Sezession
19. November 2015

Hemmungslosigkeit (3): Nassehi, Bednarz, sekundärer Intellekt

Götz Kubitschek / 44 Kommentare

Es gibt im intellektuellen Bereich eine Entwicklung, die ich mit Besorgnis seit langem beobachte, deren Hemmungslosigkeit jedoch erst seit einigen Monaten voll zur Entfaltung kommt: die berechnende Unterstellung. Diese mit dem Anspruch auf Rechtfertigung auftretende Sprachform ist das Feld derer, die mit sekundärem Intellekt operieren. Ein Beispiel aus jüngerer Zeit ist die Publizistin Liane Bednarz.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Liane Bednarz nennt sich selbst "liberal-konservativ". Sie betreibt einen Twitter-Account und veröffentlicht auf den Internet-Seiten theeuropean.de (sehr selten), carta.info (max. 500 Leser) und starke-meinungen.de (noch weniger), mithin vor ungefähr einem Zwanzigstel des Publikums, das wir mit jedem gewöhnlichen Netz-Tagebuch-Eintrag erreichen.

Es ist Liane Bednarz in den vergangenen Jahren nicht gelungen, publizistische Bedeutung über diese niedrige Schwelle hinaus zu erlangen. Es gibt keinen originellen Gedanken aus ihrer Feder, keine Kontur ihrer liberal-konservativen Selbstverortung, keine gewichtige Prognose, die sie selbst gestellt und nicht von einem anderen übernommen hätte.

Typisch für Köpfe, die solchermaßen auf der Stelle treten und das Primäre nicht beherrschen, ist die Suche nach sekundärem Profil. Billige Münze verspricht die warnende Interpretation konservativer oder rechtsintellektueller Entwürfe und deren unterstellte Verklammerung mit der radikalen Straße. Der ebenfalls wenig luzide Publizist Christoph Giesa ist auf dieser Schiene unterwegs, und jüngst auch der Tagesspiegel-Schreiber Christian Schröder: Beide haben ihr Quentchen Bedeutung im Chor der viel zu vielen Leute, die "irgendwas mit Medien" machen, allein dadurch ergattert, daß sie sich im weitesten Sinne mit uns beschäftigen.

Denn es gibt für die wenig Anspruchsvollen die Möglichkeit der Bewirtschaftung unseres Milieus: etwas behaupten, etwas unterstellen, vor etwas warnen, etwas miteinander verknüpfen, etwas schon immer gewußt, geahnt und gesagt haben.

Für Liane Bednarz ist die Lage insofern noch etwas jämmerlicher, als sie die Stufe des echt Sekundären noch nicht erklommen hat: Bedeutung hat sie nur dadurch, daß sie sich an den seinerseits bereits sekundären Giesa hängte und mit ihm immerhin bei Hanser ein Buch über unser Denkmilieu veröffentlichte. Daß Hanser sich dafür hergab, sagt viel über den Verfall dieses Hauses aus – Jo E-Ländle wird der neue Verlagschef branchenintern genannt, sein legendärer Vorgänger Michael Krüger hätte die Gefährlichen Bürger von Giesa-Bednarz nicht auf dieser Niveaustufe ins Programm genommen. Und natürlich:


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (44)

Gerhard Vierfuß
19. November 2015 17:15

Ausgezeichnet, dieser erneute Brückenschlag nonkonformer Denker von links und rechts. Nassehi in Schnellroda - Sie werden Ihre räumlichen Kapazitäten ausbauen müssen. Und denken Sie an die Akkreditierungen für die Presse!

Heiko Sprang
19. November 2015 17:24

Bereits 16.55 Uhr hat sie auf twitter diesen Beitrag hier kommentiert. Die schaut bestimmt alle zwei Stunden hier vorbei, was es Neues gibt, weil SiN einfach mal verdammt gut ist, würde das aber nie zugeben.
Obwohl: Wer nicht versteht, was Björn Höcke mit einem "Defizit an Männlichkeit" in Deutschland und Europa meint, der dürfte mit dem Niveau hier ziemliche Schwierigkeiten haben.

Telemachos
19. November 2015 18:22

Danke, Herr Kubitschek, für diesen schönen Kommentar zur Presseszene anhand einer exemplarischen Protagonistin.
Der Unterschied zwischen Primärem und Sekundärem wird von Monat zu Monat klarer.
Und Glückwunsch zur Gast-Anwesenheit von Armin Nassehi beim nächsten Schnellroda-Kongreß.

Waldgänger
19. November 2015 18:27

Immerhin: ein Flop.

Für jeden, der so alt ist, dass ihm der Versuch der Annährung an so etwas wie wahre Aussagen noch wichtig ist, muss die Beschäftigung mit gedanklichen Erzeugnissen wie jenen von Bednarz, Giese, Augstein jun. usw. usf. einfach nur eine widerwärtige und unnütze Angelegenheit sein.
Jene Leuten möchten den Eindruck erwecken, einen Diskurs zu führen - doch bereits ist eine Lüge.
Es gibt keinen Diskurs.
Was diese ungebildeten Schmierfinken betreiben, das ist Krieg mit Worten, und zwar ohne Beachtung des Kriegsrechts.

Lohnt es überhaupt die Zeit und Kraft, sich mit derlei gegnerischen Anwürfen zu befassen?
Wir hier wissen doch, dass es unbedeutendes Geschreibsel ist.
Und die, die es nicht wissen/merken, die lesen hier nicht.

limette
19. November 2015 19:49

"In einem Gespräch mit Nassehi erwähnte ich dies, er winkte ab, sieht unseren Dialog selbstverständlich nicht als Demontage der einen oder der anderen Seite an und freut sich darüber hinaus auf Schnellroda:..."

Es ist ja beachtlich, dass Nassehi die Diskussionsrunde auf sich nimmt. Man sollte das aber auch nicht überbewerten und seine Haltung aus einer gehörigen Portion Distanz betrachten. Ob es sich da um einen ehrlichen Dialog mit ihm handeln kann, wird man sehen, Es kann auch sein "soziologischer" Antrieb sein, Feldforschung im Sinne der Aktionsforschung zu betreiben. Ob wir da mehr sind als Objekte in einem funktionalistischen Sinne werden wir auch sehen. ABER es ist auf jeden Fall ein Hingucker für die Medien!

Roman
19. November 2015 20:02

Trotz einiger wohlmeinender Rezensionen in den Mainstreammedien ist das Buch "Gefährliche Bürger" von Liane Bednarz kein Verkaufsschlager geworden. Warum wohl?

Gerhard Vierfuß
19. November 2015 20:30

Etwas Positives: Gerade eben, gegen 19.30 h, lief im DLF ein sehr schöner Beitrag zum Kongreß am kommenden Wochenende! Ganz frei von billiger Polemik, frei auch von raunenden "Experten für Rechtsextremismus". Schon, einen Politologen (o.ä.) gab's selbstverständlich im Interview, aber der sprach sich eindeutig für Differenzierung aus, betonte mehrfach - aber ohne dies als rhetorisches Mittel einzusetzen - , daß Sie nichts mit Nationalsozialisten oder der NPD zu tun hätten; erwähnte, wenn ich mich recht entsinne, korrekt die Konservative Revolution und leistete sich, für meine Begriffe, nur den einen Fauxpas, Sie dessenungeachtet als "rechtsextremistisch" zu titulieren. Dazu, mangels Gesprächsbereitschaft Ihrerseits, einige sehr gute O-Töne aus einem früheren 3-Sat-Beitrag und sogar, quasi als Zugabe, ein kurzer Ausschnitt aus einem Ihrer Videoclips. Besser kann Werbung kaum sein.

Telemachos
19. November 2015 21:02

So ganz nebenbei: 19:30 Uhr lief im DLF etwas über Euch.

Die alten Kamellen wurden teils wieder aufgefrischt (3-Sat-Sendung),
aber man betrachtet Euch wenigstens nicht mehr als 'Nazis im Nadelstreifen'... .
Relativ faire Betrachtung, mit allerdings saloppen Untertönen...:

https://www.deutschlandfunk.de/dlf-magazin.861.de.html

Gardeleutnant
19. November 2015 21:47

Ein ausgewogener Bericht des DLF. Was mich immer wieder (trotz alledem und alledem) verwundert, ist die hohe Fehlerzahl dieser Berichte. Nur wahllos aus der Erinnerung niedergeschrieben:

- Wer auch nur einmal in Schnellroda war, weiß, daß das nicht im Unstruttal liegt, sondern auf der Querfurter Platte.
- Der Stil des Ritterguts ist offensichtlich kein "Neobarock". Wie kommt man denn auf so etwas?
- Einer der genannten Mädchennamen ist ebenso falsch wie die stereotype Behauptung, alle Kinder hätten germanische Namen. (Nebenbei ist die Nennung der Vornamen, deren Nachnamen man anhand des Zusammenhangs ermitteln kann, und damit des vollständigen Namens eines/r Minderjährigen eine Persönlichkeitsrechtsverletzung, die u.U. richtig teuer werden kann. IfS-affine Anwälte vor! Der Verlag von Ursula Sarrazin hat da jüngst teures Lehrgeld zahlen müssen. Holt euch das vom reichen DLF!)
- Jürgen Elsässer einen "elitär-aristokratischen Habitus" zu bescheinigen ist grotesk.
- "Sezession.de" ist alles, aber kein "Newsblog".
- Und wer die Wirmer-Flagge als "Pegida"-Fahne bezeichnet, hat nun wirklich den Schuß nicht gehört.

Dafür nun soll man eine Rotfunkabgabe zahlen? Schämen diese Leute, die doch so eingenommen sind von der eigenen Sendung, sich denn nicht dafür, eine rein handwerklich, unter Absehung von der Weltanschauung, so miserable Arbeit abzuliefern?

(Übrigens: wie schafft man es, so gepreßt und angestrengt zu sprechen wie der DLF-Sprecher? Muß man das üben oder ist das angeboren?)

Anton Schweiger
19. November 2015 22:19

Na hoppsala Herr Kubitschek. Sie möchte man nicht zum Feind haben ;) Aber warum Löwengebrüll gegen eine Scheinakazie?

einervompack
19. November 2015 23:17

Die Frage wäre: Lohnt es sich überhaupt, derartige Absonderungen, die nach Art und Inhalt prinzipiell vorhersehbar sind, zu kommentieren?
Ein Erfolg ist damit dagegen nicht zu erhoffen.

Außerdem bleibe ich bei meiner Meinung, daß ein Medium nicht unabhängig von seinem Inhalt und insofern auch seinem Nutzer gesehen werden kann. Wer überhaupt twitter benutzt, der hat schon ein Denken, das sich auf Schlagworte reduzieren läßt. Und entweder geistigen Exhibitionismus goutiert oder für Peinlichkeit nie ein Gespür entwickelt hat. Geist sieht anders aus.
Ansonsten ist es ja gerade das Politikmittel dieser Leute, nicht schlüssig zu argumentieren, sondern auf Skandalisierung durch pawlowsche Reflexe gegen vorgeprägte Monster zu setzen: das UNWORT auf den Tisch - und alle haben in Schockstarre zu fallen. Weil alles andere ja schon 'Billigung' und 'Mitschuld' bedeuten würde.

Arminius Arndt
19. November 2015 23:36

Mir ist die Dame egal - früher hätte ich für so arme Leute, die in die Verstrickungen ihrer Eltern tappen, einen Funken Mitleid gehabt, ist aber heutzutage zu anstrengend.

"Sekundärer Intellekt" hat das Zeug zum prägenden Ausspruch für unsere Zeit - wenn der von Ihnen kommt, werter G.K., dann Chapeau! Wie überhaupt der Hut auch aus tausend anderen Gründen gezogen wird (100% Jubelperserfrei gemeint).

Heinrich Brück
19. November 2015 23:37

Bednarz ist nur ein Symptom für den sekundären Intellekt. Der demokratische Kapitalismus wäre ohne den sekundären Intellekt aufgeschmissen. Liberalkonservative müssen gutgläubig sein, sonst würde ihre Vorläufigkeit nicht funktionieren.
Nach 1945 war ja auch die Zeit der Sekundärliteratur. In einer Meinungsdemokratie zu leben, alle paar Jahre ein Kreuzchen machen zu dürfen, ist der größte Coup zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Der Weimarer Fehler des Hungerns wird nicht mehr gemacht, also können die Scharlatane des Systems generationenübergreifendes Ausbeuten als Agenda einem Intelligenztest unterziehen. Die Marionetten dieser neuen Ordnung sind intelligent genug, aber sie haben kein eigenes Spielfeld.
Ein guter Charakter ist nicht käuflich, und die Unmoral betrügt die Dummheit. In diesem Sinne...

der Gehenkte
20. November 2015 01:41

Göttlich dieser Beitrag des DLF. "Man muss sich einfach klar machen, es gibt eine nicht-nazistische Strömung der extremen Rechten in Deutschland. Das stößt bei vielen auf Unverständnis, weil wir in der zeitgeschichtlichen und ideengeschichtlichen Auseinandersetzung mit der extremen Rechten in Deutschland gewohnt sind, auf Neonazis zu gucken. Und eben wenig oder selten oder gar nicht in der Lage sind, zu differenzieren." Köstlich! Und dann das: "Burschenschaftlern, völkische Ökos bis hin zu AfD-Mitgliedern" - Also ich bin weder dieses, noch jenes, noch drittes - und komme trotzdem! Freue mich sehr!

Es gibt auch noch Primärgrößen, die man hören sollte. So hat Houellebecq Tacheles geredet:

https://www.corriere.it/cultura/15_novembre_19/attentati-parigi-houellebecq-io-accuso-hollande-difendo-francesi-eafac2b2-8e84-11e5-aea5-af74b18a84ea.shtml

oder hier: https://seidwalkwordpresscom.wordpress.com/2015/11/20/houellebecq-klagt-an/

Andreas Walter
20. November 2015 02:34

So läuft nämlich die Nummer, weshalb der Krieg niemals aufhören wird:

https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/paris-anschlag-wieso-massenueberwachung-keine-loesung-ist-a-1063496.html

Weil Krieg von kriegen, mehr bekommen, mehr wollen, mehr sein, mehr Macht haben wollen stammt und darum auch der Vater aller Dinge, Sachen und Materie ist. Auch von jedem Kind, das geboren wird, jede Minute zigfach, dutzendfach in die materielle Welt, in das Diesseits entlassen wird und sich ab dem Tag darum immer weiter auf sich verlassen muss. Der Kampf der Kulturen ist nämlich eine Sache, doch womöglich ist es viel banaler und darum den meisten wohl auch zu schnöde, zu persönlich, zu hässlich, die wahre Ursache aller Konflikte auf Erden beim Namen zu nennen. Soll und Haben, Angriff und Verteidigung, Begehr und Abwehr, Gewinn und Verlust, gewinnen und verlieren, sich vermehren oder vergehen, leben, überleben oder sterben, zumindest materiell.

Machen wir uns daher nichts vor. Kommunisten, "Gutmenschen" sprechen zwar gerne und ständig von Gleichheit und Gerechtigkeit, doch sie meinen damit meist lediglich auch Enteignung, Umverteilung, und eben nicht Dinge selbst erschaffen, erarbeiten, auf die Beine stellen. Eben der Diebe-, Arbeiter- und Bauernstaat.

Sowohl der Verfassungsschutz wie auch der BND gehören darum wie auch unsere gesamte Regierung wegen Unfähigkeit komplett entlassen und sei es nur, um nicht immer den Gleichen weiterhin unverdient Privilegien zukommen zu lassen. Das Gleiche gilt auch für alle Medienschaffenden und die Presse. Nach 70 Jahren könnte nämlich sonst so etwas wie eine chronische AWO Sklerose drohen, die uns lediglich als NWO verkauft wird. Solche undurchsichtigen Machenschaften, Mechanismen und Methoden sind ja keine Hingespinste und Gerüchte, ja nicht einmal neu, sondern wurden ja schon vielfach auch von Intellektuellen wie aber auch schon von Wissenschaftlern beschrieben und auch oft genug davor gewarnt, stellen sie doch eine reale Bedrohung für jede Gesellschaft dar. Die oberen 10.000, 100.000, mehr sind das nämlich nicht. Auch nicht in Deutschland.

Diese Rotation jedoch findet nie freiwillig statt, selbst nicht bei bestem zureden. Neue Besen fegen aber gut, besser. Womit wir wieder beim Krieg und am Anfang dieses Kommentars sind.

Waldschrat
20. November 2015 03:47

Zuviel Aufmerksamkeit für eine der ungezählten Systemsymbionten, meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

Im Übrigen pflichte ich Gardeleutnant betr. DLF bei: Wer die Namen meiner Kinder im öffentlichen Funk ausposaunt, dem gehört eine Klage um die Ohren gehauen. Und ich bin wahrlich kein Prozeßhansel.

Mathias
20. November 2015 04:34

Wegen des Inhaltes selbst lohnt es sich nicht, auf die Sekundärintellektuellen einzugehen. Aber aufgrund ihrer Menge und Präsenz erreichen sie insgesamt meinungsmanipulative Bedeutung. Sie bringen ein verwirrtes politisches Bewußtsein hervor, dessen einziger Orientierungspunkt darin besteht, gegen etwas zu sein, das aktuell als Rechts deklariert wird (siehe Augsteins Devise "Im Zweifel links"). Man kann daher leider die Gedanken der Sekundärintellektuellen nicht einfach links liegen lassen und muß auf dem Niveau der Menschen, die davon beeinflußt sind, Überzeugungsarbeit leisten.

Ansonsten würde ich darauf achten, nicht in Auseinandersetzungen mit Einflußagenten hineingezogen zu werden. Don`t feed the Troll.

Loukas Notaras
20. November 2015 06:20

Ach du schreck, ich hatte gerade ein Aha-Erlebnis, nachdem ich Liane Bednarz gegoogelt habe. Dieses Blondchen hatte auf der Frankfurter Buchmesse nach der Pirincci-Lesung am JF-Stand mit Martin Lichtmesz diskutiert. War recht erheiternd.

Am besten fand ich die Stelle, wo es um die - aus ihrer Sicht übertriebenen - Ängste vor einer Islamisierung Deutschlands ging. "Nein", beschied sie entschieden, ein Kopftuch würde sie niemals tragen. Mit anderen Worten, es würde niemals soweit kommen, dass ihr irgendjemand in Deutschland das Kopftuch aufzwingen könne.

Da musste ich an ein anderes Blondchen denken, Wohnungsmaklerin in Bad Neuenahr. Die hatte gerade die vollkommen neue Erfahrung gemacht, dass sie selbst von syrischen Flüchtlingen auf Wohnungssuche nicht als vollwertiges Subjekt anerkannt wurde: blond, Frau und wagte es auch noch den Herrenmenschen direkt in die Augen zu sehen! Auch Liane wird künftig noch viele Gelegenheiten haben, ihren Erfahrungsschatz in dieser Richtung beträchtlich zu erweitern.

Martin Lichtmesz
20. November 2015 06:52

Ihre wahren fünfzehn Minuten Ruhm hat die Liane Bednarz jetzt erst bekommen, sie kann ja wieder ein spannendes Buch darüber schreiben...

Hugo
20. November 2015 08:09

@Telemachos
@Gardeleutnant

Was der DLF gestern in seinem nicht einmal zehnminütigen Beitrag geleistet hat, war die Kunst der unterschwelligen Unterstellung. Vordergründig wurde objektiv berichtet, der diffamierende Unterton machte aber klar, dass man es hier mit einer vermutlich gefährlichen rechtsradikalen Bande zu tun hat, die man zwar leider noch nicht greifen könne, die aber deshalb noch lange nicht unterschätzt werden dürfe. Gerade diese Art von "Pseudo-Objektivität" macht es mir schwer, überhaupt noch irgendwelche politischen Sendungen der "öffentlich rechtlichen" in Deutschland zu ertragen.

Gut, warum sollte man auch.

Hartwig
20. November 2015 08:40

Ruge, Bednarz, Armbruster, Casdorff, 2xAugstein, Pleitgen u.s.w. - das sind Namen von Journalisten von vor 20, 30, 40 Jahren - und von heute, mit anderen Vornamen. Der Journalismus scheint neben sonstigen Unrühmlichkeiten vor allem eine Art Erbhof, möglicherweise gar Inzuchtbetrieb zu sein.

Friedhelm
20. November 2015 09:55

Ein Wort, das mir zu Bednarz und Konsorten einfällt: Intelligenzproletariat.

Monika
20. November 2015 10:07

Es gibt nicht nur C-Promis, sondern auch C-Journalisten und
C-Intellektuelle. Die sollten uns Conchita-Wurst sein.
Schlimmer sind A-Journalisten, die mit berechnenden Unterstellungen arbeiten und etwa Herrn Houellebecq unterstellen, er "schlage auf dumme Weise"zurück. So etwa ein Herr Altwegg:
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/michel-houellebecq-jetzt-redet-er-13921602.html

Die mal wieder zugelassenen Kommentare spielen in der Überzahl auf der A-Liga.

Frederick van Portshoven
20. November 2015 10:26

Loukas Notaras schrieb:

Dieses Blondchen hatte auf der Frankfurter Buchmesse nach der Pirincci-Lesung am JF-Stand mit Martin Lichtmesz diskutiert. War recht erheiternd.

Davon gibt es nicht zufällig eine Aufzeichnung?

Gustav Grambauer
20. November 2015 10:38

Gardeleutnant

"Jürgen Elsässer einen „elitär-aristokratischen Habitus“ zu bescheinigen ist grotesk."

Für die sogenannte "Gesellschaft" muß alles, was nicht IKEA ist, "elitär" sein (sie reden bei dem Begriff wie die Blinden von der Farbe), und diese tief wurzelnde Konsequenz holt jetzt als "Buddenbrookisierung" mit rasender Geschwindigkeit - aber "mit Naturnotwendigkeit" - die bürgerlichen Rudimente dieser "Gesellschaft" ein. Diese "Gesellschaft" ahnt noch nichts von ihrem Untergang - so wie der Krebs auch nicht weiß, daß er stirbt wenn der Organismus stirbt.

Hartwig

"... Erbhof ..."

Das war auch mein erster Gedanke, er hat sich aber in dem Fall nicht bestätigt. Klaus Bednarz, immerhin noch ein gewisses Kaliber, würde sich auch bedanken.

https://www.facebook.com/liane.bednarz/posts/10153153008404223

- G. G.

Holger
20. November 2015 10:49

Aus dem D-funk-Beitrag: "Fernsehen ist tabu, stattdessen macht man Hausmusik. Im Dorf hat man damit überhaupt keine Probleme."

Sauerei! Wenigstens mit der Hausmusik hätte man Probleme haben müssen, im Dorf.

Helgi Knartr
20. November 2015 10:52

@ Arminus Arndt

"Sekundärer Intellekt" - zum Brüllen! Ich verstehe Ihre Freude!

Wenn Götz Kubitschek die Debatte mit dieser hübschen Formulierung bereichert, dann doch sicherlich mit Augenzwinkern. Denn: Sind "Intellektuelle", die sich nachschwätzend an andere "Intellektuelle" hängen. tatsächlich Intellektuelle?

Was das "Sekundäre" betrifft (Ihre im Kommentar implizierte Frage nach der Herkunft der kühnen Kubitschek-Formulierung ist damit allerdings keineswegs beantwortet): Ich bin zum ersten Mal drauf gestoßen - "sekundär" in ähnlichem Sinn gebraucht, aber nicht deckungsgleich - bei George Steiner, "Von realer Gegenwart. Hat unser Sprechen Inhalt?" (1990): Steiner nimmt Stellung gegen "die Misere unseres Zeitalters", nämlich "die Vorherrschaft des Sekundären und Parasitären, das Wuchern des endlosen Kommentierens" (Klappentext). Das erste Kapitel heißt "Die sekundäre Stadt". Das Buch ist versehen mit einem Nachwort von Botho Strauß: "Der Aufstand gegen die sekundäre Welt." Diese Nachwort-Überschrift ist später Titel eines seiner Bücher geworden (1999).

Der_Jürgen
20. November 2015 13:10

@Heinrich Brück
"Der demokratische Kapitalismus wäre ohne den sekundären Intellekt aufgeschmissen."

Das stimmt vollkommen, aber es gilt nicht nur für den demokratischen Kapitalismus. Geistige Nullen wie die Bednarz, die sich als DenkerInnen gerieren, obwohl ihr Intellekt nur gerade ausreicht, um "öde Phrasen, abgedroschen, aufgeblasen, nachzubeten" (Reinhard May in einem seiner besten Lieder), gibt es in jedem System. Sie sind als Propagandisten der jeweils herrschenden Ideologie unersetzlich.

Gewiss, das geistige Niveau der Medien und der Hofintellektuellen in der heutigen BRD ist aussergewöhnlich tief. Das war vor ein paar Jahrzehnten noch nicht so; gegen die grundlegenden Lügen des Systems konnte man zwar schon damals in keinem grösseren Medium anschreiben, aber zu vielen Fragen war eine Debatte damals durchaus möglich. Zwischen dem "Spiegel" und der "Welt" gab es damals genuine ideologische Unterschiede, und beide Seiten verfügten über zwar nicht gerade geniale, aber doch achtbarer Federn. Heute sind solche Unterschiede zwischen den grossen Zeitungen nur noch mit der Lupe auszumachen, und ein Ernst Jünger, der damals immer noch mit einem gewissen Respekt behandelt wurde (etwa in seinem bekannten "Spiegel"-Interview), fiele heute als "Rassist" und "Nazi" der Aechtung anheim.

Dies alles ändert aber nichts daran, dass jedes System Schreiberlinge braucht, die seine herrschende Ideologie auf primitivem Niveau vertreten. Das war im Dritten Reich ebenso der Fall wie in der UdSSR oder der DDR. Gesetzt, es gelingt, Deutschland zu retten, und es kommt eine nationale Regierung an die Macht, die das Ruder im letzten Moment herumreisst, wird auch diese Regierung auf Männer und Frauen fürs Grobe angewiesen sein.

Auch unter einer nationalen Regierung wird längst nicht jeder Journalist und jeder Politologe auf dem Niveau eines Lichtmesz, eines Seller oder eines Kubitschek schreiben. Die Mehrheit der Bevölkerung jedes beliebigen Landes besteht aus anständigen, aber intellektuell anspruchslosen Menschen, die weder gewillt noch imstande sind, sich auf geistige Höhenflüge einzulassen, und denen man die Fakten auf einfache und hausbackene Weise darbieten muss. Deshalb wird es auch in einem künftigen deutschen Deutschlands jede Menge Schreiber geben, deren geistiges Niveau nur unwesentlich höher als das der Liane Bednarz sein wird. Der Unterschied wird lediglich darin bestehen, dass sie grundsätzlich Wahres auf grobschlächtige und vereinfachende Weise darstellen werden und nicht, wie die heutigen systemkonformen SchmierfinkInnen, grundsätzlich Falsches.

Wer dies verhindern will, muss einen neuen Menschen schaffen, und die bisherigen, kläglich gescheiterten Versuche hierzu bieten kaum Grund zur Hoffnung, dass es das nächste Mal klappen wird.

Carsten
20. November 2015 13:20

Jo mei, das bildungsferne Akademikerprekariat will halt auch wos zum Sagen hobn. Soviel Studienplätze für Theaterpädagogik gibt's halt net, dass es für Liane auch noch reichen tät.

Monika
20. November 2015 14:16

Wer verkündet am lautesten, aus dem steuerlich alimentierten Sessel heraus, was die Deutschen alles nun zu opfern und zu teilen haben? Die Kirchen sind es! Alle Menschen sind Kinder Gottes. "Holt her die Millionen! Schenkt her euren Wohlstand, euer durch Leistung Erarbeitetes, Erforschtes, Erbautes, Ererbtes, gebt auf eure Lebensstandards!" Für die Elenden, die Schwachen, die Verderbten. Und: leidet mit! Tut zu einem Elend geschwind noch ein Zweites hinzu, und ein drittes, viertes, fünftes. Nein! Löst keine Probleme. Bleibt impotent. Schafft keine Transitzonen, oder versorgt gar die zehnfache Menge Flüchtlinge vor Ort für die gleichen Kosten. Rein in die Hotels, die Schlösser mit den Flüchtlingen! In der Armut, im Elend werden alle Menschen gleich – das ist Christentum. Dass es dabei die deutsche Bevölkerung ist, die opfern wird, ob mit Geld oder eigenem Blut und Leben, während Merkel selbst erklärte, sie würde nicht einen einzigen Flüchtling bei sich aufnehmen, macht dieses Pastoralprogramm, diese klerikale Verordnung der Übermoral von oben herab nur noch um so verabscheuungswürdiger. Liebe zum Übernächsten und Verachtung für die Untereigneten.

Zitat aus einer sehr aufwühlenden Leserzuschrift an Klonovsky, acta 19.11.15, (eine Mischung von Strauss' Letztem Deutschen' und Unterwerfung)

Liane Bednarz will den Konservatismus gegen Rechts verteidigen
https://m.youtube.com/watch?v=37FyJ2ywzII
Eine löbliche Absicht, andere haben das besser gedacht.
Und verzweifelter. S.o.

KJ
20. November 2015 15:22

"Es ist Liane Bednarz in den vergangenen Jahren nicht gelungen, publizistische Bedeutung über diese niedrige Schwelle hinaus zu erlangen. Es gibt keinen originellen Gedanken aus ihrer Feder, keine Kontur ihrer liberal-konservativen Selbstverortung, keine gewichtige Prognose, die sie selbst gestellt und nicht von einem anderen übernommen hätte."

Ich weiss nicht, ob das für den intellektuellen Austausch so wesentlich ist wie groß die Reichweite einer Person ist. Der andere Hinweis ist gewichtiger.

Die Frau ist ein Groupie der Neuen Rechten. Dass sie ins negative gewendete Kritik übt ist mehr wie im Feuilleton zu sehen. Wichtig ist, was besprochen wird. Es gehört zum üblichen Mimikri Verrisse zu schreiben.

Bei Augstein bin ich mir auch unsicher, ob er links ist. Das sind Menschen aus dem deutsche Medien-Adel. Links sein heißt da einfach kein verknöcherter hanseatischer Elitemensch zu sein, seinen Reichtum nicht so rauszuhängen, und dem weiblichen Geschlecht sich gegenüber alles offen zu halten. Er macht eine "linke" Schrebergartenzeitung, den Freitag, nun gut, das ist ein Marktsegment, das einer bespielen muss. Links argumentiert: "Vom Klassenstandpunkt aus betrachtet ist es mir doch egal, ob ein Multimillionär links oder rechts zu sein vorgibt." Augstein ist Teil des publizistischen Klubs, der kann auch morgen Redaktionsleiter bei der WELT oder bem Bayernkurier werden. Wenn man unter 10 Publizisten Karten verlost, welche politische Haltung sie zukünftig haben, dann würde so etwas wie die Kommentarsektion bei Spiegel-Online rauskommen. Impersonisation statt Anliegen. Für Impersonisation von politischer Meinung steht natürlich auch die Schreibe der Dame, aber sie ist ein echter Groupie der Neuen Rechten. Wenn Kubitschek sich distanziert, schützt sie das vielleicht in dieser Rolle, aber sie hat sich bereits viel zu weit aus dem Fenster gelehnt.

rautenklause
20. November 2015 15:44

@ Limette

Ich erinnere mich da schon an Debatten mit der anderen Feldpostnummer auf Veranstaltungen des damaligen GdS, die erfrischend, tiefgründig und von gegenseitigem Respekt geprägt waren - vor allem an die Vorträge von Johannes Agnoli und Leo Kofler auf dem Haus der Marburger Germanen. Von dem irren Langhans auf dem Danubenhaus ganz zu schweigen.

Aber vor allem Kofler und auch Agnoli argumentierten so scharf und treffend, daß es den anwesenden Linken, die mit großen Bauchschmerzen ob der faschistischen Umgebung, ganz blümerant wurde und der ein oder andere in späteren Gesprächen doch an seiner Vor-Stellung zu zweifeln begann. Ganz zu schweigen von Koflers Replik auf einen langhaarig ungepflegten Zwischenrufer (der ihn mit "Genosse Leo" ansprach): "Marx forderte den hohen, schönen Menschen - und nun schauen Sie sich mal an und sagen mir ernsthaft, daß Sie Marxist sein wollen!" Brüllendes Gelächter allenthalben ...

Ich gehe davon aus, daß das eine auch für weitere Entwicklungen hochspannende Sache wird - wäre ich kein so alter sack, würde ich mein Ränzlein nach Schnellroda schnüren ... Glück ab!

jacky
20. November 2015 16:47

„Im Netz auf der Lauer“.

Ausschliesslich daraus ziehen diese Wesen ihre Daseinsberechtigung.

Die Selbstwahrnehmung von Frau B. nach dem Twitterfoto und dem Auftritt
hier: https://www.youtube.com/watch?v=NfAtlgobQa8 , scheint erheblichen Störungen zu unterliegen. Polemisiere ich jetzt mal. ;-)

Der Gutmensch
20. November 2015 17:48

Ist dieser Militante wieder weg? Gott sei Dank ...

Ich sehe es wie KJ. Und ich halte auch seine Überlegung für sehr nachvollziehbar, dass Leute wie A. keine politische Überzeugung umtreibt, sondern sie schlicht über eine bestimmte Klassenzugehörigkeit und die entsprechende Kaltschnäuzigkeit verfügen. Zur Frage, wieso Blondie tut, was sie tut, ist vermutlich weniger auf einem Podium etwas zu erfahren, als vielmehr in einer ruhigen Minute bei einer Tasse Baldriantee.

Waldgänger
20. November 2015 19:35

Man sollte nicht den Köder schlucken und sich überhaupt auf eine gedankliche Auseinandersetzung geschweige denn den Versuch eines Diskurses mit Leuten wie Bednarz, Augstein, Maas, Reschke usw. usf. einlassen.
Was dieses Milieu äußert, fällt allein in die Kategorie „Volkserziehung und Propaganda“ bzw. Dogmen-Vergewisserung. Die „berechnende Unterstellung“ ist halt eine der Waffen im geistigen Bürgerkrieg, die den Kombattanten mit „sekundärem Intellekt“ zugewiesen werden.

Öffentliche Aussagen der Mainstream-Apologeten haben allerdings oft auch den Charakter eines Köders, der Andersdenkende ebenso verführen soll wie der Köder am Angelhaken den Fisch zum Zubeißen verleiten soll.
Das scheinbare Angebot eines Diskurses – z.B. bei Jauch - ist der Köder. Dabei ist doch angesichts der Verfügungsgewalt über bestimmte Medien klar, dass die Zeit für Diskurse heute längst Vergangenheit ist.

All das, was einen seriösen Diskurs ausmacht, fehlt doch mittlerweile bzw. wird von den Vertretern der Macht konsequent verweigert:

- die Überzeugung, dass man redet, um etwas Unklares zu klären und nicht, um eine Show abzuziehen,

- die Akzeptanz der Gesetze der Logik und der nüchternen Argumentation auf einer Sachebene – und eben nicht entlang eines utopischen Wunschzettels,

- die Begründungspflicht bei strittigen Aussagen,

- der Gebrauch einer einfachen und neutralen Sprache, der ideologische Begriffe mit ihren vorweggenommenen Wertungen und Behauptungen weitgehend fehlen,

- der Gedankenaustausch auf gleicher Augenhöhe,

- das Tolerieren abweichender Ansichten,

- das Einräumen, dass man selber geirrt haben könnte,

Kurz - die Beachtung dessen, was etwa ein Habermas früher mal - als man noch nicht an den Fleischtöpfen saß - als „Diskursethik“ bezeichnet hat,
Da all das fehlt, reduziert sich das, was heute hochtrabend „Diskurs“ genannt wird, auf eine didaktische Schauveranstaltung für ein uninformiertes Publikum.
Aus diesem Grunde muss man von der Beteiligung an Podiumsdiskussionen, Talkshows, ja selbst an Interviews mit Journalisten grundsätzlich abraten, da eben der seriöse Diskurs nicht gewollt ist. Man sollte auch nicht den Fehler machen zu hoffen, dass sich das ändern könnte.

Die Sezession, die Abspaltung und die Bewahrung eines Denkraums, in dem wahre Aussagen noch möglich sind, ist die Ultima Ratio.

Schildmaid
20. November 2015 19:44

Frau Bednarz ist fasziniert (und not amused) durch die Beachtung, die ihr hier geschenkt wird ! Sie verfolgt sich selbst über Twitter, google etc. und jeder Gedanke, jedes Wort über sie und ihre Wertefeststellung ist verbrauchte Energie....weil

Es scheint mir gar, sie ringt im Inneren mit sich selbst. Sie ist gegen den Euro, gegen Abtreibung, sie ist IMMER noch in der CDU und KONSERVATIV aber was die bösen Konservativen von der AfD dann machen und denken, nein ! Das ist dann zuuuu konservativ. Zu böse und überhaupt. Genau dieses Denken fällt der Gerechtigkeit in den Rücken, falsches und dummes Palaver ist der verseuchte Boden, den wir jeden Tag mit durchwachsenem Humus und gereinigter Muttererde austauschen müssen um unsere Kinder und uns selbst vor dem Austausch zu schützen.

Wir freuen uns auf morgen ! Der Bericht im Deutschlandfunk war sehr erheiternd. Zusammenschnitte, Mutmaßungen und "wilde" Interviews in Schnellroda..huiii, das klingt verboten, das ist Untergrund, Sezession.

Mathias
20. November 2015 21:25

@Der Gutmensch

Im Falle des Herrn A. mag der Eindruck fehlender politischer Überzeugung daher kommen, daß er geistig etwas wirr ist. Er bringt es fertig, sich selbst fundamental zu widersprechen. In seiner wöchentlichen Kolumne bei Spon hat er anläßlich der EU-Finanzkrise einmal darüber lamentiert, daß das fundamentale Problem darin bestünde, daß die Wirtschaftskraft Deutschlands viel größer ist als die der anderen Länder, und gesenkt werden müßte. In einer anderen, etwa zur gleichen Zeit erschienenen Kolumne forderte er von D, mit seiner Wirtschaftskraft den Euro und die EU zu retten. Kein Wort darüber, wie das zusammen gehen soll.

Andreas Walter
20. November 2015 22:15

Kurz mal etwas anderes.

Ein interessanter Überblick, wer denn noch so alles der Grosse Bruder ist oder sein möchte:

https://www.neuemedienmacher.de

Es geht um Neusprech:

https://sciencefiles.org/2015/11/20/freiheit-gleichheit-gleichwertigkeit-die-neusprech-neuer-deutscher-medienmacher/

Hildesvin
20. November 2015 23:21

@ Holger 10.49: Das ist zu köstlich.
Der Kurier vor wenigen Jahren über eine Nazi-Schrebergartenkolonie in Berlin-Heinersdorf: "Die Frauen tragen lange Röcke." - Pfui Deibel aber auch!

Harald de Azania
21. November 2015 08:51

.....ein gnadenloser Verriss! Danke !

LB: netzbekannt fuer 15 Sekuendlien ..

HdeA :-)

Heinrich Brück
21. November 2015 19:10

https://www.sueddeutsche.de/kultur/was-ist-deutsch-wir-muessen-reden-1.2747060
Auf diese Diskussion muß man sich freuen, auch wenn es keine ist.
Nassehi hat in der Konsequenz die Moral relativiert.
Wären Soziologen Handwerker, sie würden fast alle verhungern.
Liegestütze und Thorsten Hinz, heute: https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2015/kritik-wird-erdrosselt/
Das Leben ist zu kurz.

Winston Smith 78699
21. November 2015 22:12

@ Gustav Grambauer

In der Welt der oberflächlichen Elite öffnet bereits ein lediglich gleichlautender Name bereits Türen, ähnlich wie so ein Adelspräfix.

Der Artikel inspiriert mich, zur effektiven Erzeugung einer Schwaflerkartei (index scriptorum vanorum) eine Art umgekehrtes Sieb des Eratosthenes vorzuschlagen. Jeder scriptor vanus erzeugt Sekundärschwafler und so fort. Der Algoritmus sollte allerdings möglichst oft und sinnvoll gestreut gestartet werden, wegen des der Grundmenge eigentümlichen Risikos der topologisch abgeschlossenen insulae.

Erste Smithsche Vermutung: Es gibt Insulae (topologisch abgeschlossene Teilmengen).
Lemma 78699: Der Komplex Focus-Spiegel oder der Suhrkamp-Verlag sind insulae scriptorum vanorum, d.h. die Schwafler in diesen Teilmengen referieren aufeinander ohne relevanten Kontakt zur Außenwelt.

Zweite Smithsche Vermutung: Es gibt keine einelementigen insulae, d.h. jeder Schwafler ist entweder selbst sekundär oder hat relative Sekundärschwafler. (Zu zeigen: Dies ist gleichbedeutend mit Einsteins Axiom von der Dummheit und mit Descartes' Satz von der Gerechtverteilung.)

Dritte Smithsche Vermutung: Manche scriptores werden durch den Algoritmus nicht erreicht.
Winstons Korollar: Wegen der zweiten Smithschen Vermutung hat man mit einem solchen jeweils einen Oberschwafler einer insula identifiziert.

These: Hat man alle somit identifizierten Oberschwafler einer insula attackiert, merken die Sekundären nicht, dass sie vernichtet sind. Im Gegenteil werden sie einfach weitertun, als ob nichts wäre (Insula-Eigenschaft: sie nehmen die Attacke nicht wahr.) Oder sie versuchen, zu Oberschwaflern aufzusteigen (vanus-Eigenschaft: sie sind zu beschränkt, um zu schweigen.)

niekisch
22. November 2015 17:09

Zum heutigen Totensonntag:

https://diskuswerfer.wordpress.com/2015/11/22/suche-es-nicht-im-morgenrot/

Götz Kubitschek
23. November 2015 10:05

badeschluß.
gruß! kubitschek

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