Zwei Kleinigkeiten: Pegida und Café Schnellroda

Mitte der Woche - da war etwas (Pegida) und da kommt etwas (Café Schnellroda). Zu beidem gibt es ein paar Details zu sagen, ...

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

zu ers­tem Unschö­nes, zum Café dage­gen etwas Appe­tit­an­re­gen­des. Aber zunächst Pegida:

Man weiß als wohl­wol­len­der Beglei­ter des Dresd­ner Demons­tra­ti­ons­bünd­nis­ses, daß Tat­ja­na Fes­ter­ling, die Front­frau neben Lutz Bach­mann, dort seit Mit­te April nicht mehr auf­trat und nicht mehr betei­ligt war. Sie initi­ier­te statt­des­sen ein eige­nes Bünd­nis, “Fes­tung Euro­pa”, und wur­de dar­in zunächst noch von Pegi­da unterstützt.

Nun aber ist der Ofen aus, genau­er: Er ist es wohl schon seit Mit­te April, aber nun haben wir Nicht-Insi­der das mit­ge­teilt bekom­men, und zwar über Mopo24 oder n‑tv. Noch genau­er: Ich weiß es irgend­wie schon seit Mon­tag­abend. Die Umstän­de sind nicht schön, und weil ich und “Ein Pro­zent” nun als Schleif­chen drum­her­um­ge­wi­ckelt wer­den sol­len, muß ich den Sach­ver­halt doch kurz chro­no­lo­gisch darstellen:

Am Mon­tag, den 6. Juni rief mich Lutz Bach­mann qua­si von der Pegi­da-Büh­ne her­un­ter an und frag­te, ob »Ein Pro­zent« etwas gegen die Bil­der­ber­ger in Dres­den pla­ne. Ich sag­te, daß mir nichts bekannt sei, daß ich aber bei Phil­ip Stein nach­fra­gen und gege­be­nen­falls gleich zurück­ru­fen wür­de. Stein hat­te nichts geplant, also kam von mir kein Rückruf.

Bach­mann hat den­noch ver­kün­det, »Ein Pro­zent« wür­de etwas machen. Stein und ich wun­der­ten uns sehr, berie­ten kurz und kamen zum Schluß, Bach­manns Eigen­wil­lig­keit zu igno­rie­ren und bei dem Ent­schluß zu blei­ben, gar nichts zu machen.

Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag nun rief mich Lutz Bach­mann wie­der an und frag­te, was er der Men­ge sagen sol­le: »Ein Pro­zent« habe ja nun doch nichts gemacht. Ich kri­ti­sier­te sei­nen unab­ge­spro­che­nen Allein­gang und schrieb ihm drei Punk­te auf. Wört­lich aus mei­ner mail:

1. Der Ver­an­stal­tungs­ort war abge­schirmt wie eine Fes­tung: Man bräuch­te für eine spek­ta­ku­lä­re Akti­on pro­fes­sio­nel­le Akti­vis­ten wie die von Green­peace – aber sol­che Leu­te hat »Ein Pro­zent« nicht – noch nicht.
2. Vor der Sperr­zo­ne Pla­ka­te hoch­zu­hal­ten und eine Paro­le zu rufen: Das hät­te für uns nichts gebracht, und das haben ande­re sowie­so gemacht.
3. »Ein Pro­zent« kon­zen­triert sich auf das Kon­kre­te vor Ort: unter ande­rem auf den Auf­bau klei­ner Akti­vis­ten­grup­pen, die in der Lage sind, soge­nann­te »Jeder­mann-Aktio­nen« durch­zu­füh­ren wie die der­zeit lau­fen­de: “Hei­mat im Blind­flug”.

Bach­mann bas­tel­te aus dem zwei­ten Punkt die Aus­sa­ge, am Zaun zu ste­hen und Pla­ka­te hoch­zu­hal­ten sei »sinn­frei«. Das aber waren nicht mei­ne Wor­te und nicht die von »Ein Pro­zent«, und ich sehe uns nun instru­men­ta­li­siert gegen Tat­ja­na Fes­ter­ling und “Ed den Hol­län­der”, die ja – kei­nes­wegs sinn­frei – mit ihren Pla­ka­ten und Paro­len am Zaun vor der Bil­der­ber­ger-Kon­fe­renz standen.

Der­lei Instru­men­ta­li­sie­run­gen kann ich auf den Tod nicht aus­ste­hen. Ich habe schon die Ankün­di­gung Bach­manns ohne unse­re Rück­mel­dung nicht ver­stan­den, nun sehe ich da kla­rer. Die Kon­se­quenz: Phil­ip Stein, »Ein Pro­zent« und ich betei­li­gen uns nur, wenn sau­ber und ehr­lich gear­bei­tet und gespielt wird. Punkt.

– – – – –

Blöd das, gell? Nun aber das Schö­ne: Am Sams­tag und Sonn­tag ist ja Kon­greß in Schnell­ro­da, mit einem aus der Zeit gefal­le­nen, sehr inter­es­san­ten The­ma. Wer sich ganz spon­tan noch anmel­den will: hier gehts lang.

Und: Unser Café Schnell­ro­da ist ab 14 Uhr für jeder­mann geöff­net, also auch für Gäs­te, die nicht zum Kon­greß blei­ben möch­ten. Man kann im Café

  • Kaf­fee trin­ken und Kuchen essen,
  • Gesprä­che führen
  • Bücher betrach­ten und kaufen
  • Bier, Saft und Wein trin­ken und
  • die ers­ten druck­fri­schen Exem­pla­re mei­nes end­lich erschie­ne­nen Buches Die Spur­brei­te des schma­len Grats signiert erwer­ben.

Also: Kommt’s, kauft’s, sauft’s.

 

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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