16. Sommerakademie „Machbarkeit“ – Jetzt anmelden!

ifs_logo blauAm Anfang jedes Großprojekts steht eine „Machbarkeitsstudie“. Das zu erreichende Ziel muß mit den verfügbaren Mitteln in Einklang gebracht werden. Andernfalls muß die „Machbarkeitsstudie“ zu einem negativen Ergebnis kommen. Es ist die darin zum Ausdruck kommende Fähigkeit des Menschen, planerisch und gemeinschaftlich ein Projekt umzusetzen, das es ihm ermöglicht hat, die Welt zu verändern und nach seinen Bedürfnissen einzurichten. Trotz seiner „physischen Mittellosigkeit“ (Arnold Gehlen) konnte er sich auf diesem Weg die Natur Untertan machen und seine Kultur schaffen.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Daß die­ser Fähig­keit Gren­zen gesetzt sind, zei­gen zum einen die unglaub­li­chen Geschich­ten um die Groß­pro­jek­te wie den Ber­li­ner Flug­ha­fen oder die Ham­bur­ger Elb­phil­har­mo­nie, die deut­sche Inge­nieu­re und Archi­tek­ten im 19. Jahr­hun­dert wohl noch völ­lig geräusch­los durch­ge­führt hät­ten. Sie zeigt sich aber auch an Unter­neh­mun­gen wie dem Umbau Deutsch­lands in eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft oder dem Pro­jekt der soge­nann­ten Klimarettung.

Doch hin­ter all den Unter­neh­mun­gen steht die still­schwei­gen­de Über­zeu­gung, daß alles dem mensch­li­chen Gestal­tungs­wil­len unter­wor­fen ist und er belie­big mit den Bestän­den ver­fah­ren kann und darf. Ernst Jün­ger hat die­sem Pro­blem im Arbei­ter nach­ge­spürt und in der Plan­bar­keit der Welt gleich­zei­tig ein unaus­weich­li­ches Ver­häng­nis gese­hen. Mar­tin Hei­deg­ger spricht von “Machen­schaft”, für die alles, was ihr schein­bar Wider­stand ent­ge­gen­setzt, nur der “Stoff zur wei­te­ren Arbeit und der Anstoß in den Fort­schritt” sei.

Die “Mach­bar­keit” ist also noch lan­ge nicht an ihr Ende gekom­men, son­dern beschreibt den Kern der aktu­el­len poli­ti­schen Lage Deutsch­lands: Wie läßt sich des­sen Gegen­wart und Zukunft gestal­ten? Was ist mach­bar ange­sichts von Mas­sen­ein­wan­de­rung, Schuld­kult und Ver­grei­sung? Ist es mög­lich, eine mul­ti­kul­tu­rel­le Gesell­schaft zu machen? Ist gegen die­ses Vor­ha­ben Wider­stand mög­lich? Wo stößt die Mach­bar­keit auf Gren­zen? Wo sto­ßen wir auf Grenzen?

Um die­se und ande­re Fra­gen wird es auf der nächs­ten Som­mer­aka­de­mie vom 28. bis 30. August 2015 in Schnell­ro­da gehen. Wir haben Platz für 70 Teil­neh­mer unter 35 Jah­ren. Wer sich ein Bild vom Cha­rak­ter der Aka­de­mien machen möch­te, kann das hier tun.

Es gibt wie­der sie­ben Vor­trä­ge, einen Film­abend, Sport und aus­rei­chend Gele­gen­heit zum Aus­tausch und Ver­bin­dun­gen knüp­fen. Die Hörer­bei­trä­ge sind nicht hoch (auch wenn wir sie nach zehn Jah­ren mode­rat anhe­ben muß­ten). Wer Geld ver­dient, bezahlt für zwei Über­nach­tun­gen, Voll­pen­si­on und alle Vor­trä­ge 100 €, alle ande­ren bezah­len 50 €.

Das Tagungs­pro­gramm mit dem Anmel­de­bo­gen gibt es hier. Bit­te mel­den Sie sich rasch an, die Hälf­te der Plät­ze ist bereits belegt! Anmel­dun­gen direkt per mail bit­te an institut(at) staatspolitik.de, tele­fo­nisch an 034632–90942.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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Kommentare (18)

DER GEKENKTE

9. Juli 2015 11:50

Kann mir jemand erklären, weshalb es diese Altersdiskriminierung gibt? 30 Jahre arbeite ich philosophisch und bekomme deswegen - wegen der 30 Jahre - gar nicht die Gelegenheit, an meinen ureigensten Themen mitzuarbeiten, weil man ... was will?

Gustav Grambauer

9. Juli 2015 12:29

Das Fräulein aus dem Beitrag von Herrn Lichtmesz hat bestimmt eine Liste mit "Antidiskriminierungsverbänden":

https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__23.html

https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__19.html
https://www.gesetze-im-internet.de/agg/__21.html

- G. G.

Weserlotse

9. Juli 2015 13:38

Ich finde die Alterbegrenzung verständlich, wenngleich sie leider auch mich trifft. Die räumlichen wie personellen Kapazitäten sind nun mal begrenzt, und die Entscheidung, daß junge Leute von dem Angebot profitieren sollen, erscheint mir nachvollziehbar.

Dennoch gibt es offenbar eine Nachfrage auch älterer Semster - vielleicht besteht ja eine Möglichkeit, auch die zu befriedigen, z.B. durch einen jährlichen Staatspolitischen Kongreß?

Eveline

9. Juli 2015 15:37

Das Programm liest sich gut.

Das Sie eine Altersbegrenzung einführen, finde ich gut. Wer selber Kinder im gehobenen Alter hat, weiß wie schwierig es für diese Altersgruppe ist, ohne Alte, (gemeint das Alter der Eltern und ihr Gedöns) die dann auch noch in der Mehrheit sind, irgendwo anzukommen.
Die ab 35 müssen in der nächsten Zeit ohnehin in die Puschen kommen. Sie sind nicht nur existentieller betroffen, somit ihr Radar ganz andere Botschaften filtert, sondern gehören auch ans Ruder.
Ich staune, das es so viele gibt, die sich dafür interessieren.
Auch das Prof.Schachtschneider referiert... sehr gut.

DER GEHENKTE

9. Juli 2015 16:00

Einen Kongreß zu initiieren oder andere Foren mit breiter Beteiligungsmöglichkeit wäre auf jeden Fall begrüßenswert … Die Frage zielte aber nicht nur auf die Möglichkeit meiner (oder älterer Semester) Teilnahme, sondern auch ein wenig weiter.

Man hat in Schnellroda Einmaliges aufgebaut: Die Sezession setzt bundesweit qualitative, stilistische und formale Maßstäbe, es gibt einen florierenden Verlag, das Institut bündelt Kräfte usw. … aber kann all dies nicht auch zu einer Art Selbstgerechtigkeit, ein Kreisen um sich selbst führen? Anders gesagt: Gibt es neben dem Lehr- auch einen Lernmodus?

Gerade lese ich – mit großer Freude – die „Tristesse Droite“ und höre da, neben vielen anderen angenehmen und faszinierenden Klängen, auch so einen Oberton der geschlossenen Gesellschaft heraus, ein Klirren der Gläser durch die Verandatür. Der besteht natürlich auch ganz zu Recht, denn schließlich haben die Damen und Herren ihren „Namen verbrannt“, haben das alles mit bewundernswürdiger Energie und Entschlossenheit und Klugheit hochgezogen, gegen alle Widerstände … man kann es nicht genug würdigen. Aber nun hat man seine acht oder zehn Hauptautoren, man hat sich über den Kanon vergewissert (und tut es im Buch noch einmal) und man könnte den Eindruck erlangen, daß man damit zufrieden ist. Wer noch dazu kommt, wird gerufen, berufen, herausgepickt (siehe Lutz Meyer), der Rest hat im Auditorium Platz zu nehmen … Täuscht meine Wahrnehmung oder gibt es solche Tendenzen? Bin ich zu sehr pluralistisch indoktriniert? Ich weiß es nicht. Eins muß man olle Popper lassen: das Kriterium der Falsifikation war ein Geniestreich – nur wo man bewußt den Widerspruch sucht, sich diesem aussetzt und ihn überwinden kann, nur dort ist geistige Lebendigkeit und das Wissen, auf der rechten Seite zu stehen, garantiert.

Zurück zum Ausgangspunkt: Akademie als Lehrort ist gut und schön und wichtig aber es muß auch einen Ort geben, an dem man in der Menge der Meinungen untergeht und sich diesen aussetzt - Grenzen kann man zuvor abstecken. Nur so, im aktiven Wechselgespräch, in der Diskussion, kann auch ich mich (wie jeder andere) abschleifen.

Der Gutmensch

9. Juli 2015 16:54

Ich kann mich nur über jeden wundern, dem solche Dinge wie den Berliner „Flughafen“ noch Rätsel aufgeben. Dabei haben die Anthropologen das zugrundeliegende Phänomen längst als „Cargokult“ beschrieben, eine millenaristische, politisch-religiöse Bewegung von Menschen, die einst mit dem Flugzeug herkamen, ohne sich einen rechten Reim darauf machen zu können, wie man so viel Wegstrecke in so kurzer Zeit zurücklegen kann.

Hier seht Ihr eine kurze Dokumentation, wer genau hinsieht, erkennt den Klaus: https://www.youtube.com/watch?v=qmlYe2KS0-Y

(...) They built a bamboo-dummy-plane and placed it on the edge of the landing strip, because they believe that the (real) planes come from paradies and their ancestors sent them. (...) You build your plane, too says the cargo-cult-doctrine, and wait with faith! Sooner or later your ancestors will discover the white mans trap and guide them on your landing strip. Then you will be rich and happy! (...)

lince

9. Juli 2015 18:58

"Machbarkeitsstudie" (feasibility study, étude de faisabilité) ist eine Abschätzung, ob ein Programm oder Projekt verwirklicht werden kann. Machbarkeitsstudien sind ein vernünftiger, wenn nicht unabdingbarer, Schritt bei komplexen und kostspieligen Vorhaben.

An Arnold Gehlen, den "menschlichen Gestaltungswillen" usw. denken diejenigen, die solche Studien beauftragen oder anfertigen, wohl kaum.

Das Problem der gängigen Machbarkeitsstudien ist, dass sie oft nicht "ergebnisoffen" sind, sondern diese Offenheit nur simulieren. Man weiß, was man schreiben und sagen soll und verhält sich entsprechend. Das ist ein organisationssoziologischer Tatbestand.

Der argumentative Schwenk hin zu Machbarkeit als dem "Kern der aktuellen politischen Lage" mag interessant sein, hat aber m. E. mit Machbarkeitsstudien wenig zu tun.

Reichsvogt

9. Juli 2015 19:20

Ist das wieder so eine "pseudointellektuelle" neu-rechte Veranstaltung vor denen Dieter Stein in der aktuelle JF auf Seite 2 warnt? Scherz beiseite. Aber Edgar Julius Jung Bücher von KHW in der Buchreihe "Erträge" der Bibliothek des Konservatismus herausgeben oder einen Band über Robert Hepp. Diese Schizophrenie verstehe wer will...

Reichsvogt

9. Juli 2015 20:17

Apropos "Neue Rechte": 1. Frage im Interviewband "Unsere Zeit kommt" an Karlheinz Weißmann: "Herr Dr Weißmann, Ihnen wird von Freund und Feind nachgesagt, Spiritus rector , Vordenker der Neuen Rechten zu sein." Antwort:"Keine Einwände. Aber "Neue Rechte" ist natürlich nur ein Hilfsbegriff, so wie jedes politische Etikett."

Nemo Obligatur

9. Juli 2015 20:31

Für die Teilnahme bin ich ja schon zu alt. Aber vielleicht kann ich ja noch bei der Finanzierung helfen. Wenn es wieder einen Spendenaufruf gibt, bin ich dabei.

Schlesische Fachkraft

9. Juli 2015 22:31

Für die Teilnahme bin ich leider auch zu alt. Aber ich würde gerne wieder einen kleinen "Unterstützungsbeitrag" leisten!

Gustav Grambauer

9. Juli 2015 22:36

Die Krux des Berliner Flughafens ist m. E. profan. Elsässer hat sie in seiner unnachahmlichen Art aufgezeigt:

https://www.youtube.com/watch?v=aGVd-neGtQU

Man muß nicht nach Berlin fahren, um das zu erfassen; es genügt, in diesen Film einmal hineinzuschauen, dessen Titel bereits 1997 alles vorweggenommen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=JzhQ6sPmsNU

In Berlin ist die Floskel "... meine Baustelle" / "deine Baustelle ..." für alles und jedes gängig, zusätzlich wurde das Wort "wuseln" / "herumwuseln" zur Beschreibung aktiver Phasen erfunden .

- G. G.

Legionär

9. Juli 2015 23:04

Gute Idee das Ganze. Bin leider drei Jahre zu alt, sonst wäre ich dabei!
Aber ich kann schon verstehen, dass Sie sich auf die Jüngeren konzentrieren, man muss einfach Schwerpunkte bei einer Begrenztheit der Ressourcen setzen.

Spielhahn

9. Juli 2015 23:40

An alle, die sich über die Altersschranke erregen:

Hier geht es mE um Bildungsarbeit für die junge Generation. Wer mehr oder anderes will, kann dies gerne initiieren.

Als "alter Sack" wünsche ich der Akademie maximale Erfolge.

Arminius Arndt

10. Juli 2015 07:47

An alle, die sich über die Altersschranke erregen:

Hier geht es mE um Bildungsarbeit für die junge Generation. Wer mehr oder anderes will, kann dies gerne initiieren.

Cleverer wäre es aber, auch "Alters offene" Veranstaltungen abzuhalten, die dann entsprechend teuer sind, um damit die Sachen für die "Armen" quer subventionieren zu können.

Dann wären auch weniger Spenden notwendig.

@lince

Genau so sieht´s aus. Daumen hoch. So geht es im übrigen mit vielen Begriffen, die halb verstanden dann zum Luder für die eigene Meute umfunktioniert werden.

@Stein- Basher

Ich habe bislang auch kaum ein freundliches Wort über die Zeitung "Junge Freiheit" verloren - das war aber auch schon so, als sie noch keinen AfD Kurs hatte - meine aber, dass es an der Zeit sein sollte, Herrn Stein einmal diesbezüglich in Ruhe zu lassen. Nach all den Jahren weiß er halt eher, wie schwer es ist, auch nur wirklich wenig zu erreichen und um so verärgerter wird man dann, wenn auch das sich als erreichbar abzeichnende weniger als "Minimum" durch typisch kurzsichtige Streitereien zerstört wird, statt einfach mal in Deckung zu bleiben. Selbiges gilt für Frau Petry. Soll sie doch Herrn Lucke schimpfen und nachtreten lassen - der Ausscheidensprozess findet so oder so statt und wenn sie sich aufs Nachkarten einlässt, dann verliert sie noch mehr Mitglieder, als ohnehin gehen. Sie muss jetzt eher um den Markenkern der AfD kämpfen, damit die AfD nicht zur ostzonalen Sonderbewegung verfällt, was angesichts der sich abzeichnenden Vorgänge in vielen Westverbänden nicht mehr unrealistisch erscheint.

Eveline

10. Juli 2015 09:08

Beim Lesen des letzten Absatzes von A. Arndt kam mir das Bild - von gegen den Strom schwimmenden Lachse - , die zu ihren Laichplätzen schwimmen, um dann - nach dem Laichen - zu sterben.

Alles gute Leben ist schwimmen gehe den Strom. Gott prüft, treiben kann sich jeder lassen.

Und gegen den Mainstream, als Verleger, - finanziell anzukämpfen ist verlorene Zeit.

Zusammen gegen den Strom zu schwimmen ist sicher leichter, aber wenn Frau Petry nur ein Bündel Osten zu den Laichplätzen führt, ist schon viel getan.
Dann sterben?

Ich glaube, die dürfen und werden weitermachen, die eine Schule gründen. So scheint das Universum aufgebaut, ein lebenslanges Lernen und Lehren.

Simon

10. Juli 2015 11:59

Am 13./14. Juni gab es den Staatspolitischen Kongreß, welcher offen für alle Altersklassen war. Des Weiteren gibt ja auch den Staatspolitischen Salon des IfS. Das Angebot ist also auch für ältere Semester vorhanden. Wer darüber hinaus etwas möchte, muss sich eben selbst darum kümmern. Die Referenten stehen ja zur Verfügung, wenn man diese anfragt.

Thomas Wawerka

10. Juli 2015 12:39

Gegenüber dem "Gewachsenen" hat die "Machbarkeit" oft etwas Penetrierendes an sich - gegenüber dem "Gewünschten" bildet sie ein unbedingt notwendiges Korrektiv.

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