Sezession
15. Oktober 2016

Conne Island hat ein Problem.

Gastbeitrag / 56 Kommentare

von Felix Ludwig

Anlaß dieser Zeilen ist ein Artikel auf der Internetseite des linksextremen Szenetreffpunktes Conne Island in Leipzig. Dort haben sich ganz erwartbare Dinge zugetragen.Ich erkenne darin eine Verfahrenheit, die sich nun beispielhaft für die politische Linke abzeichnet. Was ist passiert?

 Gastbeitrag

Gastbeitrag

  • Sezession

Das Leipziger Conne Island, im Volksmund auch Eiskeller genannt, ist ein wichtiger und berühmt-berüchtigter Treffpunkt der linksextremen Szene für Leipzig, Sachsen und Deutschland. Von hier aus werden Aktionen linksradikaler Gruppen geplant, Vernetzungstreffen wie etwa zu den jüngsten Feierlichkeiten der deutschen Einheit stehen ebenso auf dem Plan wie Konzerte einschlägiger Bands oder Disco-Abende.

Da im Zuge der Einwanderungswelle nun auch nach Leipzig zahlreiche Asylanten strömten, wollte man „nicht hinter der sich vor Hilfsbereitschaft überschlagenden Zivilgesellschaft zurückstehen“. Man beschloß also, den Zugewanderten den Eintritt quasi kostenlos zu gestatten, was sich wiederum als „recht naiver Plan“ herausstellte: Es kam zu massiven sexuellen Übergriffen, natürlich seitens der jungen Araber. Das wiederum wäre ein handhabbares Problem gewesen, wenn die im Hause zuständigen Security-Kräfte keine „Angst vor einem ungerechtfertigten Rassismusvorwurf“ gehabt hätten. Hatten sie aber! Denn „in vorauseilendem Antirassismus“ wurde „Einlaßpersonal zurechtgewiesen“, und zwar seitens der restlichen Besucherschaft, was immer das auch bedeuten mag.

Aber dem nicht genug. Es kam weiterhin zu derartig krassen Schlägereien zwischen Arabern und Einheimischen, daß man trotz aller Antipathie gegenüber der Polizei (auf dem Dach des Etablissements steht in großen Lettern KILL COPS) dennoch nach der Staatsmacht rufen mußte, um die Situation in den Griff zu bekommen.

Was ist da vorgefallen, daß sogar diese Klientel nach der Härte des so gehassten Staates ruft? Kölner Silvesternacht in Leipzig-Connewitz? Der weibliche Teil der Besucherschaft bleibt dem Treiben jedenfalls mittlerweile weitestgehend fern - wer will sich schon gerne sexuell belästigen lassen? Daraufhin hat man nun erst einmal beschlossen, das Problem als solches nicht mehr durch Schweigen zu umschiffen, denn das wäre nun „nicht mehr zweckdienlich“. Welchem „Zweck“ hat es denn bisher gedient? Und was macht es so attraktiv, ausgerechnet jetzt dieses Verhalten zu ändern?

Im Gegensatz zum Artikel der Jungen Freiheit möchte ich nun weniger die offensichtliche Doppelmoral anprangern, auch wenn dies mehr als berechtigt wäre. Dies halte ich vor allem deswegen für kontraproduktiv, weil ich der Meinung bin, daß die Betreiber des Eiskellers zum ersten Mal etwas Richtiges gemacht haben: Sie haben die Gewalt von Arabern gegen Frauen in Deutschland öffentlich angesprochen. Das diese sich mehr als schwertun, da sie sich nicht in eine Reihe wie ihre politischen Gegner stellen wollen,war erwartbar, und es spiegelt sich natürlich in der gestelzten Polit-Sprache wider. Man will mit jedem erdenklichen Mittel verleugnen, daß es eben keine buddhistischen, kanadischen oder isländischen, sondern arabische Horden waren, die das eigene Biotop pertubierten.

Dennoch hat man mit exakt der Reaktion aufgetrumpft, mit der bislang die besorgten Bürger, die von ihnen so vehement verachtet und terrorisiert werden, reagiert haben: der Verteidigung des Eigenen, oder wie es im Artikel selbst steht: „Dieser Ort mit seinen Grundsätzen, wie wir ihn uns in den letzten 25 Jahren erkämpft haben, muss bestehen bleiben […].“. Anders formuliert: Wer sich nicht an unsere Spielregeln hält, muß die Party verlassen.

Richtig so, aber unverständlich bleibt, warum eben dieser Ansatz nicht auch außerhalb des Conne Islands gültig sein soll? Ist die Wahrnehmung eines Hausrechts nun ein linkes Vorrecht oder die Menschen außerhalb des Eiskellers einfach Menschen zweiter Wahl? Und wie vereinbart sich das mit der Aussage, daß „keine doppelten Standards angelegt werden können“?

Nun denn, die Ideologie ist nicht aufgegangen, die politische Linke steht nicht nur in Leipzig vor einem Scherbenhaufen.Es ist ein Geist, der durch eine allzu notorische Anti-Haltung entstanden ist, die nun in eine unlösbare Situation mündet - was wiederum die Attraktivität des Schweigens und Ignorierens erklärt.

Systemtheoretisch gesehen gibt es nun zwei Wege: 1.) mehr desselben oder 2.) etwas Neues.

  1. Mehr desselben würde bedeuten, nun eine möglichst „diplomatische“ Sprache zu finden, um dann das sagen zu können, was man nicht sagen will oder das nicht sagen zu müssen, was man sagen könnte und vielleicht ja sogar müßte. Eine Sprache mit verschiedensten -Ismen und die Verlagerung des Problems auf eine Ebene, die nur im Allerentferntesten etwas damit zu tun hat, was man in langen Schachtelsätzen zu ver-klären versucht. Also vertuschen und verschleiern, schon allein, weil man als die „Unfehlbaren des Guten“ nun doch fehlbar gewesen ist und es nicht zugeben will, auch wenn man es könnte.
    Mehr desselben bedeutet in diesem Fall auch mehr des Nicht-Funktionierenden und somit das Ausschalten der Rückkopplung, was zu einem immer offensichtlicheren Kollaps des ideologischen Systems führt, da man keine verwertbare Neuerkenntnisse zulässt. Die wären aber notwendig, um ein System lebendig und funktional zu halten. Das ist eine gute Nachricht für unsere Sache, ein Grund zur Freude.
  2. Oder etwas Neues: Neu wäre, daß man zugeben würde, dem kapitalistischen Ultra-Liberalismus schlichtweg auf den Leim gegangen zu sein. Daß man sich aus hedonistischen Eigeninteressen hat instrumentalisieren lassen, ausgerechnet für die Leute, die man haßt – und gegen die Leute, für die man hätte eintreten sollen und auch eintreten können hätte. Das müßte nicht bedeuten, daß man nun alle Rechten lieben würde. Aber es würde bedeuten, den alltäglichen Terror gegen Andersdenkende umgehend einzustellen und Meinungsfreiheit auch dem politischen Gegner zuzubilligen, somit auch die Fähigkeit zum Dialog wieder herzustellen und auch dem einen Raum zu geben, das man selbst zunächst fürchtet. Es würde bedeuten, den schäbigen Verrat an der eigenen Gemeinschaft zugeben zu müssen, was wiederum charakterliche Größen wie Mut, Ehrlichkeit und Ethik erforderlich machen würde. Man müßte sich bei jenen entschuldigen, die man mit ihren Ängsten nicht nur allein gelassen, sondern diese auch noch verächtlich gemacht und ihnen absichtlich und ohne zwingende Notwendigkeit Schaden zugefügt hat. Man müsste die eigene Fehlbarkeit offenbaren und Wiedergutmachung leisten.

Das wird aber höchstwahrscheinlich nicht passieren, auch aus folgenden Gründen: Wenn sich politische Gruppen bilden, ist es eine Notwendigkeit, sie unterscheidbar zu machen. Logisch, denn ist man von seinem Kontrahenten emotional nicht differenzierbar, so wird man quasi „eins“. Der linke Connewitzer entdeckt also den besorgten Bürger in sich selbst: Das bedeutet die (gefühlte) Auflösung der eigenen Identität, zumindest für diesen kurzen Augenblick; ein massiv bedrohlich erlebter Umstand, der regelmäßig durch irrationales Abwehrverhalten umgangen wird („Trotzdem!“). Die brachial geleugnete Identität wird auf diese Weise paradoxerweise nun der Fallstrick für die Linke und ich darf es wohl keinen Zufall nennen, daß dem so ist. Ist dies einmal passiert, so gibt es keinen Weg zurück. Die Erfahrung ist gemacht und kann nun nur noch durch regelmäßige Verleugnung und Doppelmoral kaschiert werden. Womit wir wieder bei 1.) wären.

Machen wir uns nichts vor. Etwas Neues ist von der politischen Linken im bundesrepublikanischen Kontext natürlich nicht zu erwarten, zu sehr hat man sich (auch finanziell) abhängig gemacht. Gut so.


 Gastbeitrag

Gastbeitrag

  • Sezession

Kommentare (56)

S. Fischer
15. Oktober 2016 16:09

Den Linken laufen die Weiber weg? Wären die linken Herren nicht so homophob dann wäre das ja kein Problem...

Wie auch immer, eben jene Damen die den Schutz des Mannes kategorisch ablehnen bleiben jetzt daheim? Wie nennt man das? Stubenhockerfeminismus?

Mal Spaß beiseite. Ja, das linke Luftschloß verliert rapide an Höhe. Und der Analyse zu den Gründen stimme ich vollkommen zu. Nur halte ich es hier eher mit FJS, er hat es prägnanter formuliert: "Everbodys Darling ist everybodys Depp." Das gilt wohl auch für Linke.

Langer
15. Oktober 2016 16:10

Man muss sich vorstellen, wie brachial es dort zugegangen sein muss, damit selbst die Linksbemittelten es nicht laenger leugnen konnten. Ich traue denen ja zu, dass sie auch bei den eigenen Leuten sehr, sehr lange wegschauen, bevor sie dann wirklich mal eingreifen. Was deren zukuenftiges Verhalten angeht, erwarte ich eher solidarische Uebertritte zum Islam als irgend eine Art von Besinnung und Reue. Wenn die Einsicht in den leeren Raum stattfindet, wird sie durch dieses Vakuum beguenstigt. Aber wenn dort eben schon der "Gegner" wartet, dann beugt man sich auch gerne mal dem Trotz. Und charakterstarke Linke? Warum sind sie dann links?

Winston Smith 78699
15. Oktober 2016 16:16

Dieses lächerlichen Leipziger Möchtegernlinken, die wissen überhaupt nicht, was das ist, der Kampf. Eine Schande für die Rotfront. Heul doch! Solange die überhaupt noch Räumlichkeiten zur Verfügung haben, bleiben sie verhätschelte, behütete Kinder. Die sollen sich mal lieber bei den Invsoren bedanken, dass sie durch Verlust dieser Bequemlichkeit zu wahren Recken werden dürfen. Einer Stählung zum Kampf für die Sache ist auch die Entfernung des Weibsvolks zuträglich. Die Salonsozis sollen jetzt mal nicht jammern, sondern konsequent sein und gefälligst die Einrichtung an die Menschen übergeben, die zu uns gekommen sind. Von denen können sie sich doch dann auch aus erster Hand ausbilden lassen im Häuserkampf, Terror und so. Werdet wie sie: stark und animalisch. Erkennt ihre Überlegenheit an. Und wenn die sich weigern, dann muß man eben in den Untergrund - meine Güte, als hätten dies nicht viele vor ihnen auch schon getan. Wenn Ihr Memmen mal in der Nähe vom afrikanischen Landnehmer steht, atmet tief ein den Duft der Gewalt von seiner Ebenholzhaut - dort ist genau die männliche Energie, die Ihr braucht, auch wenn sie Euch erst fremd vorkommt.

Clairvoyance
15. Oktober 2016 16:25

Prophetische Worte, möchte man glauben. Allein, die gelebte Paradoxie des sogenannten »Kapitalismuskritikers« im Solde und als nützlicher Idiot der Hochfinanz, ist für den ungewaschenen typischen Zungenfehlerlinken mit seinem schiefen Gesicht ökonomisch viel zu attraktiv, als daß sie umstandslos beendet werden könnte.

Die angedeuteten Metamorphosen ins verquält Diplomatische hinein — dazu noch viel mehr pseudo-intellektuelle Schachtelsätze und noch dreistere parasitische Subventionsforderungen —, werden eher zu erwarten sein: durchaus entsprechend der Variante 1.

Ein klarer Fall, wenn es eben nur dieses unreife, staatsabhängige, »linksautonome« Milieu gäbe als eine weitgehend isolierte Erscheinung. Es gibt außerdem aber noch eine Pfarrerstochter im Bundeskanzleramt, die eine sogenannte »konservative« Partei unangefochten leitet nach der linksextremen Ideologie: „No border, no nation, stop deportation!“

Und: Gewerkschaften, Kirchen, andere Parteien, Arbeitgeberverbände — eine nun wirklich im Wortsinne ubiquitäre Querfront der hysterischen Abdankungsbereitschaft, der methodisch exekutierten Selbstaufgabe, des Selbsthasses und der Selbstvernichtungswut. Es hat also keineswegs nur der »schwarze Block« ein Problem, sondern wirklich dieses Land, dieses Volk, diese Zivilisation und dieser Kulturraum als solcher!

Winston Smith 78699
15. Oktober 2016 16:29

Die lächerlichen Leipziger Möchtegernlinken wissen überhaupt nichts vom Kampf. o Schande für die Rotfront. Heul doch! Solange die überhaupt noch Räumlichkeiten zur Verfügung haben, bleiben sie verhätschelte, behütete Kinder. Die sollen sich mal lieber bei den Invsoren bedanken, dass sie durch Verlust dieser Bequemlichkeit zu wahren Recken werden dürfen. Einer Stählung zum Kampf für die Sache ist auch die Entfernung des Weibsvolks zuträglich. Die Salonsozis sollen jetzt mal nicht jammern, sondern konsequent sein und gefälligst die Einrichtung an die Menschen übergeben, die zu uns gekommen sind. Von denen können sie sich doch dann auch aus erster Hand ausbilden lassen im Häuserkampf, Terror und so. Werdet wie sie: stark und animalisch. Erkennt ihre Überlegenheit an. Und wenn die sich weigern, dann muß man eben in den Untergrund – meine Güte, als hätten dies nicht viele vor ihnen auch schon getan. Wenn Ihr Memmen mal in der Nähe vom afrikanischen Landnehmer steht, atmet tief ein den Duft der Gewalt von seiner Ebenholzhaut – dort ist genau die männliche Energie, die Ihr braucht, auch wenn sie Euch erst fremd vorkommt.

Siddharta
15. Oktober 2016 16:46

Eine Szene ist ein Soziotop mit ihren eigenen Symbolen, ihrer eigenen Hierarchie, ihren Gewissheiten, unverrückbaren Feindbildern und dem Angebot, die Komplexität der Gegenwart zu reduzieren. Man aus diesem Grund mit derartigen Lokalitäten keinen rationalen Diskurs führen. Versuchen Sie doch einmal einem Schalke-Fan zu erklären, dass es nicht um einen bestimmten Club geht sondern um den Sport an sich. Und dies wäre im Vergleich zur linksautonomen Szene noch recht einfach. Einzelne können aus einer Szene aussteigen und eventuell sogar überlaufen. Die Szene als Ganze kann dies nicht. Sie würde sich entgegen ihrem Sinn auflösen.

ulex
15. Oktober 2016 16:54

Die Connewitzer Pussies sollen sich mal nicht so haben - immerhin sind dort die verhassten Bullenschweine ja zur Hilfe geeilt und haben die Situation geklärt.

Wie wird wohl erst das nächste Statement ausfallen, wenn diese wie jeder andere Bürger auch die Erfahrung machen müssen, dass die Cops in Leipzig in der Nacht und in Sachsen auf dem Land auch tagsüber wg solchen Bagatellen eben nicht oder erst nach langer Zeit aufkreuzen?

Treverer
15. Oktober 2016 18:03

Auf irgendeinen Lerneffekt der Beteiligten zu hoffen, wäre wohl illusionär. Wenn die ideologische Dosierung nur stark genug ist, wird selbst die eigene Vergewaltigung noch verklärt:
https://www.mmnews.de/index.php/politik/65238-linke-vergewaltigung
Mögen Außenstehende daraus lernen.

Dietrich Stahl
15. Oktober 2016 18:07

Werter Felix Ludwig, Connewitz hat Charme. Vielleicht wie früher Kreuzberg in Berlin. Die Leipziger sind angenehme Leute. Vielleicht geht ja doch von Leipzig und Sachsen eine Besinnung der deutschen Linken aus?

Wenn sich politische Gruppen bilden, ist es eine Notwendigkeit, sie unterscheidbar zu machen. Logisch, denn ist man von seinem Kontrahenten emotional nicht differenzierbar, so wird man quasi ´eins´.

Die Einswerdung aus der Unterscheidbarkeit heraus haben wir doch in Deutschland gerade erlebt. Sie ist „eine Notwendigkeit“ in Diktaturen. In Diktaturen unterscheiden sich nur noch die Etiketten.
Die Eliten verbrüdern sich unter Druck von oben. Das Parteien-Fußvolk verliert die Möglichkeit, sich emotional zu identifizieren. Es verliert langsam aber stetig seine politische Heimat.
Und beginnt hoffentlich, sich neu zu orientieren.
Auch die Linke im Lande hat ihren deutscher Kern; und seine Mädels verteidigt noch jede Dorfjugend gegen die Fremden aus den Nachbardörfern.

Vielleicht ist ja Links von der Mitte doch nicht Hopfen und Malz verloren?

cherusker69
15. Oktober 2016 18:23

Hier kann man sehr gut die Lebenslügen dieser linken Ideologen sehen.Ein Zwiespalt ihrer selbst kommt zum Vorschein. Ein normal denkender Mensch müsste doch jetzt Konsequenzen daraus ziehen,ich denke aber das diese in ihren Wahn alles verdrängen, weil es sie bloßstellen würde.

Einen ähnlichen Fall gab es ja an der Rigaer Strasse 94 . Sie wollten diese Gebäude nicht für Asylanten räumen. https://www.compact-online.de/linksautonome-wollen-keine-fluechlingswohnungen-in-der-rigaer-94/ Auch wurde ja eine Aktivistin der linken Jugend von mehreren Ausländern vergewaltigt. Als sie das zur Anzeige brachte sagte sie, es waren deutsche,bis sie dann doch zugegeben habe das es Asylanten waren.
Das schlimmste jedoch ist, das sie diese Leute noch in Schutz nahm, sie seien doch Opfer der Gesellschaft. Diese lernen nichts, lieber verleugnen sie sich selber, bis zum bitteren Ende.

Taunusadler
15. Oktober 2016 18:37

Oder etwas Neues: Neu wäre, daß man zugeben würde, dem kapitalistischen Ultra-Liberalismus schlichtweg auf den Leim gegangen zu sein. Daß man sich aus hedonistischen Eigeninteressen hat instrumentalisieren lassen, ausgerechnet für die Leute, die man haßt – und gegen die Leute, für die man hätte eintreten sollen und auch eintreten können hätte. Das müßte nicht bedeuten, daß man nun alle Rechten lieben würde. Aber es würde bedeuten, den alltäglichen Terror gegen Andersdenkende umgehend einzustellen und Meinungsfreiheit auch dem politischen Gegner zuzubilligen, somit auch die Fähigkeit zum Dialog wieder herzustellen und auch dem einen Raum zu geben, das man selbst zunächst fürchtet. Es würde bedeuten, den schäbigen Verrat an der eigenen Gemeinschaft zugeben zu müssen, was wiederum charakterliche Größen wie Mut, Ehrlichkeit und Ethik erforderlich machen würde. Man müßte sich bei jenen entschuldigen, die man mit ihren Ängsten nicht nur allein gelassen, sondern diese auch noch verächtlich gemacht und ihnen absichtlich und ohne zwingende Notwendigkeit Schaden zugefügt hat. Man müsste die eigene Fehlbarkeit offenbaren und Wiedergutmachung leisten.

Ja, das müsste man in der Tat. Allein mir fehlt der Glaube. Wer im Jahr 2016 noch linksextreme Ansichten vertritt ist unbelehrbar. Ich muss gestehen, ich hasse diese Leute. Ich würde mich freuen, wenn die Bereicherung in Zukunft da so weiter geht. Und es wird so weitergehen. Die werden schon noch zurückgepfiffen werden für diesen Vorstoß.
Sollte dem ein oder anderen dort wirklich die Augen aufgegangen sein, bleibt nur der Lagerwechsel. Alles andere ist Illusion. Aber irgendwie süß, dass so viele Rechte immer noch auf einen "Dialog" hoffen.

Caroline Sommerfeld
15. Oktober 2016 19:30

Das Neue ist doch bereits passiert! Eine einmal geschehene Irritation kann ein System nicht mehr rückgängig machen, es hat bereits die systeminterne Komplexität gesteigert. Und schon gar nicht kann die Irritation wieder verschwinden (etwa in einem höhergedrehten "Korrektsprech"), wenn sie bereits medial kommuniziert ist, d.h. endgültig statt bloßes persönliches Hintergrundrauschen der Conne-Island-Leute zu sein, medial als höchst "informativ" weitergetratscht worden ist.
Ob sich daran jetzt eine "Bewältigungskommunikation" der Leute selber anschließt, oder ob das einmalige Ereignis von jetzt an als "Fall Conne Island" im sozialen Gedächtnis bleibt, ist relativ unwichtig. Interessant ist meines Erachtens vor allem, daß das für geschlossene Ideologien typische Denkmuster "Bloß nichts beobachten, das dem Gegner in die Hände spielen könnte" (wahlweise: die Wehrkraft zersetzt, dem Klassenfeind nützt usw.) unwiderruflich dahin ist.

Der_Jürgen
15. Oktober 2016 19:47

@Caroline Sommerfeld

Gebe Gott, dass Sie recht haben. Ein erheblicher Teil der Antifa-Leute wird bis zum bitteren Ende bei ihrer wahnsinnigen Ideologie bleiben. In der katholischen Theologie gibt es hierfür einen Ausdruck - er heisst "Verstocktheit". Gemeint ist hiermit das bewusste Ignorieren von Wahrheiten, die einem genierlich sind.

@Cherusker 69

Wenn ich mich nicht irre, war auf diesem Blog vor etlicher Zeit von einem jungen (heterosexuellen) norwegischen Politiker die Rede, der von einem somalischen "Schutzsuchenden" anal vergewaltigt worden war. Der Bereichererl kriegte erstaunlicherweise immerhin vier Jahre und wurde dann abgeschoben (oder solle nach Gerichtsbeschluss abgeschoben werden; ich erinnere mich nicht mehr daran). Darauf bekannte der Beglückte, dass ihn Gewissensbisse quälten, denn seinetwegen würde ja ein Mensch in das unsichere, kriegsverheerte Somalia zurückgeschickt...

Erinnert mich an die Antifanten, die argumentieren, es sei besser, ein paar hundert deutsche Frauen würden vergewaltigt, als dass Tausende von "Flüchtlingen" im Meer ertränken. Dass schon bald keiner mehr ertrinken würde, wenn man die Angekommenen konsequent zurückschickte oder gleich vor der afrikanischen Küste auffischte und dorthin zurückbräche, wil diesen Idioten nicht in den Kopf.

Obwohl Jesus uns lehrt, nicht zu hassen, ergeht es mir wie dem Taunusadler. Ich hasse diese Leute. Um sie nicht zu hassen, müsste man ein Heiliger sein, und ich habe dieses Stadium leider noch nicht erreicht. Vermutlich werde ich es auch nie erreichen.

Thomas
15. Oktober 2016 19:52

Das Pendel schlägt nach rechts, nach links.
Besser wäre der gesunde Menschenverstand.
Ohne Ideologen und Führer.

Winston Smith 78699
15. Oktober 2016 19:53

Zu meinem nicht freigeschaltenen Kommentar:

https://sezession.de/c328044

Felix Ludwig argumentiert systemisch - läßt aber die Option der paradoxen Intervention aus. Daher habe ich nachgedacht, wie eine solche aussehen könnte.

Franz Rheinberger
15. Oktober 2016 20:24

Als ich den Artikel auf der Seite von "Conne Island" laß, fand ich die Formulierung von einem "ungerechtfertigten Rassismusvorwurf" Recht interessant, weil diese Argumentation bereits die verhasste Sprache des politischen Gegners übernehmen würde (viele Rechte distanzieren sich ganz geschwind vom Rassismusvorwurf und meinen diese seien aus der Luft gegriffen,wobei man sich von der Linken stets anhören darf, diese seien berechtigt) und gleichzeitig kann die Linke sich ein Themenfeld hinsichtlich der Kritik gegenüber Ausländern erobern, weil diese bestimmen kann was und wie (Gendergerecht und unzähligen -ismen - wie im oben stehenden Text erwähnt) gegenüber jenen "Menschen" gesagt werden darf, dass es dabei zu Widersprüchen kommt ist klar, aber diese können auch rigoros ausgeblendet werden, klappt momentan auch ganz gut.
Dafür lassen sich auch Beispiele finden: Es gibt schließlich Antiislam-Parolen die man mit dem Antifaschismus verbindet (Antideutscher-Flüge)oder soziale Parolen bei gleichzeitigem Niederschlagen von sozialem Unmut seitens einfacher Volksteile(Antiimps), und das sich Antirassismus und Antisexismus wegen der letztjährigen Invasion noch stärker in die Quere kommen werden als ohnehin schon, liegt auf der Hand (hier erhoffe ich mir durch Frau Kositzas neues Buch ein paar erhellende Antworten). Die Widersprüche die sich ergeben, stellen für die Linken jedoch keinerlei Probleme da, Waldstein schrieb zurecht: "Denn noch nie in dem vergangenen Hakbjahrhundert waren junge Linke so dumm, so unbekesen und so hedonistusch wie heute" (Metapolitik, S.43) und somit erinnert der Vorfall nur an frühere Geschehnisse: https://m.taz.de/!5101218;m/ oder https://www.sueddeutsche.de/panorama/soziale-spannungen-im-berliner-wedding-angriff-aus-der-falschen-richtung-1.1281636

Monika
15. Oktober 2016 20:43

Verloren in Connewitz

Ein paar Schritte weiter steht Laura, 30. Sie komme nur ab und an zu Partys hierher, sagt sie, vielleicht fünfmal in den letzten Monaten. „Aber jedes Mal bin ich auch bedrängt worden von Männern, die meine Sprache nicht sprechen. Das sind penetrante Typen, die nicht ablassen.“
Hat Laura diese Vorfälle gemeldet? „Nein“, sagt sie, „das habe ich nicht.“ Warum nicht? „Ich wollte den Männern den Abend nicht versauen.“
Wie bitte?
„Das sind, denke ich, oft traumatisierte Männer aus patriarchal geprägten Gesellschaften, die noch lernen müssen, sich hier zurechtzufinden.“
Nach kurzem Schweigen sagt sie: Wenn sie also nun so darüber nachdenke, dann müsse sie ihre Position wohl infrage stellen.

in

https://www.taz.de/!5344474/

Heute kam mein Exemplar Die Einzelfalle
Habe das Buch bereits verschlungen. Danke, Frau Kositza !!!
Großartig.

Was wäre das "Eigentliche" der abendländischen Frau, zumal in ihrem eigenen Selbstverständnis ?
Ist es nicht ihre umfassende Integrität ?
Ihr Recht, über den eigenen Körper zu verfügen, ihre Stimme zu erheben ?
Warum tut sie letzteres so schamhaft, so undeutlich und verunklarend, wenn es um Gewalt durch Fremde geht ?

Ellen Kositza, ebd.

Ich empfehle dieses Buch allen diesen verunsicherten Frauen. Es ist nicht die Zeit für Schadenfreude, sondern Zeit , dass Frauen sich gegenseitig helfen.
Schenkt das Buch Euren Töchtern, Nichten, Freundinnen ....

Monika
15. Oktober 2016 20:52

Ach so, für morgen in Dresden alles Gute. Macht, dass es sich gut anfühlt.
(Lutz Meyer)
Zum "Aufbau" ein Lied:

https://m.youtube.com/watch?v=O_r3E2vyc2w

Ansgar
15. Oktober 2016 21:09

Es ist schon lustig, die Leute müssen erst vor die Wand fahren. Aber Menschen sind lernfähig. Das Gegenteil von "identitär" ist bekanntlich in der Wirkung "kolonial" und in der Praxis "zersetzend".

Die "Liberalkonservative" Liane Bednarz war übrigens auf dem BR-Zündfunk Kongress und hat erzählt, dass das Streben nach ethnischer Homogenität in einem Staate jetzt "neurechts" ist. Für mich hat das alles nichts mit rechts und links zu tun, sondern mit Dummheit, aber leider habe ich dieses Argument nicht gepachtet.

Emanzipation bedeutet auch immer ein Herausschälen aus den eigenen Vorurteilen und Fremdsteuerungen, das Finden von Identität. Wie Felix Ludwig so schön schreibt ermöglicht hier erst die Konfrontation mit dem anderen dazu sein eigenes zu erkennen.

Ammianus Marcellinus
15. Oktober 2016 21:55

Die meisten Linken werden dieses Ereignis kognitiver Dissonanz mit der Standardstrategie behandeln - Ignorieren -, aber der eine oder andere wird doch seinen Verstand benutzen.
Von den Neokonservativen in den USA, deren Anhänger in jungen Jahren zu einem bedeutenden Teil diversen linksextremen Splittergruppen angehörten, stammt die Selbstbeschreibung "Liberals mugged by reality", d.h. "Liberals" (gemeint sind damit die Leute, die man bei uns als Linke bezeichnen würde), die von der Realität überfallen wurden. Den Überfall wird man sich in einigen Fällen nicht nur im übertragenen Sinne vorstellen müssen. Vor der Nulltoleranzstrategie zur Verbrechensbekämpfung standen eben die Straßenüberfälle und Drogentote, heute scheint doch einiges besser geworden zu sein.
Aus unseren Freunden und vor allem Freundinnen der Willkommenskultur dürften "liberals groped (or worse) by reality" werden, also sollten wir nicht zu hart mit ihnen umgehen. Ähnlich wie Köln, wenn auch in kleinerem Maßstab, wird auch diese Erfahrung Teil eines Lernprozesses sein, und so lange es keine Toten oder Vergewaltigungsopfer gibt, nehme ich das mit einer gewissen Belustigung zur Kenntnis.

Willkommenskulturlos
15. Oktober 2016 22:00

Nun, es ist das allgemeine Dilemma der Neo-Linken:

Im Zentrum steht Edler Wilder, der im tiefen seiner wilden Seele edel sein soll und deshalb die Tugenden der progressiven bunten Ideologie annehmen wird, wenn ihn die Neo-Linken erleuchten. So die Theorie.

In der Praxis macht aber Edler Wilder überhaupt keine Anstalten, seinen archaischen Sitten abzuschwören und fortschrittliche bunte Tugenden zu akzeptieren.
Und zwar aus Gründen, die das Verständnis der neo-linken Hirne übersteigen
(Biologie, Genetik, Ethnie und weitere reaktionäre Sachen).

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet die neo-linke Ideologie nicht an, weil sie dieses Problem einfach nicht sehen will (es kann nicht sein, was nicht sein darf).

In der Praxis wird das Dilemma so behandelt:
1. es wird ignoriert, verschwiegen, vertuscht
2. wenn 1. gar nicht geht, dann wird es relativiert, zerredet, verallgemeinert.

Etwas Neues außer punktueller Verteidigung der urlinken Biotopen ist von Neo-Linken nicht zu erwarten, weil
sie Wohlstandsdegeneraten sind
und ihre Führung schon längst vom globalistischen Großkapital gekauft ist und ihm dient.

Die neo-linken Degeneraten werden zwischen blinder Gier der Kapitalisten, Gewalt der Edlen Wilden und Widerstand des Volkes zerrieben und verschwinden.
Das ist das Schicksal aller Degeneraten.

Olaf
15. Oktober 2016 22:30

Sooo schlecht kann es in Deutschland doch noch nicht sein, daß die Linksextremen schon das Boot verlassen wollen:

https://www.spiegel.de/politik/ausland/brexit-vorsorge-britische-juden-beantragen-deutsche-paesse-a-1116602.html

Waldgänger aus Schwaben
15. Oktober 2016 23:26

Die Frage ist, warum sich die Betreiber die Blöße geben, den Text öffentlich zu machen. Hätte man ja auch still und leise regeln können.

Möglicherweise ist dieser Satz aus der Erkläung der Schlüssel:

"auch mit der Konsequenz, dass weibliche Gäste auf Besuche verzichten,"

Ich kenne das aus längst vergangener Jugendzeit. Hatte eine Disco den Ruf eine "Kanaken-Disco" zu sein, blieben die Mädels weg, dann die deutschen Jungs, die keine Lust hatten sich mit den "Kanaken" um die paar verbliebenenen Mädels zu balgen, Mädels, dies es nicht störte primitiv angebaggert zu werden - Hauptsache es baggert überhaupt einer.

Am Ende waren die "Kanaken" fast unter sich und blieben auch weg - läuft ja nichts in dem Laden.
Eine Disco kam meistens nur mit Pächterwechsel und Neueröffnung mit besserem Türsteher finanziell wieder auf Beine.

Ich vermute, dass dem Conne Island der Umsatz dramatisch weggebrochen ist, so das selbst die sicher übig fliessende Staatsknete dies nicht mehr ausgleichen kann.
Der Text ist ein Hilferuf:
"Mädels kommt wieder zu uns. Wir werden das mit den Kanaken regeln."

Deswegen muss der Text auch öffentlich erscheinen.

So zeigt der Vorgang in einer Nussschale woran das "refugees welcome" Projekt letztlich scheitern wird - am Geld.

Stephan
16. Oktober 2016 01:39

Schon witzig, wie sich die Linken, wenn es um ihr "Eigenes" geht, plötzlich in einer neuen Explizitheit und Öffentlichkeit (wie schon angesprochen) auf Gedankengänge einlassen, die eigentlich unaussprechlich-schrecklich sind. Zum Beispiel hier, im taz-Artikel zum Thema - man bemerke die plötzliche Selbstverständlichkeit, mit der non-materielle Ressourcen auf einmal selbstverständlich endlich sind:

Damit einher ging, so heißt es nun in dem Schreiben, „der Missbrauch des ‚Refugee-Fuffzigers‘ durch junge Männer mit Migrationshintergrund, die in größeren Gruppen insbesondere Tanzveranstaltungen am Wochenende besuchen und den geringen Eintritt gern bezahlen, um dort für Stress zu sorgen“. So wirkte die Maßnahme nicht nur als eine Senkung der Kulturbarriere, sondern auch als Magnet für Konflikte, denen das Kollektiv offenbar nicht gewachsen war.

Man macht Leistungen eines Kollektivs bis zur willkürlichen Verfügbarkeit billig und für alle zugänglich, und plötzlich wird es dreist ausgenutzt, so weit, dass es am Ende zerstört ist? Könnte man auch mal drüber nachdenken. Naja, was soll's? "No nation no borders" und Bürgerrechte für die ganze Welt!

Stephan
16. Oktober 2016 01:41

Schon witzig, wie sich die Linken, wenn es um ihr „Eigenes“ geht, plötzlich in einer neuen Explizitheit und Öffentlichkeit (wie schon angesprochen) auf Gedankengänge einlassen, die eigentlich unaussprechlich-schrecklich sind. Zum Beispiel hier, im taz-Artikel zum Thema – man bemerke die plötzliche Selbstverständlichkeit, mit der non-materielle Ressourcen auf einmal selbstverständlich endlich sind:

Damit einher ging, so heißt es nun in dem Schreiben, „der Missbrauch des ‚Refugee-Fuffzigers‘ durch junge Männer mit Migrationshintergrund, die in größeren Gruppen insbesondere Tanzveranstaltungen am Wochenende besuchen und den geringen Eintritt gern bezahlen, um dort für Stress zu sorgen“. So wirkte die Maßnahme nicht nur als eine Senkung der Kulturbarriere, sondern auch als Magnet für Konflikte, denen das Kollektiv offenbar nicht gewachsen war.

Man macht Leistungen eines Kollektivs bis zur willkürlichen Verfügbarkeit billig und für alle zugänglich, und plötzlich wird es dreist ausgenutzt, so weit, dass es am Ende zerstört ist? Könnte man auch mal drüber nachdenken. Naja, was soll’s? „No nation no borders“ und Bürgerrechte für die ganze Welt!

(Entschuldigung für den Formatfehler zuvor)

s0litud3
16. Oktober 2016 02:47

Der Artikel beleuchtet mögliche (Weiter-)Entwicklungen der Linken, ihr Dilemma wird von @Willkommenskulturlos gut zusammengefasst. Im Übrigen glaube ich nicht an die Verleugnung von Etiketten wie "links" und "rechts", da sie nun einmal im Raume sind und eine Verleugnung schwach wirtke.

Vielmehr kommt es im Kampf um die Meinungs- und Deutungshoheit darauf an, den Begriff "rechts" neu und positiv zu besetzen. Die Linke ist für diesen Kampf (außer als in der Rolle des politischen Gegners) aus rechter Sicht jedoch irrelevant, da sie mehrheitlich indoktriniert, ideologisiert und mit einem festen Weltbild ausgestattet ist, das sie nicht so leicht ablegen wird. Nein, es kommt darauf an, mehr und mehr die politische Deutungshoheit zu erlangen, damit die Mitläufer, Opportunisten und Unzufriedenen ins rechte Lager wechseln - aus welchem Grund auch immer. Dies hat freilich nichts mit staatsmännischem Idealismus zu tun oder einer Philosophie, die alle Menschen als aufgeklärt ansieht und jeden im positiven Sinne überzeugen will. Der politische Kampf ist hart und erfordert Pragmatismus. Dass dem so ist, sehen wir jeden Tag beim politischen Gegner.

Als Beitrag, die Deutungshoheit zu erringen und den politischen Gegner zu verstehen, ist der Artikel mithin hilfreich. Soweit er darauf abzielt, der politische Gegner könne sich ändern, ist dieser Gedanke sinn- und zwecklos und wird deshalb vom Autor ohnehin am Ende verworfen.

vulkanier88
16. Oktober 2016 04:48

Die Vorfälle auf Conne Island sind ein Paradebeispiel für die Theorie der „kognitiven Dissonanz“;
Diese kognitive Dissonanz mussten auch schon Anhänger einer UFO-Sekte erfahren, als die Abholung durch Außerirdische von diesem verderbten Planeten auf sich warten ließ...Um da wieder rauszukommen (Dissonanz auflösen) gibt es nur 2 Möglichkeiten. Entweder man distanziert sich von dieser Sekte und wird abtrünnig, oder man bleibt und redet sich die Mitgliedschaft schön .

Linke Ideologie ist eben auf Realität getroffen, ist doch nun das eingetreten wovor „die Rechten“immer gewarnt haben; Moslems sind nun mal keine „edlen Wilden“, sondern betrachten in ihrer Primitivreligion deutsche Frauen als Freiwild, wie sie es aus ihrer Heimat gewohnt waren.

Linke Ideologie wird immer öfter an der Realität scheitern:
EU, Flüchtlingskrise, „Islam ist Frieden“, ein mehr desselben wird den Linken immer mehr und immer öfter ihrer inneren Widersprüche an der Realität scheitern lassen; umso mehr werden sich die Linken winden müssen und um Erklärungsversuche ringen, bis sie eines Tages aufgeben und sagen werden wie der Fuchs in der Fabel: „Die Trauben sind doch sauer.“

M.
16. Oktober 2016 06:24

Charakterliche Größen wie Mut, Ehrlichkeit und Ethik bei Linksradikalen? Niemals.
Ich durfte gestern mal wieder erleben, wie durchweg verkommen, haßerfüllt und gewalgeil das linke Zeckenvölkchen so aufftritt.
Auf dem Rückweg von einer AfD-Kundgebung in Paderborn (dort wurde mit über 300 Leuten gegen den zeitgleichen Besuch von Angela Merkel protestiert) geriet ich in einen linken Pulk.
Ich wurde von einer Horde 18-20jähriger Linksextremisten umringt, auf das widerwärtigste, nicht zietierfäigste beleidigt, bespuckt und gefragt, wie ich mich als "rassistisches Arschloch, dessen scheißdeutsches Volk jetzt ja zum Glück endlich verrecke" den so fühlte. Wäre nicht umgehend die Polizei erschienen, da bin ich mir zu 100% sicher hätte sich diese linksextremen Jungschläger und vor allem Schlägerinnen (das waren die haßerfülltesten!) wohl auf mich gestürzt.
Nein, diese vollkommen haßerfüllten und vom Seelbsthaß zerfressenen jungen Linken würden ihrem Meinung nicht mal dann ändern wenn sie vergewaltigt würden. Denen wird in den linken Zentren wie Conne Island einfach eine gewaltige Gehirnwäsche verpasst.
Und allein um zu verhindern, dass dem ganzen Volk so der Kopf gewaschen wird, müssen soche linken Terrorzentren endlich bekämpft und geschlossen werden.
Auf jeder Ebene. Auch die AfD könnte hier u.a. parlamentarisch tätig werden.

A.H.
16. Oktober 2016 09:33

Entschuldigung, aber ich lache hier gerade schallend über diese linken Fehlgeleiteten.
Einsichten funktionieren manchmal wirklich nur über den Schmerz.

A.H.
16. Oktober 2016 09:55

Nachtrag : Aber diese Fehlgeleiteten begreifen es ja nicht einmal, wenn man sie zur Schlachtbank führt.

"Gruppen umherziehender Männer gehören wohl zu den meistgehassten und - unter Umständen -gefürchteten Menschengruppen vieler Frauen, Lesben, Schwulen und Transgender auf der ganzen Welt. "

Nein, ich hasse oder fürchte umherziehende Männergruppen nicht. Habe ich nie. Nur umherziehende Araber.
Dieser neue Umstand in meinem Leben, mich überhaupt vor Menschen fürchten zu können, trifft mich.
Das sind die Veränderungen , an die ich mich gewöhnen soll?

Carsten
16. Oktober 2016 12:03

"unverständlich bleibt, warum eben dieser Ansatz nicht auch außerhalb des Conne Islands gültig sein soll? Ist die Wahrnehmung eines Hausrechts nun ein linkes Vorrecht oder die Menschen außerhalb des Eiskellers einfach Menschen zweiter Wahl? Und wie vereinbart sich das mit der Aussage, daß „keine doppelten Standards angelegt werden können“?"

Das sind exakt die richtigen Fragen! Wer sie ehrlich beantwortet, muss erkennen, dass linkes Denken schief zusammengesetzt ist. Ein asymetrischer Humanismus ist gar keiner!

"Der linke Connewitzer entdeckt also den besorgten Bürger in sich selbst: Das bedeutet die (gefühlte) Auflösung der eigenen Identität, zumindest für diesen kurzen Augenblick; ein massiv bedrohlich erlebter Umstand,..."

Nur Mut, ich habe diesen Prozess ehemaliger Linker vor gut zehn Jahren auch überlebt und er hat mir nicht geschadet - im Gegenteil!

Hobby-Satiriker Simplicius
16. Oktober 2016 14:02

Auszug aus „Conne Island Plenum, Oktober 2016":

„Wer bereits die Erfahrung einer ungewollten Berührung im Schritt oder eines umzingelnden, penetranten Antanzversuchs gemacht hat, überlegt sich plötzlich zweimal, ob ein Samstagabend mit Netflix nicht sinnvoller ist, als sich mit aufdringlichen Blicken, Sprüchen und Gegrapsche auseinanderzusetzen. Dies betrifft auch Frauen, die grundsätzlich schlagfertig und wehrhaft sind und sich körperlich nicht als den meisten Männern unterlegen empfinden.“

Diese „sackdoofen, feigen“, linken Schwei.. ! – Was soll man sonst als Vater von Töchtern (und Söhnen) dazu noch sagen?

Ein satirischer Beitrag

Nach juristisch erlaubter Böhmermann-Art gelten „sackdoof, feige“, „schwul“, „pervers“, „verlaust“, „zoophil“ als satirisch legitim, ebenso wie die Bezeichnung „Ziegenficker“ für den Präsidenten der Türkei; - jedoch auf dieses Niveau will ich nicht heruntersteigen.

Sie, diese grenzenlos gutmenschlichen, linksradikalen Aktivist_Innen, die in aller Regel von den Subventionen der politisch-medialen Klasse leben, haben die Mittel, sich mehr oder weniger und sukzessive abzuschotten: Neuerdings Einlass für „Refugees nur noch nach vorheriger Anmeldung per Email“; sie können es sich leisten, mehr Security-Leute anzustellen und zu bezahlen. Auf einmal der Schrei nach Law and Order und Grenzen und Barrieren!

Und, schau an, das Problem haben sie schon seit Monaten erkannt, aber bis zur Einsicht dauerte es:

Da diese Einsicht reichlich spät kam, hatten wir seither einige Auseinandersetzungen und brenzlige Situationen auszustehen.

- Okay, die Türen in der linksradikalen Leipziger Hochburg wurden bzw. werden selektiv geschlossen. Und was ist die Folge? Dieser ganze multi-ethnische Bereicherungsimport, vor dem sie nun selber angstvoll die eigenen Türen schließen, wird in die Bereiche der wehrlosen und als „rassistisch“ beschimpften Normalbürger abgedrängt, zwangsweise nicht selten hineingepresst und losgelassen. – Ja, ich hasse diese „Linken“! Aber „Conne Island“ ist ja nur der Rotz, der den Drahtziehern aus der Nase tropft.

– Kampf! Widerstand!
Hobby-Satiriker Simplicius
(ein unzulänglicher Versuch)
Ist das ein „Hasskommentar“? Einer, wie man ihn im tolerant freiheitlich-demokratischen Deutschland unbedingt verbieten sollte, um „die Demokratie vor den Rechtspopulisten zu retten“? Ich bin unsicher nach dem Ergebnis der juristischen Behandlung der Causa Böhmermann.

Brandenburger Sandstein
16. Oktober 2016 14:26

Großartig geschrieben, und dabei wirklich den Kopf auf den Nagel, ähm nein andersherum. Ne ernsthaft, sehr präzise! Nur sollte man nicht allzuviel Hoffnung in die Reflexion und Selbstheiljngskräfte des linken Lagers stecken: die sind ja schließlich alle links geworden, weil die Flucht aus der Realität gar keine Antworten auf die Realität bietet. Wenn dann doch mal 1-2prozent mit der kommenden Reife wechseln (Michelineffekt^^) dann ist das zu begrüßen, aber nimmer ein Trend. Pathologisch gesehen sind linke traurige gestalten mit der Selbstbeschreibung:"ich hatte eine miese Kindheit." Daher der Drang in die Progressivität..irgendwas dahinten wird schon kommen dass besser ist, als alles was war. Dagegen kann man nicht wirklich argumentieren...konzentrieren wir uns lieber darauf, die argumentativ überlegene Rechte auch lebenswirklich überlegen zu machen: positive Grundeinstellung, Humor, enge familiäre und freundschaftliche Bande, den Wert von Zuverlässigkeit und Loyalität..den Wert von Identität (-> Konsumkritik!)herausstellen ..da haben wir genug zu tun!

Arminius Arndt
16. Oktober 2016 15:34

Guter Artikel zu diesem Anlass (deutlich besser, als der in der JF), an dem ich nur einen Satz kritisieren möchte, der ausgerechnet noch an einer der wirklich besten Stellen des Artikels ("Oder etwas Neues") steht und zwar diesen hier:

Man müßte sich bei jenen entschuldigen, de man mit ihren Ängsten nicht nur allein gelassen,

Das mit den "Ängsten" ist ganz aktuelle Feindsprache. Ständig wird so getan, als ob man als Rechter oder besorgter Bürger Schiss vor irgendetwas habe, da man mit dem Leben offenbar nicht klar komme und insbesondere nicht mit Veränderungen. Diese Ängste würden dann die pöhsen Rechtspopulisten ungerechtfertigt und natürlich gegen jede Fakten schüren etc., um so an die Macht zu kommen.

Dieses Dauermantra von verängstigen, realtitätsfremdelnden Bürgern nervt, da unzutreffend.

Es ist zudem Ergebnis dieser widerlichen Sozialpädagogisierung unseres Staates und unserer Gesellschaft, welche sich an solchen oberdämlichen Formulierungen und Begriffen wie "Ängste ansprechen", "darüber reden", "Notfallseelsorger" etc. immer wieder die Bahn brechen und den politischen Gegner zum Opfer erklärt, dem man ja nur Hilfe zukommen lassen will, den man aber fallen und ausgrenzen darf, wenn er diese Großzügigkeit nicht annehmen will. Alternativ erklärt man ihn für psychisch krank und weist ihn ein ...

Es geht um das Selbstbestimmungsrecht der Völker! Um Brüche bestehenden Rechts und um Verlust des Rechtsstaats und der Ordnungs- und Handlungsfähigkeit des Staates und nicht um irgendwelche Ängste, die man beim Genuss eines frisch gebrühten Brennessel Tees besprechen und lösen könnte. Von daher bitte mit Begriffen wie Ängsten vorsichtig umgehen.

Niemand hat hier ernsthaft Schiss ... niemand muss auch nur mal einfach so in den Arm genommen werden.

eulenfurz
16. Oktober 2016 20:28

Vor einem Jahr zogen sie grölend durch die Straßen mit Schildern "Refugees welcome" und "Mehr Sex mit Ausländern". Jetzt, da ihre Wünsche in Erfüllung gehen, ist es denen auch wieder nicht recht.

Den Betreibern dieses Conne Island ist zu empfehlen, die Schuld an den Fairständigungsschwierigkeiten zunächst im eigenen rassistisch-neokolonialistischen Kontext zu suchen, innezugehen - und demnächst diese "Schutzsuchenden" nicht nur mit freiem Eintritt zu empfangen, sondern zudem mit Freibier zu bewirten. Dann wird die Party sicherlich etwas entspannter.

So entspannt war's letzte Woche:

Im Club angetanzt

Ort: Leipzig; OT Connewitz, Koburger Straße
Zeit: 09.10.2016, 03:10 Uhr

In einem Szene-Club im Ortsteil Connewitz sollte es eine Auseinandersetzung zwischen dem Security-Personal und Gästen gegeben haben, so dass die Polizei gerufen wurde. Von der Auseinandersetzung wusste letztlich niemand etwas, allerdings fanden die Beamten einen Lybier und einen Marokkaner im Freisitz der Lokalität. Einer der beiden war stark aggressiv und beschimpfte das Einlasspersonal als rassistisch. Der Grund dafür konnte nicht ausgemacht werden. Stattdessen meldeten sich nacheinander insgesamt fünf Personen bei den Beamten, die angaben, von den Beiden bestohlen worden zu sein. Unter anderen vermisste eine 20–Jährige ihren Rucksack, ein 17–Jähriger gab an, von beiden angetanzt worden zu sein. Danach fehlte ihm sein Handy. Die Polizei ermittelt nun gegen die beiden 22- und 20-Jährigen. (Ber)

Caroline Sommerfeld
16. Oktober 2016 22:56

Gebe Gott, dass Sie recht haben. Ein erheblicher Teil der Antifa-Leute wird bis zum bitteren Ende bei ihrer wahnsinnigen Ideologie bleiben. In der katholischen Theologie gibt es hierfür einen Ausdruck – er heisst „Verstocktheit“. Gemeint ist hiermit das bewusste Ignorieren von Wahrheiten, die einem genierlich sind.

@ Der Jürgen: oder bei Kant "das radicale Böse" - zu wissen, daß man aus Freiheit böse ist, und es nicht zu unterlassen (anders: aus Unwissenheit oder aus nicht erkannter Freiheit). Die "Bewältigungskommunikation" ist natürlich so zu verstehen, daß die Leute sich jetzt schwer überlegen, wie sie ihren Fehler der Publizität ihrer Erkenntnisse (ließe sich auch mit Kant überlegen, Publizität der Maximen, aber jetzt gerade nicht hier ....) jetzt intern verarbeiten im nächsten "Plenum". Daß sie selber an der Erkenntnis des Realen arbeiten, sehe ich nicht, ebenso wie Sie. Nur daran, wie sie in Zukunft verhindern können, daß Leute wie wir hier davon Wind bekommen, und trotzdem ihr Schuppen nicht insolvent (das Discobetreiberargument ist relevant!) oder untragbar wird.

cherusker69
16. Oktober 2016 23:22

@Der_Jürgen,

sie haben Recht,nur ein Heiliger müsste man sein um diese Leute nicht zu verachten. Was geht in denen Köpfen vor und wie konnte es soweit kommen.
Wir werden es wohl nie erfahren.

Meier Pirmin
16. Oktober 2016 23:27

@Winston Smith. Finde Ihre Kommentare im schon abgeschlossenen Blog bei Lutz Meyer weniger polemisch, dafür exakter und tiefgründiger, ganz besonders der allerletzte im Gesprächsstrang von Lutz Meyer über die philosophische Schule der deutschen Logiker Kamlah und Lorenzen, denen Sie trotz der von Ihnen nicht unpolemisch festgestellten SPD-Affinität, was bei logischen Formeln nicht stark ins Gewicht fällt, hohe Qualität zubilligten. Möchte Ihnen auf diesem Weg noch sagen, dass der Ausdruck "Ihr Vulgärsktepztismus" am Anfang eines Satzes natürlich nicht Kamlah/Lorerenzen meinte, wie Sie es missverstanden, sondern den angesprochenen Blogger @Brügge, der sich sonst seinerseits auf sehr hohem Niveau geäussert hat bis auf eben die "vulgärskeptizistisch" begründete Ablehnung der objektiven Wahrheit. Natürlich wurde den Spitzenlogikern Kamlah und Lorenzen also nicht unterstellt, auf wissenschaftstheoretisch vulgärem Niveau zu argumentieren, was bei einem herkömmlichen Bloggerbeitrag natürlich keine Schande wäre, allenfalls bedeutete: Sie argumentieren etwas stark biertischmässig. Im Normalfall winken die Bademeister das natürlich mit Recht durch. Frau Kositza verwies mal ausdrücklich auf das "gute Herz" von manch einem Grobian, der sich hier äussere.

Es ist natürlich offensichtlich, dass metapolitische Debatten bei Sezession in der Regel mit mehr Argumentationstiefe geführt werden als tagespolitische Auseinandersetzungen. Von hoher Bedeutung scheint mir, dass jeweils ein Ringen und Bemühen um Wahrheit und Wahrhaftigkeit im Vordergrund stehen sollten und nicht bloss polemische und feindbildorientierte Meinungsablagerung innerhalb des sogenannten rechten Lagers und dessen sichtbar unterschiedlichen Profilen, was teilweise etwas an die Frühzeit der Grünen erinnert. Mit Sicherheit ist Ihr Hinweis auf Kamlah/Lorenzen mit Ihren Präzisierungen bei @Lutz Meyer schon deswegen kein Luxus, weil in der entsprechenden Dialogik stets beachtet werden muss, wie ein Begriff oder eine sogenannte Aussagefunktion im Verhältnis Sprecher - Hörer wirkt bzw. im Verhältnis Schreibender - Leser. Bei Kamlah/Lorenzen spielt die Pragmatik des Sprechens und Hörens eine gewaltige Rolle. Bei Nichtbeherrschung der sprachlogischen Regeln kommt es häufig zu Missverständnissen, sogar zu solchen Missverständnissen, die im Einzelfall Wut auslösen, besonders dann, wenn eine gewisse Wut im Schreibenden schon bereits vorhanden ist, bevor er nur in die Taste greift. Da der Gegner oder Feind höchstens ausnahmsweise in der Schreibgemeinschaft sitzt, muss dann halt der je Andersdenkende daran glauben. Polemik kann selbstverständlich auf jedem Niveau stattfinden, wie ich zumal auch von philosophischen Symposien weiss.

Hobby-Satiriker Simplicius
16. Oktober 2016 23:30

Gut, dass Sie es gesagt haben, ist auch meine Rede,
@ Arminius Arndt:

„Dieses Dauermantra von verängstigten, realitätsfremdelnden Bürgern nervt, da unzutreffend.“

Nervt mich auch. Es hat doch nichts mit Angst zu tun, wenn man Entwicklungen und Zustände ablehnt, die man nicht akzeptieren will.

Auch meine Erfahrung, @ M.:

„… durchweg verkommen, haßerfüllt und gewaltgeil, das linke Zeckenvölkchen …“

Stimmt. Am meisten erschrocken bin auch ich jedes Mal, wenn ich den fratzenhaften Hass gegen das Eigene und die ideologische Blödheit vor allem junger (linker) deutscher Gegendemonstrant_innen an den Absperrgittern sehe und höre.

Die Einzelfalle, @ Ellen Kositza:

„Schenkt das Buch Euren Töchtern, Nichten, Freundinnen ….“
Wird erledigt.

Schon gelesen? – Und zwar die Selbstdefinition des Jugendkulturzentrums Conne Island auf dessen eigener Homepage:

„Im Rahmen von gemeinsamen Arbeitswochenenden haben wir uns auf folgende Definition des Conne Island geeinigt: Das Conne Island ist ein Zentrum von und für Linke, Jugend-, Pop- und Subkulturen.“

Soviel ausdrücklich linke(!) jugendliche Pluralität, humanitäre Grenzenlosigkeit und freiheitliche Toleranz, konkludent gipfelnd in: Kein Zutritt für Rechte! - Na, dann eben nicht, Ihr "sackdoofen", linken Wi.....
Hobby-Satiriker Simplicius

hildesvin
17. Oktober 2016 00:01

Seit den Schelmereien um die Scheerer 8 habe ich keinen Genuß an Schadenfreude daran mehr empfunden, und jetzt erst recht nicht. Damals ging deren höchste Empörung gegen die Häme, welche die sogenannten Rechten (zu Recht) über sie verbreiteten, und heute... alles, nur keine Einsicht. Da waren die früheren Roten doch anders: Nach einer zweistelligen Millionenzahl an Toten gelegentlich: Genossen, wir haben ein paar kleine Fehlerchen gemacht ...

ulex
17. Oktober 2016 00:11

Dass zB in der legendären Absackkneipe "Flowerpower" in Leipzig "Personen mit ungeklärten Aufenthaltsstatus" von der Security nicht reingelassen wurden nachdem dort mal ne Nachtschwärmerin vergewaltigt wurde, kann ich zB bestätigen.

Gleichfalls hatte auch das Kölner E-Work wo ausgerechnet Wolfgang Niedekken Mitbesitzer war und welches ja direkt an der Keupstrasse liegt ne äusserst regide Einlasspolitik was Jungtürken angeht, zumindest Anfang der 90er.

Insofern ist dies alles nicht neu - neu, aber, dass das CI dies so öffentlich macht und den Diskurs provziert.

Ich denke da muss man den Genossinnen wirklich Respekt zollen.

Meier Pirmin
17. Oktober 2016 08:42

@Arminius Arndt. Betrachte Ihren Ausdruck "Sozialpädagogisierung" als einen Volltreffer, auch die klare Erkenntnis, dass der Diskurs über die sogenannten Ängste Feindsprache sei. Zu den wenn schon pathologischsten Ängsten gehört in jedem eingefuchsten System die Angst vor der Opposition. Wenn schon, würde diese Pathologie erörtert gehören. Die Angst vor Frau Petry zum Beispiel als Gefahr für Deutschland könnte aus einer hier vorherrschenden Perspektive durchaus humoristisch dargestellt werden.

Der_Jürgen
17. Oktober 2016 09:51

@M.

„Charakterliche Grösse, Mut, Ehrlichkeit und Ethik bei Linksradikalen? Niemals.“

Als Faustregel stimmt das unbedingt, aber gehen Sie mal auf die Website der „Roten Fahne“. Dort werden Sie viele Beiträge finden, die unsereins jederzeit unterzeichnen könnte. Schauen Sie sich beispielsweise diesen an, in dem der antideutsche Rassismus von Ditfurth und Konsorten aufs schärfste angeprangert wird.

https://rotefahne.eu/2015/07/treffen-der-rassisten-und-antikommunisten-am-03-oktober/

Solchen Linksradikalen kann man Mut und Ethik bei all der Verbohrtheit, die sie in anderen Fragen an den Tag legen, wohl kaum absprechen.

Vergessen Sie auch nicht, dass Jürgen Elsässer, Lutz Meyer und noch andere helle Köpfe unseres Lagers von der äussersten Linken her kamen. Sie konnten umdenken. Dass es unter den heutigen Antifanten noch sonderlich viele gibt, die sich von Saulussen zu Paulussen mausern werden, darf man allerdings bezweifeln. Die meisten werden bis zum bitteren Ende in ihrer Verstocktheit verharren.

Müsste ich über sie zu Gericht sitzen, würde ich ihnen immerhin einen wichtigen mildernden Umstand zubilligen. Sie gehören einer Generation an, die durch die Lügenpropaganda des Systems („Deutschland hat eine trübe Vergangenheit“, Heiko Maas) von Kindsbeinen an vergiftet und zum Hass gegen ihre Väter und Grossväter erzogen wurde.

Die Irren, die jeden 13. Februar in Dresden „Bomber Harris, do it again“ skandieren, sind nicht als Irre geboren. Sie wurden zielstrebig zu solchen gemacht. Dass sie als letzte Konsequenz die Auslöschung des „Tätervolkes“, dem sie angehören, verlangen, ist da nur logisch. Dies war von Anfang an der Zweck dieser Art von Erziehung.

Die grössten Verbrecher sind nicht die Antifanten, sondern jene, die sie krank gemacht haben. Beispielsweise jener Bundespräsident, der sich im In- und noch lieber im Ausland bei jeder Gelegenheit kriecherisch für Dinge entschuldigt, von denen er genau weiss, dass sie sich nicht, oder zumindest nicht in der behaupteten Form, zugetragen haben. Die Verantwortung, die diese Seelenmörder auf ihr nicht existierendes Gewissen laden, ist wahrhaft ungeheuerlich.

Heinrich Brück
17. Oktober 2016 13:14

Die Hybris des grundgesetzlich-pluralistisch gepachteten Übermenschen im Angebot, dessen Herrendasein kolonial verbrämt, den Nochnichtdazugehörenden in der Vorstellung das neue Leben zu bringen vermag. Weil aber der Nochnichtdazugehörende dieses Verlust- und Ausrottungsgeschäft durchschaut, wird er niemals den Handschlag dafür reichen.
Der Invasor und Eroberer hat eine alte Sicht auf die Dinge. Verdrängung, Assimilation. Wer in diese Gemeinschaft einheiratet, was vorkommt, hat nur innerhalb der alten Gesetze ein Partizipationsrecht. Zu melden hat er nichts.
Die Kollision offenbart den Widerspruch. Ein Eroberer kann den zu Erobernden nur verachten. Der Eroberte verliert seine Würde durch Selbstverschulden; seine wehrunfähige Selbstaufgabe tritt in der Erniedrigung der Selbstanbiederung ins Feld und kann abgeerntet werden. Je weiter die Selbsterniedrigung sinkt, desto größer die Ablehnung der Angebote der Verlierer.
Sieht sich der Verlierer als Verlierer, bricht alles zusammen.

@ Meier Pirmin
Das Diktum von Novalis: Fragmente, 18. Kap. https://gutenberg.spiegel.de/buch/fragmente-6618/18
Wird auch von Wolfgang Koeppen in seinem Roman 'Das Treibhaus' als zweites Motto vorangestellt.
(die wahre objektive Wahrheit = Gott;)

Jin Ling
17. Oktober 2016 17:05

Die meisten Refugees wissen wohl nicht dass das Conne Island nichts von Palästinensern hält-mit Pali Tuch kommt man dort angeblich nicht rein-die meisten Refugees sind aber bekanntlich wie auch Türken etc. für die armen Palästinenser.

Kettenraucher
17. Oktober 2016 18:30

Sarcasmus!!

Nee also, da gabs Haue?
Die Roten solln sich nich so lullig hamm, in Frankreich sind die Neubuntbürger mit der AK74 zur Party in den Bataclan Club gekommen!
Das war weit schlimmer!

Meier Pirmin
17. Oktober 2016 21:08

@Heinrich Brück. Der Novalis-Beleg, den ich lange gesucht habe, ist mir wertvoll. Entschuldigen Sie noch, dass ich Sie als @Brügge angesprochen habe, schreibe, meist sogar beim Zitieren, auswendig. Und das mit dem Vulgärskeptizismus war erst noch nicht persönlich gemeint, sondern betrifft allgemein die Meinung, Wahrheit sei sowieso nur subjektiv und deswegen sei mehr oder weniger alles im Diskurs als Meinung ungefähr gleich wahr oder gleich falsch. Das Wichtigste an der objektiven Wahrheit ist, vereinfacht gesagt, dass wir hier, wenn wir uns zusammen unterhalten, gelegentlich sogar in schwierigen Sachen objektiv wahre Sätze sagen, nur wissen wir nicht, welche von den von uns für wahr gehaltenen Sätzen auch wirklich objektiv wahr sind. Aber zweifelsfrei gibt es bei unseren Aussagen wahrheitsmässig beträchtliche Qualitätsunterschiede, was aber nicht mit akademischen Abschlüssen zu verwechseln ist, nicht mal mit trefflichen Zitaten. Ausserdem lässt sich der Verdacht auf das Falsche zumal Unsinnige leichter bestätigen.

Meier Pirmin
17. Oktober 2016 21:30

@Diesen Satz hat nun also _derjürgen bei den Linksextremen gelinkt:

Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen.

Friedrich Engels

Dies ist kein empirischer Satz, sondern ein zweckrationaler machtpolitischer Regelsatz, es sei denn, Engels hätte ihn nur für einen einzigen Fall gelten lassen. Jeder Meister der Politik, von Machiavelli über Thomas Hobbes bis Carl Schmitt hätte diesen Satz sinngemäss, natürlich je noch ans politische Umfeld angepasst, formulieren können. Sich solchen semiotischen Grundeinsichten in das Regelwerk des Poltischen zu entziehen, entspricht wohl dem Prädikator "dumm", um es mit Kamlah/Lorenzen zu ergänzen. Dabei sind jedoch die letztinstanzlichen Aufsteller von Denkverboten keineswegs dumm. Die Herrschaft des Satans ist bekanntlich aus biblischer Sicht die Herrschaft des Vaters der Lüge, des Lügners seit Anbeginn. Beim Transportpersonal gibt es jedoch Leute, welche die Lüge glauben. Diese werden seit einigen Jahren nicht unzutreffend "Gutmenschen" genannt. Theologen als geschulte Lügenprofis schon seit dem Hexenhammer sollte man jedoch keineswegs mit denselben verwechseln.

Nordlaender
17. Oktober 2016 21:36

@ Meier Pirmin

"Zu den wenn schon pathologischsten Ängsten gehört in jedem eingefuchsten System die Angst vor der Opposition."

Eben nicht. Die Furcht vor Oppositionellen ist nachvollziehbar. Ängste/Phobien (Sprache der Kulturmarxisten) sind es nicht. Vergleiche: a)
Müller steigt nie in einen Aufzug (pathologisch) - b) Meier befürchtet, die Prüfung nicht zu bestehen, er hat sich schlecht vorbereitet.
Herrn Arndt sei gedankt, der schludrige Umgang mit Begriffen wie Furcht-Angst-Ängsten-Phobien kann gar nicht genug getadelt werden.

Winston Smith 78699
17. Oktober 2016 22:53

@ Meier Pirmin

Entschuldigung wegen des Mißverständnisses von wegen "vulgär" - just als ich es merkte und korrigieren wollte, war der Strang abgeschnitten. Auf die Konstruktivistenlogik gebe ich in der Tat große Stücke. Mit Polemik spiele ich bisweilen natürlich, um zuzuspitzen und vor allem einer lebendigen Diskussion zuliebe. Denn ich bin erstens gerne und möglichst lange noch ein Hitzkopf und zweitens überzeugt, daß umso mehr gute Ideen aufgetischt werden und damit unter die Augen der Vordenker und anderer Leser geraten, je fetziger es zugeht. Ja, ich glaube an den wilden Diskurs, die Masse, das Brainstorming als einen Weg des Fortschritts. Bezüglich Herta Müller will ich zurückstecken: die hat das Thema der Diktatur schon zur Genüge durch und kann sich eine solche Konfrontation eventuell kein zweites Mal antun. Dafür aber: Widmer, Genazino, Mercier (Bieri), Kehlmann!

t.gygax
18. Oktober 2016 06:26

@meierpirmin
"Theologen als geschulte Lügenprofis"- also manchmal formulieren Sie nicht in epischer Breite, sondern kurz und knapp. Und das richtig gut.
erfreute Grüße aus dem großen Kanton

Der_Jürgen
18. Oktober 2016 09:07

@Meier Pirmin (Wortmeldung von 21.30 betreffs Engels-Zitat).

Diesmal ist Ihnen ein Volltreffer gelungen, zu dem ich gratuliere. Die letzten fünf Sätze sind unübertrefflich gut.

Meier Pirmin
18. Oktober 2016 09:11

@Nordländer. Sie machen eine nicht zu unterschätzende Präzisierung. Es blebit aber dabei, dass Arndt eine der wichtigsten Bemerkungen gemacht hat, die heute über das politische Leben möglich sind.

@Winston.Smith. Setzen Sie sich mal, betr. Herta Müller, mit Banater Schwaben in Verbindung. Ich würde Ihnen gegenüber dieser Autorin zu skeptischer Vorsicht raten.

Meier Pirmin
18. Oktober 2016 09:34

@Gygax. Meine Bemerkung über die Theologen klingt natürlich polemisch. Aber sogar die hatten mal bessere Zeiten. Schrieb in in einer Studie über den Kulturkampf über das Moralbuch des Jesuiten Gury, das im 19. Jahrhundert sehr umstritten war, z.B. wegen der Technik des geheimen Vorbehaltes und anderem. Die Jesuiten machten tatsächlich praktisch höchst kluge Anregungen, die jeder Politiker gebrauchen kann: Nämlich wie man in einer schwierigen Situation mit der Wahrheit nicht rausrückt, ohne direkt zu lügen. Wahre Sätze zu Täuschungszwecken verwenden. Da müssen Sie schon Profi sein, ein Trump und ein Clinton erregt da nur Mitleid. Den geheimen Vorbehalt entwickelten die Jesuiten zu einer hochentwickelten Technik. Wenn man denkt, dass die Verschwörer des 20. Juli, bekannt für ihre moralischen Skrupel, sich über solche Fragen, natürlich auch den Tyrannenmord, zum Teil noch mit ihren Beichtvätern unterhalten haben. Roland Freisler hat deswegen noch einen Beichtvater festnehmen lassen, das wäre wieder eine andere ganz spezielle Geschichte.

Winston Smith 78699
19. Oktober 2016 20:22

@ Meier Pirmin

Setzen Sie sich mal, betr. Herta Müller, mit Banater Schwaben in Verbindung.

Ich kannte nur mal einen Siebenbürger Sachsen, muß also von meinen Netzfunden ausgehen. Ja, Müller und ihre Landsmannschaft haben kein gutes Verhältnis. Das erklärt sich wohl sofort auch aus einer neurotischen Persönlichkeit, wie sie zu so einer Schreibenden verkaufsfördernd passt, wie vielleicht bei der Jelinek oder der Bachmann auch. Man stelle sich nur vor, eine Autorin stünde im Ruf, normal zu sein ... Wenn so eine dann die Kindheit schreibt, was soll da rauskommen als zwangsläufig Land-Horror mit mißgeborenen Hinterwäldlern und Kettensägen? Stephen King, Hinterkaifek, Schlafes Bruder, die Brennergeschichten von Haas, die Schmutzgeburt bei Süskind. (Kennen Sie mehr davon? In den USA scheint der Film "Deliverance" 1972 so was der wie der Zünder eines Genres bis hin zum Borat-Film gewesen zu sein.) Ist es nicht letztlich das Hexenhaus oder Kaspar Hausers Kerker? Viel mehr als ein paar unfreundliche Aussagen von C. D. Florescu fand ich noch nicht raus, aber solche gibt es wohl über jeden nach der Diktatur.

Heinrich Brück
20. Oktober 2016 00:08

Für Herta Müller ist Schönheit politisch.
https://www.welt.de/print/die_welt/literatur/article132675958/Schoenheit-ist-politisch.html
Und Putin beleidigt ihren Verstand.
In ihrem Erzählband "Niederungen" gibt es eine Geschichte mit dem Titel "Das schwäbische Bad", 1981 in der Neuen Banater Zeitung vorpubliziert und postwendend für Empörung sorgend. Hätte sie nicht alle Banater Schwaben in einer armen Nitzkydorfer Badewanne ein Bad nehmen lassen, die Vorstellung als Autorin wäre vielleicht anders verlaufen. Aber es gab noch andere Niederungen.
Wenn Geschichten die Motive zeigen, warum sie so und nicht anders zustandekamen, verliert die Wahrheit nicht ihre Geduld. Bei Herta Müller werden die Dinge oft in den Raum gestellt. Dichtung. Schafft die Atmosphäre der Dichtung dann die Wahrheit?

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.