Sezession
28. Februar 2017

Eindrücke von Rußland

Gastbeitrag / 20 Kommentare

Eine Welt, die im Westen eigentlich nur aus zwei Perspektiven dargestellt wird: Erstens aus der Perspektive jener Mehrheit, die Rußland unter Putin als ultranationalistisches "Reich des Bösen" darstellt, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit versucht, Europa zu spalten. Und zweitens der einer verschwindend geringen Minderheit, die in Rußland das letzte Bollwerk gegen den westlichen Universalismus und quasi ein Paradies sieht, nach dem sich die ganze Welt zu orientieren habe.

Während die erstere Haltung zu Rußland überwiegend von Liberalen übernommen wird, ist die zweite Position vor allem innerhalb des patriotischen Lagers wahrzunehmen, welches sich angesichts des Mangels einer patriotischen Führung im eigenen Land verklärend nach Osten hin orientiert, ähnlich den europäischen Kommunisten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sieben Tage lang nehme ich mir nun die Zeit, mir selbst ein Bild von diesem Land und seinen Menschen zu machen, wenn auch nur aus dem beschränkten Blick auf seine Hauptstadt.

Daher mache ich mich auf in den südwestlichen Außenbezirk von Moskau, um dort bei einer Freundin für eine Woche mein Quartier zu beziehen. Als Wiener staunt man zunächst über die schiere Größe dieser Stadt: Mit mehr als 11,55 Millionen Einwohnern und mehr als der sechsfachen Fläche Wiens übertrifft die russische Hauptstadt die Städte des deutschsprachigen Raumes, aber auch viele Metropolen wie Paris, London und Rom bei weitem. Aber auch darüber hinaus wird einem schnell klar, daß es sich bei Rußland um eine eigene Welt, eine einzigartige Zivilisation handelt, die von Europa zwar beeinflußt, aber kulturell doch unabhängig ist.

Es ist nicht nur der russische Winter, der einem im wahrsten Sinne des Wortes den Bart gefrieren läßt, sondern auch der russische Menschenschlag, der feststellen läßt, daß man nicht in Europa ist. Die Menschen, die vom russischen Geist, dem "russkij duch", erfüllt sind, wirken wie Männer und Frauen, an denen die im Westen vollzogene geistige Gleichschaltung unter den Zeichen von Menschenrechten, Individualismus, Egalitarismus und Gender Mainstreaming spurlos vorüber gegangen ist. Die Mehrzahl der Kopftücher in der Hauptstadt wurde auch dementsprechend nicht von Muslimen getragen, sondern von traditionsbewußten russischen Frauen.

Während man in den Straßen Wiens und Berlins alle naselang auf Elendsgestalten wie Hipster, junge Frauen wie Männer, die sich ihres Geschlechts unsicher sind, und Rastaträger trifft, muß man sie in Moskau mit der Lupe suchen. Als historisch interessiertem Menschen springt einem sofort der Umgang der Russen mit ihrer eigenen Geschichte ins Auge: Zarenreich, Kommunismus, das Chaos unter Jelzin und die gegenwärtige Herrschaft Putins – all diese Zeitabschnitte versucht man harmonisch ins öffentliche Bild einzufügen. So ließ Putin die 1931 von den Kommunisten gesprengte Christus-Erlöser-Kathedrale nach den originalen Bauplänen wieder aufbauen. Gleichzeitig wurde die Statue des kommunistischen Massenmörders Felix Dscherschinski vom Platz vor der Lubjanka entfernt.

Die Verehrung der Zaren und der Weißen aus dem Russischen Bürgerkrieg hingegen erlebt einen neuen Höhepunkt: Die von den Kommunisten ermordeten Romanows werden als Heilige verehrt, den monarchistischen Helden des Bürgerkrieges werden Spielfilme und Fernsehserien gewidmet. Im Gegensatz zu Österreich und Deutschland ist die Geschichte im positiven Sinne gegenwärtig und wird nicht für eine Politik der Schuld instrumentalisiert. Dementsprechend groß sind auch die sowjetischen Heldendenkmäler in der Stadt vertreten, welche die Helden des "Großen Vaterländischen Krieges" hochleben lassen.

Für westliche Augen ungewöhnlich mag auch die starke Verschränkung, man kann sogar sagen: Identität, von Kirche und Staat sein. So segnet die Orthodoxe Kirche nicht nur die Waffen der Soldaten, sondern organisiert auch gemeinsam mit der Armee Wehrertüchtigungslager. Während Wehrhaftigkeit und Christentum in Europa ein Widerspruch sind, kann man sie in Rußland nicht voneinander trennen. Aber nicht nur die Wehrhaftigkeit ihrer Gläubigen ist der Orthodoxen Kirche ein Anliegen, sondern auch die moralische Erneuerung der Gesellschaft. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus und der russischen Wirtschaft Ende der 80er sowie dem liberalistischen Chaos unter Boris Jelzin Anfang der 90er Jahre bestand in Rußland ein großes geistiges Vakuum. In dieses Chaos stießen nicht nur der "Tiefe Staat" Rußlands vor, aus dem Putin selbst stammt, sondern auch die Orthodoxe Kirche selbst. Geht man heute durch die Straßen Moskaus, sieht man alle naselang neu entstehende orthodoxe Kirchenbauten – Rußland erlebt heute eine wohl einzigartige Re-Christianisierung. Auch die Kirchen am Stadtrand sind am Sonntag voll – voller junger Menschen.

Einer der Vertreter der religiösen Erneuerung im Land ist Alexander Schargunow. Der heute mehr als 70 Jahre alte Priester ist durch seine Auftritte in Rundfunk und Fernsehen, aber auch als Autor zahlreicher christlich-traditionalistischer Bücher wie Kultur und Antikultur von 2014 im ganzen Land bekannt und wird von den Gläubigen dort verehrt. Als es im Sommer 2012 zum Prozeß gegen die kulturliberalistische Punkgruppe "Pussy Riot" kam, bezog Schurganow in einer Radiosendung klar gegen den westlichen Liberalismus und die Moderne Stellung:

Extremismus und Satanismus ist unser gemeinsamer Feind und eine Bedrohung für die gesamte Zivilisation. Der Horror des Zweiten Weltkriegs und die hundert Millionen Toten, die autoritäre Regime hervorbrachten, inklusive des Holocaust, werden wie ein Kinderspiel erscheinen neben dem, was uns bevorsteht, wenn wir uns nicht gemeinsam gegen das Böse stemmen.

Schließlich spielen der auch in Europa bekannte russische Philosoph Alexander Dugin und die Denkrichtung des Neoeurasismus eine große Rolle im neuen Rußland. Während meines Besuchs bei ihm in den Räumlichkeiten der traditionalistischen Denkfabrik Katehon in Moskau hat er im Gespräch eine tiefe Besorgnis über die geistige Leere in den rechtspopulistischen Parteien Europas geäußert. In seiner Vierten Politischen Theorie, welche in der Tradition der Neuen Rechten steht, tritt Dugin dieser Leere entgegen und fordert eine endgültige Überwindung der Moderne und den Aufbau einer multipolaren Weltordnung, in welcher Rußland als Teil der "Eurasischen Zivilisation" ein vom Westen und damit dem Einfluß der USA freier, souveräner Block sein soll.

Seine geopolitischen Schriften lesen sich wie eine Handlungsanleitung für die russische Außenpolitik der vergangene Jahre. Die Eurasische Wirtschaftsunion ist 2015 eine Realität geworden, der Rubel steht heute wieder fast beim gleichen Wert wie vor Beginn der Sanktionen 2014. Im Gegensatz zum Westen beschäftigt die Menschen die Frage nach der Einwanderung kaum. Die russifizierten Einwanderer aus Zentralasien werden in den patriotischen Kreisen nicht als Bedrohung wahrgenommen; wo sie zum Problem werden, schiebt sie der Russische Staat ab. So kam es alleine 2016 zur Abschiebung von zwei Millionen Gastarbeitern.

Dennoch ist Rußland kein Paradies: Die nicht zu verleugnenden Probleme des Landes sind in den Bereichen der Wirtschaft, Korruption, Bildung und der außenpolitischen Lage zu finden. Doch welche Lehren ziehe ich aus diesen Eindrücken? Meine These: Rußland ist ein Staat, dessen innenpolitische Lage definitiv besser ist als die Europas, und sollte daher vom patriotischen Lager in Deutschland und Österreich nicht nur beobachtet, sondern auch besucht werden. Beim Aufbau einer patriotischen Hegemonie kann man sich einiges von diesem Land abschauen, welches im Westen zu unrecht als "Reich des Bösen" tituliert wird.


 Gastbeitrag

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Kommentare (20)

Gotlandfahrer
28. Februar 2017 16:47

Also doch quasi Paradies.

Man könnte auch sagen, der russische Hang zur Improvisation verhindert die heute im Westen in ihrer Endstufe erreichte systematische Dekonstruktion axiomatischer Traditionen. Selbst Stalin konnte sich nach ersten Jahrzehnten der Enttraditionalisierung auf die unermessliche Leidensfähigkeit und Leidenschaft für's Mütterchen verlassen. Der Preis für diese verlässliche Lebensbasis könnte in der dem sonstigen Chaos innewohnende Lebensfeindlichkeit liegen, soweit man Leben als das Streben nach Entlastung versteht.

Also ein bißchen Saufen, Gröhlen, Morden, Bestechen und hinterher in die Kirche gehen könnte das stabilere Gesellschaftsmodell auf niedrigerem Wohlstandsniveau sein. Es gibt einen Punkt gesellschaftlicher Instabilität, an dem ich mir das durchaus als Alternative vorstellen könnte, der erste Teil zumindest fiele mir leicht, wenns sein müsste.

sophia_
28. Februar 2017 17:52

Sehr interessanter Artikel.

Ein Russland jenseits von totaler Ablehnung oder Verklärung wird beschrieben, man bekommt Lust, die Vielfalt und die Widersprüche in diesem Land selbst zu erkunden!

Ich hoffe, dass Sezessions-Leser künftig noch mehr Artikel von Alexander Markovics zu sehen bekommen, seine Interessen und sein Wissen sind jedenfalls vielfältig. 

Habe Alexander Markovics bisher hauptsächlich als fähigen Interviewer wahrgenommen und freue mich über weitere Videos, Podcasts und Kommentare.

RMH
28. Februar 2017 19:20

"Reich des Bösen"

So wurden die UdSSR - nicht Russland - von Ronald Reagan anno 1983 in einer Rede vor Evangelikalen bezeichnet; zu einer komplett anderen weltpolitischen Lage als heute. Die Rede Reagans an und für sich würde sich schon einmal lohnen, einer erneuten, aktuellen Betrachtung zu unterziehen, denn das "Reich des Bösen" war da nur ein kleiner Aspekt und all die anderen Themen der Rede würden evtl. hier nicht so kritisch gesehen werden.

Wie auch immer, "Reich des Bösen" wurde zur Chiffre und zum Totschlagargument gegen alle, die den Hauptnachfolger der UdSSR, Russland, nicht ganz so rosig sehen, nur weil Russland oberflächlich betrachtet scheinbar "dagegen" hält.

Zudem denke ich, ganz so schwarz-weiß, wie es hier in diesem Artikel dargestellt wird, denkt kaum einer. Selbst von der genannten "Minderheit", die positiv auf Russland sieht und die gar nicht mal so klein ist, aber eben keine "offizielle" Meinung darstellt, wird oftmals deutlich differenzierter auf das Land gesehen, als in dem kurzen Gastbeitrag unterstellt wird.

Zusammengefasst, halte ich persönlich es für ratsam, als Deutscher differenziert an das Thema "Russland" zu gehen und eher eine neutrale Haltung einzunehmen.

Der_Jürgen
28. Februar 2017 19:27

Die Behauptung, eine geringe Minderheit im Westen betrachte Russland gewissermassen als Paradies, an dem man sich zu orientieren habe, ist natürlich falsch; ich kenne niemanden, der eine solche These aufstellt. Auch ausgeprägte Russlandfreunde unter den deutschen und sonstigen westeuropäischen Patrioten hegen nicht die naive Vorstellung, in Russland herrschten paradiesische Zustände, und dass sich das russische Modell nicht mechanisch auf andere Länder übertragen lässt, ist angesichts der grundlegend verschiedenen historischen Bedingungen selbstverständlich.

Es ist übrigens fraglich, ob man überhaupt von einem russischen "Modell" reden kann. Hierfür ist die Politik des Landes zu widersprüchlich; allzu viele einander feindliche Kräfte liegen dort im Clinch miteinander. Ein klares ideologisches Konzept fehlt. 

Trotz alle dem kann uns Russland in einigen entscheidend wichtigen Punkten als Vorbild dienen. Die Regierung in Moskau betreibt eine Aussenpolitik für ihr Volk und nicht gegen ihr Volk. Traditionelle Werte wie Heimat, Familie und Religion werden propagiert und nicht bekämpft. Die Kriegsveteranen werden geehrt und nicht bespuckt. Bei der Berichterstattung über die eigene Geschichte wird das Positive betont und nicht das Negative (obwohl beispielsweise die Verbrechen des Kommunismus durchaus nicht verschwiegen werden). In dieser Hinsicht kann man als Westeuropäer und insbesondere als Deutscher die Russen nur beneiden.

Fräulein von Trense
1. März 2017 00:24

Molodez, Herr Markovics! Ein schöner, gelungener Eindruck von Ihrem Erstkontakt mit einem unvergleichlichen Volk und seiner Hauptstadt.

In der Tat kann man die Russen um einiges beneiden, mehr noch aber sollten wir uns als versprengte Resteuropäer die bittere Frage stellen, woran es liegt, daß die Russen sich nicht so verblöden und entseelen ließen wie wir im "Land der heiligen Wunder" (um Dostojewskij zu zitieren). Oder anders formuliert, was haben wir im westen falsch und sie, die Russen, richtig gemacht?

Es müssen Dinge sein, die weit über die geokulturellen Truppenbewegungen des Herrn Dugin hinausgehen. Wie mir eine Freundin, eine jener bekopftuchten Damen, vor einiger Zeit mit mildem Spott beschied, ist Herr Dugin eine Art Dostojewskij: Im westen gilt er watnichallet, und daheim ist er eher einer unter vielen. Vielleicht kommen Russen des alten, ewigen Schlages Autoren wie Dugin und Dostojewskij zu unrussisch vor (und das obwohl beide so prächtige Bärte tragen bzw. trugen); ich weiß es nicht, denn meine Freundin wechselte das Thema mit der Bemerkung, daß solchen Leuten immer etwas wichtiges fehle ("Uns fällt es sofort auf, ihr merkt da nichts")

Wahrscheinlich verbirgt sich in genau diesem Mangel und unserer Unfähigkeit, diesen Mangel wahrzunehmen des weiter oben erwähnten Rätsels Lösung.

PS. Ich sehe weder uns Deutsche noch die übrigen Völkerreste des westens in der Position, sich neutral oder sonstwie distanziert verhalten zu können, denn wir stehen hier nicht mehr am Abgrund, sondern sind schon einige Schritte darüber hinaus - allein schon aus demographischen Gründen. Man mag sich in der Rolle des dekadenten Römers gefallen und sich dabei insgeheim mit den Herren der Welt um 100 n. Chr. vergleichen, tatsächlich aber ist die Lage (auch die Verblendung der betroffenen Herrschaften) viel eher der der Jahre um 460 n. Chr. vergleichbar.

In einer so prekären wie peinlichen Lage ist ein kluger Mensch gut beraten, sich umzuschauen und von Klügeren zu lernen, um zu retten, was noch zu retten ist.

deutscheridentitärer
1. März 2017 09:31

"In der Tat kann man die Russen um einiges beneiden, mehr noch aber sollten wir uns als versprengte Resteuropäer die bittere Frage stellen, woran es liegt, daß die Russen sich nicht so verblöden und entseelen ließen wie wir im "Land der heiligen Wunder""

Eventuell ist die Erklärung hierfür recht profan.

Russland, der Osten isgesamt, ist ärmer als wir und deshalb nicht vom degenerierenden Einfluß unseres Wohlstands betroffen. Leute meiner Generation kennen vieleicht folgendes Phänomen aus Computerstrategiespielen:

Zu Beginn ist der Spieler klein, schwach und in seiner Existenz bedroht. Jede Entscheidung ist von Bedeutung und das Spiel ist spannend und intensiv. Man wächst, breitet sich aus, wird mächtiger und freut sich über seine Siege und Erfolge.

Aber unweigerlich kommt der Punkt an dem die Herausforderung abnimmt, man das Spiel faktisch gewonnen hat und die unanfachtbare Stärke des Spielers für Langeweile sorgt.

Entweder man beendet das Spiel an diesem Punkt, oder aber man bekommt Lust, sein aufgebautes Reich in den Ruin zu stürzen und sich am Kollaps zu erfreuen. Das ist in meinen Augen auch die Psychologie des heutigen Ethnomasochismus.

Der Schatten des von der weißen Rasse geleisteten lähmt die heutige Generation - jeder weiß bewusst oder unbewusst: so großartig wie es einmal war, wird es nie wieder. Also lieber alles einreißen und wieder Raum für Bewegung schaffen.

Starhemberg
1. März 2017 09:55

Ein feiner Kommentar. Ich persönlich denke, dass ein weißer Texaner gar nicht so weit weg ist von einem weißen Russen, und ich denke des weiteren, dass ein Trump gar nicht so weit weg ist von einem Putin. Wir haben es hier, um Max Stirners Definition zu folgen, mit nüchtern denkenden Pragmatikern zu tun, die wissen, dass Gewalt letztendlich immer über dem Recht steht. Oder anders gesagt - da wo Recht in letzter Konsequenz nicht mit Gewalt durchgesetzt werden kann, hört das Recht zu bestehen auf. Eine Situation wie sie die Raute ja durch den millionenfachen Rechtsbruch der Invasion fremder Kräfte vorexerziert hat. Trump und Putin scheuen es nicht, im schlimmsten Fall dem Recht mit (militärischer) Gewalt zu seinem Recht zu verhelfen. Die "liberalen" oder "sozialistischen" Europäer sind dazu weder willens noch in der Lage. Sie bewegen sich in einer eingebildeten Karikatur der Welt, Trump und Putin hingegen bewegen sich in der realen Welt. Danke jedenfalls für den interessanten Artikel.

Valjean72
1. März 2017 11:24

Es freut mich auch hier mal etwas über Russland zu lesen. Ähnlich wie tom~! konstatiere ich unter den Autoren der Sezession eine Fixierung auf die „westliche“ und insbesondere auf die angelsächsische Welt und sehe dies mit einer gewissen Skepsis.

Ich habe bewusst das Wort westlich in Anführungszeichen gesetzt, da nach meiner Beurteilung das alte Deutschland (d.h. inkl. Österreich) immer eine Brücke zwischen Ost- und Westeuropa (wie auch zwischen Nord- und Südeuropa) war und ich mich persönlich, zumal als Oberpfälzer/Ostbayer keineswegs als West- oder Nordeuropäer, sondern als Mitteleuropäer begreife.

Diese viel zitierten und vor allen Dingen von unseren Gegnern wie eine Monstranz vor sich hergetragenen, ominösen „westlichen Werte“ sind mir schnuppe, um es salopp zu formulieren, wenn sie mit einer Entseelung des Deutschen Volkes einhergehen.

Und hier lohnt der Blick nach Russland und es kann einem deutschen Patrioten das Herz wärmen, trotz aller Missstände und trotz aller Andersartigkeit der Russischen Welt: Die Besinnung auf das Eigene und die Wertschätzung des Eigenen ohne das Andere pauschal herabzuwürdigen.

https://valjean72.wordpress.com/2017/01/18/die-entfremdung-der-deutschen-von-ihrem-kulturellen-erbe/

In Leipzig in Nähe der Deutschen Bücherei steht die Russische Gedächtniskirche zu Ehren der 22.000 während der Völkerschlacht von 1813 gefallenen russischen Soldaten, als die Heilige Allianz (Russland, Österreich und Preußen) gegen Napoleons Frankreich und dessen Verbündete kämpfte.

In Potsdam rührt die Siedlung Alexandrowka und der Bau der Alexander-Newski-Gedächtniskirche an diese Allianz, die die deutschen lLnde vom napoleonischen Joch befreite.

RMH
1. März 2017 15:05

"Es freut mich auch hier mal etwas über Russland zu lesen. Ähnlich wie tom~! konstatiere ich unter den Autoren der Sezession eine Fixierung auf die „westliche“ und insbesondere auf die angelsächsische Welt und sehe dies mit einer gewissen Skepsis."

@Valjean72,

Sie sind doch auch nicht erst seit gestern hier, oder?

Irgendwie scheinen Sie aber dennoch ein anderes Blatt zu lesen, als ich. Das in der letzten Zeit Themen wie Alt-Right etc. häufiger hier vorkamen, ist einzig und alleine dem Erfolg von Trump geschuldet, der gegen eine Medienmacht und gegen einen großen Teil des Establishments gewinnen konnte. Das man hier versucht, die entsprechenden Kampagnen zu analysieren und daraus zu lernen, ist schlicht und ergreifend mehr als nahe liegend. Daraus einen gewissen Kurs oder gar eine "Fixierung" herleiten zu wollen, ist, mit Verlaub, albern. Ich erspare jetzt das Aufzeigen von dutzenden von Fundstellen, die dagegen sprechen. Gerade bei der Sezession und auch bei SiN wurde nie der offene Blick nach Osten vernachlässigt - alleine der Gastbeitrag hier spricht doch Bände.

Im Übrigen spreche ich mich klar dagegen aus, den "edlen Wilden" der Linken und Grünen jetzt durch den "edlen Russen" austauschen zu wollen - alleine die Haltung der Russen zu ihren Kriegsverbrechen gegen Deutschland ist genauso beredt, wie die entsprechende Haltung der ehem. sog. Westalliierten. In diesem Punkt funktioniert die allte "Allianz" noch recht gut.

Wir Deutschen haben keine natürlichen Freunde, außerhalb der deutschen Sprachgrenzen. Sich jetzt einzubilden, ausgerechnet Russland, welches weiß Gott genug eigene Probleme hat, würde als weißer Ritter für Deutschland in Frage kommen, ist doch eher Wunschdenken. So wie es auch Wunschdenken ist, wenn man meint, die Trump-Adminstration würde jetzt irgendwelche Vorteile für Deutschland als Nation bringen.

Man kann auf beide Länder und die dortigen, jeweiligen politischen Lager nur den kühlen, analytischen Blick richten und versuchen, sich von beiden Ländern das Beste abzuschauen und das ganz und gar eigennützig zum Wohle Deutschlands. Für Deutschland gilt wohl leider: "Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!"

Der Gehenkte
1. März 2017 15:36

@ Valejan

Nicht zu vergessen die Russisch-Orthodoxe Kirche in Dresden, unweit der Landesbibliothek.

Das allerschönste Kleinod aber ist die Kapelle für die Großfürstin Maria Pawlowna auf dem historischen Friedhof in Weimar. Der Ort ist magisch, allein schon wenn man den schwebenden Weimarer Geist spürt, aber drinnen wird man von einem alten russischen Mütterchen mit verklärtem Gesicht empfangen, die den Besucher in eine ganz andere, fast mystische Welt führt. Eine Insel auf einer Insel.

Ein Kraftort!

Peter Marselis
1. März 2017 16:42

Ein paar Anmerkungen:

1.       Die Christus-Erlöser Kathedrale wurde bereits unter Jelzin aufgebaut. Treibende Kraft war auch der Bürgermeister Lushkow, Finanziers waren unter anderem einige Oligarchen. Der Bau der Kathedrale ist mit Sicherheit kein Verdienst Putins auch wenn er sich jetzt gerne im Ostergottesdienst dort filmen lässt.

2.       Die Entfernung der Dzerzinski-Statue geschah während des August-Putsches 1991, also in der Spätphase Gorbatschows während Jelzins Aufstieg. Es ist zweifelhaft, ob unter einem Präsidenten Putin diese Statue demontiert worden wäre.

3.        Es ist wahr, dass Russland ein sehr gesundes Verhältnis zu seiner Geschichte hat. Allerdings hat eine volle Aufarbeitung der sowjetischen Geschichte nie stattgefunden. Dazu zählt insbesondere auch der sowjetische Expansionsdrang am Vorabend und im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Von den beim Vormarsch begangenen Verbrechen ganz zu schweigen. Bedenklich ist, dass unter Putin die Uhren Schritt für Schritt zu einem sowjetfreundlicheren Geschichtsbild zurückgedreht werden.

4.       Wie andere Kommentatoren vor mir bin ich auch der Ansicht, dass Dugins Rolle im Westen eher überschätzt wird, weder ist er in der breiteren Öffentlichkeit ein Thema, noch lässt sich die These, er sei Putins Chefideologe erhärten.

„Meine These: Rußland ist ein Staat, dessen innenpolitische Lage definitiv besser ist als die Europas.“ Mit dieser Schlussfolgerung bin ich freilich völlig einverstanden. Und dies ist auch einer der Gründe, warum ich schon seit über 10 Jahren in diesem Land lebe und auch noch lange hier bleiben werde.

Valjean72
1. März 2017 17:47

@RMH:

Ich stimme Ihnen zu, dass meine Kritik so formuliert war, dass sie wohl unangemessen und auch harsch wirken konnte. Das war so nicht beabsichtigt. Es ist gewiss richtig nach allen Seiten zu blicken und auch in den USA nach interessantem oder wegweisendem Ausschau zu halten. Russland sehe ich allerdings als natürlichen Verbündeten eines selbstbewussten und souveränen Kontinentaleuropas. Wobei die Interessen von Verbündeten gewiss nicht immer und überall deckungsgleich sind. Zuvorderst erscheint es mir unter den gegeben Umständen von vorrangiger Bedeutung, sich von der angelsächsischen Umklammerung zu lösen. Und damit meine ich keineswegs allein eine Emanzipierung der Bundesrepublik auf außenpolitischem (und innenpolitischem) Parkett, sondern auch eine Wiedergeburt (Renaissance) deutschen Geistes, deutscher Sprache und deutscher Schaffenskraft im regen Austausch und auf Augenhöhe mit unseren Nachbarvölkern und darüber hinaus mit der gesamten Welt.

Das mag für die einen übertrieben pathetisch, für die anderen schon rechtsextrem klingen aber ich meine – und meine Gedanken sind unausgegoren, darüber bin ich mir durchaus bewusst – dass wir deutsche Menschen uns (vordringlich aber nicht ausschließlich) unseren Geschichten, Erzählungen, Musikstücken und Mythen zuwenden und neue, in unserer Muttersprache verfasste Erzählungen hinzufügen sollten. Der globalen Amerikanisierung der Kultur eine Renaissance der unterschiedlichen Kulturen europäischer Nationalstaaten entgegenzusetzen. Dies bedeutet im Umkehrschluss eine Abnabelung, keine Kappung wohlgemerkt, der alles dominierenden angelsächsischen (Pop und Hollywood)-Kultur. Auf folgende Lieder bin ich unlängst per Zufall gestoßen. Sie berühren mich und ich glaube nicht, dass es sich so verhalten würde, wären sie auf Englisch gesungen.

https://www.youtube.com/watch?v=qEhR-L1_hjQ

https://www.youtube.com/watch?v=4MhQlggx4lM

https://www.youtube.com/watch?v=NyoSk48QLto

RMH
1. März 2017 19:09

@Valjean72,

die verlinkten Lieder sind klasse - auch wenn gerade die 2 "Folk"-Nummern, wenn man jetzt super spitzfindig sein will, ja durchaus anglo-amerikanische Einflüsse haben.

Ich bin aber in diesen Dingen sehr offen, ich habe auch nichts gegen Hip-Hop Beats, wenn sie der Verbreitung wichtiger Inhalte dienen, bspw. wie hier:

https://www.youtube.com/watch?v=NDGNK1fL4_s

Klaus D.
1. März 2017 19:18

Das paßt ja, gerade komme ich zurück von einem Ausflug zum Völkerschlachtdenkmal sowie zur Russischen Gedächtniskirche in Leipzig und sehe dann den Beitrag zu Rußland. Das Denkmal sowie das angeschlossene Museum zeugen eindrucksvoll vom segensreichen Wirken deutsch-russischer Zusammenarbeit (hier Militärbündnis Preußen/Rußland).

Auf 3 Reisen nach Rußland (2 zu Sowjetzeiten) konnte ich bisher Land und Leute näher kennenlernen. Ich bin überzeugt, daß sich Deutschland und Europa nur in Kooperation mit Rußland erfolgreich entwickeln können.

Das Nationalgefühl und die kulturellen Traditionen der Russen sind legendär. Bei unserer Reise im Vorjahr nach St. Petersburg habe ich jedoch den Eindruck bekommen, daß der Einfluß der westlichen Lebensweise in Rußland zunehmend an Einfluß gewinnt. Internet, Smartphone und englisch sind, zumindest bei der jungen Generation, voll im Trend. Dagegen gab es bei der Veranstaltung mit russischer Folklore viele leere Plätze. Unsere Begleiterin Ljuba meinte erklärend: "Aber nur das Gute wird übernommen ..." 

Valjean72
1. März 2017 21:53

@Der Gehenkte: "Das allerschönste Kleinod aber ist die Kapelle für die Großfürstin Maria Pawlowna auf dem historischen Friedhof in Weimar. Der Ort ist magisch, ..."

Meine Frau ist gebürtige Thüringerin. Ihre Eltern kamen ursprünglich aus Weimar und leben nun seit 10 Jahren wieder in diesem Epizentrum der deutschen Kultur.

Ich kenne und schätze sowohl die russisch-orthodoxe Kapelle, ein wahres Kleinod, wobei sie so klein gar nicht ist, als auch den historischen Friedhof. Sie habe recht daran getan, Kirchenbau und Friedhof hier mit einzubringen.

@RMH: Ich will die Gelegenheit nutzen und klarstellen, dass ich kein Gegner jeglicher angelsächsischer Einflüsse bin, schon gar nicht in populären Musikrichtungen. Persönlich bin ich neben anderen Stilen auch und gerade mit Heavy Metal gross geworden, habe einst elektrische Gitarre gespielt oder auch malträtiert, je nach Sichtweise ;) Im "Alter" habe ich dann mit dem akustischen Gitarrespiel begonnen, insbesondere Musikstücke mit Folk- und auch Countryeinflüssen. So kann ich sagen, dass ich durchaus auch Sympathien für US-Amerikaner hege, vielleicht gerade auch für die einfachen Trumpwähler.

Hip Hop sagt mir in der Regel weniger zu, möchte mich aber dennoch bei Ihnen für das Verlinken der Rede des Pfarrers Hans Milch bedanken. Ein guter Redner der vieles trefflich thematisierte (die Rede scheint ja bereits 1979 gehalten worden zusein), bei manchen Punkten und Formulierungen gehe ich zwar nicht mit, gleichwohl ein eindrucksvolles Zeitdokument.

Noch einmal zum angenehm zu lesenden Artikel von Alexander Markovics:

Das Ende erscheint mir ein wenig abrupt, wie nicht ganz zu Ende erzählt. Kommt da eventuell noch eine Fortsetzung?

Und dann wüsste ich gerne was bei Dostojewskij fehlen sollte?

Monika L.
1. März 2017 22:07

Druschba....auch ich liebe Russkand ! Noch besser als Elena:

https://m.youtube.com/watch?v=4MeyIeO7paE

Kositza: Dazu fällt mir ein: Anno 2002-2004 - meine Kinder singen in der Grundschule genau dieses Lied, in schönster dt. Übersetzung. Anno 2017, Gaymnasium: Kinder müssen "Time after Time" und "Lemon Tree" singen. "Singen", mein ich. Unübersetzt, klar. Könnt k... 

philos
2. März 2017 00:15

@deutscheridentitärer

Ihr Vergleich ist, etwas weitergesponnen, auch insofern interssant, als man gerade bei den Strategiespielen, die irgendein Kriegsszenario als Hintergrundgeschichte hatten, irgendwann an einen Punkt kam, an dem die einzige "Freude" noch darin bestand, sinnlos Material zu verschwenden. Die eigene Überlegenheit wurde dann bedeutungslos. Und wer verharrt schon gern in Bedeutungslosigkeit. 

Parallelle zur Realität: Von den geistigen Ressourcen, die etwa hier noch gehegt und gepflegt und darauf verwendet werden, Neues zu schaffen, hat sich der Großteil der Buntenbürger schon verabschiedet. Zwar keine Verschwendung. Jedoch ein nicht mehr nutzen Wollen trotz Verfügbarkeit. 

Was die materiellen angeht; nun ja, man glaubt wohl, an der richtigen Stelle gespeichert zu haben oder zumindest, der Neustart werde einfach möglich sein, nachdem es hieß: "Mission fehlgeschlagen". 

Ferdinand
2. März 2017 14:22

Der Haß des Westen auf Putins Rußland ist seine Schwäche! Der moralische Verfall Europas, insbesondere auch der BRD, ist das Produkt seiner nationalen Entkernung und Amerikanisierung. Der Globalisierungswahn des westlichen Kapitalimus hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen und ist eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Wer sich wehrt, so wir Putin, ist ein neuer Hitler! Auch dieser hatte die Wahl sich dem Kapital zu unterwerfen oder zu kämpfen.  Putin wird , wenn er keine andere Wahl hätte, ebenfalls kämpfen. Allerdings unter geopolitisch und strategisch wesentlich günstiger Ausgangslage. Sein riesiger Raum  seine Rohstoffe  und  China schützen ihn!  Putin kennt seine Trümpfe und er hat die Zeit, die Hitler nicht hatte!

Richard87
3. März 2017 11:39

Danke zunächst einmal für den sehr lesenswerten "Einstiegsartikel". Und es ist ja in der Tat so, daß das Thema Rußland hier öfters eine Rolle spielt; mitunter hat sich auch die Diskussion hier in den Kommentarspalten dorthin entwickelt.

Ich hätte dazu zwei Anmerkungen und eine Frage:

1) Es wurde ja oben geäußert, man solle sich keine falschen Hoffnungen machen; Rußland werde nicht unser Befreier werden können.

Das stimmt natürlich. Ich glaube, wir sind, was Internationale Beziehungen angeht, hier alle dahingehend Realisten, daß wir nicht davon ausgehen, Staaten hätten "Freunde".

Andererseits sehe ich den Nutzen einer solchen Darstellung auch nicht so sehr darin, daß es uns konkret hilft, sondern eher als Symbol dafür, daß immer auch eine andere Realität möglich wäre. Im Prinzip ist es wie bei einer IB-Aktion, wenn Rußland in Paris eine orthodoxe Kirche statt einer Moschee einweiht: Es ist ein Symbol der Hoffnung in grauer Zeit, daß auch wir als Europäer noch zu Aktionen fähig sind, die das Eigene betonen. Und das Wissen, daß es noch europäische Länder gibt, die in jedem Falle eine Zukunft haben werden bzw. diese bewahren wollen, spendet Kraft.

Daß Rußland damit AUCH konkrete politische Interessen verfolgt, ist dabei in dem Fall sekundär.

2) Zum Thema Aufarbeitung der sowjetischen Kriegsverbrechen: Hier frage ich mich, ob es überhaupt wünschenswert sein kann, daß andere Länder nun nachträglich den Weg gehen, den wir damals gegangen sind. Aus einer moralischen Perspektive wäre das Bewusstsein über eigene Verbrechen natürlich auch für andere Länder angemessen, aber ist das im Jahr 2017 noch zielführend? Und wo ziehen wir selbst die Grenze, zwischen einer Reue, welche einer großen Kulturnation tatsächlich angemessen war und einer Verselbstständigung hin zur Selbstverleugnung bis Selbstzerstörung?

Ganz nebenbei komme ich irgendwie nicht umhin, die Kriegsgreuel der Roten Armee an der deutschen Zivilbevölkerung 1944-46 psychologisch noch eher nachvollziehen zu können als die blinde Zerstörungswut westalliierter Bomberpiloten, deren Land gerade im amerikanischen Fall niemals selbst angegriffen worden war. Ehrenburg hin oder her, aber Rachegefühle für die Verheerung des eigenen Landes und Volkes sind letztlich durchaus ein menschlich nachvollziehbares Motiv.

Um hier ausdrücklich nicht falsch verstanden zu werden: Es waren trotzdem verabscheuungswürdige Verbrechen, denn die Frauen und Mädchen konnten natürlich nichts für den Terror der Einsatzgruppen im Osten. Aber auch hier liegt es alleine an uns, den Toten unseres Volkes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und ihnen Ehre zukommen zu lassen. Andere Länder können dann den Großmut aufbringen, eigene Verbrechen zuzugestehen. Aber am meisten sind wir es uns selbst schuldig.

Letztlich habe ich ohnehin das Gefühl, daß Rußland durchaus seltener die Nazi-Keule ausspielt als andere Länder. Vielleicht liegt es am Stolz einer Macht, die sich nicht selbst in der wehrlosen Opferrolle sehen möchte; vielleicht erkennt ein Putin auch wirklich, daß weder Deutschland noch Rußland etwas davon haben, weiterhin die Vergangenheit in den Mittelpunkt zu stellen. Da fehlt mir der Zugang zur russischen Mentalität, um nachvollziehen zu können, wie der Russe heute über die damalige Zeit denkt. 

So abgedroschen der Satz klingt: Wir sollten da einfach gemeinsam nach vorne schauen.

3) Ein wenig tagespolitischer: Habe eigentlich nur ich das Gefühl, daß die Annäherung USA/Rußland nun doch deutlich zurückhaltender ausfällt, als hier vielfach erhofft? Letztlich positioniert die NATO ja weiterhin Truppen im Baltikum und Trump fordert offenbar genauso die Rückgabe der Krim wie schon Obama. Also doch wieder alles beim Alten? Oder muß man die aktuellen Entwicklungen doch auch in einem anderen Licht sehen?

Harald
5. März 2017 17:05

War nicht nach der preussischen Niederlage, Russland die letzte Zuflucht für viele Deutsche Patrioten . Haben nicht die russischen Truppen über kurz oder lang Deutschland immer wieder verlassen,während die amerikanischen Truppen den Ausgang nicht finden. Der Versuch der sogenannten "westlichen Wertegemeinschaft" der ganzen Welt den Liberalismus aufzudrücken,ohne Rücksicht auf Traditionen und nationale Besonderheiten ist ein Verbrechen gegen die nationale Selbstbestimmung der Völker. Liberalismus,Kommunismus und Islam haben eins gemeinsam,sie verlangen die Unterwerfung !

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