Bilder der Vergangenheit

Die praktische Bedeutung der Geschichtsschreibung liegt in jenem Bilde der Vergangenheit,...

 Gastbeitrag

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das sie für die Gegen­wart malt. Das Ver­ein­fach­te, das Unter­kom­ple­xe ist die fes­te Basis jeder Wahr­neh­mung. Dies gilt selbst für die ver­geis­tigs­te Per­sön­lich­keit, wie viel mehr für jede Art von Kollektiv.

Obwohl His­to­ri­ker, wie alle Wis­sen­schaft­ler, über Streit­fra­gen anein­an­der gera­ten kön­nen, die dem Lai­en unver­ständ­lich sind und/oder nur ein Ach­sel­zu­cken abrin­gen kön­nen, besteht die­ses Bild auf der Ebe­ne der Gesell­schaft meist aus weni­gen gro­ben Pin­sel­stri­chen, die eine Hand­voll Por­träts und Ereig­nis­se für die Nach­welt festhalten.

Es ist des­halb kei­ne Zur­schau­stel­lung der eige­nen Igno­ranz, wenn das Maga­zin The Atlan­tic in sei­ner aktu­el­len Aus­ga­be (Novem­ber 2016) die Ergeb­nis­se fol­gen­der Leser­fra­ge prä­sen­tiert: „Wer ist der ein­fluß­reichs­te Poli­ti­ker der Geschichte?“

Es wird sich auf die­se Wei­se zwar schwer­lich eine Rang­lis­te his­to­ri­sche Bedeu­tung erstel­len las­sen, ein Unter­fan­gen, das sowie­so weit über die Mög­lich­kei­ten der Geschichts­wis­sen­schaft hin­aus­grif­fe, den­noch sind die­se Ein­schät­zun­gen der gro­ßen Toten auf­schluß­reich. Nicht für die Ver­gan­gen­heit, son­dern für die Gegenwart.

Ein­ge­reicht wer­den soll­ten ein Name und eine kur­ze Begrün­dung. Von den ein­ge­reich­ten Ant­wor­ten der brei­ten Leser­schaft wur­den jedoch nur zwei ver­öf­fent­licht. Die rest­li­chen acht stam­men aus jenem Seg­ment der Gesell­schaft, wel­ches man­gels einer ande­ren (neu­tra­len) Bezeich­nung als die kul­tur­tra­gen­de Schicht zu iden­ti­fi­zie­ren ist.

Zu die­sen Kul­tur­trä­gern zäh­len nun: ein Komi­ker (Hasan Min­haj), ein Geschichts­pro­fes­sor (Mark. D. Stein­berg) und ein Schau­spie­ler (Tony Gold­wyn). Die übri­gen fünf wer­den uns als Autoren vor­ge­stellt, zusam­men mit dem Titel ihres offen­bar bedeu­tends­ten Werkes.

Hin­ter der Bezeich­nung „Autor“ ver­ber­gen sich: ein Aus­lands­jour­na­list (Adrew Scott Coo­per), zwei Popu­lär­his­to­ri­ker (Rick Bey­er und Jane Hamp­ton Cook), der His­to­ri­ker, TIME-Redak­teur und geschäfts­füh­ren­de Vize­prä­si­dent von Ran­dom House Jon Meacham und ein Pro­fes­sor für Kriegs­ge­schich­te (Andrew Roberts). Die­se acht sind also den bei­den Lesern, der Vox popu­li gegenübergestellt.

Ord­net man die Ant­wor­ten, so fällt zunächst auf, daß es gan­ze drei Grün­der­vä­ter der Ver­ei­nig­ten Staa­ten in die­sen Olymp der ver­öf­fent­lich­ten Wich­tig­keit geschafft haben. Die­se pein­li­che Unfä­hig­keit, über den eige­nen Tel­ler­rand hin­aus­zu­bli­cken, fin­det sich jedoch bei den Kul­tur­trä­gern und nicht bei der ein­fa­chen Leserschaft.

Geor­ge Washing­ton ist übri­gens nicht unter den Glück­li­chen. Nicht nur war die­ser aris­to­kra­ti­sche Feld­herr offen­bar nicht nach Geschmack, sei­ne Bedeu­tung für die jun­ge Repu­blik ist viel zu offen­sicht­lich. Denn John Adams und James Madi­son wer­den von den bei­den Popu­lär­his­to­ri­kern Bey­er und Cook ins Feld geschickt. Ihre Begrün­dun­gen sind wenig mehr als die Zur­schau­stel­lung ihres Detail­wis­sens über einen klei­nen Abschnitt der Welt­ge­schich­te, war­um gera­de die­ser Mann solch eine ent­schei­den­de Rol­le spielte.

Der drit­te Grün­der­va­ter wird von Hasan Min­haj nomi­niert. Der Komi­ker indi­scher Abstam­mung sieht in dem aus Bri­tisch-West­in­di­en ein­ge­wan­der­ten Wai­sen­kna­ben eine Inspi­ra­ti­on für sich selbst „und so vie­le ande­re Migrantenkinder“.

Die­se Inter­pre­ta­ti­on der Figur Hamil­tons ist nicht auf Min­ha­js Mist gewach­sen. Sie stammt aus dem von der Kri­tik über den grü­nen Klee gelob­ten Broad­way­mu­si­cal „Hamil­ton“, das vor allem durch die Beset­zung von Rol­len aus dem Unab­hän­gig­keits­krieg mit far­bi­gen Schau­spie­lern von sich reden mach­te und kürz­lich dem zukünf­ti­gen Vize­prä­si­den­ten, Mike Pence, die ame­ri­ka­ni­sche Diver­si­ty öffent­lich ins Gedächt­nis rief.

Hamil­ton, der Grün­der­va­ter, der aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten am liebs­ten eine Wahl­mon­ar­chie gemacht hät­te, um die Kor­rup­ti­on des Sys­tems durch fremd­län­di­sche Ein­flüs­se zu ver­hin­dern, ist jetzt das Pin-up all der­je­ni­gen Frem­den, die das einst wei­ße, angel­säch­si­sche und pro­tes­tan­ti­sche Ame­ri­ka der Grün­der­vä­ter bereits bis zur Unkennt­lich­keit kor­rum­piert haben.

Und des­we­gen, weil er zum Pin-up gemacht wur­de für etwas, woge­gen er sich mit Zäh­nen und Klau­en gewehrt hät­te, ist er auf ein­mal der ein­fluß­reichs­te Poli­ti­ker der Weltgeschichte.

Zumin­dest an sei­nem eige­nen Pin-up-Sta­tus mit­ge­ar­bei­tet (wobei selbst­ver­ständ­lich auch hier die pro­pa­gan­dis­ti­sche Haupt­ar­beit von den­sel­ben ver­rich­tet wur­de, die sich jetzt Hamil­ton zu ihrem neu­en Hel­den erko­ren haben) hat der Mann, den der Schau­spie­ler God­wyn auf den Schild hebt, Nel­son Man­de­la. Des­sen Kurz­ha­gio­gra­phie ist der­ma­ßen klas­sisch für das in God­wyns Krei­sen vor­herr­schen­de Welt­bild, daß ich sie hier voll­stän­dig wiedergebe:

Trotz eines Lebens in der Unter­drü­ckung durch eine ras­sis­ti­sche Regie­rung, ein­schließ­lich 27 Jah­ren im Gefäng­nis, ver­än­der­te Nel­son Man­de­la Süd­afri­ka durch sei­nen Glau­ben an die Bru­der­schaft der Mensch­heit. Sei­ne Wahr­heits- und Ver­söh­nungs­kom­mis­si­on [Mein Schreib­pro­gramm will die­ses Wort durch „Repa­ra­ti­ons­kom­mis­si­on“ erset­zen. Lang­sam macht mir die Ent­wick­lung der KI Angst.] ist ein leuch­ten­des Bei­spiel für die Macht der Vergebung.

Offen bleibt, wozu Man­de­la sein Land ver­än­dert hat. Das kann man unter ande­rem in der IfS-Stu­die Süd­afri­ka. Vom Schei­tern eines mul­ti­eth­ni­schen Expe­ri­ments nach­le­sen. Doch abge­se­hen davon: Was bewegt einen Mann, Schau­spie­ler oder nicht, poli­ti­schen Ein­fluß dar­an zu mes­sen, ob jemand für ein paar Jahr­zehn­te als Iko­ne durch die Medi­en geistert?

Es hät­te an die­ser Stel­le ja nicht viel gefehlt, und der gro­ße Preis wäre an Che Gue­va­ra gegan­gen. Doch kei­ne noch so gro­ße Ido­li­sie­rung kann dar­über hin­weg­täu­schen, daß Nel­son Man­de­la hier nur der Quo­ten­ne­ger ist.

Quo­ten­wich­ti­ge sind auch die rest­li­chen vier Kan­di­da­ten der Kul­tur­trä­ger, und damit soll­te man jede Illu­si­on auf­ge­ben, daß hier nicht bewußt so gecas­tet wur­de, daß sich das gesam­te Milieu, aus dem The Atlan­tic stammt, die Klas­se intel­lek­tu­el­ler Betäu­bungs­mit­tel­pro­du­zen­ten und ‑händ­ler, dar­in wie­der­erken­nen kann.

Da haben wir, ein­ge­klemmt zwi­schen zwei Grün­der­vä­ter, den Exo­ten, der den wei­ten Hori­zont des Maga­zins belegt und gleich­zei­tig, zusam­men mit Man­de­la, die Lis­te der Aller­wich­tigs­ten diver­si­fi­ziert. Der Jour­na­list und haupt­amt­li­che Iran-Exper­te Andrew Scott Coo­per prä­sen­tiert Kyros den Gro­ßen. Der habe nicht nur die ers­te Super­macht der Welt begrün­det (und wäre damit so eine Art Pro­to­grün­der­va­ter), als ers­ter Ver­fas­ser einer Men­schen­rechts­er­klä­rung wird er sicher in die gel­ten­den Nar­ra­ti­ve zurückgeleitet.

Bei der besag­ten Men­schen­rechts­er­klä­rung han­delt es sich um den als „Kyros-Zylin­der“ bekann­ten Keil­schrift­text. In die­sem Text erzählt Kyros, wie er als Erwähl­ter des Got­tes Mard­uk Baby­lon erober­te, wel­che Unta­ten der baby­lo­ni­sche König Nabo­nid angeb­lich ver­übt habe und war­um er, der per­si­sche Fremd­herr­scher, recht­mä­ßi­ger Herr der gan­zen Welt im All­ge­mei­nen und Baby­lons im Beson­de­ren sei.

Gewis­se Par­al­le­len zu den Men­schen­rech­ten sind in der Tat unver­kenn­bar, auch wenn es sicher­lich unge­recht ist, dem Per­ser­kö­nig die kau­sa­le Ver­ant­wor­tung zuzu­schie­ben. Da Kyros in die­ser Ver­laut­ba­rung auch erzählt, wie er eine Rei­he loka­ler Kul­te wie­der­her­stel­len ließ, wel­che von Nabo­nid unter­drückt wor­den sei­en, hat ihn jene Min­der­heit unter den Men­schen­recht­lern, denen es pein­lich ist, eine bei groß­zü­gigs­ter Betrach­tung drei­hun­dert Jah­re alte und auf den abend­län­di­schen Kul­tur­kreis beschränk­te Idee für uni­ver­sal zu erklä­ren, zu ihrem Vor­läu­fer erkoren.

Für die aus­ster­ben­de Spe­zi­es der ganz alten Lin­ken schickt Mark D. Stein­berg Lenin ins Feld. Sechs­und­zwan­zig Jah­re nach dem offi­zi­el­len Unter­gang des Kom­mu­nis­mus wirkt dies nur noch komisch. Mehr noch als Man­de­la ver­dankt Lenin sei­ne Erwäh­nung der Quote.

Es gibt sie eben noch, jene, die mit Stein­berg glau­ben, Lenin habe „die Regeln neu geschrie­ben“. Sie sind nicht mehr vie­le, aber sie genie­ßen ihren Lebens­abend oft als hoch­ge­ach­te­te Kory­phä­en ihres Fach­be­reichs. Ihre Nach­fol­ger neh­men sie zwar in der Sache nicht mehr ernst, doch die Namen der alten Genos­sen flö­ßen wei­ter­hin Respekt ein.

In einer ähn­li­chen Situa­ti­on befin­den sich jene kon­ser­va­ti­ven 20.-Jahrhundert-Patrioten, für die pars pro toto der Kriegs­his­to­ri­ker Pro­fes­sor Andrew Roberts steht. Sein Plä­doy­er für Chur­chill fällt noch erbärm­li­cher aus als das­je­ni­ge Stein­bergs für Lenin. Ein Kriegs­his­to­ri­ker will Chur­chills Bedeu­tung aus­ge­rech­net dar­in erbli­cken, daß er die bri­ti­schen Inseln als „unsink­ba­ren Flug­zeug­trä­ger“ für die US Air For­ce geret­tet habe.

Den letz­ten von einem Kul­tur­trä­ger benann­ten „ein­fluß­reichs­ten Poli­ti­ker der Geschich­te“ rech­ne ich nur unter Vor­be­halt zu den Quo­ten­preis­trä­gern. Vor­be­halt des­halb, weil sei­ne Kür zwar eben­so auf die Über­le­gung zurück­geht, ein bestimm­tes Seg­ment der Leser­schaft zu befrie­di­gen, Chris­ten in die­sem Fal­le, er aber die ein­zi­ge aus dem Kar­tell der Mei­nungs­ma­cher benann­te Per­son ist, die auf die­sen Titel einen nach­voll­zieh­ba­ren Anspruch hat.

Die Rede ist von Pon­ti­us Pila­tus, ohne den es, wie Jon Meacham rich­ti­ger­wei­se bemerkt, wahr­schein­lich weder das Chris­ten­tum, noch alles, was aus dem Chris­ten­tum folg­te, jemals gege­ben hätte.

Wel­che Bil­der der Ver­gan­gen­heit sehen wir, wel­che gro­ben Stri­che kön­nen wir erken­nen? Die Bil­der mal­ten Ange­hö­ri­ge jener ideo­lo­gie­pro­du­zie­ren­den Klas­se, die es – abzüg­lich der Ver­eh­rung der Grün­der­vä­ter, per­ver­ser­wei­se nicht abzüg­lich der Ver­eh­rung Win­s­ton Chur­chills – in Deutsch­land ganz genau­so gibt. Es sind die­sel­ben, die seit die­sem Jah­re 2016 die Welt nicht mehr verstehen.

Zunächst: Von gan­zen acht waren offen­bar nur zwei in der Lage, die Fra­ge rich­tig zu deu­ten. Nur Stein­berg und Meacham haben über­haupt zu erklä­ren ver­sucht, war­um ihr Favo­rit der ein­fluß­reichs­te (Super­la­tiv!) Poli­ti­ker der Welt­ge­schich­te sei.

Alle ande­ren haben das The­ma ver­fehlt. Ihre Ant­wor­ten beru­hen zum Teil dar­auf, daß sie über die­se Per­so­nen eben etwas wis­sen, zum Teil dar­auf, daß die­se Per­so­nen irgend­ei­nen Wert ver­tre­ten hät­ten oder sie sich per­sön­lich von ihnen inspi­riert fühlen.

Dabei erfor­der­te die gestell­te Fra­ge kein über­mä­ßi­ges Wis­sen. Ihre sinn­vol­le Beant­wor­tung ist kei­nes­wegs das Mono­pol der His­to­ri­ker­zunft, der sowie­so drei der sechs ange­hö­ren, die sich dazu als unfä­hig erwie­sen. Alles, des­sen es bedarf, ist ein gewis­ses, ger­ne auch sehr schwam­mi­ges Ver­ständ­nis dar­über, wie die Wirk­lich­keit abläuft und das grund­le­gends­te Ver­mö­gen, die Pro­por­tio­nen ein­zu­schät­zen, wel­che die Erschei­nun­gen in die­ser Wirk­lich­keit einnehmen.

Das ist alles. Die bes­te Ant­wort, zu der einer jener aktu­el­len Trä­ger des Welt­geis­tes imstan­de war, Pon­ti­us Pila­tus, hät­te jeder geben kön­nen, der kein Opfer der neu­es­ten Schul­re­for­men ist.

Es sind die­se bei­den Fähig­kei­ten, die den Dich­tern und Den­kern des in der Post­mo­der­ne ver­schim­meln­den Okzi­dents mehr als alles ande­re abge­hen: Gespür für die Wirk­lich­keit und die Ein­ord­nung in Wich­tig und Unwich­tig. Es ist auch kein Zufall, daß aus­ge­rech­net ein Alt­lin­ker in sei­nem Denk­sys­tem zumin­dest noch soweit Ersatz fin­det, daß er die gestell­te Fra­ge inner­halb die­ses Sys­tems sinn­voll beant­wor­ten kann.

Es zeigt sich ein­mal mehr die Rich­tig­keit der Bemer­kung Alain Sorals, daß die Lin­ke zusam­men mit dem Mar­xis­mus das Den­ken über­haupt über Bord geschmis­sen habe. Sie fiel bezeich­nen­der­wei­se im Zusam­men­hang sei­ner Kri­tik der Men­schen­rech­te. Seit dem schmäh­li­chen Tod des Marx­schen Sys­tems ist alles erlaubt.

Doch wie steht es mit Vol­kes Stim­me? Da The Atlan­tic sich ent­schied, die ver­sam­mel­ten Grö­ßen der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on nur mit zwei Ver­tre­tern die­ser Stim­me zu beläs­ti­gen, haben wir hier zwar ein Pro­blem der klei­nen Zah­len, doch muß man dem Maga­zin beschei­ni­gen, die­se bei­den Mei­nun­gen gut aus­ge­wählt zu haben. Sie ste­hen ide­al­ty­pisch für zwei Welt­sich­ten, die sich außer­halb der Semi­nar­räu­me, Buch­mes­sen und Stu­di­os der Mei­nungs­he­ge­mo­nen ent­wi­ckelt haben.

Die eine ist eine Wie­der­ho­lung des Pin-up-Effekts, der jeden, der laut­stark bewor­ben „für etwas steht“, zu abnor­ma­ler Wich­tig­keit auf­bläst. Nur funk­tio­niert er hier auch mit umge­kehr­tem Vor­zei­chen, wes­we­gen unser alter Freund Adolf das Ren­nen macht. Cori Schle­gel aus Wis­con­sin schreibt:

Hät­ten sie gefragt: „Wer war der größ­te Poli­ti­ker der Geschich­te?“, ich hät­te mög­li­cher­wei­se an Abra­ham Lin­coln oder Theo­dor oder Fran­k­lin Roo­se­velt gedacht. Doch bezüg­lich der Fra­ge, die sie tat­säch­lich gestellt haben, wüß­te ich nicht, wie die Ant­wort irgend­wie anders lau­ten könn­te, als Adolf Hit­ler.

Man bemer­ke: Zumin­dest ist ihr bewußt, daß his­to­ri­sche Bedeu­tung nichts damit zu tun hat, ob man den Betref­fen­den mag. Ein kur­zer geschicht­li­cher Hori­zont ist auch die mit Abstand harm­lo­ses­te Unzu­läng­lich­keit, die man beim Lai­en antref­fen wird.

Drei der vier genann­ten, Lin­coln, Hit­ler und Fran­k­lin Roo­se­velt, gehö­ren zwei­fel­los zu den bedeu­tends­ten Gestal­ten der ver­gan­ge­nen zwei Jahr­hun­der­te und damit zu den­je­ni­gen, die die Welt, in der Frau Schle­gel lebt, am deut­lichs­ten geprägt haben.

Die letz­te Ant­wort reprä­sen­tiert jenen Typus im Volk, auf den wir jetzt unse­re Hoff­nung set­zen müs­sen. Fähig, in grö­ße­ren Bil­dern zu den­ken, ohne ver­bohrt auf irgend­ei­nen Punkt zu star­ren, von dem sich die Welt aus den Angeln heben lie­ße, viel­leicht ohne theo­re­ti­schen Tief­gang, aber mit einem Gespür dafür, was not ist.

Zum ein­fluß­reichs­ten Poli­ti­ker der Geschich­te kürt sie jenen Mann, den sie am Anfang die­ses Tex­tes bewun­dern kön­nen, obwohl sie ihn ver­mut­lich nicht erkannt haben. Das Bild zeigt sei­ne am wenigs­ten idea­li­sier­te Por­trät­büs­te, den „grü­nen Cae­sar“ aus dem frü­hen ers­ten Jahr­hun­dert unse­rer Zeit­rech­nung. Andrew Gom­bos aus Texas schreibt über den Dargestellten:

Juli­us Cae­sar. Er bewerk­stel­lig­te den Über­gang vom Tri­um­vi­rat der Repu­blik zum Impe­ri­um und hin­ter­ließ eine Tra­di­ti­on der Füh­rer­schaft, die 2000 Jah­re lang nach­ge­ahmt wur­de und bis heu­te fortbesteht.

Die­se Erklä­rung Cae­sars zum ein­fluß­reichs­ten Poli­ti­ker der Geschich­te berück­sich­tigt zwei­er­lei: Zum einen die Lösung einer Fra­ge, an der das Jahr­hun­dert vor ihm geschei­tert war. Zum ande­ren, daß aus die­ser Ein­zel­leis­tung eine Tra­di­ti­on ent­sprang, die dauert.

Ein Volk, dem der Sinn für bei­der­lei Grö­ße nicht gänz­lich ver­lo­ren­ge­gan­gen ist, darf noch hof­fen, solan­ge sich das Rad der Geschich­te dreht.

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Kommentare (17)

Der_Jürgen

14. Dezember 2016 11:50

Nach der Lektüre dieses sehr inhaltsreichen Textes kann man nur sagen: WIllkommen im Club, Johannes Konstantin Poensgen. Sie werden für Sezession sicherlich ebenso eine Bereicherung darstellen wie Caroline Sommerfeld.

Zum Thema des Beitrags: 1978 erschien aus der Feder des amerikanisch-jüdischen Autors Michael Hart ein Buch mit dem Titel "The hundred most influential persons in history", das später auch auf Deutsch übersetzt wurde. Als einflussreichste Person der Geschichte ortete Hart Mohammed, noch vor Jesus Christus (der übrigens noch von Newton auf den dritten Rang verwiesen wurde...) Gegen Schluss seiner Hitparade führt Hart noch einen ägyptischen Pharao an - dessen Name ist mir im Moment nicht erinnerlich -, von dem manche Ägyptologen bezweifeln, dass er überhaupt eine historische Figur war. Anders gesagt, der Hartschen Liste ging jeder rationale Kern ab.

(Nebenbei ist Hart inzwischen "weisser Nationalist", der bei Jared Taylors "American Renaissance" mitwirkt und die Teilung der USA in einen rein weissen, einen rein schwarzen und einen "toleranten" gemischtrmiassigen Staat vorschlägt. Ähnliche Konzepte gibt es auch seitens anderer weisser Nationalisten. Die Idee scheint mir zumindest diskutabel.)

Würde man mich nach den einflussreichsten Politikern des 20. Jahrhunderts fragen, würde ich ohne Zögern Hitler und Stalin nennen. (Natürlich ohne jede moralische Wertung.) Andere würden statt Stalin Lenin erwähnen, ohne den Stalin ja nicht denkbar gewesen wäre. Aber wäre Lenin ohne Marx denkbar gewesen? Man kann das Spiel fast endlos weiterführen. Einen rationalen Ansatz gibt es hier kaum. Man kann nur festhalten, dass, wie Poensgen zu Recht hervorhebt, die Vox Populi hier vernünftiger urteilt als irgendwelche verschrobenen Intellektuellen oder Komiker.

Noch eine kleine Ehrenrettung für Nelson Mandela. Für den Niedergang Südafrikas, der sich vor allem in der krebsartig wuchernden Kriminalität äussert, ist der Mann nicht verantwortlich (es sei denn, man kreide ihm an, dass er die schwarze Mehrheit an die Macht bringen wollte, was aber unfair wäre, denn welcher selbstbewusste Schwarze wollte unter weisser Herrschaft leben?). Mandela hat durch seine Versöhnungspolitik dazu beigetragen, ein grosses Massaker an den Weissen gleich nach dem Machtwechsel zu vermeiden. Leider trägt sich dieses Massaker nun doch zu, wenn auch in kleinen Raten (rund ein Prozent der verbliebenen Weissen wurden seit dem Ende der Apartheid von Schwarzen ermordet). Dass es die Schwarzen nicht fertigbringen würden, das wirtschaftliche, soziale und zivilisatorische Niveau des von Weissen geschaffenen und regierten Staates zu wahren, hat - auf politisch korrekte Leser braucht man hier wohl keine Rücksicht zu nehmen - genetische Gründe; mit einem durchschnittlichen IQ von ca. 70 kann eine Bevölkerungsgruppe keine moderne Gesellschaft schaffen oder auch nur erhalten.

Als Mensch verdient Mandela unbedingt Respekt, was aber nicht heisst, dass er einer der einflussreichsten Politiker der Gegenwart war.

Aristoteles

14. Dezember 2016 12:52

Die genannten Intellektuellen schlafen garantiert auch nicht in einem Bett,
weil Adolf Hitler in einem Bett geschlafen hat.

@Der_Jürgen

"Nebenbei ist Hart inzwischen "weisser Nationalist", der [...] die Teilung der USA in einen rein weissen, einen rein schwarzen und einen "toleranten" gemischtrmiassigen Staat vorschlägt."

Ich halte diesen Vorschlag für sehr bedenkenswert.
Als gemischtrassige Territorien schlage ich in Mitteleuropa
NRW und die Schweiz vor.
Für die regenbogenbunten Freunde der Migration dürfte das Auswandern dorthin kein Problem sein.
Vielleicht auch noch Hamburg:
https://eulenfurz.wordpress.com/2016/12/13/vertrauen/
Die 5 Prozent Hamburger, die noch deutsch bleiben wollen,
werden Heimattreue beweisen müssen,
indem sie nach Preußen oder Sachsen umsiedeln.

Polybios

14. Dezember 2016 13:20

Sehr interessanter Artikel, danke dafür!
Statt Pontius Pilatus und Caesar sollte man aber wohl Alexander den Grossen nennen, dessen Führerschaft allen antiken Nachfolgern zum Vorbild gereichte und sein Erorberungsfeldzug erst das Entstehen des Christentums möglich machte, wie wir seit Droysen wissen.

Fredy

14. Dezember 2016 13:57

In der Lesart moderner Historiker war Hitler nicht der einflußreichste Politiker sondern der bekannteste Verbrecher. Die moralische Wertung steht heute über allem.

Meier Pirmin

14. Dezember 2016 14:48

@ Polybios. "Wie wir seit Droysen wissen". Im Gegensatz zu Faktenbeweisen haben Urteile, auch wenn sie von Droysen stammen, keinen Beweischarakter. Da bringen zum Beispiel Indizien von Carsten Peter Thiede (1952 - 2004) , wiewohl sie dünn angelegt sind, zur früheren Datierung zum Beispiel der Evangelienüberlieferung und damit der Historizität der dortigen Berichte eher mehr, um nur ein Beispiel für das Verständnis der Antike zu bringen. @_DerJürgen. Würde auf monokausale Erklärungen des Niedergangs Südafrikas verzichten, das war rein politisch voraussehbar. Auf der Basis des derzeitigen Sozialstaates kann man sich analog den Niedergang von Ländern via diesbezügliche Umvolkungsprozesse vorstellen, ohne automatisch davon auszugehen, dass Landnehmer automatisch dümmer sein müssen als diejenigen, die sich zur Eroberung preisgeben. Zumindest dasjenige, was Schopenhauer den "Willen" nennt, gemeint die Vitalität, dürfte auf der Gegenseite oft der Fall sein. Dieser "Wille" ist am Ende auch ein Intelligenzfaktor. Vielleicht wäre es gut, Sie auch mal ausserhalb dieses Blogs zum Gespräch zu treffen.

Gustav Grambauer

14. Dezember 2016 17:26

Wer mal die Berliner Museumsinsel besucht hat, erkennt die Büste aus dem Alten Museum wieder, früher stand sie im Bode-Museum und war für mich als Kind ein Fascinosum.

Daß Hamilton jetzt "ins Spiel" gebracht wird, sehe ich als Symptom. Obama hat bei seiner Inauguration noch einen Budenzauber mit Lincoln veranstaltet, wir erinnern uns an den Rummel um die Mandeltörtchen, da war Hamilton noch gar nicht wieder ins breitere kollektive Gedächtnis der Amerikaner zurückgeholt. Aber das ist bzw. wird er jetzt.

Es wird ab 20. Januar nicht nur darum gehen, Frau Yellen hinter Gitter zu bringen und dann die FED zu entmachten. Es wird mit Trump um den Bruch mit dem Paradigma des Monetarismus und hin zu einem realwitschaftsbasierten Kreditsystem gehen, womit erst wieder so etwas wie Nation (Re-)Building möglich wird und was, so es gelingt, auf vielen Ebenen von epochalerer Wucht sein wird als die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts.

Hamilton war nicht nur der Begründer der - wohlverstandenen - US-Notenbank und des Amerikanischen Systems der Politischen Ökonomie, er hat nicht nur maßgeblich geholfen, Amerika u. a. von der Freimaurerei zu emanzipieren.
Er war auch der Freund und Inspirator von List - der bezeichnenderweise in seiner schwäbischen Heimat fast vergessen ist während in Sachsen immerhin die Älteren wegen der DDR-Verkehrshochschule noch den Namen im Ohr haben dürften -, welchen wir als Erschaffer der politökonomischen und infrastrukturellen Grundlagen des Bismarck-Reiches ansehen dürfen.

Hamilton reicht in seiner historischen Wucht sicher nicht an Pontius Pilatus oder auch nur Julius Cäsar heran, aber es ist nicht übertrieben, ihn oder sogar List und erst recht Bismarck höher als Hitler zu hängen (natürlich nicht, wenn man für die Zukunft der Zivilisation schwarz sieht ...). Ich will nicht so weit gehen, daß ohne Hamilton, Carey, List und Bismarck heute keine Rakete fliegen würde, aber man sollte z. B. wissen, wie sorgfältig dero Doktrin seit 1989 z. B. in China studiert wird. Man kann H. durchaus als geistigen Urvater des Projekts der Neuen Seidenstraße ansehen. Damit komme ich auf die Frage der Sympathie bei der Würdigung zurück, und ich sage nicht, daß er die meine uneingeschränkt hat.

- G. G.

Arminius Arndt

14. Dezember 2016 17:42

Diese komischen "Top Ten" oder Hitlistenbildung hatte doch irgendwer schon mal ganz treffend aufs Korn genommen ... kann mich nicht mehr erinnern, wer war das denn?

Beim ersten Lesen des Artikels kamen mir aus meiner typisch deutschen und subjektiven Sicht bezogen auf Deutschland in chronologischer Reihenfolge

Arminius, der Cherusker,
Karl der Große,
Otto I, der Große,
Bismarck,

in den Sinn ... überhaupt, vor 90 Jahren, wäre aus deutscher Sicht klare Nummer 1 Bismarck gewesen, gar keine Frage - wie kann er nur übersehen werden?

Aber denn hab ich noch einmal genauer gelesen und dann steht doch in der Frage das Wort "Politiker".

Und damit ist dann mein Liste zusammengebrochen - Feldherrn, Kaiser, Könige, Fürsten. Keiner von ihnen war ein "Politiker". Ich denke, auch Bismarck, der den Begriff schon gekannt haben dürfte, hätte ihn, in ehrender Erinnerung an Friedrich Wilhelm den IV, als aus Dreck und Letten geboren, zurückgewiesen, da er sich allenfalls mit der Beschreibung Staatsmann, Diener seines Volkes, Kanzler zufrieden gegeben hätte. Als Bismarck aufhörte, gab es die berühmte Zeichnung "Der Lotse geht von Bord" - nicht, ein Politiker tritt zurück oder hört auf.

So ändern sich die Zeiten ...

Und wenn einem als Deutscher bei solchen Fragen sofort der ewige "Untote" (der Dank für diese Bezeichnung geht an den Teilnehmer früherer Debatten "Nordlaender") A.H. einfällt, dann sollte man schon ein bisschen ins Nachdenken geraten.

Michael Schlenger

15. Dezember 2016 01:23

Herr Poensgen,
in Ihrem Artikel, an dem mir vor allem das darin eingebundene Bild gefallen hat, schreiben Sie:
„Zum einflußreichsten Politiker der Geschichte kürt sie jenen Mann, den sie am Anfang dieses Textes bewundern können, obwohl sie ihn vermutlich nicht erkannt haben. Das Bild zeigt seine am wenigsten idealisierte Porträtbüste, den „grünen Caesar“ …“
Ich nehme an, dass Sie mit dem zweiten „sie“ eigentlich ein „Sie“ meinten und auch dem möchte ich widersprechen. Die grandiose römische Büste, die als Porträt Caesars gilt, ist nämlich als eines der eindringlichsten antiken Bildnisse wohlbekannt.
Die Wirkung des Originals ist kolossal, doch – auch hier erlaube ich mir Widerspruch – möglicherweise bloß Resultat einer Idealisierung Caesars als Asketen. Denn: Woher wollen Sie wissen, dass ausgerechnet dieses zufällig erhaltene Meisterwerk Caesar „am wenigsten idealisiert“ darstellt? Sie haben ja kein Vergleichsstück, nicht wahr?
Der gealterte Soldat oder Politiker, der sich im Dienst für’s Vaterland sichtlich verzehrt, ist geradezu ein Standard in der griechisch-römischen Porträtkunst, von daher könnte dieses herrliche Stück auch irgendeinen anderen Vertreter der spätrepublikanischen Eliten zeigen.
Noch etwas: Wenn sie Caesar „die Lösung einer Frage, an der das Jahrhundert vor ihm gescheitert war“ zuschreiben, meinen Sie vermutlich eher seinen politisch instinktsichereren Nachfolger Augustus. Erst er – der von den Zeitgenossen anfänglich Unterschätzte - hat dafür gesorgt, dass „aus dieser Einzelleistung eine Tradition entsprang, die dauert.“
Ich würde die historische Leistung Caesar eher in seiner bewundernswerten und wohl einzigartigen schriftstellerischen Selbstvermarktung sehen – politisch folgte er wie etliche Vorgänger und Epigonen einer in der Luft liegenden Tendenz…

Archiereus

15. Dezember 2016 01:54

Daß Julius Caesar zweifellos der einflußreichste Politiker der Geschichte ist – Jacob Burckhardt nannte ihn "den größten der Sterblichen" – zeigt sich z.B. daran, daß sein Name zum Titel der höchsten weltlichen Herrscher wurde: Kaiser, Zar. Auch der moderne Kalender, der julianische, wurde von ihm eingeführt und gilt, mit geringer Modifikation, noch heute. Außerdem war Caesar auch Pontifex Maximus, also Papst, und seine Nachfolger in dem Amt nennen sich immer noch so. Weniger bekannt ist, daß Caesar nach seiner Ermordung und der Exposition einer Wachsfigur seiner Leiche an einem Tropaeum bei seiner Beisetzung als Parens Optime Meritus und Divus Julius zu den Göttern erhoben wurde, aus tiefster Überzeugung des Volkes, wie Sueton berichtet (De vita Caesarum I,88): "[...] in deorum numerum relatus est, non ore modo decernentium, sed et persuasione volgi",
Wenn man dann noch die Arbeit von Francesco Carotta kennt, welche erdrückende Beweise dafür liefert, daß der lange gesuchte historische Jesus niemand anders als eben jener zum Gott erhobene Pontifex Maximus war, kann die Wahl des einflußreichsten Politikers der Geschichte wohl nur auf Caesar fallen.

Wer gerne hochkarätige religionsarchäologische Forschung lesen will, findet hier mehr: www.carotta.de

Dietrich Stahl

15. Dezember 2016 14:06

Werter J.K.Poensgen, es hat mich überrascht, was Sie aus dieser Umfrage herausgekitzelt haben – beeindruckend. Die informative Diskussion bewegt sich auf entsprechendem Niveau. Eine Anmerkung zu Trump mit Bezug auf @ Gustav Grambauer und @ Der_Jürgen [Danke für Ihre Beiträge]: Ivanka, die Tochter Trumps, besuchte zum Höhepunkt der Wahlkampagne das Grabmal des Gurus der Chassidim, der messianinischen Endzeitsekte: https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/26881 Manchmal möchte man sich ratlos den Kopf kratzen und fragt sich: Was wird hier gespielt? Andererseits habe ich bei Trump ein gutes Gefühl. Seine Wahlreden und die Dankesrede nach der Wahl vermitteln den Eindruck von Integrität. Ich muss wohl abwarten, wie sich die Dinge nach dem 20. Januar entwickeln.

Hartwig aus LG8

15. Dezember 2016 14:36

Und so komme auch ich vom Thema ab, wenn ich @Der_Jürgen mit seiner Antwort auf @Grambauer aufgreife.
Erstens: Ich finde diesen Beitrag von Poensgen beachtlich - und vor allem unterhaltsam.
Zweitens: Auch mich hatte die Grambauersche Hellsicht Mitte September beeindruckt. Und zwar erst im Nachhinein; nach der Wahl Trumps habe ich den Kommentar nochmal herausgesucht. Er las sich wie das Statement aus den innersten Zirkeln, der unaufgeregt den Fortgang der Dinge beschrieb und kaum Widerrede zuließ.
Drittens: Die Personalpolitik Trumps: Trump ist noch nicht Präsident. Er hat im Moment keine Mittel in der Hand, die es erlauben würden, Kriege zu erklären. Man wird ihn nach 100 Tagen messen. Sinnvoll wird es wohl erst, ihn nach einigen Jahren zu messen, um feststellen zu können, ob er ein Rohrkrepierer, ein Revolutionär, ein weiterer Verbrecher, ein weisser Ritter der Völker etc. ist bzw. war.

Aristoteles

15. Dezember 2016 14:51

Ich weiß zwar nicht, wer unter meinem Kommentar die Antwort @Poensgen gegeben hat oder wie man einen Einzelkommentar extra kommentieren kann, aber immerhin interessant.
Dazu die These des Freimaurers Blumenbach:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasische_Rasse

'Weiße' werden in den USA, so habe ich gelesen, oft schlicht 'Caucasians' genannt.
Da weiß man wohl, wohin der Hase läuft.
Auch wer die Rahmenhandlung des ARD-Tatorts von vergangengem Sonntag angemessen einordnet, hat wohl eine Ahnung ...

Ein Fremder aus Elea

15. Dezember 2016 20:10

Schwer da eine Ordnung rein zu bringen.

Ich würde aber in jedem Falle

Karl den Großen,
Heinrich VIII,
Dschingis Khan,
Alexander den Großen und
Damaskios

nennen.

Gustav Grambauer

15. Dezember 2016 23:39

Final in Geschichte an einer US-Highschool, sagen wir: an der Westküste. Der Graduate, easy-going-Typ, Surfbrett unterm Arm, wird gefragt, wer vor Obama Präsident der USA war. Er nennt Justin Bieber. Quite OK, but not the entire truth. Er nennt Kayne West. Oh, cool guy, but not really the match. Er nennt Jay Z. Sie fangen an, mit den Fingern zu schnalzen, auf ihren Stühlen zu wippen und Rap-Brocken von Jay Z zu singen. Almost correct, feel encouraged. Like in the XY Game Show we give you the joker. Es wird gejohlt. Go to the fridge, there you`ll find the answer. (Es wird auf die Biersarte "Bush" angespielt.) Er kommt zurück, schnalzt jeweils dreimal mit den Fingern und singt "General Electric - General Electric - General Electric".

"You are the champion bro, you have made the difference. Everyone is welcome in our world".

https://www.google.de/search?hl=de&source=hp&biw=&bih=&q=make+a+difference&gbv=2&oq=make+a+difference&gs_l=heirloom-hp.3..0l10.935.4820.0.5293.17.10.0.7.7.0.97.647.9.9.0....0...1ac.1.34.heirloom-hp..1.16.687.IDFDOf1BiNY

- G. G.

Gustav Grambauer

16. Dezember 2016 01:58

@Dietrich Stahl

Sie dürfen sich Trumps Auftritt vor der AIPAC getrost noch einmal in dem Bewußtsein anschauen, daß es sich um eine Komödianten-Nummer auf Ifflandring-Niveau handelt. Schauen Sie, ein Jude darf einen Goj anlügen, dagegen hilft nur äußerster Zynismus. Trump, der das genau verstanden hat, dreht den Spieß einfach herum, er lügt denen die Taschen so voll, daß sie vor geschwollenem Kamm nicht mehr durch die Tür kommen. Letztlich macht er aber was er will. Anders geht`s auch nicht. Es spielt ihm in die Karten, daß die mit einem solchen Kaliber an Mißachtung und insgeheimer Verhöhnung niemals rechnen würden. Für mich hat sich erst seit der Wahl so richtig gezeigt, was er für ein Meister der Taktik ist. Lesen Sie das hier:

https://vineyardsaker.de/2016/12/03/dies-und-das-aussichten-neblig/

Inzwischen hat der Economist die lange erwartete Front Page "The World in 2017" geliefert. Sie trägt das Motto "Planet Trump", was überraschend ist, wenn man weiß, das dieses Magazin Rothschild (aber andererseits z. B. auch den kryptokatholischen Eigentümern des Fiat-Konzerns und Club-of-Rome-Sponsoren Agnelli) gehört. Schauen Sie sich das Bild mit Trump sehr genau an, es ist allerdings, so wie ebenso die Sterne, etwas schräg. Es wäre noch zu sagen, daß, anders als in früheren Zeiten, in den letzten Jahren nicht mehr viel von den jährlichen Andeutungen dieser Titelbilder eingetreten ist. Mir kommt es auch nicht auf das prophetische Element an, vielmehr will ich Ihnen die höchst bemerkenswerte Konzedenz von Rothschild an Trump aufzeigen, wobei der Economist inzwischen sowieso verblüffend durchgängig von der "Trump era" schreibt und in der heutigen Ausgabe sogar den Krugmannschen Topos "Pax Trumpiana" aufgreift. (Verfallen Sie also nicht in das Mißverständnis, bei dem Turm im linken oberen Bild würde es sich um den Trump-Tower handeln, diese Bilder sind bis zum Exzeß vielschichtig und ambivalent.) Soviel kann man allerdings sagen: für die rudimentäre Rothschild-Hausmacht Mörköl - Lagarde - Ölhande sieht es nicht gut aus, Mörköl trifft grad` der Blitz:

https://ukshop.economist.com/products/the-world-in-2017?_ga=1.27624575.2128088090.1481845136

- G. G.

Hohenstaufer

17. Dezember 2016 13:21

Charles Darwin!

Observer

17. Dezember 2016 13:57

Herr Poensgen ist hier eine Bereicherung und ein Korrektiv (Seine Antwort auf Herrn Sellner in der Szession 75 ist überzeugend).

Wir sollten nicht so viel von Trump erwarten, sondern uns mehr an der Altright orientieren, die in seinem Windschatten zu wachsen begann. 

Die Altright, und die Neue Rechte - von Counter Currents Publishing  bis Arktos - liefern immer mehr Inhalte (mit einer wachsenden Zahl an gewichtigen Büchern) für die geistige Auseinandersetzung, während in der BRD schon die geringe Bandbreite der erlaubten Themen uns hinterherhinken läßt.

Wer heute keine englischsprachigen Internetseiten aufsucht und keine englischen Bücher liest, bleibt argumentativ zurück. Immerhin dürfte zu erwarten sein, daß der Nachschub dank der Wahl Trumps nicht so schnell unterbrochen wird.

Die IB muß aufpassen, daß sie sich nichts selbst vormacht. Wer von "Biologismus" spricht (Sellner), übernimmt die Sprache des Gegners, der diese scharfe Waffe fürchtet und daher umso mehr verächtlich zu machen versucht.

Die Altright - nicht die der "Altrigth light" Zugerechneten von Vox Day bis zu Yiannopoulos - hat gerade im Bereich der modernen Humanwissenschaften von Jensen, Rushton über Lynn bis zu MacDonald ein ausreichendes geistiges Waffenarsenal, das vom Gegner nicht auf Dauer ignoriert werden kann. Hier haben gerade noch die meisten deutschen Konservativen nachzurüsten.

 

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