungen Bukarests und die zeitweise Besatzung durch deutsche Truppen. Seit Herbst 1917 besucht er das Gymnasium, auf dem er durch schlechtes Betragen auffällt, was schulische Mißerfolge nach sich zieht. Erste schriftstellerische Arbeiten und preisgekrönte Veröffentlichungen stärken aber das Selbstbewußtsein des kurzsichtigen Jungen.

1925

Da Eliade bereits in der Schule weniger vom Christentum als vom Phänomen des Religiösen allgemein fasziniert war, ist es nicht überraschend, daß er sich im Oktober, nach überstandener Abiturprüfung, in Bukarest am philosophischen Fachbereich der Fakultät für Geisteswissenschaften und Philosophie einschreibt. Hier trifft er auf den einflußreichsten Intellektuellen seiner Zeit: Nae Ionescu, dem es gelingt, eine ganze Generation von Studenten in seinen Bann zu ziehen und um die Zeitschrift Cuvantul zu sammeln. Eliade arbeitet dort als Redakteur und begründet 1927/28 durch seinen Aufsatz „Geistiges Itinerarium" die sogenannte Generation, eine Gemeinschaft von Studenten, die sich der Erneuerung des rumänischen Kulturlebens verschreibt. Kaum ins Leben gerufen, verläßt ihr „Chef" Eliade Rumänien für drei Jahre.

1928
Um für seine Magisterarbeit, die im Oktober von der Universität Bukarest angenommen wird, Material zu sammeln, war Eliade nach Italien gereist, hatte dort führende Religionshistoriker kennengelernt und geriet mit dem Traditionalismus Evolas in Kontakt. Das läßt in Eliade den Wunsch aufkommen, in Indien Sanskrit zu studieren. Ausgestattet mit einem Stipendium geht er im November auf die vielleicht einschneidendste Reise seines Lebens, von deren Erfahrungen er sein Leben lang zehren sollte. Er studiert in Kalkutta bei dem indischen Philosophieprofessor Dasgupta, der ihn sogar in sein Haus aufnimmt. Durch ein Liebesverhältnis mit Maitreyi, der Tochter des Professors, kommt es zum Bruch. Eliade muß das Haus verlassen und sich allein durch Indien schlagen. Seine Reisen führen bis zum Fuße des Himalaya, wo er vermutlich in die Yoga-Praxis eingeweiht wird. Als wichtigste Erkenntnis aus Indien nimmt er jedoch die Einsicht in die existentielle Bedeutung und Macht des Symbols mit.


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