»Das Verschweigen hat System« Kositza im COMPACT-Gespräch

Ellen Kositza sprach für die aktuelle COMPACT-Ausgabe mit Jürgen Elsässer über ihr Buch Die Einzelfalle und das dröhnende mediale Schweigen zum Frauenhaß muslimischer Zuwanderer.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

COMPACT: Nach der kurz­zei­ti­gen Empö­rung über den Köl­ner Sex-Dschi­had wur­de die Angst der Frau­en auf deut­schen Stra­ßen nicht mehr breit the­ma­ti­siert. Hat das Aus­maß der Beläs­ti­gun­gen durch Migran­ten abge­nom­men – oder wird von den Medi­en das meis­te vertuscht?

Kositza: Die ent­spre­chen­den und quan­ti­ta­tiv unver­min­der­ten Mel­dun­gen in Lokal­zei­tun­gen und auf diver­sen sozia­len Netz­wer­ken rau­schen ja nur so durch! Dem Medi­en­kon­su­men­ten geht es wohl ein biss­chen wie dem Bewoh­ner einer viel­be­fah­re­nen Haupt­stra­ße: Man nimmt den Ver­kehrs­lärm irgend­wann gar nicht mehr rich­tig wahr. Der gehört halt dazu! Es gibt kei­ne Schlag­zei­le mit Aus­ru­fe­zei­chen wegen „ein biss­chen Grab­sche­rei“ oder einer Ver­ge­wal­ti­gung. Was ich krass fin­de: nicht ein­mal bei noch Ärge­rem! Dass ein Kur­de in Hameln sei­ne Frau gera­de ans Auto gehängt und halb tot­ge­schleift hat, konn­te man als Mel­dung zwar kaum unter­drü­cken. Schau­en Sie aber mal nach auf den Sei­ten des NDR und ande­ren Medi­en: Da ist von einem 38jährigen Täter und einem 28jährigen Opfer die Rede. Sonst noch irgend­wel­che Merk­ma­le? Nö, was auch?  Opfer wie Täter waren “deut­sche Staats­bür­ger”. So geht das! Für ähn­lich schlim­me, meist töd­li­che Fäl­le gibt es die Sei­te ehrenmord.de, die ich auch des­halb emp­feh­le, weil sie ers­tens durch und durch seri­ös ist und weil zwei­tens die Mache­rin Uta Glau­bitz kei­nes­falls unter “rechts”-Verdacht zu stel­len ist. Neh­men wir aus den dort akri­bisch doku­men­tier­ten Fäl­len nur mal den Novem­ber 2016. Da wäre Aysha, 50 Jah­re alt, in Ham­burg durch ihren tür­ki­schen Ehe­mann töd­lich ver­brüht; Tina, 36, in hoch­schwan­ge­rem Zustand von ihrem ira­ni­schen Ehe­mann erschos­sen; Roya, 41, in Ber­gen auf Rügen von ihrem syri­schen Mann getö­tet; Asma, 27, Mut­ter von fünf Kin­dern, in Senf­ten­berg von ihrem Mann ums Leben gebracht. Nur eine Aus­wahl! Aus einem Monat! Haben Sie auch nur von einem die­ser schreck­li­chen Fäl­le in der Tages­schau gehört? Oder sonst­wo in den Haupt­nach­rich­ten? Nein, oder? Die­ses Ver­schwei­gen und Klein­hal­ten hat natür­lich System.

COMPACT: Ali­ce Schwar­zer hat vehe­ment nach Köln vor dem Frau­en­hass der Mus­li­me gewarnt. War das ein Ein­zel­fall – oder deu­tet sich eine Spal­tung des Femi­nis­mus oder der gan­zen poli­ti­cal cor­rect­ness ange­sichts der isla­mi­schen Bedro­hung an?

Kositza: Die femi­nis­ti­schen Krei­se sind in die­ser Hin­sicht längst gespal­ten. Die Schwar­zer hat ja das Eti­kett “Ras­sis­tin” schon vor Lan­gem ange­klebt bekom­men! Der Neo­fe­mi­nis­mus – größ­ten­teils von Mädels getra­gen, die sich vor allem mit einer gro­ßen Klap­pe pro­fi­lie­ren, aber nichts wirk­li­ches auf­ge­baut haben –  lebt und agi­tiert in einer ziem­lich abge­spa­ce­ten Fil­ter­bla­se ohne Kon­takt zum “Boden­per­so­nal”. Und was den Wer­de­gang der poli­ti­cal cor­rect­ness all­ge­mein angeht: Mit eini­gem Ent­zü­cken neh­me ich wahr, daß sie mitt­ler­wei­le weni­ger als respekt­ge­bie­ten­de Norm betrach­tet wird, die es ein­zu­hal­ten gilt, son­dern mehr und mehr als Schmäh- und Ulk­wort gilt. Ich glau­be, es gibt so eine Art Grund­re­gel: Je mehr einer (oder eine!) im wirk­li­chen Leben steht, des­to mehr Auf­merk­sam­keit wird der Gefahr Islam gezollt. Im schi­cken In-Kiez oder vom Pro­fes­so­ren­ses­sel aus kann man dage­gen die Bedro­hung aus­klam­mern und sich die Sachen schön­re­den. So blind sind die ganz nor­ma­len Leu­te nicht mehr.

COMPACT: Sie kri­ti­sie­ren in Ihrem Buch, dass der Femi­nis­mus stän­dig “die Stra­ßen­sei­te wech­selt”. Gibt es “den” Femi­nis­mus über­haupt, und was ist “die Straßenseite”?

Kositza: „Der“ Femi­nis­mus, das ist natür­lich ein wei­tes Feld. Man unter­schei­det ja gemein­hin chro­no­lo­gisch drei Abschnit­te der Frau­en­be­we­gung. Die ers­te kämpf­te für eine recht­li­che Gleich­stel­lung, aber bereits damals gab es eine kon­ser­va­ti­ve und eine pro­gres­si­ve Aus­rich­tung. Heu­te wür­de man sagen: Die einen, die “Dif­fe­ren­zia­lis­tin­nen”, beton­ten stark den Unter­schied zwi­schen Mann und Frau und setz­ten sich beson­ders für die Mäd­chen­bil­dung ein, die ande­ren waren “Uni­ver­sa­lis­tin­nen”, neig­ten also dazu, den Geschlech­ter­un­ter­schied zu leug­nen – denen ging es schon um abso­lu­te Gleich­ma­che­rei. Auf deren Kon­to ging dann auch das Frau­en­wahl­recht, die Ero­si­on der Ehe und die soge­nann­te Sexu­al­auf­klä­rung. Hin­ter all die­se damals sen­sa­tio­nell und radi­kal anmu­ten­den For­de­run­gen kann man aller­dings heu­te kaum mehr zurück, wenn man recht bei Trost ist. Dann kam, nach den Krie­gen, die zwei­te Wel­le des Femi­nis­mus. Das war das weib­li­che Umfeld der Acht­und­sech­zi­ger. Auch da gab es die müt­ter­li­chen Typen, die im Ple­num Strick­na­deln aus­pack­ten und das “Weib­li­che” vor­an­brin­gen woll­ten, und  ande­rer­seits die­je­ni­gen, die mehr der Hosen­an­zug­frak­ti­on zuneig­ten. Ali­ce Schwar­zer, wie­wohl stets in net­ten Klei­dern, gehört dazu, also zu denen, die die Geschlech­ter als sozia­les Kon­strukt auf­fass­ten. Die Schwar­zer-Frak­ti­on hat damals obsiegt.

Die drit­te Wel­le des Femi­nis­mus wird heu­te von absur­den Theo­re­ti­ke­rin­nen wie Judith But­ler, radi­ka­len Best­sel­ler­au­torin­nen wie Lau­rie Pen­ny oder dem deut­schen Mis­sy Maga­zi­ne ver­kör­pert. Anders als Schwar­zers Liga geriert man sich hier größ­ten­teils voll­ends sexu­ell befreit, ist also auch pro Pro­sti­tui­on und pro Por­no, zudem schreibt man sich hier strik­ten Anti­ras­sis­mus und sämt­li­che For­de­run­gen des Gen­der Main­strea­mings auf die Fah­nen. Inner­halb die­ses “Third-wave-femi­nism”, dem Femi­nis­mus der drit­ten Wel­le, gibt es gar kei­ne kon­ser­va­ti­ven Posi­tio­nen mehr.

Und zum Stra­ßen­sei­ten­we­chel: Das bezieht sich vor allem auf einen weit ver­brei­te­ten Arti­kel von Anto­nia Baum, einer Femi­nis­tin, in der FAZ im Janu­ar 2016. Dort hat­te sie geschrie­ben, was sie ihrer klei­nen Schwes­ter rät, falls ihr eine Grup­pe von Män­nern auf der Stra­ße begeg­net, die sie “als Ara­ber, Kur­den, Tür­ken oder Nord­afri­ka­ner iden­ti­fi­ziert”.  Fräu­lein Baum schrieb damals: “Du weißt, es dau­ert nur ein paar Schrit­te, und dann sagen sie was. Ob Du ficken willst, oder…” Sie rät ihrer Schwes­ter, auf den Boden zu gucken und schnell wei­ter­zu­ge­hen.  Am sichers­ten wäre natür­lich ein Stra­ßen­sei­ten­wech­sel. Von dort aus kann man dann näm­lich gut bekla­gen, dass es das omni­prä­sen­te Patri­ar­chat ist und nicht eine ganz spe­zi­el­le Kli­en­tel, die einem (par­don: einer!) zusetzt!

COMPACT: Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas und sein Anhang wol­len das Pro­blem sexu­el­ler Über­grif­fe mit neu­en Geset­zen in den Griff bekom­men: “No means no” zielt gegen alle poten­ti­el­len Ver­ge­wal­ti­ger, auch die inlän­di­schen. Kann das was werden?

Kositza: Ach je! Die­se Leu­te sind nicht imstan­de oder nicht wil­lens, die äuße­ren Gren­zen zu sichern, dar­um infil­trie­ren sie jetzt die Schlaf­zim­mer von Herr Mül­ler und Frau Schmidt… Das Gesetz über “Ver­ge­wal­ti­gung in der Ehe”, anno 1997, war bereits so ein Para­graph, mit­tels des­sen höchst­ge­richt­lich über intims­te Zustän­de befun­den wur­de. “Nein heißt nein” ist lächer­lich und ein rei­nes Ein­falls­tor für pri­va­te Schlamm­schlach­ten. Krass gesagt beruht ein Gut­teil der ero­ti­schen abend­län­di­schen Geschich­te auf einem gehauch­ten “Oh nein…”! Wer will das “Nein” oder das “Jein” über­haupt nach­wei­sen? Es ekelt mich direkt.  Die gesam­te Ero­tik auf ver­brief­te und ver­trag­lich abge­si­cher­te Jas und Neins fest­zu­le­gen, hie­ße sie auf Eis zu legen. Also bitte!

COMPACT: Sind Sie als Rech­te irgend­wie nicht auch Femi­nis­tin? Eigent­lich müss­te das ja zusam­men­pas­sen, denn die ursprüng­li­chen Femi­nis­tin­nen – jeden­falls die von Ihnen erwähn­ten „Dif­fe­ren­zia­lis­tin­nen“ – ver­tre­ten doch eine Form bio­lo­gisch fun­dier­ter Iden­ti­täts­po­li­tik und damit das genaue Gegen­teil der bio­lo­gie­ver­leug­nen­den Gender-Mainstream-Agenda.

Kositza: Nö. Der Femi­nis­mus-Pool ist mir ein­fach zu ver­keimt. Der ton­an­ge­ben­de Femi­nis­mus hat sich vor hun­dert Jah­ren von einer bio­lo­gisch fun­dier­ten Iden­ti­täts­po­li­tik ver­ab­schie­det. Also auch von mei­nen eige­nen Posi­tio­nen und mei­nem selbst gewähl­ten, heu­te schier mit­tel­al­ter­lich wir­ken­den Leben als sie­ben­fa­che Mut­ter mit eige­nem Kopf und Lebens­pro­gramm. Das mit dem Femi­nis­mus ist wie mit einem T‑Shirt, das eigent­lich gut passt und echt nett aus­schaut. Aber gucken wir mal auf die Zusam­men­set­zung! Unter wel­chen Bedin­gun­gen wur­de der Stoff geern­tet, gewo­ben, ver­ar­bei­tet? Da ste­cken ver­kehr­te Arbeits­be­din­gun­gen drin, Pes­ti­zi­de und am Ende ein Markt, an dem ich nicht teil­ha­ben will. Vor­hin habe ich gesagt, wir könn­ten kaum hin­ter die For­de­run­gen der lin­ken Frau­en­be­we­gung um die Jahr­hun­dert­wen­de zurück: Glei­che Rech­te, glei­che Chan­cen, unbe­dingt, ja! Aber kei­ne Bevor­zu­gung, kein Son­der­röll­chen, kein Hät­te-Woll­te-Könn­te. Damals wäre das eine femi­nis­ti­sche Pos­ti­on gewe­sen. Heu­te gilt das als reak­tio­när – na und! Inso­fern bin ich strikt antifeministisch.


Ellen Kositza: Die Ein­zel­fal­le. War­um der Femi­nis­mus stän­dig die Stra­ßen­sei­te wech­selt, Schnell­ro­da 2016. 160 S., 13 € – ein­se­hen und bestellen!

COMPACT, Janu­ar-Aus­ga­be 2017. 68 S., 4.95 € – ein­se­hen und bestellen!

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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Kommentare (34)

Monika

9. Januar 2017 10:45

Die Angst der Frauen auf der Straße wurde kürzlich zum Thema:

https://www.focus.de/politik/deutschland/wie-sicher-fuehlen-sich-frauen-in-deutschland-entsetzt-schob-ich-die-haende-weg-dieses-bild-hat-sich-eingebrannt_id_6462730.html

Man beachte die Leserbriefe. Allerdings fehlen größere Aktionen von Frauen, die man aus der Hoch-Zeit des Feminismus à la Schwarzer kennt. Etwa: Frauen holt euch die Nacht zurück. Wäre doch eine große Aktion zum dritten Silvester in Köln. Warum gibt es keine Aktionen von jungen Frauen mehr ?

Die jungen Frauen, auf das Thema Sicherheitsgefühl angesprochen, zücken ihr rosa ( tatsächlich) Pfefferspray. Wo früher der Lippenstift, steckt jetzt das stylische Pfefferspray. Sie treten als Einzelkämpferinnen auf. An Silvester eine schicke Privatparty. Der öffentliche Raum wird gemieden. So ist  es auch im Iran. Ich sehe bei den jungen Frauen keine solidarischen öffentlichen Aktionen.

Der ganze Feminismus - umsonst? Femen auf der Domplatte? An Silvester? Undenkbar ....makaber...

Stefanie

9. Januar 2017 11:15

Das Problem bei "No means No", der Vergewaltigung in der Ehe oder auch nur der Affirmative Action (Bevorzugung von Frauen oder einer beliebigen Opfergruppe bei gleicher oder gar geringerer Qualifikation), ist das Aushebeln des Rechtsstaates, insbesondere des Gleichheitsgebots, aber eben auch des "Im-Zweifel-für-den-Angeklagten". Nun mag ich als Frau hier ruhig sein und meine priveligierte Position genießen, doch schwächt diese Politik eben den Rechtsstaat selbst, der widerum schon eine gerade die Frauen (und Minderheiten, die Schwächeren) schützende Einrichtung ist: ohne ihn wären wir auf das Recht des Stärkeren zurückgeworfen, auf das Clanrecht der Stammesgesellschaften.

Man könnte es auch so beschreiben: die Frauenbewegung hat es geschafft den Leviathan zu besteigen und reitet nun ihre Feinde damit nieder; doch dieser Leviathan ist inzwischen so fest an der Kandare, daß er nur noch einen immer kleiner werdenden Ponyhof patroullieren und kontrollieren kann. Draußen in der Wildnis rotten sich derweil die Wölfe zusammen und beginnen unsere grünen Koppeln zu belagern...   

Das bringt mich auf ein anderes Thema: unser Rechtsstaat definiert sich universalistisch (alle sind gleich, jeder hat das Recht zu...), doch in der Praxis gab es bis vor kurzem die einfache Unterscheidung: die einen finden sich im Bereich des gültigen Rechts, die anderen stehen außerhalb. Und dazu gab es eine Grenze,  gab es die Kontrolle: Wer ist Freund? Wer ist Feind? Wer bleibt draußen? Wer kommt rein? Aus eben diesem Grund: wer unseren Rechtsraum betritt, hat die gleichen Rechte, wie jeder andere, der sich dort befindet. Das Asylrecht verlagert diese Grenze in den Staat hinein, ist praktisch eine letzte Rückzugslinie, die definieren soll, wer Zugang zum Rechtsstaat haben soll und wer außen vor bleibt. De facto wurde diese Linie aber geschliffen, indem alle Ankommenden automatisch dem Sozialrecht unterliegen und damit dank Rechtskostenbeihilfe schon lange Subjekte des Rechtsstaates geworden sind, obwohl sie, metaphorisch gesprochen, eigentlich immer noch an dessen Grenze stehen und Einlass begehren. Die Grenzen wurden praktisch ins Inland verlagert, was man auch sehr schön an den Befestigungsanlagen bei diversen Volksfesten beobachten kann. Wenn man den hiesigen Rechtsstaat noch irgendwie retten will, müßte man hier den Hebel ansetzen: die abgelehnten Asylbewerber sind zwar physisch im Land, sie haben aber unseren Rechtsraum eigentlich noch gar nicht betreten. Für sie mögen alle möglichen internationalen Konventionen gelten, denen Deutschland beigetreten ist, doch sie befinden sich nicht im juristischen Inland (sozusagen nicht "auf dem Boden des Grundgesetzes") . Wäre dies eine Grundlage, auf der man das Problem angehen kann, wie man rechtsstaatlich eine Remigration organisiert?

Th Wawerka

9. Januar 2017 11:31

Ich lese seit einiger Zeit Camille Paglias Wälzer und bin fasziniert! Der Wille zum großen Wurf hat schon was spenglersches ... Da vergehen einem ja Hören und Sehen, und im Kopf explodieren hunderte Links.

Nannten Sie, Kositza, die Paglia nicht auch "Feministin"?

Kositza: Da haben Sie wirklich grad eine schöne Lektüre! Mit dem P-Buch ist es für mich ein bißchen wie mit der Bibel. Ist mir wichtig & heilig, aber als Ganzes durchzulesen- schier unmöglich. Feminstin oder nicht; ich hatte in meinem Sez.-Autorenportrait geschrieben:

„Die meisten Frauen haben keinen Mut zur Unbeliebtheit, deshalb glucken sie zusammen und praktizieren Gruppendenken. Ich schon. Ich brauche bloß Respekt. Ob man mich mag, ist mir egal“, sagt Camille Paglia und spricht damit eine Halbwahrheit aus. Keine Frage, Paglia, die mal als „Anti-Feministin“, mal als „Radikalfeministin“ Apostrophierte, ist furchtlos.

Der_Jürgen

9. Januar 2017 12:16

@Stefanie

Ihren Kommentar finde ich ausserordentlich tiefgründig; er ist auch sprachlich von hohem Niveau. Zu Ihrer gegen Schluss aufgeworfenen Frage, wie man den Rechtsstaat noch retten könne, möchte ich folgendes sagen:

Der Rechtstaat ist, wie wir alle wissen,  in der BRD (wie auch anderswo in der "freien Welt") über weite Gebiete nur noch auf dem Papier vorhanden. Davon zeugt nicht nur die skandalöse Rechtsverletzung, die das Regime mit seiner Politik der offenen Grenzen betreibt; davon zeugen auch die politischen Prozesse, die es, nähme man den durch das Grundgesetz garantierten Anspruch des Bürgers auf Meinungsfreiheit ernst, gar nicht geben dürfte.

Mit der jetzigen politischen Kaste ist der Rechtsstaat nicht mehr zu retten; eine Kehrtwendung ist weder von den Merkels und den Gabriels noch von anderen Politikern des herrschenden Parteienkartells zu erwarten. Das absolute Mehr schafft die AFD bei den Bundestagswahlen nicht (abgesehen davon, dass einer hypothetischen AFD-Regierung alle erdenklichen Steine in den Weg gelegt würden, denn Justiz und Medien befänden sich ja nach der Wahl in denselben Händen wie zuvor).

Es geht also nur über eine Revolution oder einen Putsch (sofern dieser, woran freilich kaum einer glaubt, in Deutschland möglich ist) - und eine solche Revolution oder ein solcher Putsch würde natürlich gegen geltendes Recht verstossen. Erst nach erfolgtem Machtwechsel könnte ein neues Rechtssystem aufgebaut werden.

Die von Ihnen erträumte "Rettung des Rechtsstaats" wird also nicht möglich sein. Keine Revolution, erfolge sie nun von unten oder von oben, kommt ohne Rechtsbruch aus. Hier erinnert man sich an ein Zitat, das, wenn mich nicht alles täuscht, vom Sozialdemokraten Ebert stammt und sinngemäss so lautet: "Wenn ich die Wahl zwischen dem deutschen Volk und der Verfassung habe, entscheide ich mich für das deutsche Volk." 

Amen.

Winston Smith 78700

9. Januar 2017 12:21

 "Gleiche Rechte, gleiche Chancen"?

Bekanntermaßen kümmern sich viele besonders attraktive Frauen nicht um Feminismus,

 

Kositza: Wobei es "bekanntermaßen" auch viele sehr hübsche Feministinnen gibt... Soviel Gerechtigkeit muß sein!

schon allein wohl, weil sie sich in der sozialen Welt völlig anders bewegen. Wie ein normaler Tag von so jemandem "aussieht" (phänomenal, gedanklich, strategisch) könnte vor den anderen noch immer ein Mysterium sein (trotz aller Körpertausch- und Aschenputtel-Literatur), wobei man unter Frauen wohl den Unterschied ahnt. Das geht viel weiter als die Phrase, dass nur unattraktive Frauen Feministinnen seien. Ein wenig scheint es etwa auf, wenn Frauen sich untereinander über den Verlauf von akademischen oder staatlichen Prüfungen unterhalten - wobei das Geschlecht des Prüfers erstaunlicherweise für den Verlauf des Gesprächs nicht primitiv ausschlaggebend zu sein scheint.

Welche Bedeutung soll das Wörtchen "gleich" dann haben? Macht man sich die basale Relevanz der selektiven Reproduktion für alles andere klar, so wundert nicht weiter, dass die biologischen Unterschiede mächtiger sind und tiefer dringen als alle rationalen Konstrukte wie "Fairness" oder "Objektivität". Weiter entfernt von Meßbarkeit und Vergleichbarkeit kann man nicht liegen.

Macht einem Mann etwa die "Frau im Chefsessel" erotische Avancen, so ist die Situation überhaupt nicht vergleichbar mit dem geschlechtersymmetrischen Fall. Schon allein, weil der Chef meist älter ist und man sich als Mann nicht passiv  hingeben kann, ohne Gefallen daran, allein des Nutzens wegen. Aber das ist noch die einfache körperliche Ebene. Auf der kommunikativen wird es erst recht heikel, denn man kann weder zusagen noch ablehnen. Man kann, selbst bei Gefallen, nicht zusagen, ohne sich eventuell zu kompromittieren und für spätere Zwiste Beweismaterial zu liefern. Man kann zugleich nicht absagen, ohne erstens die Annäherung dann ja 'unterstellt' zu haben, was wiederum als Aggression ausgelegt wird, und zweitens weil die verschmähte, mit Macht ausgestattete Dame dann zur Furie wird.

Diese allgemein weniger bekannte Beispielsituation habe ich erzählt, um klarzumachen, dass es eine Symmetrie, wie sie vom Gebrauch des Wortes "gleich" (bzgl. Rechte, Chancen) nie wird geben können (solange es zwei Geschlechter gibt), aber nicht nur, weil Frauen überwiegend benachteiligter wären, sondern weil es überhaupt kein ebenes Tableau gibt, auf dem man etwas Männliches und etwas Weibliches zum Vergleich nebeneinanderlegen könnte. Etwas messen und unvoreingenommen vergleichen kann man vielleicht noch in einem 100-Meter-Lauf, wobei es aber nicht mal jemanden Sehendes mit Stoppuhr geben dürfte.

Wenn man etwa als benotender Prüfer oder Lehrer Unterschiede in der Attraktivität von Kandidaten bemerkt - soll man sich absichtlich einen Ausgleichsfaktor gegen die Attraktiveren auferlegen - weil man ja um deren Bevorzugung anderswo weiß? Und hat man das erkannt und befürchtet, daß alle anderen es auch so tun, soll man wiederum gegen den Ausgleich ausgleichen? Wäre das nicht eine Reproduktion all der Misere um Affirmative-Action aus der Antirassismusdebatte?

Natürlich kriegen Sie aus der Geschlechterfrage die Thematik der sexuellen Attraktivität und ihrer Folgen nicht raus, auch wenn das suggeriert werden soll durch eine ekelhaft klinisch-sterile Begrifflichkeit wie aus den Resten der Wörterbücher, nachdem zur Herstellng von kitschigen Arztroman-Groschenheften oder Pilcherkram alles Romantische restlos extrahiert worden ist.

Sugus

9. Januar 2017 12:39

@ Stefanie

Ich finde Ihren Kommentar hervorragend und möchte im übrigen darauf hinweisen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Ausländer gleiche oder überhaupt Sozialleistungen oder andere Leistungen wie Deutsche bekommen (Wohngeld, Kindergeld etc.). Das wird uns immer nur eingeredet, dass das selbstverständlich und rechtlich geboten ist. Das könnte man über Nacht kippen, wenn der politische Wille da wäre.

Gustav Grambauer

9. Januar 2017 12:45

"Nein heißt nein" heißt vor allem, die Schlafzimmer zur Bühne der Kommunikationsmafia zu machern:

Das "Bedürfnisse- kommunizieren", das "Gefühle-thematisieren", das "verbal-Grenzen-setzen", das "Herrschaftssprache-dekonstruieren", das "keine-Gewalt-tolerieren", das "das-eigene-Rollenverhalten-in-der-sozialen-Interaktion-reflektieren", das "kommunikative-Defizite-wahrnehmen", das "soziale-Klischees-und-Stereotype-kritisch-hinterfragen-und-kontextualisieren" soll bitte nicht an der Schlafzimmertür haltmachen. Ziel ist es, jedes nicht "verbal kommunizierte Einverständnis", welches ergo bei jedem Nümmerchen dreißigmal eingeholt werden müßte ("Darf ich jetz den Verschluß an deinem BH öffnen?" - "Ja, das darfst du." usw. usf.) bis zum letzten Kleenex-Taschentuch der Therapeutin als Übergriff zu klassifizieren. 

Eine ganze Industrie lebt davon. Hier in Zürich hängen seit Jahren alle Bahnhöfe, Bahnen und Busse voll mit den Werbeplakaten für diese Insustrie:

https://www.obzh.ch/opfer/sexuelle-gewalt/

- G. G.

Stefanie

9. Januar 2017 12:51

@Der_Jürgen

In den dunkleren Momenten neige ich ebenfallss ihrer Interpretation der Lage zu, doch bedeutet diese Haltung eben ein passives Abwarten, bestenfalls noch eine Vorbereitung auf einen Moment des Umsturzes. (Der laut Frau Kositzas Aussagen in ihrem Buch wohl eher ein letzten Wimmern werden könnte, denn der große Knall auf den viele Hoffen). Die andere Variante, wäre der Versuch den Leviathan aus seiner Knebelung zu Befreien, ihm die Bewegungsfreiheit zu geben, sein Territorium zu verteidigen - natürlich mit dem Risiko selbst abgeworfen und getreten zu werden, d.h. de facto in einem Polizei-und Überwachungsstaat zu landen. Das größere Risiko liegt aber darin, daß sich in der Zwischenzeit ein anderer Leviathan hier breit macht (den andere Leuten steuern und reiten) und der am Ende ein zu gefährlicher, mächtiger Gegener für unsere zuschanden gerittene Mähre (von Rechtsstaat bzw. Verfasstheit) sein könnte, selbst wenn wir uns nochmal unter einem gemeinsamen Banner sammeln könnten. Die Zeit spielt nicht gerade für uns. 

H. M. Richter

9. Januar 2017 12:57

@ Der_Jürgen

"Keine Revolution, erfolge sie nun von unten oder von oben, kommt ohne Rechtsbruch aus."

________________________________________________________________________________________

Gewiß. 

Doch sind auch die Unterschiede dabei oftmals erheblich.

Beispielsweise zwischen der blutig-revolutionären Explosion 1789 in Frankreich und der unblutig-revolutionären Implosion zweihundert Jahre später in der DDR.

Stefanie

9. Januar 2017 13:43

@Der_Jürgen

In den dunkleren Momenten neige ich ebenfallss ihrer Interpretation der Lage zu, doch bedeutet diese Haltung eben ein passives Abwarten, bestenfalls noch eine Vorbereitung auf einen Moment des Umsturzes. (Der laut Frau Kositzas Aussagen in ihrem Buch wohl eher ein letzten Wimmern werden könnte, denn der große Knall auf den viele Hoffen). Die andere Variante, wäre der Versuch den Leviathan aus seiner Knebelung zu Befreien, ihm die Bewegungsfreiheit zu geben, sein Territorium zu verteidigen - natürlich mit dem Risiko selbst abgeworfen und getreten zu werden, d.h. de facto in einem Polizei-und Überwachungsstaat zu landen. Das größere Risiko liegt aber darin, daß sich in der Zwischenzeit ein anderer Leviathan hier breit macht (den andere Leuten steuern und reiten) und der am Ende ein zu gefährlicher, mächtiger Gegener für unsere zuschanden gerittene Mähre (von Rechtsstaat bzw. Verfasstheit) sein könnte, selbst wenn wir uns nochmal unter einem gemeinsamen Banner sammeln könnten. Die Zeit spielt nicht gerade für uns. 

Valjean72

9. Januar 2017 13:58

@Stefanie:

"Die andere Variante, wäre der Versuch den Leviathan aus seiner Knebelung zu Befreien, ihm die Bewegungsfreiheit zu geben, sein Territorium zu verteidigen - natürlich mit dem Risiko selbst abgeworfen und getreten zu werden, d.h. de facto in einem Polizei-und Überwachungsstaat zu landen."

---

Was ist wenn hinter der Masseneinwanderung ein Masterplan steckt, der eben jenen Überwachungsstaat zum Ziel hat? Das halte ich zumindest für eine These, die es wert ist in die Betrachtung miteinbezogen zu werden.

Schon können sich CDU-Politiker (und "Rechte" von der SPD) wieder als Law-and-order-Männer gerieren und nach stärkeren Gesetzen rufen, mehr Videokameras an öffentlichen Plätzen verlangen usw. und sich dann auf die Schulter klopfen, wenn sie eine Einwanderungsobergrenze von 200‘000 Neueinwanderern pro Jahr durchgesetzt bekommen, natürlich streng kontrolliert und nach den Bedürfnissen „unserer“ Wirtschaft.

Nordlaender

9. Januar 2017 14:07

Wir brauchen keinen Feminismus mehr - Helena Malkovich

https://www.youtube.com/watch?v=j8mSlfDu9jY&t=354s

Intelligent und entspannend zugleich. Für alle, deren Glaube an die schönere Hälfte der Menschheit womöglich schon ins Wanken geraten sein sollte.

 

 

JFB

9. Januar 2017 14:20

Ich kannte eine Frau. Wir verfolgten ein gemeinsames künstlerisches Projekt. Bald indes verliebte ich mich in sie. Sie ging mit mir in die Sauna. Und umarmte ich sie mal nicht zum Abschied, mit Streicheln über das Köpfchen, dann drängte sie zu mir. In Fragen der Künste wurde es bald ungemütllich. Wir schlossen einen GbR-Vertrag, zu welchem die schöne Frau Klauseln beisteuerte, die Sexverzicht und Freundschaftlichkeit des Ganzen kanonisieren sollten. Das war vielleicht das zwingendste "Fick mich!" (Pardon), das mir je zugerufen ward.

Monika

9. Januar 2017 14:26

Die Frauenrechtlerin vertritt die These, dass es sich bei dem Exzess sexueller Gewalt in der Silvesternacht 2015 um einen politischen Akt gehandelt habe. Initiiert und organisiert durch eine Handvoll Hintermänner hätten sich junge nordafrikanische Männer, die von patriarchalen Traditionen geprägt und vom politischen Islam aufgehetzt seien, an Silvester 2015 schwarmartig verabredet. „Es ging 2015 darum, es den westlichen ‚Schlampen‘ und deren Männern, diesen europäischen ,Schlappschwänzen‘, mal richtig zu zeigen.“ Und selbstverständlich sei es den nordafrikanischen Männern auch 2016 nicht ums „Feiern“ gegangen. „Das war eine Machtprobe. Eine Herausforderung des Staates. Denn diesen erneut angereisten Männern muss ja klargewesen sein, dass sie diesmal auf polizeilichen Widerstand stoßen würden“, sagte Schwarzer. Abgesehen davon gehe niemand freiwillig auf den zugigen Kölner Bahnhofsvorplatz zum Feiern. „Diese Typen wollten wieder Trouble. Wir haben es hier mit einer Art Terrorismus zu tun. Nur in diesem Fall nicht mit der Kalaschnikow oder einem Lastwagen, sondern mit Händen und Fäusten.“

zu lesen in der FAZ, Auf einen Tanz mit der Staatsmacht

Köln 2 war ein Angriff auf die Staatsmacht, ein terroristischer Akt. So wird das auch im Ausland verstanden. Dazu passt die Demo in Tunis, auf der Tausend Menschen gegen die Rückkehr von Dschihadisten protestieren:

Spruchband: Angela Merkel - Tunesien ist nicht die Abfall von Deutschland - Man stelle sich vor: Eine Demo in Köln 3 Silvester 17/18: Deutschland ist nicht der Abfall von Tunesien. Der Ausnahmezustand ( Köln war keine Ausnahme) ist bereits eingetreten.

Wer entscheidet darüber ? Wer ist der Souverän?

Diezter Rose

9. Januar 2017 16:11

1989 war keine Revolution - dann hätten wir heute einen anderen Staat!

Heinrich Brück

9. Januar 2017 16:44

Politik geht vor Recht oder die politische Ideologie bestimmt das Recht. Den Rechtsstaat gibt es in der Realität wie es den Gerechtigkeitsstaat (in der Phantasie) gibt. Eine Umverteilung wäre in einem Rechtsstaat nicht gegen die eigene Volksreproduktion gerichtet.

Was ist Recht, was Unrecht? Wer entscheidet, wer definiert?

Rechtsstaat und Demokratie sind positiv besetzte Begriffe, deshalb nicht jede Schandtat in solchen Gebilden vorstellbar sind. Die Methode interessiert hier, nicht die Ergebnisse. Die Abtreibungsroutine in diesem Land, euphemistisch als arrogante Hybris der Weltbeglückung gedeutet, rekuriert eindrucksvoll auf den Rechtsstaat.

Rechtsstaat wird mit Sicherheit und Freiheit konnotiert, anstatt dem kulturellen Wohlergehen der Nation. Wenn jetzt der Ausbreitungstyp - in einem solchen Rechtsstaat - seiner Bestimmung nachgehen kann, macht dann der Rechtsstaat etwas falsch?

Das Eigentumsrecht wird hier mit der ganzen Welt geteilt; wobei deutsches Recht schöner klingt, und nicht so böse wie Enteignungsrecht. Der Rechtsstaat ist nur ein Vasall des Globalisierungsrechts.

Sicherheit und Freiheit wird zukünftig als Schutzraum wieder mehr mit Familie und Religion (höheres Legitimationsgesetz) zu tun bekommen, eine Art freiwillige Unterwerfung unter das Gesetz der Lebenserhaltung, oder mit dem Verschwinden in der globalisierten Nacht der Bedeutungslosigkeit (das eherne Konzept der Globalisten).

deutscheridentitärer

9. Januar 2017 16:57

"Ich lese seit einiger Zeit Camille Paglias Wälzer und bin fasziniert! Der Wille zum großen Wurf hat schon was spenglersches ... Da vergehen einem ja Hören und Sehen, und im Kopf explodieren hunderte Links."

Schon genial usw., aber wie bei Spengler enthält bereits das Vorwort die wesentliche These, die dann in aller Ausführlichkeit ausgebreitet wird, mal  mehr, mal weniger spannend.

Einen ähnlichen Reiz wie Paglia, wobei es noch verstiegener, verschrobener, fast verstörend ist, ist der auf diesem Blog ebenfalls gelegentlich erwähnte Otto Weininger.

"Geschlecht und Charakter" ist ein Buch, das wohl nicht "richtig" ist, aber von einer geradezu gewalttätigen inneren Geschlossenheit und umwerfenden Wucht.

PS.: Im Zweifel sollte man ein "Nein" auch genau so auffassen.

Kositza: Zu Paglias Mammutwerk: Ich glaube, man muß schon sehr drin sein - also: akademisch - in der Literaturgeschichte, um den Verästelungen mit Gewinn ("spannend") folgen zu können. Zu Ihrem "Nein im Zweifel" gäbe es viel zu sagen. Fakt scheint mir, daß der gewöhnliche Mitteleuopäer (vor allem: der moderne) ein viel größerer "Zweifler" ist als anderer Länder Söhne. Man kann daher das "Nein" kaum universalisieren - naja, so wie man kaum einen Sprachcode und fast keine Äußerung überhaupt universalisieren kann.

 

Großstadtpauker

9. Januar 2017 18:35

an staatlichen Schulen verbreitet Daesh "erfolgreich" mädchenfeindliche Propaganda - das Kollegium schweigt . 

Frauen und Mädchen werden von türkisch-arabischen Halbstarken sowie von islamistisch vorformatierten Minusmenschen beleidigt und geschlagen - es wird immer schlimmer , der Krankenstand aktuell : 55 % . 

Kositza: Darf ich rückfragen: Welcher Krankenstand, wo? Und, mit Verlaub, "Minusmenschen", das ist vielleicht "hübsch auf die Kacke geschlagen", aber was soll das denn sein? Es ist nicht nur ein schiefes Bild.

 

 

marodeur

9. Januar 2017 18:54

"Anders als Schwarzers Liga geriert man sich hier größtenteils vollends sexuell befreit, ist also auch pro Prostituion und pro Porno, zudem schreibt man sich hier strikten Antirassismus und sämtliche Forderungen des Gender Mainstreamings auf die Fahnen."

Hinzuzufügen wäre, dass die "dritte Welle des Feminismus" auf eine verschäfte totalitäre Form des Multikulturalimus setzt.  Danach bestimmt sich die sexuelle Identität des Einzelnen zu 100% aus der jeweiligen Gruppenidentität. So wird jeder heterorsexuelle Mann autmatisch zu einem potentiellen Vergewaltiger. Eine Freiheit des Individuums ist mit dieser Idee nicht vereinbar. Nur so sind Aussagen, wie die des Grünen-Politkers Gwosdz zu verstehen: "... jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potentieller Vergewaltiger, auch ich". Mit Hilfe dieser Ideologie können kriminelle Einwanderer problemlos mit friedlichen Autochthonen in die gleich Schublade gesteckt werden, sofern es sich um heterosexuelle Männer handelt. Unser Widerspruch gegen diese (aus unserer Sicht) undifferenzierten Klischees wird nicht wahrgenommen. Im Gegenteil - die Übergriffe der Migranten sind nur ein weiterer Beleg für unser nur mühsam unterdrücktes männlich-bösartiges Wesen.

Nero

9. Januar 2017 20:30

@ Stefanie 09. Januar 2017 10:15

 

Interessanter Kommentar. Wie sehen Sie die eingebürgerten Ausländer in diesem durchaus realistischen Szenario? Jedes Jahr werden 100.000 bis 190.000 Ausländer eingebürgert. Fast die Hälfte sind Orientalen und Vorderasiaten (ich spare mir jetzt die Links). Die haben dann quasi unrechtmäßig Eintritt in die Rechtssphäre erhalten. Wir müssen davon ausgehen, dass alleine per Stimmenmehrheit schon bald keine Wende mehr möglich ist.

schneekette

9. Januar 2017 23:08

Ich stimme den Kommentaren von Der_Jürgen fast immer zu, bis auf seine Ansicht, es gäbe eine Aussicht, das System an einem sehr speziellen archimedischen Punkt zu packen. Wohlgemerkt - primär geht es bei meinem Dissens um die Aussicht, nicht so sehr um den Punkt.

In einer weiteren Frage bin ich grundsätzlich gleichzeitig optimistischer und pessimistischer als Der_Jürgen. Er ist der Überzeugung, selbst bei einem Austausch der Herrschaft wäre noch nichts gewonnen, denn der gesamte Unterbau bis zum kleinen Verwaltungsbeamten, Polizisten und Juristen herunter wäre ebenfalls verdorben.

Das stimmt natürlich. Aler da ich selbst vom Fach bin, weiß ich um die erbärmlichen Anpassungsleistungen gerade der Staatsdiensjuristen. Um den gigantischen Opportunismus, der sie überhaupt an diese Postionen hat kommen lassen.

Ich befürchte vielmehr, dass mich der Ekel vor meinen Kollegen n a c h einer Wende der Vorzeichen noch um ein Vielfaches mehr schütteln wird, als er das jetzt schon tut.

schneekette

9. Januar 2017 23:12

Ein weiterer Gedanke kam mir nach der Lektüre des ausgezeichneten Kommentars von @ Stefanie:

Ist es nicht so, dass die Tatsache, dass unsere Gesellschaft den Sexual- und Partnerschaftsprozess zu einer Illusion des Verbrauchsgüterkaufs (und dies wortwörtlich) gemacht hat, die Gesellschaft in Wirklichkeit zur Sexualmoral der Pavianhorde zurückdegeneriert hat?

Großstadtpauker

10. Januar 2017 00:04

bin Pauker , kein FAZ Essayist , Krankenstand an hochproblematischen Schulstandorten in der großen grauen Stadt* : s.o. ; es werden Lehrkräfte hin und hergeschoben da ältere ( verbeamtete Lehrkräfte ) gerne mal fehlen wenn Schüler mit Hintergrund durchdrehen .

mir gefällt die Bezeichnung " Minusmensch " . 

 

ein Minusmensch ist ein Soziopath , ein gefährlicher krimineller Idiot der mir seine Geisteskrankheit als Religion verkauft und mich mit seinen fixen Ideen nervt - Daesh ist sehr viel gefährlicher als der durchschnittlich informierte Bürger ahnt . Daesh ist an allen Schulen in der großen grauen Stadt präsent . Daesh rekrutiert , Daesh generiert gewaltige Summen mit illegalen Aktivitäten aller Art . 

Altachtundsechziger bringen es nach ein paar Gläsern Wein auf den Punkt : der deutsche Facharbeiter ist kein revolutionäres Subjekt - der "zornige Flüchtling " hingegen schon - es gibt sie - die Allianz aus Bobobolschewismus und Daesh - nur wissen das die Behörden noch nicht - oder sie wollen es nicht wahrhaben . 

 

*siehe Landkarte .

Stil-Blüte

10. Januar 2017 01:16

'Minusmensch' - wer ein Minusmensch ist, das versteh ich auf Anhieb.

Da dieser Typ schon mannigfaltig beschrieben wurde, halte ich mich diesbezüglich zurück. Jetzt will ich stattdessen 'singen und sagen' vom 'Positivmensch'.

Mal wieder Goethe, mal - meinetwegen auch Brecht, mal Klonovsky lesen, mal DAGOBERT hören, mal rote Grütze oder roter Rüben essen, mal Bach, mal das kleine Bächlein als Rinnsal, mal Forelle, mal Eisbein. Und dann nochmal Eisbein mit Sauerkraut und Erbspüré. Und dann diese vielen, vielen Bäume, sprich Wald,  mit ihren Kronen, ja Kronen!  

Sie, die Einwanderer,  fühlen sich hier nicht heimisch? Kenn ich! Schlimm! Heimweh! Da bin ich zurückgegangen. Also zurück. So müßte man rangehen:

'Du bist zornig?'
'Warum?'
'Ihr seid so kühl.'
'Wir sind so. Wir meinen es aber gut mir euch, auf unsere Art eben.'
'Ich begreif euch nicht.'
'Glaub mir, es ist besser, du kehrst zurück, zu deiner Familie, in dein Land, in deine Heimat. Pfeif auf das Geld aus fremden Taschen. Ich sehe, du schämst dich wegen der Almosen. Setz auf die Liebe, auf deinen Stamm, dein Familie.'  
'Ja, ich vermisse Mutter, Haus, Kinder...'
'Großes Heimweh?'
'Ja, Heimweh als... als Wut, Ohnmacht; Messer.
'Geh zurück! Ehe es zu spät ist. Geh mit Gott, aber geh!'

Der_Jürgen

10. Januar 2017 09:00

@Stefanie

Ihre Kommentare sind inhaltlich und sprachlich auf Caroline-Sommerfeld-Niveau. Sie sollten mal einen Gastbeitrag schreiben.

@Schneekette

Der Vergleich mit der "Sexualmoral einer Pavianherde" ist köstlich und zutreffend. Die Grünen, mit Hans Christian Ströbele als Spracher, haben schon vor geraumer Zeit die Abschaffung des Inzestparagraphen gefordert, da nur die "sexuelle Befriedigung" gelte ("Wer am Inzest-Tabu rüttelt", Der Tagesspiegel 24. August 2013).

Im Namen DIESER Werte kämpfe ich nicht gegen die Islamisierung. Wenn Abu Bar Al Bagdadi Bier tränke, würde ich mich noch eher mit ihm bei einem Bier zusammensetzen als mit Ströbele.

 

 

Th Wawerka

10. Januar 2017 11:18

Wer mal ein vergnügliches antifeministisches Pamphlet lesen möchte, greife zu Esther Vilars "Der dressierte Mann" ...

Th Wawerka

10. Januar 2017 11:20

deutscherIdentitärer:

bei Spengler enthält bereits das Vorwort die wesentliche These

Ist Ihnen da auch aufgefallen, dass Spengler konstruktivistisch argumentiert?

Stefanie

10. Januar 2017 12:02

@Nero

Ich glaube selbst mit umfassenden Remigrationsmassnahmen bekäme man nur einen Bruchteil der Zugewanderten aus dem Land - aber es wäre der gefährlichere Teil: Kriminele, ideologisierte Islamisten, Wirtschaftsflüchtlinge, die eh nur darauf spekulierten ein paar Monate, bestenfalls Jahre Vollversorgung und Taschengeld zu ergattern. Doch davon ginge eine Signalwirkung auf andere aus, sich angepasster zu verhalten, auch ihre Kinder besser unter Kontrolle zu halten. Hätte man z.B. konsequent gesagt: Wer sich dem Islamischen Staat anschließt, nimmt eine andere Staatsbürgerschaft an und verliert damit seine deutsche (falls vorhanden) und dessen Staatsbürger erhalten kein Visum, so hätte das Umfeld dieser Kämpfer sicher verstärkt darauf geachtet, dass sie sich nicht nach Syrien aufmachen, denn es wäre eine Reise ohne Rückkehrchancen geworden. Ähnlich verhält es sich mit diversen Kämpfern islamistischer Vereinigungen, die uns wiederholt den Krieg erklärt haben:  Würde man diese sogenannten "Gefährder" konsequent als die Mitglieder feindlicher Streitkräfte behandeln, könnte man sie als Kriegsgefangene nach den entsprechenden Bestimmungen des Kriegsrechts festhalten. Man müßte ihnen wahrscheinlich noch nicht mal sämtliche Rechte entziehen, wie es die  Amerikaner in Guantanamo getan haben: Es würde reichen sie irgendwo bis zum Ende dieses Krieges festzuhalten oder ggf. in einem Gefangenenaustausch ihren Batallionen zurückzugeben. Wie bei den eigentlich noch gar nicht im deutschen Rechtsraum angekommen Ausländern, würde man einfach andere rechtliche Bestimmungen anwenden. Allerdings bin ich keine Juristin, weiß daher nicht ob und wie sich sowas tatsächlich drehen ließe. Die Amerikaner hatten sicherlich ihre Gründe die Guantanamogefangenen nicht als Kriegsgefange zu behandeln. Das Prinzip ist, ungleiches ungleich zu behandeln, das Recht dem Inländer unterliegen aber weitgehend unangetastet zu lassen, es wäre eine konsequente Doppelmoral wie sie, wie mir der_Jürgen sicher zustimmen würde, in anderen Bereichen bereits existiert. Ob man das nun Rechtsstaat nennen kann, sei dahingestellt, doch es würde wenigstens unsere Bürgerrechte ansatzweise erhalten, die die Willkür der Staatsmacht nach innen einschränken. Was tatsächlich Recht ist, bestimmt am Ende derjenige, der den Leviathan zu reiten versteht, der also Zugriff auf die Staatsmacht hat.  

Diejenigen, die seit mehreren Generationen hier ansässig und teilweise eingebürgert oder hier als deutsche Staatsbürger nach der jus solis geboren sind, werden sie mit solchen Kniffen nicht loswerden. Ein Teil wird sich noch in unsere Gesellschaft assimilieren. Bei allen anderen hilft nur eine Segregation, wie sie ja heute schon in Ansätzen vorhanden ist und die wohl vor allem die Großstädte und bestimmte Regionen wie das Ruhrgebiet umfassen wird. Dieser Trend wird sich verstärken, falls es tatsächlich zu ethnischen Konflikten unterhalb oder oberhalb des Bürgerkriegsniveaus kommen sollte. Was dann noch bleibt ist der lange Atem: das Konsolidieren eines deutschen Teilsstaates und das wirtschaftliche marginalisieren der dann wohl hauptsächlich türkisch oder muslimisch geprägten Gebilde. 

cso

10. Januar 2017 12:53

Über die Remigration unerwünschter Personen mache ich mir überhaupt keine Sorgen. So wie man sich heute das Recht zurechtbiegt, wird es einem findigen Juristen in Zukunft sicher auch gelingen, entsprechende Lücken oder Gummiparagraphen zu diesem Zweck auszulegen.

Altbayer

10. Januar 2017 15:21

@ Th Wawerka:

Wie heißt denn der "Wälzer" von Camille Paglia?

@ allgemein:

Interessant wäre eine Sammelband mit Erfahrungsberichten belästigter Frauen. Ich denke sowas könnte den Diskurs auch beleben (Stichwort: PC), gerade auch, weil es Berichte von Übergriffen, wie bereits skizziert, kaum über Regionalmedien hinausschaffen.

Rheinpreuße

10. Januar 2017 18:49

@ Stefanie

interessante Ansätze. Letztlich ist dies alles aber eine Machtfrage. Wenn die Machthaber den Willen haben, die Remigration zu vollziehen, dann - da hat @ cso völlig recht - finden sich auch die juristischen Grundlagen. Bereits das jetzige Aufenthaltsgesetz bietet durchaus Möglichkeiten, es ist dies vor allem eine Frage der Auslegung, insbesondere durch die Verwaltungsgerichte.

Ich sehe dabei auch ohne direkte Zwangsmaßnahmen die Möglichkeiten ein wenig zuversichtlicher als Sie. Allein durch eine entsprechende finanzielle Zuckerbrot-und-Peitsche-Politik dürfte man einen beträchtlichen Teil der bereits länger Ansässigen zur Rückkehr veranlassen können:

einerseits durch zwingende Verpflichtung von Ausländern zur wirtschaftlichen Selbsterhaltung ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel.  Also keinerlei Bezugsberechtigung für Kindergeld (ganz wichtig!), Erziehungsgeld, Wohngeld, Bafög, Sozialhilfe. Dies würde einer Vielzahl von Familien bereits die Basis für den weiteren Aufenthalt entziehen.     

Auf der anderen Seite ein wirklich spürbarer finanzieller Anreiz zur Ausreise, gestaffelt nach der Kopfzahl der betroffenen Familien. Selbst Summen im sechsstelligen Bereich würden sich immer noch finanziell (volkspolitisch ohnehin) rechnen, wenn man dies den Leistungen gegenüberstellt, die solche Familienverbände im Laufe Ihres Aufenthalts in Anspruch nehmen.

Rumpelstilzchen

10. Januar 2017 19:52

Wann hat der Spuk ein Ende?

Sven Jacobsen

10. Januar 2017 20:27

In der WELT vom 9.1.2017 war zu lesen, dass eine Sprecherin der Grünen im Bundestag über vom Staat bezahlte Prostituierte nachdenke, um die sexuellen Bedürfnisse von Menschen in Pflege zu erfüllen; das Vorbild seien die Niederlande. Dem FOCUS konnte man am 6.3.2015 die Idee eines bayerischen Pfarrers entnehmen, Flüchtlingen aus gleichem Grund unter die Arme zu greifen. Es handelt sich nicht um vereinzelte Meinungen, wie anzunehmen ist. Eine Diskussion über den Feminismus und seine Erfolge in der Gegenwart sollte nicht darauf verzichten, Beispiele wie die gerade genannten mit den ureigensten Anliegen des Feminismus abzugleichen.

Rumpelstilzchen

10. Januar 2017 21:26

HUHU, ich schrieb:

Wann hat der SOUK ein Ende ?

Kositza: Haha! Ich war´s nicht, war ein wohlmeinender anderer! Wir greifen ja oft in die Orthographie der Kommentatoren ein, vor allem wenn klar ist, daß o und p auf der Tastatur nebeneinander liegen...

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