Sezession
27. Mai 2009

Wie weiter? (V): Bestandsaufnahme

Gastbeitrag / 28 Kommentare

bestaendevon Harald Müller

Unser Land ist reich, friedlich und frei. Es gibt keinen Hunger, keinen Krieg und keine Unterdrückung. Zwar gibt es auch in Deutschland Bedürftige, stehen unsere Soldaten am Hindukusch und werden einzelne abweichende Meinungen mit Ächtung bestraft. Doch verglichen mit den existentiellen Bedrohungen vergangener Zeiten (oder anderer Länder) gibt es wenig Grund, sich zu sorgen. Der gemeine bundesrepublikanische Wähler teilt diese Einschätzung. Gewählt wird, wer Wohltaten verspricht, ob nun Sozialleistungen, Konfliktvermeidung oder eine florierende Wirtschaft.

Doch: "Von der Gestalt der künftigen Tragödie wissen wir nichts." Man kann nur ahnen und die Zeichen deuten, daß ein Verlust an Substanz und Qualität, verbunden mit einer Kultur der Konfliktvermeidung, unserem Land seine Identität und seine Kraft raubt. So mancher kann nicht mitfeiern auf der konsumfreudigen Party, weil ihn das Gefühl nicht verläßt, daß hier und heute das verpraßt wird, was man morgen zum Überleben brauchen wird.

Eine politische Rechte, die hier gegenhalten könnte, spielt in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich nur die Rolle des Bösewichts in einer dramatischen Inszenierung. Die Rechte in Deutschland, bei Lichte betrachtet... ein Kleingruppen-Sammelsurium, bestehend aus Rechtskonservativen, Neokonservativen, Anti-Islamisten, Regionalisten, Rechtsliberalen, Patrioten, Christen, Monarchisten, Libertären. Dazu werden noch die Extremisten mit in den Topf geworfen, der Kontamination halber.

Die Rechte ist nicht nur bedeutungslos, weil die Gegenkräfte dies anstreben, sondern auch und vor allem, weil sie selbst nicht ihre Lehren aus der Geschichte gezogen haben. Nicht nur 1945, sondern auch 1789, 1871, 1918, 1933, 1934 und natürlich 1968, 1989 und 2001 markieren Eckdaten, welche die Rechte hätte verarbeiten müssen.
Doch es ist ein dürrer Boden, in dem der rechte Geist mittlerweile wurzelt. Unendlich fruchtbar einst, doch zu vieles ist erstarrt und abgestorben.

Was ist geblieben, außer den Schriften großer Denker? Kleine Zeitungen und Zeitschriften, kleine Parteien und kleine Reservate. Verbände, Militär, Medien, Verwaltung, Universitäten und Justiz werden längst von anderen Kräften dominiert. Die Rechte ist seit Jahrzehnten am Nullpunkt.

Unsere Zeit ist geprägt von der Globalisierung, sich anbahnenden Verteilungskämpfen um Rohstoffe und dem Verlust der herausragenden Stellung der europäischen Staaten. Im Lande selbst erleben wir demografische und ethnische Umwälzungen, einen Staat, der von seinen Bürgern als Dienstleister verstanden wird und den Wohlstand als verbindende Gemeinsamkeit. Die politischen Kräfte beschränken sich auf die Verwaltung eines Zustandes, und es sind nicht nur die Linken, die mit irdischen Verlockungen Wähler ködern. Von Nachhaltigkeit des politischen Handelns ist wenig zu sehen, obwohl man viel davon spricht. Womöglich sogar deswegen.

Die Verschuldung der öffentlichen Hand vermacht unseren Kindern eine Erblast, wie sie nur Rabeneltern geben können. Viel zu viele Ausländer identifizieren sich nicht mit unserem Land, selbst wenn sie hier geboren sind und einen deutschen Paß besitzen. Die Absenkung der Bildungsstandards, die Entstehung von Parallelgesellschaften, der antifaschistische (nicht herrschaftsfreie) Diskurs, die Apperzeptionsverweigerung, die mediale Ersatzrealität, etc. Die Liste ist lang und der Befund wird sich nicht ändern.


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Kommentare (28)

Hesperiolus
28. Mai 2009 00:01

Eine panoramatisch scheinbar zutreffende Lagebeurteilung, deren zwischen Traditionsstube und nüchternem Funktionalismus oszillierende Gesinnungs-Pragmatik absehbar aber gradewegs in die Harmlosigkeit einer neuen, zweifelsohne für sehr kurze Zeit besseren "CDU" führen würde. Und, abgesehen vom schönen Kubitschek-Kubrick-Bild, das völlige Dementi der in vorausgehender Debatte schmerzlich vermissten "sexiness"! Ich habe den Eindruck, auf diese Weise läßt man die endlich zusammengerufene Truppe als erstes zum Platzpatronen-Empfang antreten. Als im Namen anthropo- und soziologischer Konstanten erhaltungsdienliches Korrektiv ihrer "Konservation" unwürdiger Zustände bin ich mir als Rechter zu schade. Was mir hier fehlt, sind die Elemente von Verachtung und Ekel, von Hohn und Zorn, von Treue und Transzendenz, die eine solche Gegenkultur entflammen müßten. Worum es meiner unmaßgeblichen Einschätzung nach vorläufig nur gehen kann, ist sich nicht als andienliches Gesellschaftskorrektiv zu bestreben, sondern einen Gegen-Kosmos zur herrschenden Anomie schaffen, der von Generation zu Generation Anamnes und Katamnese des Verfalls aufnimmt und weitergibt. Mehr Don Quijoterie!

Thomas Hochrainer
28. Mai 2009 00:42

Eine sehr treffende Analyse! So wie es aussieht, geht es in diesem Netztagebuch tatsächlich vornehmlich um Kultur und nicht um Politik -- allenfalls um Symbolpolitik. Ich sah das bislang eher negativ, aber vielleicht ist diese Phase der Selbstfindung und -vergewisserung für die Neue Rechte einfach notwendig.

Irgendwann muss aber über konkrete Ziele diskutiert werden. Und zwar nicht nur inhaltlich, sondern auch in Bezug auf die Art der Teilhabe am politischen Geschehen. Ich glaube, letztlich wird man um Parteiarbeit, entweder in einer bestehenden oder einer neu zu gründenden Partei (oder parteiähnlichen Bewegung), nicht umhin kommen. Damit das erfolgreich sein kann, müssen wir nüchtern analysieren, welches unserer Anliegen entweder einflussreiche Unterstützer finden könnte oder per se eine relevante Anzahl Leute anspricht. Und ich rate dringend davon ab, hier eine der vielen Spielarten der Xenophobie zu wählen, die uns (nicht ganz zu Unrecht) sofort ins gesellschatliche Abseits stellen würden. Ich persönlich sehe gewisse Chancen, die Bildung von konservativer Seite in den Mittelpunkt zu stellen. Das Thema hat bereits eine große Aufmerksamkeit und genuin konservative Ansätze (Bueb, Winterhoff) haben in letzter Zeit große Aufmerksamkeit erfahren. Wenn's um die eigenen Kinder geht, wird man gerne mal etwas konservativ. Weiterhin stoßen die Bologna-Reformen mittlerweile auf sehr breite Ablehnung, was insbesondere das studentische und intellektuelle Milieu erschließen könnte. In der Bologna-Kritik kann man die Verwertbarkeitsmentalität anprangern, die Verschulung als Entakademisierung kritisieren und die traditionellen deutschen Studienabschlüsse verteidigen und damit wirtschaftskritische, liberale und nationale Aspekte verbinden. Das ganze ließe sich recht zwanglos mit EU-Kritik im Sinne von Libertas kombinieren. Eine Vielzahl der Ausländerprobleme wären übrigens auch nur durch Bildung in den Griff zu bekommen. Da wir die Leute nicht einfach aus dem Land werfen können, halte ich das für das einzig mögliche Konzept zur Integration der Ausländer -- auch wenn das einigen hier schon stark nach linkem Mainstream klingen mag.

.exe
28. Mai 2009 11:29

"Da wir die Leute nicht einfach aus dem Land werfen können, halte ich das für das einzig mögliche Konzept zur Integration der Ausländer – auch wenn das einigen hier schon stark nach linkem Mainstream klingen mag."

In der Tat, das ist linker Mainstream und hoffentlich nur essentieller Bestandteil eines kleinen Teils der Neuen Emo-Rechten, wie sie sich Matthias Brodkorb wünscht ...

Thomas Hochrainer
28. Mai 2009 12:14

@ Hesperiolus:

Verachtung und Ekel, Hohn und Zorn, Treue und Transzendenz

Das ist unschlagbar sexy! Und nach Anamnese, Katamnese und Anomie bleibt uns nur noch die Onanie!

@ .exe

Na, da würde ich ja gerne mal hören, was Sie den hier lebenden Ausländern so angedeihen lassen wollen!

Sugus
28. Mai 2009 12:18

@ Hochrainer

"Da wir die Leute nicht einfach aus dem Land werfen können (...)"
Wieso sich selbst einengen?
Was glaubst Du, was alles möglich ist, wenn der Leidensdruck groß genug ist? Und vor allem wenn es einen europäischen Konsens dafür gäbe? Pakistaner in GB, Nordafrikaner in F, Türken/Araber in D, die Problemgruppe hat überall den gleichen Nenner, den ich hier nicht auszuführen brauche.
Um das Mögliche zu erreichen, sollte man das (scheinbar) Unmögliche anstreben!
Daß sogar schwerkriminelle Nicht-EU-Ausländer kaum noch abgeschoben werden können ("Mehmet" in München) hängt mit solchen Sätzen "Wir können doch nicht einfach..." zusammen!!!

Heino Bosselmann
28. Mai 2009 12:30

Aus der pädagogischen Praxis geplaudert: Innerhalb der von Versachlichung, Existenzangst und hohler Eventkultur festgesetzten Jugend empfindet der beweglichere Teil eine so vitale Sehnsucht nach Idee, Sinn, Verantwortung und echter Herausfoderung, dass sie zuweilen eine zwar stille, aber geradezu gravitationsschwere Sogwirkung selbst auf mich als Mittvierziger ausübt. - Lieber Herr Müller, Ihre kritische Bestandsaufnahme ist aller Ehren wert und zeugt von einer mutigen und zur desillusionierenden Revision bereiten Urteilskraft. Ich selbst bin kein Optimist; aber es wird nachgedacht, auch außerhalb der bedächtigen Foren und allzu engen Kreise. Ersehnte Erfrischung jedoch wird weder von kulturpessimistischen Pastoralen noch vom Briefwechsel mit dem ehrenwerten Herrn Brodkorb über Statthaftes und nicht Statthaftes zu erwarten sein. Nach dreißig Jahren Stagnation in der Periode marktradikalisierender Globalisierung werden mitten in der Ödnis der Konsummeilen unweigerlich Bedürfnisse nach dem Eigentlichen wach und Fragen neu gestellt. Zunächst hänge ich einer Art existentiellem Konservatismus an: Wenn ich selbst den Mut aufzubringen versuche, die Phrase zu meiden, und zunächst nur an meinem vagen Ort kritisch, aber keinesfalls vereinnahmend oder manipulativ zu wirken, dann stehe ich gegenwärtig schon in einer Art Skandal, in dessen riskanten Strudeln Bewegung von selbst entsteht. - Die Linke, finde ich, hat Potential, gerade im Analytischen, aber sie nutzt es kaum; und sie ist nicht in der Lage, die Identifikationsräume zu bieten, nach denen mittlerweile zwei Generationen suchen. Allzu lange folgte sie im Wirtschaftlichen, Sozialen und Kulturellen einem Opportunismus, der sich mit Trostbegrifflichkeiten selbst belog und so die eigene Inspiration, die es ja gab, paralysierte: Trillerpfeifen statt substantieller Reden! So wurde aus der Demokratie eine Art Wohlstandskonsens, dem die leidenschaftliche Polemik ebenso fehlt wie die Persönlichkeiten und die erfoderliche Positionierung, für die Luther noch immer ein Beispiel sein mag. So entstand der Mythos von der Mitte, in dem sich jeder wiederzufinden sucht. Gefährlicher als die mit von Unverantwortlichkeit ausgelösten Hardware-Schäden im Zuge der Krise sind die Lebenslügen, die ein tückisches Eigendasein führen. Kommt beides zusammen, wird die Situation prekär und bedarf der Eröffnung neuer Wege. Aus Gärung will dann Bewegung werden.

Corvusacerbus
28. Mai 2009 14:42

Einige Müller-Zitate: "Die neue Rechte hat den Ansatz einer Ideenschmiede, eines Kraftzentrums, eines Leitbildes". "Eine gemeinsame Basis für die Kooperation der Rechten findet sich im Konkreten". "Doch das Konzept der Neuen Rechten ist nicht technokratisch. Es beinhaltet (be-inhalten ist übrigens, halten zu Gnaden, schreckliches Bürokratendeutsch, d.V.) ebenso Verortung, eine Einbindung des Einzelnen". "Die Neue Reche ist ein kulturelles Konzept". "... Neue Rechte bietet noch etwas weit wichtigeres: Identität." - Das muß man in eine klare Botschaft fassen und für mich kann die Neue Rechte ihr konkretes Kraftzentrum nur in einer Aussage finden: ES GEHT UM DEUTSCHLAND - ES GEHT UM UNSERE HEIMAT - ES GEHT UM UNSERE ABENDLÄNDISCHE LEBENSWEISE! LAND UND LEBENSWEISE MÜSSEN GERETTET WERDEN VOR DER ISLAMISIERUNG! Es geht nämlich nicht um die Integration von katholischen Kroaten, fleißigen Koreanern, charmanten Südamerikanern, wirtschaftsflüchtigen Afrikanern (wenn es Christen oder Heiden sind), säkularen Türken und Arabern, Indern, seien sie Hindus oder nicht, Chinesen, Japanern, an was und wen immer sie glauben, und sicher nicht um Rußlanddeutsche und noch nicht mal um die Mafia, sei sie italienisch, balkanisch, kaukasisch, russisch oder wie denn auch (darum kümmert sich die Exekutive, was hat die Neue Rechte damit zu tun?). Es geht niemals darum, jemanden ethnisch zurückzuweisen, das ist von vorgesterm, inhuman und unehtisch, streng abzulehnen und im Übrigen auch historisch uneuropäisch und kulturell unabendländisch. Also: Es geht nicht und niemals darum, ethnisch Türken und Araber zurückzuweisen, sondern immer um die Zurückweisung des zu unserer Lebensweise - sei sie christlich, atheistisch, agnostisch, aufgeklärt, esoterisch oder wieauchimmer - antagonistischen Islams. Geht es nicht um den Islam, sondern um andere Fremde, muß man Integration und Identität, wie CDU und CSU das tun, als Einheit von Widersprüchen betrachten und unaufgeregt gestalten. Der Islam muß zurück- und wo immer es geht hinausgedrängt werden, denn er ist nicht wesentlich Religion, sondern qua Scharia Herrschafts- und Unterdrückungsideologie und überall, wo der Islam herrscht, werden Andersdenkende und -glaubende unterdrückt, geknechtet und getötet. Und überall, wo er in der Diaspora in der Minderheit ist, paßt er sich an (taqiya) und sorgt durch hohe Geburtenraten und Abschluß nach innen in Parallelwelten für die Voraussetzungen, später die Herrschaft zu übernehmen (in Spanien und im Vereinigten Königreich ist er damit am weitesten gekommen).
Die Neue Rechte muß eine kluge, will sagen organisierbare, Ausschaffungspolitik derjenigen fordern, die den Islam nicht ablegen wollen oder können, so wie es die SVP in der Schweiz oder auch die FPÖ in Österreich ("Dahoam statt Islam") propagieren. Die Neue Rechte muß ideologisch und kulturell den Kampf gegen den Islam anführen - streng, unnahbar, unversöhnlich und bitter! Das wäre zugleich ein Alleinstellungsmerkmal, was in unserer Medienpostmoderne sehr wichtig ist, um Wirkung erzielen zu können.

M.
28. Mai 2009 16:32

Ich erlaube mir, einen Vertreter des marxistischen Lagers zu zitieren:

Diejenigen, die ihren Blick nur bis zum Horizont schweifen lassen und sich darauf beschränken, das zu betrachten, was man sieht, diejenigen, die sich zum Pragmatismus bekennen und nur mit dem auszukommen trachten, was da ist, haben keinerlei Chance, die Welt zu verändern. Nur diejenigen, die auf das blicken, was man noch nicht sieht, diejenigen, die über den Horizont hinausblicken, sind realistisch. Die haben eine Chance, die Welt zu verändern. Die Utopie ist das, was hinter dem Horizont liegt. Unsere analytische Vernunft weiß ganz genau, was wir nicht wollen, was man absolut ändern muß. Aber das, was kommen soll, was wir wollen, die ganz andere, neue Welt, kann uns nur unser inneres Auge, nur die Utopie in uns zeigen.
--Henri Lefebvre

Thorsten
28. Mai 2009 17:04

Hehe, da sind die Kommentatoren, die der Neuen Rechten das Wort reden und sich ihr offensichtlich auch zugehörig fühlen, schon recht genügsam geworden. Das konservative Minimum scheint zu sein: 50iger Jahre-BRD ... plus Aldi, McDonalds und ein paar gebildete und integrierte Ausländer. Das sind die wahren Ewiggestrigen.

Lieber_Aal
28. Mai 2009 17:36

Neben den hier schon genannten und allbekannten Gründen für die relative Bedeutungslosigkeit der Rechten und Konservativen im Hinblick auf politische Gestaltungsmacht und bewusstseinsbildenden Einfluss - monumentales historisches Scheitern und Diskreditierung durch den NS, Mangel an positiven Leitbildern, kaum intellektuelle Vordenker - kommt m.E. auch die ausgeprägte rechte Tendenz zum Einigeln hinzu, die dann entweder in Sektierertum oder solipsistischen Individualansätzen mündet; man versucht sich nicht oder zu wenig an einer Synthese zwischen konservativen Werten - Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, positiver Traditionspflege, realistischem Menschenbild, etc. - und positiven Aspekten linker und aufklärerischer Errungenschaften (die es natürlich auch gibt), bezieht letztere nicht zumindest anteilig oder in "entschärfter Form" mit ein, sondern erweckt stattdessen oft den Eindruck, das "Zurück zur herbei gezwungenen heilen (Kleinbürger-)Welt oder autoritären Stehkragengesellschaft von einst" sei das angepeilte Fernziel, wobei die radikal-christliche Seite der Rechten (Stichwort: Gabriele Kuby & Co.) diesen Eindruck eher noch verstärkt. Welcher auch nur halbwegs aufgeklärte Mensch möchte diesem museal-reaktionären Ansatz schon folgen? Hinzu kommt, dass die derzeitige Politik der Grenzauflösungen die Menschen in der Regel sehr ausdrücklich zur positiven Identifikation oder zumindest zur psychologischen Anpassung nötigt (Was von vielen auch bereitwillig nachvollzogen wird, denn wer möchte schon beständig im Widerspruch zu den alltäglichen Zwängen und Zeiterscheinungen stehen? Da ist es doch einfacher, Dinge, die einem zunächst seltsam erscheinen, einfach gedanklich zum Positiven umzumünzen), konservative Ansätze rücken damit auch auf der Gefühlsebene immer weiter in die Ferne, erscheinen als nicht (mehr) real lebbar etc. Ätzende Kritik am heutigen Kulturangebot ist da vermutlich noch einer der wenigen gangbaren Wege.

Thomas Hochrainer
28. Mai 2009 19:23

@Thorsten

Ich nehme mal an, dass Ihre Kritik auf mich zielt. Dann ist Ihnen offenbar entgangen, dass ich einen Weg und kein Ziel skizziert habe. Wie Sie auf Aldi und McDonalds kommen weiß ich nicht, aber gebildete Ausländer sind meiner Erfahrung nach sehr angenehme Menschen; meistens angenehmer als ungebildete Deutsche. Ewiggestrig? Wohl zu viel in der Mottenkiste der Antideutschen gewühlt?

Auch von Ihnen würde ich gerne erfahren, was denn Ihr Ziel ist. So ein bißchen Faschismus light oder auch nicht so light, oder doch lieber eine Monarchie? So weit möglich mit ethnisch (warum eigentlich nicht rassisch) homogenem Volkskörper. Bin gespannt!

@M

Wir können hier natürlich noch lange diskutieren und die ach so fruchtbaren marxistischen Denker zitieren. Die haben uns schließlich richtig weitergebracht mit ihren Utopien. Was Sie hinter dem Horizont sehen, würde ich ansonsten auch gerne mal wissen!

Statt noch lange am oder noch besser hinter dem Horizont nach den Fixsternen zu suchen, würde ich vorschlagen, auf den Kompaß zu gucken, und mal loszugehen. Bekanntlich beginnt jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt; und eigene Wege entstehen erst beim Gehen.

Ich habe oben einen konkreten Vorschlag für einen ersten Schritt gemacht. Den hat hier noch niemand ernsthaft diskutiert, geschweige denn einen alternativen vorgeschlagen. Stattdessen wird die Konfrontation mit der Realität als Beleidigung zurückgewiesen und das alte Lied "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" angestimmt. Wenn das alles ist, was der Neuen Rechten -- wieso eigentlich dann "Neu" -- einfällt, bin ich hier vielleicht wirklich falsch.

M.
28. Mai 2009 21:31

Thomas Hochrainer schrieb:

Ich habe oben einen konkreten Vorschlag für einen ersten Schritt gemacht. Den hat hier noch niemand ernsthaft diskutiert, geschweige denn einen alternativen vorgeschlagen. Stattdessen wird die Konfrontation mit der Realität als Beleidigung zurückgewiesen und das alte Lied „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ angestimmt.

Ich habe dieses Lied nicht angestimmt.

Was das Lefebvre-Zitat angeht: Ich habe gar nichts dagegen, mich mit der Realität auseinanderzusetzen. Dabei glaube ich aber im Gegensatz zu Harald Müller, daß es sehr wohl sinnvoll ist, eine politische Utopie anzustreben, ja, daß dies sogar unbedingt notwendig ist, wenn man wirklich etwas erreichen will. Ein muddling through ohne Leitstern am Firmament ist meines Erachtens zum Scheitern verurteilt.

M.
28. Mai 2009 21:42

@ Thomas Hochrainer:

Ihr Eingangsbeitrag findet übrigens meine volle Zustimmung.

Zum Thema Bildung hier noch ein guter Artikel aus der FAZ:
https://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E8B9D0D920C7A449CA80E5F1B3781923D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Vulture
28. Mai 2009 21:47

Ich denke, jeder der will, kann im Rahmen seiner Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Sache beitragen. Die einen (SiN usw.) tun dies geistig durch das Ordnen der Bestände, Weiterentwicklung, Schaffung und Verbreitung eines Koordinatensystems. Andere können sich dies vielleicht in Ihrem Umfeld zu nutzen machen: Einflußnahme, Vorleben, Position beziehen. Die ksa ist vielleicht die letztkonsequente öffentliche Extremform solchen Tuns. Letzlich wird stets auch eine wirtschaftliche Basis erforderlich sein, auch ohne millionenschweren Parteiapparat.

Jeder kann sich sein Teil aussuchen. Substantiell viel mehr können die Linken ja auch nicht tun: sie sind nur grad in der deutlichen Überzahl und haben größere "Transportmittel" (Fernsehen etc.). C'est la vie. Kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken! Islamophobie als Lebensmittelpunkt ist jedenfalls weder produktiv noch sinnstiftend.

Servus

Hesperiolus
28. Mai 2009 22:23

Daß das Ausländerthema in H. Müllers Text mit knapper Erwähnung "ethnischer Umwälzung" und beklagtem Identifikationsdefizit der Immigranten nur ganz am Rande erscheint und argumentativ nicht weiter eingebunden wird, ist eine bedenkenswerte Leerstelle seiner ausführlichen Darlegung. Th. Hochrainers idiosynkratische Warnung davor kann ich verstehen, aber nicht billigen. Schlichtweg nicht nachvollziehbar finde ich seine Übernahme linker Wortwahl und diffamierender Klischees von "rechter Xenophobie". Es geht nicht um - für mich indiskutable - Ausländerfeindschaft, sondern um die am wenigsten begeisternde, aber dringlichste Herausforderung, um Überfremdung. Das ist kein schönes Wort, sowenig wie Überalterung oder Überbevölkerung, aber eine Tatsache. Wir haben sie uns nicht ausgesucht! Wir beschwören kulturelle Herkunft und Identität und sollten aus unseren Quellen, vom Volksbegriff der Deutschen Romantik bis zur KR, um die Bedeutung ihres volklichen Substrats wissen. Das hat nichts mit Rassematerialismus und Xenophobie zu tun, die ich für meinen Teil verabscheue! Überfremdung sollte auf einer neu-rechten Agenda, anders als Wertediskussion, Bildung und Familie, Geschichtsbild und Kulturkritik zwar keine Herzensangelegenheit sein und werden, aber dies, Erhaltung kultureller und volklicher Diversität, ist die fundamentale Überlebensfrage für all unsere anderen "Steckenpferde". Wie das Statistische Bundesamt vor kurzem mitteilte, hat bereits jede vierte Geburt ein nichtdeutsches Elternteil. Denken Sie das bitte ein, zwei Generationsschritte weiter. Was bedeutet das für Volksgestalt und deren Kulturausdruck. Mögen Sie sich das gleiche für andere ausgeprägte Kulturnationen wie Japan oder Frankreich vorstellen und wünschen? Vergleichen Sie mal Deutschland mit den anderen Ländern hinsichtlich des Verhältnisses von Migrationsrate, Bevölkerungs- und Siedlungsdichte! Allem anderen voraus läge hier die keinen Aufschub duldende historische Aufgabe unserer Generation, gesellschaftliche Vorbereitung der Überwindung der lösungswiderständigen Ideologien. Und kulturwürdige Bewältigung dieser Aufgabe durch Vereinnahmung dieses Großthemas gegen Populismus, Ressentiment und Rassewahn.

derherold
28. Mai 2009 22:27

@Hochrainer, die Integration von "Ausländern" bei "Rechten" hat meiner Erinnerung nach vor einigen Jahren Knütter in einer Rede thematisiert ... was nichts daran geändert hat, daß diese Rede wg. einer Nebenbemerkung der "Hexenverfolgung" unterworfen wurde.

Mitte der 90iger habe ich interessehalber mit der einen oder anderen grauen NPD-Eminenz gesprochen und behauptet, daß eine irgendwie geartete "rechte Partei" absehbar keine Chance (auf staatliche Schonung) habe, da sie (machttechnisch) nichts anzubieten habe. Und ich nehme an, man könnte alle Überlegungen zu Partei(neu)gründungen mit den damaligen Gesprächsnotizen über die strategischen Optionen der "Deutschen Liga" zusammenfassen ... same procedure as every Neugründung.

"Bildung" ist eine Desinformationsvokabel und das Interesse der (wählenden) bürgerlichen Bevölkerung wird dadurch abgedeckt, daß man neben/trotz Pro-Einwanderungsrhetorik die Auswege "Aufhebung der Schulbezirksgrenzen" und "Privatschulen" anbietet. ;-)

"Eine Vielzahl der Ausländerprobleme wären übrigens auch nur durch Bildung in den Griff zu bekommen." Gott erhalte Ihnen Ihren ... sagen wir ... schlichten Optimismus. Den werden Sie brauchen, wenn in den nächsten 25 Jahren keines dieser "Probleme" gelöst wird.

Thorsten
28. Mai 2009 23:05

@ Thomas

Ich habe nicht kritisiert, sondern mich amüsiert. Und ich halte eine Diskussion mit Dir für völlig überflüssig. Selbstverständlich gehöre ich zu denen, die nicht denken, dass man das Notwendige nicht tun kann, und will notwendigerweise auch Ausländern etwas "angedeien lassen". Vielleicht nur Bildung, viellleicht auch mehr. Was genau, das überlasse ich Deiner bereits festgelegten, einseitig geprägten Vorstellungskraft ("oh Gott, er will alle vergasen"). Du wirst immer nur das für möglich halten was Dir zugestanden wird. Dein Engagement paßt nicht zu Deinen Zielen. Du kannst Deine Ziele auf dem vorgesehenen Weg erreichen. Wir leben in einer Demokratie. Wähle und engagiere Dich in einer Partei und hör auf zu klagen.

d.n.
29. Mai 2009 01:25

Zur Ausländer-raus-/Ausländer-integrieren-Debatte nur soviel: Es ist vermessen und sollte außerdem allmählich müßig sein, Debatten darüber führen, was denn wäre, wenn… Der Einfluß der Rechten auf die Ausländerpolitik in Deutschland geht gegenwärtig nicht darüber hinaus, ein „Das-Boot-ist-voll“-Plakat an eine Straßenlaterne zu befestigen. Die hier mit Vehemenz vertretenen Positionen suggerieren eine Machthabe, die de facto nicht im Ansatz besteht.

Die Frage sollte vielmehr lauten, wie die Rechte wieder an entsprechender Einflußnahme gewinnt.

Die heutige Jugend ist dank 40 Jahre andauernder linker Kulturhegemonie von rechten, konservativen Positionen fast völlig entfremdet. Und auch wenn inzwischen gar der letzte Hinterbänkler in der Uni und an der Schule die Ideologie der 68er als politische Sackgasse erkennt, fehlt doch eine Brücke, ein Überbau, der den Weg zu unseren Positionen attraktiv macht.

Aufgabe einer neuen Rechten sollte es daher sein: eine ernstzunehmende Alternative, einen Gegenpol zu jenem Morschen, jenem Überlebten, jenem statischen Denken zu bilden. Die neue Rechte muß eine bleibende Präsenz im politisch-kulturellen Leben schaffen, sie muß rein in die Hörsäle, rein ins Feuilleton, muß erkennbar sein.

Die ksa ist ein hervorragender Anfang; der Stil des Handelns ist jedoch noch nicht etabliert, die Zugkraft hat sich noch nicht entfaltet. (Unverkennbar ist jedoch der Drang nach Veränderung, der sich markant etwa von jener alten Rechten unterscheidet, die sich letztlich nur im Pathos der Geißel der breiten Masse suhlt.)

Thomas Hochrainer
29. Mai 2009 09:23

Endlich höre ich hier besonnene Stimmen.

Ich habe die Probleme, die sich durch die Überfremdung ergeben nicht geleugnet. Und über Konzepte, damit umzugehen, sollte man sorgfältig diskutieren. Um aber überhaupt in eine Position gelangen zu können, aus der heraus wir auf diesen Komplex einwirken können, müssen wir zunächst ein Thema suchen, mit dem wir über diesen Kreis von vielleicht 50 Leuten hinaus Gehör finden. Die Bildungspolitik halte ich derzeit für eine genügend große offene Flanke der Konservativen, die es zu besetzen lohnt. Ob das auch die Lösung der Ausländerproblematik sein kann, sei mal dahingestellt. Sicher ist nur, wenn wir nicht ernsthaft versuchen, Einfluß zu erlangen, können wir in 25 Jahren wieder nur sagen , daß wir den Kollaps schon immer vorhergesehen haben, aber nicht daß wir etwas dagegen getan haben (außer vollmundige Reden im Internet zu schwingen).

derherold
29. Mai 2009 10:23

@d.n., "Die neue Rechte muß eine bleibende Präsenz im politisch-kulturellen Leben schaffen, sie muß rein in die Hörsäle, rein ins Feuilleton, muß erkennbar sein."

Klar und "die Anderen" werden sich das in aller Ruhe ansehen und Fördermittel verteilen. :-)) Wenn selbst Abweichler in den eigenen Reihen wie Rabehl oder Elsässer mit dem "Besuch" eines Rollkommandos rechnen dürfen, wird es für eine "neue Rechte" sicherlich einfach sein, "in die Hörsale" zu kommen. Apropos, Hörsäle: Die "Rechte" hat es noch nicht einmal geschafft, in den vergangenen 15 Jahren irgendeinen relevanten Lehrstuhl zu besetzen.

Sugus
29. Mai 2009 11:50

@ d.n.
Du liegst falsch; gerade die Ausländerfrage (die inzwischen eine Islamfrage ist) ist doch eines der wenigen, wenn nicht das einzige Thema, mit dem die extreme Rechte an die Mehrheitsmeinung andocken kann. Nein, nicht die Mehrheitsmeinungen der "Volkspartei"-Führungen, denn inzwischen kann man davon ausgehen, daß auch die CDU/CSU den Beitritt der Türkei zur EU durchwinken wird.
Hinter vorgehaltener Hand lästern selbst Linke über Ausländer und karren ihre Kinder in Schulen, in denen es möglichst wenige davon gibt.
Ich sag mal: mindestens 80% der Deutschen sind gegen den EU-Beitritt der Türkei. Doch er wird kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und das wird gravierende Auswirkungen haben, ganz im Gegensatz zur Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze 1990.
Die Frage: wenn fast jeder bei diesem Thema so denkt wie die extreme Rechte, warum wird nicht entsprechend gewählt? Und hier ist die Krux: tatsächlich hat die deutsche Rechte parteipolitisch nichts Seriöses anzubieten. Niemand wählt eine Partei, denen er auf allen anderen Feldern mißtraut, nur weil er ihr auf einem Feld besondere Problemlösungskompetenz zubilligen würde.

d.n.
29. Mai 2009 12:03

@ derherold

In aller Kürze: Mit Einflußnahme in Hörsälen waren in erster Linie Veranstaltungen bzw. Aktionen des studentischen Milieus gemeint (ich denke etwa an die Präsentation des Kaplaken-Bändchens von Felix Menzel, über die die „Blaue Narzisse“ vor einiger Zeit berichtet hat). Die Gedanken und Ideen der neuen Rechten müssen unter Akademikern Beachtung finden; eine rechte Alternative – fernab der oftmals sehr „ungestümen“ burschenschaftlichen Kreise – muß erkennbar sein.

Ohne zu wissen, was Du als einen „relevanten Lehrstuhl“ erachtest, kann ich aus meiner Erfahrung sagen – ich habe Jura studiert –, daß überraschend viele – auch hochkarätige – Professoren rechts der Mitte stehen. Solltest Du die Relevanz eines Lehrstuhls allein an der Anzahl veröffentlichter Schriften und der Medienpräsenz des Lehrstuhlinhabers messen, so muß ich Deiner Behauptung auch insoweit widersprechen. Schachtschneider, Depenheuer, Aden, Murswiek – um allein bei den Juristen zu bleiben und um nur einige zu nennen – sind über jeden Zweifel erhaben und veröffentlichen regelmäßig in renommierten Verlagen, Zeitungen, Fachzeitschriften.

.exe
29. Mai 2009 12:36

@ Hochrainer

Na, da würde ich ja gerne mal hören, was Sie den hier lebenden Ausländern so angedeihen lassen wollen!

Den nichtintegrierbaren Teil abschieben, was sonst? Und weil ich ahne, daß Sie bereits wie eine Stubenfliege auf dem linken Honigbrot voller Menschenrechte kleben, glaube ich Ihre nächsten Argumente schon zu kennen. Geschenkt, denn wir finden nicht zueinander, weil mich diese Art von Besonnenheit, von der Sie reden, wütend macht. Da hat Thorsten recht, Sie brauchen keine Neue Rechte oder überhaupt irgendwas neues, alles was Sie hier von sich geben sind Allgemeinplätze von grün bis schwarz. Was stört Sie überhaupt an unserer Realität, daß Ausländer zu wenig Bildung erhalten?
Ich glaube, daß wir uns um die Substanz unserer Nation sorgen müssen (schlimmes Wort, wie?), nicht um Bildung für Migrantenmassen. Ich halte es auch für äußerst verlogen, wie Corvusacerbus zu behaupten, wir müssen den Islam bekämpfen, weil er eine Herrschafts- und Unterdrückungsideologie sei. Welche Ausrede findet er, wenn eines Tages noch mehr Inder oder Chinesen als Araber kommen? Das Problem darf gern religiös sein, aber niemals ethnisch ...

Hesperiolus
29. Mai 2009 12:57

Die Überfremdung ist nicht nur der Boden von Problemen, sondern selbst das größte. Zeit für strategische Einflussvorbereitung ist so gut wie keine mehr, sollen in absehbarer Zeit überhaupt noch politikfähige Lösungen möglich sein! Remigration eines Großteils der eingewanderten Unterschichten und eo ipso Deislamisierung. Eine Neue Rechte müßte sich offensiv als politische Kraft formieren, die einer jungen bürgerlichen Mehrheit wählbar und dabei hinreichend radikal zugleich erscheint. Grade die Ausländerpolitik als monothematische Speerspitze! Eine in dieser Frage drängend vorhandene Mehrheit könnte vielleicht mobilisiert werden, wenn hinreichende Seriosität mit in diesem Punkt geschickt zu erringender Meinungsführerschaft erreicht würde. Die Ausländerfrage steht explosiv vor der Tür.

derherold
29. Mai 2009 14:00

@d.n., richtig Jura-Professoren haben ich - in dieser Hinsicht - für nicht-relevant betrachtet ... ebensowenig wie Ökonomen oder Naturwissenschaftler. Ich dachte an Politologie, Journalismus, geschichtswissenschaft, Soziologie. Und wenn man will, kann man jede "unliebsame" universitäre "Veranstaltung" verhindern.

@Hochrainer, Konservative behalten (immer) Recht und die heutigen Zustände (auf den Schulen) haben sie bereits VOR 25 Jahren richtig vorhergesehen. Wenn ich mich unter liberalen Bürgern umhöre, verstehe die unter einer wünschenswerten "Bildung" eben keine weitere Verwässerung von Unterricht und Schulabschlüssen und die Ankündigung "nicht mehr so früh zu sèlektieren" wird von ihnen beantwortet, nunmehr bereits viel früher zu selektieren. ;-)

"Privatschulen" haben erst in den vergangene 10, 12 Jahren eine Akzeptanz in weiten Telen der gutverdienenden Bevölkerung gefunden -"marode Bausubstanz" war dort der geringste Antrieb.

Thomas Hochrainer
29. Mai 2009 16:46

@.exe und @Thorsten

War mir schon klar, dass von Euch beiden keine gescheite Antwort zu erwarten war.

blixa
30. Mai 2009 01:50

Einige Anmerkungen zu den Einlassungen von T. Hochrainer:

Mir ist schlichtweg schleierhaft, wie Sie Lösungen in der Bildungs- von der Zuwanderungspolitik trennen wollen , beruhen die Probleme im Bildungsbereich doch ganz erheblich, wenn auch natürlich nicht aussschließlich, auf den massenhaften Zustrom von bildungsfernen Unterschichten aus fremden Kulturkreisen. Eine derart hirnlose, den legitimen Eigeninteressen offenkundig zuwiderlaufende Einwanderungspolitik wie in Deutschland in den letzten Jahrzehnten praktiziert wurde, hätte kein Bildungssystem der Welt schadlos überstanden. Wer hier nicht an der Ursache, nämlich der Zuwanderungspolitik, ansetzen will, wird zwangsläufig keine Besserung erreichen.

Schon heute werden erhebliche Ressourcen im Bildungssystem darauf verwendet, Migrantenkinder zumindest in die Lage zu versetzen, dem regulären Unterricht halbwegs folgen zu können. Wie viele Sprach - und Sonderkurse glauben Sie denn noch aus den Bildungsetats finanzieren zu können?

Hinsichtlich der Möglichkeit der Rückführung gilt es zu differenzieren: Es gibt einerseit Migranten mit verfestigtem Aufenthaltsstatus (bis hin zu den Eingebürgerten), es gibt andererseits aber auch Hunderttausende lediglich Geduldete. Die Duldung ist nichts anderes als ein Status amtlich anerkannter Illegalität. Die Rückführung dieser Personengruppe wäre ein erster Schritt . Tatsächlich macht die Politik aber das genaue Gegenteil und gewährt just dieser Gruppe auch noch ein Bleiberecht . Demgegenüber einen konsequenten Gesetzesvollzug auch im Ausländerbereich einzufordern, hält sich ja wohl noch im Rahmen der Realpolitik - oder wollen Sie nach dem Motto "Bleiberecht für alle" verfahren?

rjaeck
31. Mai 2009 02:03

Corvusacerbus schrieb:

Der Islam muß zurück- und wo immer es geht hinausgedrängt werden, denn er ist nicht wesentlich Religion, sondern qua Scharia Herrschafts- und Unterdrückungsideologie

Dem ist nichts hinzuzufügen. Empfehlenswert dazu, weil entlarvend, das Buch der in Berlin lebenden türkischstämmigen Rechtsanwältin Seyran Ates "Der Multikulti-Irrtum".
Bemerkenswert auch die die Abgrenzung zur ethnischen Zurückweisung. Einwanderungspolitik per se sollte nicht in Bausch und Boden verdammt werden. Die Flamen und die Hugenotten haben Brandenburg-Preußen auch zu Wohlstand und Fortschritt verholfen - na ja, sie gehörten halt zum abendländischen Kulturkreis.

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