Sezession
21. Dezember 2015

Die „Neue Rechte“ – was ist das?

Götz Kubitschek / 42 Kommentare

kositzaIn drei Tagen ist Heiligabend, und an allen Fronten geht es gegen die AfD - jene vom Flüchtlingsdebakel der herrschenden Klasse profitierenden, widerborstigen Pflänzchen. Der AfD soll - nach dem Willen der Altparteien - der Geldhahn abgedreht werden, außerdem befördert man von dort her das Gerede über eine neuerliche Spaltung und findet unter den Konservativen selbst leider willige Denunziationshelfer. Indes:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Lautstärke des Heultons aus der Mitte ist ein untrügliches Kennzeichen dafür, daß aus etwas Beherrsch- weil Einbindbarem ein tatsächlicher Alternativansatz geworden ist, und zwar ein bürgerlicher.

Was uns hier - als Beobachter - weit mehr interessiert: Warum wird nun eigentlich wieder einmal der Begriff "Neue Rechte" in die Denunziationsschlacht geworfen, also: abgefeuert auf das, was anscheinend "übrig geblieben ist" von der AfD? Und warum warnt eigentlich mit der Jungen Freiheit jenes Medium vor einer "Neuen Rechten", das doch selbst und - in Gestalt Karlheinz Weißmanns mit einer ihrer Edelfedern - Transmissionsriemen dieser Neuen Rechten war und trotz aller Bemühungen dieses Etikett so rasch nicht loswerden wird (siehe Volker Zastrows Artikel in des Frankfurter Allgemeinen vom Sonntag)?

Mit Stein und Weißmann führten wir übrigens vor sechs Jahren ein ausführliches Gespräch über dieses Thema, Stein lehnte den Begriff damals bereits ab, Weißmann verteidigte ihn, und daran dürfte sich bis heute nichts geändert haben (hier Teil 1 und Teil 2 des Gesprächs).

hinzAber zurück zum Thema: In dieser Republik hat bisher das rettende Ufer des Establishments nur erreichen können, wer vollständig abgeschworen und im wilden Land jenseits des sprachgeregelten Terrains alles zurückgelassen hat, was die Grenzkontrolle unangenehm machen könnte.

Die "Neue Rechte" gilt zweifelsohne als brisantes Schmuggelgut, aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, als nähme die Neigung zu, sich an den recht willkürlichen Grenzen der Sprechordnung ein wenig danebenzubenehmen oder die Grenzkontrollen als solche nicht mehr zu akzeptieren. Die Bewegungsrichtung: vom Etablierten ins wilde Land und wieder zurück mit fetter Begriffsbeute.

Zurück zum wohl wichtigsten Aspekt: Man kann natürlich an der Grenze zum Establishment um Einlaß betteln und sich selbst in Quarantäne begeben, um zu beweisen, daß man nicht mehr ansteckend ist. Aber dieses Herumstehen verhindert doch vor allem eines - den Spaß, den man in der Wildnis des Denkens und Argumentierens haben kann - mithin ziemlich das einzige also, was ein eher intellektuelles Leben zu einem besonders schönen Leben machen kann.

raskolnikowDas Lied, mit dem man den Grenzposten heranpfeifen und von der eigenen Läuterung überzeugen muß, ist gähnend langweilig. Was auch sonst? Wer an der Grenze herumsteht, kann nicht im Café Widerstand sitzen und das Verwirklichen, was die "Neue Rechte" ist: die grundsätzliche und vor allem fröhliche Infragestellung der kulturellen Hegemonie des linksliberalen Establishments (vgl. hier, Minute 7.20ff).

Sie ist damit natürlich nicht umfassend beschrieben, diese "Neue Rechte", und gerade wir verwenden diesen Begriff sowieso polemisch, also: nicht trennscharf, sondern angriffslustig und nicht ohne Selbstironie.

Und so halte ich das, was wir jüngst aus dem erneuten Kreisen um unseren Platz in der bundesrepublikanischen Welt herausdestilliert haben, tatsächlich für einen glücklich plazierten Wurf: Wo so viele danach fragen, wer oder was die "Neue Rechte" sei, können wir mit Tristesse Droite antworten - mit unserem Gesprächsband, an dem Thorsten Hinz (JF) und Erik Lehnert (IfS) ebenso beteiligt sind wie Ellen Kositza (Sezession), Martin Lichtmesz (Wien) und Raskolnikow (Wildnis, definitiv).

Gesprächsband Einband.inddDie "Neue Rechte" - was ist das? Eine ehrlichere und vor allem schönere Antwort als unser Buch gibt es nicht. Und vielleicht - Illusion, Illusion - gibt nach der Lektüre der ein oder andere Grenzsteher auf und setzt sich wieder mit dazu ...

Tristesse Droite hier bestellen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (42)

Mabuse
21. Dezember 2015 13:27

Absolute Kaufempfehlung meinerseits - ein tolles, liebevoll erstelltes Werk, das die "Neue Rechte" greifbar macht und aus der teilweise absurden "Mystik" holt. Leider findet das Begriffspaar häufig dieser Tage Verwendung in ganz anderen/falschen Zusammenhängen. Umso wichtiger ist Tristesse Droite, um das Terrain abzustecken.

Bis heute Abend in Dresden. ;-)

Langsax
21. Dezember 2015 14:18

Man sollte die "Neue Rechte" auch gegen die herrschenden linksliberalen Ideen definieren. Was ist links bzw. was hat "links" in den letzten 100 Jahren auf dieser Welt alles vollbracht? Lenin/Stalin etc. wollten einen neuen Menschen erziehen ,weil der alte Mensch zu verdorben sei. Mittels Erziehung (Behaviorismus), Zuckerbrot und Peitsche, wurde bearbeitet, das Ergebnis war verheerend: Viele Dutzend Millionen Tote - viel mehr, als der 2. Weltkrieg Opfer gefordert hatte - und trotzdem ist das Experiment auf der ganzen Linie gescheitert.
Und das heutige Establishment in Westeuropa versucht es auch mit einem neuen Menschenexperiment, der Erziehung zum "Weltbürger", zu Individuen, die völlig entgrenzt und vereinzelt sein sollen. Auch das wird grandios scheitern (mit mindestens so vielen Opfern, wie unter Stalin, Mao, Pol Pot etc!).

Warum wird dieser Versuch der Menschheitserziehung auch scheitern? Weil man das biologische Wesen des Menschen einfach ignoriert!
Einer, dem immer vorgeworfen wurde, er wäre ein Vertreter der neuen Rechten, hat das mal sehr gut zusammen gefasst, was das angeborene Verhalten des Menschen ausmacht:
https://www.estelmann.com/private/eibl1.htm

Wer das biologische Wesen des Menschen ignoriert, wird niemals begreifen, warum sich Menschengruppen so verhalten, wie sie sich verhalten.

Das heutige linksliberale Establishment ist menschenverachtend (Der Weg zur Hölle ist meist mit guten Vorsätzen gepflastert!).

Ein gebürtiger Hesse
21. Dezember 2015 14:19

Der Spaß, dem man in der Wildnis des Denkens und Argumentierens haben kann - mithin das ziemlich einzige also, was ein eher intellektuelles Leben zu einem besonders schönen Leben machen kann.

Wunderbar, da ist Schmackes dahinter und genau darum geht's. Wer also etwa nach der "Spiegel"-Verunglimpfung der Neuen Rechten von letzter Woche auf einen gewissen Geschmack gekommen ist und sich - diese eine Tabu-Übertretung entspricht einem Ausbruch ins Freie, ja in die oben genannte "Wildnis" - ein eigenes, unzensuriertes Bild von dieser machen möchte, kann nichts besseres tun, als sich diese herrliche Selbstdarstellung und Selbsterkundung der engsten Neurechten Szene zu Gemüte zu führen. Nach der Lektüre gelten andere, neue, unbekannte Dinge. Es gibt keinen Grund, vor dieser Erfahrung zurückzuschrecken.

FFlecken
21. Dezember 2015 15:52

Also mit dem Begriff der Bürgerlichkeit habe ich meine Probleme. Damit ich assoziiere ich wenig positives. Aber wenn einige ihn brauchen, meinetwegen... Realpolitisch sagt er zumindest sowieso nichts aus, außer die Hoffnung auf Akzeptanz. Für mich ist die AfD keine bürgerliche Partei (davon gibt es schon genug) sonst würde ich mich dort auch nicht engagieren. Wir sollten weder eine Vetretung der Klasseninteressen des Bürgertums sein, noch das pseudo-biedermeierliche Idyll der Konsummenschen unserer Zeit unterstützen. Bürgerliche Werte an der Spitze einer staatlichen Ordnung, sie zehren von der Substanz. Es gibt da passgenauere Begrifflichkeiten.

d.n.
21. Dezember 2015 17:22

Angesichts der Lage - der inhaltlichen Übereinstimmungen, einer ähnlichen Zielrichtung, der parteipolitischen Präferenz sowie nicht zuletzt der schlichten Tatsache, dass das warme Stüblein des Establishments für die Büßer auch weiterhin verschlossen bleibt - sollte, gesunder Menschenverstand, dieses weitere gemeinsame Axiom, voraussetzt, eine Rückkehr in die Wildnis eigentlich keine Illusion bleiben...

Lars Geier
21. Dezember 2015 18:04

Die "Traditionskompanie" ist in Stellung gegangen. Es herrscht fröhliche - wenn auch noch etwas verhaltene - Aufbruchstimmung. Der Drang, sich zu erheben, ist deutlich spürbar. Ungeduldiges Säbelrasseln, wann gehts endlich los? Zusammenhalt ist jetzt wichtiger denn je. Egal wer recht hat, unnötige Schuldzuweisungen schwächen. Ein einendes Symbol, das wäre gut. Das Wogegen oder besser Wofür wird täglich klarer, über dem Wohin, dem Danach, liegt noch ein Schleier, der gelüftet werden muss. Eines ist wohl jedem klar: Jetzt ist unsere Zeit.

Cicero
21. Dezember 2015 18:27

Sehr zu empfehlen!

Allerdings, "jüngstes Kreisen"? Die Gespräche fanden vor ziemlich genau 2 Jahren statt. Zeit für eine Fortsetzung. Ist da etwas geplant?

rautenklause
21. Dezember 2015 18:44

Jetzt kommt es aber knüppeldick - aber manchmal sind Frontbegradigungen auch sinnvoll, wobei das hier eher ein Frontenwechsel italienischer Art ist ...

https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2015/sonst-endet-die-afd-als-lega-ost/

Und das ist mehr als unter die Gürtellinie:

Weißmann: Es ist hier offenbar nötig, für Klarheit zu sorgen. Ich habe im Frühjahr 2014 das Institut für Staatspolitik verlassen, schon einige Zeit vorher bin ich aus der Redaktion der Sezession ausgeschieden. Die Gründe sind leicht zu benennen: die dauernden Alleingänge Kubitscheks, seine notorische Unzuverlässigkeit, wenn es um Absprachen ging, und die permanente Grenzüberschreitung, etwa im Hinblick auf die „Faschisten des 21. Jahrhunderts“.

Kubitschek ist eigentlich kein politischer Kopf. Das können Sie schon an den immer wieder bemühten Schlüsselbegriffen „Provokation“, „Existentialismus“, „Stil“ sehen. Da verwechselt jemand Literatur mit Staatslehre und Ästhetik mit Politik. Was selbstverständlich fatale Konsequenzen nach sich zieht, wenn der betreffende trotzdem Politikberatung treibt.

Ach ja, und um den "neuen IfS Vordenker" hatte damals die JF auch gebuhlt und agedruckt ... "aer das ist eine andere Geschichte" (Michael Ende)

Harald de Azania
21. Dezember 2015 18:45

"Froehliche " das SCHLUESSELWORT >> Genial!!

Bravo GK: Wir haben Spasz daran, es gefaellt uns, wir lieben es, lustvoll, freudig , kulinarisch, erotisch, glaenzend, brilliant ,elegant, locker, sportlich, taenzerisch, souveraen, mit feiner Klinge, mit Bi-Haender, mit Reitgerte, mit Nelke im Knopfloch, hoch zu Pferd, laechelnd, im Smoking, im Sportgewande, elitaer, locker, zynisch, wissenschaftlich, mit Buechern, mit feschen Maedeln, gepanzert, am Fallschirm, Walzertanzend

ABER NIEMALS FAD

die Ueberwindung des linksliberalen Establishments!

HdeA

eulenfurz
21. Dezember 2015 18:52

... „Neue Rechte“ ist: die ... vor allem fröhliche Infragestellung ...

Die Portraitaufnahme neben dieser Aussage paßt jedenfalls nicht dazu, mag sie auch künstlerisch wertvoll sein.

Seit Jahrzehnten laufen Konservative immer nur den Gegebenheiten hinterher, wollen Bewahrenswertes bewahren aus einer Vergangenheit, die in der bunten Medienwelt als düster verklärt wird, und haben dabei zwangsläufig stets den Part des altbackenen Miesmachers. Allem Neuen, jeder Party und jedem Dahergelaufenen skeptisch gegenüberzustehen, ist zwar realistisch, aber nicht sympathisch. In satten Flowerpower-Zeiten sind Konservative für die schier überwiegende Masse überflüssig wie ein Kropf.

Zwangsläufig zur Machtlosigkeit / Ohnmacht verdammt - das macht auch wenig Spaß und erfordert von jedem Einzelnen ein tiefes Fundament der Unerschütterlichkeit. Das Loslassen-Lernen von überflüssigem Althergebrachtem und die Konzentration auf das Rudimentärste befreit und führt zu neuen Erkenntnissen.

Zadok Allen
21. Dezember 2015 22:04

Realitätsverlust auch bei Dr. Weißmann? In seinem pikanten JF-Interview sagt er, offenbar allen Ernstes:

Es ist überhaupt nicht entscheidend, ob die AfD es schafft, eine Fünf-, Sechs-, Zehn-, Fünfzehnprozentpartei zu werden. Entscheidend ist, daß sie zu einer Volkspartei wird, die die Chance hat, nicht nur eine Riegelstellung zu bilden, um Schlimmeres zu verhüten, sondern gestaltend tätig werden kann.

Ich habe eigentlich schreiben wollen, daß mich dieses Interview ungemein beruhigt, wenn ein herausragender Analyst wie Weißmann in der gegenwärtigen Lage noch mit solchen Fragen befaßt ist.

Diese Art von Sarkasmus blieb mir nun, beim zweiten Nachdenken, im Halse stecken. Der unbeugsame Pfarrer Jakob Tscharntke, dessen Worte jeder, der das Christentum noch ernst nimmt, hören sollte, hat am 22.11. eine Predigt zu Mätthaus 25 "Und ihre Lampen verlöschen" gehalten. Diese fiel mir nun wieder ein. Sie ist der Sache angemessener.

Hartwig aus LG8, der ehemalige Hartwig
21. Dezember 2015 22:15

Mein Gruß gilt der Rechten, ob nun neu oder nicht.
Den Herausgebern der Zeitschrift und des online-Tagebuchs SEZESSION wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest. Grüße an die Autoren; ein spezieller Gruß an die neu hinzu gekommenen Federn.
Beste Wünsche auch an die Kommentatoren. Ich grüße alle Frauen im Bunde! "Ohne Frauen sind wir kein Volk", der Spruch des grünäugigen Kriegers in J.Boormans Film "Emerald Forest". Schön, dass Sie dabei sind.
Salve Ihr Männer! Sammeln wir Kraft. Wir werden sie brauchen.

Bernhard
21. Dezember 2015 22:37

Ich finde es gut, daß für unser breites Spektrum - bei allen Differenzen in einzelnen Punkten - ein einheitlicher Begriff bei Freund und Feind gefunden wurde: "Neue Rechte". Dazu sollten wir uns alle bekennen.

https://www.amazon.de/New-Right-vs-Old/dp/1935965603/ref=sr_1_fkmr0_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1450733674&sr=1-1-fkmr0&keywords=greg+johnson+new+rigth+versus+old+right

Stil-Blüte
21. Dezember 2015 23:39

'Die Neue Rechte' - was ist das? Profil.
Die Neuen Rechten - wer sind die? Profilierte Köpfe.

Andreas Walter
22. Dezember 2015 02:10

Wenn man bedenkt, dass die Internationale sich anfangs auch aus Anarchisten, Nationalisten und Internationalisten zusammengesetzt hat, dann ist auch die Geburt der Neuen Rechten bisher recht ähnlich und damit ganz normal verlaufen.

Wie die Internationale auch ist die Neue Rechte eine Volksbewegung, die sich gegen die bestehende Ordnung richtet, und auch wie die Internationale das absolut zu Recht. Weil hier manche Dinge mittlerweile bis zum Himmel stinken.

Was aber eher an der Fehlbarkeit und Unvollkommenheit, der Menschlichkeit, dem Opportunismus und der Eigensucht derjenigen liegt, welche (auch) diese derzeit (noch) bestehende Ordnung etabliert haben. Ein ganz natürlicher Vorgang und Prozess also, den lediglich immer nur diejenigen nicht verstehen, die von eben jener spezifischen Ordnung profitieren, die sie oft auch selbst etabliert oder zumindest unterstützt und gefördert haben.

Denn so wie auch die Verbesserung des Umweltschutz vor vielen Jahren mal ein dringend notwendiges Korrektiv der bestehenden Gesellschaft war, so ist auch die Neue Rechte ein längst überfälliges Korrektiv bestimmter Verhältnisse, und jeder egal auch welcher politischer Gesinnung weiß auch warum, ohne das ich es einmal aussprechen muss.

Deutschland ist weder die EU, noch die VSA, noch ein Experimentierfeld für jedwede Art kommunistischer Utopien und die dazu auch noch im Alleingang, sondern eine Nation mit Anspruch auf Eigenständigkeit, Selbstbestimmtheit und Souveränität. Eine nicht einmal Unbedeutende, und genau darin scheint auch das Problem zu liegen. Nicht gross, mächtig und geostrategisch isoliert genug, um sich noch mächtigere Superstaaten vom Hals und in respektvollem Abstand zu halten, und auch nicht klein oder arm genug, um nicht auch allerlei Formen der Begehrlichkeit zu wecken, auch Ungerechtfertigte. Oder einfach nur schlicht als Konkurrent auf dem Weltmarkt anderen ein Dorn im Auge zu sein.

Die Neue Rechte kämpft daher für Deutschland und gegen alles, was sich gegen Deutschland richtet oder uns Deutschen schadet, gegenwärtig und langfristig.

Was ist daran bitte verwerflich, oder machen nicht auch andere Nationen so?

kryptkon
22. Dezember 2015 07:35

Wenn mich Freunde oder Bekannte ob meiner eigensinnigen Gedanken kritisieren, führe ich sie oft auf den Eigensinn mancher Worte zurück. Dann zitiere ich den achtfachen Pfad aus dem Buddhismus:
Rechte Einsicht
Rechte Gesinnung
Rechte Rede
Rechtes Tun
Rechter Lebensunterhat
Rechte Anstrengung
Rechte Achtsamkeit
Rechte Konzentration
Meist erfolgt dann eine sprachlose Bewunderung für diesen rechten Pfad. Denn bei Überprüfung des Eigenen bleibt nicts als die Erkenntnis, diesem Weg zustimmen zu müssen. Und in diesem Sinne meine Freunde, sage ich dann, bin ich rechts.

Meier Pirmin
22. Dezember 2015 10:32

@kryptikon. Diesem Ihrem Bekenntnis kann ich mich nur anschliessen, mit einer europäischen Ergänzung.

Ich zähle mich zur Urrechten, das heisst denjenigen, die im Parlament der Französischen Revolution den rechten Flügel besetzten sowie zu den britischen Whigs, welche diese Revolution kritisierten; in Deutschland Friedrich Gentz, dem Übersetzer von Edmund Burke. Also gehöre ich nicht zum nationalen Fichte-Flügel der Rechten.

Diese Präzisierung ist eine Positionierung noch rechts von den Rechten, wobei ich mich mal als junger Mann unmöglich gemacht habe mit der Bemerkung, weit rechts von Hitler zu stehen, die Nationalsozialisten seien mir zu links gewesen. Ich verachte tatsächlich jede politische Richtung, die sich in die Gemeindeautonomie einmischt, in welcher Sache auch immer. Nichts war den totalitären Linken und Rechten weniger heilig als die Selbstbestimmung der Gemeinden, wie sie im Kanton Uri schon im 13. Jahrhundert existierte, wenngleich nicht auf der Basis von Gleichheit, die nun mal gewiss nicht den Kern rechten Gedankengutes bildet. Freiheit ist wichtiger als Gleichheit, vgl. Eric von Kuehnelt-Leddihn, der zwar etwas antidemokratische Freiherr, den ich noch persönlich kannte.

Das Recht, selber für oder gegen eine Unterkunft von Asylbewerbern bei uns zu bestimmen, halte ich für heilig, ein wahres Menschenrecht. Wer hier die Bürgerschaft bevormunden will, auch bei Einbürgerungen, kommt mir totalitär vor. In diesem und noch anderen Zusammenhängen, etwa der Autonomie, Feiertage betreffend, fühle ich mich als "rechts". Aus nationaler Sicht gehöre ich wohl zur Reaktion.

Ich würde auch das Prinzip Kirchenasyl begrüssen, sofern die Kirchen bereit wären, für die Asylbewerber die volle Verantwortung, auch finanziell, zu übernehmen, weil Steuergelder für solche Leute im Sinn einer rechtsliberalen Staatskonzeption noch nie Staatsaufgabe waren, so wie man auch das staatliche Schulmonopol. so weit es faktisch existiert, jederzeit in Frage stellen müsste.

Es gibt also sehr unterschiedliche rechte Familien. Den achtfachen Pfad kann ich nun aber nur unterschreiben. Er bildet, @kryptkon, das, was Goethe das offenbare Geheimnis genannt hat. Goethe war vollständig frei von Linksdrall, hat sich jedoch von nationalem Gedankengut ebenfalls freigehalten, lebte jedoch deutsche Kultur wie kaum ein Zweiter, wohl noch mehr als Hölderlin, der behauptete, dir Vaterland, sei keiner zu viel gefallen, nicht ein einziger. Das Zitat wurde im Jahre 1870, im 1. und 2. Weltkrieg zeitweilig überstrapaziert.

Hajo Blaschke
22. Dezember 2015 10:43

Weißmannn hat mit seinem Pamphlet über die Lega-Ost der AfD gezeigt,Maß er auch nur ein Zeitgeist-Ritter ist, der zwar gerne und viel schreibt, aber ...
Ja, dann fehlt es doch leider an der politischen Weitsicht. Als Hobbyhistoriker, der er mit hoher Professionalität gerne sein würde,hätte ich mehr erwartet. Aber auch sein in die Wolken gelobtes Buch über die Geschichte Deutschlands zeigt an vielen Stellen die Defizite oder die Angst, die Wahrheit zu sagen. Ich zähle die JF nicht zu den national- konservativen Medien, da bietet die Preußische Allgemeine mehr Substanz.

Meier Pirmin
22. Dezember 2015 10:56

PS. Was oben von mir als die Rechte charakterisiert wurde, ist natürlich mit der sogenannten Neuen Rechten nicht zu verwechseln. Es ist die Uralt-Rechte, an die sich aber in diesen Weihnachtstagen zu erinnern wohl kein Luxus wäre. Der Freiherr Joseph von Görres, der Verfasser der fünfbändigen "Christlichen Mystik", gehörte trotz seiner nationalen Anwandlungen wohl auch dazu. Wer zur Uralt-Rechten gehört, kann sich über jede Art Nazi-Keule nur lustig machen. Wir sind gewissermassen noch viel schlimmer, in weit radikalerer Opposition zur Wertebasis der Gegenwart stehend. Beispielsweise war der Nationalsozialismus nicht nur in Sachen Abtreibung und Euthanasie, auch in Sachen totaler Mobilmachung der Gesellschaft im Sinne des "Arbeiters" von Jünger, eine moderne, eigentlich linksemanzipatorische Bewegung. "Schlecht und modern" drückte es Goethe aus, damit eine Losung der Altrechten artikulierend.

Aristoteles.
22. Dezember 2015 11:24

Man sollte sich von den mit Ressentiments durchtränkten, hin- und herschlingernden Worten Weißmanns nicht allzu sehr beeindrucken lassen.

Mitleid ist da eher angebracht.
('In seinem Herzen weiß er, dass er ein Deutscher ist, aber irgendetwas hat sich ihm beim täglichen Gang zu seinem Herzen in den Weg gestellt.')

EINE Weißmann-Idee sollte man aber auf jeden Fall aufgreifen,
eine Idee, die er vielleicht gar nicht nur sarkastisch in die Welt gesetzt hat:
LEGA-OST.

Ein Ausbau dieses Gedankens böte allerlei Möglichkeiten zur Konzentration und Energiegewinnung.

Während der Westen demographisch, ideologisch und v.a. moralisch bereits völlig verkommen ist ...

https://www.youtube.com/watch?v=GS2wJGRD8UM
(man beachte v.a. die älteren klatschenden Klapsmühlenbewohner)

... könnte der Osten nicht nur zu einem politischen, sondern auch zu einem letzten territorialen und spirituellen Sammelbecken werden (Preußen und Sachsen ähnlich wie vor 3000 Jahren Juda und Benjamin).
Natürlich darf der Kampf um die Stämme der Schwaben, Bayern, Hessen, Friesen nicht aufgegeben werden
(insgesamt sechs, die anderen sechs bzw. sieben werden auch wieder zum Leben erweckt, z.B. Angeln, Waräger usw.),
aber wir sollten uns nichts vormachen:
Die Not ist groß und wird noch größer, als sie sich mancher vorstellen mag.
Dafür gilt es sich in möglicherweise noch weniger als sieben Jahren zu rüsten.

In 'Sachsen' und 'Preußen' steckt so viel Geschichte, Tradition, Kultur, Substanz und Gotteskraft ---
dagegen nimmt sich ein Neologismus wie 'Padanien' ziemlich mickrig aus.

Es gäbe sogar schon einen Namen für die Partei, die gegründet wird, wenn die Meuthens, Petrys, Pretzells und Steins der Alpha-Partei beigetreten sind und die AfD-Parteibasis sich um Höcke, Poggenburg, Gauland und andere Täufer-Johannesse scharen wird:

VFO (Völkerfreunde Ost)

Sascha
22. Dezember 2015 12:06

"Der Spaß, dem man in der Wildnis des Denkens und Argumentierens haben kann – mithin das ziemlich einzige also, was ein eher intellektuelles Leben zu einem besonders schönen Leben machen kann."

Ein Punkt, der der Sezession auch Leser aus etwas anderen politischen Lagern beschert, die diesem Spaß auch nicht abgeneigt sind. Wie meiner Wenigkeit, mit anarchistischen Überzeugungen, dem Nationen und Rasse eigentlich herzlich egal sind, und ein starker Staat eher ein Feind, den aber so etwas wie Davilas Fußnoten, und viele Beiträge hier, eben intellektuell ansprechen.

rauhnachtsonkel
22. Dezember 2015 12:31

Das Interview mit Weißmann in der JF ist ein totaler Schuß nach hinten. Konkrete Vorwürfe gegen Höcke kann er nicht nennen. Der Frage nach den "biologistischen Äußerungen" geht Weißmann ja ohnehin klar aus dem Weg. Das Einzige, was man als Vorwurf sehen kann, ist sein Erstsemesterwissen zu Aristoteles und der Klugheit als wichtigste Tugend (wobei er da stark vereinfacht, denn politisch sind Freundschaft und Gerechtigkeit die wichtigsten Tugenden). Jedenfalls wirft er Höcke mangelnde Klugheit vor und bringt als einzigen Beleg seine Äußerungen, die auf Widerstand in den Mainstreammedien und der JF stoßen... Naja, da würde man sich doch etwas schlagkräftigeres wünschen. Und Kubitschek ist als Politikberater ungeeignet, weil er Ästhetik mit Politik verwechselt? Nun, ich würde mir Weißmann, dessen wichtiges Projekt, die Entdämonisierung des Begriffes "Rechts" - wie er am Ende einräumt - auf ganzer Linie gescheitert ist, nicht unbedingt als Politikberater nehmen. Fazit: Dieses Interview hätte man sich sparen können. Der Grund warum es dennoch veröffentlicht wurde ist die Botschaft, dass Weißmann nicht mehr dem IfS angehört.

Hartwig aus LG8, der ehemalige Hartwig
22. Dezember 2015 12:36

@ Aristoteles

Vergessen Sie es. Mag sein, dass eine Lega Ost parteipolitisch für Stimmung sorgen könnte. Aber der potentielle Wähler würde sich winden, wenn die Aussicht bestünde, an die westlichen Fleischtöpfe nur noch mit einem sehr langen Löffel heran zu kommen. Diejenigen, die das in Kauf nehmen würden, sind auch im Osten rar.
Deshalb gibt es in Italien auch keine Lega Sud.

Dirk Ahlbrecht
22. Dezember 2015 13:15

Ich schätze Karlheinz Weißmann sehr. Auch bin ich der Meinung, dass sich Björn Höcke den Exkurs ins Fortplanzungsstrategische hätte schenken können; schon weil es ja nun wahrlich nicht an Themen und Argumenten mangelt, mit denen man diesem kunterbunten und lebensgefährlichen Unsinn hierzulande zu Leibe rücken kann.

Das man sich aber, folgt man zumindest den Argumenten Weißmanns und Steins, vor den kommenden Gefechten am besten ins Knie schießt um dann in der Auseinandersetzung selbst besser bestehen zu können, erschließt sich mir nicht wirklich.

Ich kenne jedenfalls keine Volkspartei (auch keine auf dem Weg dorthin), die auf einem Bein hüpfend diesem Ziel mit größerer Geschwindigkeit näher kommt als auf deren zweien. Sprich: Volksparteien machen Angebote nach allen Seiten, sonst sind sie keine.

Frauke Petry ist daher gut beraten auch weiterhin mit Gauland und Höcke den Dialog zu suchen. Und zwar nicht, weil dort aktuell die politisch notwendige rein zahlenmäßige Mehrheit steht; aber dort befindet sich die konzeptionelle Basis, dort entspringt die Quelle.

Die enorme Herausforderung besteht doch darin, der großen Mehrheit der politisch Verirrten im Lande die richtige Richtung und den richtigen Ausweg zu weisen; und dafür braucht man einen Kompass.

Einen Kompass, den die Verirrten hierzulande schon längst nicht mehr haben und weshalb das Land dort steht, wo es nun einmal gerade steht. Es hilft daher niemandem, wenn jene, die noch einen Kompass haben, diesen nun auch noch wegwerfen, weil man sich bei jenen beliebt machen will, die in diesem Land bereits ziellos umherwandern.

Spendenampel
22. Dezember 2015 13:16

Sehr geehrter Herr Kubitschek,

der jüngste, heikle JF-Kommentar Ihres einstigen (geistigen) Kampfgefährten, Dieter Stein, hat mir deutlich zum Bewusstsein gebracht, dass die Pflege eines Online-Blogs, wie bei der JF oder hier oder sonst wo, der Redaktion zwar durchaus die Stimmungslage ihrer Leser nahebringt, im Idealfall Gemeinschaft stiftet und vielleicht den ein oder anderen interessanten Gedanken hervorkehrt, aber dass die redaktionelle Pflege mit Zeit und Arbeit und Kosten verbunden ist.

Ein Vorschlag:
Was halten Sie davon, dass Sie ein (selbstverständlich völlig freiwilliges) Spendensystem für Leser-Kommentatoren einrichten? Zur Aufrechterhaltung des Online-Blogs.

Zum Beispiel drei Kategorien für eine Spendenampel,
optisch ähnlich wie eine Verkehrsampel:
a) Leserkommentar ohne Spende
b) Leserkommentar mit 5 Euro Spende
c) Leserkommentar mit 10 Euro Spende

Nach(!) der Veröffentlichung, über die natürlich Sie, die Redaktion, völlig autonom entscheiden, entscheidet dann jeder Leser-Kommentator, ob er einen bestimmten Betrag (5,- oder 10,- Euro oder auch nichts) auf das dort angegebene SiN-Blog-Konto überweisen will. Der Kommentar bzw. die zugehörige Spendenampel sollte deshalb vielleicht bei der Veröffentlichung automatisch mit einer Kenn-Nummer für eine mögliche Überweisung hinterlegt sein. Und nur der Leser-Kommentator selber kann durch Anklicken die Kenn-Nummer in Erfahrung bringen (z.B. "Neue Rechte 17-5" für: 5 Euro; "Neue Rechte 17-10" für: 10 Euro Spende). Im Zeitalter des elektronischen Bezahlens müsste das doch machbar sein. Oder ist der Aufwand größer als der Nutzen? (Und wenn die Spende auf dem Spendenkonto eingebucht ist, dann schaltet die Ampel entsprechend auf Grün. - Da vergehen aber halt mindestens zwei Tage!? - Oder sollte man das letzte, die Grünschaltung, wegfallen lassen?)

Und Datenschutz! - Oder sollten wir hier Bedenken vor den niederträchtigen Spitzeln der BRD-Gedankenpolizei haben? Die sind aber auch so am Werk.

Im Übrigen würde ich empfehlen, die Länge der veröffentlichten Kommentare auf maximal 2000 Zeichen (das sind etwa 300 Wörter) zu beschränken.

Einen sehnlichen Weihnachtswunsch
habe ich darüber hinaus für alle irgendwie politisch Rechten, speziell aber mit Blick auf JF und Sezession: Meinetwegen getrennt marschieren, aber – so denn überhaupt einmal eine erfolgversprechende Chance sich auftun sollte - vereint schlagen!

(Eben habe ich - um nicht nur zu reden - eine Überweisung von 50 Euro auf das "ein Prozent"-Spendenkonto unter dem Kennwort: "Spendenampel" veranlasst.)

Steuerknecht
22. Dezember 2015 13:29

Als kleines Weihnachtsgeschenk würde man sich wünschen, daß das "friendly fire" unter den Patrioten eingestellt würde. Es schadet der gemeinsamen Sache.

In diesem Sinne, Frohe Weihnachten!

Arminius Arndt
22. Dezember 2015 13:33

@Meier Primin,

bei mir sitzt der Floh des Klassenbewusstseins leider allzu tief, als dass mir allein der Respekt vor Adel und Rang die Knie beugt und wenn der Bückling erfolgt, dann doch in vollem Wissen darum, dass der, dem ich diene, unter Umständen allein durchs Schicksal der Geburt in diesen Rang gekommen ist. Von daher kann ich mich nicht in die Reihe der Erzreactionäre einreihen, auch wenn ich deren Schriften gerne lese und deren Worte gerne lausche.

Mir Pöbel bleibt halt nur das eine Land, in das ich geboren, und die Leut´ mit denen ich lebe, sowie über allem, die Hoffnung auf ein Leben in Christus nach dem Tod.

Und in Rebellion des sündhaften Fleisches begehre ich gegen die Ordnung, in die ich geboren, auf, wohlwissend, dass es nur Pein, Leid und Kummer mit sich bringt und nur geringe Aussicht auf Erfolg.

Mit Neid schaue ich auf die niederen Jatis in Indien, die ihrer karmischen Pflicht nachkommen und ergeben im Diesseits auf eine gnädigere Wiedergeburt hoffen.

Und dennoch ist er in mir, der Funke, den man wohl als Streben nach Freiheit, als Geist der Rebellion, als heidnisches Relikt der Unbeugsamkeit meiner Urahnen bezeichnen kann. Der Beweis, dass es eben doch so etwas wie ein Blut gibt, welches einen voran treibt. Für meine Leut´, für mein Land und für mich ...

In diesem Sinne,
es weihnachtet doch sehr,
selbst ich werde sentimental.

Aristoteles.
22. Dezember 2015 13:47

@Hartwig

Ich vergesse es nicht.
Je mehr ich darüber nachdenke, was ich geschrieben habe, finde ich es sogar gut, was ich geschrieben habe. Die Zeit ist nur noch nicht reif.
Sie wird aber reifer, und ich prophezeie Ihnen sogar, dass noch viel mehr Propheten kommen werden ...

Ihr Realismus steht dem geistigen Nukleus nicht entgegen.
Wenige Menschen (Ackerpflüger, Tischebauer, Verseschmiede, Schriftgelehrte) können mehr bewirken als die Vielen.
Auch die Masse wird den Silberlingen und Sexshops irgendwann nicht mehr hinterherlaufen.
Bis dahin wird Einiges entstanden sein.

Die Ostdeutschen, die an die Fleischtöpfe wollen, können rüber in den Westen nach Regenbogenhausen ziehen oder nach Berlin-Babylon und dort zu den orientalischen Weihnachtsliedern Klatschiklatschi machen.
Es wird aber genug Wessis geben, die ihre Stämme in Sachsen und Preußen weiterleben lassen werden - - - bis zur Heimkehr in ihre gelobte Heimat.
Höcke, Kubitschek, Elsässer, Gauland sind westdeutsche Völkerfreunde im Osten, auf ihnen lässt sich aufbauen.

Nur mutig voran - und nicht rumjammern wegen r-, k- oder xy-Strategien.

Hartwig aus LG8, der ehemalige Hartwig
22. Dezember 2015 14:29

@ Aristoteles

Uns trennt nicht viel.

Der Gedanke der Inselbildung (bei Ihnen eher Zonenbildung) ist ja nicht neu. Von der Seite her kein falscher, sondern ein guter Gedanke.
Konkret stört mich, dass Sie dabei eine Partei (VFO ...) ins gedankliche Spiel bringen. Vor allem aber stört mich der Ton gegenüber dem Westen des Landes.
Der Gedanke, starke deutsche Kerne zu bilden, bleibt aktuell.

Eckesachs
22. Dezember 2015 14:59

@Aristoteles

Bei Minute 1:19 ist immerhin einer von uns zu sehen.

Winston Smith 78699
22. Dezember 2015 16:46

@ Lars Geier

Ein einendes Symbol, das wäre gut. Das Wogegen oder besser Wofür wird täglich klarer, über dem Wohin, dem Danach, liegt noch ein Schleier, der gelüftet werden muss.

In diesem Sinne wünsche ich mir eine Positionierung, ggf. Diskussion der Frage unten.

@ Langsax

Man sollte die „Neue Rechte“ auch gegen die herrschenden linksliberalen Ideen definieren. Was ist links bzw. was hat „links“ in den letzten 100 Jahren auf dieser Welt alles vollbracht?

Auf eine Nachricht über Wahlbetrug warte ich seit längerem, denn die bisherige Wahl der Mittel der regierenden Kaste macht auch dies höchstwahrscheinlich, die kommende Diktatur manifester und dementsprechend auch einen gangbaren schein-demokratischen Weg über den etablierten Schein-Parlamentarismus umso illusorischer.

So wie diese Bremer Schüler nehmen die unreflektiert sich "gut" Wähnenden für ihre "guten" Ziele gerne Schandtaten in kauf, haben kein Korrektiv mehr gelernt und verinnerlicht. (Ich rede jetzt nicht von Gewissenlosen und schlichtweg Verbrechern, sonden von überzeugten Gesinnungstätern wie diesen Schülern.) Historische Vergleiche sind spätestens jetzt angebracht.

Ein Vorschlag, wie man zum jetzigen Zeitpunkt einen sich abgrenzenden Konservativismus charakterisieren kann, so dass man alle regimetragenden Parteien und Personen in ihrem falschen Selbstverständnis trifft und die verschiedenartige Gangart der Bewegungen verdeutlicht:

Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Nach wenig Substanz und irgendwie altbacken oder gar selbstverständlich klingt dies angesichts der Lage vielleicht nur noch jenen Senioren, denen bei "Konservativismus" ein Adenauer ("Keine Experimente!") vorschwebt, , während die Jüngeren eine diese Überzeugung praktisch achtende Gesellschaft noch nie erlebt haben dürften.

An sich ist diese Demarkationslinie aber althergebracht: wenn Arthur Koestlers "Sonnenfinsternis" auch ein Traktat sein will, dann zu dieser Frage. Wenn in der Moderne der Zweck die Mittel heiligt, kann dies eine logische Konsequenz aus dem Fehlen einer moralischen Autorität (über die Beförderung des angeblichen "Wohls" der gerade vorhandenen Humaneinheiten hinaus), also etwa aus dem Fehlen eines Gottes:

Wenn es einen Gott gibt, brauche ich nicht jedes Mittel zum Zweck wählen, sondern kann das Ergebnis letzlich höherem Willen und Wirken überlassen und mich an die Gebote halten. Gibt es ihn aber nicht, liegt der Ausgang in der Verfolgung der "guten" Ziele in voller Verantwortung bei mir und den Naturgesetzen. Bin ich, solchermaßen zum Herrn über gut und böse gemacht, nicht sogar gezwungen, irgendwelche rein menschengemachten Regeln im Zweifelsfall zu verwerfen - und wie im aktuellen Beispiel: die Wahl zu fälschen?

Klar: auch überzeitliche Werte und Gottes Name wurden zur Wahl unverhältnismäßiger Mittel herangezogen. (Als Denkfigur galt etwa: Gott wird richten, und wenn wir uns geirrt haben, dies korrigieren.) Wenn allerdings im Agieren für die von Gott gegebenen Ziele jedes Mittel recht sein sollte, widerspricht dies der Setzung von Geboten. Nicht so für die machtbesessenen "Linken" seit Lenin und spätestens Stalin. Sie kennen leider keinen Einhalt. Vielleicht sind sie daher so beeindruckend erfolgreich, wie hier im Kommentarbereich mehrfach erwähnt wurde.

Daher will ich nur anmerken, dass die "neue Rechte" sich vielleicht bereits abgrenzt und eint durch Abstand von der zusehends enthemmten und schließlich grenzenlosen Skrupellosigkeit der gegenwärtig Herrschenden beim egoistischen Machterhalt sowie bei der Verfolgung idealistischer Ziele. Die pseudolinken Eliten werden im beginnenden Wüten, wenn sie um ihrer Macht willen wild um sich schlagen, genügend beispielhafte Anlässe bieten, sich von solchem Gesindel zu distanzieren.

Maß und Grenze zu kennen, Anstand zu haben und Werte über den momentanen Anlass und Zweck hinaus - dies muß gleichwohl nicht bedeuten, dass gegebenenfalls drastische Taten im Sinne von Notwehr oder zur Pflicht gewordenem Widerstand gänzlich ausgeschlossen wären.

Es gilt zu beobachten, welche Fratzen das System demnächst deutlicher zeigen wird. Auch im Sinne eines positiven Ausblicks auf zu Erwartendes könnte ein so minimalistischer Leitgedanke dann zur politischen Hoffnung werden: Berechenbarkeit durch Maß und Werte, durch Rückbindung an den Souverän, durch Verantwortung.

Der Gutmensch
22. Dezember 2015 17:40

@Hartwig, der alte, erste, aus LG8 etc.pp.

"Vor allem aber stört mich der Ton gegenüber dem Westen des Landes." Ja, das kann ich gut verstehen. Nur leider kocht mein Blut auch gerade über (immerhin ist es nicht schockgefroren).

So, und jetzt gehe ich rüber und trinke einen Cognac und dann gibts mit aller Macht Friede, Freude und Eierkuchen - soll bloß mal wer kommen ... !

Ich wünsche Ihnen was,

Ihr Gutmensch.

Waldgänger
22. Dezember 2015 18:54

@ rauhnachtsonkel (22. 12.)

Stimme Ihrer Sicht des Weißmann-Interviews zu: Es gibt letztlich wenig her.
Und abgesehen von den unnötigen und unangemessenen Sticheleien und Seitenhieben gegen das IfS und die Sezession begibt er sich auch nicht auf das Level von Dieter Stein.
Inhaltlich widerspricht er Höcke ja eben nicht!

Was bleibt, das sind eher taktische und ästhetische Überlegungen zu Höcke und zur Zukunft der AfD, die man zwar für falsch halten kann, die man aber sicherlich anstellen kann.

Die Frage, wie weit die AfD mit Höcke sich in eine rechte Fundamentaloppostion in Analogie zum Front National begeben kann, ohne in die Gefahr eines Parteiverbots und anderer ernster Sanktionen des Regimes und seiner Handlanger zu kommen, sollte man schon durchdenken.
Weißmann ist hier vorsichtiger, skeptischer und möchte - so verstehe ich ihn - erst mal die Geländegewinne sichern. Stichwort "Volkspartei".

Mit drastische Maßnahmen der deutschen Funktionseliten gegen die AfD, die deutlich über die relative gelassene Kritik der französischen Eliten hinausgehen, muss man rechnen.
Parteiverbot und Kriminalisierung sind wirklich eine realistische Bedrohung durch das heute herrschende Regime der Blockparteien.
Insbesondere dann, wenn es sich nicht um eine Zwergpartei wie die NPD handelt, sondern um eine echte neue Kraft.

Natürlich kann man Weißmann erwidern, dass die Zeit drängt und dass das gesicherte Terrain am Ende womöglich weniger politischen Einfluss gebracht hat als er meint.
Dennoch ist diese Debatte debattierenswert und nötig.

Aristoteles.
22. Dezember 2015 19:03

@Hartwig

Einverstanden. Hatte es mir schon fast gedacht, dass hier ein paar Gestrige auf die Verfehltheit des Ost-West-Schemas verweisen.

Sie wissen aber, dass es nicht um die von den Besatzungsmächten oktroyierte Spaltung geht, sondern darum, was wir, die letzten Deutschen, (von denen es rein quantitativ im Westen wahrscheinlich mehr als im Osten gibt), zusammen für uns draus machen.
VFO würde vermutlich sogar mehrheitlich von Westdeutschen gewählt werden.
Der Blick muss nach vorne gehen.

Und da vermute ich, dass der Westen als Gesamtheit territorial, demographisch, mental und propagandistisch so gut wie verloren ist
(für die nächsten Jahrzehnte und möglicherweise auch Jahrhunderte).
Es kommt darauf an, wie Sie richtig feststellen, Inseln aufzubauen und zu bewahren - so geschlossen wie möglich.

Sachsen, Mecklenburg und Brandenburg bieten schlicht bessere Möglichkeiten.
Preußen beschreitet jetzt schon den Weg der Spiritualisierung und Mystifizierung. Und um das Deutsche Reich, das seit 70 Jahren scheinbar tot ist, wird, da bin ich mir sicher, gegen Widerstände aus allen Richtungen (links, rechts, oben, unten, vorne, hinten, alt und neu) eine RELIGION entstehen.

@Meier Pirmin

"der Nationalsozialismus"

Trefflich, dass Sie so kurz vor Weihnachten nochmal an ihn erinnert haben. Fast hätte ich sie vergessen, die ominösen zwölf Jahre (davon sechs Jahre Frieden, sechs Jahre Fortsetzung des Einkreisungskrieges gegen den von alliierten und Schweizer Bankengeldern aufgebauten Österreicher und die Deutschen).

Eine kleine Anekdote noch zum Unterschied zwischen Weißmann und Kubitschek:
Vergangenen Sommer fehlte zum Abschluss einer Demonstration in Sachsen der Hymnen-Vorsinger, der sonst immer auftrat.
Der Sprecher konnte oder wollte nicht vorsingen, niemand fand sich, betretenes Schweigen coram und in publico. Was passierte?
Ein Mann löste sich aus der Menge, trat entschlossen auf die Bühne, ergriff das Mikrofon und sang mit den letzten paar Hundert Deutschen, die sich in der sächsischen Stadt gegen übelste Müllstrom- und Antifa-Hetzkampagnen - auf die Straße trauten, gemeinsam die Hymne. Dieser Mann war Götz Kubitschek.

Gustav
22. Dezember 2015 19:23

Deutsch: Lerne leiden, ohne zu klagen.
Neudeutsch: Lerne klagen, ohne zu leiden.

M. Klonovsky

MH Ffm
22. Dezember 2015 20:39

Ich möchte das Buch empfehlen - sehr gut !!!

Kaliyuga
22. Dezember 2015 22:00

Heute, etwa um die neunte Stunde, postulierte eine kaum Zehnjährige am dunkeltürkisgrünen Fluß (von seinem besonderen Grün schreibt selbst Ernst Jünger in „Strahlungen I“) die Endlichkeit des Universums. Die Augen der wohlwollend zuhörenden Mutter begannen zu leuchten, als sie unter atmosphärisch stark gestreutem Licht, meinem (physikalisch vorgebildeten und am Kind vernarrten) Lächeln zum Vortrag der Tochter begegneten.

Im Raum Myriaden von Sonnen, um die sich je eine Zahl kleinerer Trabanten wälzt. So auch hier: die Erde etwa schnellt in diesen Jahrmillionen mit 30 km die Sekunde ruhig und in Grenzen exzentrisch um die Sonne herum. Dazu rhythmisches Trudeln und Pendeln. Großartigkeit des Schauspiels, vom Stagiriten erkannt und benannt, von Kepler, nicht von ungefähr einem Deutschen, präzisiert.

Im raum-zeitlichen Nahblick, infinitesimal gefasst: 50° nördlicher Breite, 11° östlicher Länge. Auf dem äußeren Plan des Weltgeschicks entscheidende Gegend, wer es gar nicht mehr weiß, erinnere sich des Deutschen Schutzpatrons. Im sich steigernden Taumel der Jahrzehnte noch Auf-Rechte beginnen unter dem Druck stürzender Dächer untereinander zu streiten. Wer wollte sich denn wundern?

Was tun? Der Arndtsche Vorschlag der Vermittlung. Es braucht den Mittler, der beiden Seiten wohlwollend gegenübersteht und es braucht das Vermögen der aneinander Gekränkten, sich die Hand wieder reichen zu wollen. Das Wort, schon der Blick einer trefflichen Gattin, die lösend wirken.

Vor Jahren Kapitän einer im Landkreis sehr namhaften Mannschaft, die die Meisterschaft errang. Das Können war unabdingbar; doch über der Tür unserer Kabine der Satz, gemalt und im Rahmen, hinter Glas aufgehängt: „Elf Freunde müßt ihr sein, dann könnt ihr das Spiel gewinnen!“ Und wie wir gewannen!

„Lega Ost“, ja warum denn nicht: Erst gestern hörte ich die samtene Stimme einer, wie sich herausstellte, weltgereisten römischen Künstlerin auf dem Kanal der „Lega Nord“ singen und reden. Sappra!

Aristoteles.
22. Dezember 2015 22:23

@Hartwig @Gutmensch

"@Hartwig

Einverstanden. Hatte es mir schon fast gedacht, dass hier ein paar Gestrige auf die Verfehltheit des Ost-West-Schemas verweisen.

Sie wissen aber, dass es nicht um die von den Besatzungsmächten oktroyierte Spaltung geht, sondern darum, was wir, die letzten Deutschen, (von denen es rein quantitativ im Westen wahrscheinlich mehr als im Osten gibt), zusammen für uns draus machen.
VFO würde vermutlich sogar mehrheitlich von Westdeutschen gewählt werden.
Der Blick muss nach vorne gehen.

Und da vermute ich, dass der Westen als Gesamtheit territorial, demographisch, mental und propagandistisch so gut wie verloren ist
(für die nächsten Jahrzehnte und möglicherweise auch Jahrhunderte).
Es kommt darauf an, wie Sie richtig feststellen, Inseln aufzubauen und zu bewahren – so geschlossen wie möglich.

Sachsen, Thüringen, Mecklenburg und Brandenburg bieten schlicht bessere Möglichkeiten.
Preußen beschreitet jetzt schon den Weg der Spiritualisierung und Mystifizierung.

Meier Pirmin
23. Dezember 2015 03:02

@Arminius Arndt. Ich verstehe Sie sehr gut von wegen Klassenbewusstsein. Das meinte ich aber gerade nicht mit der Betonung der alten Gemeindeautonomie, wie sie seinerzeit in der Hauensteiner Einung im Südschwarzwald noch existierte, wo es zwar Eliten gab, aber durchaus ein bündisches Kollektiv die Hauptsache ausmachte. Denken Sie auch noch zurück an die Wilhelm-Tell-Gemeinschaften im Bauernkrieg, meine den schweizerischon von 1653, die Hauensteiner dachten indes ähnlich. Wir sind in diesem Sinn wohl nicht so weit auseinander. Es geht um einen gesellschaftlichen Ausbau und Aufbau von unten nach oben, wie es in Genf der Erwecker Rousseaus, Jacques Barthélemy Micheli du Crest zwar scheiternd versuchte. Es ist auch noch eine Spur Anarchisches drin, wiewohl nur in homöopathischer Dosis.

herzliche Weihnachtsgrüsse P. M.

Thomas Wawerka
23. Dezember 2015 11:13

Lega Ost: Die einstige Lega Ost, die PDS, hat sich 2007 mit dem West-Modell WASG zur LINKEN vereinigt. Die PDS wäre im Westen auch kaum wählbar gewesen, sie war eine Ostpartei. Die West-Linken mussten ihr eigenes Pferd zäumen, ein bekanntes Gesicht musste vorangehen, erst danach konnte man beide Gäule vor einen Wagen spannen.
Wenn man daraus etwas lernen kann, so doch das, dass Deutschland zerrissen ist (wie es eigentlich fast immer der Fall war) und ein gesamtdeutsches Konzept nie richtig aufgeht.
Ist halt die Frage, was die klügere Strategie für die AfD wäre: deutschlandweit antreten und mit ein paar Prozent in die Parlamente einziehen (dann muss sie leisetreten und Björn Höcke einhegen), oder im Osten rausholen, was geht, und eine starke Hausmacht aufbauen (was ohne Björn Höcke kaum vorstellbar ist).

Der_Jürgen
23. Dezember 2015 12:02

Diese Wortmeldung ist kein Kommentar zum vorliegenden Artikel, sondern ein Wort des Dankes an alle Sezession-Autoren. Ich möchte keinen von ihnen missen, auch wenn mir Martin Sellner und Martin Lichtmesz aufgrund ihrer stilistischen Brillanz besonders gefallen. Inhaltsarme Texte findet man bei Sezession nicht. Den Autoren, aber auch den sehr vielen Foristen, die sich mit geistvollen und kenntnisreichen Kommentatoren zu Wort melden, seien hiermit frohe Feiertage gewünscht. Mich wird Sezession auch im kommenden, entscheidend wichtigen Jahr regelmässig begleiten.

Götz Kubitschek
23. Dezember 2015 12:07

badeschluß.
dank an alle.

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