Es gibt keine Mauern, außer man baut sie.

Dieser Beitrag erscheint heute nicht nur auf der Sezession im Netz. Abgetippt und eingespeist wurde er in der echten sachsen-anhaltischen Sezession: am Rittergut Schnellroda. Seit mehr als 3 Wochen lebe, lerne und arbeite ich nämlich hier, wie all jene wissen, die mir auf Twitter oder YouTube folgen (Instagram sei hier nur in Klammern erwähnt um konservative Puristen nicht noch mehr gegen mich aufzubringen).

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

Gra­fi­ken und Tex­te erstel­len, abend­li­ches Sin­gen, Fern­seh­in­ter­views, Heu ein­brin­gen, Dem­obe­su­che, Hei­deg­ger-Debat­ten, Lite­ra­tur-Vlogs, Aktio­nen – alles auf­zu­zäh­len, was ich erlebt habe bräuch­te wohl min­des­tens 3 Blog-Ein­trä­ge. Jetzt neigt sich die­ses „Prak­ti­kum als Regime Chan­ge Agent“ dem Ende zu, und unse­re Kam­pa­gne gelangt heu­te an ihr Ziel und Ende: die Land­tags­wahl 2016, die durch Ein Pro­zent die sichers­te aller Zei­ten wer­den soll.

Es wäre falsch zu sagen, dass mir die Initia­ti­ve „Mer­kel auf die Fin­ger schau­en“, von Anfang an voll zusag­te. Eigent­lich war mir die­se Art des „Akti­vis­mus“, die vor allem Logis­tik, Lob­by­is­mus und lan­ge Sky­pe-Sit­zun­gen bedeu­tet, eher fremd. Mich zieht es auf die Straße.

Doch der Ein­blick, den ich in die gut geöl­te Maschi­ne­rie der „Power­bu­de“ (Götz Kubit­schek) “Ein Pro­zent” bekam, ist für mich von größ­tem Wert. Und – ich durf­te eine ech­te poli­ti­sche „Kam­pa­gne“ des rech­ten Lagers in Deutsch­land miterleben.

Der Begriff Kam­pa­gne kommt von latei­ni­schen „cam­pus“, dem Feld, und bedeu­te­te letzt­lich den „Feld­zug“. Es ist eine Ope­ra­ti­on, eine „Bewe­gung im Raum“, mit einem kla­ren Ziel, einem Zeit­plan, limi­tier­ten Res­sour­cen und feind­li­chen Akteu­ren. Seit dem 17. Jahr­hun­dert, ent­lehnt von den als „cam­pai­gns“ bezeich­ne­ten Som­mer­sit­zun­gen des eng­li­schen Par­la­ments, wird der Begriff auch für poli­ti­sche und „zivi­le“ Aktio­nen ange­wandt. Zen­tral ist dafür die Bün­de­lung aller Kräf­te und Poten­tia­le auf ein Ziel, einen Slo­gan und einen Erfolg.

„Mer­kel auf die Fin­ger schau­en“ ver­ein­te als Paro­le die Poten­tia­le von vie­len Akti­vis­ten, Gra­fi­kern, Logis­ti­kern. Ins­ge­samt zogen wir die Kräf­te der patrio­ti­schen Gegen­öf­fent­lich­keit (COMPACT, Sezes­si­on, bis Anony­mous), der Patrio­ti­schen Par­tei und der patrio­ti­schen Akti­ons­grup­pen in Deutsch­land zusammen.

Die­ser Pro­zess der Ver­ei­ni­gung und Zusam­men­bal­lung ist für mich auch der gehei­me Erfolg der sehr erfolg­rei­chen Kam­pa­gne. Neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le wur­den gegra­ben und wich­ti­ge meta­po­li­ti­sche Reak­ti­ons­mus­ter ein­ge­übt, die bald reflex­ar­tig funk­tio­nie­ren könn­ten. Kurz: das patrio­ti­sche Lager in Deutsch­land wird kam­pa­gnen­fä­hig. Ich durf­te in die­sem wich­ti­gen Augen­blick im Schnell­ro­da­er Zen­trum, mit Götz Kubit­schek, Jür­gen Elsäs­ser, Phil­lip Stein und vie­len ande­ren vor­ne mit dabei sein.

Die­ser Ent­wick­lungs­schritt kommt genau im rich­ti­gen Augen­blick und kei­nen Monat zu spät. Mit dem Ein­set­zen des büro­kra­ti­schen Not­wehr­re­fle­xes (begin­nend mit der „No Way Kam­pa­gne“ der Öster­rei­chi­schen Regie­rung) und dem wohl bald von AfD-Wahl­er­fol­gen besie­gel­ten Ende des Will­kom­mens­wahn befin­det sich unser Lager in einer wich­ti­gen und ambi­va­len­ten Situa­ti­on. Ambi­va­lent im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes: näm­lich am Scheideweg:

Wer­den wir stark, einig und zum ech­ten Fak­tor, der in dies „Nas­sehi-kon­ser­va­ti­ve“ Pha­se vor­stößt, über­all nach­setzt und sie als Avant­gar­de vor­an­treibt, oder blei­ben wir außen vor? Oder schlim­mer: wer­den wir gar zum Bau­ern­op­fer für eine Pseu­do-Rech­te, die uns als Nar­ren­saum und Schmud­del­kin­der „abstößt“ um sich in die war­me Mit­te der Gesell­schaft ein zu schlei­men. Das alles ent­schei­det nur unse­re eige­ne Kraft. Es wird uns nichts geschenkt werden.

Jetzt geht es dar­um einen “abwar­ten­den Akti­vis­mus”, der stets nur auf eine erhoff­te “Ver­schlim­me­rung der Lage” schielt und gar auf einen zwei­ten grö­ße­ren Asyl­an­sturm war­tet, abzu­le­gen und selbst zur Akti­on überzugehen.

Ich bin froh und stolz dar­auf, dass Iden­ti­tä­re Akti­vis­ten aus Deutsch­land und Frank­reich hier wirk­lich ihrer Rol­le als Avant­gar­de nach­ge­kom­men sind. Wo Mon­tag­auf­mär­sche und ‑umzü­ge all­mäh­lich zum Stra­ßen­bild gewis­ser Deut­scher Städ­te gehö­ren, muss der Rah­men des Mach­ba­ren aus­ge­wei­tet wer­den. Über die rein sym­bo­li­sche Kon­front­ra­ti­on hin­aus müs­sen dem Rechts­bruch und dem Gro­ßen Aus­tausch ech­te, phy­si­sche Gren­zen gesetzt werden.

1. Eine sol­che Gren­ze set­zen hal­len­ser Iden­ti­tä­re in der Nacht von 10. auf 11. März mit ihrem „Aus­län­der­wall“ gegen die Aus­län­der­wahl. Das Ver­eins­haus des Mul­ti­kul­ti-Ladens „LAMSA“ der in ganz Sach­sen-Anhalt eine unsäg­li­che „Aus­län­der­wahl“ insze­nier­te und selbst als „Wahl­lo­kal“ die­nen soll­te, wur­de kur­zer­hand zuge­mau­ert. Das „No Way“, die har­te Paro­le, wel­che die Aki­vis­ten auf die har­te Zie­gel­mau­er spray­ten, ist die ers­te kla­re Gren­ze, die Ille­ga­len Ein­wan­de­rern ent­ge­gen­ge­setzt wur­de, seit sie euro­päi­schen Boden betra­ten. Ein Akt des zivi­len Unge­hor­sams zur Wah­rung des Rechts, der im Unstaat Mer­kels, mei­ner Ansicht nach nicht nur legi­tim son­dern auch legal ist. Weg vom dif­fu­sen und nach­voll­zieh­ba­ren in den Weg Stel­len in Claus­nitz braucht die­ser zivi­le Unge­hor­sam eine kla­re Form.

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2. Und ges­tern Mor­gen trie­ben 130 Akti­vis­ten der fran­zö­si­schen Genera­ti­on Iden­ti­taire die­se neue Form der Zivil­cou­ra­ge auf die Spit­ze. Um 7 Uhr 30 beset­zen sie 3 Brü­cken, die neur­al­gi­sche Punk­te der sogen­an­ten „Migran­ten­rou­te“ nach Calais dar­stel­len. Bar­ri­ka­den wur­den errich­tet. Im bei­ßen­den Rauch von bren­nen­den Auto­rei­fen und Trä­nen­gas hiel­ten die Akti­vis­ten die Blo­cka­de stun­den­lang gegen die Ein­satz­kräf­te auf­recht. (Typisch für die stil­vol­le und detail­ver­lieb­te fran­zö­si­sche Frak­ti­on: die Aktiohn war von gel­ben Ton­nen mit Lamb­da und ein­heit­li­chen blau­en Schutz­hel­men streng in der iden­ti­tä­ren „Cor­po­ra­te Iden­ti­ty“ gehalten.)

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„Solan­ge die Poli­ti­ker sich wei­gern unse­re Völ­ker zu schüt­zen und die Gren­zen unse­res Lan­des und Euro­pas wie­de sichern, wer­den sie erle­ben, dass das Volk auf die Bar­ri­ka­den geht. So wie heu­te mor­gen in Calais. Denn es ist unser Land!“, so die Akti­vis­ten in ihrer schrift­li­chen Erklärung.

Die­se muti­ge und spek­ta­ku­lä­re Tat ist eine kla­re Aus­wei­tung der Akti­ons­zo­ne. Sie steht jedoch nicht für sich, son­dern ist, von der recht­zei­ti­gen Pres­se­mel­dung, über das Akti­ons­vi­deo, bis zur Peti­ti­on zur Frei­las­sung der Inhaf­tier­ten Teil einer straff orga­ni­sier­ten Kampagne.

Auch in Deutsch­land wächst die Bereit­schaft und vor allem die Fähig­keit zu ech­ten Gren­zen, zu geplan­tem und orga­ni­sier­ten Han­deln und zur Ver­ei­ni­gung aller Kräf­te im patrio­ti­schen Lager.

Die Reak­ti­on eines befreun­de­ten Iden­ti­tä­ren auf die Bil­der aus Frank­reich, „das müs­sen wir auch machen“, ist kei­ne Ein­zel­mei­nung, son­dern zeigt den Hun­ger zu grö­ße­ren Taten, der 2015 gewach­sen ist. Mit “Ein Pro­zent”, mit der lau­ten patrio­ti­schen Gegen­öf­fent­lich­keit und mit der stil­len und finanz­kräf­ti­gen Unter­stüt­zung zehn­tau­sen­der Deut­scher hat die akti­vis­ti­sche Speer­spit­ze erst­mals eine ech­te Mas­se hin­ter sich, die sie nicht nur auf­fan­gen wird, son­dern auch vor­schie­ben kann.

Der „akti­vis­ti­sche Mus­kel“ ist geschult, die Ver­net­zung und Kam­pa­gnen­fä­hig­keit so gut wie nie. Wir wer­den nicht auf eine „wei­te­re Ver­schlim­me­rung“ der Lage, nicht auf das fort­ge­setz­te Ver­sa­gen der Poli­tik war­ten. Wir wer­den selbst Fak­ten set­zen und ange­mes­sen reagie­ren (damit sind kei­ne wei­te­ren Mon­tags­de­mos gemeint). Wir hof­fen auf kei­ne wei­te­re „Kri­se“ von außen. Wir selbst müs­sen die wah­re und ent­schei­den­de Kri­se für die Poli­tik der Mul­ti­kul­tis werden.

Denn: es gibt kei­ne Mau­ern außer man baut sie.

Martin Sellner

Martin Sellner ist Kopf der österreichischen Identitären Bewegung.

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Kommentare (30)

Thomas Wawerka

13. März 2016 16:21

Was singt ihr denn so abends?

Kositza: Oft ist es so, daß sich jeder am Tisch ein Lied wünscht. Die Kinder wünschen meist was Wildes (Jörg von Frundsberg o.ä.), mein Klassiker ist das Scholl-Lied "Schließ Aug und Ohr".

Hanns

13. März 2016 16:39

NO WAY !!!
Das ist ein ermutigender Anfang. Ebenso die Aktionen in Frankreich!
Das muß in Deutschland auch gehen und unverzüglich in die Wege geleitet werden.
Nach den mindestens 20 % für die AfD in Sachsen-Anhalt wird es jetzt losgehen! Sezession ist angesagt.

Die kranken Menschen in Baden-Württemberg mit Ihren 30 % für die pädophilen Grünen wird die Geschichte unter die ewig gestrigen und verwirrten Gutmenschen einordnen!

Ihnen, lieber Martin Sellner, alles Gute weiterhin. Sie könnten mit die deutsche Geschichte eingehen.

Fredy

13. März 2016 16:53

Ich lebe in einer völlig anderen Welt. Trotzdem habe ich schon viel Aktivisten kommen und gehen sehen. Die mit der größten Vision und dem beständigsten Rausch sind im schwarzen Loch verschwunden. Wenn dort welche wieder rausgekrabbelt sind, dann nur um auf der Seite des Gegners wieder aktiv zu werden. Einen Langstreckenlauf sollte man nie Vollgas laufen, und bei aller Euphorie nicht den Blick auf reale Gegebenheiten völlig verkennen und sich und die seinen überschätzen. Dass ich auch immer nörgeln muss.

Andreas Walter

13. März 2016 16:55

Wo ist denn das Problem? Wir haben in Deutschland genügend technisch hochkompetente Unternehmen, die diese Aufgabe problemlos bewältigen können, auch an unseren Grenzen.

https://www.youtube.com/watch?v=W9pMwl1av3s

Darum verstehe ich auch Frau Merkels Aussage und die anderer Vertreter unserer Bundesregierung nicht, wieso das nicht machbar sein sollte. Saudi Arabien gestehen sie das ja auch zu.

Winston Smith 78699

13. März 2016 17:18

Es ist an der Zeit, dass semipoluläre Leute untertauchen, zu Phantomen werden, Mythen bilden. (Vorbilder also im Sinne von Eibl-Eibesfeldt.) Das geht nicht zusammen mit der Inszenierung von Gemütlichkeit aufm Rittergut. Letztere spricht auch Passivität bei den Lesern an und gibt nicht das Signal raus, dass es auf jeden ankommt. Da wäre das Abschalten von Sezession indirekt noch aktivierender. Ich sag das jetzt zum dritten Mal und es wird nicht freigeschalten. Völlig in Ordnung. Bitte dann aber diesmal auch nicht.

Die Öffentlichkeit merkt das performative Signal, auch enn das nicht jedem Einzelnen klar ist.

Entweder es ist Krieg und Widerstand tut not oder man häkelt und töpfert weiter.

Natürlich könnte das in Wirklichkeit sogar zusammengehen, aber nicht in den archetypischen Kategorien der Leute. Das läuft unbewußt.

Signal momentan: Solange die noch zwischen ihren Büchern sitzen und von der Familie bloggen, kann kein Krieg sein. Wozu also im Widerstand aktiv werden?

Rutger Wolfmann

13. März 2016 19:49

Wo retrospektiv war der zivile Ungehorsam als es 2008 um die Finanzkrise ging oder perispektiv wo es um die massive Wert(aus)schöpfung der deutschen Bauern durch die noch wenig verbliebenen großen Handelsketten geht. Xenophobie als politischer (wobei der Begriff Politik i.S. Göhlers an dieser Stelle völlig deplatziert ist), Islamophobie als gesellschaftlicher und Soziophobie als persuasive Ausprägung verweisen auf starke, fast schon infantile Filterformen die eine schon pathogene Reduktion für was? aufweisen – für eine ipsative Selbstdarstellung?
Eine Nachbemerkung sei mir gestattet: Bevor man in diesem kleinsophistisch-kathektischen Raum wieder zu den reflexartigen Verbalitäten metrischer Zuweisungen von links oder rechts greift – um Orientierungspropositionen zur Hand zu haben – für meine Person steht eine weite Öffnung und Zirkelfreiheit.

Winston Smith 78699

13. März 2016 20:26

Natürlich relativiere ich meinen vorherigen Kommentar angesichts des Ergebnisses für Sachsen-Anhalt. Da tun sich andere Möglichkeiten auf, Mitgliedschaft hin oder her. Gratutation! Reihen schließen, die brauchen jetzt Redenschreiber.

Valjean72

13. März 2016 20:58

Vielen Dank für diesen positiv kämpferischen und zur Aktion weisenden Beitrag!

Oder schlimmer: werden wir gar zum Bauernopfer für eine Pseudo-Rechte, die uns als Narrensaum und Schmuddelkinder „abstößt“ um sich in die warme Mitte der Gesellschaft ein zu schleimen.

Vorhin habe ich kurz Frauke Petry im TV vernommen, als sie für mein Dafürhalten die AFD zu sehr in unmittelbarer Nähe zu CDU und FDP verortete, quasi als bürgerliche Schwesterpartei. Bei allem Respekt aber das allein kann es nicht sein!

Grau

13. März 2016 21:37

"Nein" statt "No Way" hätte es auch getan.

Nansen

13. März 2016 22:16

Glückwunsch!!!!!!

Thomas Friedrich aka Friedfertig

13. März 2016 23:07

Neben vielen anderen wurde ein von Herrn Sellner hier angesprochener Aspekt im SiN-Forum mehrfach aus unterschiedlichen Richtungen, mit ganz unterschiedlicher Tendenz diskutiert.

Letztlich möchte ich es so nennen: engagiertes Abwarten oder Handeln?

Meine Meinung: Herr Sellner benennt es (auch) hier absolut richtig.

"Jetzt geht es darum einen “abwartenden Aktivismus“, der stets nur auf eine erhoffte „Verschlimmerung der Lage“ schielt und gar auf einen zweiten größeren Asylansturm wartet, abzulegen und selbst zur Aktion überzugehen."

thotho

13. März 2016 23:09

Ja, nur weiter so! Finde es toll, was die Rechte zunehmend imstande ist, zu leisten.

Winston Smith 78699

14. März 2016 02:40

@ Rutger Wolfmann

Wo retrospektiv war der zivile Ungehorsam als es 2008 um die Finanzkrise ging

Bei den NGO's, die sich das auf die Fahnen geschrieben haben? Bei den Parteien? Oder stimmt da jetzt etwa was nicht?

oder perispektiv wo es um die massive Wert(aus)schöpfung der deutschen Bauern durch die noch wenig verbliebenen großen Handelsketten geht.

Bei den NGO's, die sich das auf die Fahnen geschrieben haben? Fairtrade, Tierschutz, Verbraucherschutz? Und bei den Grünen und den Piraten und der SPD und irgendeiner Bauernpartei und anderen Vereinen (Bauernverband?), die sich als für sowas zuständig erklären?

Reicht Ihnen das nicht, was von dort kommt? Ja, stimmt dann etwa irgendwas im System oder in der Gesellschaft nicht, wenn es Zuständige mit Alleinvertretungsanspruch gibt, die nichts tun oder scheinbar was tun, aber nichts bewirken ... oder gar das Gegenteil tun? Wenn ja und man sich betrogen fühlt im große Stil, und wenn viele Leute all dies scheinbar gar nicht mitkriegen - oder es nicht verstehen (können), wenn man es erklärt -, dann muss doch viel fundamentaler was faul sein. (Auch unterhält Aldi doch noch kein Medienimperium oder kontrolliert die Bildung der Kinder, oder?)

Vielleicht mal anfragen bei jenen radikalen Linken, die das Ganze anzweifeln und das Manifest vom kommenden Aufstand schreiben? Moment, denen geht's um das trostlose Hamsterrad von Konsum und Ausbeutung und die wollen's zerstören und die Konzernherrschaft gleich mit. Umsturz, Weltkrieg, Anarchie als Lösung. Aufregend - aber hat es eine Chance? Und kann man es als Agenda verfolgen oder muß es letztlich von selbst eintreten? Und überleben meine Kinder das? Und werden nicht diese Propheten in manchen Feldern von dem, was in D. staatlicherseits passiert, bereits links überholt? ...

Zu den psychischen Beweggründen: mag sein oder auch nicht (und das ist sonstwo auch nicht anders), aber dafür gibt's doch regulativen Diskurs. Eigentlich ein alter Hut das, ebenso wie das mit der Selbstdarstellung - ein Reizthema auch für mich. Aber mit Marketing und psychologischen Unumgänglichkeiten hat das natürlich auch was zu tun, oder? Wenn Sie Vorschläge haben, wie das ohne jede Inszenierung geht, ist man bestimmt aufgeschlossen dafür. Bei den Linken und irgendwelchen Graswurzeln macht man sich jedenfalls recht ausgiebig zum Affen, um Aktivisten anzusprechen, und dort ist mit Sicherheit die größere Erfahrung darin. Minimalistisch-puristische Askese ist in der Altersgruppe in der Breite einfach nicht sexy, das sind keine Kartäuser. Besser mit Bier und Rock'n Roll - und die Antifa weiß das auch nur zu gut.

Oder hab ich Sie mißverstanden?

Direkte Aktion

14. März 2016 07:36

Ja, genau. Die politische Rechte muss endlich bundesweit und flächendeckend kampagnefähig(er) werden.
Anti-Asyl-Demos und Anti-Merkel-Demos haben in den letzten Monaten gezeigt, dass wir das ganz gut hinkriegen; aber da ist natürlich noch Luft nach oben.

Aber ich bin optimistisch. Es ist uns mit Fleiß und analytischem Denken gelungen das patriotische Lager zu stärken und angesichts der Asylkatastrophe auch zu einigen.
Wir haben im Internet und auf der Straße viel erreicht, wir haben Netzwerke geschaffen, die weit über AfD und Pegida hinaus in vielen Bereichen wirken.
Bereiche, die in die Fußballszene (Ultras, Hooligans), als auch in die Wirtschaft, in Polizei, Bundeswehr und staatliche Stellen, in den Querfrontbereich gehen,(wo einem Elsässer und seiner COMPACT-Truppe große Verdienste zukommen) der es auch ermöglichte, viele Linke auf unsere Seite zu ziehen, bis in den deutlich radikaleren rechten Bereich.

Gerade dessen Hunger auf Aktionismus hat viele Dinge auf der Straße erst ermöglicht. Und dadurch wiederum fühlten sich konservative Wutbürger erst ermutigt, sich AUCH auf die Straße zu trauen. Das ist dann wie ein Dominoeffekt, wie ein Schneeballsystem, das immer stärke wird und am Ende hoffentlich dieses System zum Einsturz bringt. Wir lassen uns nicht mehr auseinanderdividieren in konservative und radikalere Kräfte; wir alle sind für den Erhalt von Volk und Nation; deshalb agieren wir auch gemeinsam!

All die vielen kleinen Demonstrationen täglich in so vielen Städten, dazu die großen Montagsdemos von Pegida mit Zehntausenden seit über 16 Monaten ununterbrochen, zeigen wie zäh und stark wir sind. Sie haben gehofft, unser Widerstand würde erlahmen und einschlafen. Nix da!
Jetzt gilt es weiter aktiv zu werden unsere Netzwerke noch weiter mit Metastasen zu versehen, auf der Straße und im Netz noch aktiver zu werden und Merkel keine Ruhepause zu gönnen.

18 (!!!) Direktmandate für die AfD in S-A. Dazu in SA zu den rund 25% für die AfD noch 3,2 % NPD-Stimmen! Was für eine ungeheure Wut muss da kochen!
Im roten R-Pfalz aus dem Stand 13 %, in BaWü sogar 15,1 % für die AfD, dazu noch Stimmen für mehrere kleinere Rechtsparteien! Das scheppert gerade den Antideutschen ordentlich um die Ohren! Eine Wohltat!

Jetzt darf die AfD aber nicht zu bürgerlich werden! Sie muss dezidiert deutsche Interessen vertreten ohne Wenn und Aber und koste es was es wolle. Denn dafür wurde sie gewählt!!!

Rutger Wolfmann

14. März 2016 09:04

Meine Herren,

es scheint für manche hier fast schon existensbedingend sein sich als "Rechte" selbst zu deklarieren (für die "andere Seite" ebd. als "Linke").

Was ist das, ein Orientierungshilfe im Leben weil am Ende das "Nichts" wartet, weil wir wie es Ingeborg Bachmann einmal schrieb wir den Abschied erworben haben, weil der Mensch wie Benn schreibt gegen den Staub betet. Die "Neue Rechte" als apolitische Transformation der Zeugen Jehovas?
"Ja, nur weiter so! Finde es toll, was die Rechte zunehmend imstande ist, zu leisten." schrieb mein Vorkommentator - was weiter so, das wegen xenophobischer Reflexe die enteristisch moderierten Menschen, die zu feige sind ihre Probleme im Büro eines politischen Abgeordneten vorzubringen sich auf sozial schwächer gestellte Menschen stürzen und so das einzigste politische Instrumentarium bedienen was ihnen verbleibt: Das Kreuzchen setzen und ohne diese Transgression das blieben was sie schon vorher (und auch nachher) waren und sind - eine politische und ökonomische Verwertungsmasse.

Schopi

14. März 2016 09:08

…manchmal entlarven sie sich selbst, vollkommen ungeschminkt.

Zitat aus dem Leitartikel im Neuen Deutschland von heute (Wahl"analyse")

...Die rechtspopulistische Partei will zum Beispiel Museen, Orchester und Theater in Sachsen-Anhalt laut Wahlprogramm dazu verpflichten, einen positiven Deutschland-Bezug zu fördern. »Das ist genau das, was wir glücklicherweise überwunden haben«, sagte Zimmermann….

Bulko

14. März 2016 10:20

@Hanns
Klar,zu viele "Kranke Menschen" in BaWü - aber in Pforzheim AfD mit 54 Stimmen und zwei Direktmandaten vorn.In unserem kleinen Dorf im verschlafenen Kraichgau immerhin 20 Prozent.Habe mit meiner Frau mitgezählt.Ein junger Mann war auch noch dabei,den wir gar nicht kannten.Hallo einprozent, wie wäre es mit einem Aufruf an Plakatierer,Flyer -Verteiler und Wahlbeobachter ,an alle, die mitgeholfen haben,zu einem Umtrunk, damit wir uns zumindest hier im Ort einmal kennen lernen und aus der Vereinzelung heraus kommen?

Der_Jürgen

14. März 2016 10:22

@Rutger Wolfmann

Statt Ihre exorbitant profunde Kenntnis rarer Fremdwörter ostentativ und süffisant zu demonstrieren (hier noch sechs Fremdwörter, die Sie in Ihren Kommentaren nicht unterzubringen vermochten), täten Sie gut daran, klar und deutlich auszudrücken, was Sie zu sagen haben.

@Direkte Aktion @Valjean 1972
Sie treffen mit Ihren Kommentaren ins Schwarze. Es hinterlässt ein sehr ungutes Gefühl, dass sich Frauke Petry die AFD als bessere bürgerliche Alternativ anzupreisen versucht. Ich halte es für durchaus möglich, dass diese Frau nun versuchen wird ,der AFD die Fänge zu ziehen und sie zu einer Pseudo-Opposition zu machen.

Deshalb dürfen die Nationalisten/Identitären/Rechten sich keinesfalls auf diese Partei verlassen. Dort agieren nämlich leider nicht lauter Björn Höckes. AFD wählen? Ja, unbedingt, auch wenn dem einen oder anderen von uns eine radikalere Partei näher stehen mag. In die AFD eintreten, um dort für eine Radikalisierung zu wirken? Ja. Doch parallel dazu heisst es auf die Strasse gehen und radikale Aktionen wie die von Martin Sellner geschilderten unternehmen. (Selbstverständlich keine Gewalt gegen Menschen, ausser zur Selbstverteidigung.)

Ein fundamentaler, von Sellner ebenfalls angeschnittener Punkt: Selbst wenn wider alles Erwarten dieses Jahr keine Immigrantenströme mehr kommen sollten, darf man dem System keine Atempause gönnen. Sogar eine totale Schliessung der Grenzen (zu der das System ohnehin nicht fähig ist) wäre nicht ausreichend. In Deutschland gibt es mittlerweile Millionen kulturfremder Ausländer, die nicht hierher gehören und - so human, wie es nur geht - in ihre Heimatländer zurückgeführt werden müssen.

Eisenhans

14. März 2016 11:16

§ Rutger Wolfmann

" Bevor man in diesem kleinsophistisch- kathekischen Raum wieder
zu den reflexartigen Verbalitäten metrischer Zuweisungen...."
Ist das Realsatire oder ipsative Selbstdarstellung ?
Fragen über Fragen.

deutscheridentitärer

14. März 2016 11:36

Ein fundamentaler, von Sellner ebenfalls angeschnittener Punkt: Selbst wenn wider alles Erwarten dieses Jahr keine Immigrantenströme mehr kommen sollten, darf man dem System keine Atempause gönnen. Sogar eine totale Schliessung der Grenzen (zu der das System ohnehin nicht fähig ist) wäre nicht ausreichend.

Das ist wohl die wichtigste Frage - das Gedächtnis der Leute ist kurz.

Wenn dieses Jahr der Migrationsstrom ungebrochen anhält, also sagen wir 1-2 Millionen Migranten, bleibt die Lage weiter in Bewegung.

Aber momentan scheint es ja so, als ob man die Balkanstaaten jetzt die Folgen der Einladungspolitik tragen lassen will und sich so durchwurschtelt.

Bran

14. März 2016 12:10

Schöne Aktionen, die Sellner da beschreibt. Da kommt die Sehnsucht aus vergangenen Tagen auf, wieder mal im Tränengasnebel aktionistisch zu sein und den lieblichen Duft brennender Barrikaden einzuatmen.

Rutger Wolfmann: Wenn man so ein enteristisch moderierter Mensch ist, tut das sehr weh? Und wo? Und wieso stürzt man sich dann auf sozial schwächer gestellte Menschen? Kann man dann keine Contenance mehr wahren? Fragen über Fragen...

Winston Smith 78699

14. März 2016 12:38

@ Rutger Wolfmann

Meinen Sie das jetzt ernst oder als Satire? Falls Sie ehrlich durch den Wahlsonntag erschüttert sind und aus Ihrer Sicht die Welt retten wollen, dann entschuldigen Sie bitte im Voraus meinen spöttischen Unterton.

.... weil am Ende das „Nichts“ wartet, ...

Ich komme gerade nicht ganz mit. So, als ob es kein Morgen gäbe und keine Kinder und Enkel, für die man eine lebenswerte Welt zu erhalten Verantwortung trägt, agieren doch aber gerade eher die anderen, die oft Kinderlosen, welche quasi als Staatskult ein Konglomerat aus systematischer Verdummung, aggressiver Homphilie, Genderismus, per positiver Diskriminierung (affirmative action) zu blankem Betrug pervertiertem "Gerchtigkeits"-Feldzug und zugleich der dazu widersprüchlichen Anbiederung an die totalitäre Unterwerfungs-Politreligion usw. propagieren.

die zu feige sind ihre Probleme im Büro eines politischen Abgeordneten vorzubringen [...] und so das einzigste politische Instrumentarium bedienen was ihnen verbleibt: Das Kreuzchen setzen

Jo, das nennt sich Demokratie und Wahlgeheimnis. Was haben Sie dagegen? Die diese Einrichtungen in Anspruch nehmen, werden ihre Gründe dafür haben, derentwegen das wohl mal erfunden worden ist. (Ich stelle mir gerade Ihr mutmaßliches Gegenmodell vor und lande entweder bei bei Thing-Versammlungen oder bei so was Vorzivilisatorischem wie politischem Faustrecht.) Wenn Sie alle, die nicht die von Ihnen geforderten Offenbarungs-Stunts hinlegen können oder wollen, als feige beschimpfen, dann haben Sie offenbar noch nicht die Gewalt des Systems schmecken müssen.

... enteristisch moderierten Menschen ... sich auf sozial schwächer gestellte Menschen stürzen ...

Nachweise dieser Behauptungen würden mich jetzt interessieren. Nutzen Sie doch bitte das Archiv und die Suchfunktion. Aber bitte was Signifikantes finden, nicht irgendein vereinzeltes Beispiel im erstaunlich pluralistischen Kommentarbereich, den Sie dabei kennenlernen werden.

Dabei wird sich Ihnen auch Überraschendes zeigen zu Ihren Behauptungen über Xenophobie und Soziophobie und zur "existenzbedingenden" Selbstdefinition. Zur von Ihnen ohne Nachweis diagnostizierten Islamophobie: jemandem dies vorzuwerfen, halte ich heutzutage für fragwürdig. Aber sind Sie überhaupt an Diskurs interessiert?

Andreas Törner

14. März 2016 12:39

"Ipsative Selbstdarstellung"? Ach was, der Rutger ist doch nur ein "besorgter Bürger", der in der "Höhle des Löwen" zur Selbstberuhigung kluge Fremdwörter vor sich hinpfeift, weil ihm langsam schwant, wo der eigentliche "Angstbürger" sitzt, der bei einer wachsenden Zahl "aufgeklärter" Realitätsverweigerer immer vernehmlicher von innen gegen die eigene Stirn klopft...

Desprecio

14. März 2016 12:52

@ "Der Jürgen" und

@ "Eisenhans"

Meine Anerkennung und meinen ausdrücklichen Dank für Ihre Antworten an "Rutger Wolfmann" !

Wie schön und ausdrucksvoll kann doch unsere deutsche Sprache sein,
sofern man sie nicht mit sinnentleerter Scheinbildung verunstaltet !

Hugo Brandenburger

14. März 2016 13:08

Der "gepflanzte Baum" muss Früchte tragen und harte Winter überstehen. Nur dann wird der denkende Mensch ihn nicht der Erde entreißen. Doch bedenken wir er brauch Wasser, Sonnenlicht und Erde um zu gedeihen.
In diesem Sinne "Ziel erkannt, Kraft gespannt"(Heinrich von Stephan)!

Milarepa

14. März 2016 13:09

Über den Wolken....

Rutger Wolfmann

14. März 2016 14:57

Vielleicht hebt man die Zensur doch noch auf:

Vielleicht auch nicht, Mädels! Ende Gelände, E.K.

Rutger Wolfmann

14. März 2016 16:01

Herr Kubitschek,

lassen Sie meine "ostentativen" Kommentare "durch" - ihre "Jünger" bleiben standhaft und zerpflücken mich doch sowieso - es ging mir letztlich nur darum ein kleines Fensterchen in den engen Korridoren hier zu öffnen.

Im Grunde hatte ich etwas mehr als nur personenbezogene Polemik erwartet - aber wie in allen politischen, religiösen und sozialen Foren (und "dahinter" liegenden hierarchischen Kollektiveinheiten) bleiben die Perspektiven eng und die Konformitäts-, Kontingenz- und Konsensualisierungenmechanismen hoch.

Caroline

14. März 2016 17:22

Gestern wieder was über mich gelernt: "Globalisierungsfeiglinge" seien die AfD-Wähler in Wirklichkeit, so der CDU-Generalsekretär in den ARD beim Versuch, die für ihn völlig rätselhafte Motivation, warum Menschen AfD wählen, zu ergründen. In der Tat fürchte ich mich anders als der muntere Sekretär vor der Globalisierung, aber "feige", je nun ...

Rutger Wolfmann

14. März 2016 17:58

Werter Herr "Smith",

da die Freischaltungen hier Stunden dauern führt ein Diskurs ins Leere, leider. Wir hätten aber zuallererst unsere völlig verschiedenen Bedeutungszuweisungen kalibrieren müssen, denn wir schreiben wegen der unterschiedlichen Gewichtungen unserer Begriffe fast völlig aneinander vorbei - wobei Sie auch gerade jene Verdiktisierung (

systematischer Verdummung, aggressiver Homphili

e)vornehmen, die Sie mir vorwerfen. Aber, wie geschrieben, eine dermassen zeitverzögerte Kommunikation macht da alles zunichte - vielleicht müsste ich meine Mailadresse freigeben?.
Mich hätte eines nur interessiert: Welche diachronen Lebensereignisse haben einen Menschen wie Sie zu solch einer, ich wage doch zu behaupten, phobischen Weltsicht gekommen sind - in einen stimme ich mit ihnen überein: "Das läuft unbewußt." Die Nichtreferentalität bestimmt zu fast 99% die neuronal-reentranten Verfahren.

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