Wer sich nicht wehrt

schlagerei1... der lebt verkehrt! Gerade bin ich auf ein Buch hingewiesen worden, über das ich gewiß nicht von allein gestolpert wäre. Aufs Stichwort Schlägerei hab ich nie ein google-alert gesetzt. Seit wir so idyllisch auf dem Lande wohnen, betrifft uns dergleichen nicht mehr. Davor schon. Bis zum Backfisch-Alter war ich ein Rabauke - keine sportliche Rangelei ohne mich; das Wort "Schulhof-Gewalt" gab's damals noch nicht, blutige Knie waren Alltag.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Spä­ter trug ich mei­ne Haa­re lang, die böse­ren kör­per­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen folg­ten erst dann. Vier Atta­cken (nie poli­tisch moti­viert) muß­te ich im Alter zwi­schen 17 und 22 abweh­ren, zwei­mal bekam ich ordent­lich was ab – ein­mal war der Grab­scher das Opfer, ihn erwisch­te mei­ne Wasserflasche.

Im Rhein-Main-Gebiet war und ist Stra­ßen­ge­walt ein Dau­er­the­ma, vor allem für jun­ge Män­ner, die schon damals für zahl­rei­che Zie­le diver­se Umwe­ge ein­schlu­gen – die zu neh­men ich mich stets wei­ger­te. Bloß kein ver­kehr­tes Leben! Heu­te sind das für mich nicht Geschich­ten “von ges­tern”, son­dern “von dort”.

Das mir eben anemp­foh­le­ne Buch mit dem recht mar­tia­li­schen Titel Die Schlä­ge­rei- Selbst­ver­tei­di­gung im Stra­ßen­kampf von “Selbst­ver­tei­di­gungs­coach” Mike Toss (Book on demand, also unlek­to­riert: Kein Pro­blem, hier wird ja kei­ne Geis­tes­wis­sen­schaft betrie­ben) ver­spricht glaub­wür­dig Abhil­fe für sol­che (u.U. lebens­wich­ti­gen) Situa­tio­nen, in denen der heh­re Vor­satz, daß “Gewalt auch kei­ne Lösung” sei, nicht weiterhilft.

Gemäß Klap­pen­text wer­den rund ums “Tabu­the­ma” (wer will leug­nen, daß es eins ist?) Stra­ßen­schlä­ge­rei Punk­te wie Angst­kon­trol­le, Kampf­psy­cho­lo­gie und sol­che Tech­ni­ken ver­mit­telt, die auch ohne jah­re­lan­ges Trai­ning in Streß­si­tua­tio­nen abruf­bar sein sol­len. Und natür­lich: Wie man die hand­fes­te Aus­ein­an­der­set­zung vermeidet.

“Es geht um ihre Gesund­heit, und nie­mand hat das Recht, Sie zu verletzen!”

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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