Sezession
14. August 2015

Die Profiteure der Masseneinwanderung

Felix Menzel

PDF der Druckfassung aus Sezession 67 / August 2015

Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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Ende April fand in der Leipziger Messe eine Konferenz für die mitteldeutsche Immobilienbranche statt. Eines der Hauptthemen war die Unterbringung von Flüchtlingen. Der Freistaat Sachsen wollte bei dieser Gelegenheit die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft darüber informieren, »wer von den Förderungen profitiert und wie sie beantragt werden«.

Über die Richtlinien »Städtebauprogramm« sowie »Nachhaltige soziale Stadtentwicklung« stünden derzeit 30 Millionen Euro aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung, die auch für Maßnahmen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen verwendet werden könnten. Darüber hinaus würde der Freistaat Sachsen neun Millionen Euro für die Modernisierung und Sanierung der 230 000 leerstehenden Wohnungen bereitstellen, um der Immobilienbranche die dezentrale Verteilung von Flüchtlingen schmackhaft zu machen.

Genau da hat Sachsen nämlich noch Nachholbedarf. Nur etwa die Hälfte aller Flüchtlinge ist privat untergebracht. Alle anderen wohnen in Asylheimen. Zum Vergleich: Rheinland-Pfalz schafft es, über 90 Prozent der Asylbewerber eine private Unterkunft zu vermitteln.

Man ist sich weitestgehend einig, daß dann die Integration besser gelingen kann und es seltener zu Gewalt und Kriminalität kommt. Schlägereien durch verfeindete Ethnien und Drogenhandel sorgen in vielen Massenunterkünften für große Probleme.

Hinzu kommt, daß die bestehenden Immobilien für den aktuellen Flüchtlingsansturm nicht ausreichen. Im Jahr 2008 stellten lediglich 28 018 Menschen in Deutschland einen Asylantrag. 2015 werden inzwischen 450 000 prognostiziert. Leere Wohnungen anzumieten ist für den Staat daher günstiger als neue Heime zu bauen. In Sachsen kostet jeder neue Heimplatz 51.000 Euro, und selbst für das Aufstellen von Containern verlangen die Unternehmen, die dies anbieten, 20.000 Euro pro Flüchtling.

Doch es geht noch um viel mehr, als nur die richtige Wohnform für Asylbewerber zu finden. Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) erklärte auf der Konferenz in Leipzig: »Wenn man sich zusammenschließt, dann kann eine ganze Region vom Zuzug profitieren: Wo gibt es einen Sportverein, der sich über neue Mitglieder freut? In welcher Kommune gibt es eine Kindertageseinrichtung oder Schule, die besser ausgelastet sein könnte? Welches Berufsbildungszentrum hat freie Kapazitäten und kann Asylsuchenden eine Ausbildung ermöglichen?«


Felix Menzel

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

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