Donald Trump – Alternative für Amerika?

Selbst bei George W. Bush war sich die bundesdeutsche Öffentlichkeit nicht so einig in der apodiktischen Ablehnung... 

Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

der Per­son wie bei Trump. Die Sezes­si­on hat sich in die­sem Jahr bereits mehr­fach mit der Prä­si­dent­schafts­wahl beschäf­tigt, da mit beson­de­ren Rück­wir­kun­gen auf Deutsch­land und Euro­pa, vor allem aber auch auf den Nahen und Mitt­le­ren Osten zu rech­nen ist. In der 73. Aus­ga­be (Rest­ex­em­pla­re vor­han­den!) frag­ten wir, ob Trump eine Alter­na­ti­ve für Ame­ri­ka ver­kör­pe­re. Nun ist er gewählt, und die Fra­ge, wel­che geo­po­li­ti­schen Stand­punk­te er ein­nimmt, bedarf daher einer Klärung:

Mit dem Ter­ror­an­griff eines Sym­pa­thi­san­ten der sun­ni­ti­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Isla­mi­scher Staat (IS) in Orlan­do, bei dem im Som­mer 2016 fast 50 Gäs­te eines bei Homo­se­xu­el­len belieb­ten Nacht­clubs mas­sa­kriert wur­den, spitz­te sich der Wahl­kampf in den USA wei­ter zu. Denn ob Home­grown ter­ro­rism oder IS-Con­nec­tion (oder bei­des): Die Rück­wir­kun­gen des gro­tes­ken Ver­hal­tens der USA in Syri­en und im Irak haben mit aller Bru­ta­li­tät die Par­ty­zo­ne der US-Ame­ri­ka­ner getroffen.

Das lavie­ren­de Ver­hal­ten des amtie­ren­den Prä­si­den­ten Barack Oba­ma, das über Jah­re hin­weg die För­de­rung in Syri­en agie­ren­der »Oppo­si­ti­ons­grup­pen« mit ein­be­zog, ziel­te von vorn­her­ein ab auf die Schwä­chung Syri­ens und sei­ner regio­na­len (Iran) wie über­re­gio­na­len Part­ner (Ruß­land). Von Washing­ton D.C. aus ließ sich der Krieg der Rebel­len je nach Lage ein­däm­men oder ein­hei­zen. Aber nun ist der Punkt gekom­men, an dem das Resul­tat einer Kom­bi­na­ti­on aus Fai­led sta­tes, Inter­ven­ti­ons­krie­gen und sun­ni­tisch-waha­bi­ti­scher Ideo­lo­gie – der IS – glo­bal für Angst und Schre­cken sorgt.

Wie der Her­aus­for­de­rung der bis­her mäch­tigs­ten Ter­ror­mi­liz und ihrer geis­ti­gen Ver­wand­ten um Nus­ra- oder Isla­mi­sche Front zu begeg­nen sei, ist ein heik­les The­ma im Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf. Zumal mit der vor­ma­li­gen US-Außen­mi­nis­te­rin Hil­la­ry Clin­ton aus­ge­rech­net eine Demo­kra­tin im Novem­ber zur Wahl ste­hen wird, die, so Mal­te Danil­juk tref­fend in den Blät­tern für deut­sche und inter­na­tio­na­le Poli­tik, »wie kaum eine ande­re« für Men­schen­rechts­im­pe­ria­lis­mus ste­he – ein sol­cher schür­te wie­der­um den »Flä­chen­brand« (Karin Leu­ke­feld) im Nahen Osten wesentlich.

Da die­se ver­hee­ren­de Rol­le Clin­tons eben­so bekannt ist wie ihre ideel­le Nähe zu neo­kon­ser­va­ti­ven Posi­tio­nen, rich­tet sich das Augen­merk anti­imperialistisch ori­en­tier­ter Krei­se – spe­zi­ell in Euro­pa – natur­ge­mäß auf ihren schärfs­ten Wider­sa­cher und Kon­kur­rent um den Ein­zug ins Wei­ße Haus: Donald Trump. Die­ser Immo­bi­li­en­mil­li­ar­där, das Pro­dukt der auf Skan­da­le und Unter­hal­tung aus­ge­leg­ten Bou­le­vard-Medi­en­ge­sell­schaft par excel­lence, ist der­zeit das Feind­bild aller links­li­be­ra­len, libe­ra­len oder auch west­lich-kon­ser­va­ti­ven Publi­zis­ten. Einer­lei ob Frau­en­ver­ach­tung, Waf­fen­nar­re­tei, Islam oder Ras­sis­mus: Es gibt kaum ein The­ma, das sich nicht eig­ne­te, um den all­zu­oft pol­tern­den Trump als den Schre­cken der Welt zu zeich­nen. Dabei ist es neben die­sen klas­si­schen Sujets der Poli­ti­schen Kor­rekt­heit die außen­po­li­ti­sche Hal­tung Trumps, die vie­le Kolum­nis­ten am meis­ten ver­stört. Jan Fleisch­hau­er mein­te etwa, Trump sei außen­po­li­tisch von lin­ken Stand­punk­ten geprägt.

Der Vor­zei­ge-Libe­ral­kon­ser­va­ti­ve des Spie­gel wirft die Bemer­kung so in den vir­tu­el­len Raum, als ob die­se ver­meint­lich »lin­ken Posi­tio­nen« ange­sichts des per­p­etu­ier­ten Elends »rech­ter« US-ame­ri­ka­ni­scher Welt­po­li­tik etwas Schlech­tes ver­hei­ßen müß­ten. Und Theo Som­mer, der Bil­der­berg-ver­netz­te »Alt-Kader des Pro-Ame­ri­ka­nis­mus« (Erhard Cro­me), stöhnt bei Zeit Online auf: »Bloß nicht Trump!«. Jen­seits des Atlan­tiks stößt Trump bei den außen­po­li­ti­schen Fal­ken der US-Poli­tik eben­falls auf Ableh­nung. Ob Robert Gates, ehe­dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, oder Peter King, renom­mier­ter Sicher­heits­ex­per­te: Unab­hän­gig von Par­tei­zu­ge­hö­rig­keit plag­ten vie­le geo­po­li­ti­sche Leit­wöl­fe die unkla­ren, bis­wei­len vari­ie­ren­den Stand­punk­te Trumps bezüg­lich der Rol­le der USA in der Welt.

Beson­ders die Neo­cons, unter Geor­ge W. Bush noch laut­star­ke Repu­bli­ka­ner und aktivs­te außen­po­li­ti­sche Netz­werk­grup­pe, sto­ßen sich an Trump und prä­fe­rie­ren – erst­mals seit Rea­gan – die Demo­kra­ten in der Per­son von Hil­la­ry Clin­ton. Wil­liam Kris­tol, Sohn des Neo­con-Vete­ra­nen Irving Kris­tol, ätzt regel­mä­ßig gegen Trump, Robert Kagan zieht Ver­glei­che zwi­schen Trumps Sie­ges­zug inner­halb der Grand Old Par­ty mit der Heim­su­chung durch die Pest, und ein Sam­mel­su­ri­um Dut­zen­der ein­fluß­rei­cher popu­lä­rer Neo­kon­ser­va­ti­ver um den His­to­ri­ker Max Boot ver­brei­te­te einen Offe­nen Brief gegen Trumps »Prin­zi­pi­en­lo­sig­keit« in außen­po­li­ti­schen Fragen.

Die Angst des Neo­con-Main­streams ist begrün­det – und somit die Hoff­nung all jener, die eine defen­si­ve bis iso­la­tio­nis­ti­sche Wen­de der USA befür­wor­te­ten. Denn Trump bricht gleich mit meh­re­ren Tabus der gegen­wär­ti­gen neo­kon­ser­va­ti­ven Agen­da: Ver­hand­lun­gen mit Iran? Ja, aber bit­te bes­ser, als es die gegen­wär­ti­ge Regie­rung bezüg­lich des Atom­deals leis­te­te. Isra­el? Er wol­le als ehr­li­cher Mak­ler zwi­schen Paläs­ti­nen­sern und Israe­lis wir­ken. Mili­tä­ri­sche Inter­ven­tio­nen, etwa in Syri­en? Kost­spie­lig und kon­tra­pro­duk­tiv. Putin? Inter­es­san­ter, star­ker Mann. NATO? Könn­te man auf­lö­sen. Der Irak-Krieg? Basier­te auf Lügen und ver­ur­sacht bis heu­te Probleme.

Trump schlach­tet somit eine hei­li­ge Kuh der Neo­kon­ser­va­ti­ven nach der ande­ren. Und doch ver­hält es sich frei­lich nicht so ein­fach und holz­schnitt­ar­tig, wie Kris­tol, Fleisch­hau­er, Som­mer et al. befürch­ten und Kri­ti­ker des US-Inter­ven­tio­nis­mus hof­fen. Es lohnt sich daher, Donald Trumps außen­po­li­ti­sche Grund­satz­re­de, die er im April 2016 vor exklu­siv gela­de­nen Gäs­ten des Nixon­schen »Cen­ter for Natio­nal Inte­rest« hielt, einer nähe­ren Betrach­tung zu unter­zie­hen. Denn obwohl Trump durch­aus dafür bekannt ist, wider­sprüch­li­che Auf­fas­sun­gen inner­halb weni­ger Tage medi­al zu kom­mu­ni­zie­ren, wer­den doch eini­ge Leit­li­ni­en deut­lich, ent­lang derer Trumps außen­po­li­ti­sche Stand­punk­te verlaufen.

Trump sieht zunächst eine Tra­di­ti­on des Schei­terns der ame­ri­ka­ni­schen Außen­po­li­tik seit Ende des Kal­ten Krie­ges wir­ken. Die fehl­ge­lei­te­te Poli­tik unter Geor­ge W. Bush und – vor allem – Barack Oba­ma habe alle mög­li­chen Kon­tra­hen­ten oder Geg­ner der USA – von Chi­na bis Isla­mis­men – gestärkt, wäh­rend das eige­ne Pres­ti­ge auf der Stre­cke geblie­ben sei. Die NATO erge­be zwar in der Theo­rie Sinn, kön­ne aber nur dann bei­be­hal­ten blei­ben, wenn ande­re Part­ner des Ver­tei­di­gungs­bünd­nis­ses stär­ker aktiv wer­den; ansons­ten stün­de ein Aus­tritt der USA aus dem von ihr geschaf­fe­nen Kon­strukt zur Debatte.

Bezüg­lich des Iran ver­hält sich Trump aller­dings hier kri­ti­scher, als die erwähn­ten Neo­cons die Öffent­lich­keit glau­ben las­sen wol­len. Denn Trump schwört sein Publi­kum ein, daß es mit ihm einen nukle­ar bewaff­ne­ten Iran nicht geben wer­de. Unklar bleibt, wie­viel Ener­gie und Risi­ko­be­reit­schaft Trump inves­tie­ren wür­de, um Tehe­ran an die­sen Selbst­schutz­maß­nah­men zu hin­dern. Mög­lich, daß es dem Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten vor allem um Sank­tio­nen und Ver­hand­lungs­druck geht, denn einen – schier unglaub­li­chen – Prä­ven­tiv­krieg gegen den Iran for­dern allen­falls Neo­kon­ser­va­ti­ve auf aller Welt, Trump bis dato jedoch in kei­ner Weise.

Her­vor­zu­he­ben aus deut­scher und euro­päi­scher Per­spek­ti­ve ist sicher­lich Trumps Ankün­di­gung, mit Putins Ruß­land stär­ker bei der Bekämp­fung des Ter­ro­ris­mus zusam­men­ar­bei­ten zu wol­len. Gera­de die momen­ta­ne Wei­ge­rung Oba­mas, sich bes­ser mit dem ewi­gen Riva­len im Anti­terrorkampf in Syri­en abzu­stim­men, sorgt für die bestür­zen­de Lage in der kriegs­ent­schei­den­den Regi­on Alep­po: Weil bei den Rebel­len­al­li­an­zen, die dort unter der Regie der Al-Qai­da-nahen Nus­ra-Front kämp­fen, auch US-unter­stütz­te Kräf­te wir­ken, kann Ruß­land sei­nem Ver­bün­de­ten Syri­en nicht in der Form hel­fen, wie es mili­tär­stra­te­gisch nötig wäre. Putin will nicht als Zer­stö­rer der Ver­hand­lungs­hoff­nun­gen dar­ge­stellt wer­den kön­nen und beläßt sei­ne Luft­streit­kräf­te daher vor allem in den Wüs­ten­re­gio­nen Syri­ens gegen den IS im Ein­satz, wäh­rend im urba­nen Raum Alep­po von Sei­ten Ruß­lands – rela­ti­ve – Zurück­hal­tung geübt wer­den muß.

All das könn­te sich mit einem Prä­si­den­ten Trump ändern, der die Prio­ri­tät der gemein­sa­men Bekämp­fung des Isla­mis­mus nicht zuletzt seit Orlan­do gebets­müh­len­ar­tig preist. Allein, das tat auch der Neo­con Bush jr. und ver­schlim­mer­te die Lage im Nahen und Mitt­le­ren Osten auf dras­ti­sche Art und Wei­se. Der IS als größ­te der Ter­ror­mi­li­zen ist bei­spiels­wei­se ein Fol­ge­pro­dukt der kriegs­be­las­te­ten Ära Bush, einer Ära, die poli­tisch und finan­zi­ell bis heu­te an der Sub­stanz der USA zehrt. Genau dies stößt Trump auf: Der Impe­ria­lis­mus von Bush hat den Staa­ten nur neue Fein­de ein­ge­bracht, und der huma­ni­tär ver­klei­de­te Soft­im­pe­ria­lis­mus Oba­mas brach­te eben­falls kein ver­bes­ser­tes Anse­hen der USA in der Welt, son­dern neue Kon­flikt­her­de, krie­ge­ri­sche Ver­wick­lun­gen und – für Trump zen­tral – finan­zi­el­le Ver­lus­te in exor­bi­tan­ter Art und Weise.

Es geht Trump also um die Umkehr die­ser seit min­des­tens 9/11 anhal­ten­den Ent­wick­lung. Er ist kein Iso­la­tio­nist wie die Iko­ne eines bes­se­ren Ame­ri­ka, Ron Paul, und auch »lin­ke« Stand­punk­te in der glo­ba­len Poli­tik, sind nicht sei­ne Sache, son­dern die des Clin­ton unter­le­ge­nen Ber­nie San­ders. Ein Prä­si­dent Trump wür­de, soviel dürf­te fest­ste­hen, an kon­ser­va­ti­ve (nicht: neo­kon­ser­va­ti­ve) Grund­sät­ze tra­di­tio­nel­ler Außen­po­li­tik anknüp­fen. Das heißt: Anstatt einer mora­li­sie­ren­den und inter­ve­nie­ren­den Welt­po­li­zei-Atti­tü­de wäre es Trumps Stre­ben, im Sin­ne einer rea­lis­tisch aus­ge­rich­te­ten Poli­tik das Best­mög­li­che für die letz­te Super­macht zu errei­chen. Das Best­mög­li­che meint hier im Sin­ne der Trump­schen Leit­mo­ti­ve: »Ame­ri­ca First« und »Make Ame­ri­ca Gre­at Again« – und zwar ohne mili­tä­ri­sche Husa­ren­rit­te, öko­no­mi­sche Aben­teu­er und Impe­ri­al overstretch.

Wie Erhard Cro­me rich­tig zusam­men­faßt, strebt Trump also zual­ler­erst nach wirt­schaft­li­cher Stär­kung der USA. Des­halb arti­ku­liert er sich so kri­tisch zum kost­spie­li­gen inter­ven­tio­nis­ti­schen Prin­zip. Die Fra­ge, die sich all jene stel­len müs­sen, die geo­po­li­tisch eine mul­ti­po­la­re Welt anstre­ben, ist frei­lich die, ob Trump nach einer even­tu­el­len Gesun­dung der der­zeit kata­stro­pha­len öko­no­mi­schen Lage inner­halb der USA bei sei­nem momen­tan ein­ge­schla­ge­nen außen­po­li­ti­schen Kurs blie­be, ob er also auch nach einer ame­ri­ka­ni­schen Renais­sance »den fal­schen Gesän­gen des Glo­ba­lis­mus« wider­stün­de und den »Zyklus der Feind­schaft« zu Ruß­land wei­ter­hin durch­bre­chen wol­len würde.

Für Euro­pa ist aber so oder so zudem von immenser Bedeu­tung, daß Trump aus pro­tek­tio­nis­ti­scher Per­spek­ti­ve her­aus argu­men­tiert und inter­na­tio­na­len Frei­han­dels­ab­kom­men wie TTIP, TiSA und CETA eine Absa­ge erteilt. Er trifft nicht zuletzt hier die Stim­mung des »ein­fa­chen Man­nes« der unte­ren Schich­ten, der sich von Oba­ma und der links­li­be­ra­len bis neo­kon­ser­va­ti­ven polit­me­dia­len Eli­te nicht ver­tre­ten fühlt, des­sen Ver­dienst häu­fig nicht zum Leben aus­reicht und der sich ver­bit­tert von Job zu Job han­gelt, wäh­rend gera­de im Finanz­sek­tor wei­ter spe­ku­liert und pro­fi­tiert wird.

Daß gera­de die Ver­lie­rer der kapi­ta­lis­ti­schen Ell­bo­gen­ge­sell­schaft den Sie­ger einer sol­chen beju­beln und von Erfolg zu Erfolg trei­ben, mag ver­wun­dern, ist aber einer­seits, so Johan­nes Simon zutref­fend in kon­kret, dem Fakt geschul­det, daß sie sich mit der sou­ve­rän zur Schau gestell­ten Macht – bzw. dem star­ken Mann, den Trump mimt – iden­ti­fi­zie­ren. Ande­rer­seits gilt es zu ergän­zen, daß Trump trotz aller Erfol­ge einst­wei­len ein Außen­sei­ter im hege­mo­nia­len Betrieb ist. Er kommt aus kei­nem der eta­blier­ten neo­kon­ser­va­ti­ven oder libe­ra­len Netz­wer­ke, die Par­tei-Funk­tio­nä­re sind gegen ihn, selbst der repu­bli­ka­nisch-popu­lis­ti­sche TV-Sen­der Fox News ist Trump-kri­tisch. Und so ist Trump für die ein­hei­mi­schen Deklas­sier­ten der libe­ral­ka­pi­ta­lis­ti­schen Gesell­schaft – bereits als »Trumpen­pro­le­ta­ri­at« ver­spot­tet – das Sym­bol eines abseits ste­hen­den Tita­nen, der mit den klas­si­schen Posi­tio­nen und Iko­nen der Demo­kra­ten und Repu­bli­ka­ner aufräumt.

Ob es dem Ziel einer mul­ti­po­la­ren Welt dien­lich sein wird, falls ein sich auf Inne­res und Sicher­heit kon­zen­trie­ren­der Trump tat­säch­lich 45. Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka wür­de, steht frei­lich in den Ster­nen. Alain de Benoists Skep­sis gegen­über dem »macht­durch­tränk­ten Dr. Selt­sam« ist jeden­falls eben­so begründ­bar wie die poli­ti­sche Fas­zi­na­ti­on für das nur unter heu­ti­gen Ver­falls­kon­stel­la­tio­nen denk­ba­re »Phä­no­men Trump«. Aus sou­ve­rä­nis­ti­scher Per­spek­ti­ve ist Trump in jedem Fal­le das klei­ne­re Übel gegen­über der aus­ge­wie­se­nen, nach Inter­ven­tio­nen dürs­ten­den west­li­chen Uni­ver­sa­lis­tin Hil­la­ry Clin­ton. Trump ver­kör­pert einst­wei­len die mini­ma­le Hoff­nung, der end­gül­tig zuschnap­pen­den »Ame­ri­ka­ni­sie­rungs­fal­le« (Micha­el Wies­berg) zu entkommen.

Es ist gewiß wider­sprüch­lich, auf der einen Sei­te eine schwer kal­ku­lier­ba­re Per­son zu favo­ri­sie­ren, die »Ame­ri­ka wie­der groß machen« möch­te, aber auf der ande­ren Sei­te der Idee eines sub­stan­ti­el­len »Anti­ame­ri­ka­nis­mus« treu zu blei­ben, einer Idee, die auf­grund der geo­po­li­ti­schen Gesamt­la­ge wie­der an Bedeu­tung zunimmt. Doch die­sen Ant­ago­nis­mus gilt es fau­te de mieux aus­zu­hal­ten.

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Benedikt Kaiser

Benedikt Kaiser ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Verlagslektor.

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Kommentare (40)

Der_Jürgen

10. November 2016 10:54

Der vorsichtige Optimismus dieses Artikels sagt mir sehr zu. Benedikt Kaiser verfällt nicht in den Fehler mancher amerikanischer und deutscher Patrioten, die Trump hymnisch allerlei Vorschusslorbeeren streuen und ihn als "great leader" bzw. als "Retter der weissen Menschheit" feiern. Er wird sich bewähren müssen, und an Feinden wird es ihm nicht fehlen. Dennoch, was für ein himmelweiter Unterschied zu Hexe Hillary. Natürlich ist der Spielraum der nationalen Kräfte in Deutschland und anderswo durch dieses Wahlergebnis mit einem Schlag sehr viel grösser geworden.

Der Krieg gegen den Grossen Austausch und die Vernichtung der abendländischen Kultur ist längst nicht gewonnen, wohl aber eine grosse Schlacht

Sascha

10. November 2016 11:06

Nicht Trump hat gesiegt, sondern Hitlary Clinton hat verloren.

Das ist für mich das, worauf es ankommt. Man kann natürlich hoffen, dass Trump eine Außenpolitik macht, die in Richtung Isolationismus tendiert. Allzu viel Hoffnung sollte man sich da aber nicht machen. Dazu ist der deep state zu stark. Und für darüber hinausgehende Hoffnungen sehe ich gar keinen Grund.

Aber im Vergleich zur ganz aktuellen Kriegsgefahr, die von Clinton ausging, ist es schon eine gewaltige Erleichterung.

Judith

10. November 2016 11:19

Nun ist Trump also gewählt und das restdeutsche Feuilleton von FAZ über WELT bis ZEIT verfällt in diffuse Ängste. Welche Richtung Trump tatsächlich favorisieren wird [außen- wie innenpolitisch] wird man am ehesten an seinem Beraterstab ablesen können. Schauen wir also, wem Trump welches Amt anbietet.

Bedeutend epochaler als den Sieg Trumps finde ich die Tatsache, dass es den Medienoligarchen erneut nicht gelungen ist, das gewünschte Ergebnis herbei schreiben zu lassen.

Nach OXI, nach AFD, nach Brexit nun also Trump. Hervorragend.

Th. Wawerka

10. November 2016 11:36

Der_Jürgen:

Natürlich ist der Spielraum der nationalen Kräfte in Deutschland und anderswo durch dieses Wahlergebnis mit einem Schlag sehr viel grösser geworden.

Das ist die spannende Frage!
Ich vermute, in den USA wird nun ein Kulturkampf losgehen, wie wir ihn in Deutschland gegen Pegida, die AfD et al. bereits kennen - die ersten Anzeichen gibt es ja bereits: Demonstrationen, Hetze, Drohungen. Der Mann hat noch nicht mal den kleinen Finger krumm machen können, ist noch nicht mal vereidigt, da formiert sich schon der "Widerstand".
Ich vermute weiter, jeder Fehler, den Trump macht, oder was irgend sich als Fehler auslegen lässt, wird dann auch hierzulande mit erhobenem Zeigefinger gegen uns verwendet werden; man wird den ängstlichen Deutschen ins Gewissen reden und sagen: "Seht ihr, DAS passiert, wenn ihr AfD wählt ..." usw. usf. Gerade mit dem Rückbau von Sozialleistungen wie Obamacare wird man effektiv Angst schüren können. Die AfD stünde dann wohl vor der Wahl, sich entweder deutlich von Trump zu distanzieren oder die Flucht nach vorn anzutreten und ein Programm sozialer Segnungen zu präsentieren (was ich nicht für die schlechteste Alternative hielte ...).
Ich vermute, Trump bedeutet für die NR Europas beides: Rückenwind und Gegenwind. Es wird auf jeden Fall nicht einfacher.
ABER: Auch wir werden beobachten und studieren können, auf welche Weise der politische Gegner reagiert, zu welchen Mitteln er greift, worauf man sich einzustellen hat. Ich vermute, die Hardcore-Clinton-Fans werden die Hand ausschlagen, die Trump ihnen in seiner Rede hinhielt, auf die Einheit und das Wohl oder Wehe der Nation spucken und die gesellschaftliche Polarisierung vorantreiben und vertiefen - Misstrauen, Hass, ein vorbürgerkriegsähnlicher Zustand ... so lange es Trump schadet, dürfte ihnen jedes Mittel recht sein, und das Volk ist ihnen doch ohnehin egal. Und ich denke, das ist eine wesentliche Sache, die wir jetzt schon angehen müssen: um Versöhnung werben, Schnittmengen suchen, Brücken bauen, auch zu Leuten, die nicht auf unserer Seite sind. Eine dysfunktionale Gesellschaft nützt niemandem, und das Volk schwankt immer.
Trump steht zwar nun als Gewinner da, aber wenn er nicht wie ein Diktator aussehen will (mit der Mehrheit im Senat und Repräsentantenhaus könnte er ja erstmal "durchregieren"), muss er es irgendwie schaffen, wenigstens die Moderaten unter seinen Gegnern zu integrieren.

Erik

10. November 2016 11:37

Die Wirkung die von dieser Wahl nach Europa ausstrahlt, hier insbesondere für die vermeintlichen Erneuerungsbewegungen (FN, FPÖ, Fidesz…), ist nicht zu unterschätzen. Positives ist also durchaus wahrnehmbar. Ansonsten sollte man die Euphorie etwas drosseln. Gerade Trumps Vice, Mike Pence, steht in seiner Kriegstreiberei H. Clinton in nichts nach. Auch er spricht von einer Militärintervention in Syrien, die zum Sturz Assads führen soll. Für mich steht unumstößlich fest, dass es sich bei Trump, Clinton, Sanders oder Cruz lediglich um verschiedene Flügel innerhalb des Nordamerika umspannenden US-Imperialismus handelt. Tiefgreifende Veränderungen sind also ausgeschlossen.

treu

10. November 2016 11:38

Man mag zu Trump stehen wie man will. Man muß auch abwarten, was er denn wird durchsetzen können, gegen den sicheren Widerstand des überwiegend aus Clinton-Wählern und Anhängern bestehenden politisch-korrekten Establishments in deren Hochburgen gerade in der Finanzwirtschaft. Aber man sollte niemals die Amerikaner und ihren Patriotismus und absoluten Willen zum Erreichen von persönlichen und nationalen Zielen nicht unterschätzen! Allein das hat Amerika zur Wirtschaftssupermacht in der Vergangenheit gemacht. Das mag lange her sein und bei Lebensbedingungen in großen Teilen der USA, mittlerweile auf 3.Welt-Niveau, wären selbst im verschlafenen, trotteligen Deutschland die Leute schon auf der Strasse und nicht mehr so ruhig und geduldig gewesen, wie Millionen US-Amerikaner in den letzten Jahren. Aber wenn es Trump gelingt, die ehemals starke US-Industrie wieder moderner, leistungsfähiger und innovativer zu machen, auf vielen anderen technologischen Gebieten sind die USA ja weiterhin Weltmarktführer und werden dies noch lange bleiben, dann kann er ein neues Wirtschaftswunder schaffen. Zumal er, anders als Obama, Clinton & Co., kein Parteisoldat, Berufspolitiker und Theoretiker ist. Die Menschen jedenfalls sind dort bereit und willens dafür, denn viel schlechter kann es der Masse der Leute dort mittlerweile kaum gehen. Das Land ist abseits von Silicon Valley, Manhatten und der Wall Street und Beverly Hills kaputt und heruntergewirtschaftet. Trump hat ihnen immerhin nicht nur versprochen „Amerca first“ sondern ein Ende der Globarisierung. Die USA haben die Kraft und die notwendigen motivierten Menschen und wirtschaftlichen Ressourcen um wieder eine neue starke Wirtschafts-und Weltmacht zu werden, die nicht nur auf milit. Stärke beruht. Ich bin sicher, nichts anderes hat Trump gemeint und knallhart vor. Er ist ein Wirtschaftsmann, kein Politiker. Das hat sicher Vor-und Nachteile, aber für die drängenden innenpolitischen Probleme der tief gespaltenen amerikanischen Nation aus meiner Sicht vor allem Vorteile. Wie auch immer, zwei Nationen, vor allem deren Menschen und deren Leidens-und Leistungsfähigkeit, wurden und werden immer wieder, gerade von den überheblichen und sich selbst völlig falsch einschätzenden Deutschen, unterschätzt, die Russen und die Amerikaner!

Hartwig aus LG8

10. November 2016 11:48

Guter und zurückhaltender Artikel von Kaiser.
Ein schönes Bild, was @Der_Jürgen im Schlußsatz zeichnet.

Seit Mittwoch morgen krakeelt ganz Deutschland, so, als sei uns der Krieg erklärt worden (vielleicht ist das für manche ja auch zutreffend ... ). Ich fand es wohltuend, dass SiN einfach mal auf Pause schaltete.
Dennoch war der gestrige Tag natürlich großes Kino. Ich räume ein, mich daran geweided zu haben.

deutscheridentitärer

10. November 2016 12:56

Er wird sich bewähren müssen, und an Feinden wird es ihm nicht fehlen.

Der wichtigste Sieg ist mMn mit der Wahl (gegen ALLE Kräfte des Establishment) bereits gewonnen.

Es ist einfach ein ungeheurer moralischer Befreiungsschlag für Rechte auf der ganzen Welt.

Alles was jetzt noch an konkreten Aktionen kommt (und ich glaube daran, dass sie kommen werden), ist für mich fast eher ein schöner Nebeneffekt.

Hoffen wir, dass Hofer es am 4.12. macht, auch das wird sehr wichtig.

Herr Tisch

10. November 2016 13:43

Wie konkret sich nun die Politik von Herrn Trump ausgestalten wird, ist künftig zu beobachten.

Gewonnen wurde eine Wahl gegen das gesammelte Kartell aus Berufspolitikern, Medien, Hochfinanz und deren Schlägertruppen auf den Straßen.

Das oft bemühte "Overtone-Window" hat sich wieder ein Stück nach rechts verschoben.

Auch wenn Donald Trump - wie Jared Taylor anmerkte - keine primären Alt-Right-Themen anspricht, so wurde er von der Presse zum Zweck der Ächtung mit der Alt-Right in Verbindung gebracht, was die Reichweite der Alt-Right wiederum erhöht hat. Daß diese "Brandmarkung" ihn zumindest gefühlt zum Kandidaten der Alt-Right gemacht hat, ließ sich in der Wahlnacht mit hohem Unterhaltungswert im Netz ablesen: /pol/ hat getobt und meine Wenigkeit Tränen gelacht.

Bürgerkrieg

10. November 2016 15:00

Der Schlag gegen die Ostküstenmafia hat gesessen! Das Linkskartell des BRD-Establishments schlägt Purzelbäume und spuckt Gift und Galle. Allein das ist die Wahl des gehassten Milliardärs wert. Inwieweit er den Einfluss der Netzwerke der Globalisierer an der Ostküste zurückdrängt, steht auf einem anderen Blatt. Amerika zuerst ist eine zuerst nach innen gerichtete Kampfansage zur Wiederherstellung der Wirtschaftsmacht USA, die unter der Ägide der demokratischen Weltverbesserer fürchterlich gelitten hat. Die sog. Neocons, die Warlords der Globalisierung, waren sich einig, dass die Zeit den USA davonläuft, und der unweigerliche Konflikt mit den Konkurrenzmächten Russland und China nicht allzu fern ist. Die Rohstoffkriege im Nahen Osten und die NATO-Osterweiterung waren der Anfang des US-Hegemonialpolitik mit den bekannten Folgen für die halbe Welt! Ob der Milliardär einen Weg findet zur Gesundung der USA und damit der Welt steht in den Sternen!

deutscheridentitärer

10. November 2016 15:02

Eine Sache tritt nun wieder besonders deutlich zu Tage, genau wie bspw. nach Wahlerfolgen der AfD hierzulande:

Die groteske, unbegreifliche Entkopplung der Linken von der Realität.

Das ganze Internet ist mit mitleidserheischenden Geschichten über Kinder geplastert, die ihre Eltern angeblich fragen, ob sie jetzt deportiert werden.

Oder Homosexuelle, die angeblich um ihr Leben fürchten.

Oder es wird, wie z.B. von Augstein, allen Ernstes des Sieg des Faschismus verkündet.

Zwar kann man vielleicht sagen, dass diese Reaktion eine tiefere Wahrheit über das Ausmaß der globalistischen Niederlage entält, aber diese Ebene ist den Linken sicher verborgen.

Die Maßlosigkeit ihrer Wut und Angst über einen Präsidenten, der rein von den Positionen her vermutlich auch für die Demokraten hätte antreten können, lässt einen wieder an der eigenen Weltsicht zweifeln, nach dem Motto, wer sich zu einer solchen emotionalen Intensität veranlasst sieht, kann nicht ganz falsch liegen.

Wir haben hier die Situation des Witzes vor uns, dass der Patient zum Irrenarzt sagt, er wäre der eigentlich Verrückte.

Diese Situation aufzudrößeln scheint unmöglich.

Der Dumme weiß nicht, dass er dumm ist, weil ihm eben die Intelligenz dazu fehlt.

Nur wie weiß dann der Intelligente, dass er nicht der Dumme ist?

Zumindest die Gegenseite scheint sich absolut sicher zu sein, dass wir die Dummen sind.

Aber gut, letztlich sind es die oben genannten Exzesse der Gegenseite die uns die Sicherheit geben können, intellektuell und moralisch auf der richtigen Seite zu stehen.

Nur: wie knackt man ihre Selbstgerechtigkeit? Wie bringt man sie wieder "zu Bewusstsein"?

Hühnerbaron

10. November 2016 15:26

Bei aller Vorsicht ist das Wahlergebnis erstmal ein Grund zu Feiern! Es sei denn man leidet unter Temperaturerniedrigung.
1. Trump hat klar gemacht, dass Nationbuilding und andere teure Kriegsexpeditionen vorbei sind. Die USA werden nur noch tätig, wenn es sich wirtschaftlich lohnt. Sämtliche Kriege unter den Büschen begonnen und von Clinton/Obama weitergeführt waren volkswirtschaftlich gesehen Desaster. Trump ist kein außenpolitischer Ideologe. Wenn er mit einem autokratischen Russland und China gute Verträge schließen kann, wird er den Teufel tun, Militär einzusetzen - es lohnt sich einfach nicht. Israel und Südkorea wird er trotzdem nicht allein lassen, sondern sich an die bestehenden Absprechen halten, auch wenn das hier einigen der "old right" nicht passt. Das ist vielleicht nicht ideologisch jedermanns Richtung, aber es ist berechenbar und konsequentialistisch gesehen ein sehr gutes Ergebnis.
2. Der Lügendiktatur der Medien wurde ihre Grenze aufgezeigt. Breitbart, Drugde, Michale Savage, CTH (https://theconservativetreehouse.com/), scott adams (https://blog.dilbert.com/) et al. waren näher an der objektiven Wahrheit und haben jetzt Rückenwind.
3. Das Ergebnis ist ein Schlag ins Gesicht von Merkel. Trump hat sie als Irre bezeichnet. Ich könnte Kotzen mit welcher Selbstgerechtigkeit sie jetzt bereits Forderungen stellt: Auf der Basis der Menschenrechte wäre sie unter Umständen bereit mit Trump zu sprechen...Die Frau und ihre Minisisterien scheinen sich tatsächlich durch ARD und ZDF zu informieren und ARD und ZDF bei den Ministerien. So entsteht eine völlig abgehobene Blase. (Sezession und andere seien die Stecknadel zu diesem Bild)
4. Um mal unsererseits die Abstammungskarte zu spielen: Trumps Großeltern waren Deutsche. Sprich: Eigentlich heißt er Truuump und nicht Tramp. Die Deutschen in den USA sind vor allem da, wo er vor allem gewonnen hat die stärkste Gruppe im Genpool. Er ist er erst der zweite deutsch-amerikaner, der Präsident der USA wurde.

Trump wird nicht alles umsetzen, was er angekündigt hat, aber er könnte für uns der beste Präsident seit James Monroe sein. Wenn selbst wir ihn jetzt schon abwerten, zeigt dass mal wieder, dass in Deutschland der Sieg eines Trump in den nächsten 100 Jahren nicht möglich wäre. Die Linken hassen ihn und den Rechten stehen zweifelnd abseits und warten auf einen Messias, der 100% der eigenen Anforderungen erfüllt.

Erik

10. November 2016 15:51

Hühnerbaron / Er ist der vierte deutsch-amerikanische Präsident. Eisenhower, Nixon und Hoover hatten ebenso deutsche Vorfahren.

Hühnerbaron

10. November 2016 16:35

@Erik stimmt und danke für die Klarstellung. Nixon (Mutter) und Hoover=Hubers (väterlicherseits Schweizer) hatten ebenfalls auch deutsche Vorfahren. In beiden Fällen Quäker. Die Amerikaner selbst sehen nur Eisenhower als Deutsch-Amerikaner an, habe ich ungenau übernommen.

Hühnerbaron

10. November 2016 16:37

Hier noch die Karte zur Herkunft der Amerikaner: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschamerikaner#/media/File:US_ancestry2000_de.png

Feuerturm

10. November 2016 17:48

Ich will dem Trump keine Vorschusslorbeeren geben, denn - erinnern wir uns - mit denen wurde auch Obama am Anfang geradezu überhäuft. Damals (Ende 2008) sah ich mich mit Wutausbrüchen von Arbeitskollegen konfrontiert, wennn ich auch nur den Hauch einer Kritik an Obama zu formulieren wagte.

Trumps Sieg ist für mich indifferent, weder Grund zur Freude noch zur Enttäuschung, da ich nicht hinter die Kulissen der Politikmacher blicke und nicht weiß, mit welchen Hintergedanken er an die Macht gelassen wurde.

Was jetzt wogt und noch einige Wochen wogen wird, ist die stürmische See der aufgepeitschten Meinungen (wie schon Ende 2008). Ich bin gespannt, was danach kommt.

t.gygax

10. November 2016 17:48

Ich habe vor einer halben Stunde ( in diesem Bereich ist das Internet ein ungeheurer Gewinn!) auf der Seite von Trump alle die Schritte gelesen, die er in den nächsten Tagen unternehmen will.
Zwei Eindrücke:
a)das ist kein Politiker, sondern ein Mann aus der Wirtschaft, der weiss, dass man Ziele nur erreicht, wenn man welche hat und bereit ist, die nötigen Schritte nun zu gehen.
Ein absoluter Praktiker, überhaupt kein Schwätzer und Schwaller, wie die Kreaturen, die uns hierzulande regieren.
b) ein Programm des schlichten , gesunden Menschenverstandes, keine idiotischen Worthülsen und Sprechblasen, klar, verständlich, eindeutig.

Ob die herrschenden Mächte des Kapitals oder der Finanzelite das schlucken, ist noch eine andere Frage. Die haben keine Skrupel.

Aber-wahrlich-es war herrlich, wie er am Tag vor der Wahl sagte "die weiße Arbeiterklasse wird morgen zurückschlagen" und sie tat es.
Mein Sohn, sehr erfreut: "und jetzt Hofer, dann Le Pen, und nächstes Jahr das Merkel weg, and then we will make Europe great!"
Wäre schön.

S. Fischer

10. November 2016 18:04

Trump hat, entgegen aller Unkenrufe, ein sehr durchdachtes Konzept für die Renationalisierung der Wirtschaft. Das ist auch Dreh- und Angelpunkt seiner gesamten Agenda. Geringe Wohlfahrtsverluste nimmt er im Tausch gegen Selbstbestimmheit und Vollbeschäftigung in Kauf. Er knöpft den Globalisierungsgewinnern ihre Renditen ab und nutzt sie zur Kompensation der Ineffizienz neu entstehender Jobs im Inland. Er verteilt um ohne direkt umzuverteilen, er erschafft Arbeitsplätze durch Deglobalisierung und zwingt die Globalisierungsgewinner dazu sie zu bezahlen. Er bringt die Leute in Lohn und Brot ohne an irgend eine Form des Sozial-Vodoo auch nur zu denken.

Es passt den Internationalisten zwar nicht in den Kram, aber kurz- und mittelfristig wird Trumps Wirtschaftspolitik wohl hervorragend funktionieren. Ob die gemäß der klassischen Theorie langfristig zu erwartenden Nachteile eintreten werden steht indes noch in den Sternen. Trump zieht also die kurzfristige Chance dem langfristigen Risiko vor.

Seine gesamtes Konzept ist auf einen "einsamen Riesen" ausgerichtet. Renationalisierung der Wirtschaft, Sicherung der Südgrenze, Interventionismus und Kulturexport beenden, Besinnung auf die nationale Identität, er denkt nicht einmal daran die Globalisierung voranzutreiben. Das ist auch nur Folgerichtig, die Zeiten großer Renditen durch strukturelle Überlegenheit sind in einer sich von den USA emanzipierenden Welt vorbei. Also lässt man das Geschäftsmodell der kulturellen Hegemonie fallen. "Make America Great Again" ist sehr viel mehr auf die Situation im Inneren bezogen als uns das aus der europäischen Perspektive klar ist.

Trump ist auch kein Einzelkämpfer wie man uns glauben machen will. Hinter Trump steht die Old-Economy. Konzerne und Unternehmer die die Stars im Silicon-Valley zum Teil in den Schatten stellen, die man aber hier nicht kennt. Es ist kein Zufall, dass sich ein Großteil der Militärführung und die Koch-Brüder hinter Trump gestellt haben. Im Militär hat man keine Lust mehr "Frieden und Demokratie" in die Welt zu tragen nur um festzustellen, dass die so beglückten Völker nicht viel von Frieden und Demokratie halten. In der Old-Economy hat man keine Freude daran den ganzen Mist zu bezahlen während sich die New-Oconomy um Steuerzahlungen herummogelt, im Ausland produziert und sich im Inland als Weltenretter aufspielt.

Trumps Wähler haben das alles sehr gut begriffen. Auch wenn man sie als einfache Geister hinstellt, sie es vielleicht sogar sind, sie haben begriffen dass man ihnen asiatischen Plastikkrempel im Tausch gegen ihr Rückgrat gegeben hat. Sie wollen jetzt ihr Rückgrat zurück und daran kann kein Plastikkrempel etwas ändern.

Ob Trump und seine Verbündeten den Kulturkampf in den USA gewinnen werden ist offen. Aber selbst wenn sie verlieren, die Internationalisten werden nicht weiter machen können wie bisher.

Für uns bedeutet das eine fundamental neue strategische Lage. Anstatt uns unter dem Rock der US-Armed-Forces zu verstecken müssen wir jetzt Farbe bekennen. Man darf gespannt sein wie sich die Situation entwickelt, klar ist hier nur, dass derzeit nichts klar ist. Wie das postamerikanische Gleichgewicht aussehen wird steht noch in den Sternen.

Wahrheitssucher

10. November 2016 18:09

Trumps Pläne für die ersten 100 Tage, Gettysburg 22. 10 2016,

eie Rede wie sie eindrucksvoller nicht sein kann:

https://www.youtube.com/watch?v=uisCGi0p6nM

Heinrich Brück

10. November 2016 18:13

Trump braucht Geld, viel Geld, will er seine Pläne auch nur teilweise umsetzen. Und er hat maximal acht Jahre. Woher soll das Geld kommen?
Er versprach seinen Wählern ein höheres Einkommen, Sicherheit und Arbeitsplätze. So ganz ohne Raubzüge, allein durch "Isolationismus", nicht zu bewerkstelligen.
Die Schockstarre gestern war wirklich amüsant. So viele Berufsverfehlungen und Ungeeignetheiten auf einem Haufen, was im Spiegel zukünftiger Souveränitätsaussichten nicht gerade gering veranschlagt werden kann.
"Was für großartige Nachrichten. Die Demokratie ist immer noch am Leben." (Viktor Orbán) Immerhin.
Orbán bekommt seinen größeren Radius. Politisch bleiben die Spielregeln konsequent. Was die USA bekommen, daraus muß Kapital geschlagen werden.

Der_Jürgen

10. November 2016 19:01

@Erik

Sehen Sie sich, wenn Sie 45 Minuten Zeit haben, mal diese Rede von Trump an

https://www.youtube.com/watch?v=gBdftTAPvVc

und sagen Sie mir dann, ob ein Mann, der sich, wie Sie behaupten, nicht wesentlich von Clinton und Cruz unterscheidet, so etwas von sich geben würde. Es besteht kein Zweifel daran, dass Trump KEIN Mann des Establishments ist.

Seinen Vizepräsidenten Pence hat Trump nach dessen Aussagen zu Syrien flugs zurechtgewiesen.

Wie ich in meiner ersten Wortmeldung unterstrich, ist überbordender Enthusiasmus in der Tat unangebracht, weil wir noch nicht wissen, wie sich Trump bewähren wird. Selbst wenn er ehrlich bemüht sein wird, seine Ideen zu verwirklichen, wird es ihm im Rahmen des bestehenden Systems bestenfalls teilweise gelingen, weil die Entscheidungsbefugnisse des Präsidenten in den USA sehr starken Einschränkungen unterliegen. Gegen die Medien regiert ohnehin niemand auf Dauer erfolgreich, und mit legalen Mitteln lässt sich die Kontrolle der "Zapparonis" (wie Raskolnikow diese Leute nennt; ob die Bezeichnung zutreffend ist, sei dahingestellt) über die Medien nicht brechen. Im Obersten Gerichtshof, der buchstäblich jedes neue Gesetz umstossen kann, sind drei von neun Richtern Zapparaonis, und von den restlichen sechs lassen sich immer wenigstens zwei erpressen, damit sie im Sinn der Zapparonis entscheiden.

Um sein Programm in die Wirklichkeit umsetzen zu können, müsste Trump den Rubikon überschreiten und dem Establishment offen den Krieg erklären. Optimal hierfür wäre die Bekanntgabe der Wahrheit über den 11. September. Dann würden alle Dämme brechen. Wir werden im Verlauf des nächsten Jahres sehen, ob er den Schneid hierzu aufbringt.

Herbert

10. November 2016 20:15

Also einen prophylaktischen Friedensnobelpreis wird Trump nicht bekommen, dafür wird die Firstlady ansehnlicher werden.

Politisch lassen wir uns einmal überraschen. Ich denke nicht dass er alles umsetzen kann. Wir werden sehen wie ernst es ihm ist. Aber auf alle Fälle hat er die Probleme schon mal angesprochen und verschafft den angry white male in den USA vielleicht etwas Luft, bevor sie ausgelöscht werden.

JensN.

10. November 2016 20:34

@Thomas Wawerka

"Die AfD stünde dann wohl vor der Wahl, sich entweder deutlich von Trump zu distanzieren oder die Flucht nach vorn anzutreten und ein Programm sozialer Segnungen zu präsentieren (was ich nicht für die schlechteste Alternative hielte"

Es ist geradezu zwingend notwendig, das die AfD eine soziale Politik macht. Und zwar nicht aus Kalkül um Wähler zu gewinnen, sondern weil sie eine soziale Partei sein WILL. Die AfD muss von sich aus den Anspruch haben, eine Partei für das Volk zu sein und nicht für eine bestimmte Klientel. Und dazu ist es notwendig, eine Politik zu machen, die in erster Linie für die Kinder, Arbeiter und Rentner da ist. Es darf noch nicht einmal der Anschein erweckt werden, die AfD sei die Partei der Wirtschaft, der Großkonzerne und der Lobbyisten. So eine Art FDP 2.0 mit patriotischem Anstrich. Gerade deshalb finde ich die Äußerungen von Jörg Meuthen in Bezug auf die Rente absolut falsch. Es sollte in einem Sozialstaat niemand privat für die Rente vorsorgen müssen. In einem Land mit einem solchen Produktivitäts- Überschuss, mit solch immensen Steuereinnahmen ist definitiv genug Geld da, um den heutigen Rentnern, aber zukünftigen Rentner- Generationen einen vernünftigen Lebensabend zu ermöglichen. Das Geld, das die Rentner bekommen, ist ja nicht weg, sondern fließt in den Wirtschaftskreislauf zurück und damit natürlich auch zum Staat.

Der Grund dafür, dass es heute überhaupt Altersarmut gibt, ist der das der Staat aufgrund seines ideologischen Aufbaus das Geld lieber für die Ansiedlung von abermillionen Ausländern bereithält, anstatt den Rentnern eine vernünftige Rente zu zahlen. Es fehlt also der politische Wille, wie bei so Vielem.

Gruß an Sie und viel Glück bei Ihrem weiteren beruflichen Werdegang. Habe hier ja vor einigen Wochen von Ihrem Schicksal gelesen.

masseltov

10. November 2016 20:57

sie schneiden nur an, was besonders interessant ist.
all die "konservativen" politischen dünnbiersäufer
sind widerlegt. von wegen "das kann man so den
leuten nicht sagen".
haha.
trump hat es den leuten gesagt. und gewonnen.
also?

Thor

10. November 2016 21:09

Unser System kann nicht mehr so sehr auf die USA hoffen und wir sollten es jetzt auch nicht tun. Einfach auf uns selbst, auf die Familie, auf unsere Nachbarn und Freunde besinnen. Damit ist schon reichlich viel Welt gerettet. Das Chaos wird kommen. New York und Frankfurt haben fertig.

Meier Pirmin

10. November 2016 21:14

@Erik/Hühnerbaron. Die Vorfahren von Herbert Hoover stammen von Oberkulm, Kanton Aargau, Schweizerische Eidgenossenschaft: Huber, nach Hube, einem mittelalterlichen Flächenmass der Leibeigenen. Oberkulm liegt 15 Kilometer von Beromünster, meinem jahrzehntelangen Schulort, wohin die Huber jeweils einmal im Jahr ein Währschwein zum Unterhalt der Stiftsschule zu treiben hatten. Sowohl Hoover wie auch vor wenigen Jahren ein Urenkel von ihm besuchten ihre Urheimat im Wynental, 10 Kilometer von Aarau, die nun mal faktisch 1499 und staatsrechtlich 1648 aus dem Deutschen Reich ausgetreten ist. Allerdings warens die Huber vor ihrem endgültigen Auswandern nach Amerika im Pfälzischen wohnhaft und hat der Amerika-Schweizer Huber von Ururgrossmütterlicher Seite her pfälzisches Blut. Hoover, 31. Präsident der Vereinigten Staaten von 1929 bis 1933, war einer der letzten rechtsliberalen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, sein allerletzter politischer Auftritt erfolgte am Parteikonvent 1964 bei der Erhebung von Barry Goldwater zum Präsidentschaftskandidaten. Seine damalige Ansprache ist noch über youtube abhörbar. In Oberkulm gibt es selbstverständlich eine Hoover-Strasse. Nicht weit von Oberkulm entfernt liegt Möriken, von woher die Vorfahren des Schauspielers Yul Brynner stammen, Moses sowie "Die glorreichen Sieben", der mit der unsterblichen Glatze.

cherusker69

10. November 2016 21:29

Mich freut es sehr das Trump gewonnen hat. Was er draus macht,wird man sehen.. Wenn sämtliche Medien über ihn herfallen, ist das ein gutes Zeichen, das hier was in Bewegung kommt. Das ganze linke Lager steht Kopf und das allein ist für mich ein Grund Trump gut zu finden..
Ich bin mal gespannt, wie sich Medien verhallten wenn Trump nach Deutschland kommt... Den Mächtigen geht auf jeden Fall der berühmte Arsch auf Grundeis.

Hartwig aus LG8

10. November 2016 22:40

G. Grambauer

G.G. wusste am 26. September relativ exakt, wie am 09.11. das Wahlergebnis ausfallen würde. Er lies daran kaum einen Zweifel zu und begründete dies durch ... niun ja, das, was man gemeinhin Verschwörung nennen könnte.
@ Grambauer, wie wäre es mit den Lottozahlen am kommenden Samstag? Im Ernst: Ich mag Ihre Beiträge. Denke oft, dass Sie überziehen. Aber Brexit und Trump so auf den Punkt zu prophezeihen, und noch die passende Geschichte mitzuliefern ... Respekt.

H.

Nordlaender

10. November 2016 22:41

@ Feuerturm

Donnerstag, 10. November 2016, 17:48 (URL) | Kurz-URL

"Trumps Sieg ist für mich indifferent, weder Grund zur Freude noch zur Enttäuschung, da ich nicht hinter die Kulissen der Politikmacher blicke und nicht weiß, mit welchen Hintergedanken er an die Macht gelassen wurde."

Trumps Sieg muß von den ausschlaggebenden wirklichen Machteliten in den VSA so gewollt sein. Sonst hätte man einen anderen Kandidaten ausgesucht statt der kranken H. Clinton, hätte das FBI nicht kurz vor der Wahl in Sachen E-Post ermitteln lassen.

Meier Pirmin

10. November 2016 23:16

@Hühnerbaron/Wawerka. Vergass zu bestätigen, dass der Rest gut gesagt war. Natürlich hat er er es den Leuten deutlich klar gemacht, es gibt auch mehr als eine gut gehaltene Rede des nunmehr gewählten Präsidenten. Auf Antizionismus, nicht nur Antisemitismus hat er vollständig verzichtet, ist für ihn wohl systemfreumd. Wenn er nun Gingrich zum Staatssekretär machen sollte, wird das sein John Foster Dulles sein und der Unterschied zu Clinton in aussenpolitischer Hinsicht wird kleiner sein als hier in der Euphorie allgemein erwartet. Um keine Kleinigkeit ist er wohl geistig und mit Bestimmtheit auch charakterlich dem Guttenberg überlegen, auf dessen wenig qualifizierten Kommentar niemand gewartet hat. Er schreibt als ob er von einer Zeitung angestellt wäre, was wohl zutreffen mag, die von Karl Kraus mal in die Welt gesetzte Generalbezeichnung für diese Produkte und ihre Macher bestätigt sich. Das Historische an der Trump-Wahl war, wenn es das gab, der erbrachte Beweis, dass die Klasse der autoritären und pseudomoralistischen Vorbeter und Rechthaber eine Wahl nicht mehr auf medialem Weg entscheiden kann. Das war 1964 noch anders.

la vie est belle

11. November 2016 00:19

...naja, Kaffeesatzleserei auf hohem Niveau. Ich glaub erst reale Fakten, sonst nix, schon gar nicht bei der verlogensten Nation dieses Erdballs.

der alte hippie

11. November 2016 00:29

Leute,
es ist ein Riesenglücksfall das Trump gewonnen hat, allein wegen der verheulten Gesichtern der ganzen Medientussis und Systemschreiberlinge; die Linke hat jetzt das zweite Mal nach dem peinlichen Rückzieher in Griechenland volley die Hosen runterlassen müssen, diesmal aber in der abgehobenen Pose des sich schon als Sieger verortenden, ist doch herrlich!

Zwei Dinge sind nun absolut zur Disposition gestellt:
Erstens die politische Korrektheit. Aus, Ende, vergesst es! Wenn man jetzt den Ball aufnimmt kann man alles zur Diskussion stellen; die ganze "Sexist", "Faschist", "Islamophobist" und "Biologist" Schreierei ist mit einem Mal als das deklassiert worden, was es wirklich ist: ein aufgeblasener Popanz!
Natürlich gibt es bei uns noch rechtliche Schranken - Hassrede auf fb und dgl - aber das Argument der "freedom of speech" ist jetzt auf dem Vormarsch. Die Rechte sollte es sich zu Eigen machen - auch als Selbstschutz um vergangene Fehler nicht zu wiederholen - aber auch weil der Gegner bei Gefahr der eigenen Lächerlichmachung argumentieren MUß. Und dabei zur Zeit auf der Verliererstrasse ist, eben WEIL er sich so lange auf dem Geschrei ausgeruht hat.

Und dann natürlich: "Der Islam gehört zu Deutschland." Mhm.
Aber leider hat der Kolonialherr jetzt einen "islamophoben" Präsidenten...haha, ich schmeiß mich weg...!
Mir is klar daß das realiter gar nix ändert und daß der - obwohl ich mir wünsch dass er nur zehn Prozent dessen was er angekündigt hat auch umsetzt aber das hab ich mir beim Obama schon gewunschen und es traf nicht ein - natürlich genauso mit den ganzen Golfkreaturen packeln wird wie sein Vorgänger. Aber mit der Altright im Gepäck wird es möglich abendländische Kultur, den "Westen" endlich wieder als positives Projekt zu formulieren, in der der Islam eben ned als "gleichwertig" aufgefasst wird. Und damit die Invasion von Millionen Moslems schöngeredet werden kann.
Und hey, in wie viele ratlose Gesichter hab ich geblickt als ich den "Sexismus"vorwurf gegen Trump mit der Finanzierung der Clinton-Foundation durch Saudi-Arabien gekonntert hab...
"Echt jetzt? Wer fett Kohle hat greift die meisten Hasen ab!? Erzähl mir was neues...Aber Hauptsache bei eurem Sponsor dürfen die Weiber nicht mal Auto fahren..." versenkt.
Und jetzt gewinnt der Typ die Wahl...wenn wir uns jetzt nicht völlig blöd anstellen werden wir sogar das Gendern los, schneller als wir glauben!

Diese beiden Punkte sind eher indirekter, vielleicht sogar metapolitischer Art. Und ich finde sehr wichtig. Weil sie RAUM schaffen. Überlegt mal, hätte Clinton gewonnen hätten wir jetzt den totalen Gouvernantenkommunismus!
Damit haben sie alle gerechnet, die ganzen Merkeljünger, jaja, mit dem Drohpotential des Hegemons im Rücken die "Faschos" niederkartätschen. Jetzt is der Gouvernantenkommunismus aber plötzlich beim Hegemon abgemeldet, der kümmert sich um ganz was anderes; dh der redet auch nicht mehr blöd daher wenn wir hier afd oder fpö oder sonstwas wählen, wenn wir die Grenzen schliessen oder vielleicht sogar ein paar notorische Verbrecher und Islamisten in den Flieger packen und nach Hause bringen. Plötzlich haben wir nur noch die Systemkriecher und Bücklinge als Gegner, nicht mehr die Vereinigten Staaten und ihre Maschine...

Es is echt gut was da grad passiert und egal wie es ausgeht, der Raum hat sich in der Nacht vom 8. auf den 9. November erheblich erweitert und steht bereit neu aufgeteilt zu werden - ein Projekt zu formulieren die Idee des Westens zu erneuern und zu präzisieren, eine Alternative zur NWO zu finden und durchzusetzen.

um es mit Aragorn zu sagen:
"...I see in your eyes the same fear that will take the heart of me. The day may come when the courage of Men fails, when we forsake our friends and brake all our bonds of fellowship.
But it is not this day.
An hour of wolves and shattered shields when the Age of Man comes crushing down. But it is not this day.
This day we fight!
By all that you hold dear on this good earth I bid you
STAND, MEN OF THE WEST!"

hildesvin

11. November 2016 00:32

@ cherusker69: Es ist schon wahr, über wen die Medien herziehen, es ist halt eine sogenannte Faustregel, der ist gewöhnlich nicht die schlechteste Frucht, an der die Lesben nagen.
Nur hier - es riecht nach dem Spiel guter Bulle / böser Bulle.
"Psychologie ist manchmal sehr einfach..." - Tucholsky, "Schloß Gripsholm".
Auch ich versuche, positiv zu denken. Wie es eigentlich geboten.
Aber die Hysterie auf PI zum Theam macht es einem nicht einfach, und gibt zu denken.

Friedrich

11. November 2016 05:37

Trump wird der neuen Rechten einen Bärendienst erweisen.
Tut er, was er angekündigt hat (Mauern bauen, gegen illegale Einwanderer vorgehen etc.) wird der Aufschrei groß sein - tut er es nicht, und bedient und beschützt weiterhin die Interessen der Finanzeliten wird Häme und Spott herrschen.
Wird er wirklich national und protektionistisch handeln, wird das die Deutschen (viel) Geld kosten, tut er es weniger, wird man mit dem Finger auf ihn zeigen; es werden die Notwendigkeiten eines Zusammenwachsens in einer " immer komplizierter und komplexer werdenden Welt" beschworen, aus denen Niemand, selbst kein Trump vorbeikommt.
Das habe man ja schon immer gewusst.

Zudem stellt er stilistisch nicht etwas dar, auf das man als Leitbild oder Aushängeschild einer möglichen Veränderung hinweisen wollte.
(Ich muss doch sehr bitten)
Es ist erstaunlich, wie verfestigt, perfide und unbeirrt das Weltbild der deutschen Medien zu sein scheint.
Es bleibt zu hoffen, daß die Tragfähigkeit des Transportierten von der Bevölkerung zunehmend durchschaut wird.
Desillusioniert bin ich - voller Hoffnung.

Sven Jacobsen

11. November 2016 07:56

Weder die Dämonisierung Trumps, befeuert durch die aussetzungslosen Anstrengungen des dominanten linksliberalen Establishments, noch die Verklärung seiner Person durch alle, die aus guten Gründen ein Ende dessen herbeisehnen, dürfte den Nagel auf den Kopf treffen. Zugegebenermaßen klingt vieles ermunternd, was Benedikt Kaiser in seinem guten Artikel zusammengetragen hat. In außen- und wirtschaftspolitischer Hinsicht könnte das Ende einer langen Verkettung dramatischer Fehlentwicklungen möglich sein. Nichtsdestotrotz überwiegt bei mir persönlich Skepsis aus zwei Gründen: Erstens irritieren die vielen Widersprüche bei seinen Auftritten, die es offensichtlich schwierig machen, ein stringentes Konzept zu erkennen. Diese Widersprüche geben Anlass zur Vermutung, dass Trump entgegen seiner scheinbar starken Persönlichkeit gelenkt werden kann bzw. Opfer seiner Launen werden könnte. Zweitens darf man von politischen Eliten die Fähigkeit erwarten, Fakten und die aus ihnen hergeleiteten Positionen zuverlässig im Kopf zu haben und mit ihnen in sprachlich beherrschter Form überzeugend zu operieren.

Leif

11. November 2016 08:18

Die nüchterne und differenzierte Analyse von B. Kaiser gefällt mir auch sehr gut; um Welten besser, was man sonst so zum Thema lesen kann.

Tatsächlich ist auch sonst eigentlich schon alles gesagt worden. Was auch immer dem Wahlsieg nun folgt oder auch nicht: Im Diskurs bricht einiges auf. Wenn nun Morgenmagazin-Reporter auf einmal Interviewpartner kritisch mit dem Begriff "Establishment" konfrontieren, ist das erstmal ein (willkommener) neuer Ton.

Und vermutlich hat auch erst der im Mainstream als unmöglich gedachte Wahlsieg Trumps den bemerkenswerten Kommentar wie den von Alois Theisen gestern in den Tagesthemen möglich gemacht (ab 14:50 min; wer sich noch mal kräftig schütteln möchte, guckt sich noch den moralinsauren Politdozenten unmittelbar davor an):
https://www.youtube.com/watch?v=5WYfkH70iP8

"Die schlauen Welterklärer verstehen die Welt nicht mehr" - besser kann man die wirklichen "Hasssprecher", Ängstlichen, Bornierten und Abgehängten nicht charakterisieren.

Erik

11. November 2016 08:55

Jürgen / Danke für den Verweis. Ich werde mir die Zeit nehmen. Dennoch muss ich den Rausch etwas dämpfen. So sagte Frau Merkel im Dezember 2003: „Manche unserer Gegner können es sich nicht verkneifen, uns in der
Zuwanderungsdiskussion in die rechtsextreme Ecke zu rücken, nur
weil wir im Zusammenhang mit Zuwanderung auf die Gefahr von
Parallelgesellschaften aufmerksam machen. Das, liebe Freunde, ist
der Gipfel der Verlogenheit! Eine solche Scheinheiligkeit wird vor
den Menschen wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Deshalb
werden wir auch weiter eine geregelte Steuerung und Begrenzung
von Zuwanderung fordern!“ – Und was Tat Sie dann jedoch ab 2015? Ich helfe nach: Genau das Gegenteil! Also bitte Jürgen, Sie wissen doch genau wie dieses teuflische Spiel funktioniert.

Marcus Junge

11. November 2016 10:15

Die "Alternative" für die USA wurde heute von den Lügenmedien schon bejubelt. Kurze Exkursion vorher.

Obama wollte 2008 einen besseren Schutz von whistleblowern, so stand es in seinem Wahlprogramm. Nach Snowden und Wikileaks wurde die alte Wahlkampfseite von 2008 still und heimlich ungeschrieben, es fiel trotzdem auf, alternative Seiten im Netz berichteten, dürfte so um 2012/13 gewesen sein, sucht selbst (Kopp Verlag z.B.). Also erst 4 Jahre nichts tun und dann in der 2. Amtszeit die Spuren verwischen.

Bei Trump ging das schneller. Heute meldete das Lügenfernsehen (n-tv oder N24 war es wohl) von Trumps Wahlkampfseite sei inzwischen die Forderung nach dem Einreiseverbot für Moslems und dem Ende des Klimaschwindels mit Energiewende "verschwunden" und sie orakelten, ob er wohl "Vernunft" annehme.

Ich verweise daher an Eigentümlich Frei:

https://ef-magazin.de/2016/11/09/10043-scheinalternative-medien-dieselbe-prozedur-wie-im-mainstream-madame

Und ich verweise an meinen Kommentar hier (der Stunden vor dem Artikel bei EF eingestellt war):

https://www.geolitico.de/2016/11/09/trump-sieg-ueber-die-globale-klasse/

"Marcus Junge // 9. November 2016 um 11:28 // Antworten
Auch hier gilt ..."

Solle also niemand sagen es gab vorher keine warnenden Stimmen und man solle von Trump, unter besten Umständen, nicht zu viel erwarten.

deutscheridentitärer

11. November 2016 11:10

Trumps Sieg muß von den ausschlaggebenden wirklichen Machteliten in den VSA so gewollt sein. Sonst hätte man einen anderen Kandidaten ausgesucht statt der kranken H. Clinton, hätte das FBI nicht kurz vor der Wahl in Sachen E-Post ermitteln lassen.

Oida ... dieser seltsame Minderwertigkeitskomplex gegenüber angeblichen oder bestehenden Machteliten im Hintergrund bringt gar nichts, außer sich zu demoralisieren.

Auch unsere Gegner sind nur Menschen, und die Fähigkeit von Menschen zur Steuerung komplexer Abläufe ist äußerst begrenzt.

Benedikt Kaiser

11. November 2016 11:15

Danke an die Kommentatoren, jetzt alle ab zur Martinsgans.

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