Das war’s. Diesmal mit: Schwarzfahrern, die Fraktur lesen und Anbaggertips für Asylanten

25. November 2016
Zugfahrt nach Frankfurt. Würde man mir (oder eher: meinen Kindern in der Schule) diese Szene als Kurzfilm präsentieren,...

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

ich wür­de augen­rol­lend unken: „Ja klar. Äußerst typisch, extrem alltäglich..!“

Nun: Im ICE hat auf dem Vie­rer neben uns ein sehr dun­kel­häu­ti­ger Mann Platz genom­men. Er ist nicht so äthio­pisch-dun­kel­braun, son­dern wirk­lich rabenschwarz.

Als ich die Kin­der nach­her frag­te, war­um sie den Herrn zunächst so ange­starrt hät­ten, war die Ant­wort uni­so­no: Na, wegen der Hän­de, also der wei­ßen Innen­flä­chen: „Das sah ja aus wie ange­malt!“ Ob sie das ernst­haft noch nie gese­hen hät­ten? „Nö, sonst haben die doch meis­tens die Hän­de in den Taschen.“ Nie drü­ber nach­ge­dacht. Muß wohl stimmen.

Der Herr hier trägt Buda­pes­ter von San­to­ni (hab gegoog­let: die begin­nen so bei 1800 €), ein Tweed-Sak­ko und drun­ter einen edlen Kasch­mir- oder Ango­ra-Pull­over, petrolfar­ben, kras­ser Kon­trast. Mei­ne klei­nen Mäd­chen star­ren bald nicht mehr und begin­nen, äußerst unge­zo­gen, mit einem klei­nen Hand­ball­spiel (zur Zeit wird der Hand­ball sogar auf’s Klo mit­ge­nom­men). Es nervt nicht nur mich, auch der Herr guckt mehr­mals rüber, ver­kneift sich höf­lich aber eine Schel­te. Mein Sohn äugt wei­ter­hin nach drü­ben, etwas unver­hoh­le­ner als ich.

Nach unse­rem Aus­stieg ver­stän­di­gen wir uns dar­über, daß wir aus dem glei­chen Grund neu­gie­rig waren: „Was der wohl gele­sen hat? – „Jeden­falls war es ein sehr altes Buch, klein­ge­druck­te Frak­tur. Titel konn­te ich nicht erken­nen.“ – „Ich auch nicht. Er hat aber viel ange­stri­chen.“ – „Du hät­test ihn ja fra­gen kön­nen, oder?“ – „Dacht ich auch kurz. Aber… von wegen ras­sis­tisch … lie­ber nicht.“ – „Was wäre eigent­lich ras­sis­tisch dar­an, einen Mit­rei­sen­den nach sei­ner Lek­tü­re zu fra­gen?“ – „Naja … Es könn­te so klin­gen, als hal­te man es für eine abso­lu­te Sen­sa­ti­on, daß ein Schwar­zer in Frak­tur gesetz­te Bücher mit wis­sen­schaft­li­chem Inter­es­se stu­diert, nicht?“ – „Hm. (Denkt nach.) Aber ein biß­chen außer­ge­wöhn­lich ist es ja viel­leicht wirk­lich, oder?“ – „Ja, womög­lich.“ – „Dann ist es viel­leicht bes­ser, daß wir nicht gefragt haben. Obwohl der wirk­lich klug wirk­te.“ – „Ja.“
Ergo: PC ist ein Dialoghindernis.

27. Novem­ber 2016
Offen­bach, Sonn­tags­mes­se. Die Lek­to­rin setzt an zur „Lesung a‑us dem Brief des Abos­tels Bau­lus an die Römä“. Jüngs­te Toch­ter platzt ziem­lich laut, offen­kun­dig glück­lich über ihre Treff­si­cher­heit, her­aus: „… auf hessisch!“
Hüb­sches Idi­om; so geht „uni­ver­sell“!

28. Novem­ber 2016
Horst Wen­zel, 27 Jah­re jung, sehr blond, sehr blau­äu­gig: Die­se Per­so­na­lie ist bis­lang an mir vor­über­ge­gan­gen. Dabei ist Wen­zel eine wah­re Berühmt­heit. Über Goog­le war das schnell nach­zu­voll­zie­hen, und ich dan­ke L. M., daß sie mich auf die­sen Lei­ter der „Flirt­uni­ver­si­ty“ auf­merk­sam gemacht hat!

Herr Wen­zel ist das, was man bis­lang als „Pick-up-Artist“ ver­stand, als Abschlepp- oder Auf­reiß­meis­ter. Aller­dings fun­giert die­ser Smar­tie als „bekann­tes­ter TV Flirt­coach“. „Flir­ten“ ist natür­lich in punk­to Sexu­al cor­rect­ness um eini­ges smar­ter und frau­en­freund­li­cher als „anbag­gern“ oder „abschlep­pen“, gar „auf­rei­ßen“. Grup­pen­se­mi­na­re bei unse­rem Flirt­leh­rer Wen­zel sind kost­spie­lig, noch teu­rer, vier­stel­lig, sind Indi­vi­du­al­be­ra­tun­gen für Anbah­nungs­an­alpha­be­ten. Klar, der Preis ist, hihi, heiß!

Die Erfolgs­quo­te von Leu­ten, die sich von Herrn Wen­zel trai­nie­ren lie­ßen, soll enorm sein. Das Geschäft boomt, deut­sche Män­ner brau­chen anschei­nend detail­lier­te Schritt-für-Schritt-Anlei­tun­gen zum Ins­ge­spräch­kom­men mit dem ande­ren Geschlecht. Irgend­wie ist das trau­rig, irgend­wie auch ziem­lich preu­ßisch. (Der ers­te Video­link mit Wen­zel, auf den ich stieß, führ­te übri­gens zu KiKa, dem Kin­der­ka­nal – früh übt sich!)

Seit gerau­mer Zeit nun erle­digt der begna­de­te wie hoch­prei­si­ge Ver­füh­rungs­künst­ler nun sei­ne Arbeit auch „pour le roi de Prus­se”. (Die­ses geflü­gel­te Wort gefällt mir in dem Zusam­men­hang gut, gilt man­chen Mas­sen­me­di­en die Regen­tin nicht heu­te noch als „Preu­ßin“?). Umsonst, nein: kos­ten­los bie­tet der Flirt­ex­per­te sei­ne Semi­na­re näm­lich für Flücht­lin­ge an. Weil die es beson­ders nötig haben? Genaue­res erfah­ren wir aus dem Aus­land. Eini­ge Tips von Mas­ter Wen­zel an Refu­gees, Dai­l­y­mail von heute:

Wenn Dir eine Frau gefällt, dann fra­ge sie nicht, ob sie mit Dir reden will, tu es ein­fach. Ergreif die Initia­ti­ve: Sogar eman­zi­pier­te deut­sche Frau­en schät­zen es oft, wenn der Mann den ers­ten Schritt tut. Über­ra­sche sie mit ori­gi­nel­len Anmach­sprü­chen. (…) Es ist in Ord­nung, Sex mit ihr schon beim ers­ten Tref­fen zu haben; Sex wird in Deutsch­land als kei­ne gro­ße Sache gewer­tet. Aber sag ihr zumin­dest in den ers­ten drei Mona­ten nicht, daß Du sie liebst. Deut­sche Frau­en kön­nen sol­che Anhäng­lich­kei­ten nicht leiden.

Auch der Jour­nal­star aus Lincoln/Nebraska berich­tet heu­te von jener Flirt­schu­lung in Dort­mund. Die Bericht­erstat­te­rin spricht vor dem Flirt­trai­nings­cen­ter eine Pas­san­tin an, Jas­min, eine offen­kun­dig Deut­sche. Was sie von der Idee hal­te, Flücht­lings-Boys Anbag­ger­tech­ni­ken zu leh­ren? Eine Men­ge! Jas­min mag den Look der Jungs aus dem Nahen Osten; deut­sche Män­ner hin­ge­gen trän­ken zuviel Bier, schau­ten zu viel Fuß­ball und: „sind ein­fach so weiß!“
Na dann.
Markt/Angebot! Dann kann es mit ein paar Gen­tle­man-Tricks ja nur bes­ser wer­den, Sil­ves­ter steht ja schon wie­der vor der Tür! Ulki­ger Gedan­ke: Die haben’s damals nur falsch angepackt!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (25)

Sebastian

2. Dezember 2016 14:05

Kennt hier jemand den Kurzfilm der Schwarzfahrer? Ich glaube der hat sogar einen Oskar bekommen.

" Der Neger hat meinen Fahrschein gefressen" :)

Mittlerweile... naja ist der Film nicht mehr so lustig.

Habe gerade auf einer anderen Seite gelesen das die sog. Linken anscheinend keine Argumente haben um mit Herrn Kubitschek zu diskutieren.

Nettes technisches KO...zu feige mit Herrn K. in den Ring zu treten. Schon vorher aufgegeben...Feiglinge. Ihr Soziologen- Blabla können sie vielleicht in ihrer Filterblase abziehen. In der Öffentlichkeit machen sie sich damit aber zum Affen.

Die wissen genau das sie keine Argumente mehr haben. Das ist der Vorteil der Rechten. Wir haben die Argumente und die Wahrheit auf unserer Seite.

Wir müssen " nur" ruhig und sachlich bleiben und die Dinge beim Namen nennen.

Die Linken müssen luegen bzw. Dinge verschweigen und Leute terrorisieren. Das merken die Leute.

Schoene Zwickmühle. Sie können nur verlieren. Kneifen sie, sind sie Feiglinge. Diskutieren sie gehen sie unter.

Schade, ich hätte gerne gesehen wie Herr Kubitschek die Pseudolinken auseinander nimmt.

Kommt noch. Irgendwann können sie sich nicht mehr davor druecken.

Danke für Ihre Arbeit. Ich weiss das sehr sehr zu schätzen. Vielleicht mehr als jeder andere Deutsche überhaupt.

Machen Sie weiter so.

Sebastian

la vie est belle

2. Dezember 2016 14:09

naja, das die deutschen männer soviel bier trinken und fussball schauen ist genauso ein beklopptes vorurteil, wie die geldgier jüdischer gruppen.

ich kontrastiere das meistens mit dem "gegenbeispiel", dass deutsche frauen aufgrund ihrer ängstlichkeit und PC sexuell verklemmt sind. was also bleibt als freude übrig? bier und fussball!

(nur gegenüber fremden selbstschämern! im eigenen freundeskreis darf das niveau dann erheblich gesteigert werden.)

Ein gebürtiger Hesse

2. Dezember 2016 14:58

Genau, die haben's letztes Sylvester nur falsch angepackt. Der Gedanke hat mal Schmackes! Diesmal wiederum sollte es ungleich Verfeinerter zugehen, da die Jungs schon viel mehr "angekommen" sind bei uns. Sie haben auch die ersten Kultur-Spülungen verabreicht bekommen, etwa von alerten Flirt-Coaches. Geht doch also alles! Leider wollen das Leute wie wir immer wieder nicht wahrhaben ...

Klarer Fall von: Man kann gar nicht so viel essen wie man ... usw.

deutscheridentitärer

2. Dezember 2016 15:13

Die wissen genau das sie keine Argumente mehr haben. Das ist der Vorteil der Rechten. Wir haben die Argumente und die Wahrheit auf unserer Seite.

Das sehe ich nicht so.

Dass ein Argument auf die Gegenseite wirkt, setzt voraus, dass sie gewisse Prämissen teilt.

Das tut sie aber nicht.

Da kann man also (leider?) nichts machen.

Jasmin mag den Look der Jungs aus dem Nahen Osten; deutsche Männer hingegen tränken zuviel Bier, schauten zu viel Fußball und: „sind einfach so weiß!“

Trotz dessen, dass ich mich intensiv wie extensiv mit dem weiblichen Geschlecht auseinandergesetzt habe, sind mir solche Jasmins bisher nicht begegnet, erst recht nicht in FFM.

Dieses ganze "junge Männer mit Testosteronüberschuss" Gerede geht mir schon lange auf die Nerven.

Überwiegend handelt es sich bei den Neuankömmlingen um kleine, schmale, im individuellen Auftreten zurückhaltende Gestalten.

Kein Grund für eine Krisis des deutsch-männlichen Selbstwertsgefühls.

Monika

2. Dezember 2016 16:24

Schade, dass Sie mit dem eleganten Herrn nicht ins Gespräch gekommen sind.
Über das, was er liest. Und vielleicht hätte er gar hessisch gesprochen.
So wie dieser Herr plattdeutsch:
https://www.amazon.de/Heimatforscher-Deutsche-aller-Welt-besuchte/dp/3499624761
Die PC verhindert wirklich jegliche kindliche Unbefangenheit.
Mein Sohn hatte als Grundschüler seinem Banknachbarn ( eritreischer Migrations- Hintergrund) über das krause Haar gestrichen. Er hat ihn vorher allerdings um die Erlaubnis gefragt. Er wollte nur wissen, wie sich das anfühlt.
Und hessisch in der Kirche, das ist immer ein Stück Heimat für mich:

https://m.youtube.com/watch?v=BeTbVb0jpBU

Gustav Grambauer

2. Dezember 2016 16:26

Hierzu, es ging um einen Auftritt von Strache, hat der österreichische Presserat schnell noch die wahltaktische Notbremse gezogen:

"Es ist zum Heulen: die Menschen, die ihm zukreischen und wie sie aussehen. Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe. Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten sind ein schönerer Menschenschlag. Und jünger."

https://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Zöchling

Dabei sind die meisten Mitteleuropäer mit 75 so fit und sehen auch so aus wie ein Araber mit 40 nicht mehr. Südländer blühen meist nur ganz kurz auf und verwelken dann. Aber keine Sorge, es kommen neue nach ...

vdB versucht gerade auf eine ganz miese, niedrige, schmierige Art, die Rentner von Hofer abzufangen, tiefer kann man kaum noch sinken, "Meine letzte Wahl" (sic!):

https://www.youtube.com/watch?v=UkT852IQg_g

Wer bei dem Flirt-Coach noch nicht den ganzen Hintergrund der Verhöhnung erfaßt hat, der höre hier den letzten Satz:

https://www.youtube.com/watch?v=kTYeeRGUB4s

- G. G.

Trouver

2. Dezember 2016 16:31

dem Brief des Abostels Baulus an die Römä

von dem empfehle ich u.a. 1:27.

Meier Pirmin

2. Dezember 2016 17:49

Bemerkenswert scheint mir, dass Ellen Kositza Lincoln/Nebraska nennt, eine der ganz wenigen Städte in jenem Staat im mittleren Westen, wo Hillary Clinton obenausschwang, wiewohl mit knappstem Zufallsmehr. Im von Kositza erwähnten Hauptort von Nebraska, Lincoln, benannt nach dem Bürgerkriegs-Präsidenten Abraham Lincoln, erzielte die demokratische Kandidatin 60 553 Stimmen gegenüber Trump mit 60 456 Stimmen, ein Beleg mehr für ihre Stärke in urbanen Gebieten, war sie doch sonst im ländlichen Nebraska chancenlos. In der Bronx von New York gab es es umgekehrt einen Wähleranteil von 90% für Clinton. Demgegenüber in den kaum bewohnten weiten und wilden Gegenden von Nebraska mit einer Bevölkerungsdichte von knapp 1 Person auf 1 Quadratkilometer, in Grant County, erzielte Trump 93% Stimmen, in Arthur County, dem Nachbargebiet von Grant County, gab es noch 90% für den politisch weniger domestizierten Kandidaten. In jenen Gebieten kommen weit mehr Sandlerchen vor als Menschen, also jener Vogel, der zum "state bird" von Nebraska designiert wurde. Je anarchischer und einsamer eine Gegend, desto Trump-freundlicher wurde gewählt. Aus rein volkskundlicher Sicht lässt sich das Wählerverhalten sowohl in Grant County wie auch in der Bronx sehr wohl erklären, wiewohl es in allen Fällen mit hoher Sicherheit kaum mit dem Bildungslevel und dem Aufklärungskoeffizienten zusammenhängen dürfte. Mit Rassismus und Extremismus hat dieses Wählerverhalten wohl ebenfalls nichts zu tun.

Meine historische und volkskundliche Analyse der Wahl in den Vereinigten Staaten, aufgenommen in der Stiftsbibliothek meines Schulorts und Standort eines ehemaligen in Deutschland einst vielgehörten Mittelwellensenders, weiter unten, zum Thema "Zeitenwende", auch noch zur Auswanderung in die USA im 19. Jahrhundert, zum Asylrecht und natürlich zum Schweizer Nationalheiligen Klaus von Flüe. https://www.youtube.com/watch?v=85B8Fg4AUvo

Sara Tempel

2. Dezember 2016 17:52

Mir fällt in diesem Zusammenhang ein Aphorismus von Shakespeare ein: "Die Frauen schaffen aus den Männern Helden, doch manchmal auch aus Helden – Narren." Leider ist heute das erste eher selten geworden, das zweite dagegen gang und gäbe!
Mit den Deutschen ist es tatsächlich gelungen, effeminierte Narren heranzuzüchten, Aber das ist dann doch auf Dauer zu langweilig, so daß einige, vom Mainstream manipulierte, Frauen heute schon Macho-Muslime vorziehen.

Zadon Allen

2. Dezember 2016 18:19

Handelt es sich bei dem Herrn Wenzel wirklich um den Milbuchbi, den man bei flirtuniversity.de bewundern kann?

Da würde mich ja noch eine nähere ästhetische Einschätzung Ihrerseits interessieren, Frau Kositza. Was meine Frau zu dieser Figur sagen würde, kann ich mir im inneren Dialog vorsprechen.

Wieder ein Beleg, daß in der BRD wirklich alles auf dem Kopf steht, wenn solche (sit venia verbo) verpickelten Klobürsten-Frisuren mit Knopfäuglein hierzulande als "Flirtberater" tätig sind.

JoGo

2. Dezember 2016 18:29

Seit einer Weile bin ich Ausländer in einem schwarzafrikanischen Land und bemühe mich eifrig um Integration - wozu natürlich auch der Gang zur Sonntagsmesse und das Gemeindeleben gehören. Ein hiesiger Katholik, mit dem ich ganz gut bekannt geworden bin, hat mich an einem Sonntag kurz vor der Messe seiner Familie vorgestellt, und wir haben uns dann zusammen auf eine Bank gesetzt. Ich war einer von vielleicht zwei Prozent Weißen in der Kirche und vermutlich der einzige mit einheimischem Anschluss.

Einer seiner Jungs, vielleicht vier Jahre alt, konnte sich nicht zurückhalten und setzte sich ganz nah zu mir. Indem er mich anschaute, aber an seinen Vater gerichtet, sagte er ein paar mal in der Verkehrssprache des Landes: "Er hat blaue Augen, er hat blaue Augen." Dann führte er seinen kleinen schwarzen Zeigefinger über meinen sommersprossigen Unterarm und prüfte so die Farbe meiner Haut.

Gäbe es ein schwarzes Äquivalent zu C.Roth (oder ähnlichem Gelichter), so wäre ich hier Opfer eines unterschwelligen antiweißen Rassismus geworden. Aber da die großen Linien des freundlichen Miteinanders, bei allen kulturellen Unterschieden, fast überall sehr ähnlich sind, wäre es Ihrem Schwarzen bei Ihrer - sicherlich dezenter vorgetragenen - Neugierde wohl so gegangen wie mir: Ich habe mich gefreut.

Stil-Blüte

2. Dezember 2016 19:21

Ellen Kositza

...sondern wirklich rabenschwarz....na, wegen der Hände, also der weißen Innenflächen

Begründung:

Weihnachtslektüre/-vorlesen Waggerl 'Warum der schwarze König Melchior so froh wurde'

(P.S. Und nun hat auch mich wieder mal PI ereilt, hackt auf mir rum. Hackt die besten Stücke raus. Und ich bin mir nicht mehr so sicher, ob Waggerl die rührendsten Weihnachtsgeschichten nach der Weihnachtsgeschichte im Neuen Testament erzählt.

Langer

2. Dezember 2016 22:43

Solche Afrikaner sehe ich auch ab und an. Ich glaube, die sind aus Nigeria und gerade auf dem Weg zu den Leuten, die ihnen mal bei einer Ueberweisungsgeschichte aus der Patsche helfen konnten, um sich bei ihnen persoenlich zu bedanken.

masseltov

3. Dezember 2016 00:57

verehrteste,

ich bedaure, daß sie ihr momentum an einen unsäglichen typen wie "wenzel" verschwenden.
perlen vor die säue!

Michael Schlenger

3. Dezember 2016 00:58

An Pirmin Meier:

Sie sind hier von Anbeginn als ein sehr von sich selbst eingenommener Charakter aufgefallen. Der von Ihnen praktizierte überproportionale Gebrauch des "ich" ist mir (haha) an sich zuwider, doch nach Konsum des von Ihnen selbstlos anempfohlenen Filmdokuments mag in Ihrem Fall eine Ausnahme berechtigt sein.

Man wünscht sich einen aufrichtigen Intellektuellen und besonnenen, freien Redner Ihres Kalibers auf der diesseitigen Seite des Rheins wohl leider vergeblich.

Unterdessen vertreibe sich der nach Halt suchende deutsche Konservative die Zeit mit der fassungslosen Rezeption der Qualität frei gehaltener Bundestagsreden aus den 1970/80 Jahren.

Da kann der überwiegende Teil des AfD-Personals - von Pegida-Textablesern ganz zu schweigen - noch einiges lernen...

Das Wars, Diesmal Mit...

3. Dezember 2016 08:40

PS.: Die These, wonach Politically Correctness auch Integration/ Dialog be-/ verhindert, trifft in der Tat zu. Gutes Beispiel.

Eveline

3. Dezember 2016 08:50

Gustav Grambauer

"Sie wollten eigentlich eine Frau aus ihrer Heimat".... da machte es pling bei mir und mir fielen die auch auf einer Ideologie basierenden deutsch - sowjetischen Brieffreundschaften ein.

Nun wir waren damals unschuldige Kinder und merkten es doch , spätestens nach dem Beginn der Pubertät, da ist was faul.

Die Reaktion der Eltern und Großeltern war nun einmal eine andere , als die der Pionierleiterin.

"Wenn er offen ist" so eine Reaktion einer Dame. Offen für was? Und Sie selbst? Ist sie dann auch für seinen Kulturkreis offen?
Was für eine deutsche Hybris, die ganze Partnersuchmaschine.

eulenfurz

3. Dezember 2016 09:56

Vielleicht war der edle Herr ein Forschungsreisender zum Studium der Geschichte neugewonnener Kolonien? In der heutigen Zeit kehrt sich schließlich vieles um:

Der Blick der anderen - Afrikas Geschichte aus der Sicht des Westens - 27.05.2016
Der schwarze Kontinent. Dunkel, gefährlich, primitiv. So hat es Europa lange dargestellt. Erst nach der Kolonialzeit hat sich eine andere Geschichtsschreibung herausgebildet - von Afrikanern, nicht nur über sie.
BR-Wissen

Warum nicht auch die Geschichte Europas aus afrikanischer Sicht verfassen? Vielleicht hatten Sie es außerhalb des Symbolbildes aber auch mit einem zu 150% Integrierten zu tun gehabt. Schade, daß Sie nicht nachgefragt hatten.

Zudem erinnert mich Ihre Begegnung an die nebenläufige, aber umso erschütterndere Berichterstattung eines befreundeten urbanen Autochthonen, neben dem im Zuge mal eine Frau saß, die ein Buch in dieser "Nazischrift" gelesen habe. Unfaßbar! In solchen Fällen wäre es zu Gunsten der psychischen Verfaßtheit des Empörers tatsächlich wünschenswert, daß solch ein Frakturleser dunkelhäutig ist.

Johann

3. Dezember 2016 16:52

Ach, und dieser Wenzel soll nun ein angesagter Pickup-Artist sein? Ich kannte noch die vom alten Schlag, wie Mystery, Neil Strauss, Maximilian Pütz, aber dieser Wenzel war mir unbekannt. Eine Bildersuche bei Google ernüchterte mich da rasch. So ein durchschnittlicher, langweilig wirkender Milchbubi verkörpert heute den Typ des Aufreißers? Er versprüht weder "harte" Männlichkeit, noch den Reiz, den etwa Rockstar-Typen inne haben. Da frage ich mich, was sich die Asylanten denken, wenn sie den vorgesetzt bekommen.

willie

4. Dezember 2016 13:15

@Johann

Die Kunst des Aufreisskünstlers (Pickup Artist) besteht ja gerade darin Frauen aus dem Harem oder sequentiellen Harem herauszubrechen, um auch Männern die sonst nur kommerzielle Angebote nutzen können eine Frau zu ermöglichen. Umso weniger optische Präsenz er aufweist um so besser müssen demnach seine Fähigkeiten sein.

Meier Pirmin

4. Dezember 2016 13:26

@Wie früher schon mal ausgeführt, hatten wir die "Nazischrift" in der Schweiz noch bis nach 1960 in Schullesebüchern, weil wir die Reform von Hitler und Goebbels von 1941 nicht mitmachen wollten, welche mit der Antiqua offenbar das christliche Abendland gegen Russland oder ich weiss nicht was retten wollten.

@Michael Schlenger. Dass meine Beiträge zum Teil bewusst, ursprünglich aber oft unbewusst noch mit Faktoren subjektiver und persönlicher Erläuterungen verbunden waren, hängt nun mal damit zusammen, dass ich mit Klarnamen schreibe und nun mal unter ständigem Rechtfertigungsdruck stehe, warum ich rechte und rechtsintellektuelle Gesprächspartner aus Deutschland und Österreich für voll nehme, einen konstruktiven Beitrag von ihnen für die Freiheitsgeschichte von heute nicht ausschliesse, wiewohl ich mich an schmerzhaften Irrtümern in diesem Lager einschliesslich Kinderkrankheiten der Jungrechten auch immer wieder mal stosse. Wobei ich zusätzlich damit rechnen muss, wegen diesen und ähnlichen Kontakten, zum Beispiel zur feminismuskritischen Männerszene, mich zusätzlich in die Isolation zu schreiben. So wie etwa ein Kollege, Kabarettist, wegen unzulässigen Hinauslehnens aus dem rechten Fenster nun plötzlich kaum mehr Engagements hat. Wie auch immer, Herr Schlenger, Sie unterstellen mir, in meinem obigen Blog Eigenwerbung für ein Aussenseiter-TV-Gespräch gemacht zu haben, Schweiz 5. Dies kurz, nachdem ich von einem prominenten Gespräch des 1. Programms ohne weitere Angaben von Gründen nach einer Einladung wieder ausgeladen wurde. Und ich verlangte aber ausdrücklich, dass das Gespräch nicht wie bei Schweiz 5 oft üblich, statt im Dialekt auf Hochdeutsch gehalten wurde, weil es mir ein Anliegen war, es dem Publikum von SiN zugänglich zu machen. Dies zu einem Zeitpunkt, wo ich mich bis auf weiteres kaum mehr an den Blogdebatten hier beteiligen kann. Ein längerfristiges Anliegen wäre aber wohl mal eine kritische Darstellung sowohl der deutschen als der schweizerischen und der österreichischen Rechten, generell auch der europäischen Rechten, aus der Sicht eines prinzipienerprobten und historisch erfahrenen Konservativismus. Noch bewegt war ich dieser Tage, dass Kubitschek bei seinem neuesten Blog aus Zagreb den Buchtitel "Elite" von Kaltenbrunner als Titelfigur verwendete. Es handelt sich dabei um eine Orientierung, die mich seit Jahrzehnten mitprägt.

Danke indes für das Kompliment betr. meinen Auftritt im Schweizerzeit-Magazin, wo ich indes mal eine grössere Hemmzeit hatte, weil mir der Name des Schriftstellers Joshua Cohen nicht mehr in den Sinn kam, des bekanntnn US-Autors, Verfasser von 9 Romanen, der behauptete, nie einem Trumpwähler begegnet zu sein. Den Zugang zu diesem Schweizerzeit-Magazin, einem rechtskonservativen Gefäss, mit meinem einstigen Studienkollegen U. Schlüer und meinem ehemaligen Schüler Anian Liebrand als Redaktoren, finden SiN-Leser am Schluss meines ersten Beitrages in dieser Blog-Serie. Wünsche allen eine gesegnete Adventszeit.

Sebastian

4. Dezember 2016 14:41

@ deutschidentitärer

" Die wissen genau das sie keine Argumente mehr haben. Das ist der Vorteil der Rechten. Wir haben die Argumente und die Wahrheit auf unserer Seite.
Das sehe ich nicht so.
Dass ein Argument auf die Gegenseite wirkt, setzt voraus, dass sie gewisse Prämissen teilt"

Es geht nicht darum das Argument auf die Gegenseite wirken zu lassen sondern auf die Zuschauer.

Läuft...

Raskolnikow

4. Dezember 2016 18:54

Geschätzte Frau Kositza,

kann es sein, daß die Deutschen Bahn Ihnen den Zusammenstoß mit einem Sapeur bescherte? Ich bin mir fast sicher, Sie haben ein interessantes Gespräch verpasst ...

Au revoir!

R.

Gustav Grambauer

5. Dezember 2016 10:40

Geschätzter Raskolnikow,

"kann es sein, daß die Deutschen Bahn Ihnen den Zusammenstoß mit einem Sapeur bescherte?"

Habe beim Lesen zuerst an den hier bzw. in diese Richtung gedacht:

https://de.wikipedia.org/wiki/Asfa-Wossen_Asserate

https://www.youtube.com/watch?v=SdMK308lW7U

https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_1?__mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&url=search-alias%3Daps&field-keywords=asfa-wossen+asserate&rh=i%3Aaps%2Ck%3Aasfa-wossen+asserate

Schauen Sie sich auch das hier mal an, ab 17:34, wird Sie interessieren:

https://www.youtube.com/watch?v=z2qmvJsM3qc

- G. G.

stechlin

5. Dezember 2016 13:59

Liebe Ellen Kositza,
mal nicht so übertreiben, kein einziger meiner Santonis hier hat mehr als 300 Euro gekostet!
Gruß,
s

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