Das neue Krokodil: “Rechte Christen”

Unter allen Groupies, die jemals daraus eine Karriere gemacht haben, die sogenannte "Neue Rechte" zu stalken,...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

ist die all­seits belieb­te Lia­ne Bed­narz bekannt­lich eine ganz beson­ders leuch­ten­de Leucht­ra­ke­te. Ihr jüngs­tes Meis­ter­stück ist am Sonn­tag in der FAS erschie­nen, und ein exem­pla­ri­sches Bei­spiel dafür, wel­che Kas­per­le­thea­ter inzwi­schen in Sze­ne gesetzt wer­den müs­sen, um ein immer tie­fer und immer offen­sicht­li­cher kom­pro­mit­tier­tes Regime zu recht­fer­ti­gen.

La Bed­narz erfüllt alle Vor­aus­set­zun­gen, die das Gen­re mit sich bringt: ein, sagen wir mal, aus­ge­präg­tes Talent zum sinn­ent­neh­men­den Lesen (dar­auf wer­de ich, apro­pos den spa­ßi­gen Absatz, der in dem Mei­len­stein “Gefähr­li­che Bür­ger” mei­ner Wenig­keit gewid­met ist, noch zurück­kom­men), sowie die Über­zeu­gung, daß man mit dem Ras­ter der rich­ti­gen Gesin­nung im Kopf nie­mals falsch lie­gen kann, sich vor allem jeg­li­ches wei­te­re Nach­den­ken erspart.

Uner­läß­lich ist natür­lich auch jene zur psy­cho­lo­gi­schen Pro­jek­ti­on nei­gen­de men­ta­le Ver­an­la­gung, die Jim Goad grif­fig auf den Punkt gebracht hat:

If you dis­agree with someo­ne who has a Dumb Belief Sys­tem, they will auto­ma­ti­cal­ly think you iden­ti­fy with a com­pe­ting Dumb Belief System.

Dage­gen ist kein Kraut gewachsen!

Bed­narz geht also, wie so vie­le ande­re Dilet­tan­ten vor und neben ihr, die über “Rech­te” schrei­ben, mit der Pro­duk­ti­on von wohl­fei­len Feind­bil­dern hau­sie­ren, und fin­det hie und da auch Abneh­mer, die die­sel­ben drin­gend nötig haben, um ihre “dif­fu­sen Ängs­te” (har­har) zu füt­tern und wohl auch ihr schlech­tes Gewis­sen zu beru­hi­gen. Obwohl sie dabei auf einem biß­chen fei­ne­ren Level mehr oder weni­ger das Geschäft der Anti­fa als auch des Estab­lish­ments erle­digt (ers­te­re ist schließ­lich de fac­to nichts wei­ter als der Wach­hund des letz­te­ren), hat sie sich selbst schlau­er­wei­se die Rol­le der “libe­ral-kon­ser­va­ti­ven Chris­tin” zuge­dacht, was auch immer sie sich dar­un­ter vor­stel­len mag. Der Zweck ist natür­lich, eine Front gegen ech­te Kon­ser­va­ti­ve und ech­te Chris­ten auf­zu­bau­en, und die­sen die Defi­ni­ti­ons­ho­heit über sich selbst aus der Hand zu neh­men, womit die Sala­mi wie­der ein Stück nach rechts beschnit­ten wäre.

Hier also das neu­es­te Kro­ko­dil für die Show, die immer wie­der neue Kro­ko­di­le braucht: Vor­hang auf für die neu­es­ten Schur­ken, die “kon­ser­va­ti­ven (sic) Katho­li­ken und Evan­ge­li­ka­len”, die “Rechts­christ­li­chen”, die nun, um ein paar rau­schend-rau­nend-radi­ka­le Regis­ter aus dem Text zu zitie­ren, zu den “Rechts­po­pu­lis­ten”, “Rechts­ka­tho­li­ken”, “Rechts­li­ber­tä­ren”, “Rechts­aus­le­gern”, “Rechts­ex­tre­mis­ten”, “Rechts­ra­di­ka­len” und was da sonst noch an Rechts­rü­ckern her­um­läuft, aufschließen.

Mit dem All­round-Wört­chen “rechts” wird bei Bed­narz alles mit­ein­an­der ver­linkt, was sie unter “Radi­ka­li­sie­rung im Bür­ger­tum” ver­bucht, wobei der Begriff des “Radi­ka­len” mit all sei­nen Ablei­tun­gen vor allem dazu dient, einen gewis­sen Fris­son zu erzeu­gen und genau den Teu­fel an die Wand zu malen, den das Estab­lish­ment nötig hat, um von sei­ner eige­nen Kor­rup­ti­on und Ver­ant­wor­tung für die Desta­bi­li­sie­rung des Lan­des abzulenken.

Denn im Welt­bild von Bed­narz und ähn­li­chen Genos­sen hat die­se “Radi­ka­li­sie­rung” ihre Ursa­che ledig­lich in irgend­ei­ner uner­klär­li­chen, viral über­trag­ba­ren Bos­heit der Prot­ago­nis­ten, ansons­ten aber so gut wie gar nichts mit dem Ver­sa­gen und den Rechts­brü­chen der Regie­rung, mit der “Qua­li­täts­pres­se” (ein von Bed­narz allen Erns­tes völ­lig uniro­nisch gebrauch­ter Begriff) und ihrem qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Ver­hält­nis zur Wahr­heit, mit der Ein­wan­de­rungs­po­li­tik und ihren Fol­gen, oder auch den Schiff­brü­chen der lin­ken Gesell­schafts­po­li­tik zu tun. Damit denkt sie strikt in den Bah­nen eines, Zitat aus dem Text, “lan­ge ver­in­ner­lich­ten Freund-Feind-Den­kens”, frei­lich in dem Sin­ne, wie sich der klei­ne Maxi im Rah­men sei­nes “Dumb Belief Sys­tem” vor­stellt, daß der schlim­me Carl aus Plet­ten­berg es gemeint haben könnte.

Die Blind­heit für die­se Din­ge führt fol­ge­rich­tig dazu, daß auf der ande­ren Sei­te alle Kri­ti­ker und Oppo­nen­ten die­ser Ent­wick­lun­gen umso schwär­zer dämo­ni­siert wer­den müs­sen, und kei­ne ande­re Funk­ti­on hat in die­sem Kon­text die Bezeich­nung “radi­kal”, die er- und abschre­cken soll. Eben­so wie For­mu­lie­run­gen à la: “Stim­mung machen”, “Res­sen­ti­ments pfle­gen”, “ver­un­glimp­fen”, “Flut von Hass­mails”, “immer aggres­si­ver wer­den” etc. Das läuft am Ende auf Nord­ko­rea- oder DDR-arti­ge Apo­lo­gien des Sta­tus Quo hin­aus, den Bed­narz im schöns­ten, intak­tes­ten Zustand zeich­net, was das Ver­hal­ten die­ser Böse­wich­te umso böse­wich­ti­ger macht:

Von Anfang an zeig­ten Chris­ten, die sich „kon­ser­va­tiv“ geben, aber längst rechts­po­pu­lis­tisch sind, Sym­pa­thien für Pegi­da. Kein Wun­der, denn auch sie pfle­gen seit Jah­ren Res­sen­ti­ments gegen­über der eta­blier­ten Poli­tik und der Qua­li­täts­pres­se. Und sie nei­gen dazu, die plu­ra­lis­ti­sche Demo­kra­tie in Deutsch­land als dik­ta­tur­ähn­li­ches Sys­tem zu ver­un­glimp­fen, gegen das sich das „Volk“ zur Wehr set­zen müsse.

Das Ergeb­nis fällt dem­entspre­chend gespens­tisch und vage skan­da­li­sie­rend aus. Die “radi­ka­li­sier­ten” Chris­ten, die zwar einer­seits brand­ge­fähr­lich, ande­rer­seits “inner­kirch­lich eine klei­ne Min­der­heit” sein sol­len, sind, wenn ich den Text rich­tig ver­ste­he, schlicht und ein­fach jene Chris­ten, die sich zur AfD hin­zu­ge­zo­gen füh­len und in ihrem Rah­men enga­gie­ren, oder sol­che, die sich wie­der eine kon­ser­va­ti­ve­re CDU wün­schen. Die Bei­spie­le, die sie auf­zählt, sind kurio­ser­wei­se vor allem rela­tiv eta­blier­te und zum Teil recht bekann­te Köp­fe, die eher als mode­rat-kon­ser­va­tiv denn “radi­kal” ein­zu­ord­nen sind, jeden­falls etwa im Ver­gleich zu dem leib­haf­ti­gen Bösen aus dem Kar­pa­ten­schloß Schnell­ro­da und dem sata­ni­schen Schrei­ber die­ser Zei­len: Mat­thi­as Matu­s­sek, Alex­an­der Kis­s­ler, Wolf­gang Ocken­fels, Bir­git Kel­le oder Gabrie­le Kuby.

Spä­tes­tens hier soll­te klar wer­den, daß der Autorin jeg­li­ches Maß ver­lo­ren­ge­gan­gen ist, so sie es jemals beses­sen hat. Wenn die Mei­nung über die “Qua­li­täts­me­di­en” und die “Lügen­pres­se” (oder, Klo­n­ovs­ky dixit, “Lücken­pres­se”) heu­te auf dem Tief­punkt ange­langt ist, dann unter ande­rem genau des­we­gen, weil sie Genies wie Bed­narz ein Forum geben (was wohl die­se ihrer­seits moti­viert, die “Qua­li­tät” die­ser Medi­en her­aus­zu­stel­len und ihren Machern zu schmeicheln).

Nun ein paar Rosi­nen, um das “rhe­to­ri­sche Arse­nal” die­ses Arti­kel­chens aus­rei­chend zu wür­di­gen. Mei­ne Lieb­lings­stel­le ist die­se hier:

Wider­spruch ist in die­sen Krei­sen uner­wünscht. Exter­ne Kri­ti­ker wer­den als „unde­mo­kra­tisch“ gebrand­markt, inter­ne als Nest­be­schmut­zer und Rene­ga­ten. Der katho­li­sche Publi­zist Mat­thi­as Matu­s­sek nann­te die Kri­tik von Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel an der Pegi­da-Bewe­gung noch im Okto­ber 2015 „über­ra­schend unde­mo­kra­tisch“. Bereits am zwei­ten Weih­nachts­tag 2014 hat­te er den Pegi­da-kri­ti­schen Stim­men in „Poli­tik und Pres­se“ die „Gesin­nung von HJ-Pöbel“ unter­stellt. Alex­an­der Kis­s­ler, Kul­tur­re­dak­teur der Zeit­schrift „Cice­ro“, zwei­fel­te die „demo­kra­ti­sche Rei­fe“ des Pegi­da-kri­ti­schen Voll­blut­par­la­men­ta­ri­ers Wolf­gang Bos­bach an. Der Domi­ni­ka­ner­pa­ter Wolf­gang Ocken­fels, Chef­re­dak­teur der Zeit­schrift „Die Neue Ord­nung“, sprach abfäl­lig von „der media­len Groß­of­fen­si­ve gegen die Pro­test­be­we­gung Pegi­da“ und von einer „mori­bun­den Pres­se“. Angeb­lich kön­nen die Medi­en „ihren Hass auf den Teu­fel Wla­di­mir Putin kaum noch zügeln“.

Das liest sich wie ein monu­men­ta­ler Trep­pen­witz, denn die Poin­te ist ja, daß es gera­de das poli­tisch-media­le Estab­lish­ment ist, das offen­sicht­lich kei­nen Wider­spruch erträgt, wor­aus es auch kaum einen Hehl macht, wie man unschwer an sei­nen gereiz­ten und unsou­ve­rä­nen Reak­tio­nen und Ver­laut­ba­run­gen able­sen kann. Seit es Pegi­da oder die AfD gibt, erschal­len Rufe nach Zen­sur, Ver­bot, Boy­kott und Ver­fas­sungs­schutz, sowie eine stän­di­ge Brand­mar­kung die­ser Bewe­gun­gen als “unde­mo­kra­tisch”, was, wenn über­haupt, nur faden­schei­nig begrün­det wird. Die Stra­te­gie ist all­zu durch­sich­tig: “demo­kra­tisch” ist das Estab­lish­ment und sonst nie­mand, “unde­mo­kra­tisch”, alles, was sei­ne Macht in Fra­ge stellt, das läs­ti­ge Volk inbe­grif­fen. Damit wird das Wort “Demo­kra­tie” jeg­li­chen Inhalts beraubt, ist nur mehr ein oppor­tu­nes Schlag­wort, das Sie­gel der Mäch­ti­gen, die sich dahin­ter ver­schan­zen wie hin­ter einem Schutzschild.

Wenn man die letz­ten Jah­re nicht in einem Iglu auf der Wran­gel­in­sel ver­bracht hat, dann gibt es kei­ne Chan­ce, die­se Stra­te­gien sei­tens der herr­schen­den Kas­te gegen ihre Her­aus­for­de­rer ver­paßt zu haben. Die zitier­ten Ent­geg­nun­gen von Matu­s­sek und Kis­s­ler sind nichts wei­ter als – ver­dien­te – Retour­kut­schen, also tat­säch­li­che Wider-Sprü­che wider ande­re Sprü­che, wobei Bed­narz offen­bar schon blo­ße Zwei­fel an der “Voll­blü­tig­keit” ras­se­r­ei­ner Par­la­men­ta­ri­er für ver­werf­lich und ver­däch­tig hält.

Hier wie an ande­rer Stel­le umschifft sie den wesent­li­chen Punkt, daß die Oppo­si­ti­on in ihrer Brei­te weder das Grund­ge­setz noch den Par­la­men­ta­ris­mus noch “die Demo­kra­tie” oder gar die Mei­nungs­frei­heit in Fra­ge stellt, son­dern viel­mehr ein­klagt, daß sie ver­ra­ten und ver­kauft wur­den. Das soll­te doch, möch­te man mei­nen, eini­ge Fra­gen auf­wer­fen. Wie von ihr selbst zitiert:

Der katho­li­sche Jour­na­list und Blog­ger Peter Win­nem­öl­ler behaup­te­te im Mai 2015, die Aus­übung des Wider­stands­rechts nach Arti­kel 20 Absatz 4 des Grund­ge­set­zes sei die „mora­li­sche Pflicht für alle, die den frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Rechts­staat nicht auf dem Altar einer Selbstan­pas­sung und poli­ti­schen Kor­rekt­heit geop­fert sehen wollen“.

In die­sem Kon­flikt schlägt sich Bed­narz ohne Wenn und Aber auf die Sei­te der Macht­ha­ber und der Regie­ren­den, was ange­sichts des sin­ken­den Schiffs und sei­ner dis­kre­di­tier­ten Kapi­tä­ne etwa so sinn­voll ist, wie im Novem­ber 1989 die Faust für Erich Hon­ecker zu bal­len. Die Mühe, die Argu­men­te jener, die den “frei­heit­li­chen demo­kra­ti­schen Rechts­staat” gera­de durch Mer­kel & Co bedroht sehen, im ein­zel­nen zu wider­le­gen oder auch nur kor­rekt wie­der­zu­ge­ben, macht sie sich dabei freil­lich nicht.

Wie auch immer: Bed­narz hat offen­bar nicht ein­mal begrif­fen, was “Wider­spruch” über­haupt bedeutet.

Andern­falls läßt sich kaum erklä­ren, wie sie zu sol­chen Quat­sch­aus­sa­gen imstan­de ist, die ver­mut­lich plat­ter­wei­se ledig­lich dar­auf abzie­len, atmo­sphä­risch das alte Schreck­bild des auto­ri­tä­ren Rech­ten zu evo­zie­ren. Gemäß die­ser Logik wäre jeg­li­che Form der Kri­tik oder des Wider­spruchs oder auch der Pole­mik eine Form der blo­ßen Unduld­sam­keit gegen­über ande­ren Mei­nun­gen, oder in die­sem Fall: gegen­über der ihrer Ansicht nach ein­zi­gen rich­ti­gen Mei­nung oder den ein­zig wah­ren Demo­kra­ten (oder Christen).

Und wenn es nicht Bos­haf­tig­keit ist, die den Wider­spre­chen­den unter­stellt wird, dann liegt noch eine ande­re rhe­to­ri­sche Waf­fe aus dem­sel­ben Arse­nal parat, die auf das per­sön­li­che Ehr­ge­fühl abzielt, indem sie die Anklä­ger als Weich­ei­er und Pus­sys hin­stellt: dann heißt es, man “jam­mert”, man “bemit­lei­det sich als Opfer”, man sei “wei­ner­lich” usw. Haupt­sa­che, man hält die Klap­pe und hört auf zu mau­len und wider Staat und Pres­se aufzumucken!

Es ist wohl bezeich­nend für die Bednarz’schen Denk­struk­tu­ren, daß sie traum­wand­le­risch bei sol­chen Umkehr­schlüs­sen (“Wer wider­spricht, kann kei­nen Wider­spruch ertra­gen”) lan­det, was natür­lich damit zusam­men­hängt, daß sie bestimm­te Din­ge für unhin­ter­frag­bar und unkri­ti­sier­bar hält und wie gehei­lig­te Kühe behan­delt: wie kann man es bloß wagen, zu behaup­ten, die oder genau­er: die­se Regie­rung sei nicht “demo­kra­tisch” und die­ses Sys­tem in Wahr­heit gar nicht “plu­ra­lis­tisch”? Oder daß die­se Pres­se “lügt”? Schock­schwe­re­not! Wie gesagt, die­se Den­ke wäre wohl bes­ser in der DDR auf­ge­ho­ben gewe­sen, aber dort hat­te sie eben­so wenig Zukunft wie heute.

Und genau das ist das auf das Gegen­über pro­ji­zier­te “com­pe­ting Dumb Belief Sys­tem” in vol­ler Akti­on: denn der gan­ze Dri­ve von Bed­nar­zens Akti­vi­tä­ten läuft eben genau dar­auf hin­aus, daß Wider­sprü­che und Wider­spre­chen­de zum Schwei­gen gebracht und der Platt­for­men und Publi­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten beraubt wer­den, all dies vor­ge­bracht im Modus der Pet­ze: da hat einer was “ver­un­glimpft”, da hat einer “gezwei­felt”, da hat einer “unter­stellt”, da hat einer gar, huch, “abfäl­lig” von etwas gespro­chen, usw. usf. So fährt der Mei­nungs­scan­ner mun­ter über die Sei­ten und blinkt über­all dort, wo Empö­rung ange­sagt ist.

Wie bereits zitiert, behaup­tet Bed­narz, “in die­sen Krei­sen” wür­den “exter­ne Kri­ti­ker wer­den als ‘unde­mo­kra­tisch’ gebrand­markt, inter­ne als Nest­be­schmut­zer und Rene­ga­ten.” Und etwas spä­ter heißt es:

Unter Rechts­ka­tho­li­ken und ‑evan­ge­li­ka­len herrscht jene Hal­tung vor, die sie den ver­hass­ten „poli­tisch Kor­rek­ten“ und „Block­war­ten“ ankrei­den. Sie selbst for­dern abso­lu­te Lini­en­treue und beklat­schen Thi­lo Sar­ra­zins wei­ner­li­che Rede vom „Tugend­ter­ror“.

Auch hier haben wir es mit vagen, denun­zia­to­ri­schen Behaup­tun­gen zu tun. Denn wer sol­len nun kon­kret “die­se Krei­se” sein? Offen­bar sind damit nicht nur die omi­nö­sen “Rechts­ka­tho­li­ken und ‑evan­ge­li­ka­len” gemeint. Mat­tus­sek, Kis­s­ler, Ocken­fels, die im Anschluß an die Stel­le mit den “Krei­sen” genannt wer­den? Bir­git Kel­le, Klaus Kel­le, Gabrie­le Kuby und Bea­trix von Storch? kath.net und idea? “Demo für alle”, “Initia­ti­ve Fami­li­en­schutz”, „Chris­ten in der AfD“, und “Christ­de­mo­kra­ten für das Leben”? Jun­ge Frei­heit, Freie Welt und eigen­tüm­lich frei? 

Allein, wenn man all die­se Namen, Zeit­schrif­ten und Ver­ei­ne auf­zählt, soll­te deut­lich wer­den, daß man es hier mit einer ziem­li­chen Band­brei­te zu tun hat, inner­halb derer von “abso­lu­ter Lini­en­treue” schwer­lich die Rede sein kann. Eben­so­we­nig ist mir klar, wer nun wen als “Nest­be­schmut­zer und Rene­ga­ten” “brand­markt”, zwei Aus­drü­cke, die ich inner­halb der besag­ten Krei­se, von denen ich ein biß­chen Ahnung habe, noch nie gehört habe. Falls sie auf bestimm­te “inter­ne” Aus­ein­an­der­set­zun­gen anspielt, die z.B in “unse­rem” rech­ten oder kon­ser­va­ti­ven Lager ja ziem­lich häu­fig sind, so sind sie doch eher ein Indiz, daß es hier alles ande­re als einen ein­deu­ti­gen, “lini­en­treu­en” Kon­sens gibt (im Gegen­teil: “unser” Pro­blem ist viel eher, daß wir ein­an­der zuviel die Haxen stel­len). Aber was Bed­narz unter “Kri­tik” oder gar “inter­ner Kri­tik” ver­steht, ist wahr­schein­lich genau­so ver­quer wie ihre Vor­stel­lung vom Sinn und Zweck von “Wider­sprü­chen”.

Die Wahr­heit sieht anders: trotz aller krampf­haf­ten Ver­su­che von Bed­narz & Co, die zum Sta­tus Quo gegen­läu­fi­gen Bewe­gun­gen zu (mög­lichst ver­schwe­fel­ten, mög­lichst sug­ges­ti­ven) Begrif­fen wie “gefähr­li­che Bür­ger”, “Radi­ka­le” oder “Rechts-”(pas­sen­des Wort ein­set­zen) zusam­men­zu­span­nen, so sind sie heu­te plu­ra­lis­ti­scher denn je, weit­räu­mi­ger denn je, und elas­ti­scher denn je; und ange­sichts der Lage berech­tig­ter denn je. (Davon konn­te ich mich auch wie­der auf der letz­ten Win­ter­aka­de­mie in Schnell­ro­da über­zeu­gen, die Iden­ti­tä­re, Liber­tä­re, Libe­ra­le, Katho­li­ken, Pro­tes­tan­ten, Athe­is­ten und Neu­hei­den zum pro­duk­ti­ven Aus­tausch unter einem Dach vereinte.)

Iro­ni­scher­wei­se spie­gelt auch Bed­nar­zens wir­re und ver­wirr­te Dar­stel­lung die­se wach­sen­de Band­brei­te wie­der, und zeigt, wie all­mäh­lich die Begrif­fe ver­sa­gen, um die lau­fen­den Ent­wick­lun­gen auf einen Nen­ner zu brin­gen und in ein böses Bann­wort ein­zu­tü­ten (ein­mal abge­se­hen davon, das wir es hier mit einer in ihrer ver­ba­len Aus­drucks­fä­hig­keit beson­ders gehan­di­capp­ten Autorin zu tun haben.)

Es gibt in dem Arti­kel nun noch eine gan­ze Men­ge wei­te­rer Per­len, was logi­sche Feh­ler, unbe­leg­te Denun­zia­tio­nen und ver­zerr­te und dis­pro­por­tio­na­le Dar­stel­lun­gen betrifft. Und eini­ge Punk­te, die durch­aus erläu­te­rungs­wür­dig sind, etwa, was die Grün­de der Sym­pa­thien der kon­ser­va­ti­ven Oppo­si­ti­on für Putin, Orban oder Polen betrifft, die, soviel sei schon mal fest­ge­hal­ten, vor allem damit zu tun haben, daß es sich hier um Staa­ten han­delt, die im Gegen­satz zu Deutsch­land noch eini­ger­ma­ßen im Inter­es­se ihres eige­nen Vol­kes han­deln. Oder, viel­leicht The­ma eines ande­ren zukünf­ti­gen Arti­kels, war­um Chris­ten gegen­über der Ein­wan­de­rungs­po­li­tik der Regie­rung nicht einen ver­nünf­ti­gen und his­to­risch infor­mier­ten Stand­punkt ein­neh­men sol­len, statt sich von links­dre­hen­der Gehirn­wä­sche den Ver­stand und com­mon sen­se weich­klop­fen zu las­sen (denn um nichts ande­res geht es.)

Zum Abschluß noch dies: Im Okto­ber stat­te­te Lia­ne Bed­narz dem Stand der Jun­gen Frei­heit auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se einen Besuch ab. Akif Pirin­çci las ein Kapi­tel aus sei­nem Buch “Die gro­ße Ver­schwu­lung”, zwei Tage, bevor er sich in Dres­den per Sui­zid­kom­man­do in die Luft jag­te. Trotz all der bösen Din­ge, die sie über die kon­ser­va­ti­ve Wochen­zei­tung geschrie­ben hat, wur­de sie von Felix Kraut­krä­mer höf­lich, wenn auch nicht gera­de über­schweng­lich erfreut begrüßt. Sie wur­de weder ange­gif­tet noch bedroht noch davon­ge­jagt, wie es umge­kehrt die Regel ist, wenn ein Rech­ter auf lin­kem Ter­ri­to­ri­um auf­taucht, eine Erfah­rung, die ich selbst oft genug gemacht habe. Sie hat­te sich also in die Höh­le eines eher hand­zah­men Löwen gewagt. Soviel zu der angeb­li­chen “Blockwart”-Haltung die­ser “Krei­se”.

Bin­nen kur­zem war sie von einer Trau­be vor allem älte­rer Her­ren umringt, die das Gespräch mit ihr such­ten. Ich habe nicht alles gehört, aber ich hat­te den Ein­druck, daß der Ton­fall durch­weg kei­nes­wegs aggres­siv war, son­dern daß die Her­ren viel­mehr um Ver­ständ­nis ran­gen und ihr gera­de­zu ver­zwei­felt oder auch mis­sio­nie­rend ihren Stand­punkt ver­deut­li­chen woll­ten. Ich habe das oft erlebt: die ver­un­glimpf­ten Kon­ser­va­ti­ven gie­ren nicht sel­ten gera­de­zu danach, sich vor ihren Ver­fol­gern zu recht­fer­ti­gen, oder sich zumin­dest zu erklä­ren. (Je nach Gegen­über ist das nicht immer eine gute Idee.)

Auch ich habe eini­ge Wor­te mit ihr gewech­selt, ins­be­son­de­re habe ich sie auf einen mir wich­ti­gen Punkt ange­spro­chen: daß sie damit vor­sich­tig sein sol­le, ande­ren Leu­ten von vorn­her­ein einen ethi­schen Defekt zu unter­stel­len, wenn die­se womög­lich gute Grün­de haben, die Din­ge so zu sehen, wie sie eben sehen.

Und hier ist natür­lich die ewi­ge Crux des “Ich-seh-etwas-was-du-nicht-siehst”-Spiels. „Sie glau­ben also wirk­lich an den ‘Gro­ßen Aus­tausch’? Daß die Deut­schen zur Min­der­heit in ihrem Land wer­den??“, frag­te sie mich, als wür­de ich über UFO-Lan­dun­gen schrei­ben. Da befand sie sich offen­bar noch auf der unters­ten Stu­fe der blo­ßen Leug­nung der Sach­ver­hal­te: Gestal­ten wie etwa Gre­gor Gysi, die über die demo­gra­phi­schen Ent­wick­lun­gen bes­ser infor­miert sind und sich offen dar­über freu­en, daß die Deut­schen „zum Glück“ aus­ster­ben, sind hier schon einen affir­ma­ti­ven Schritt wei­ter, und nichts ande­res meint so ziem­lich jeder Poli­ti­ker, der froh­lockt, daß Deutsch­land „bun­ter“ werde.

Ich ant­wor­te­te ihr, daß es kei­nen Dia­log mehr geben kann, wenn die Wahr­neh­mun­gen der­art hef­tig diver­gie­ren. Inso­fern hier jedoch von Fak­ten die Rede ist, man mag sie beur­tei­len, wie man will, muß man zwangs­läu­fig anneh­men, daß einer der bei­den Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer dumm, böse, unin­for­miert, blind, wahn­sin­nig, oder alles zusam­men ist, sei es ihm selbst bewußt oder nicht. Nun erschien mir die besag­te Dame weder beson­ders dumm noch bös­ar­tig noch wahn­sin­nig oder auch nur unsym­pa­thisch; sie denkt viel­leicht ähn­lich über mich und hält mich dar­um für beson­ders abge­feimt oder psy­cho­pa­thisch, und liest mei­ne Pole­mi­ken als „Pro­jek­tio­nen“.

Es gibt Leu­te, die wer­fen ihrer Umwelt exakt die­sel­ben Din­ge vor, deren sie sich selbst schul­dig machen. Man kann die­ses Ver­hal­ten oft bei Bor­der­li­nern, Nar­ziss­ten und ande­ren Men­schen mit Per­sön­lich­keits­stö­run­gen beob­ach­ten, wobei die Gren­zen zwi­schen wahn­haf­ter Ver­blen­dung und geziel­ter Mani­pu­la­ti­on flie­ßend sind. Auch eine star­ke Ideo­lo­gi­sie­rung oder eine mime­ti­sche Pola­ri­sie­rung (frei nach René Girard) för­dert die­se Art zu den­ken und den ande­ren wahrzunehmen.

Ein sol­ches Schau­spiel soll­te auch ab und zu unse­re eige­nen Gewiß­hei­ten in Fra­ge stel­len: wer weiß, wie vie­le blin­de Fle­cken uns wie Schup­pen vor den geis­ti­gen Augen lie­gen? Geor­ges Bras­sens sang ein­mal: „Ent­re nous soit dit, bon­nes gens, pour recon­naît­re que l’on n’est pas intel­li­gent, il faud­rait l’êt­re“ – “Unter uns gesagt, lie­be Leu­te, um zu erken­nen, daß man nicht intel­li­gent ist, müß­te man es sein.“ In dem­sel­ben Lied heißt es auch iro­nisch: „Alle, die nicht so den­ken wie wir, sind Idio­ten!“ Wahr­schein­lich ist nie­mand von die­ser von Bras­sens kari­kier­ten Bor­niert­heit gänz­lich frei. Selbst intel­li­gen­te Men­schen beher­ber­gen oft gan­ze Archi­pe­le an Dumm­heits­in­seln in ihrem Kopf, wie umge­kehrt auch die sprich­wört­li­chen blin­den Hüh­ner ab und zu ein Korn fin­den. Auch das wäre einen eige­nen Arti­kel wert.

Nun aber kei­ne Sor­ge, lie­be Leser, ich könn­te die Sache all­zu pari­tä­tisch sehen – beson­ders, was die­sen spe­zi­el­len Fall betrifft.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

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Kommentare (71)

Monika

2. Februar 2016 22:41

Ist das ein Zufall, daß sich Herr Lichtmesz an Mariä Lichtmess im neuen Jahr zurückmeldet ?
Ab jetzt viel Licht:
https://www.domradio.de/themen/kirchenjahr/2016-02-02/die-bedeutung-von-mariae-lichtmess

Ergänzend sei auf einen Beitrag über die Möchte-Gern-Journalistin hingewiesen:
https://www.kath.net/news/53832

Eckesachs

2. Februar 2016 22:59

Vernichtend!

M.L.: Ach was, das ist wahrscheinlich ihr Highlight des Tages. Soviel Aufmerksamkeit! So gut bin ich zu meinen Gegnern...

Sollte man meinen.

Ist es für sie aber nicht. Für sie ist es eine kleine Störung beim Karrieremachen, vielleicht noch nicht einmal das, denn der Teufel hat sich empört, hat ihr geantwortet. Das kann sie ihrem zweifelnden Arbeitgeber vorzeigen.

Also steht sie auf der richtigen Seite.

Kuckuck Liane! Ich bins, der nette kleine Eckesachs! Ich weiß, daß Du hier liest. Ich habe nichts gegen Dich, denke nur daß Du ein bißchen indoktriniert bist, so wie viele Frauen. Wenn alles wieder in Ordnung ist, machst du bei uns mit, Du kannst einen kleinen Posten haben.
Wenn Mechmet Dich belästigt, helfe ich Dir. Aber ernst nehmen kann ich Dich nicht.

H. M. Richter

2. Februar 2016 23:02

Manchmal sagen Selbstaussagen mehr aus als Analysen.

Beispielsweise diese von L. B.:

https://www.youtube.com/watch?v=37FyJ2ywzII

Das ist (der Untergang des) Sozialismus in den Farben (des Untergangs) der BRD.

M.L.: Putzig!

Locke

2. Februar 2016 23:02

Was auch immer diese Frau ritt dies zu schreiben, ich erkenne mich durchaus wieder. Ich selbst bin reaktionärer Christ. Ich ordne meine Leben nach 3 Maximen: Gott, Famile, Vaterland. Und zwar in dieser Reihenfolge. Ich bin gegen Homoehen, gegen Gender bla bla, gegen Masseneinwanderung und vor allem gegen die Demokratie. In die Afd eintreten könnte ich aber nicht, da man sich zur "freiheitlich demokratischen Grundordnung" bekennen muss. Nun, dies kann ich nicht. Ich halte es da ganz mit Davila, der einst schrieb: "Wenn der Christ Demokrat sein könnte, hätten ihn alle Wurfspieße Nietzsches durchbohrt. Aber die Demokratie verkündet die Souveränität des Menschen, das Christentum die Gottes." Allen Gottes Segen

Heinz Obst

2. Februar 2016 23:05

Roland Tichy schreibt dazu:

„Ein Tiefpunkt der Zeitung ist ein Stück über angeblich rechte Radikale in den Kirchen. Vom Stil holprig und sprachlich infantil wirkt es wie ein Fremdkörper im Rahmen einer sonst sorgfältig gebauten Zeitung. Die Autorin wird als Juristin vorgestellt. Sie ist tatsächlich in einer Münchner Großkanzlei zu verorten, wo sie sich mit dem Fachgebiet der Unternehmenszusammenschlüsse beschäftigt. Das erklärt den Text: Anwälte kehren für ihre Schriftsätze die Werkstatt zusammen, um aus den Abfällen des Schreiners notdürftige Argumentationen zu zimmern und garnieren es mit dem Schwarzen unter dem Nagel. Das mag hinreichend sein für diesen Beruf in seiner einfacheren Form.

Für den Beruf des Journalisten reicht das nicht. Nicht der Mandant und sein mehr oder weniger begründetes Interesse steht im Vordergrund, sondern der Leser. Der will keinen anklägerischen, einseitigen Schriftsatz im Auftrag formuliert und bezahlt, sondern eine abgewogene Erklärung.

Und so werden Kollegen abgewertet, die Grenze zwischen konservativ und rechtspopulistisch beliebig verschoben, Argumente konstruiert und Zusammenhänge herbeifabuliert. Es geht ums Recht haben wollen, nicht um eine saubere, tragfähige Argumentation. Es geht um versuchte Verleumdung, nicht Wahrheitssuche. Es ist ein denunziatorischer Ton, der sich an einem Wort fest- und es zum Galgen machen will.
Keiner der Betroffenen wurde gehört oder befragt. Dieses grundlegende journalistische Prinzip hat am Sonntag Urlaub. Dabei hätte es erstaunliches zu Tage gebracht.

Wie langweilig muss es für eine im Grau einer Kanzlei Tätigen tagsüber sein, sehnt sie sich doch nach der spannenden Luft des Journalismus. Personen, die sie hier kritisiert, hat sie einst bejubelt, für sie Lesungen oder ähnliches organisiert, schwärmerische Mails über die Grenze jeder Peinlichkeit hinaus in die Welt geschickt, um Anerkennung bettelnd.

So viel Nähe scheuen gute Autoren, die Abgrenzung ist Teil des Berufsethos. Die fehlende Abgrenzung aber führt zu Ich-Störung, zur Verletzung der Autorin, deren schwärmerische Bewunderung dann in Racheversuche enttäuschter Liebe umschlägt. Was für ein Drama! Was für ein Abgrund einer armen und gequälten Seele!“

Dieser sachlichen, fundierten und vernichtenden Kritik über das Geschreibsel von Frau Bednarz ist nichts hinzuzufügen. Wer solche Texte abdruckt, schadet dem Ansehen seines Blattes, wer mit ihr zusammen als Autor auftritt schadet seinem eigenen Ruf.

gefunden und hochgeladen vom Kommentator @Thomasunglaublich auf kath.net

Coon

2. Februar 2016 23:15

Fräulein Bednarz scheint ja insgeheim von einer dunklen Faszination für die Richtigen erfasst zu sein. Vielleicht ist das alles ja nur ein stummer Schrei nach Liebe. Bitte regeln Sie das...

Unke

2. Februar 2016 23:16

Jessas. Die ist ja nun wirklich nicht satisfaktionsfähig.
Wie verzweifelt muss die FAZ sein...?
Nur weiter so... wenn ich das richtig erinnere hat dieses Käsblatt seit geraumer Zeit einen Auflagenschwund von 10%... pro Jahr!. Da braucht es schon einiger großformatiger Anzeigen der bundesrepublikanischer Ministerien um das wieder auszugleichen.
@Locke
Ja, immer wieder zum Lachen, die FDGO. Ich frage dann immer "was nun: freiheitlich oder demokratisch"?

Martin Lichtmesz

2. Februar 2016 23:25

https://www.rolandtichy.de/kolumnen/der-sonntagsleser/die-fas-am-wochenende-kehrtwende/

marodeur

2. Februar 2016 23:43

Eine sehr gute und lehrreiche Analyse, Herr Lichtmesz (mit einem dankbaren Untersuchungsobjekt)
Besonders treffend beobachtet: Es ist wirklich bemerkenswert, wie heterogen das rechte Spektrum mittlerweile ist. Man hat den Eindruck, dass erst jetzt mit dem Erstarken der Rechten überhaupt ein offener demokratischer Wettstreit der Ideen entsteht. Die gesamte Linke stagniert völlig im alten starren Leitsystem der Klischees und Denkverbote. Meine Diskussionen mit linksorientierten Bekannten verlaufen fast immer gleich. Ich baue auf sachliche Argumente und echtes Umdenken (mittlerweile gewürzt mit reichlich bei Linken akzeptierten Quellenangaben). Meine Diskussionspartner wollen mein Schamgefühl und meine moralische Seite ansprechen. Es geht ihnen nicht um Überzeugung mit Argumenten sondern um das "Abschwören" von der falschen Sache. Besonders empörend ist das niedrige Niveau der immer gleichen abgenutzten Rhetorik. Wie ein Baukasten werden die gleichen Phrasen neu kombiniert und das im fast gleichen Wortlaut, wie von Lichtmesz fein säuberlich dokumentiert. Es ist fast unmöglich, eine geistige Verbindung zu einem Linksroboter aufzubauen, der immer nur geistlose Hülsen reptiert.

Schmidt

2. Februar 2016 23:47

Wenn "radikale" Rechtschristen sich laut Bednarz dadurch entlarven, dass sie sich an Abtreibungen stören, dann erkennt man im Bednarz'schen Christentum den implizit guten und moderaten Linkschristen wohl vor allem an der positiveren Einstellung gegenüber Kindestötung. Warum sollen aber ausgerechnet diejenigen, die sich gegen die Tötung Unschuldiger wenden, die "gefährlichen Bürger" sein?

Dabei wäre die von Bednarz oder anderen Personen aus ihrem Lager offenbar vertretene säkularisierte Zivilreligion über den größten Teil der christlichen Geschichte von einigen äußerlichen Ähnlichkeiten einmal abgesehen kaum als Form des Christentums erkannt worden, so radikal ist hier der Bruch mit den Traditionsbeständen dieser Religion. Insofern ist es sehr gewagt, wenn Bednarz das Festhalten an Tradition und Lehre implizit als Rechtsabweichung darzustellen versucht und nicht im Verhalten der Progressiven den Bruch erkennt.

Diese werfen einen Traditionsbestand nach dem anderen über Bord, biedern sich gerade in der Frage der illegalen Einwanderung einer absehbar scheiternden utopistischen Politik an und fügen der Glaubwürdigkeit des Christentums damit absehbar verheerenden Schaden zu, auch wenn die Willkommenseuphorie vorläufig noch nachhallt.

Gerade in der katholischen Kirche dürfte sich manch regierungsnaher Bischof angesichts des Unheils, an dem er mitgewirkt hat, aber bald wünschen, er hätte das, was achthundert Jahre katholischer Moraltheologie seit Thomas von Aquin über die Verpflichtung der Politik auf das Gemeinwohl und Patriotismus als Untertugend der Gerechtigkeit sagten, nicht so leichtfertig ignoriert.

Andreas Törner

3. Februar 2016 00:38

Fällt mir schwer, die "Haßliebe" nachzuvollziehen, die einige Herren für "La Bednarz" zu hegen scheinen. Bin selbst eher einfach gestrickt....

Verstehe wirklich nicht, warum man ihr so viel Aufmerksamkeit schenkt. Einem Hund gewöhnt man das Jaulen und Betteln doch auch am besten durch konsequente Nichtbeachtung ab. Mitleid oder auch nur Nerven darf man da nicht zeigen!

Lichtmeszmerisieren auf vier Sezessions-Seiten - damit provoziert man doch geradezu die nächsten Anheischigmachungen! Bestimmt erzählt sie stolz und voller Wonne tagelang ihren Twitter-Kameradinnen davon.

M.L.: Ja, ja, geschenkt. Aber das mußte mal sein, und es geht ja nicht bloß um sie persönlich, sondern um den Typus, den sie verkörpert, und das "bigger picture" der ganzen Geschichte.

Der Übergang vom wohligen Grusel angesichts entlarvter "rechter Strippenzieher" zur offen eingeräumten "Sünde der Masturbation" ist dabei "in diesen Kreisen" offenbar "fließend". Verweise hierzu auf den entsprechenden Fall einer gewissen George-san-s im Kontext des hier besprochenen Bednarz-Artikelchens:

https://twitter.com/DorianSalome/status/694261012057432064?replies_view=true&cursor=ABAWFOGNogk

Da rappelt's im Karton!

Westpreuße

3. Februar 2016 00:54

Ich kenne Frau Bednarz ja nicht. Also will ich mal schön vorsichtig sein...
Trotzdem: Fürs Poesiealbum:

"Gedanken sind nicht nicht stets parat,
man schreibt auch, wenn man keine hat."
(Wilhelm Busch)

Zu dem oben genannten FAS - Artikel:
Schon die ersten beiden Absätze ein schlampiges Ärgernis. Die beklatschende Zustimmung zu den Herren Bischöfen hier und da und dort und anderswo, die Dom und Kirche im Dunkeln lassen, zeitweise, als gehörten sie ihnen...

Pustekuchen! Es sind mitnichten ihre...
Hat Frau Bednarz nicht Jura studiert, ihr Brotberuf, vermute ich mal? Nun, da wäre doch zunächst einmal fein zu differenzieren zwischen "Eigentümer und Besitzer".
Eigentum und Besitz sind nicht dasselbe. Evangelische oder Katholische Kirche als "rechtliche Konstruktion" mögen wohl Besitzer sein, gleichwohl auf keinen Fall Eigentümer...

Und wer ist der Eigentümer?
Na, das deutsche Volk in seinen verschiedenen Stämmen, durch die Generationen in Jahrhunderten, wer denn sonst? Sie haben, durch die Jahrhunderte, mit Steuern, Abgaben, allerlei Fronarbeiten, zusätzlichen Lasten: Arbeitskraft, Material, Erhaltung und Instandsetzung...dafür gesorgt, daß das entstehen konnte, was immer noch vom christlich - abendländischen Erbe Zeugnis ablegt...

Und wenn man einwendet:
Jaaaha, aaaber, viele sind doch überhaupt nicht mehr in einer Kirche. Und nun wollen die auch noch beleuchtete Dome sehen. Natürlich, rechtmäßig, denn durch ihre Vorfahren ist alles erst entstanden...

Und im übrigen gibt es ja auch den Begriff des "anonymen Christen" (Karl Rahner) katholischerseits. Und Dietrich Bonhoeffer, von unserer Seite her, hat scharfsichtig von "natürlicher Frömmigkeit" und vom "unbewußten Christentum" gesprochen.
Ich will hier die Bürger in Ostdeutschland, also in Mitteldeutschland, nicht nachträglich vereinnahmen, aber:
UNSER ist Dom und Kathedrale, Kirche, Ordenskloster und Kapelle...

Soweit zu den von Frau Bednarz beklatschten verdunkelten Kirchen. Und drinnen lugt der Herr Bischof raus und denkt: Was bin ich für "ein toller Hecht", aber beklommen ist ihm doch im Herzen. Gut so...

Und so wünsche ich der Journaille ein erleuchtendes "Fiat Lux"!
Den Herren Bischöfen, die sich im Weltlichen verlaufen haben, natürlich auch. Und für den Lebens--weg braucht man Licht, vor allem...
: Grüße aus Thorn, Bromberg und Posen mit seinen deutschen Kirchen

Erik Sieven

3. Februar 2016 00:56

ich zweifle immer wieder, ob nicht vielleicht die selbsternannten Guten irgendetwas sehen was ich nicht sehe, und im Abstrakten bin ich sogar überzeugt dass dem so ist.
Nur wenn ich mich konkret mit ihren Argumenten auseinandersetze ist das meistens eine Enttäuschung, da steckt nichts hinter.
Viel zu häufig scheitert es basalen kommunikativen Fähigkeiten wie etwa logischer Kohärenz oder insbesondere einem groben Verständnis von Zahlen, von Kohortengrößen, Geburtenraten, Zuwanderungszahlen.

M.L.: Ja, geht mir manchmal auch so...

Urwinkel

3. Februar 2016 01:15

Der gährende Kompost aus dem die Bedarzischen Ideen rausdampfen, muß umgeschichtet werden. Meine heutige Lokalpresse berichtet von Vandalismus an geparkten PKWs. In einer Straße, der bisher das Attribut "Frieden" steht:

https://www.lr-online.de/regionen/cottbus/Polizei-braucht-Zeugen-fuer-Vandalismus-Serie-in-der-Nordstrasse;art1049,5384566

Ein befreundeter Veranstalter hat dort sein Domizil. Wir reden ab und zu miteinander. Der könnte auch einen Schnellimbis oder ein Edlelrestaurant daraus machen. Aber nein, er hat sich für das Nacht- und Clubleben entschieden. Eine ganz verrückte Domäne. Er ist stolz genug, nicht rumzuheulen, wenn mal wieder eine Klotür zu Bruch ging. Was ich damit sagen will: Die "Gefährlichen" sind längst unter uns. Naivlinge wie besagter Kneipier rollen denen noch den flauschigen Teppich aus. Zecken sind wie Zecken sind: Sie nisten sich ein bei lascher Türpolitik. Alk vertragen sie auch nicht - Ihre 8 Cent Bierpfandflaschen muß man immer noch von der Straße räumen. Als ob uns die Raucherdestriktion nicht schon genug Ärger macht. Und dann kommt es zu solcher Zertörungswut. Kann man unter Komasaufen, A-politische Gewalt und Raudietum taggen. Was hat das jetzt mit der Bednarz zu tun? Es ist ihr Klientel, ihre Kompostkinder, die sie selbst nicht hat. Studierende sind eine beliebte Zielgruppe für Veranstalter. Just die BN hat diesem Phänomen einen Artikel gewidmet:

https://www.blauenarzisse.de/index.php/anstoss/item/5510-die-radikalisierung-der-linken-mitte

Gustav Grambauer

3. Februar 2016 01:21

Das System hat seine Gramscianische WENDE (d. h. weit über die Flüchtlingspolitik wie hier offen zugegeben

https://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/merkels-fluchtplan-wie-die-kanzlerin-ihre-macht-retten-will/12893998.html?ticket=ST-503898-EkJBZ94wh3UWuOTorjj1-ap2

hinaus) in diesen Tagen vollzogen, es muß nur noch ein bißchen nach außen hin "sein Gesicht wahren".

Insofern weiß die Bednarz - deren Auftauchen ich insofern vor allem als ein Symptom sehe - noch gar nicht, daß sie ihrer ganzen bisher noch verstockten Journaille-Generation gerade die goldene Brücke in das künftige pseudo-konservative und nicht minder verheuchelte Gebastel namens BRD 3.0 hinein baut. Wer mal die Helikopter-Eltern am Prenzlauer Berg in der Heilig-Abend-Messe einen auf bürgerlich machend gesehen hat weiß wovon ich rede.

Das Juste Milieu wird die Kurve kriegen. Der Sylter Pöbel wird ein paar von seinen 68er-Auswüchsen aus- und ein paar von seinen SPD-Marionetten abstoßen, ansonsten muß sich dort nicht viel ändern. Tichy

https://www.rolandtichy.de/kolumnen/herles-faellt-auf/stichwort-biedermeier-zweites/

irrt sehr: das Zweite Biedermeier steht uns erst noch bevor, mit einer dicken, dicken "C"DU in bester Jamaika-Laune. Schade daß Richard von Weizsäcker das nicht mehr erleben darf!!! Die Grünen werden schon sehr bald die größten Abtreibungsgegner sein. Und anders als uns Tichy glauben machen will werden sich künftige Generationen von Historikern wieder mal wundern wie gekonnt die Deutschen wieder mal haarscharf an der Wahrheit vorbei in die Lebenslüge hineingeschlittert sind.

"Heut`, wo der kühne Sänger uns zurück
gekehrt, den wir so ungern lang` vermißten":

Martin, schön daß Du wieder da bist, hab`mir schon fast Sorgen gemacht (abgesehen von den Entzugserscheinungen).

- G. G.

M.L.: Enchanté! ;-)

Winston Smith 78699

3. Februar 2016 02:58

Nichts als Zustimmung im Kommentarbereich hier, und das wäre schon wieder eine Bestätigung der rigiden Einhelligkeit in Ihrem Lager, Herr Lichtmesz. Aber so leicht will ich, Zenbard Alien, es mir nicht machen lassen, sondern mich erklären und Ihren Angriff substanziell abwehren.

Daher lasse ich auch Ihre Schilderung von irgendwelchen Begegnungen und die Suggestion von ad hominem Fehlurteilen mitsamt anderen Schreibtricks einfach beiseite. Da ich mich mit dem Opfer Ihrer Schmähschrift seelenverwandt fühle, will ich im Folgenden mal so tun, als sei ich selbst die Angesprochene.

Der Kernvorwurf ist doch, dass ich, anstatt gegnerische Positionen zu diskutieren oder gar verstehen zu wollen, mit allen unfairen verbalen Mitteln jeden Widerspruch zur herrschenden Macht und Deutungshoheit kurzerhand vom Tisch wische und dass dabei sogar wertvollste Begriffe wie jener der Demokratie aus taktischen Gründen entleert werden.

Ich nutze diese mir verliehene Macht ganz bewußt so gehässig - und zwar gegen das durch unsere Geschichte erwiesenermaßen schreiend höchste Böse, also umgekehrt bedingungslos für das Gute, trotz aller Unzulänglichkeiten, die dieses in der Praxis haben mag. Das verpflichtende Recht, alle verfügbaren Mittel in dauerhafter Notwehr gegen das Unermeßliche und gar nicht Nennbare zu nutzen, ist natürlich jedem verliehen, der sich der tatsächlichen, alle peinlichen Einwände von Sippenhaft oder Ahnenschuld hinwegfegenden Dimension der Verbrechen einmal wirklich gestellt hat.

Sie pochen auf Fakten und Argumente. Was ist Wahrheit, Herr Lichtmesz? Die Welt als eine allein von Atomen zu erkennen, hat sich als erfolgreich herausgestellt, als die Weltsicht der Sieger. Nichts als vergängliches Menschenwerk und zugleich überkommene Instrumente von Herrschaft sind hingegen hehre Begriffe wie Demokratie, Gerechtigkeit und auch der gesunde Menschenverstand. Lesen Sie mal einen anderen gebürtigen Wiener: sogar die Zahlen und eben die Logik, auf die heutige Konservative solchen Wert legen, könnten ganz andere sein und können es tatsächlich werden. Wahrheiten und Bedeutungen von Wörtern dürfen eben so oder so gespielt werden, je nach Beteiligten und Umgebung, welche wiederum den Selektionsdruck und über Entwicklung oder Aussterben bestimmen. (Wenn Sie den Wiener nicht im Regal haben, tut's wohl der Naumburger auch.)

Was dann am Ende für oder gegen das Wohl der Menschen zählt - und was gleichwohl lediglich relativ "wahr" sein kann, ist das jeweils Ausgehandelte oder einfach das, was im Kampf der Anschauungen übrig bleibt und schlichtweg gesagt wird und werden kann - egal, aus welchem Grund alles andere nicht (oder nicht mehr) gesagt wird. Ihre Werte und Ihre Vorstellungen von richtigen und falschen Argumenten sind Gespenster von der Art, an die sich Verlierer immer im Selbstbetrug der Rechtfertigung ihrer Niederlage klammern. Wetten, dass Ihnen auch "Anstand" und "Ehre" etwas bedeuten? Sie können ja auch gerne zu allerlei Mitteln greifen, aber am Drücker der Meinungsmache sitze zum Glück (für das Gute) gerade nunmal ich.

Die Antwort auf die Pilatusfrage wäre also: "Wahrheit ist, was der Menschheit nützt ; Lüge ist, was ihr schadet." Ich, Herr Lichtmesz, arbeite lediglich demütig daran, dass genau dieses auf dem Tisch übrigbleibt und gespielt wird, und mache mich dabei gerne zum Sündenbock der unbeholfenen Zornzwerge und zur Zielscheibe Ihres für die Größe unseres Zieles unverständigen Eifers. In der Antwort ist übrigens von der Menschheit die Rede, nicht von irgendeinem Volk. (Bei Interesse schicke ich Ihnen das Zitat im Zusammenhang.)

Ich hoffe, die große Liane Bednarz hiermit wenigstens so lange bescheiden zu vertreten, bis sie sich selbst meldet.

Vielen Dank für die Kenntnisnahme,
Ihr Zenbard Alien

M.L.: Fast dünkt mich, ein Nachkomme des Großinquisitors habe gesprochen. Nun erst sehe ich, welche Opfer Sie bringen, während die Menge Ihrer Maske spottet - wie auch bis dato dieser nichtsahnende, diskursevolutionär antiquierte Erdwurm.

Urwinkel

3. Februar 2016 04:23

Ein Selfie für Liane: Sie sind die Lara Croft der Schreiberzunft, bekannt aus dem gleichnamigen Computerspiel. Links und rechts eine Faustfeuerwaffe, Haare ordnen, aufhübschen, losballern. Das perfekte Rolemodel. Die hat sich an den Zeitgeist angepasst. Chapeau!

Name 1

3. Februar 2016 07:21

Nur ergänzend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Frau Bednarz offenbar Anwältin in der Großkanzlei Noerr ist (Google) und als senior associate da sechsstellig verdienen dürfte. Nur zur Kenntnisnahme.

M.L.: Das weiß ich nicht, wieviel sie verdient.

firenzass

3. Februar 2016 09:50

Dass Sie sich an dieser Bednarz so reiben , also, so recht kann ich mir da auch keinen Reim drauf machen.....um mich mal ganz vorsichtig auszudruecken.
Volker Zastrow beschreibt in FAZ "dem Kubitschek sein Milieu", laesst dem Kubitschek "Gerechtigkeit widerfahren", gefuehlte 24 Stden spaeter
erweist der Goetz dem Volker seine Referenz und versendet von der anderen Seite des Schuetzengrabens mal eben so freundliche Gruesse.
Frau Kositza macht was mit Kinderbuechern und zieht als Gewaehrsfrau ausgerechnet eine Susanne Gaschke heran, diese unappetitlichste Tusse weit und breit.
Nee, sorry, weiss auch nicht, was ich davon jetzt halten soll?
Was wollt Ihr denn jetzt diese Gaschkes, Bednarzes und Zastrows ueberhaupt verstehen lassen? Iss hier jetzt Schlagerstunde? Macht Ihr hier die Marianne Rosenberg, "iiiech bin so wie duuu.....!!!!"""
Muessen wir uns jetzt Sorgen machen?

M.L.: Nein, aber ein bißchen locker machen dürft "ihr" euch gerne.

Belsøe

3. Februar 2016 10:11

Ich halte es für eine Lebenslüge, zu denken daß das eigene Lager so viel hochwohlgeborener sei. Mieser Stil und dirty tricks sind schlichtweg Karriereeigenschaften in unter Druck geratenen Gesellschaften mit ideologischer Grundanforderung. Das wäre in einer rechts ausgerichteten Variante nicht anders. Höfliche Defensive mag diese erwähnten älteren Bürger auszeichnen, für die es bereits ein Angang ist, sich öffentlich wider den Strom zu zeigen. Sobald das aber kippt, sobald man sich im Aufwind sieht, kommt so allerhand Pöbel und undifferenziertes Kleinbürgertum dazugeschwirrt. War 68 so, würde nach Reconquista auch so sein.

M.L.: Bestreite ich gar nicht. Kanaillen gibt es überall, und die "pessimistische Anthropologie" ist ohnehin ein rechtes Feature par excellence. Bernanos hat diese bittere Erfahrung in Spanien gemacht. Es ist leicht, diesbezüglich an der Weltgeschichte zu verzweifeln.- Aber gerade die Milieus, die Bednarz da summarisch angreift, sind meiner Erfahrung nach im Großen und Ganzen weitaus weniger intolerant als die linken Gegenüber, die heute vor allem davon leben, ihnen nachzustellen.

Die Eliten Rechts wollen genau so wenig an ihren tatsächlich vorurteilenden, schwulenklatschenden und geifernden Anhang erinnert werden wie die Eliten Links an ihre gewaltpsychotischen autonomen Schlägertrupps. Da trifft man sich dann wieder: jeder hält sich für besonders aufgeklärt und konstruktiv und dem Wahren, Guten verpflichtet.

Die Realität würde wohl auch in Rechts tatsächlich in irgendeinem Grad gewalttätig werden, denn es ist kein Staatsvolk a la 1963 mehr zu verwalten, sondern ein Hexenkessel in dem vermutlich die große Mehrheit nach reaktionärer Lesart irgendwelche schweren unbürgerlichen Mängel vorweist. Was man die Leute ja auch durchaus spüren läßt. An wenig binnenpluralistischen Bezeichnungen für alle möglichen mangelt es schon in den hiesigen Kommentaren nicht.

Wollte man die Bednarz also vorführen, dann doch eher als etwas, das im eigenen zu vermeiden ist. Inhärent links oder mittig ist da nix.

Töpfer

3. Februar 2016 10:19

Guter Beitrag, Herr Lichtmesz!

Es ist wirklich so: bevor man sich in eine Diskussion mit Gutmenschen begibt, sollte man erst einmal eine Art Glaubensbekenntnis ablegen, um nicht verdächtig zu wirken. Andernfalls wird einem auf die Finger geschaut wie einem schlechten Schüler. Aber dieses lehrerhafte Gehabe ist nun mal genuin links. Wer nicht glücklich ist, kann nicht normal sein.

Ich persönlich habe das mittlerweile satt. In gutmenschlicher Gesellschaft vermeide ich politische Themen weitestgehend, belasse es beim Smalltalk oder gebe nur nichtssagende Kommentare als "Ja, wird man sehen, wie sich das entwickelt..." ab.

Eigentlich ein Alarmsignal in dunkelrot (hoho), doch was will man machen?

Manchmal geht es mir allerdings wie einem der Vorredner, dass ich tatsächlich glaube, all diese Gutmenschen, sehen tatsächlich was, was ich nicht sehe. Unangenehmes Gefühl; sollte nach Möglichkeit vermieden werden, sonst verstrickt man sich in lauter Schizo-Gedanken. Wenn das Orwell wüsste...
Aber wenn ich ohne Scheuklappen auf die Dinge blicke, gelange ich meist zu meinem alten Standpunkt. Erleichterung!

Monika

3. Februar 2016 10:26

Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein No-name, der nicht mal vom Fach ist, zu einem so wichtigen Thema in der FAZ schreiben darf.
Andererseits:
Auch die Herren vom Fach, insbesondere Daniel Deckers , haben keine weiterführenden Antworten auf die existenzentscheidende Frage gefunden, die da lautet:
Wo finden rechte Christen ( d.h. Christgläubige) heute noch Heimat ?
Dazu drei Gedanken:
1. Nicht nur in Köln, auch in Nürnberg wurde eine Kirche von arabisch aussehenden Männern beschossen:
https://www.kath.net/news/53606
Es erfolgte kein Aufschrei von den Herren, die das Abendland verteidigen sollten. Glauben Bischöfe überhaupt an Gott ?
Andererseits kritisiert Kardinal Woelki Pegida als die " selbsternannten Retter des Abendlandes" . Ich behaupte jetzt einfach mal, dass Herr Woelki nur neidisch ist, dass ein Hallodri wie Lutz Bachmann einmal in der Woche mehr Menschen zu einem pseudoreligiösen Event zusammenbringt, als ein Kardinal in einer Silvesternacht.

Pegida, der Montagsgottesdienst heimatloser und anonymer ( Karl Rahner) Christen. Wäre eine soziologische Studie wert !

2. Die Kirchen sind leer. Die Volkskirche erodiert. Kleine Pfarreien werden zu großen Seelsorgeeinheiten zusammengelegt. Es gibt keine Priester, keine Seelsorger mehr. Jüngstes trauriges Beispiel, wie sich erzkatholische Regionen grundlegend verändern:
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/zaesur-fuer-katholiken-im-rheingau-neue-grosspfarrei-mit-zwoelf-filialen-13988224.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
Ganz neue Aufgaben kommen auf die versprengten Herden zu:

" Die Herausforderung durch die Flüchtlingskrise wirke für Christen wie ein "Energydrink", weil sie "helfe, das Beste aus uns herauszuholen" ,
sagt Pfarrer Robert Nandkisore, der sich allerdings erst mal eine Auszeit in Italien nimmt.

Wo finden die Christen Heimat, die keine Energydrinks mögen ? Ihre Kraft eher woanders her beziehen ?

3. auch die klassische Theologie erodiert.
. Waren früher linke Theologien ( Befreiungstheologie, feministische Theolgie) eher Randthemen im klassischen Theologiestudium, ist das heutige Theologiestudium ein einziges Randthema.
Ich verweise auf den vorerst letzten Niedergang theologischen Denkens:

Die Schlusserklärung des internationalen Kongresses " Das Konzil eröffnen" vom Dezember 2015 an der katholischen Akademie Bayern.
Dort soll es zu einer grundlegenden Neubestimmung von Dogmatik und Fundamentaltheologie kommen.Punkt 7

Man muß sich diesen Text, für den auch ein Kardinal Lehmann verantwortlich zeichnet, mal in aller Ruhe zu Gemüte führen.
Link folgt.

Kommen wir zur Frage zurück:
Wo findet ein rechter, ein konservativer Christ überhaupt noch Heimat ?
Da bleibt doch nur noch ein Bund heimatloser Katholiken ( BHK)
Pegida ist nur eine Vorstufe, Eure Eminenzen !

Volker Spielmann

3. Februar 2016 10:26

Höchst sonderbar erscheint die Wandlung der christlich-abendländischen Geistlichkeit

Als notorischen Anhänger des Heidentums war uns der neumodische Eingottglaube des Christentums und seine Priesterschaft zwar immer unverständlich, aber neuerdings scheint der christlich-abendländische Klerus mit seinem Herkommen gebrochen zu haben. Was auch immer man nämlich gegen den besagten Klerus vorbringen kann, so kann man ihm doch nicht nachsagen, daß er nicht eine der treibenden Kräfte bei der Verteidigung Europas gegen den Mohammedanismus gewesen ist. Man denke hier etwa an den Papst Urban II., den Urheber der Kreuzzüge, oder an Pius V., den Architekten der berühmten Seeschlacht von Lepanto. Irgendetwas muß man also dem Klerus in den Meßwein getan haben, daß dieser nunmehr die Verdrängung der europäischen Urbevölkerung durch eine arabisch-afrikanische Mischbevölkerung mohammedanischen Glaubens so emsig und inbrünstig unterstützt und zwar vom kleinen Gemeindepfarrer bis hin zum Papst. Doch womöglich wollen diese nur als Schafe unter Wölfen leben, wie es geschrieben steht.

Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

M.L.: Sie geben's nicht auf, wie?

Monika

3. Februar 2016 10:30

Wir stehen dafür ein, einen unvoreingenommenen und diskursiven Umgang mit den anderen Religionen zu praktizieren und zu fördern. Auch wenn wir die Leistungen der Missionarinnen und Missionare in der Verkündigung sowie im Sozial- und Bildungswesen würdigen, müssen wir die Schuldgeschichte konsequent aufarbeiten, die durch Mission und Kolonialisierung in den vergangenen Jahrhunderten verursacht worden ist. Mission gehört zum Wesen der Kirche; sie ist wechselseitige Mitteilung des Evangeliums und äußert sich in Diakonie, Option für die Armen und Dialog mit Kulturen und Religionen.

Aus dem in Abwesenheit des Heiligen Geistes erstellten Pamphlet der Theologinnen und Theologen:

https://www.xn--das-konzil-erffnen-p3b.de/schlusserklaerung

Unke

3. Februar 2016 10:32

@Name 1
Nope. Nie und nimmer. Wirtschaftsanwälte haben idR viel zu tun. Falsch, sie haben SEHR VIEL zu tun und können sich nicht noch ein Hobby namens "Journalismus" leisten.
Was immer dieses Dame da macht, sie wird es auf Frauenart machen: mit halber Kraft. Zudem kommt bei ihr hinzu, dass es im Oberstübchen für anspruchsvollere Fälle nicht ausreicht.
Und sechsstellig? Senior associate ist die zweitniedrigste Rangstufe.
.
Meine Prognose: wie so unzählige Frauen vor ihr wird sie diesen Job nicht lange ausüben und sich in Ehe/Mutterschaft und/oder ganz die Publizistik oder Politik flüchten (letzteres weniger, aus verschiedenen Gründen).

Fredy

3. Februar 2016 10:44

Wenn man wie Bednarz rechts-konservativ ist, im BRD-Sinn, und beruflich im elitären kosmopolitischen Umfeld mitschwimmen muß, gerät man schnell und oft in Rechtfertigungsdruck. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir nicht dumm, sich derart politisch-publizistisch zu betätigen, wie Bednarz das tut. Auch sie ist nur hell, wenn sie auf Dunklere verweisen kann. Und die journalistische Qualität spielt bei dieser Motivation keine Rolle.

Erhardt H.

3. Februar 2016 10:44

Es gibt Leute, die werfen ihrer Umwelt exakt dieselben Dinge vor, deren sie sich selbst schuldig machen. Man kann dieses Verhalten oft bei Borderlinern, Narzissten und anderen Menschen mit Persönlichkeitsstörungen beobachten, wobei die Grenzen zwischen wahnhafter Verblendung und gezielter Manipulation fließend sind

War vor 2 Wochen in Lutherstadt Wittenberg im Rathaus zur Veranstaltung WB Weltoffen, schon vor dem Beginn (und ohne eines Beitrages der Denunzierten) wurde bestimmte Personen aufgefordert das Haus zu verlassen, da es sich um angeblich Stadt-bekannte Nazis handeln würde. Da die Betrofffenen sich zunächst weigerten der Aufforderung Folge zu leisten, wurden Polizeikräfte geholt um das Hausverbot durchzusetzen. Dadurch war die Stimmung im Saal emotional und aufgepeitscht. Das Publikum war teilweise geschockt. Der Veranstalter incl. Bürgermeister hielten ihre Vorträge als wärenichts vorgefallen, insbesondere der Redner der Anti-Deutschen Fraktion (Burghardt vom Projekt gegenpart.org) zeichnete sich durch eine Abgebrühtheit und Empathielosigkeit aus, die ich so nicht erwartet hatte. Dabei lieferte er fachlich den schwächsten Beitrag ab. Kein Oberschüler wäre mit diesem Vortrag im Sozialkundeunterricht durchgekommen. Der Absolute Höhepunkt der Verkommenheit war jedoch Prof. Holtmann vom ZSH (Zentrum für Sozialforschung Halle: wenn das Reemstma wüsste; Horkheimer würde erneut emigrieren). Er lieferte eine ganze Liste Bewertungsmaßstäbe für Populismus. Demnach ist jeder der leicht verständlich Kapitalismus und Reichtumsverteilung kritisiert und die Elitennetzwerke beim Namen nennt, Populist und Verschwörungstheoretiker. Ich sprach Holtmann in der Pause auf seine "Kollegen" vom Informationsbrief für Weltwirtschaft und Entwicklung an, zeigte ihm die 2015 dort veröffentlichte oxfam-Studie über die Ursachen der Ungleichheit und der Verarmungsprozesse in Europa und er bezeichnete die von oxfam gemachte Begründung, dass "Eliten und reiche Einzelpersonen auf Politik Einfluss nehmen", wörtlich eine VERSCHWÖRUNGSTHEORIE.

Mit Sozialwissenschaft steht dieser Proffessor H. auf Kriegsfuß, er benutzt seine Stellung im akademischen Apparat zur Denunzation und Verleumdung der politischen Opposition. Wir sollten das offensiv angehen.

Rumpelstilzchen

3. Februar 2016 10:54

Im übrigen bin ich der Meinung, dass der fahrende Spielmann, das Kasperle, mal vom Krododil gefressen werden soll !!!
Und nie mehr ausgespuckt !

M.L.: Sekundiert! Ich hatte einen weichen Moment... ab jetzt knallharte Intoleranz.

Ein gebürtiger Hesse

3. Februar 2016 10:55

Eine hervorragende Analyse, erkennend und aufdeckend im besten Sinn. Merci! Bednarz, so sie denn mitliest, müßte sich eigentlich vorkommen wie bei einer gelungenen Psychoanalyse-Sitzung: die Mechanismen und Strukturen ihrer Denunzierungs-"Aktivitäten" werden ja gerade auch ihr selbst vor Augen geführt. Nur selbstgewählte (und dann auch wirklich: selbstverschuldete) Blindheit kann hier noch zur Abschottung dienen. Nicht daß Bednarz diese Variante nicht vorziehen mag, doch hätte sie hier Gelegenheit, sich nicht weiter auf den Leim zu gehen.

Klaus

3. Februar 2016 11:08

Johannes 15,18
Wenn die Welt euch hasst, dann wisst, dass sie mich schon vor euch gehasst hat.

Eisenhans

3. Februar 2016 11:21

§ Volker Spielmann

Voller Ehrfurcht erstarre ich jedesmal, wenn ich einen weiteren Beweis
Ihrer allumfassenden Geschichtskenntnisse erfahren darf.
Sie sind einer der wenigen Menschen, deren Wissen offenbar bis
weit in altägyptische Zeiten zurückreicht. Auch die daraus resultierenden
Zusammenhänge in Ihren Analysen dürften deutschlandweit einmalig
sein und schreien geradezu nach einer weiteren Verbreitung solcher
genialen Gedankengänge. Sie sind auf Ihrem Spezialgebiet ohne
Zweifel eine Konifere und sollten uns schon deshalb, auch mit Hilfe
aller möglichen Götter und Göttinnen, als der große Analysator und
leuchtende Kerze im kalten All des dunklen Deutschlands erhalten
bleiben. Möge der kalte Hauch der Unverständigen dieses schwache
Licht nicht zum erlöschen bringen, die darauf folgende Finsternis
könnte ein grelles Licht auf die Mächte des Dunklen werfen !

M.L.: Amen und Insch'Allah!

Arminius Arndt

3. Februar 2016 11:37

... all dies vorgebracht im Modus der Petze:

Der Petzen-Modus ist mittlerweile elementarer Wesenszug unserer Gesellschaft und Frau B. ist ganz Kind dieses seit einigen Jahrzehnten sich breit machenden Petzen-Unwesens.

Es fängt schon in der Grundschule an. Welcher Typ wird von dem zu fast 100% aus Frauen bestehendem Personal gefördert? Die Petze, die die bösen Jungs verpetzt und damit sich bei der Frau Lehrerin beliebt macht. Aber auch die Frau Lehrerin ist ihrerseits das Idealbild einer Petze. Jeder, der Kinder in der Grundschule hat, wird es, vor allem wenn er Knaben als Kinder hat, wissen. Jeder Furz wird heutzutage notiert und muss von den Eltern abgezeichnet werden und so geht die Petzkultur weiter, jeder verpetzt den anderen, weil er damit voran kommt. Jeder Schwachfug muss umgehend bei Facebook, dem großen Petz-Medium, eingestellt werden, damit es geliked und geshared wird.

Und jetzt ein kleiner Hauch Verständnis für Frau B.:

Sie ist auch nur ein Opfer dieser Sozialisation zur Petze und jetzt hängt sie eben parasitär wie eine Zecke an einem vermeintlichen "Thema" und einer "Szene" und petzt, ob es jetzt etwas zu petzen gibt oder nicht, was das Zeug hält, um endlich wieder das seit Grundschultagen gewohnte Lob zu bekommen ("Schön hast Du das gemacht, Liane"). Und wenn sie genug gepetzt hat, darf sie sich Expertin nennen.

Aber jetzt zum Thema "Rechts und Christentum":

Wer einmal selber in gewisse evangelikale Kreise schnuppern durfte, der weiß, dass hier sehr viel vom Bible-Belt der USA zu uns herüber kommt (und zwar nicht erst seit gestern, sondern schon seit Jahrzehnten), bzw. gerade in baptistisch-pfingstlerischen Kreisen fast alles aus den USA kommt.

Da Ted Cruz jetzt die erste Vorwahl gewonnen hat und auch Donald Trump durchaus für diese evangelikalen Kreise wählbar ist, wird der Fokus jetzt eben auf vermeintliche deutsche Ableger gerückt, natürlich wieder pauschalierend, ohne deutsche Besonderheiten zu berücksichtigen etc. (wer hätte auch so etwas wie Differenzierung überhaupt ernsthaft erwartet?).

Die deutschen Medien sind 100% pro Obama und Clinton und deren Lohnschreiberinnen wie Frau B. haben dies erkannt und nehmen daher nun Spur auf. Es war einfach zu klar, dass solche Trendfolger, wie Frau B., nach dem Wirbel, den Donald Trump in den USA ausgelöst hat, sich jetzt auch mal in Deutschland auf vermeintliche Spurensuche machen.

Hartwig aus LG8

3. Februar 2016 11:43

Herr Lichtmesz, diese Bednarz ist kein Gegner für Sie.
Hatte heute früh Gelegenheit, Werner Schulz (Die Grünen) im DLF zu hören.

https://www.deutschlandfunk.de/afd-vorstoss-zur-grenzsicherung-mit-waffen-afd-ist.694.de.html?dram:article_id=344429

Den könnte man auch trefflich auseinander nehmen. Ist 'ne Gewichtsklasse höher, - aber wohl nur eine.
Man kann nur noch über einen wie Schulz, der die DDR erlebt und durchaus opferbereit bekämpft hat, staunen. Unvergessen auch sein Toben auf einem Grünen-Parteitag, als er sich mit J.Fischer bzgl. der Bundeswehreinsätze auf dem Balkan anlegte. Kein Stromlinien-Mensch.
Und doch liefert er solche Nummern wie heute im DLF ab.
Einem Werner Schulz empfehle ich einfach mal, sich über die Praxis des demokratischen Rechts auf Demonstration in Kenntnis zu setzen, indem er an einer ..GIDA-Demonstration außerhalb Dresdens teilnimmt. Er dürfte sich für die Inanspruchnahme seines Rechtes beschimpfen, verprügeln, bespucken lassen, als "Nazi im Nadelstreifen" oder "Pack" titulieren lassen, ... wenn er den Versammlungsort überhaupt erreicht.
Nun, vielleicht liesst der Herr hier mit ...
Ich habe im entfernten Bekanntenkreis ebenfalls einen DDR-Bürgerrechtler, nicht prominent, aber in der DDR einigermaßen geplagt. Der Anti-Sowjetismus ist bei denen so tief eingefressen, dass (M.L:) "die Wahrnehmungen derart heftig divergieren". Diskussion sinnlos.
Ausnahme scheint Vera Lengsfeld zu sein.

Hermann Karst

3. Februar 2016 11:52

Nach etlichen Tage leicht depressiver Umwölkung habe ich mich riesig gefreut, als ich heute morgen SiN aufmachte. Wäre ich Liebhaber von Anglizismen, würde ich glatt sagen: "You made my day." Gott sei Dank haben Sie sich, verehrter satanischer Schreiber, im Forum des leibhaft Bösen vom Karpatenschloß Schnellroda endlich wieder zu Wort gemeldet. Mir ging's fast so wie Grambauer: Zwar habe ich mir keine Sorgen gemacht, habe aber so etwas wie Entzugserscheinungen verspürt.

Vieleicht lag's daran (wer weiß), daß ich - kalendarisch just zu Mariae Lichtmeß - mit der dritten Lektüre jenes einen Buches mit der berühmten Heidegger-Sentenz im Titel begonnen habe. Da sich die Bednarz offenbar ein christliches Mäntelchen umhängen möchte, wäre ich fast geneigt, ihr das Buch zur Lektüre zu empfehlen. Ob sie das Buch verstünde? Vielleicht. Ob sie's auch begriffe? Eher nicht. Insofern nehme ich Abstand davon, der Frau das Buch ernsthaft zu empfehlen. Da sie ja vermutlich hier mitliest, habe ich - eingedenk der berühmten sprichwörtlichen Perlen - vorsichtshalber Buchtitel und Autor verschwiegen.

Ein Fremder aus Elea

3. Februar 2016 11:59

Nun ja, was immer Demokratie bedeutet, da gibt es natürlich Definitionsspielraum genug, letztlich werden die Herrschenden immer sagen, daß mit Demokratie ihre Herrschaft gemeint ist, egal ob sie Hitler, Honecker oder Hannelore Kraft heißen (des Stabreims wegen...)

Zum Thema Freiheit stellte ich jüngst eine sehr, sehr elementare Betrachtung an:

https://bereitschaftsfront.blogspot.com.ee/2016/02/das-merkmal-der-freien.html

Heiko Sprang

3. Februar 2016 12:15

@ Hartwig aus LG8
Richtig, diesen selbstgefälligen Herrn W. Schulz müßte man mal Gelegenheit haben ins Kreuzverhör zu nehmen, beginnend mit der Frage: Sie sind also der Meinung, daß Grenzen in Europa nur noch imaginäre Linien aus der Vergangenheit sind und heutzutage grundsätzlich nicht mehr geschützt gehören. Entweder er negiert dann die Staatlichkeit z.B. Deutschlands, oder er läßt sich drauf ein. Hernach kann man Schritt für Schritt die Schrauben anziehen hinsichtlich des Grenzschutzes.
Es sind, leider, wirklich Parallelwelten, in denen teilweise die Leute leben, wo Kommunikation nicht mehr möglich ist. Daß es mal soweit kommt, hätte ich nie für möglich gehalten.

Teresa de Ahumada

3. Februar 2016 12:42

Grüß Gott, Herr Lichtmesz,

ich bin immer noch begeistert von Ihrer wunderbaren Übersetzung des "Heerlagers der Heiligen".

"Mattussek, Kissler, Ockenfels, die im Anschluß an die Stelle mit den „Kreisen“ genannt werden? Birgit Kelle, Klaus Kelle, Gabriele Kuby und Beatrix von Storch? kath.net und idea? „Demo für alle“, „Initiative Familienschutz“, „Christen in der AfD“, und „Christdemokraten für das Leben“? Junge Freiheit, Freie Welt und eigentümlich frei?"

Sie haben bei ihrer Aufzählung leider die echten "Dunkelkatholiken" ausgelassen: Die Priesterbruderschaft St. Pius X. und ihr Civitas-Institut. Die glauben doch tatsächlich, dass für Katholiken ein katholischer Staat, die einzig richtig Lösung ist. Vorausgesetzt man hätte genug katholischen Konsens in der Gesellschaft, um einen solchen verwirklichen zu können.

Mit ihren ca. 10 000 zum größten Teil unpolitischen Anhängern, sind die als potentieller Buhmann auch nicht zu unterschätzen...

;-)

M.L.: Auch davon hatten wir in Schnellroda einige zu Gast. Und in der nächsten Druckausgabe der Sezession findet sich ein langer Artikel über Marcel Lefebvre. :-)

massel tov

3. Februar 2016 12:58

chapeu, herr lichtmesz.
was für ein luzider, blendend geschriebener beitrag - und informativ dazu.
a propos "retro":
der letzte, den ich kannte, zu dessen aktivem sprachschatz und -gebrauch das wort "schockschwerenot" gehörte, war mein großvater (*1886, +1977). weitermachen !
mit besten grüßen

Der_Jürgen

3. Februar 2016 13:23

Wer däche bei der Lektüre der Weisheiten, die diese Liane Bednarz von sich gibt, nicht an den "Quacksprech", den George Orwell in "1984" wie folgt beschreibt:

"Im Vergleich zu unserem eigenen war das Vokabular von Neusprech winzig klein, und es wurden ständig neue Mittel erfunden, um es zu reduzieren. Neusprech unterschied sich von allen anderen Sprachen dadurch, dass sein Wortschatz jedes Jahr geringer wurde. Jede Verringerung war ein Gewinn, denn je kleiner die Auswahl an Wörtern, desto geringer war auch die Versuchung zu denken. (...)

Wenn "The Times" einen Render der Partei als "doppelplusguten Quacksprecher" bezeichnete, war dies ein warmes und aufrichtiges Kompliment."

Meine Gratulation, liebe Liane Bednarz, Sie sind eine doppelplusgute Quacksprecherin!

Bethmann

3. Februar 2016 13:33

Die Bednarz wird, wenn sich der Wind gedreht hat, zu den ersten gehören, die sich wie das Fähnchen im Wind drehen und gegen die Überfremdung anschreiben. Solche Leute gibt's. Gerade in Deutschland. Kann man nichts machen.

Der_Jürgen

3. Februar 2016 14:02

Zum Elenden an der heutigen Situation gehört, dass es auf der Gegenseite keinen einzigen Menschen mehr gibt, den man respektieren kann. Da sehnt man sich fast schon ins Mittelalter, als die Ritter mit Lanzen und Schwertern gegeneinander fochten - Mann gegen Mann.

In der Weimarer Republik tobten in Deutschland erbitterte Saal-und Strassenschlachten zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Beide Seiten bestanden nicht aus Memmen; sie waren sich zwar radikal uneinig darüber, welche Ideologie und welcher Weg für Deutschland besser sei, aber darüber, dass Deutschland zu retten sei und dass es dazu der Zerstörung des bestehenden Systems bedürfe, gab es zwischen ihnen keine Meinungsunterschiede. Man konnte einander zumindest als Krieger achten. Doch wie, bitteschön, kann man auch nur einen Funken von Achtung vor Leuten empfinden, die wie der von

@Hartwig aus LGB

erwähnte Werner Schulz offenbar kein anderes Lebensziel haben als die Zerstörung ihres eigenen Landes?

@Belsoe

Ja, es gibt auch unter den "Rechten" Primitivlinge, da haben Sie ganz recht, aber ein geistig einfach gestrickter Hool ist einer deutschen Frau, die von einem Kulturbereicherer überfallen wird, als Helfer vielleicht lieber als ein feiner Rechtsintellektueller, der Spengler und Jünger voll verinnerlicht hat, aber beim blossen Gedanken an eine Keilerei erschaudert. Auch in einem nationalen Deutschland wird nicht jeder Journalist auf dem Niveau eines Lichtmesz schreiben, aber er wird, mit den unvermeidlichen Vereinfachungen, die Wahrheit schreiben oder wenigstens versuchen, dieser so nahe zu kommen, wie es geht.

Wenn ein einfacher Bürger in einem Internetkommentar pauschal auf "Musel-Pack" oder "orientalisches Gesindel" schimpft, stösst mich das auch ab, aber ich breche über diesen Menschen nicht den Stab. Ich kann seine Verzweiflung nämlich begreifen.

Waldschrat

3. Februar 2016 14:10

Ich weiß nicht recht, ob man es bewundernswert oder eher schon bedenklich finden soll, mit welchem Durchhaltewillen Martin Lichtmesz fadenscheinige Elaborätchen wie das hier besprochene argumentativ neutralisiert.

Das könnte ich nicht: mich immer wieder an diesem ewig gleichen "Journalisten"-Gefasel abarbeiten. Ich kann so einen Qualitätsmedienartikel ja nicht einmal komplett zuende lesen, da werde ich völlig verdrießlich, das hält doch kein Schwein aus.

So gern ich Lichtmesz' spitze Feder lese, so sehr frage ich mich doch mittlerweile, ob man diesen freiheitlich-demokratischen Klonkriegern überhaupt noch Aufmerksamkeit widmen sollte. Es ist doch schade um die schöne kreative Energie, die dafür geopfert werden muß.

Ohnehin beschleicht mich das Gefühl, daß es ratsam sein könnte, sich dieser Tage mehr denn je auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wer weiß, was morgen kommt. Jawohl, so einen Satz kann man heute ohne Weiteres schreiben, ohne Kassandra zu heißen. Wer hätte das gedacht.

Michael

3. Februar 2016 14:11

Bednarzens Liste ist allerdings sehr unvollständig. Im katholischen Bereich sind zahlreiche Laiengemeinschaften nach ihrer Definition als "rechts" im Sinne von treu zu Tradition und Lehre einzustufen. Die sind in der Tat zwar meist unpolitisch, pflegen aber ein intensives konservatives Leben. Das ist den Linken natürlich unheimlich, für die sich offenbar kein Bereich des Lebens von der totalen Politisierung entziehen darf.
Der öffentlich-rechtliche Protestantismus ist zwar größtenteils verloren, aber in den Freikirchen gibt es auch hier noch einige intakte Substanz.

Westpreuße

3. Februar 2016 14:19

Herr Lichtmesz,

und hier ergänzend zu Ihrer so schön und trefflich beschriebenen journalistischen Wirklichkeit in unserem Land die andere Seite der Medaille.
Vielleicht sind Frau Bednarz und Frau Kiyak vom gleichen Holze...?!

Mir war die Dame bisher überhaupt nicht bekannt, aber ich lebe ja auch etwas seitab von den hausgemachten Problemen in D.
Ich habe ihren Artikel gelesen, danach ihren Lebenslauf auf Wikipedia.
Oh ha. Wenn man sich von frühester Kinderstube an in linken Ecken herumtreibt, kann einem eigentlich überhaupt nichts passieren. Die Dame hat auch irgendetwas studiert. Mit Abschluß? Man wird dann so herumgereicht und verdient "sein täglich Brot" auskömmlich in seiner Nische und macht auf jeden Fall "irgendetwas mit Medien"...
Und in dieser Nische kann man es sich dann gemütlich einrichten...

Daß die Dame sich seinerzeit auch zu Herrn Sarrazin geäußert hat, und wie..., war mir auch unbekannt. Ich war der Meinung, es wäre dieser Herr mit der Sonnenbrille gewesen...

Kiyaks Deutschstunde / AfD
Das Dreamteam des Volksempfindens
Eine Kolumne von Mely Kiyak
https://www.zeit.de/kultur/2016-02/kiyak-afd-petry-grenze

Zwei Sachen sind hängengeblieben:
Durch einen Wortdreher in meinem Kopf las ich, daß das Liebespaar Pretzell - Petry auf (!) dem heimischen Küchentisch intensiv diskutiert.
Ich dachte: Holla, was sind das denn für verlotterte Sitten...
Nein, natürlich falsch, Pretzell - Petry diskutieren intensiv am (!) Küchentisch. Schade nur, daß Frau Kiyak nicht unter (!) dem Küchentisch hockte. Sie hätte uns dann sicherlich mehr berichten können...

Richtig verärgert bin ich allerdings über ihre Bemerkung zum deutschen Kulturgut Bier. Faschisten früher hatten Tischmanieren und hätten nie
"ein Bier aus der Flasche getrunken"...

Hätten Sie es gewußt?
Ist Ihnen die Dame mal begegnet? Und...?!
Saßen Sie mit ihr gar mal am (!) Tisch?
: Grüße von der Weichsel

Maggie

3. Februar 2016 15:52

Danke für die kleine Analyse eines Artikels, der unerklärlich hohe Wellen schlägt.
Ich habe selten einen Artikel gelesen, der dermaßen zusammenhanglos aus dem Kontext entrissene Zitate aneinanderreiht und daraus eine große radikale Allianz beschwört. Wobei bis zum Schluss nicht klar ist was genau Frau Bednarz mit radikal meint. Denn was genau an Lebensschutz radikal sein soll oder was das genaue Verbrechen der "Kirche in Not" war, wird nicht erklärt. Stilistisch ist der Artikel ein Grauen und inhaltlich versucht die Autorin krampfhaft dem Titel gerecht zu werden.

Da werden Personen und Organisationen in einen Topf geworfen, Verbindungen konstruiert und irrationale Schlüsse gezogen - falls überhaupt. Oft bleiben Zitate und angebliche Verbindungen wie Cliffhanger im Raum stehen. Eine verantwortungsvolle Journalistin hätte statt nur Clippings zu sammeln auch mal bei dem ein oder anderen den sie in ihrem Artikel so offen diffamiert, auch mal nachfragen können, was es denn mit dem Zitat oder Verbindung auf sich hat.

Das Interview mit t-online welches dem Text folgte, zeigt wie diese Verschwörungstheorien gestützt werden und wie Frau Bednarz arbeitet. Frau Bednarz berichtet von einem Twitteraccount eines "ihrer" Radikalen, diesen Account hat sie beobachtet und zieht daraus suggestiv Schlüsse. Miss Bednarz is watching you, ob sie da wohl Excel-Listen anlegt, wer wann wen geliked hat und wer wo kommentiert hat? Man merkt, dass Frau Bednarz Juristin ist. Alles was sie gegenüber Frau Bednarz sagen, kann gegen sie verwendet werden.

Diese Analysemethode ist so unterhaltsam, dass ich mir mal ihr facebook-Profil angeschaut habe: Ich komme nach Auswertung Ihrer Postings - noch nie hat jemand auf Facebook seinen eigenen Artikel so oft geteilt wie Frau Bednarz - zu folgendem Schluss: Hier schreibt eine geltungssüchtige, eitle, enttäuschte und selbstgerechte Dame, die die Gelegenheit nutzt, Personen zu denen sie in der Vergangenheit groupiehafte Nähe gesucht hat, eins auszuwischen.
Eins muss man ihr zugestehen: Auf der verzweifelten Suche nach gesellschaftlicher und politischer Relevanz hat Frau Bednarz nun ihre Nische gefunden.

Andreas Walter

3. Februar 2016 16:00

"Rechts-"anwältin?

Liane Bednarz, Bereich “Mergers & Acquisitions” (vom englischen Verb to merge (‚verschmelzen‘, ‚vereinigen‘, ‚zusammenführen‘) und dem Wort Akquisition, lat. acquirere ‚erwerben‘:

https://starke-meinungen.de/blog/liane-bednarz/

https://de.wikipedia.org/wiki/Mergers_%26_Acquisitions

Welchem "Herrn", welchen Herren (aber auch Damen) die in der City of London und NY dient ist klar, aber eben nicht nur da. Investmentbanker, Oligarchen, Monarchen, Monopolisten, Imperialisten, dass sind die Leute für die solche Anwälte in der Regel arbeiten. Das Grosskapital eben, denn Kapital ist ja nicht nur Geld, also heute lediglich all die ungedeckten und damit im Grunde genommen wertlosen Papierscheine und Plastikkarten, eben das Fiat money, sondern auch echtes materielles und geistiges Eigentum, die echten Werte eben und ihre Kontrolle, um die es diesen "1%" Herrenmenschen tatsächlich geht.

Jeder Separatismus, Nationalismus, Abgrenzung, Grenzen, Einschränkung ihres Wirkungskreises ist solchen Menschen ein Dorn im Auge, bedeutet eine Begrenzung ihre Macht- und Einfluss-, möglichen Kontrollsphäre über Kapital, Eigentum und eben Menschen, "ihren" Arbeits-, Steuer- und Konsumsklaven. Diese Leute sind die Zeloten der modernen Leibeigenschaft.

Ein Kampf so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst, in dem es noch nie tatsächlich um Rasse oder Geschlecht ging, um Geist oder Religion. Die Motivation dieses Kampfes ist lediglich vielen nur so animalisch und roh, so grausam und primitiv, beschämend und ungeheuer, dass ihn viele zwecks Rechtfertigung vor sich selbst und auch Anderen glauben transzendieren zu müssen, um ihrer zweiten aber eben auch wahren Natur als Mensch, dem Tier in mir und dir, nicht ins Gesicht blicken zu müssen.

Im Jahr 2013 mit dem “Goldenen Maulwurf” ausgezeichnet. Nomen est omen.

Marla T. Kampf

3. Februar 2016 16:25

Wer zudem, wie Frau Bednarz, unfaehig ist evangelikal von evangelisch zu trennen, wird wahrscheinlich bei jeder Art von Christentum nervoes. Schade, dass man den Artikel in der FAS nicht kommentieren durfte. Aber braucht halt jeder so seinen safe space, gell. Schoene Gruesse aus Oxford!

Martin Lichtmesz

3. Februar 2016 16:35

Ich lach mich schlapp, ausgerechnet unsere feinsinnige Edelfeder Liane zeigt sich über "Stilfragen" pikiert... na, wenn's sonst nichts ist.

Der Stil v. Kubitscheks „Sezession“ (@SiNetz), Lichtmesz nennt m. „Groupie“, wie primitiv f. „Rechtsintellektuelle“: https://t.co/0di6gz7Gq

Trouver

3. Februar 2016 16:37

zu den „Rechtspopulisten“, „Rechtskatholiken“, „Rechtslibertären“, „Rechtsauslegern“, „Rechtsextremisten“, „Rechtsradikalen“ und was da sonst noch an Rechtsrückern herumläuft

und haben Sie das schon genossen, lieber herr Lichtmesz?

gemäßigtes rechtsextreme Lager

Und andere Perlen hier.

Frank

3. Februar 2016 16:39

Ach ja... von solchen amüsanten Artikelchen ist die Quantitätspresse voll. Immer wieder putzig zu lesen, wie sie sich abmühen, die Dinge, die für jeden offensichtlich sind, nicht zur Sprache zu bringen (der berühmte Gorilla in der Hollywoodschaukel) und sich zwanghaft an den bösen Rechten abarbeiten. Ich frage mich dann immer: ob die das wirklich selber glauben, was die da schreiben? Das sind doch eigentlich hochintelligente Menschen... aber Ihr letzter Absatz ist da sicherlich ein brauchbarer Erklärungsansatz.
Nun ja: Laut ivw hat die FAS im 4. Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahr satte 12 Prozent bei der verkauften Auflage eingebüßt (die FAZ sogar 13,5 Prozent). Entweder wird das Erscheinen dieses Blättchens irgendwann eingestellt, weil hoch defizitär, oder man unternimmt eine Vollbremsung und reißt das Steuer radikal rum. Sicherlich interessant zu beobachten, wie es weitergeht.

OJ

3. Februar 2016 17:03

Als "Senior Associate" (etwa ab dem dritten Jahr) bei Noerr wird Frau Bednarz in der Tat recht gut verdienen, so dass eine monetäre Motivation abwegig erscheint. Die Gehälter sind transparent: Senior Associates verdienen - im fünften Jahr etwa - 117.000 bis 127.000 € zzgl. Bonus iHv bis zu 26.000 €.

(https://www.noerr.com/~/media/Noerr/Career/Awards_Logos/Noerr_azur100_2014.pdf).

Umso (im Wortsinne) merkwürdiger ist ihr Interesse für die "Neue Rechte".

Winston Smith 78699

3. Februar 2016 17:08

@ Martin Lichtmesz

Ich lach mich schlapp ... „Stilfragen“

Nur dass sie selbst die Fehde durch ihren Paintball ausgerechnet auf den "Groupie" in eine gar nicht mehr so lustige, nämlich die höggschtgefährliche Richtung des Geschlechterkampfes zieht, die auch @Westpreusse andeutet:

Vielleicht sind Frau Bednarz und Frau Kiyak vom gleichen Holze…?! ... Wenn man sich von frühester Kinderstube an in linken Ecken herumtreibt, kann einem eigentlich überhaupt nichts passieren.

Hat unter den Jungs hier schon mal jemand 'ne Band Combo Kleinkapelle (eine zum musikalischen Auftreten, nicht zum andachtsvollen Eintreten) aufgemacht und erlebt, was sich da im nu naturgesetzlich abspielt?

marodeur

3. Februar 2016 17:42

Der Stil v. Kubitscheks „Sezession“ (@SiNetz), Lichtmesz nennt m. „Groupie“, wie primitiv f. „Rechtsintellektuelle“: https://t.co/0di6gz7Gq

Wow, Frau Bednarz hat ihren Text gelesen, Herr Lichtmesz. Hätte ihr garkeinen Kanal zur Außenwelt zugetraut. Wobei man noch nicht weiß, ob sie nicht schon beim ersten Satz wutschnaubend ausgestiegen ist. Da waren Sie nämlich sehr böse! Groupie - tz, tz, tz - weiterlesen würde ja nur weitere Belege für ihre primitive verachtenswerte Gesinnung liefern.

M.L.: Ich bin ein Höhlenmensch, ich führe halt nicht so ne feine Klinge wie sie.

Trotzdem beachtlich: Sie stehen jetzt in einer Art Dialog. Das ist so ähnlich, als hätte Thilo Sarrazin einen Briefwechsel mit Paris Hilton. Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

donna_alta

3. Februar 2016 18:12

Ach Gott, ich kann mit diesem Frauchen wirklich nichts anfangen. Sie wirkt in jeder Hinsicht deplatziert. Es langweilt, ihren Artikel zu lesen. Man kann sich nicht mal aufregen über sie. Ich bleibe ratlos zurück.
Herr Lichtmesz: Perlen vor die Sau geworfen!

M.L.: Das Publikum sind doch Sie. Hat's keinen Spaß gemacht? Mir schon!

Canisius

3. Februar 2016 18:13

Der Text von Frau Bednarz fällt vor allem durch das vollständige Fehlen jeglicher Analyse oder Argumentation auf. Sie vertritt nicht einmal eine These, sondern zählt weitgehend unstrukturiert Namen und Organisationen auf und belegt sie mit Adjektiven.
Selbst als bloße Auflistung ist ihre Arbeit aber inhaltlich mangelhaft, da gerade das Dresdener Pegida-Umfeld von der Teilnehmerschaft her kaum Überschneidungen zu irgendeiner Form von organisiertem Christentum aufweist. Das gilt größtenteils übrigens auch für die AfD, die christliche Themen wie Lebensschutz ebenso wie Pegida meines Wissens nach gar nicht erwähnt.
Wenn man davon ausgeht, dass Frau Bednarz solche Mängel nicht aus bloßer Unkenntnis oder Unvermögen unterlaufen und auch Schlampigkeit als Ursache eher unwahrscheinlich ist, dann stellt sich die Frage, woran solches Versagen sonst liegen mag. Dass ihr Motiv Unredlichkeit bzw. der Versuch sein könnte, traditionelle Christen durch Konstruktion von für sie ungünstigen politischen Bezügen an den Pranger zu stellen, möchte ich ihr so nicht unterstellen.
Dass die ansonsten journalistisch einigermaßen zurechnungsfähige FAZ sich für etwas hergibt, was ansonsten inhaltlich unter dem Niveau der meisten Schülerzeitungen liegt, erstaunt mich davon abgesehen doch sehr.

Ostelbischer Junker

3. Februar 2016 18:17

Die gute Frau schreibt: ,,Nicht einmal das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ ist gegen diese Entwicklung immun. Auf dem letztjährigen „Internationalen Kongress“ der Organisation gab es ein Podium mit dem Titel „Gegen den Strom von Meinungsdiktatur und Political Correctness“

Was kriminell daran ist: Sie hat nicht einmal den Mut, offen zuzugeben, dass sie selbst doch die Meinungsdiktatur will. Sie legt es konservativen in den Mund. Soll sie es doch bekennen, dass ihr die Meinungsfreiheit ein Dorn im Auge ist. Sie (die Fr. Bednarz ist ja tatsächlich nur ein Beispiel dieses intellektuellen Pöbels) sind falsch wie die Schalnge am Baum der Erkenntnis. Ein Dschihadist verdient mehr Respekt, versucht er doch zumindest nicht, uns intellektuell zu verarschen.

,,Der katholische Journalist und Blogger Peter Winnemöller behauptete im Mai 2015, die Ausübung des Widerstandsrechts nach Artikel 20 Absatz 4 des Grundgesetzes sei die „moralische Pflicht für alle, die den freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat nicht auf dem Altar einer Selbstanpassung und politischen Korrektheit geopfert sehen wollen“ - Ja WAS denn bitte sonst?

Hermann Karst

3. Februar 2016 18:30

@ Lichtmesz, 16.35 Uhr

Nu isses raus: Frau Bednarz liest hier doch tatsächlich mit!
Wie schön!

M.L.: Schockschwerenot!

Alexius

3. Februar 2016 18:46

Die Erwähnung von G. Brassens brachte mich auf das Molière-Zitat :
Nul n'aura de l'esprit, hors nous et nos amis!
und von dort auf das hier angesichts der Einkommensverhältnisse der Verfasserin ebenfalls passende:
Si l'on peut pardonner l'essor d'un mauvais livre, // Ce n'est qu'aux malheureux qui composent pour vivre.

Conny

3. Februar 2016 19:10

Dieser Artikel ist sehr lang, bietet dafür jedoch leider wenig Erkenntniswert. Er würde von einigen Ergänzungen profitieren, wobei die Tichy-Kritik als Ausgangspunkt dienen könnte.

Bereits eine kurze Recherche hätte zutage gefördert, daß Frl. Bednarz 2013/14 noch emsig dabei war, Klonovsky- und Matussek-Lesungen zu organisieren usw. usf.; es kam dann zum radikalen Schwenk, der wohl einer tiefen (imaginierten) Kränkung entsprang. Es handelt sich um eine Person, die Facebook als Familienersatz benutzt und sich übrigens auch mit ihrem zeitweiligen Ko-Denunziator, Herrn Giesa, so gründlich verkracht haben soll, daß man mittlerweile per Anwalt kommuniziert.

Interessant sind auch die Aufpasser, die sich um Frl. Bednarz versammelt haben und ihr beißwütig argumentative Schützenhilfe gewähren. Es ist ein interessantes Panoptikum, das sich im Umfeld dieser "liberal-konservativen Publizistin" versammelt hat. Eine bunte, amüsante Geschichte aus dem Medienzirkus der BRD, wenn man in die Tiefe gehen möchte.

Daß Frl. Bednarz sich auf Facebook über Ihren Beitrag ausgelassen freut, während sie den Artikel von Tichy als "gemein" bezeichnet und rechtliche Schritte ankündigt, sollte Ihnen Ansporn sein, das Thema vielleicht noch einmal etwas gründlicher und präziser auszuleuchten. Der nächste Artikel sollte dann sitzen.

M.L.: Danke, er sitzt auch so genug. Daß sich Liane über die Aufmerksamkeit einen Haxen ausfreut, überrascht mich jetzt nicht so doll, so sind sie eben, die Groupies...

Urwinkel

3. Februar 2016 20:45

Auch bezeichnet für den schmierigen Bednarz-Stil ist ihre übertriebene Lobhudelei auf die aktuelle Neuauflage des Ulf Poschard-Sachbuches "DJ-Culture". Mann, Bednarz: das Buch ist gut zwanzig Jahre alt; inhalthaltlich richtig, aber für Engeweihte nur abgehobener Feuillton-Mief. Ein weiteres Stück Trivialliteratur; genau wie ihre Fleißarbeit über die "Gefährlichen". Wollen Sie sich wirklich mit diesem abgeranzten Dandy ins Bett legen? Das ist schon besorgnisvoll. Seien Sie froh und glücklich darüber, daß sich überhaupt jemand um Sie kümmert. Wenigstens in den Gedanken von Lichtmesz.

Stanley Schmidt

3. Februar 2016 20:54

Man sollte den Sozialisationsfaktor nicht unterschätzen. Vater Bednarz war
nach meiner Erinnerung einer jener drögen Fernsehsachwalter der
Politischen Korrektheit, der mit sauertöpfischer Miene als Moderator des "kritschen" Polit-Magazins Monitor offenbar einen Generalverdacht gegen jede Abweichung nach "rechts" (was in Wirklichkeit die Mitte war)
brandmarkte. Mit zunehmendem Alter werden oft Kinder ihren Eltern
ähnlicher.

Groupie

3. Februar 2016 21:01

Och, Herr Lichtmesz

Jetzt gönnen Sie der netten Dame doch ihre 15 minutes of fame
( Warhol). Und widmen sich ernsthaften Themen.
Es grüßt
ein echtes Groupie

Nemo Obligatur

3. Februar 2016 21:38

"Oh, schön", dachte ich vorhin, "endlich mal wieder was von Lichtmesz." Bis ich mich in den Artikel einlas und dazu begleitend den FAS-Artikel und hier und da noch andere Gedankensplitter aufsammelnd, das Gelesene mühsam einordnend und bewertend. Am Ende blieben dann doch zwei Fragen unbeantwortet:

1) Wer ist eigentlich Liane Bednarz?
2) Verfügt Herr Lichtmesz über zu viel freie Zeit und Kraftreserven, dass er sich an so einem Blödsinn abarbeitet?

Ganz nutzlos war meine Lektüre dann aber nicht. Vor kurzem hatte ich mal wieder mit dem Gedanken gespielt, nach Jahren der Abstinenz die FAZ zu abonnieren. Einige Artikel des politischen Teils gaben hierzu Anlass. Davon bin ich nunmehr abgekommen. Das gesparte Geld soll lieber der Szession, Antaios oder dem IfS zugute kommen.

Magnus Göller

3. Februar 2016 21:41

Vier Seiten Lichtmesz.

Frau Bednarz hat beruflich eine Menge erreicht.

Urwinkel

3. Februar 2016 21:53

An Stanley:

Die Geschichte mit dem Übervater wird immer wieder kolportiert. Anehmbar ist, das sie mit der phonetischen Namensgleichheit kokettiert. Der Fernsehjournalist, auf den Sie verweisen hieß Bednardz. Davon ab, gehen mich Familieninterna nichts an. Aber in diesem Fall gilt es schon, mit Urbanen Legenden aufzuräumen. Erst Recht, wenn sich das Weib als Stalkerin entpuppt.

Nemo Obligatur

3. Februar 2016 22:02

Ein später und letzter Zwischenruf:

In der Zeit finden sich (soviel Kalauer muss sein) in letzter Zeit vermehrt interessante Analysen. Die wären einer Entgegnung viel würdiger.

Z.B. hier:
https://www.zeit.de/kultur/2016-02/neue-rechte-safranski-sloterdijk-jirgl

oder (schon länger her, aber spätestes seit Köln wieder aktuell) hier:

https://www.zeit.de/2014/46/beruf-soldat-bundeswehr

Die Lektürehinweise sind eigentlich zum "Nachspülen" gedacht, damit vom Text der Liane B. niemand Sodbrennen bekommt und selbiges Elaborat dem verdienten Vergessen anheimfällt.

Neidhardt

3. Februar 2016 22:06

-
Ach, werter Herr Lichtmesz, es ist mir schon klar, dass Sie sich im - nicht ganz unberechtigten - Hochgefühl Ihrer Fremdsprachenkompetenz kaum vorstellen können, dass ein in jeder Hinsicht sehr alter Leser von Ihnen sich schwer tut, einen englischen Satz wie "If you disagree with someone who has a Dumb Belief System, they will automatically think you identify with a competing Dumb Belief System" zu verstehen und dass ihm selbst diverse Übersetzungsprogramme keinen leicht eingängigen Aufschluss liefern.
-
Wäre es Ihnen möglich, in solchen oder vom geringen Aufwand her für Sie vergleichbaren Fällen auch eine deutsche Version zu liefern? Das wäre schön!

M.L.: "Wenn man dem Anhänger eines dummen Glaubenssystems widerspricht, dann denkt er automatisch, daß man Anhänger eines rivalisierenden dummen Glaubenssystems sei."

Conny

3. Februar 2016 22:17

@Stanley: Peinlicher Erguß. Liane Bednarz ist mitnichten die Tochter des "Monitor"-Hetzers.

Conny

3. Februar 2016 22:18

@Stanley Schmidt: Herzliches Beileid übrigens zum Ableben Ihres Vaters - Helmut Schmidt.

Groupie

3. Februar 2016 22:19

Wenn deprimierend dumme Menschen kluge und vor allem amüsante Repliken auslösen, steckt oft der Gevatter Lichtmesz dahinter, und zwar diesmal ausgerechnet an Mariä Lichtmess bzw. Purificatio; hier.
KLonovsky, acta 2. Februar.

So, Herr Lichtmesz, jetzt bekommen Sie Ihre 5 minutes of fame.

Martin Lichtmesz

3. Februar 2016 22:29

Badeschluß, Karawane zieht weiter, Feierabend, Dank an alle Teilnehmer!

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