Ökologie ist rechts

PDF der Druckfassung aus Sezession 56 / Oktober 2013

von Norbert Borrmann

»Es wird eine Zeit kommen, in der man erkennt: Der Mensch lebt nicht von Pferdekräften und Werkzeugen allein. Es gibt auch Güter, die er daneben nicht entbehren will und kann. Und er wird haushalten lernen, und er wird das eine nicht zu gewinnen suchen, um mit ihm alles andere zu verlieren.

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Denn, wenn der Mensch alles gewon­nen hät­te, was sich mit sei­ner Tech­nik gewin­nen läßt, dann wür­de er zu der Erkennt­nis kom­men, daß das so maß­los erleich­ter­te Leben auf der ent­stell­ten Erde eigent­lich nicht mehr lebens­wert ist, daß wir zwar alles an uns geris­sen, was unser Pla­net her­zu­ge­ben hat­te, daß wir aber bei die­ser Wühl­ar­beit ihn und damit uns selbst zer­stört haben. Sor­ge ein jeder an sei­nem Tei­le, daß die Umkehr kommt, ehe es über­all für immer zu spät ist.«

Die­se Sät­ze – obwohl über hun­dert Jah­re alt – klin­gen auch heu­te noch aktu­ell. Zu lesen waren sie erst­mals 1904, in der Zeit­schrift Der Kunst­wart.

Ver­faßt hat­te sie der Maler, Lebens­re­for­mer, Publi­zist und Archi­tekt Paul Schult­ze-Naum­burg (1869 –1949), der sich im Lau­fe sei­nes Lebens von einem Wert­kon­ser­va­ti­ven zu einem Ver­tre­ter der völ­ki­schen Bewe­gung wan­del­te. Er stand also rechts der Mitte.

Den heu­ti­gen Nor­mal­bür­ger mag das ver­wun­dern, ver­or­tet er das The­ma Umwelt­schutz doch eher links. Schließ­lich han­delt es sich bei den »Grü­nen« um eine lin­ke Partei.

Doch den etwas tie­fer Bli­cken­den kann es eigent­lich nicht über­ra­schen, daß die Umwelt­be­we­gung über­wie­gend rech­te und nicht lin­ke Wur­zeln hat – ist es doch ein Merk­mal rech­ter Welt­sicht, sich zu den eige­nen Tra­di­tio­nen und damit auch zur eige­nen Hei­mat zu bekennen.

Zur Hei­mat gehört aber nicht zuletzt die Natur, der sie und ihre Kul­tur erst ent­wach­sen sind.

Hei­mat, Natur, Land­schaft waren aber gera­de der klas­si­schen Lin­ken voll­kom­men fremd. Karl Marx sprach ver­ächt­lich vom »Idio­tis­mus des Landlebens«.

Für die Schön­heit der Natur, aber auch für ihre Gefähr­dung durch die Indus­tria­li­sie­rung hat­te die Lin­ke zumeist kei­nen Blick. Ihr Blick war ganz woan­ders­hin gerich­tet – nach Utopia.

Ers­te Spu­ren zu einem Hei­mat- und Natur­schutz las­sen sich in Deutsch­land bis weit ins 19. Jahr­hun­dert zurück­ver­fol­gen. Bereits 1834 hat­te Preu­ßens Königs­haus unter dem Druck der Öffent­lich­keit den Dra­chen­fels im Sie­ben­ge­bir­ge mit Umland gekauft und unter Schutz stel­len lassen.

Neu­en Zünd­stoff bekam der Gedan­ke des Hei­mat­schut­zes nach der Reichs­grün­dung von 1871, weil nun Indus­trie und Ver­städ­te­rung nicht mehr nur die Groß­städ­te, son­dern auch zuse­hends das fla­che Land bestimmten.

Die sozia­le Nivel­lie­rung aller Lebens­be­rei­che zer­stör­te immer mehr loka­le und regio­na­le Tra­di­tio­nen. So radi­kal waren die Ver­än­de­run­gen, daß sie sich nicht nur mit­tel­bar in den poli­ti­schen und sozia­len Struk­tu­ren aus­wirk­ten, son­dern auch ganz unmit­tel­bar im Aus­se­hen des Lan­des und der Ortschaften.

Als Vater des Hei­mat­schut­zes gilt der Kom­po­nist und Pro­fes­sor an der Ber­li­ner Hoch­schu­le für Musik Ernst Rudorff (1840 –1916). Rudorff war noch direkt von den Ver­tre­tern der Roman­tik ange­regt wor­den und hat­te, so schrieb der Kunst­wart anläß­lich sei­nes Todes, »deren Anre­gun­gen in die Tat umgesetzt«.

Im elter­li­chen Hau­se hat­te Rudorff Lud­wig Tieck, Schlei­er­ma­cher, Savi­gny und die Brü­der Grimm ken­nen­ge­lernt. 1880 erschien sein Auf­satz Über das Ver­hält­nis des moder­nen Lebens zur Natur, in dem er ein ers­tes Pan­ora­ma der Ver­än­de­run­gen und Ver­wüs­tun­gen der Land­schaft ent­fal­te­te, die auf die Indus­tria­li­sie­rung, vor allem aber auf die Moder­ni­sie­rung der Land­wirt­schaft zurück­zu­füh­ren waren.

Als 1897 sein Buch Hei­mat­schutz ver­legt wur­de, präg­te er damit einen neu­en Begriff; denn bis dahin war der Begriff »Hei­mat­schutz« nur im mili­tä­ri­schen Sinn ver­wandt wor­den. Rudorff woll­te die Bezeich­nung auch durch­aus als »Kampf­wort« ver­stan­den wis­sen, der Kampf soll­te hier aller­dings nicht gegen einen äuße­ren Feind, son­dern gegen eine inne­re Ent­wick­lung geführt werden.

Im ein­zel­nen wand­te er sich gegen schlecht pro­por­tio­nier­te Bau­ten, gegen Hotel­pa­läs­te in land­schaft­lich schö­nen Gebie­ten, gegen die hem­mungs­lo­se Erschlie­ßung von Natur­schön­hei­ten durch Stra­ßen- und Zahn­rad­bah­nen, gegen die immer auf­dring­li­cher auf­tre­ten­de Wer­bung und beson­ders gegen die Zer­stö­rung der her­kömm­li­chen klein­glied­ri­gen Land­schaft durch die Flur­be­rei­ni­gung und die damit ein­her­ge­hen­de Ver­nich­tung des Artenreichtums.

Über die Fol­gen, die ent­ste­hen, wenn der Mensch die Natur nur noch nach eben­so ein­sei­ti­gen wie kurz­sich­ti­gen Ren­ta­bi­li­täts­grün­den behan­delt, bes­ser miß­han­delt, schrieb Rudorff: »Das bun­te, anmut­hi­ge Land (wird) zu einem mög­lichst kah­len, glatt gescho­re­nen, regel­mä­ßig geviert­heil­ten Land­kar­ten­sche­ma umge­ar­bei­tet. (…) Ein ein­seit­hi­ges Her­vor­keh­ren der mate­ri­el­len Gesichts­punk­te, ein völ­li­ges Igno­rie­ren der idea­len ist längst in der Behand­lung aller hier­her gehö­ren­den Fra­gen an der Tagesordnung.«

Er for­der­te des­halb: »Die­ser Ein­sei­tig­keit müß­te end­lich ein Ende gemacht wer­den.« Als Besit­zer eines alten Sat­tel­ho­fes im Weser­lan­de hat­te Rudorff oft genug sein eige­nes Land gegen ent­stel­len­de Ein­grif­fe ver­tei­di­gen müssen.

Rudorffs Kri­tik an der Natur- und Hei­matz­er­stö­rung infol­ge der Indus­tria­li­sie­rung ent­sprang einer roman­tisch-wert­kon­ser­va­ti­ven Grundhaltung.

1900, drei Jah­re nach Rudorffs Schrift Hei­mat­schutz, erschien im Kunst­wart eine Arti­kel­rei­he mit dem Titel »Kul­tur­ar­bei­ten«. Ihr Ver­fas­ser, Paul Schult­ze-Naum­burg, setz­te sich dort in wei­tes­ter Form mit der Ver­än­de­rung unse­rer Umwelt seit der Indus­tria­li­sie­rung auseinander.

Nicht nur anhand der Gestalt von Haus und Gar­ten, Dorf und Stadt, son­dern auch anhand der Land­schaft zeig­te er den Wan­del; denn fast alles, was uns in Mit­tel­eu­ro­pa an Land­schaft umgibt, war schon damals nicht mehr ursprüng­li­che Natur‑, son­dern Kulturlandschaft.

Schult­ze-Naum­burg kon­sta­tier­te dabei eine schwin­den­de Gestal­tungs­kraft des Men­schen, die sich beim ein­fa­chen Haus­bau eben­so zeigt wie beim gro­ßen, die Umwelt prä­gen­den Landschaftsbild.

Die­se Ver­häß­li­chung der Welt beleg­te er mit einer umfang­rei­chen Foto­samm­lung, in der er »Bei­spiel« und »Gegen­bei­spiel« ein­an­der gegen­über­stell­te. Er ver­wen­de­te dabei Bil­der einer damals noch häu­fi­ger vor­zu­fin­den­den har­mo­ni­schen Welt, denen er Fotos von häß­li­chen Gestal­tun­gen des Indus­trie­zeit­al­ters gegenüberstellte.

In der sich aus­brei­ten­den Häß­lich­keit sah Schult­ze-Naum­burg nicht nur ein ästhe­ti­sches Pro­blem, son­dern zugleich ein öko­lo­gi­sches. Umwelt­ver­schmut­zung und Umwelt­ver­häß­li­chung bil­de­ten für ihn nur die zwei Sei­ten ein und der­sel­ben Medail­le: Der Mensch, der in Har­mo­nie mit sei­ner Umwelt lebe, wir­ke auch gestal­te­risch har­mo­nisch auf sie ein – und umgekehrt.

Auch das Pro­blem des Arten- und Kul­tu­renster­bens und der damit ver­bun­de­nen Aus­brei­tung einer lebens­feind­li­chen Mono­kul­tur wird in den Kul­tur­ar­bei­ten bereits angesprochen.

Dabei war Schult­ze-Naum­burg kein Maschi­nen­stür­mer, er wuß­te die prak­ti­schen Errun­gen­schaf­ten einer Indus­trie­ge­sell­schaft durch­aus zu schät­zen. Aber er for­der­te schon eine Art Tech­nik­fol­ge­ab­schät­zung und erkann­te, daß die Gestal­tung der Umwelt nicht vor­ran­gig einem kurz­sich­ti­gen Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus über­las­sen blei­ben dürfe.

Der mit Schult­ze-Naum­burg befreun­de­te Maler Lud­wig Bart­ning äußer­te 1929 über die zwi­schen 1901 bis 1917 auch als neun­bän­di­ge Buch­rei­he erschie­ne­nen Kul­tur­ar­bei­ten, daß sie nicht zuletzt fol­gen­de Fra­ge enthielten:

»Was kann, was wird, was soll der Mensch, aus­ge­rüs­tet mit unge­heu­ren neu­en Maschi­nen­kräf­ten, aus dem Land machen, das sei­ne Hei­mat ist?« Und er fährt fort: »Das ist kei­ne Kunst­fra­ge mehr, son­dern eine Schick­sals­fra­ge aller­größ­ten Ranges!«

Ernst Rudorff wand­te sich, nach­dem er die ers­ten Bän­de der Kul­tur­ar­bei­ten ken­nen­ge­lernt hat­te, an Schult­ze-Naum­burg, um ihm eine enge Zusam­men­ar­beit vor­zu­schla­gen. Bald dar­auf lud ihn Schult­ze-Naum­burg zu sich auf sei­nen Land­sitz in Saal­eck ein, wor­auf­hin sich zwi­schen bei­den eine lebens­lan­ge Freund­schaft entwickelte.

Rück­bli­ckend auf die Begeg­nung ver­trau­te Schult­ze-Naum­burg sei­nen »Lebens­er­in­ne­run­gen« an: »Er war an die drei­ßig Jah­re älter als ich, was aber nicht hin­der­te, daß wir nach weni­gen Stun­den wie alte, ver­trau­te Bekann­te waren, die sich rest­los verstanden.«

Nicht zuletzt das enge Zusam­men­wir­ken von Rudorff und Schult­ze-Naum­burg führ­te 1904 zur Grün­dung des »Deut­schen Bun­des Hei­mat­schutz«, der in der Zeit vor dem Ers­ten Welt­krieg eine brei­te gesell­schaft­li­che Ver­an­ke­rung fand. Zum Vor­sit­zen­den wur­de Schult­ze-Naum­burg gewählt.

Aus der Sat­zung, die sich der Bund gab, wird deut­lich, wie weit er sei­ne Auf­ga­ben faß­te: »Der Zweck des Bun­des ist, die Deut­sche Hei­mat in ihrer natür­li­chen und geschicht­lich gewor­de­nen Eigen­art zu schüt­zen. Das Arbeits­feld des Bun­des teilt sich in fol­gen­de Gruppen:

  • Denk­mal­pfle­ge;
  • Pfle­ge der über­lie­fer­ten länd­li­chen und bür­ger­li­chen Bauweise;
  • Erhal­tung des vor­han­de­nen Bestandes;
  • Schutz des Land­schafts­bil­des ein­schließ­lich der Ruinen;
  • Ret­tung der ein­hei­mi­schen Tier- und Pflan­zen­welt sowie der geo­lo­gi­schen Eigentümlichkeiten;
  • Volks­kunst auf dem Gebie­te der beweg­li­chen Gegenstände;
  • Sit­ten, Gebräu­che, Fes­te und Trachten.«

Ver­gleicht man die­se rech­te Umwelt­be­we­gung mit der heu­te vor­herr­schen­den lin­ken, so fällt auf, wie ganz­heit­lich ers­te­re aus­ge­rich­tet war.

Ihr ging es nicht nur um Schad­stoff­wer­te oder Arten­schwund, son­dern um die Ein­be­zie­hung der gesam­ten Umwelt, zu der sie auch den Men­schen und sei­ne Kul­tur­leis­tun­gen rech­ne­te: Tier und Pflan­ze, Haus und Hof, Stadt und Land. Nicht nur die Arten­viel­falt, son­dern auch die Kul­tu­ren­viel­falt und damit letzt­end­lich die »Hei­mat­viel­falt« soll­ten bewahrt werden.

Denn die Gefahr einer her­auf­zie­hen­den glo­ba­len Mono­kul­tur war nicht nur Schult­ze-Naum­burg, son­dern auch Rudorff und ande­ren Hei­mat­schüt­zern bewußt.

Des­halb rück­te bei ihnen auch der Mensch selbst stär­ker in das Blick­feld: Schließ­lich galt sei­ne Ver­wur­ze­lung mit der ihm ange­stamm­ten Erde als bes­te Vor­aus­set­zung dafür, daß er kei­ne Wüs­te­nei errich­te­te, son­dern eine von viel­fäl­ti­gem Leben pul­sie­ren­de Kulturlandschaft.

Hei­mat­schutz, Ernst Rudorff, Schult­ze-Naum­burg – das sind nur eini­ge Namen, die bele­gen, daß die Öko­lo­gie­be­we­gung rech­te Wur­zeln hat. Vie­le ande­re Namen lie­ßen sich noch hinzufügen:

Her­mann Löns etwa, der um den Erhalt der Lüne­bur­ger Hei­de kämpf­te, oder der mit Her­mann Hes­se befreun­de­te schwä­bi­sche Dich­ter Lud­wig Finkh, des­sen Ein­satz es zu ver­dan­ken ist, daß im Hegau der Vul­kan­berg des Hohen­stof­feln nicht abge­baut wurde.

Schließ­lich sei an Lud­wig Kla­ges erin­nert, des­sen Auf­satz Mensch und Erde (1913) eine der radi­kals­ten Ankla­gen gegen das Prin­zip »Fort­schritt« und den Aus­rot­tungs­feld­zug gegen die Natur darstellt.

Und hor­ri­bi­le dic­tu: Das Drit­te Reich war nicht nur braun, son­dern auf­grund sei­nes bio­lo­gisch aus­ge­rich­te­ten Welt­bil­des als ers­ter moder­ner Indus­trie­staat auch grün.

So wur­de wäh­rend die­ser Ära erst­mals umfas­send der Schutz der Natur durch das Reichs­na­tur­schutz­ge­setz vom Juni 1935 und durch die Natur­schutz­ver­ord­nung vom März 1936 gere­gelt. Schüt­zens­wer­te Pflan­zen und Tier­ar­ten, bedeu­ten­de Natur­denk­ma­le sowie Natur­schutz­ge­bie­te soll­ten in ihrer Gesamt­heit erhal­ten bleiben.

In der kur­zen Zeit­span­ne des Drit­ten Rei­ches ent­stan­den etwa 700 Natur­schutz­ge­bie­te. Aus­ge­spro­chen »braungrün« war auch der mit Schult­ze-Naum­burg näher befreun­de­te Reichs­bau­ern­füh­rer und Minis­ter für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft Richard Walt­her Darré.

Er trat eben­so für den Erhalt der viel­ge­stal­ti­gen bäu­er­li­chen Lebens­welt ein wie für eine öko­lo­gisch aus­ge­rich­te­te Landwirtschaft.

Auch nach dem Zwei­ten Welt­krieg kamen die Öko­lo­gen nicht von links, son­dern von rechts.

Fried­rich Georg Jün­ger lös­te mit sei­nem Buch Die Per­fek­ti­on der Tech­nik (1946) die ers­te gro­ße Debat­te über die Tech­ni­sie­rung der Lebens­welt in West­deutsch­land aus.

Selbst der Kampf gegen die Atom­kraft ging von rech­ter Sei­te aus. So beschwor der am 25. Juni 1960 unter der Lei­tung des stei­ri­schen Forst­ver­wal­ters Gün­ter Schwab gegrün­de­te »Welt­bund zum Schutz des Lebens« auch aus­drück­lich die Gefah­ren einer »fried­li­chen« Atomkernspaltung.

Dane­ben ver­stand sich der Bund als »Akti­ons­ge­mein­schaft zur Erhal­tung gesun­der Lebens­grund­la­gen für Natur, Land­schaft, Tier und Mensch«. Sogar bei der Grün­dung der »Grü­nen« spiel­ten Rech­te ursprüng­lich eine ent­schei­den­de Rolle:

Hier sei zunächst auf den eher bür­ger­li­chen, der tech­no­kra­ti­schen CDU ent­flo­he­nen Her­bert Gruhl ver­wie­sen, der mit sei­nem Öko-Erfolgs­buch Ein Pla­net wird geplün­dert: Die Schre­ckens­bi­lanz unse­rer Poli­tik (1975) der 1979 gegrün­de­ten Par­tei ein geis­ti­ges Grund­la­gen­werk vorlegte.

Von rechts stamm­te auch Deutsch­lands lan­ge Zeit bekann­tes­ter Öko­bau­er, Bal­dur Spring­mann, und nicht zuletzt August Hauß­lei­ter, Mit­be­grün­der der »Grü­nen«, der 1979 als einer ihrer drei gleich­be­rech­tig­ten Spre­cher gewählt wurde.

Hauß­lei­ter war zuvor in der »Deut­schen Gemein­schaft« (DG) und seit 1965 in der »Akti­ons­ge­mein­schaft Unab­hän­gi­ger Deut­scher« (AUD) poli­tisch aktiv gewe­sen. Die AUD war die ers­te bun­des­deut­sche Par­tei, die sich ein öko­lo­gi­sches Pro­gramm gege­ben hatte.

Hauß­lei­ter, Spring­mann und Gruhl wur­de es inner­halb der »Grü­nen« nicht leicht gemacht – ent­we­der sie muß­ten ihre Ämter nie­der­le­gen oder sie wur­den schlicht­weg aus der Par­tei hinausgeekelt.

Die­se über­zeug­ten Öko­lo­gen wichen schließ­lich den sta­li­nis­ti­schen Kadern aus den K‑Gruppen, die sich in gro­ßer Zahl in die neu­ge­grün­de­te Par­tei ein­schleus­ten. Zwar hat­ten die­se nichts mit Öko­lo­gie zu tun, wit­ter­ten aber in dem The­ma ihre gro­ße Chan­ce, doch noch poli­ti­sche Kar­rie­re machen zu können.

Der SPD-Poli­ti­ker Peter Glotz schrieb 1989 in sei­nem Buch Die deut­sche Rech­te, die­se habe sich mit dem The­ma Öko­lo­gie »einen wich­ti­gen Teil ihrer Kron­ju­we­len klau­en lassen«.

Daß es so weit kam, mag an eige­ner Dumm­heit gele­gen haben, aber in ers­ter Linie doch an der macht­po­li­ti­schen Bedeu­tungs­lo­sig­keit und damit auch an der Wehr­lo­sig­keit der Rechten.

Nun lagern die »Kron­ju­we­len« bei einer Par­tei, bei der das The­ma Öko­lo­gie in vie­lem nur auf­ge­pfropft ist; denn zahl­rei­che Her­zens­an­lie­gen der »Grü­nen« sind lin­ke Her­zens­an­lie­gen, wel­che nicht nur nichts mit Öko­lo­gie zu tun haben, son­dern die­ser wider­spre­chen: Ega­li­ta­ris­mus, Femi­nis­mus, Homo­ehe, Quo­ten­dik­ta­tur, Zer­set­zung orga­nisch gewach­se­ner Fami­li­en­struk­tu­ren, Natio­nal­ma­so­chis­mus, Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung, Mas­sen­ein­wan­de­rung, Mul­ti­kul­tu­rel­le Gesellschaft.

So hal­ten Tritt­brett­fah­rer mit einem natur­wid­ri­gen Men­schen­bild das The­ma Öko­lo­gie besetzt.

Die »Grü­nen« sind Groß­stadt­pflan­zen, Kin­der des Asphalts, nicht der Natur. Ganz im Gegen­satz zu den genu­in rech­ten Öko­lo­gen: Ernst Rudorff, Paul Schult­ze-Naum­burg, Her­mann Löns, Lud­wig Finkh, Fried­rich Georg Jün­ger, Bal­dur Springmann …

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