Sezession
26. Januar 2017

Die Enthemmung der Auseinandersetzung

Götz Kubitschek / 34 Kommentare

Man hatte uns erkannt, im Kino, und dann lief da wohl eine Meldekette durch: Jedenfalls standen über die Straße verteilt rund 20 teils vermummte Leute. Sie begannen gleich zu brüllen, als sie uns an der Tür sichteten, und was sie riefen, klang nicht gut.

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Wir zogen uns in den Eingangsbereich des Kinos zurück und riefen die Polizei an. Dort war man bereits über die Zusammenrottung informiert und kündigte die Ankunft der Beamten binnen weniger Minuten an.

Im Nachgang erfuhren wir, daß es der Plan der Antifa gewesen sei, den Film zu unterbrechen und uns aus dem Saal zu holen. Die Kinobetreiber seien darüber in Panik geraten und hätten die Polizei gerufen. Das war unser Glück. Wir wurden dann von einem Streifenwagen abgefahren und waren irgendwann in der Nacht wieder zuhause.

Ich notiere dies, damit es als Vorstufe dessen festgehalten sei, was ich unter dem Begriff »Enthemmung der Auseinandersetzung« fasse und prognostiziere.

Diese Enthemmung wird von linker Seite betrieben, und zwar unter dem Beifall eines breiten Unterstützer- und Sympathiesantenumfelds. Die hochaggressive Verhinderung einer AfD-Veranstaltung an der Universität Magdeburg ist nur eines von vielen Beispielen. Gewalt gibt es natürlich auch von rechtsradikaler Seite, verwiesen sei beispielsweise auf die Gewaltspirale in Chemnitz um die Linksparteipolitikerin Susanne Schaper, der übel mitgespielt wird und in deren Haut man nicht stecken möchte.

Einer solchen Enthemmung liefert das intellektuelle Umfeld, das Kositza und ich aufgebaut haben, keinerlei Argument. Ich betone dies, weil es wichtig ist und weil wir die Befriedung der Auseinandersetzung sogar als einen Teil unserer Arbeit begreifen. Der gewaltlose Widerstand gegen politische Fehlentwicklungen wird auf unserer Winterakademie Gegenstand des Vortrags von Martin Sellner sein.

Der linken Enthemmung die Argumente liefern sogenannte Experten, deren Karrieren klassisch marktwirtschaftlich auf der Entdeckung einer Marktlücke fußen: Es gibt genügend Staatsmittel, staatliche und halbstaatliche Institutionen, die banalste Recherchen über die AfD und die Neue Rechte im Allgemeinen und über Kositza und mich im Besonderen ankurbeln und finanzieren.

Daß die Linken-Abgeordneten Katharina König (Jena) und Juliane Nagel (Leipzig) dieses Geschäft ohne Berührungsängste mit gewaltbereiten und gewalttätigen Linksextremisten betreiben, ist oft analysiert und beschrieben worden, stört aber offensichtlich niemanden.

Die Grünen Sebastian Striegel (Merseburg) und Jürgen Kasek (Leipzig) und ihre Ortsanhängsel aus Naumburg und Querfurt verbreitern diese Volksfront gegen uns, und sie alle leben nun auf den 17. Februar zu, jenen Tag, an dem unsere jährliche Winterakademie in Schnellroda mit 150 Teilnehmern beginnt.

Für diesen Tag ist wieder eine linke Demonstration angemeldet, und es wird derzeit in allen umliegenden größeren Städten für eine Teilnahme mobilisiert. Die Tonlage ist aggressiv:

Wie wir nach der ersten und auch nach der zweiten Demo erklärt haben, kommen wir wieder – so lange bis der braune Mist das Dorf verlassen hat. Wir glauben, dass es kein ruhiges Hinterland geben darf, denn die Hetzerinnen haben keine Ruhe verdient und dieses Mal wollen wir ihnen das gemütliche Beisammensein vermiesen. Darin sind wir uns einig mit Antifaschistinnen in der Region und möchten auch Menschen von außerhalb motivieren, mit uns das IfS dicht zu machen und die Winterakademie nicht erfolgreich, sondern vor allem alt aussehen zu lassen!

So stehts im »#aufstehen Netzwerk«. Und eine linke Basisgruppe aus Jena schreibt:

Gemeinsam mit dem Bündnis Aufstehen gegen Rassismus tragen wir unseren Protest vor die Tore des Rittergutes in Schnellroda, bis dieses fallen wird.

Was haben wir darunter zu verstehen? Die typische, moralisch hochgerüstete, selbstgefällige linke Gewalt? Es werden zur Winterakademie ja auch zwei ehemalige Hauptfiguren der 68er-Bewegung anwesend sein und mit mir über den linken Gewaltbegriff und seine Rechtfertigungstheorien ein Podiumsgespräch führen: Günter Maschke, einst der »Dutschke von Wien« und Bernd Rabehl, engster Freund Dutschkes und Verfasser des Essays Linke Gewalt, den unser Verlag aus gegebenem Anlaß rechtzeitig zur Akademie nachdrucken läßt (hier kann man ihn vorbestellen).

Das ist schon beeindruckend: Die Selbstverständlich- und Selbstgefälligkeit, mit der damals die Eskalation der Gewalt bis hin zum RAF-Terror diskutiert und befürwortet wurde, und von dorther fädelt sich ein roter Faden bis in unsere Zeit.

Ein Wort noch zu den selbsternannten Experten, mit denen ich mich sonst nicht beschäftige – es sind das ja keine Experten, sondern Sekundär- und Tertiärpublizisten, deren Tinte eintrocknet, wenn wir uns mal ein paar Wochen lang nicht äußern. Dann haben sie nämlich nichts, wozu sie das, was sie immer schreiben, noch einmal schreiben können.

Heute notiere ich namentlich Liane Bednarz. Sie hielt in Jena einen Vortrag über uns vor Studenten, ungestört natürlich, und im Rahmen dieses Vortrags wurde ebenfalls für die Demo gegen uns im Februar mobilisiert.

Frau Bednarz bezeichnet sich selbst als liberal-konservativ, referiert mittlerweile aber ohne jede Hemmung vor radikalen Linken und mobilisiert sie gegen uns. Pecuniam non olet, wissen wir bei dieser Frau, sie darf sich ständig äußern über uns, zuletzt beim mdr (»Fakt ist«), und auch dort warnte sie wieder vor unserer Gefährlichkeit und unserem Geschick, Dinge zu verheimlichen, zu vertuschen und chiffriert auszudrücken. Sie selbst sei natürlich in der Lage, unsere Sprachcodes zu dechiffrieren, aber sie rät anderen ab, mit uns noch zu diskutieren.

Also: Unterstellungen, Verdacht, Verleumdung, nichts Neues unter der Sonne, sie verdient damit ihr Geld, und dies umso besser, je gefährlicher sie uns darstellt. Sie breitet ihr Material vor Leuten aus, die vor Kinos warten und unseren Saustall in Schnellroda ausmisten wollen. Wir wissen, daß auch mit Bednarzschen Versatzstücken argumentiert wird, wenn es um die Legitimation der Gewalt gegen uns geht.

Wir werden an diesem Wochenende also wie seit Jahren friedlich mit ausgewählten Teilnehmern und Referenten unser Thema beackern. Wir werden uns nicht auf die Polizei verlassen, sondern auch selbst für unsere Sicherheit sorgen. Das ist lästig, aber notwendig, und es mußte wohl so kommen, wie es jetzt sich entwickelt, enthemmend entwickelt.

Das Gespräch mit dem Staatsschutz war übrigens aufschlußreich: Im Alltag, außerhalb der Verdichtungstage eines Akademie-Wochenendes also, wird man uns nicht schützen können.

Mir ist nun relativ egal, was mit mir passiert, sollte ich den falschen Leuten in die Hände fallen. Aber eines gebe ich hiermit zu Protokoll: Sollte meiner Frau oder einem meiner Kinder etwas zustoßen, werde ich das nicht für einen Zufall halten, sondern auf die Suche gehen.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (34)

Der Gehenkte
26. Januar 2017 13:03

Wollte gerade noch was zu Berdjajew sagen - aber angesichts dieser Beschreibung bekommt man Schreibhemmung (empfehle daher nur: Lesen Sie die von Monika angegeben Seiten in Gänze!).

Die Enthemmung der Auseinandersetzung ist allgegenwärtig. Daß sie bereits solche Formen annimmt, schockiert und muß unbedingt unter die Leute. Ganz wesentlich dabei die Besinnung auf die Zurückhaltung.

"Einer solchen Enthemmung liefert das intellektuelle Umfeld, das Kositza und ich aufgebaut haben, keinerlei Argument."

Physische Gewalt kann nur allerletztes Mittel sein, zur Selbstverteidigung, dann aber mit aller Entschlossenheit. Richtig auch, Roß und Reiter beim Namen zu nennen. Eskalation ist möglichst zu vermeiden. Sie würde medial immer gegen uns gedreht werden. Ist es möglich, diesen Beitrag bzw. diesen Zusammenhang irgendwo in der Presse unterzubringen? Die meisten Menschen ahnen noch nicht mal, was in D abgeht. Vorschläge, wie man aktiv unterstützen kann, auch wenn eine persönliche Teilnahme nicht möglich ist?

Anton Steiner
26. Januar 2017 13:04

"Das Gespräch mit dem Staatsschutz war übrigens aufschlußreich: Im Alltag, außerhalb der Verdichtungstage eines Akademie-Wochenendes also, wird man uns nicht schützen können."

Das sagt alles aus über die Durchsetzung des Gewaltmonopols! Ohne Selbstschutz öffentiches Gebiet zu nutzen nicht mehr möglich? Fragen über Fragen an die Herren Maaßlos & die Miesere...

Martin Lichtmesz
26. Januar 2017 13:45

In den USA findet zur Zeit dieselbe Enthemmung statt, da feiern die "liberals" gerade ab, daß Richard Spencer vor laufender Kamera hinterrücks von einem vermummten Antifanten mit dem Ellbogen mit voller Wucht auf den Kopf geschlagen wurde. Der Typ hat natürlich sofort die Flucht ergriffen.

https://www.altright.com/2017/01/20/richard-spencer-assaulted-in-washington-dc/

Auch Gavin McInnes wurde von Antifanten physisch attackiert:

Jim Goad: Violent Disagreements

Und diese Geschichte gehört auch in den Kontext - eine Gruppe junger Schwarzer hat stundenlang einen gekidnappten, geistig behinderten Weißen gefoltert und beschimpft, und das Ganze auch noch live auf Facebook übertragen: "F–k Donald Trump, f–k white people!”

https://nypost.com/2017/01/04/special-needs-man-tortured-while-attackers-stream-it-on-facebook/

Siehe auch hier:

Molyneux vs. Cernovich: Is America Headed for Civil War?

Marjell
26. Januar 2017 14:16

Es ist nicht egal, was Ihnen widerfährt. Wer könnte sonst auf die Suche gehen? 

H. M. Richter
26. Januar 2017 14:26

Und jetzt, wo solches geschieht, wie oben beschrieben, verweigert, verhindert - um nur ein einziges Beispiel zu nennen - die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens die Weiterbeschäftigung Pfarrer Wawerkas. Dies ist letztlich Verhinderung von Gewaltabbau und wird eines Tages im geschichtlichem Rückblick auch als erneutes Versagen benannt werden. Ich selbst erinnere noch den Fall Brüsewitz, auch wie damals die Grenzlinien innerhalb der Landeskirche verliefen, welche Sprachregelungen gefordert wurden und wie anders das Geschehen heute offiziell eingeschätzt wird.

Sieht denn die Kirchenleitung nicht, wohin unser Land sich bewegt, wie wichtig, überlebenswichtig Menschen innerhalb der Kirche sind wie Thomas Wawerka, die Gewalt abbauen helfen ?!

Noch eines: Personen, wie Liane Bednarz, die als sog. Expertin gilt, ohne auch nur das Wort Konservatismus aussprechen zu können - vgl.

https://www.youtube.com/watch?v=37FyJ2ywzII

- ab 0:04 Min., soll eines Tages nicht mit dem Satz kommen: DAS habe sie nicht gewollt.

Und sie sollte spätestens jetzt aufhören, sich noch als christlich zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen;  denn noch gilt für sie wie für Thomas Wawerka, noch gilt für das Handeln der Kirchenleitung Sachsens wie für uns alle: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.

Brettenbacher
26. Januar 2017 14:35

Man hatte uns erkannt, im Kino, und dann lief da wohl eine Meldekette durch: Jedenfalls standen über die Straße verteilt rund 20 teils vermummte Leute. Sie begannen gleich zu brüllen, als sie uns an der Tür sichteten, und was sie riefen, klang nicht gut.

Aber sie waren doch sicher nicht die einzigen Besucher? Was war denn mit denen? Gab es da denn den einen oder anderen Blickkontakt, wenigstens? Oder waren da, wo eben noch Gesichter gewesen, plötzlich nur noch Teigtaschen? Das kennt man schon aus Gesprächen, wenn bestimmte Themen angesprochen werden: Wo eben noch ein Gesicht war, ist dann nur noch eine Teigtasche, drinnen zwei gänzlich glanzlose Äuglein, in denen  etwas Ungutes aufzuglimmen beginnt.

Also was war denn mit den ANDEREN? Wo war denn die Handvoll beherzter Männer (klingt wie aus einer historischen Novelle), die sich, den Teufel drum scherend, wer da was gegen wen hat, eingemischt hätten, nichts anderem folgend als ihrem gesunden Herz und ihrem gesunden Verstand?

Nichts, nichts, und aber mal nichts... ?

Und die Polizisten und die Polizistinnen, die Mitbürger in Uniform ? Wäre da nicht vielleicht ein Satz denkbar, wie: "Wissen sie Herr Kubitschek, wenn es auf uns ankäme, dann wär der Spuk schon längst zu ende." Oder ein Wink, EIN Wink von dem einen oder der anderen?

Dieter Rose
26. Januar 2017 14:42

Wir sind bei Ihnen.

Ich glaube, dass auch beten hilft!

Der_Jürgen
26. Januar 2017 14:48

Alles steuert auf eine Explosion der Gewalt zu. Kultivierte und friedliche Rechte wie Kubitschek oder Kositza wollen dies nicht und versuchen es zu verhindern, doch wie kann man sich mit einem feinen Florett gegen einen Rüpel verteidigen, der mit der Mistgabel auf einen losgeht?

Mit seiner Unterstützung und Finanzierung kriminellen Abschaums wie der Antifa hat sich das System sein eigenes Todesurteil unterzeichnet. Die Parallelen zur Entwicklung in den USA, auf die Martin Lichtmesz hinweist, liegen auf der Hand. Der Unterschied besteht nur darin, dass in Amerika seit ein paar Tagen ein Mann an der Macht ist, an dem man sicherlich sehr viel aussetzen kann, der aber offensichtlich entschlossen ist, den Marsch in den Abgrund, den sein Land vor langer Zeit antrat, zu stoppen. Bei uns sitzen die Volksfeinde vorderhand noch in allen Machtpositionen.

RMH
26. Januar 2017 14:50

Frau Roth (von den Grünen) soll ja einen Waffenschein haben. Andere Spitzenpolitiker auch. In Bayern sieht eine ausführende Behörde, die für das Waffenrecht zuständig ist, bei konkreten Bedrohungen von Prominenten und Politikern ein entsprechendes waffenrechtliches Bedürfnis als gegeben an.

Machen Sie beide eine entsprechende Sachkundeprüfung und beantragen bitte jeder einen Waffenschein. Mal sehn, ob hier gleiche Maßstäbe angewendet werden - meine Prognose: Nein. Aber man muss am Rechtsstaat immer wieder solche Lackmustests durchführen, sonst ändert sich nichts.

Ihr Besipiel zeigt, warum man heutzutage eigentlich Single ohne Familie sein müsste, wenn man sich - und wenn auch nur metapolitisch - ernsthaft einmischt.

Dies ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich Herrn Höcke - obwohl ich mit seiner letzten Rede nicht unbedingt einverstanden - hoch halte. Er hält mittlerweile buchstäblich mit samt seiner Familie den Kopf hin.

Und neben den Prominenten AfDlern haben bereits auch unzählige andere, kleinere Nummern - auch Pegida-Aktivisten - buchstäblich für ihr politisches Ein- und Auftreten bezahlen müssen (pi berichtet darüber zum Glück regelmäßig).

Es böte sich an, zu dem Thema linke Gewalt erneut wieder einmal einen grundlegenderen Artikel, offen für alle ohne paywall, zu veröffentlichen - in der Hoffnung, dass steter Tropfen den Stein höhlt.

Ein gebürtiger Hesse
26. Januar 2017 14:58

Meine Güte, sind wir inzwischen so weit? Müssen K & K schon nach einem Alltagsbesuch in Halle von der Polizei nachhause eskortiert werden, weil ansonsten Leib und Leben gefährdet wären? Selbstschutz ist also mehr denn je gefragt, am Akademie-Wochenende allemal. Hier muß uns allen bewußt sein, wie weit die Enthemmer zu gehen bereit sind. Passen wir also auf uns auf, unterlassen aber alles, was von unserer Seite zu Eskalationen führen könnte. Versuchen wir die innere Höhe zu halten und vertrauen wir auf Gott.

Altbayer
26. Januar 2017 14:59

Ich habe schon seit Monaten die Befürchtung, dass die Antifa Frau Kositza und Herrn Kubitschek auflauern könnte, aber das jetzt auch so lesen zu müssen, sich mit der Realität konfrontiert zu sehen, schockiert mich doch sehr. 20:2 ist ein ungünstiges Zahlenverhältnis, wenn man selbst nicht zu den 20 gehört.

lohengrin
26. Januar 2017 15:00

Die Antifa wird ja nicht nur von den Linken unterstützt. Am 21.1. demonstrierte in Koblenz das übliche "breite Bündnis" unter Anführung der SPD -Ministerpräsidentin gegen die EFN-Konferenz der im EU-Parlament vertetenen europäischen  Rechtsparteien. Das riesige Polizeiaufgebot und die Sichrheitskontrollen waren schon beeindruckend; Teilnehmer der Tagung wurden von der Polizei gewarnt, nicht die Wege der Gegendemonstranten zu kreuzen, und die Veranstalter empfahlen, sich ausserhalb der Halle nicht als Besucher des Kongresses erkennen zu geben. Aber Frau Dreyer(MP in RLP) rief ihre Kundgebungsteilnehmer dazu auf, den Kampf gegen "Rechts"zu verstärken, um nicht wieder zurück in die Zeit vor 70 Jahren zu gelangen - wer hat hier eigentlich ein gestörtes Verhältnis zur Realität?

Gustav Grambauer
26. Januar 2017 15:03

Wünsche alle Nervenkraft, um das durchzustehen! Nicht vergessen: die Enthemmung ist Ausdruck der Verzweiflung, die ja gerade erst einzusetzen beginnt. Diese Phase der Trauma-Bewältigung

https://www.youtube.com/watch?v=F3HKw89YcoA

ist jetzt vorbei. Jetzt, in der neuen Phase, spricht sich herum, daß genau 100 Jahre nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution das kommunistische Experiment offiziell für beendet erklärt ist. Das heißt noch nicht, daß die Bestie erledigt wäre, sie läuft jetzt Amok. Durchhalten!

Seneca
26. Januar 2017 15:10

Ich werde gleich heute aus Solidarität einige Bücher bei Ihnen bestellen.

Dietrich Stahl
26. Januar 2017 16:02

@ Gustav Grambauer bringt es auf den Punkt:

Wünsche alle Nervenkraft, um das durchzustehen! Nicht vergessen: die Enthemmung ist Ausdruck der Verzweiflung, die ja gerade erst einzusetzen beginnt.

Wie geht man mit der Situation um? Den inneren Fokus halten und Schritt für Schritt achtsam weitergehen. Oder wie @ Ein gebürtiger Hesse es am besten ausdrückt:

Versuchen wir die innere Höhe zu halten und vertrauen wir auf Gott.

Das Gute ist auf unserer Seite. Und das Gute ist seit 2015/2016 in der Offensive.

Martin H.
26. Januar 2017 16:13

Das da "Alt-68ger" am Start sind, interessiert die nicht: Wenn die nun mit Euch reden, sind das eben jetzt ebenfalls Nazis.

Ja, das geht so schnell! Ich weiß das selbst, die Du-Form dieses Beitrags verrät es bereits: Trotz fast zehnjähriger Mitgliedschaft in der Partei "DIE LINKE" (also quasi fast ihrer gesamten Existenz seit Gründung über), bin ich jetzt auch Nazi, nur weil ich die demografische Entwicklung problematisch finde. Oder weil mir Frau Dr. Merkel nicht gefällt.

Dabei ist völlig erstaunlich, wie gut organisiert und unbehelligt diese Leute agieren können: Von der IB weiß ich, wie vorsichtig man sein muss. Und das obwohl sich diese völlige Gewaltfreiheit auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Antifa ist der aktivste faschistische Zusammenschluß in der Bundesrepublik der Gegenwart.

Gotlandfahrer
26. Januar 2017 16:21

Möchte nicht oberschlau klingen, aber überraschend erscheint diese Entwicklung nicht. Ich möchte erneut meine Hochachtung vor dem persönlichen Einsatz des Kreises um Schnellroda aussprechen.

Da warme Worte nicht helfen, schlage ich den spendenfinanzierten Aufbau eines Personenschutzdienstes für die bekanntesten Protagonisten vor. So ein konkretes Projekt mit konkretem Nutzen wird seine Unterstützer finden. Ich wäre dabei (über das sonstige hinaus).

Rosenkranz
26. Januar 2017 17:40

Herr Kubitschek, bei meinem letzten Besuch in Schnellroda stand ich auch einem Gespräch bei, wo diese Sorge um Sie und Ihre Familie geteilt wurde. Was ich in dieser Runde von allen auch spürte, war eine Entschlossenheit zur tatkräftigen Unterstützung, falls schlimme Situationen einmal eintreten sollten.

Als ich neulich einmal Antifa-Aufkleber entfernte, wurde ich mit recht großer Sicherheit von einer jungen Frau gefilmt oder fotographiert. Auch mache ich mir keine großen Sorgen um mich, sondern immer um die Angehörigen. Dieses ist auch der Hauptgrund für meine Vorsichtigkeit. Was kann ich ihnen zumuten und was nicht? Mich beschäftigt diese Frage oft.

Ich wünsche gutes Gelingen bei der IfS-Akademie. Die Polizeibeamten werden die Sache hoffentlich gut erledigen. Notfalls kann man sicher auf die 150 Besucher zurückgreifen. Ich versuche dieses Jahr zu kommen, wenn die "Älteren" auch dabei sein dürfen. Falls etwas benötigt wird, lassen Sie es uns bitte wissen.

Herzlichst. R.

Monika L.
26. Januar 2017 18:23

"Allgemeiner gesprochen, ist die Linke in Frankreich allem Anschein nach dabei zu sterben, ein Prozess, der sich seit dem Amtsantritt von François Hollande noch beschleunigt hat. Aus diesem Grund vor allem ist die Linke immer aggressiver und bösartiger geworden. Es handelt sich um den klassischen Fall des in die Enge getriebenen Tiers, das Todesangst verspürt und gefährlich wird."

Houellebecq, Rede zum Schirrmacher-Preis

Ich habe gestern kurz in die MDR-Sendung "Fakt" Das neue Miteinander - Rechts und links und nichts dazwischen ? geschaut. Ein sehr sympathischer André Poggenburg behauptete  sich wacker gegen vier Schönschwätzer des "Neuen Miteinander".

https://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-z/sendung709876_ipgctx-false_zc-ba8902b5_zs-73445a6d.html

Ich hielt das nicht lange aus. Diese Selbstgefälligkeit derer, die keine Probleme mit der Enthemmung der Auseinandersetzung zu haben scheinen. Es tut mit leid, dass die Familie Kositza/ Kubitschek zum Ziel der Enthemmung wird. Es ist ein Schock. Man bekommt es mit der Angst, was auf uns und unsere Kinder zukommt.

Solidarische Grüße

Dr. Niemann
26. Januar 2017 18:51

Mich ärgert es daß diese Enthemmung immer stärkere Formen annimmt. Sollte Ihrer Frau oder Ihren Kindern etwas geschehen (Gott bewahre!), dann haben Sie in mir einen Bundesgenossen. Denn mir ist meine Familie heilig und ich respektiere zutiefst daß sie auch Ihnen heilig ist. 

Sven Jacobsen
26. Januar 2017 19:01

Wegen der Ereignisse und der leider berechtigten Sorge um die Familie ist das keine schöne Lektüre. Bedauerlicherweise ist eine Verschlimmerung der gesellschaftlichen Spannungen im sog. Superwahljahr anzunehmen; die Leute reden sich in die Weißglut. Umso wichtiger ist es, dass Sie die richtigen Worte gefunden haben, Zitat: 

Einer solchen Enthemmung liefert das intellektuelle Umfeld, das Kositza und ich aufgebaut haben, keinerlei Argument. Ich betone dies, weil es wichtig ist und weil wir die Befriedung der Auseinandersetzung sogar als einen Teil unserer Arbeit begreifen. 

Das sagt doch alles und so ist es gut. Die anderen bewegen sich nicht auf diesem Niveau und die wissen das auch. 

Olle
26. Januar 2017 19:56

Schließe mich @Dieter Rose an. Und @Gotlandfahrer zielt m.E. genau in die richtige Richtung.

Ralf Beez Ofw d. R.
26. Januar 2017 20:47

Werter Herr Kubitschek, wünsche Ihnen und allen Teilnehmern der Winterakademie ruhige und erholsame und vor allem störungsfreie Tage und den Segen Gottes! Und hoffe, sehr bald mal bei Ihnen vorbeischauen zu können!

Solution
26. Januar 2017 21:00

Es wird höchste Zeit Geld zu sammeln, um Schutzmaßnahmen und eine Vorsorge im Falle von Schäden aller Art zu treffen. Die Antifa, die sich seit längerem vergeblich die Zähne an der AfD ausbeißt, wird doch nicht ernsthaft glauben, hier durchzukommen. Dazu sind wir zu viele und schon zu stark.

Auch ich respektiere das Gewaltmonopol des Staates. Er muß es aber ohne Einschränkung durchsetzen. Wir werden sehen, ob er es tut. Schützt er seine Bürger nicht wirksam, stellt er sich selbst infrage.

Bran
26. Januar 2017 21:05

Ich bin ganz bei Gotlandfahrer: Spendenaufruf für Personenschutz. Ich weiss aus eigener vergangener Erfahrung aus der militanten Linken, dass es dort nur sehr wenig Brecher und Steher gibt. Gute Schützer verjagen zu dritt 20 vermummte Studentenspacken, wenn sie wissen wie man sowas macht. Ich würde auf jeden Fall spenden. Für persönlichen Einsatz ist die Distanz leider zu gross.

Ansonsten: Ich krieg nen ziemlichen Hals, wenn ich sowas lese. Ich hätte mich nie auf  das Niveau runtergelassen damals, als ich auch noch Antifa war, einen Mann mit seiner Frau zusammen anzugreifen, egal, ob sie nun auch "Fascho" ist oder nicht. Nur widerlich.

Aber dies sei noch angemerkt: In den letzten Diskussionssträngen ging es um Norm und das Konkrete. Nun: Hier haben wir es. Dies ist das Konkrete. Wir können es nicht wegphilosophieren oder relativieren. Dies ist handfest, dies ist die Schwertspitze vor dem Gesicht, die wir nicht mehr zu einer Stecknadel umdeuten können. Wie also reagieren? Ich wünsche mir "Projekt Ernstfall" zurück, ich wünsche mir hier mehr Exmeyer.

Batscho
26. Januar 2017 21:43

Si vis pacem para bellum!

sven h.
26. Januar 2017 23:30

Lassen Sie sich nicht einschüchtern und haben Sie keine Angst. Frei nach Frank Lisson: Die neue Tendenz gehört uns. Im Frühling geht es los.

Olsenbande
26. Januar 2017 23:39

Wahrscheinlich muss es eskalieren und so mächtig, daß es alle "Normalen" auch trifft. Irgendwann müssen wir uns wehren!! Sonst gehen wir zu Grunde!!

Einen schönen Gruß aus dem Unstuttal

Sarotti-Mohr
27. Januar 2017 02:05

@Der Gehenkte, 26. Januar 2017 , 12:03: Die meisten Menschen ahnen noch nicht mal, was in D abgeht."

Machen Sie sich da nicht etwas vor? Wer angeblich immer noch nicht ahnt was in D vorgeht, ist entweder intellektuell außerstande dies zu merken, oder er will es partout nicht mitkriegen.

Sarotti-Mohr
27. Januar 2017 02:16

@Ralf Beez Ofw d. R., 26. Januar 2017, 19:47

... Und hoffe, sehr bald mal bei Ihnen vorbeischauen zu können!

Ihr Eintrag liest sich genauso wie Ihre ewig gleichlautenden Einträge die Sie seit Jahren in den Kommentarspalten der JF hinterlassen. Vorschlag: Nicht so viel 'reden und hoffen', sondern beispielsweise zum nächsten Bücher-Cafe-Termin einfach hinfahren.

Stil-Blüte
27. Januar 2017 02:31

Hilfe tut not (und gut). Rundschreiben, E-Mails, klassische Briefe in beide Richtungen, auch jene ansprechen, die nicht unmittelbar zum inneren Kreis gehören.

An Finten zu Ehren unserer deutschen Narren Felix Krull, Till Eulenspiegel, Max & Moritz, Karl Valentin, der brave Soldat Schweik, Luther, Hans im Glück, Karl May... denken und ihrem Sinne handeln. Potzblitz! Donnerwetter!  

Bran
27. Januar 2017 08:40

Frau Sommerfeld: Ja, da bin ich ganz bei Ihnen, wenn Sie es so formulieren.

Larus
27. Januar 2017 08:54

@K & K: Es spricht für Ihre Integrität und überlegenes Menschenbild, daß Sie selbst jetzt noch (nach der Konfrontation mit dem Mob) die Hand gandhiesque ausstrecken und Verständnis selbst für den politischen Gegner entwickeln (Frau Schaper in Chemnitz) - ich gebe mich nicht der Illusion hin, daß dies in relevanter Zahl auch dort so begriffen und erkannt wird, aber den Versuch ist es wert: eben auch das getan zu haben (trotz innerlichem Grollen), denn vielleicht ist auch sie eine Mutter - das müsste verbinden über alle Gegensätze hinweg. GK ist natürlich mitnichten der Vortänzer oder Weisungsgeber der "Aktivisten" in Chemnitz (sowenig wie Fr. Schaper für die Connewitzer Miliz) - aber was meinen Sie, ein "offener Brief" dorthin-, ein Statement zur Entschärfung, als Abgleich über den gemeinsamen Konsens den man evtl. doch noch hat (Gewaltfreiheit auf dem Boden der fdGO)-, macht das Sinn? (Ich WILL ja immer noch an Vernunft auf der linken Seite glauben...-, singulär und im Promillebereich, aber eben doch...).

"...ich werde auf die Suche gehen..." : Sie  müssen nicht lange suchen (ein paar relevante Namen haben Sie ja bereits genannt - die Spur (und das sage ich auch aus eigener Erfahrung) führt nach LE-, die notorischen "zivilgesellschaftlichen Kämpfer" mobilisieren schon wieder volle Pulle bei FB usw. - ob es wohl diesmal mehr werden als beim letzten Mal (ca. 58)?

Solidarische Grüße!

Braunschweiger
27. Januar 2017 09:16

Dieser Beitrag darf nicht hinter der Bezahlschranke verschwinden.

Das muss jeder lesen können - keiner soll behaupten können, er hätte nicht gewusst was faul ist im Staate Dänemark!

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