Sezession
17. Juni 2016

Immer und immer wieder: Divide et impera!

Gastbeitrag / 46 Kommentare

von Felix Ludwig

Der Vefassungsschutz ein Werkzeug der Altparteien? Diese Frage wurde in den letzten Wochen immer wieder in allen Medien aufgegriffen. Hans-Georg Maaßen, der Präsident des VS, gab bisher eine (halb-)klare Ansage: die AfD wolle man nicht beobachten, schließlich sei es nicht die Aufgabe des VS, den Steigbügelhalter für die Interessen der aktuellen Machthaber zu spielen.

Eine gewisse Erleichterung machte sich breit, zumindest von dieser Instanz seine Absolution erhalten zu haben. Was aber mit der Identitären Bewegung?

Glaubt man den Systemmedien, dann handelt es sich bei der patriotischen Jugendbewegung um Rechtspopulisten, Rechtsextreme, Rechtsradikale, Neofaschisten oder Neonazis – die Einordnung wird völlig willkürlich vorgenommen, ohne jegliche sachliche Auseinandersetzung. Den Vogel schießt im übrigen hierbei „Die Welt“ ab, die am 15. 5. 2016 behauptet, dass man diese „Neonazis“ dran erkennen könne, dass man bei ihnen nichts Nazistisches finde. Das nennt man in der Fachsprache „psychotisch“ - das nur am Rande.

Wenn also nun diese Wahrheitspresse sich anschickt, darüber zu entscheiden, wer als rechtsextrem gilt und wer als patriotisch oder konservativ, dann hat sie damit die Definitionsmacht, zumindest im öffentlichen Diskurs. Das spiegelt sich an der Identitären Bewegung lediglich wider.

Es geht also um mehr als nur die Identitäre Bewegung, nämlich um das Problem der Distanzeritis. Oder anders: dem schnell aufkommenden Gedanken, sich von seinen Freunden trennen zu müssen, damit man in den Augen anderer gut dastehe. Sagt zumindest der politische Gegner...

Dabei bleibt die Definition von „rassistisch“ etc. möglichst diffus, und das soll auch so sein. Sinn und Zweck ist es, rechte Politiker in eine Haltung des Rechtfertigens zu pressen, denn das kommt beim Wähler als eine Haltung des Unterordnens an. Geht man darauf ein, so spürt der Souverän instinktiv die Rum-Eierei. Mit fatalen Folgen, wahrscheinlich der Nicht-Wahl. Dabei liegen die Wählerstimmen wahrscheinlich doch eher in den Nicht-Wählern als in der Mitte.

Wie geht man nun damit um?


 Gastbeitrag

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Kommentare (46)

Der Gutmensch
17. Juni 2016 08:33

Naja, Politik lebt nunmal davon, dass man in Verkaufsargumenten redet und dem anderen in die Suppe spuckt.

Unangenehm wird es an der Stelle, da man die Bevölkerung selber schamlos mit diesen Keulen bearbeitet, also ein Machtgefälle ausnutzt; wie sollte sich denn die Bevölkerung eigentlich wehren, außer mit "Lügenpresse"-Rufen? Es verursacht mir echten Widerwillen, wenn ich lesen muss, welche Ressentiments gegenüber der Bevölkerung kultiviert werden. Das ist kaum wieder gutzumachen.

Und - erfreulicher Weise, da funktioniert wieder alles - das versucht auch niemand: Die AfD hat schon unter Henkel offen ihre Einstellung gegenüber den eigenen Wählern zum Ausdruck gebracht. Personalien können, wie wir nun wissen, nichts daran ändern.

Auch eine APO in irgendeiner Form gibt es nicht, die kann es hier wohl auch nicht geben. Wer sich daraus Kapital schlagen will, dass bestimmte Dinge unscharf blieben und diese für sich vereinnahmt, will jedenfalls auch nichts Neues.

quarz
17. Juni 2016 08:58

Das ärgert mich auch immer wieder: wenn Politiker, sobald ihnen vom Gegner ein strategisches Buh-Reizwort vorgesetzt wird, ängstlich in die Defensive gehen, über das Stöckchen springen, das man ihnen hinhält, und mit dieser Beugung vor dem Gesslerhut die Souveränität über ihr Anliegen aus der Hand geben. Manche haben diese Distantits sogar so internalisiert, dass sie bereits ohne Schlüsselreiz als Präambel zu einer Stellungnahme quasiliturgisch abläuft.

Wer sich seinen Standpunkt klar überlegt hat und die Argumente für diesen Standpunkt für stichhaltig befunden hat, der sollte auch den Mut haben, diesen Standpunkt geradeheraus zu vertreten und zu verteidigen und nicht beim erstbesten Buhwort einzuknicken und den Büßer zu spielen. Souverän vorgetragen macht nämlich wenig so viel Eindruck wie ein klares "ja, natürlich", wo der Gegner ein schreckhaftes Zurückweichen vor einer "Wollen Sie etwa ... "-Frage erwartet hat.

Wenn er hingegen diese Klarheit über seinen eigenen Standpunkt noch nicht gefunden hat, dann soll er sich nicht öffentlich als Wortführer einer Diskurspartei präsentieren, denn dann ist er billiges Futter für seine Gegner und schadet nur seinem Anliegen.

Siddharta
17. Juni 2016 09:29

An einer Stelle macht es sich der Autor etwas einfach: Antisemitismus müsse "natürlich" außen vor bleiben. Aber wer bestimmt, was "antisemitisch" ist? Richard Wagner und Martin Luther waren sicherlich Antisemiten, aber ist es auch ein Wissenschaftler, dem kein methodischer Fehler nachzuweisen ist, wenn er strafbewehrte Offenkundigkeiten in Frage stellt? Wie steht es um einen Politiker, der die "besondere Verantwortung" für den Jüdischen Staat in Abrede stellt und ein Ende der Rüstungsexporte befürwortet? Vielleicht könnte man die Causa Gedeon auch dazu nutzen, solche Fragen zu klären, anstatt sich nur von einer Person abzugrenzen.

Nordlaender
17. Juni 2016 09:54

"Dabei bleibt die Definition von „rassistisch“ etc. möglichst diffus, und das soll auch so sein. Sinn und Zweck ist es, rechte Politiker in eine Haltung des Rechtfertigens zu pressen, denn das kommt beim Wähler als eine Haltung des Unterordnens an."

Rassismus ist der kollektive Selbsterhaltungstrieb eines Volkes. Der Wille zum eigenen Leben und das Bestreben, sich über seinen Nachwuchs zu tradieren, ist nun aber dermaßen normal (gewesen), daß es dafür Jahrtausende überhaupt keine Bezeichnung gegeben hat.

Aus welcher Ecke die Denunziation des Behauptungswillens weißer Völker kommt, läßt sich unschwer recherchieren:

https://books.google.de/books/about/Racism.html?id=wiMSAQAAIAAJ&redir_esc=y

Ich kassandriere mal: Wenn im Kinderland nun Tag für Tag das Hortspiel "Gaaaanich (Rassist) .... säälber" betrieben wird, kann damit allenfalls erreicht werden, daß sich Gehirnträger und -Verwender verzweifelt ganz ins Private zurückziehen.

eulenfurz
17. Juni 2016 10:02

Das eigene Weltbild sollte in Diskurs und Propaganda zukünftig mehr moralischen Maximen unterliegen, denn vernünftig-rationalen / fernliegenden (Metapher vom Untergang des Abendlandes) oder individuell-egoistischen ("die nehmen uns die Arbeitsplätze weg").

Die buntgetünchte Trostlosigkeit der Massengesellschaft, abstumpfende Unterhaltungsverblödung, Entwurzlung usw. vs. Kultur, Selbstverantwortung, Heimat usw. ... Eigentlich ist es ein leichtes Unterfangen, die "Mitläufer der Auflösung" moralisch in die Enge zu treiben, ohne dabei zwangsläufig als "Rechter" eingeordnet zu werden.

Als Hinweis vielleicht noch: Gern erkennen die Spürabteilungen der Machthaber (potentielle) Gegner an deren "Codewörtern", wie etwa "Systemmedien". Es war die "FAZ", welche kürzlich dem AfD-Meuthen vorwarf, er würde "Kartellparteien" sagen, um nicht den durch den NS belasteten (?) Begriff "Systemparteien" benutzen zu müssen:

Wie sehr er mit Anti-System-Ressentiments Politik machen will, zeigt sein Vorschlag, statt von „Systemparteien“ doch besser von „Kartellparteien“ zu sprechen. Antiparlamentarisch und antidemokratisch sind beide Bezeichnungen, „Kartellparteien“ lässt sich nur nicht so einfach in den Reden der Nazis finden.

Die Bezüge zum NS werden von den Propagandaabteilungen der Machthaber überall hergestellt, allerdings kann dieser Spieß auch umgedreht werden.

Nordlaender
17. Juni 2016 10:40

@ eulenfurz

"Die Bezüge zum NS werden von den Propagandaabteilungen der Machthaber überall hergestellt, allerdings kann dieser Spieß auch umgedreht werden."

Jeder kann jedem den Schnäuz über die Oberlippe bappen: "Koran-Nazis", "Antifa-SA", "Grammatik-Nazi", "Maas-Goebbels", "Gartennazi", "rotlackierte Faschisten" usw.

Die Hauptsache dabei ist doch, SEIN Reich wird aufrechterhalten, denn ER ist als schlechthinniger Teufel der gesamten Weltgeschichte das Zentrum des Programmes Weiße Schuld. Niemand eignet sich so gut dafür, die monströse Agenda der Westlichen Wertegemeinschaft, alle unsere weißen Staaten zu zerschlagen, alle unsere weißen Völker auszulöschen, zu relativieren wie ER.

Wahnfried
17. Juni 2016 10:41

Wie erkennt man laut Verfassungsschutz den Verfassungsfeind?
- Er verwendet intellektuelle Sprache
- Er begeht keine Straftaten
- Er tritt öffentlich auf
- Er ist kein Nazi.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article155362459/Neonazis-die-so-tun-als-wenn-sie-keine-waeren.html

Arminius Arndt
17. Juni 2016 10:47

Eine politische Partei, die mehr als nur gerade über 5% anstrebt, muss sich leider auch mit dem Problem auseinandersetzen, dass es eben Leute gibt, die Mitglieder sind und die ihr eher schaden, als nützen und daher aus der Partei entfernt werden müssen. Dabei das rechte Maß zu finden, ist naturgemäß sehr schwer. Dennoch ist es richtig, dass hier der eine oder andere knallhart entfernt und raus geworfen wird - eine Partei ist keine Veranstaltung, die alle umarmen und aufnehmen kann, dass liegt in der Natur der Sache (und im Ernstfall muss sich der einzelne Betroffene dann eben eine neue politische Heimat suchen, es gibt schließlich zig Parteien in Deutschland, die fast alles irgendwie abbilden). So etwas hat auch mit Spalterei und Distanzeritis absolut nichts zu tun, sondern ist nur Akt einer notwendigen Parteihygiene.

So finde ich, um einmal ein Bespiel zu nennen, welches nun hoffentlich keine ewige Seitendiskussion hier auslöst, den Rausschmiss eines Dr. Gedeon als absolut überfällig, da dieser Herr kein Mandat und keine AfD benötigt, um seine Gedankenwelt zu verbreiten und der AfD eindeutig mehr schadet, als nützt bzw. sich zudem auch nicht mehr auf dem Boden des Grundsatzprogramms der Partei bewegt.

Bei Vereinigungen, also nicht Einzelpersonen, und Bewegungen, die rein formal eher Richtung "ngo" gehen, wie es die Identitären sind, hat es eine Partei meiner Meinung nach deutlich leichter, da sie sich rein formal erst einmal überhaupt nicht positionieren muss ("ist nicht unser Verein").

Hier kann sich dann auch wieder die Frage des Umgangs mit individuellen Personen stellen, wenn es bspw. personelle Überschneidungen, hier Aktivist bei der IB, dort gleichzeitig Mitglied der AfD, gäbe oder gibt. Aber auch hier wäre dass dann eine individuelle Betrachtung.

Die AfD ist mithin gut beraten, sich nicht treiben zu lassen, schon gar nicht durch die Medien und nur im Falle personeller Überschneidungen individuell zu entscheiden, wenn denn überhaupt dieser Einzelfall einen Anlass für eine Diskussion liefert, wobei aus meiner Sicht die IB insgesamt betrachtet vollkommen harmlos ist und kein Problem für die AfD darstellen sollte.

Die AfD muss und braucht nicht mit der IB zu kuscheln, da die AfD eigenständig ist und auch über einen eigenen Jugendverband verfügt - aber genauso braucht sie kein einziges Wort der Abgrenzung über die IB zu verlieren oder gar Einzelpersonen der IB pauschal und im Voraus die Mitgliedschaft in der AfD oder in ihrer Jugendorganisation verweigern.

PS: Bin weder Mitglied der AfD (noch sonst einer Partei) und auch nicht bei der IB.

Falkenauge
17. Juni 2016 10:50

Zitat:
"Dabei bleibt die Definition von „rassistisch“ etc. möglichst diffus, und das soll auch so sein."

Daher ist eine klare wissenschaftliche Begriffsbestimmung notwendig, mit der man sich hier ausrüsten kann:
https://fassadenkratzer.wordpress.com/2013/04/19/der-begriff-rassismus-und-seine-politische-instrumentierung/

cherusker69
17. Juni 2016 11:01

das Problem ist die Deutungshoheit der Medien über die Begriffe, davor hatte Franz Josef Strauss schon gewarnt. Das ist das Hauptproblem, sie bestimmen die Begriffe, ohne wenn und aber. Die Masse der Bevölkerung durchschaut das ganze noch nicht, auch wenn vieles schon aufgebrochen ist.. Die berühmte Nazikeule schreckt heute nicht mehr so viele Menschen wie früher, so zumindest mein Eindruck, trotzdem sind es noch zu viele die sich dadurch einschüchtern lassen.

Also was tun als Partei? Schliesslich will man ja Stimmen bekommen damit man überhaupt was bewegen kann. Zudem kommen ja noch die Anfeindungen ja sogar Übergriffe auf AFD Politiker durch die Antifa, die bekanntlich nicht harmlos sind. Wie geht man am besten vor, dass ist die Frage..Menschen neigen leider dazu oft den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen was natürlich auch nachvollziehbar ist..Ich hoffe das hier ein Lösung gefunden wird..Jeder muss das beste und das möglichste tun, jeder eben nach seinen Möglichkeiten

Heinrich Brück
17. Juni 2016 11:05

Deutsche Partei rettet das Abendland. Könnte als Zeitungsbrüller auf der Straße zum Verkauf angeboten werden. Eine Hauptschlagzeile.
Und wenn manche es so sehen: daß der Antisemitismus dort beginnt, wo die deutschen Interessen anfangen konkret zu wirken?
Rasse und Vermischung. Ein Vortrag, wartend auf dem Grunde der politischen Ablenkungen. In diesem Bereich wird der NS immer Gewehr bei Fuß stehen.

"Es verursacht mir echten Widerwillen, wenn ich lesen muss, welche Ressentiments gegenüber der Bevölkerung kultiviert werden. Das ist kaum wieder gutzumachen."

Ist es. Hat ein Engländer bewiesen. Und das System, meine schlichte Befürchtung, wird ein anderes Vorgehen nicht zulassen. Die Entmenschlichung wurde institutionalisiert, und diese Institutionen werden nicht friedlich weichen.
Natürlich kann ein friedlicher Versuch der IB nicht schaden. Beeindruckend. Und unterstützenswert.

Lars Waldgaenger
17. Juni 2016 11:15

Die AfD erscheint mir angesichts ihrer ängstlich distanzierten Haltung zum außerparlamentarischen patriotischen Lager (IB, Pegida) mehr wie eine FDP 2.0. Vermutlich werden auch deren Wahlergebnisse sich in ein paar Jahren angeglichen haben, falls die AfD nicht endlich ihre Position im Parteienspektrum deutlich rechts der Mitte erkennt und annimmt.

Winston Smith 78699
17. Juni 2016 11:30

Nur mit Mühe oder gar nicht kriege ich auseinander, wo auf Seite 2 die CSU, wo die CDU und wo die Union gement ist, ob mir der Autor mit der mangelnden Differenzierung etwas sagen will, und warum er dann plötzlich doch wieder differenziert.

Anmerken möchte ich inhaltlich, dass eine Voraussetzung hier nicht geklärt ist:

inwieweit es sich bei der mehrheitlichen Mitte in diesem Modell um ein starres Ding handeln soll, von dem man allenfalls Ränder abmeißeln und verteilen kann und das Ding auf diese weise verändern kann und um welches die Parteien als Steinmetze herumeiern, oder ob sich diese Mehrheit in Wirklichkeit auch selbst bewegen kann, von Mitte nach Rechts, weil sie etwas satt hat und beleidigt ist oder ... oder ....

Also: bewegt sie sich vielleicht wirklich oder redet man die Bewegung nur mit Umdefinitionen von Koordinatensystemen herbei (wie in der linearen Algebra) oder indem man als optische Täschung die Farbe eines Dings ändert, indem man die Umgebungsfarbe ändert? Nach letzterem klingt dieser Text für mich etwas, und diese Ansicht würde weitreichende Implikationen nach sich ziehen, ein ganzes pessimistisches Weltblld vielleicht.

Nordlaender
17. Juni 2016 12:04

@ Arminius Arndt

"Eine politische Partei, die mehr als nur gerade über 5% anstrebt, muss sich leider auch mit dem Problem auseinandersetzen, dass es eben Leute gibt, die Mitglieder sind und die ihr eher schaden, als nützen und daher aus der Partei entfernt werden müssen."

Zur Causa Gedeon: Ob jemand nun dafür sorgen will, daß eine Partei wie die AfD politikfähig wird oder zufällig Götz Aly heißt und als Historiker Erfolg haben will, als Richtlinie muß nur die zentrale und erste aller Fragen richtig beantwortet werden, dann kann man nichts verkehrt machen: "Is ist good for the ....?"

ariovist
17. Juni 2016 12:28

Nun, die AfD war und ist im wesentlichen eine "Systempartei", denn wer um die "bürgerliche Mitte" buhlen will, der buhlt um eben jene "konservative Mitte", die es wohl wissend aus Feigheit über Jahrzehnte zugelassen haben, daß dieses System mithilfe der "Gastarbeiter", heute sind es "Flüchtlings"-stöme, das deutsche Volk und darüber hinaus alle christlichen und germanischen Völker Europas zerstören kann. Ja, die sich nicht nur an der Etablierung einer hemmungslosen EU-Diktatur mit schuldig machten, sondern bis auf den heutigen Tag es zulassen, daß in diesem, der Humanität verpflichtetem Lande, jährlich 100.000 Menschen durch Abtreibung ermordet werden!!! Wer um diese "bürgerliche Mitte konservativer" Feiglinge buhlt, will selber nur an die "Fleischtöpfe Ägyptens", mit politischer oder gar Systemalternative hat das absolut nichts zu tun!!!!

Im Übrigen zeigen die aktuellen Zwistigkeiten innerhalb der nationalen Opposition, wie strategisch und politisch stümperhaft und dumm agiert wird. Anstatt mal aus den Fehlern der letzten 50 Jahre zu lernen, wird wie distanziert und ausgegrenzt, wenn die Systempresse die altbewährte "Nazi"-Keule schwingt - wie erbärmlich ist solch ein reflexartiges und andressiertes Verhalten für Leute, die doch angeblich Deutschland und Europa retten wollen????

(...)

Der_Jürgen
17. Juni 2016 12:54

Ein zwiespältiger Artikel. Vieles, was Felix Ludwig schreibt, stimmt natürlich voll und ganz, aber ich möchte in zwei Punkten Vorbehalte anmelden.

1) Das ganze Links-Rechts-Schmema ist überholt und wird den heutigen Realitäten längst nicht mehr gerecht. Nach diesem Schema ist ein Patriot/Nationalist/Identitäter "rechts" und ein Befürworter der sozialen Gerechtigkeit "links".

Einen Patrioten, der Befürworter des Manchester-Kapitalismus ist, kann ich mir nicht vorstellen, denn wer sein Volk liebt, muss wollen, dass auch seine einfachsten Angehörigen unter menschenwürdigen sozialen Verhältnissen leben und bei Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit etc. umfassend geschützt sind. Ebenso wenig kann ich mir vorstellen, dass ein Sozialist, dem das Wohl der arbeitenden Bevölkerung seines Landes am Herzen liegt, dessen Verdrängung durch aussereuropäische Migranten anstrebt. Also müssen wir selbstverständlich "rechts" und "links" zugleich sein. Das hat Jürgen Elsässer kapiert, der recht erfolgreich eine Querfront aus "Rechten" und "Linken" aufbaut.

(Wenn sich die Begriffe "rechts" und "links" auf das Menschenbild beziehen, wobei ein "Rechter" den Menschen so sieht, wie er IST, und ein "Linker" so, wie er SEIN SOLLTE, dann stehen wir natürlich rechts; daran gibt es nichts zu rütteln.)

2) Ludwig schreibt: "Dabei bleibt die Definition von 'rassistisch' möglichst diffus, und das soll es auch sein." Stimmt. Dasselbe trifft aber auch auf andere Totschlagvokabeln des Systems wie "antisemitisch" zu. "Antisemiten", fordert Ludwig, müssten natürlich ausgeschlossen bleiben. Aber wer ist ein Antisemit?

Wenn ein Antisemit jemand ist, der Juden aufgrund ihrer Abstammung hasst oder zumindest ablehnt - was logischerweise auch bedeutet, dass er einen Gerard Menuhin, einen Gilad Atzmon und einen Norman Finkelstein hassen oder ablehnen muss -, dann ist er ein Dummkopf und hat in unseren Reihen in der Tat nichts verloren. Doch das System und seine Lügenmedien erklären ja jeden zum "Antisemiten", der beispielsweise den Zionismus, die repressive Politik Israels gegenüber den Palästinensern, den Talmud oder die jüdische Geschichtsschreibung über die jüngste deutsche Vergangenheit kritisiert.

Das jüngste Beispiel ist der AFD-Abgeordnete Dr. Wolfgang Gedeon, der von der Lügenpresse zum "Antisemiten" ernannt wurde, weil er sich zu einigen historischen und politischen Themen anders geäussert hat, als nach den Geboten der Politcorrectness erlaubt ist.

Dass
@Arminius Arndt
den bevorstehenden Rauswurf von Dr. Gedeon aus der AFD-Fraktion billigt, finde ich bedauernswert, um einen schärferen Ausdruck aus Gründen der Höflichkeit zu vermeiden. Wenn sich die AFD von der Lügenpresse diktieren lässt, wen sie als Abgeordneten haben darf und wen nicht, hat sie schon verloren.

Das herrschende Parteienkartell strebt die physische Auslöschung der Deutschen an. Jeder, der dagegen Widerstand leistet, ist unser Verbündeter, solange er Gewalt weder anwendet oder befürwortet und nicht provoziert. Unter einer Provokation verstehe ich beispielsweise, bei einer Kundgebung den rechten Arm zu heben, nicht aber, wissenschaftliche Bücher über Zeitgeschichte zu schreiben. Mit Verlaub, Herr Arminius Arndt.

Der Gutmensch
17. Juni 2016 12:58

„Ich kassandriere mal: Wenn im Kinderland nun Tag für Tag das Hortspiel „Gaaaanich (Rassist) …. säälber“ betrieben wird, kann damit allenfalls erreicht werden, daß sich Gehirnträger und -Verwender verzweifelt ganz ins Private zurückziehen.“

Das zielt aber nicht (mehr) auf den erzwungenen Rückzug ins Private, der war doch schon lange erreicht, das ist schon seit zwei Jahren nicht mehr aktuell.

Aristoteles.
17. Juni 2016 14:04

@Nordlaender

"Wenn im Kinderland nun Tag für Tag das Hortspiel „Gaaaanich (Rassist) …. säälber“ betrieben wird, kann damit allenfalls erreicht werden, daß sich Gehirnträger und -Verwender verzweifelt ganz ins Private zurückziehen."

Das sehe ich genau umgekehrt:

- Antidemokraten sind die Lobbyisten der Bilderberger und TTIP-Ausschüsse
- Linksextremisten sind die Vertreter des BRD-Unrechtsstaats (gegen das GG)
- Kriegsextremisten sind die NATO-Befürworter und Truppen-ins-Baltikum-Verleger
- Rassisten sind die antideutschen Vertreter der Kartellparteien
- Antisemiten sind die 'No Border, No Nation'-Krakeeler
- Fremdenfeinde sind die Russland-Gegner im BRD-Lager
- Völkermörder sind die Völkervermischer

In der Diskussion erst einmal so weit gekommen zu sein, um zu sagen: "Säälber" ist schon ein Riesenschritt.
Danach immer wieder wiederholen ...

Andreas Walter
17. Juni 2016 14:40

https://www.youtube.com/watch?v=vFzDH8OvDqE

https://www.berliner-zeitung.de/berlin/protestaktion-kuenstler-wollen-fluechtlinge-tigern-zum-frass-vorwerfen-24238866

"„Ruch schreckt mit hyperrealistischen Aktionen die Politik auf. "[Es sind die Mittel des Theaters]", mit denen Ruch das politische Berlin erst vorführt und dann zum Handeln zwingt.
Für seine ,Handreichung‘ reicht ihm ein Theatersaal nicht aus: Ruchs Bühne ist ganz Berlin, und die Politik inszeniert er gleich dazu. Der gesellschaftliche Konflikt soll nicht nur detonieren, Ruch experimentiert auch mit dessen Lösung.“"
Die Welt

"Zwingt", "ganz Berlin", "[zum] detonieren".

https://www.politicalbeauty.com/Ruch_engl.html

Hoffentlich zwingt dich nicht mal jemand, Philipp.

„Wenn man das Wort ,Schönheit‘ gegen das Wort ,Politik‘ schlägt, erzeugt man den Funken für eine Revolution." Philipp Ruch

Ein wahrer Menschenfreund also, denn Revolution hat bisher immer tausendfachen Tod bedeutet.

"Zentrum für Politische Schönheit

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) ist eine Sturmtruppe[!] zur Errichtung moralischer[!] Schönheit[?], politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit[!]. Grundüberzeugung ist, dass die Lehren des Holocaust[!] durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln kann.
Das ZPS setzt auf Menschlichkeit als Waffe[!?] und gehört zu den innovativsten Inkubatoren [Brutstätten?] politischer Aktionskunst. Es steht für die erweiterte Form: Kunst muss[!] weh tun[?|, reizen und Widerstand leisten. In eine Begriffsallianz gebracht: aggressiven Humanismus[?]. Inszenierungen und Werke: GORKI Theater, Berlin Biennale, Theater Dortmund, Steirischer Herbst, NGBK, Theater Neumarkt."

https://politicalbeauty.de/Zentrum_fur_Politische_Schonheit.html

Phillip Ruch. Einer, der auch vor massloser Übertreibung und damit Lügen nicht zurückschreckt, um seinen Willen durchzusetzen:

https://www.politicalbeauty.de

"An der libyschen Küste ertrinken wieder[?] Hunderttausende[!?] Menschen." Ruch

Das Ideal der Aufklärung ist die Wahrheit, Phillip, und nicht die Lüge egal welcher Art oder Sache wegen.

Also Frage ich dich: Warum wirfst du dich nicht selbst den Tigern zum Frass vor, wenn deine erpresserischen Forderungen nicht erfüllt werden?

Und die hier alle gleich hinterher:

https://politicalbeauty.de/Kontakt.html

Wir brauchen also vor allem mehr Tiger, damit die armen Tierchen sich nicht den Magen verderben, Bauchschmerzen bekommen, angesichts von soviel "Großgesinntheit".

niekisch
17. Juni 2016 15:28

"probieren Sie doch was Neues, Herr Bystron: die Nazikeule! Fordern Sie Ihr Gegenüber dazu auf, zu beweisen, dass es selbst nicht rassistisch sei, oder rechtsradikal."

Nein, bitte nicht, bitte niemals. Denn es kann in der jetzigen Lage kein größerer Fehler gemacht werden als die Kampfmittel der Antideutschen noch zu kulminieren. Besser: erkennbar aus dem Herzen heraus die eigenen Begriffe und Werte aus Liebe zum Land und den Völkern betonen und mannhaft vertreten. Das beugt zugleich auch der Distanzeritis vor: an positivem Vortrag und Verhalten läßt sich der Kampfgefährte besser erkennen, bestärken und erhalten.

Hugo
17. Juni 2016 16:14

"Sinn und Zweck ist es, rechte Politiker in eine Haltung des Rechtfertigens zu pressen, denn das kommt beim Wähler als eine Haltung des Unterordnens an. Geht man darauf ein, so spürt der Souverän instinktiv die Rum-Eierei. Mit fatalen Folgen, wahrscheinlich der Nicht-Wahl."

So ging es mir, als ich vor kurzem das für beide Seiten blamable Gefecht "Gauland vs. Maas" beim üblichen MaischbergerWillIllnerLanz-Unfair-Zirkus des Zwangsgebührenfernsehens (ZGF) miterleiden mußte. Maas log impertinent und alle nickten "1 Mio 30 jährige Afghanen muß man doch nur ausbilden, dann paßt das schon" wogegen Gauland bereits mit dem ersten Satz - selbstverständlich eine Anschuldigung - ins "Rechtfertigungs-Aus" geschossen wurde. Leider haben die hochrangigen AfD-Politiker, so sehr ich deren Meinung auch teilen mag, keinerlei rhetorisches Geschick oder Training erhalten. Das ist schon betrüblich, da es unsere Sache Wählerstimmen kostet. Was mich dabei wirklich ärgert ist der Eindruck, sie würden ihre Hausaufgaben nicht machen. Da bedarf es einiger unangreifbarer Faktenspickzettel und dann steht ganz schnell der linke Angreifer als der Depp da, der er ist. Stattdessen höre ich Allgemeinplätze, Gestammel, Gefasel. Es ist zum Gotterbarmen. Was steckt dahinter? Um Prof. oder Dr. werden zu können, muß man doch gerade die Tugend der guten Vorbereitung auf ein Gespräch beherrschen. Warum klappt das dann nicht, vor öffentlichen Auftritten? Arroganz? Faulheit? Gleichgültigkeit? Ich wüßte es gern.

rem
17. Juni 2016 17:15

es gibt drei lager:

das erste - linke, linksextreme - will den weltbürger. weg mit den völkern, den grenzen, den unterschieden, bei allem und jedem, auch bei den toiletten. es ist hochideologisch und beherrscht den staatsapparat, die medien und hochschulen - und den rest auch. alle bundestagsparteien kommen aus diesem lager.
der fanatismus und die dummheit dieses lagers zeigt sich in ihrer politik - zum beispiel merkels willkommenskultur -, denn die erzeugt gegenwind und schadet ihrem eigenen ziel.

das zweite - linke, liberale - will ein angenehmes leben. es will vielleicht schon deutsch bleiben, aber so wichtig ist das nicht. was wichtig ist: es will nicht von einem islamischen terroristen in die luft gesprent werden. es will bei silvesterfeiern auch nicht sexuell belästigt werden. und geld sollen die neubürger auch nicht kosten, jedenfalls kein steuer(erhöhungs)geld. oder die enkel zahlen. dieses lager ist die kleinbürgerliche, unideologische, unpolitische masse. diese blickt fassungs- und verständnislos auf die politik des ersten lagers und begreifen die welt nicht mehr. wie kann man nur so irre sein. die afd kommt aus diesem lager.

das dritte - rechte, nationale, völkische - will das deutsche volk als abstammungsgemeinschaft erhalten. es ist das mit abstand kleinste und unfähigste lager. aus ihm kommt die npd.

wieso ist die afd so erfolgreich? weil sie aus dem zweiten lager kommt - liberal ist wie die masse. da weiß jeder wähler: das sind keine nazis. sie ist so erfolgreich, weil sie so harmlos ist. der kleine rechte flügel (10 prozent der partei) reißt sie in die parlamente, der große liberale flügel räumt die abgeordnetenmandate ab.

warum sollte sich diese liberale partei nicht vom rechten lager abgrenzen? weil die rechten so dumm sind und von einer liberalen partei nationale politik erwarten?

die afd schwankt seit monaten bundesweit zwischen 10 und 15 prozent. vielleicht war es das schon. die afd hat nichts erkämpft, sie ist auf einer welle des unmuts in die parlamente geschwemmt worden. eine vergrößerte schill-partei. sie hat keine politiker von format.

nach den republikanern und der npd ist die afd der peinlichste gegenentwurf zum ersten lager - aus rechter sicht. selbst wenn sie ihre programmatik durchsetzen würde, wäre es das ende des deutschen volkes, für das das sezessionistische herz so blutet. gleichzeitig ist für eine rechte partei nun keine luft mehr da. es läuft also, trotz aller aufregung, alles bestens für das erste lager.

Nordlaender
17. Juni 2016 17:44

@ Der_Jürgen

"Wenn ein Antisemit jemand ist, der Juden aufgrund ihrer Abstammung hasst oder zumindest ablehnt – was logischerweise auch bedeutet, dass er einen Gerard Menuhin, einen Gilad Atzmon und einen Norman Finkelstein hassen oder ablehnen muss –, dann ist er ein Dummkopf und hat in unseren Reihen in der Tat nichts verloren."

Na ja, der Weltbürger Gilad Atzmon ist nach eigenem Bekenntnis ja nun kein Jude. Er ist schon vor einigen Jahren aus der jüdischen Volksgemeinschaft ausgetreten. Bei vielen Antizionisten erfreut er sich großer Beliebtheit, mich erinnert er irgendwie an weltoffene Deutsche, die bekennen, sich nicht als Deutsche, sondern als Europäer wahrzunehmen, also ausgesprochen antiidentitär.

Der_Jürgen
17. Juni 2016 17:49

@rem

Eine Abkehr von der Kleinschreibung würde Ihre Ausführungen verständliccher machen. Na ja, der geniale Lyriker Stefan George (iche sehe Ihre Augen bei der blossen Nennung dieses Namens aufleuchten, Martin Lichtmesz und Martin Sellner, und ich verstehe Sie) schrieb auch alles klein und verzichtete auf lästige Dinge wie Kommas. Sie, @rem, können sich also auf einen Präzedenzfall berufen, den kein senkrechter Freund der konservativen Revolution anfechten wird...

Zu Ihrem Text. Maximalismus ist eine gefährliche Krankheit. Sie sagen im Klartext folgendes: Solange die AFD kein absolut überzeugendes Programm und keine absolut überzeugende Führungsriege hat, ist sie unser Unterstützung unwürdig.

Wenn Sie in einen Teich fallen, des Schwimmens unkundig sind und Ihnen ein Unbekannter eine Stange hinstreckt, verlangen Sie dann von diesem Unbekannten ein Leumundszeugnis, ehe Sie die Stange ergreifen? Eher nicht.

Ja, das Programm dre AFD bedarf einer radikalen Überarbeitung. Von zentraler Bedeutung ist die Forderung nach einer Wiederherstellung der deutschen Souveränität, wozu der Austritt aus Nato und EU gehört. Aber billigen Sie der AFD bitte zu, dass auch sie dazulernen kann und muss. Ihr heutiges Programm ist nicht für Ewigkeiten gedacht und kann - nein, MUSS überarbeitet werden.

Arminius Arndt
17. Juni 2016 18:39

@ariovist,

es gibt nun mal auch Leute, die tatsächliche Nazis und/oder Antisemiten sind - wo ist das Problem? Warum denken diese Leute aber, dass sie dann unbedingt in einer Partei wie der AfD mitmachen müssen oder dürfen?

Sollen sie doch ihren eigenen Laden aufmachen - ich hab mit Antisemiten und Nazis überhaupt kein Problem, zumindest wenn sie dazu stehen und nicht betroffen die Augen rollen, dass sie das natürlich nicht seien und überhaupt nur die anderen immer so böse seien und sie als entsprechendes bezeichnen.

Gibt auch andere Parteien für dieses Klientel und ja, klar, die AfD will im bestehenden System Veränderungen bewirken und das ist auch gut so. Wer das nicht will, wiederum: Andere Partei gründen oder wählen, auch kein Problem unter Demokraten.

Der Streit erinnert an den unter den Kommunisten zwischen Revolutionären und Reformern. Ist mir persönlich zu müßig, auf Revolutionen zu warten und daher gebe ich mich mit dem derzeit bescheidenen Spatz in der Hand namens AfD zufrieden. Revolutionäre, macht bitte eure Revolution ohne mich, dafür ist mir mein Leben zu kurz.

@Der_Jürgen,

ich wollte die Diskussion dazu nicht aufmachen, aber wenn Sie meine Meinung zum Fall Gedeon offenbar fast auf die Palme bringt, nur folgende kurze und nicht abschließende Begründung:

Ich habe eine Zeitlang zusammen mit einem nicht mainstream Historiker zusammengearbeitet und unter anderem dessen Eigenverlagsbücher quer gelesen, Fundstellen geprüft, Originalquellen gegen gelesen etc. - wenn ich ein Großkotz wäre, dann würde ich schreiben, ich hätte seine Bücher lektoriert, dass wäre aber zu dick aufgetragen. Unter anderem ging es um Themen wie die sog. Protokolle der Weisen von Zion, Ritualmordvorwürfe anhand eines historischen Falls, die Biografie Schwartz-Bostunitschs etc. und habe daher einen tiefen Schluck aus den Originalquellen des Antisemitismus nehmen können. Sei´s drum. Ich möchte nun behaupten, dass jemand, wie Dr. Gedeon, der auf die ersten Vorwürfe gegen ihn ernsthaft noch wörtlich in einer Verteidigungsschrift folgendes schreibt:

Wer die Protokolle der Weisen von Zion nicht als Fälschung betrachte, sei Antisemit. Bei objektivem Vergleich der widerstreitenden Ansichten über diese Protokolle sieht es eher nicht nach Fälschung aus.

https://www.wgmeister.de/

Der hat in einer AfD völlig unabhängig von irgendwelchen gezielten Angriffen durch dritte Wühlmäuse und anderen mehr oder weniger investigativen Historikern und Dschornalisten nichts zu suchen und sollte das auch selber einsehen und sich aus der Partei zurück ziehen. In Punkto der angeblich "widerstreitenden" Ansichten zu eben jenen Protokollen steht es nach meiner bescheidenen Meinung 99 zu 1 für eine Fälschung und hier allen ernstes so zu tun, als sei das unter Fachleuten noch im größeren Stil streitig, ist derart unseriös, dass es da keiner großen Angriffe seitens der Lügenpresse bedarf.

Gedeon ist also das falsche Beispiel, für teile und herrsche sondern vielmehr gerade ein Paradebeispiel dafür, dass man in einer Partei trotz aller in der Tat vorhandenen Versuche der Spaltung stellenweise mit eisernem Besen kehren muss. Das hat, wie bereits geschrieben, nichts mit Spalterei oder Distanzeritis zu tun. Der Rausgeworfene kann ja bei einer anderen Partei sein Glück versuchen.

Die echten Spaltaktionen werden auch eher bei größeren Parteikalibern versucht, wenn man die aktuellen Medien aufmerksam liest.

Der Gutmensch
17. Juni 2016 19:07

Also: bewegt sie sich vielleicht wirklich oder redet man die Bewegung nur mit Umdefinitionen von Koordinatensystemen herbei (wie in der linearen Algebra) oder indem man als optische Täschung die Farbe eines Dings ändert, indem man die Umgebungsfarbe ändert? Nach letzterem klingt dieser Text für mich etwas, und diese Ansicht würde weitreichende Implikationen nach sich ziehen, ein ganzes pessimistisches Weltblld vielleicht.

Ich spekuliere mal wild herum: Je mehr Anpassungsleistungen gebracht werden, desto flacher wird eben diese Leistung werden, und das beeinflusst irgendwann auch die Persönlichkeit. Irgendwann habe ich dazu mal das Wort "Pfannenkuchenpersönlichkeit" gelesen; hier müsste man "Eierkuchenpersönlichkeit" sagen. Setzen wir mal vereinfacht voraus, dass der durchschnittliche "CDU-SPD-Grün-Mittenmensch" nicht intelligenter ist als der durchschnittliche Rechte, so ist er durch seinen eigenen Referenzrahmen ja relativ stärkerem Stress ausgesetzt als dieser; denn er muss mehr Dinge integrieren (aus politischen Gründen stets "vorurteilsfrei" sein sollen, und seien einem Mo & Co auch noch so fremd, ist natürlich anstrengend, aber Beschwerden darüber tabuisiert der Referenzrahmen. Wer hingegen auf seine Schwiegermutter schimpft, weil sie ihren jährlichen Besuch angekündigt hat, kriegt jedenfalls nicht noch eins oben drüber, sondern im Zweifel ein Mitleids-Bier ausgegeben.) - Deswegen vielleicht auch die notorisch schlechte Laune in der "Mitte"?

Zurück zum Thema: Gibt die Politik den Menschen neue Anpassungsleistungen auf, wird sie die Menschen - oder das, was man von ihnen wahrnimmt - also verändern. Damit sie dagegen nicht aufbegehren, werden sie abgelenkt; das ist Ihr Job.

Gelingt das Ablenken nicht oder wirkt es paradox, so entstehen breite gesellschaftliche Ränder. Haben die sich erstmal gelöst, wird man sie ohne tiefgreifende Veränderungen schlecht wieder eingefangen kriegen - wer wollte schon freiwillig wieder zum Crepes zerlaufen, nachdem er sich gerade so mühsam wieder die Kaiserschmarrndicke angefressen hat?

Die Frage ist also, ob man hier bewusst die Ränder lösen wollte; manchmal habe ich fast den Eindruck. Und natürlich, wieviel Eierkuchen in der Mitte übrig bleibt. Und ob wir da nicht ein paar Rosinen in der Mitte übersehen haben.

d. G.

Bran
17. Juni 2016 19:13

Der Jürgen hat meiner Meinung nach hier den bemerkenswertesten Diskussionsbeitrag gebrach, auch und vor allem mit seinem Hinweis auf die Vokabel "Antisemitismus". Wenn man diese mit der selben Beliebigkeit verwendet, wie es allgemein getan wird, ist man schon wieder in der Falle gelandet, die Begriffe des Gegners zu benutzen und sich selbst unnötig einzuschränken.
Wenn wir uns einig sind, dass sowohl Islam als auch Christentum nüchtern betrachtet, bewertet und im Hinblick auf ihre Auswirkung auf ein soziales Gefüge analysiert werden können und dürfen, dann muss das auch auf die jüdische Religionen, ihre Traditionen und Bräuche und auf den Staat Israel angewendet werden dürfen.
Die Rechte muss lernen, selber die Begriffshoheit zu übernehmen, eigene Begriffe zu kreieren und es darf keine heiligen Kühe geben ausser derjenigen, dass wir europäischen Völker Besitzer Europas sind und eine unbedingte Lebensberechtigung haben.
Die Linken haben diesen Weg erfolgreich beschritten und ab den späten 60ern perfektioniert. Heute ist JEDER öffentliche Diskurs von linken Begriffen geprägt, jede psychologische Betrachtung ist durch Allgemeinplätze aus der Psychoanalytik und der Frankfurter Schule beeinflusst und der Mensch als solcher wird überall von Rousseau aus betrachtet.
Wir werden keinen Meter weiter kommen, wenn wir auf dem Spielplatz der "erlaubten" Begrifflichkeiten mitspielen. Die Rechte wird nur stark werden können, wenn sie selber anfängt, Begriffe zu kreieren, die ganze Assoziationsketten transportieren. Gute Beispiele sind hierfür "Gutmensch", "Lügenpresse" und viele Begriffe aus der Anglosphäre.
Dass eine Partei wie die AfD das aber nicht leisten kann, ist mir bewusst. Dennoch halte auch ich den Ausschluss eines Gedeons für ein Zeichen der Schwäche und der Eierlosigkeit.

Trouver
17. Juni 2016 20:22

... diese „Neonazis“ dran erkennen könne, dass man bei ihnen nichts Nazistisches finde

Was unterscheidet einen Nazi von einem braven mitte-bürgerlichen Zentristen?

Auf den von buntesrepublikanischen Jungsozialisten abgesonderten Spruch "Deutschland, du mieses Stück Scheiße!" sagt der Nazi, daß es dem so nicht ist.

Der Mann der Mitte sagt: "Aber das Flüchtlingsproblem können wir nur gemeinsam mit der Türkei in den Griff bekommen!".

panther rei
17. Juni 2016 22:24

rem
Freitag, 17. Juni 2016, 17:15
"es gibt drei lager:"

Ja, wir haben halt im Grundsätzlichen grundsätzlich andere Ansichten. Ich tät mich dann eher ins zweite Lager rechnen, das bei Ihnen nicht gut wegkommt.

Der nationale Ansatz ist kollektivistisch. Der liberale Ansatz hat es mehr mit dem Individuum. Das ist natürlich eine zugespitzte Formulierung, letztlich ist das ja alles eine Frage von Gewichtungen, aber ich finde, darauf läuft es hinaus, und den Unterschied muss man schon deutlich konstatieren. In der momentan für Deutschland wichtigsten Frage sind wir uns aber doch einig. Ich will (na ja, "ich will" ist natürlich angesichts der realen Möglichkeiten eine witzige Formulierung) zugunsten des Fortbestands einer staatlichen Ordnung die Einwanderung unterbinden, Sie wollen zugunsten der Identität des deutschen Volkes die Einwanderung unterbinden. Sollte dieses Ziel jemals erreicht werden, sieht man danach weiter.

Leo Naphta
18. Juni 2016 02:11

Einen Patrioten, der Befürworter des Manchester-Kapitalismus ist, kann ich mir nicht vorstellen, denn wer sein Volk liebt, muss wollen, dass auch seine einfachsten Angehörigen unter menschenwürdigen sozialen Verhältnissen leben und bei Krankheit, Unfall, Arbeitslosigkeit etc. umfassend geschützt sind. Ebenso wenig kann ich mir vorstellen

Ihr Wort in Gottes Ohr, Juergen, aber sofern "Patriot" keinen Ehrenmann bezeichnen soll, der aufgrund ausgewiesener Verdienste ums Vaterland von Dritten so genannt wird, sind Sie wohl den Grenzen Ihres Vorstellungsvermögens aufgesessen ; und um zu sehen, wie verkehrt Sie liegen, brauchen Sie gar nicht weit zu laufen, sondern sich nur in gewissen Kommentarspalten dieses Netztagebuches umzutun; oder sich anzuhören, was gewisse AfD-Politiker wie Frau Petry so absondern.

Damned if you do, damned if you don`t, sagt der Englischmann: Würde die AfD auf ihre Fahnen geschrieben haben, was im linksliberalen Jargon eine "Ethno-Sozialpolitik" heißt; sie würde von den Etablierten und deren Lohnschreibern als Partei der Modernisierungsverlierer verhöhnt werden. Positioniert die AfD sich indes voreilig als eine FDP 2.0, um den Vorwurf zu kontern, sie habe wirtschafts- und finanzpolitisch kein Konzept (und das, noch ehe er explizit erhoben wurde), so bringt sie sich nicht nur in einen unüberwindlichen Gegensatz zu der Klientel, auf deren Wählerstimmen sie angewiesen ist; sie ist verhält sich schlechterdings inkonsequent - von einem neoliberal-libertären Standpunkt ist keine konsequente Opposition gegen eine Politik der offenen Grenzen möglich. Die Blütenträume des "Bleiberechts für Alle", die in den achtziger Jahre auf sog. "liberalkirchliche Kreise" und den linksextremen LUNATIC FRINGE der Grünen beschränkt waren, sind zu einer materiellen Macht erst geworden, seitdem sie mit den Interessen einer globalisierten Wirtschaft konvergieren. Warum treibt die Aussicht auf ein Ende des Asylantenstroms den Wortführern einer bis zur Obszönität amerikanisierten Wirtschaftselite die Sorgenfalten in die niedrige Stirn, obwohl sie wissen, daß 90 % der Flüchtlinge für den hiesigen Arbeitsmarkt ungeeignet sind ? Weil sie sich, wenn man der "Zeitschrift für Konsensstörung" glauben darf, von der Masseneinwanderung "Billiglohn für Alle" verspricht.
Seitdem Bismarck mit den "Manchesterprinzipien" brach, war die deutsche Form der Marktwirtschaft - mag sie nun "preußischer" oder "rheinischer Kapitalismus" heißen - vom angelsächsischen Halsbaschneider-Kapitalismus abgründig verschieden. Was seit der Jahrtausendwende weitgehend unbemerkt vonstatten gegangen ist, war die Zerschlagung der sog. "Deutschland AG" unter tätiger Mithilfe der bundesdeutschen politischen und wirtschaftlichen Elite. Zufall oder nicht: Der Ausverkauf der deutschen Wirtschaft an anglo-amerikanische "Heuschrecken", er fiel zusammen mit einer anderen Zäsur, die womöglich gleichfalls in einer Veränderung der ökonomischen Machtverhältnisse in Medienkonzernen/Verlagshäusern seine Ursache hat: Man mag von der "alten" faz halten, was man will, aber den Sprachgebrauch des linksliberalen "moralischen Mittelstands" hat die Frankfurter Allgemeine vollends erst in den Jahren 2003/04 übernommen, und die eigenartigen Manöver solcher Mitarbeiter wie Zastrow und Jäger mögen einen Eindruck davon vermitteln, unter welchem Druck die Journalisten stehen, deren Prägung in die Zeit VOR diesem Einschnitt fiel.

Felix Ludwig
18. Juni 2016 02:38

Kleine Zwischenbemerkung:
Da hier immer wieder Fragen zur Definition von Rassismus und Antisemitismus auftauchen: beiden wohnt meiner Meinung nach der chauvinistische Gedanke des Besser-Seins-als-Andere inne. Und da halte ich die IB für wichtig, da diese jenen Gedanken überwindet und zu einer wertschätzenden Haltung der Völker untereinander übergeht. Respektvolle Koexistenz und Kooperation zur ERhaltung der Vielfalt der Kulturen (Europas). Ein großer Unterschied zwischen alter und neuer Rechten.

Mir war ehrlich gesagt der Gedanke wichtiger, dass die AfD bei anderen (außerparlamentarischen) Organisationen die gleiche Unvoreingenommenheit anwendet, die sie sich für sich selbst wünscht. Und ich bin der Meinung, dass die Damen und Herren hoffentlich so umsichtig sein werden. Mir ist allerdings unklar, wie ein öffentliches Tratschen & Spalten a la Stein gut für unser aller AfD sein soll.

Aber die Definitionen sind natürlich auch wichtig.

Waldgänger aus Schwaben
18. Juni 2016 09:02

Der 25. Artikel zum Thema "Distanzeritis"

Gut dass wenigstens Arminius Arndt, über den Elefanten im Raum spricht:

Es steht jetzt für die AfD im Süden Spitz auf Knopf. Wenn Meuthen darin scheitert den Hobby-Historiker und Verschwörungstheoretiker Gedeon los zu werden und deshalb die AfD-Fraktion in BW verlässt, war es das für die AfD im Süden.

Schuld an der verfahrenen Lagen sind nicht die bösen Medien, oder das System, sondern die AfD-Führung, speziell P&P. Gedeon wird als Schachfigur benützt um Meuthen zu schaden, Kollateralschäden für die Partei werden in Kauf genommen.

Leute wie Gedeon, der die "Protokolle der Weisen von Zion" für "wahrscheinlich echt" hält, sind Verschwörungstheoretiker, die in einer Partei, die mehr als 1%-2% anstrebt, nicht haltbar sind.

Das hat nichts mit Einschränkung der Meinungsfreiheit zu tun. Gedeon kann von mir aus verzapfen, dass die Erde eine Scheibe sei, und die Juden Newton und Einstein die Schwerkraft erfunden haben, um die Kugelgestalt zu verteidigen. Aber als Abgeordneter einer Partei, die ernst genommen werden will, kann er das eben nicht.

Nordlaender
18. Juni 2016 09:50

@ Felix Ludwig

"Da hier immer wieder Fragen zur Definition von Rassismus und Antisemitismus auftauchen: beiden wohnt meiner Meinung nach der chauvinistische Gedanke des Besser-Seins-als-Andere inne."

So sehen es die Kulturmarxisten. Jede Gruppe konstituiert sich über Diskriminierung, diese gehören dazu, jene nicht, es wird also auf- und abgewertet. Im Kleinen wollen die Countrymusiker den Jazzvirtuosen nicht in ihrer Kombo, im Großen wollen die japanischen Rassisten nicht mit Schwarzen oder Arabern zusammen in ihrem Lande wohnen.

Die Frage, ob Jazz oder Country wertvoller ist, ist dabei ziemlich müßig und überflüssig. Es ist alles eine Frage des Raumes.

@ Waldgänger aus Schwaben

"Das hat nichts mit Einschränkung der Meinungsfreiheit zu tun. Gedeon kann von mir aus verzapfen, dass die Erde eine Scheibe sei, und die Juden Newton und Einstein die Schwerkraft erfunden haben, um die Kugelgestalt zu verteidigen."

Die klassische Denkfigur der Verschwörungsleugner: Theorie A ist verkehrt, also muß Theorie B auch verkehrt sein. Induktiver (Fehl-)Schluß.

Arminius Arndt
18. Juni 2016 10:41

Kann dem Waldgänger aus Schwaben nur zustimmen.

Zu viele denken, eine Partei wäre eine Art von Veranstaltung, wo sich wirklich jeder selbst verwirklichen kann und speziell bei der AfD, dass sie jeden umarmen und aufnehmen muss, wenn er als einziges Qualifikationsmerkmal irgendwie nach rechts aussieht und eine Meinung abseits des Mainstreams hat. Das ist und kann eine Partei - auch die AfD - selbstredend nicht und jeder wäre gut beraten, einmal abzuklären, ob er wirklich mit seinen Ansichten zu der Partei passt, in der er meint, auch noch Ämter und Mandate anzustreben.

Das Aufgeheule von wegen Distanzeritis ist in individuell zu beurteilenden Fällen - wie gerade Gedeon - falsch. Bei ganzen Organisationen hingegen ist es anders, siehe meine obigen Ausführungen.

Viele von denen, die immer wieder die gleichen Schlagworte bringen, zu denen auch der Satz "teile und herrsche" gehört, haben vermutlich noch nie in ihrem Leben einem Verein, einer Organisation oder einer Firma vorgestanden und mussten führen. Dann tut man sich natürlich mit einer Außensicht sehr leicht. Führen bedeutet immer auch für eine gewisse Ruhe und Ordnung im Laden zu sorgen. Selbst die das vermeintlich kreative Chaos predigenden Linken führen ihre Vereinigungen und Verbände recht straff. Ausgerechnet Rechte werden, wenn ein Laden geführt wird und dazu gehört, dass Störenfriede raus geworfen werden können, auf einmal zu den strengsten Verfechtern des Pluralismus und der Meinungsfreiheit innerhalb von Parteien und Verbänden. Das ist, mit Verlaub, lächerlich.

Ich persönlich möchte derzeit keiner Partei, wie der AfD vorstehen und man sollte dem dortigen Führungspersonal etwas mehr Verständnis entgegen bringen.

Andreas Walter
18. Juni 2016 11:02

Wobei das Argument, dass jemand, der so gar keine "Nazi"-Eigenschaften hat ganz bestimmt Einer in Tarnung ist, durchaus Sinn macht.

Denn jeder Mensch betreibt Auslese, Frauen sogar noch mehr als Männer, und das nicht nur bei der Partnerwahl, sondern auch bei der Wahl seiner beliebtesten Drogen und bevorzugten Spielgefährten, und geradezu radikal wird auch bei den Samenbanken darauf geachtet, wirklich nur 1A Spender im Programm Alphatiere von morgen und in der Tiefkühltruhe zu haben.

Nach C. G. Jungs Schattenkonzept und auch meiner Lebenserfahrung kann man übrigens fast immer von folgender Regel ausgehen: Je stärker jemand "die Nazis" "hasst", verdammt oder dämonisiert, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass er selbst einer ist, beziehungsweise die ihnen vorgeworfenen Eigenschaften besitzt, nur eben im Schatten, verdrängt.

Oder manchmal sogar bewundert.

https://www.youtube.com/watch?v=MiUvEfMCFCw

Curt Sachs
18. Juni 2016 11:10

Ich habe den Aufsatz ganz gern gelesen; er schien mir recht klug. Bis zu der Stelle, wo Herr Ludwig schreibt:

bis dorthin …, wo Antisemitismus anfängt, denn der muß natürlich draußen bleiben.

Da musste ich lachen.

Andreas Walter
18. Juni 2016 11:46

Besser sein wollen als andere? Oh, bitte, Herr Ludwig, jede Frau möchte schöner als jede andere sein. Machen wir uns doch bitte nichts vor.

Und so wie für manche Alliierte die Deutschen schon zwei mal etwas zu erfolgreich wurden, so wurden eben auch für manche Deutsche manche Juden ein wenig zu einflussreich. Das ist nun mal der Gang der Dinge, und wie dann was zu was und eines zum anderen kam sollten doch hier zumindest alle wissen.

Die Frage ist doch nur ob der Stärkere erkennt, wann er es womöglich zu weit treibt, und warum dann aus Wettbewerb irgendwann Krieg wird.

Dank des Netzes und damit dem Beginn des Informationszeitalters kann sich doch jetzt jeder informieren, und nur Dumme und Verblendete erkennen noch nicht, was tatsächlich gespielt wird, und das zumindest moralisch ausschließlich auf unsere Kosten. Der psychische Schaden, den das Alles auch an unserem Volk hinterlassen hat ist doch auch unübersehbar, und ist darum auch vollkommen inakzeptabel. Sein immer weiterer Missbrauch aber Frevel, ein Verbrechen nicht nur gegen die Menschlichkeit, sondern gegen die ganze Menschheit. Was das aber für Folgen haben wird, bei immer weiterer Kenntnis und Verbreitung, dass möchte ich mir gar nicht vorstellen.

Heinrich Brück
18. Juni 2016 13:51

Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, läuft auf diesem Planeten eine natürliche Selektion ab, die sich weder um Rassismus- noch um Antisemitismusdefinitionen kümmert. Wer in diesem Auslesekampf nicht das Nachsehen haben möchte, darf sich solcherart Steine nicht in den Weg legen lassen.
Heute auf dem Flohmarkt einige Nachkommen ausländischer Gattung bestaunen dürfen. In meiner Nachbarschaft nicht akzeptiert. Mein Wohlfühlgedanke läßt sich nicht benachteiligen; Vorwürfe des Chauvinismus hätten einen Rattenschwanz an Unzulänglichkeiten vorzusetzen, die mir nur ein amüsiertes Lächeln abringen könnten.
Es taucht nicht der Gedanke auf, besser zu sein als andere, sondern die Feststellung, daß diese Anderen wirklich anders sind. Eine ablehnende Haltung hält die Natur automatisch parat. Sie muß nicht erst entstehen.
Die Verzogenheit in dieser Angelegenheit, die Toleranten sind meistens die Ignoranten, läuft seit Jahrzehnten in eine Richtung. Wem diese Richtung nicht geheuer ist, braucht eine gute Ausrede, und kann schon nach zwei Sätzen Diskussion als Rassist abgetan werden.

S. Fischer
18. Juni 2016 22:34

Die politische Mitte ist allgemein schlecht definiert. Es gibt zwei Skalen welche man heranziehen muß um die Mitte im Kontext einer Wahl verstehen zu können.

Die Parteien als Anbieter von Politikleistungen bilden das Parteispektrum zwischen links und rechts. Hier fand eine Verschiebung des Teilspektrums der CDU in die Mitte und nach links hinein statt. Da das Spektrum das eine einzelne Partei abdecken kann begrenzt ist musste die CDU den rechten Flügel aufgeben. Hier konnte die AfD ungestört Fuß fassen.

Die Wähler als Nachfrager von Politikleistungen bilden ein seperaktes Spektrum zwischen links und rechts. Es war hier folgenschwerer Fehler der CDU dies nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen. Man tat so als würde sich das Wählerspektrum analog dem Parteispektrum einfach von selbst mitbewegen. Das ist natürlich Unsinn, nicht die Parteien bestimmen was der Wähler wählen will, sie haben sich dem Wählerwillen anzupassen oder gehen unter. Oder anders gesagt, "der CDU-Wähler" ist gar kein CDU-Wähler, er ist ein Konservativer der im Parteispektrum nach konservativen Parteien sucht.

Die AfD täte gut daran das Spektrum im rechten Drittel ohne Berücksichtigung der theoretischen Mitte abzudecken. Die AfD-Phobie der Altparteien kann genutzt werden um sie zur Aufgabe eben dieses Spektrums zu bewegen.

Das bedeutete dann die Altparteien Union, SPD, Grüne, Linke und FDP, also fünf an der Zahl, streiten sich dann um die übrigen 70%. Das werden 2-3 der Parteien nicht lange überleben. Die CDU konnte hier maximal noch 20-25% rechtsmittig/mittig abdecken, die SPD auch 20-25% linksmittig/mittig und die Grünen streitet sich dann mit der Linkspartei um 20-30%. Für die FDP dürfte hier kein Platz mehr sein.
Wenn die AfD stärkste Kraft werden will bleibt ihr nur das rechte Drittel, in der Mitte ist zu wenig Platz, dort sterben schon bald andere Parteien den Hungertod.

Wenn es der AfD gelingt das rechte Drittel zu besetzen werden die jetzt noch ach so kritischen Kommentatoren bald verstummen, gegen die stärkste politische Partei schießt weder der ÖR an noch die großen Zeitungen. Man kann sich hier auf den Willen zur Anbiederung an die Mächtigen verlassen, das ist eine deutsche Naturkomstante.

maria
19. Juni 2016 13:02

@bran

Sie haben es verstanden...es geht darum, dass die Rechte selbstbestimmt jede Vokabel einsetzt, wie es ihr passt. Dazu gehört auch der Nazi-Begriff. Punkt.
Und wenn man merkt, dass Linke auf "Nazis raus!" nicht klarkommen, dann ist man besser beraten ihnen mehr davon zu geben als theoretische Grundsatzdiskussionen im eigenen Lager anzufangen.
Mit den eigenen Begrifflichkeiten sind Sie goldrichtig!

Warten Sie noch ein paar Wochen...;)

Nordlaender
19. Juni 2016 20:50

@ maria

"Und wenn man merkt, dass Linke auf „Nazis raus!“ nicht klarkommen, dann ist man besser beraten ihnen mehr davon zu geben als theoretische Grundsatzdiskussionen im eigenen Lager anzufangen."

Wenn in sich ruhende und um sich selber kreisende Dummheit der Neocons arrogant Geschichtsleugnung betreibt, mit den Antifanten mit dem tumben "Nazis raus"-Gegröle gleichzieht, dann stehe ich bei so einem Diskurslimbo als Gehirnträger und -Verwender genauso verdattert und hilflos da wie ein betroffener Linker. Wie soll man in so einem Tollhaus denn bitte reagieren?

Außer Hirntod kann das sich gegenseitig den Schnäuz anbappende Hortspiel nichts bewirken. Wem dient der Gehirnstillstand?

Andrenio
19. Juni 2016 22:33

Stellungnahme vom 8.6.2016 nach dem Beschluss der Fraktion vom 7.6.2016
Dr. Wolfgang Gedeon
Dr. Wolfgang Gedeon, MdL
Ich möchte hier noch einmal explizit feststellen:

1. Ich bin kein Antisemit. Ich hetze nirgendwo gegen Juden. Ich verunglimpfe nirgendwo Juden pauschal.

2. Ich leugne nicht den Holocaust, halte ihn vielmehr, wie die meisten Menschen in diesem Land, für ein entsetzliches Verbrechen.

3. Ich anerkenne das Existenzrecht des Staates Israel.

Wenn ich in verschiedenen Fragen den Zionismus kritisiere, ist dies legitim und für die politische Diskussion gerade in Deutschland notwendig. Mit Antisemitismus hat das nichts zu tun!

Derzeit demonstrieren immer häufiger radikale Moslems mit beängstigenden Parolen („Juden vergasen“). Statt irgendwelchen Detailformulierungen meiner Bücher „Antisemitismus“ zu unterstellen, sollte man entschieden gegen diesen wirklichen und sich gefährlich ausbreitenden Antisemitismus auf unseren Straßen vorgehen.

Mit der laufenden Medienkampagne wird ein unheimlicher Druck auf mich und die gesamte AfD aufgebaut. Die Forderung des AfD-Bundesvorstands nach meinem Parteiausschluss ist nicht die richtige Reaktion darauf, sondern eine opportunistische Anbiederung an die Medien.

Wolfgang Gedeon
8.6. 2016

Waldgänger aus Schwaben
19. Juni 2016 22:36

Der Vorschlag am Ende des Artikels hat mich zu einem kleinen Gedicht *) inspiriert:

Der Ist-wie-Hitler-Ringelreihen

Trump ist wie Hitler
Clinton ist wie Hitler
Merkel ist wie Hitler
Erdogan ist wie Hitler
Putin ist wie Hitler

Die AfD ist wie Hitler
Pegida ist wie Hitler
Die Linke ist wie Hitler
Die Antifa ist wie Hitler
Die EU ist wie Hitler

Homophobie ist wie Hitler
Rassismus ist wie Hitler
Faschismus ist wie Hitler
Nationalsozialismus ist wie Hitler
Hitler ist wie Hitler

*) Gedicht ist Kunst ist frei!

Arminius Arndt
20. Juni 2016 14:15

Auch auf die Gefahr hin, dass es wieder nicht frei geschaltet wird und abschließend zu der von mir leider als Nebenthema in Spiel gebrachten Diskussion um Gedeon:

Marc Jongen von der AfD sagt eigentlich alles, was dazu gesagt werden muss:

https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2016/nun-sag-afd-wie-hast-dus-mit-dem-judentum/

Wahr-Sager
20. Juni 2016 19:11

Junge Freiheit schwenkt nach links:

https://twitter.com/Wahr_Sager/status/744932967458439169

Es dauert wohl nicht mehr lange, bis die Naaazi-Keule zum Einsatz kommt. Dann ist das Blättchen endgültig im bunten Mainstream angekommen und wird von allen bunten Seiten beklatscht.

Wahr-Sager
20. Juni 2016 19:24

Nach-denkenswertes zu Rassismus

Zu Rassismus.

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