Sezession
12. März 2017

Sonntagsheld (3) – Nicht der Held, den die Rechte verdient…

Till-Lucas Wessels / 25 Kommentare

Innerhalb der deutschen Rechten ist im Verlauf der vergangenen Wochen viel über Gewalt gesprochen worden. Dabei ging es sowohl um die Frage, ob Gewalt legitimer Teil rechter Kampagnenarbeit sein kann, um Gewalt als unhintergehbares Grundrauschen männlichen und menschlichen Zusammenlebens und natürlich auch um das, was uns im Alltag an Lästigkeiten von Seiten linker Erlebnisgruppen, Denunzianten und Schmierfinken an Kasperletheater dargeboten wird.

Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Normalerweise ist der Umgang mit letzterem immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Ab wann hat der Gender-studies-Student Jan-Ole, der seit einer Viertelstunde erfolglos an meinem Banner zieht und jetzt versucht hat, mich anzuspucken, eine Ordnungsschelle verdient?

Läßt man sich von jemandem, der nichts in seinem Leben ernst meint und dem ganz ironisch von Tarek, dem Nafri, beim Flüchtlingsfrühstück die Freundin ausgespannt wird, überhaupt zu so etwas provozieren?

Wie weit muß man sich als Aktivist in seinem Privatleben durch Drohungen, aufgebrochene Briefkästen oder angezündete Autos einschränken lassen, und wie weit geht der persönliche Stolz, bevor man sich an die Polizei wendet?

Das alles sind Fragen, die unser Sonntagsheld für sich offenbar beantwortet hatte, bevor er sich am 4. März an einer sogenannten Pro-Trump rally im kalifornischen Berkeley beteiligte und über Nacht zum Held der amerikanischen Rechten avancierte.

Nachdem sich die anarchistisch geprägte amerikanische Linke im Fahrwasser von "Black Lives Matter", "Occupy" und Anti-Trump-Protesten mehrere Jahre Zeit genommen hatte, um ihre Gewaltbereitschaft auf ein mitteleuropäisches Niveau zu bringen, hat sie sich spätestens durch das Aufkommen der amerikanischen AltRight und die damit verbundenen Veranstaltungen, welche im ganzen Land stattfinden, endgültig radikalisiert.

Menschen werden auf offener Straße angegriffen, weil sie die ikonische „Make America Great Again“-Mütze tragen, Frauen werden mit Pfefferspray eingedeckt, weil sie eine Lesung des britischen Skandaljournalisten Milo besuchen wollen, und zu Donald Trumps Vereidigung zogen Tausende randalierend durch Washington.

So wartete auch in Berkeley das typische Mischmasch aus durchgeknallten Gender-Queer-Aliens, empört kreischenden Studentinnen und gewalttätigen Vermummten auf die Demonstranten. Es dauert nicht lange, bis die Lage eskaliert: Aus dem Schwarzen Block heraus werden Trump-Unterstützer mit Pfefferspray angegriffen, die Lage scheint unübersichtlich, Fäuste fliegen in beide Richtungen.

Da betritt Kyle Chapman – inzwischen bekannt als „Based Stick Man“ oder „The AltKnight“ – die Bühne. Ausgerüstet mit einer Schutzmaske, einem selbstgebauten Schutzschild aus Sperrholz und einem Knüppel, begibt er sich in die erste Reihe, um im entstehenden Getümmel mitzumischen.

Dabei entstehen Videoaufnahmen, die inzwischen in folgendem kinematographischen Meisterstück ansprechend aufgearbeitet wurden (ich höre Lichtmesz bis nach Halle jauchzen):

Kurze Zeit später wird Chapman festgenommen, durch die sozialen Netzwerke geistern zu diesem Zeitpunkt bereits Photomontagen, die ihn an der Seite von William Wallace und Aragorn zeigen, unter dem Hashtag #BasedStickMan ist er längst zur Ikone geworden. Innerhalb weniger Stunden richtet die alternative Projektfinanzierungsplattform WeSearchr.com ein Konto für ihn ein, auf dem inzwischen über 70 000 Dollar gesammelt wurden, von allen Seiten hagelt es Solidaritätsbekundungen.

Kyle Chapman wird über Nacht zum Symbol dafür, daß sich der weiße, heterosexuelle Mann, dieser Maßstab aller Ordnung und Unordnung in der westlichen Welt, sein neu entdecktes Selbstbewußtsein, welches er womöglich sogar der unermüdlichen Propaganda seiner verschworenen Feinde verdankt, nicht mehr von einem Haufen dahergelaufener Pappnasen wegnehmen läßt.

Da sich so viele Leser und Leserinnen um meine unter anglophonen Sprachtrümmern verschütteten, deutsch-identitären Sprachkompetenzen sorgen, ziehe ich daher mit einem mondän-aufgeklärten "Chapeau!" meine Schiebermütze vor dem AltKnight.

Für ihn wie für uns alle gilt die eiserne Regel des politischen Aktivismus: „Setze nie den ersten Schlag, aber sorge dafür, daß dein Schlag der letzte ist.“

PS: All jene Behüteten, denen die Hygienevorschriften der Zivilisation wichtiger sind als die Gesundheit der eigenen Leute, können sich übrigens hier ein umfassendes Bild von den Zusammenstößen des Tages machen und dann selbst entscheiden, ob ein solcher Akt der Selbstverteidigung für einen Konservativen tragbar ist.


Till-Lucas Wessels

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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Kommentare (25)

Utz
12. März 2017 09:49

Klar müssen wir verhindern, daß unsere Gewaltfreiheit als Schwäche mißverstanden wird. Denn das provoziert unnötige Angriffe. Bei allem sollten wir aber auch klug vorgehen, denn die Fallen sind offensichtlich. So ist dem Satz: „Setze nie den ersten Schlag, aber sorge dafür, daß dein Schlag der letzte ist.“ anzufügen: "Und sorge dafür, daß der erste Schlag GESEHEN wird", sonst bleiben wir so oder so die Verlierer.

Nemo Obligatur
12. März 2017 10:46

Sprechen Sie soviel Denglisch, wie Sie wollen, Herr Wessels. Aber wenn ich Till-Lucas heißen würde und Student wäre, würde ich vorsichtiger über den Studenten Jan-Ole schreiben. Ich gehe mal davon aus, dass sich beide genannten ihre Namen nicht ausgesucht haben.

Im übrigen ist Ihr Text im Prinzip genial und hat mir den Sonntag verschönt. Allerdings halte ich den "Based Stick Man" für einen spätpubertären Vollidioten. Wer sagt mir, dass es sich hierbei nicht um einen nahen Verwandten des Mörders von Herne handelt? Ich unterschreibe lieber Sellners Text aus der letzten Sezession, der taugt für den Alltag und ist vor allem zukunftsfähig.

Gustav Grambauer
12. März 2017 11:31

Auch das gehört zur strategischen Lage:

Derjenige Teil der Oligarchie, der das Scheitern der NWO begriffen hat, teilt sich in zwei Strömungen: die eine hat die Schlußfolgerung gezogen, die Zivilisation noch einmal zur bewährten Plattform der "Nation" zurückzuführen, so wie man bei steigender Last einen Gang herunterschaltet, und zu gegebener Zeit einen neuen Anlauf zu wagen. Die andere will jetzt so schnell wie möglich das Neue Dunkle Zeitalter einleiten, nicht zuletzt, um damit die Völker für ihre Vereitelung der NWO mit einer Strafexpedition zu überziehen.

Ich beobachte sehr genau, mit welcher Grundhaltung das Eigene verteidigt wird bzw. von welchen noch ganz anderen Motiven dies überschattet wird (oder wofür dieser Anspruch sogar nur vorgeschützt wird). Denen, die für sich (!) diesen Planeten bereits zum Schlachthaus umgewidmet haben und sich gern für den o. g. Plan verheizen lassen wollen, dabei auch und gerade den Donovan-Begeisterten in Schnellroda bzw. in dessen Umfeld, wünsche ich noch viel Glück, aber ich für meinen Teil werde diesen Krieg als Kulturkrieg (und zwar aus der Position der Kultur heraus) und als geistigen Krieg führen.

- G. G.

Ralf H.
12. März 2017 12:17

Vielen Dank für den Bericht. Und vielen Dank für diesen Satz  

"All jene Behüteten, denen die Hygienevorschriften der Zivilisation wichtiger sind als die Gesundheit der eigenen Leute..." 

2000 Jahre europäische Geschichte beweisen, dass letztendlich die Bereitschaft zur Gewalt unumgänglich ist. Ob man sie tatsächlich einsetzen muss, ist wieder eine andere Frage, die nicht nur von einem selbst abhängt.  Aber die Unerschrockeheit der ganzen z.B. Anti-AfD-Demonstranten liegt nicht zuletzt darin begründet, dass sie sich ziemlich sicher sein können, das  "niemand zurückschlägt".

Curt Sachs
12. März 2017 14:20

Mir scheint, damit so etwas funktioniert, ist es notwendig, dass eine sichtbare Menge Menschen sich solidarisch zeigt (auch hinterher) und sich nicht verschreckt distanziert. Es bräuchte dazu einige Gaulands, um die Isolation und Einhegung durch den [i]cordon sanitaire[/i], der um solche Leute herum gezogen wird und in dem ihre Kraft verpufft, zu durchbrechen.

Harald
12. März 2017 14:32

Hut ab ! Dieser Selbstbehauptungswille ist wahrscheinlich vielen deutschen Männern aberzogen wurden. Eine Ehre haben wir laut Gerichtsurteil auch nicht mehr, da uns jeder Dahergelaufene als Köterrasse bezeichnen darf. Wenn dann noch Herr Gabriel einen Türken als deutschen Patrioten lobt, der das Abtreten des deutschen Volkes als Völkersterben von seiner schönsten Seite bezeichnet, dann ist das Maß voll. 

Brettenbacher
12. März 2017 15:28

Ab wann hat der Gender-studies-Student Jan-Ole, der seit einer Viertelstunde erfolglos an meinem Banner zieht und jetzt versucht hat, mich anzuspucken, eine Ordnungsschelle verdient?"

Die Lage ist ernst.Aber die ORDNUNGSSCHELLE ist so anmutig, daß sie zunächst bei der Vase mit den Schneeglöckchen steht. Und ins sprachliche Schatzkästlein ist sie schon aufgenommen.

Distelfink
12. März 2017 19:21

Von mir herzlichen Dank, Herr Wessels, für Ihr Wort zum Sonntag.

Besonders freut mich, daß Sie das diffuse "Verteidigung des Eigenen" durch die Konkretisierung  "die Gesundheit der eigenen Leute" mit Leben füllen.

Zudem eignet man sich durch die Überlegung, ob man den <i>Schutz</i> der eigenen Leute zukünfig mit einer abwehrfähigen <i>Staffel</i> gewährleisten müsse, Geschichtsverständnis auf eine Weise an, in der man nicht zu fragen gewagt hätte.

df

Solution
12. März 2017 20:08

Uns Alten obliegt die Pflicht zur Warnung vor der Gewaltfalle. Daß man damit die Jugend nicht beeindrucken kann, ist schon immer so gewesen.

Desprecio
12. März 2017 20:16

@"Harald" / 12.März 2017, 13.23

Um dem uns offensichtlich abhandengekommen Selbstbehauptungwillen!! ein wenig auf die Beine zu helfen, schlage ich eine wirkmaechtige Antwort für den Fall vor, dass einer der in "unserem" Lande wenige r Willkommenen, der einen, der "schon länger hier lebt", als Koeter bezeichnet: "Was juckt es die deutsche Eiche, wenn sich eine Sau an ihr kratzt!"

Das Problem wird nur sein, dass die meisten der schon vor langem Jahren zugereisten Mitbuerger den Sinn einer solchen Aussage nicht verstehen werden. Der durchschnittlich wesentlich niedrigere IQ lässt ein tiefergehendes Verstaendnis einer Sprache wie die der Deutschen vermutlich nicht zu.

Mein Vorschlag wird sogar vom Grossen Knigge empfohlen - siehe unter www.stil.de/knigge-tipps !

Der Feinsinnige
12. März 2017 22:34

@Solution

Ich schließe mich aus voller Überzeugung an.

Zudem sei an "Gewaltlose Disziplin" von Martin Sellner (vom 16.2.2017 auf diesem Block) erinnert, insbesondere an folgenden Satz:

"Jede ideologisch motivierte  Anwendung von Gewalt in einem Volk schlägt fast unheilbare Wunden und erzeugt Rachekreisläufe, denen man - jeder der es erlebt hat, weiß, wovon ich spreche - kaum entgehen kann. Man muss versuchen diese Teufelskreise  soweit es geht zu brechen."

Wir sollten nicht eine der größten Errungenschaften unserer Zivilisation, nämlich das Gewaltmonopol des Staates, über Bord werfen. Dann würde das "Recht des Stärkeren" regieren - eine grausige Vorstellung. Unbenommen ist das Recht jedes Bürgers zur Notwehr und Nothilfe im Rahmen der Gesetze. Diese Position beinhaltet natürllch auch die Forderung, daß der Staat sein Gewaltmonopol aufrechterhält, um den inneren Frieden zu gewährleisten.

Tweed
12. März 2017 22:38

Bei Gewaltlosigkeitsappellen denke ich immer an Ghandi. Und dann denke ich an seinen Brief "Die Juden" von 1938 und seinen darin gemachten "grandiosen" Vorschlag, die Juden sollten sich mit gewaltlosem Widerstand gegen die Nazis wehren. Was soll ich dazu sagen? Da fällt mir noch was ein: Früher hatten die Linken eine Parole: "Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt." Abgesehen davon, dass es sich reimt, ist das einer der wenigen Wahrheiten, die uns aus dieser Richtung entgegenschallen. Allerdings sollte man nie mit der Gewalt beginnen und zunächst so weit möglich verbal ein "Halt!" verlangen. Und wenn die Grenze dennoch überschritten wird (oder schon überschritten wurde): Rückzug bei Unterlegenheit, Zurückschlagen bei Erfolgsaussicht. Aber richtig, mit maximalem Lerneffekt. Mir kommt das alles selbstverständlich vor - und so erziehe ich meinen Sohn, der jetzt mit seinen 6 Jahren begeistert Taekwondo macht. Die Orientierung an asiatischer Kampfkunst ist hier nie verkehrt: Aus spiritueller Quelle hervorgegangen und in der Praxis gereift.

Sven Jacobsen
12. März 2017 22:52

@Solution

So ist es. Bei allem Respekt vor der Begabung von Till-Lucas Wessels ist es nötig, das zu sagen. Die Zeichen stehen auf Sturm: In den Niederlanden und in Deutschland bekommen wir gezeigt, was unterschätzt wurde von der derzeitigen Regierung. Diese Entwicklung geht schneller voran, als man es gedacht hätte. Da es auf Wahlhilfe für das rechte Lager hinausläuft, werden die Linken panisch werden. Nun gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. 

Sarotti-Mohr
13. März 2017 01:10

@Gustav Grambauer, 12. März 2017, 10:31 AM

"... Denen, die für sich (!) diesen Planeten bereits zum Schlachthaus umgewidmet haben und sich gern für den o. g. Plan verheizen lassen wollen, dabei auch und gerade den Donovan-Begeisterten in Schnellroda bzw. in dessen Umfeld, wünsche ich noch viel Glück, aber ich für meinen Teil werde diesen Krieg als Kulturkrieg (und zwar aus der Position der Kultur heraus) und als geistigen Krieg führen."

__________________________

Allein auf geistiger Ebene wird der Kampf nicht zu gewinnen sein. Nicht jeder ist zum Krieger in Donovans Sinne geboren. Es werden freilich auch solide RD (Rückwärtige Dienste) benötigt, als da wären: Versorgung, Sanitätswesen, Sanitätswesen

 

Cacatum non est pictum
13. März 2017 01:52

Ab wann hat der Gender-studies-Student Jan-Ole, der seit einer Viertelstunde erfolglos an meinem Banner zieht und jetzt versucht hat, mich anzuspucken, eine Ordnungsschelle verdient?

In diesem Fall ist die Antwort ziemlich leicht. Sobald er spuckt, gibt es die Schelle - und zwar so donnernd, dass Jan-Ole sie nicht vergessen wird.

Cacatum non est pictum
13. März 2017 15:20

@Gustav Grambauer

Derjenige Teil der Oligarchie, der das Scheitern der NWO begriffen hat, teilt sich in zwei Strömungen: die eine hat die Schlußfolgerung gezogen, die Zivilisation noch einmal zur bewährten Plattform der "Nation" zurückzuführen, so wie man bei steigender Last einen Gang herunterschaltet, und zu gegebener Zeit einen neuen Anlauf zu wagen. Die andere will jetzt so schnell wie möglich das Neue Dunkle Zeitalter einleiten, nicht zuletzt, um damit die Völker für ihre Vereitelung der NWO mit einer Strafexpedition zu überziehen.

Sie sehen die NWO als gescheitert an? Ich hoffe, dass Sie damit richtig liegen. Aber die Aussicht auf eine "Strafexpedition" nach Ihrer Terminologie ist wohl nicht weniger trüb als ein Leben in der NWO. Und ich gehe davon aus (bei Merkel weiß ich es), dass beide Kanzlerkandidaten der zweiten Strömung angehören. Das verheißt für unser Land nichts Gutes.

Schneekette
13. März 2017 16:35

Etwas seltsame Kommentare.

Dem Einen geht es um verwendete Anglizismen, der Andere sieht die Aufgabe der "Älteren", die Jüngeren stets an die "Gewaltfalle" zu gemahnen.

Was die Gewaltlosigkeit politischen Protests angeht - nicht zu verwechseln mit nicht nur legitimer, sondern notwendiger Selbstverteidigung - stehe ich voll zu Sellner - und zu dem Autor dieses Artikels, denn nichts anderes hat er geschrieben.

Allerdings wage ich höflich zu fragen, ob es den "Älteren", so sie ihre Berufs- und Familiengründungsphase ja schon abgeschlossen haben, noch viel mehr als den Jüngeren obliegen würde, aus der Deckung zu treten, oder nur der Reinhaltung von Sprache und moralischer Erbauung verpflichtet zu sein?

Dies soll natürlich nicht als Aufruf verstanden sein, dem Beispiel von Hector Salamanca aus "Breaking Bad" zu folgen. Aber ein Aufkleber oder zwei dürften es dann doch schon bitte sein.

Frieda Helbig
13. März 2017 20:42

Vielleicht sollte man zuerst mal Gewalt definieren bevor man darüber als welches Mittel auch immer in Streit verfällt...

Gibt es für uns Rechte überhaupt sowas wie verbale Gewalt?

Also wenn ich von Gewalt spreche, meine ich immer rein physische Gewalt. Menschliches Leben und Zusammenleben ist für mich ohne Gewalt nicht vorstellbar bzw. erscheint mir nicht möglich, Donovan folgend. Auch kann ich mir vorstellen, daß es auf Dauer auch ungesund sein kann, sein Gewaltventil nicht zu öffnen, z.b. im Sport.

Es gilt also den Rahmen bzw die Regeln abzustecken. Nehmen wir eine Diskorauferei in meiner Jugend, wer lag, der lag, wer aufgab, wurde in Ruhe gelassen, Tritte gegen Kopf waren verpönt, kurzum es gab ungeschriebene Gesetze, die man einhielt. In diesem Rahmen bzw zu diesen Zeiten war die Ordnungsschelle gegenüber Jan-Ole normal und er wußte auch genau, er hat sie verdient. Und heute???

Gewisse Dosen von Gewalt sind einfach nicht mehr gesellschaftlich akzeptiert. Welch Aufschrei würde durch die Republik gehen, wäre ab morgen Boxen regulärer Bestandteil des Sportunterrichtes. So wie in Teilen Osteuropas noch durchaus üblich.

Klaus Scholz
13. März 2017 20:55

Sehr geehrter Herr Wessels, 

als regelmäßiger Leser dieser Seiten habe ich es bislang so gut wie nie für nötig gehalten, das Gelesene zu kommentieren, weil die Texte i.d.R. für sich sprechen.

Ihr Text hingegen legt das gleiche Problem frei, welches auch den "Kult" um den Muskelmann Donovan & seine höchst fragwürdigen Thesen (wenn es denn welche sind ....) zum Thema Gewalt kennzeichnet. Mir scheint, die Parallelität Ihres Beitrages zum Mitschnitt von Donovan´s Auftritt in Schnellroda ist kaum zufällig. Sparen wir uns das Gerede über Sätze wie "Gewalt ist keine Lösung" u.ä., denn darum geht´s grad nicht. Eine "Ordnungsschelle" nach Anspucken ist - da stimme ich dem, was Ihre Frage impliziert, zu - sicher angebracht. Das Problem scheint mir jedoch tiefer zu liegen. Es geht bei der Beurteilung von Gewalt gerade im politischen Raum grundsätzlich immer um deren Legitimation angesichts des Gewaltmonopols des Staates. Jedes Staates. Will sagen, wie wir alle wissen, ist das gewalttätige Wüten enthemmter Antifa - Mobs, die sich ihre Rolle als klammheimlich akzeptierte Stiefelknechte dieses Systems  beharrlich erarbeitet haben, etwas vollkommen Anderes, als die "Ordnungsschelle" eines "Nazis", denn als solcher würden Sie fraglos bezeichnet.  Die Anwendung von Gewalt ist oft genug der Ersatz für Argumente & somit ein Zeichen von Hilflosigkeit. Wer politisch handelt, sollte sich, besonders, wenn er sich in dem Spannungsfeld bewegt, in dem Sie sich bewegen, eine besondere Zurückhaltung auferlegen. Das Wort von der "Gewaltfalle", so abgedroschen es ist, hat eine signifikante Bedeutung. Es geht dabei allerdings eben nicht um das Überspringen diverser Stöckchen, die hingehalten werden, um einen kleinen Zipfel Akzeptanz zu ergattern, sondern um Grundsätzliches. Halte ich es aus, Zurückhaltung zu üben & meine Aktionen außerhalb des generellen ideologischen Banns unangreifbar zu machen, habe ich die Kraft, mich eben nicht auf das Niveau der Gegenseite zu begeben & auch nicht auf das, leider muß ich es so formulieren, des Hr. Donovan, oder habe ich sie nicht. Wenn nicht, sollte ich´s lassen. Erkennbar wird im Kontext Ihres Schreibens über den Stickman eine gewisse Sehnsucht nach einer Art Heldentum. Dem nachzugeben wäre in meinen Augen überaus verhängnisvoll. Auch in Ihrem P.S. klingt dies an. Notwehr bleibt Notwehr, jedoch auch diese wird im politischen Felde anders bewertet werden, als im "normalen" Leben.

Der 3 sat - Kulturzeit Beitrag mit dem Interview des unsäglichen Volker Weiß verdeutlicht, daß der nächste Schritt der Eskalation getan wurde. Unverholen ist die Faschismuskeule ausgepackt worden, alles in allem lediglich eine Frage der Zeit & Indiz für die Hilflosigkeit der Gegenseite angesichts fehlender Argumente. Genau an dieser Stelle selbstermächtigtes Heldentum zu propagieren, wäre dann doch ein viel zu leicht gemachtes Spiel für den Gegner & die Preisgabe sämtlicher Trümpfe. Sowohl der Donovan - Hype, wie auch u.U. Ihr Beitrag dienen also der anderen Seite als Beleg für eine "weitere Radikalisierung" der Neuen Rechten. Angesichts der rasch weiter zunehmenden Radikalisierung der Vertreter von "Meinungsfreiheit" & "multikultureller offener Gesellschaft" wäre dies ein fatales Signal. 

Im Übrigen glaube ich, daß es zu einer Rollendebatte über Geschlechter- verhältnisse diesseits des Gender - Terrors keinesfalls einer atavistischen Figur wie der des Hr. Donovan & seines Männlichkeitskultes bedarf.

Ich denke (& hoffe), da sind "wir" eindeutig weiter.

Mit ansonsten durchaus solidarischen & netten Grüßen,

Klaus Scholz

Solution
13. März 2017 21:08

@ Schneekette

Glauben Sie mir, daß ich so einiges erlebt habe, was mit Gewalt zu tun hat. Ich habe sie mehrfach körperlich zu spüren bekommen: Mir ist bekannt, wie ein Gummiknüppel weh tut, mir ist bekannt, wie furchtbar Reizgas wirkt und wie Schläge ins Gesicht einen außer Gefecht setzen. Selbst Handschellen und Kabelbinder können sehr unangenehm werden. 

Es hat mir aber auf eine andere Art und Weise weh getan, wenn junge Leute wegen unüberlegter Gewalt, zumeist spontan in Ausnahmesituationen, dafür hohe Strafen bekamen, ihre Arbeit und ihre Wohnung verloren.

Das ist die "Gewaltfalle": Schon kleinste Vergehen können von unserer Justiz mit maßlos überzogenen Strafen geahndet werden. Ian Stewart ("Skredriver") hat es auf den Punkt gebracht: "Behind the bars you can´t fight for your land!"

Wer hier glaubt, daß er seine Gewalt kontrollieren oder dosieren kann, daß er jede Situation unter Kontrolle behalten kann, indem er das Maß seiner Gewalt unterhalb der Schwelle harter staatlicher Repression zu praktizieren versucht, der war nie in einem Straßenkampf, nie in einer emotional aufgeheizten Masse. Hier gibt es nur eine Garantie: Früher oder später trifft es einen selbst und man kann es nicht mehr ungeschehen machen.

Nicht ich bin hier ein theoretischer Schwätzer, es sind die, die unsere Jugend gegenüber einer riesigen Übermacht verheizen wollen. Wir leben nicht in einer idealisierten Antike mit Helden voller Ehre und mit Zweikämpfen nach Regeln, wir leben in einem System, das sein Gewaltmonopol mit allen Mitteln durchsetzt und dabei unsere Gegner nur zu oft unvergleichlich besser behandelt.

Schneekette
13. März 2017 22:15

@Solution

Ich weiß. Nicht umsonst sprach ich von Aufklebern und sonstigen Dingen, die es ermöglichen, mit geringem Eigenrisiko zu handeln. Meine Spitze war auch nicht primär gegen Sie gezielt. Verwunderlich finde ich es nur, dass es ausgerechnet nur die Jungen sind, die bei den gewaltfreien und sehr sehr gezielten Aktionen besipielsweise der Identitären immer wieder ihren Kopf riskieren.

Herr Tisch
13. März 2017 23:46

Die Berkeley-Rally war Selbstverteidigung. Team-MAGA ist in der Höhle des Löwen, tief in "Commiefornia", in einer heterogenen Besetzung, in Skurrilität gleich dem "A-Team", aufgelaufen und hat sich erstmals seit Beginn des Wahlkampfes effektiv verteidigt. Das Gewaltmonpol des Staats hat gerade in unseren Breitengraden mehr als eindrucksvoll bewiesen, daß es sein Gewaltmonopol einzig und allein gegen die Rechte in Stellung bringt. Auch in den USA wurde zugesehen, wie Trump-Anhänger gejagt wurden. Mittlerweile hat jeder halbwegs objektive Beobachter in den USA erkannt, wer die Gewalt induziert. Ist es nicht der Räuber, ist es nicht der unberechtigte Aggressor, welcher weltweit sind Gesicht verbirgt? Diese Assoziation wird im Gros der Bevölkerung weiterhin seinen Platz haben.

Die Importanz von Ikonen wurde hier doch schon mehrfach betont. Die Alt-Right und Team-MAGA produzieren Ikonen am laufenden Fließband. Der Hollywood-Millionär Shia LeBouf ist in der Auseinandersetzung um Deutungshoheit mit dieser Gruppe mittlerweile gefühlt um zehn Jahre gealtert und wirkt teilweise kurz davor, ins Sanatorium eingeliefert zu werden. Nachdem seine beiden "He will not divide us"-Livestreams mehrfach von Alt-Right-Aktivisten besetzt und ins Lächerliche gezogen wurden, hat man ihm seine versteckte Flagge innerhalb von 24 Stunden entwendet.

https://www.youtube.com/watch?v=NlZ-5EAAewU

Die Rechte in den USA gewinnt den kulturellen Kampf, den Kampf um die Metapolitik. Trump gewinnt die Wahl. McGinnes, Goad, Taylor und Konsorten sorgen für die argumentative Untermauerung. Breitbart besorgt die Gegenöffentlichkeit. Und /pol/ und seine Meme-Krieger ziehen den Gegner ins Lächerliche und überreizen so ziemlich jedes gesellschaftliche Tabu, welches greifbar ist: Zwischen Diskussionen über Mangas und Transsexuelle, dem Posten von Pornobildchen wirken die eingestreuten Nazimemes absolut - unspektakulär, geradezu normalisiert.

Ergebnis: Der Gegner wirkt nur noch verkrampft und getrieben. Gewalt war deren letztes Mittel. Und nun wehren sich die Angegriffenen. Jeder Kombatant dieses skurrilen Ensembles, welches dort geboxt hat, wird sich bis an den Rest seines Lebens an diese Massenkeilerei erinnern: Mit einem Lachen.

Verteidigung ist stets legitim. Und Gruppenboxen kann durchaus Spaß machen.

 

Gustav Grambauer
14. März 2017 00:06

Cacatum non est pictum

Es läßt sich sehr präzise angeben, wann und wo die NWO gescheitert ist: https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz_in_Kopenhagen_2009

Der Abschnitt "Konferenzverlauf" gibt nicht annähernd das Hauen und Stechen wieder. Obama soll nur noch gebrüllt, getobt und gedroht haben, Merkel bekam vom Chinesen leise und breit grinsend das Schmitt-Zitat "Wer Menschheit sagt, will betrügen" präsentiert, letztlich mußten sie zuschauen, wie die Chinesen und die Inder, die sie eigentlich wie ungehorsame Kinder hatten züchtigen wollen (Konferenz-Name: "COP-15" ---> https://de.wikipedia.org/wiki/Cop), in eigener Initiative und Regie mit halb Süd- und Mittelamerika sowie Afrika verhandelten.

Selbst jetzt mit Trump heißt das aber noch lange nicht, daß die Kräfte hinter der NWO erledigt wären:

https://www.youtube.com/watch?v=G1jaZ22PptQ

Z. B. Clinton arbeitet immer noch für die NWO-Agenda wie je zuvor

https://www.youtube.com/watch?v=v_UqY2LSHEE

und Merkel ebenfalls, wie wir gerade an der Türkei-Politik der BRD sehen, der ja nichts anderes zugrundeliegt, als jede Reizung Erdogans zu vermeiden, weil er, koste es was es wolle, in der NATO gehalten werden soll. 

- G. G.

deutscheridentitärer
14. März 2017 10:44

"Verwunderlich finde ich es nur, dass es ausgerechnet nur die Jungen sind, die bei den gewaltfreien und sehr sehr gezielten Aktionen besipielsweise der Identitären immer wieder ihren Kopf riskieren."

Naja. Es ist ja eine Jugendbewegung. Die Anwesenheit von älteren Menschen wirkt sich schnell negativ auf den esprit einer aktivistischen Gruppe aus. Und ich denke auch nicht, dass Aktivismus nach erfolgter Familiengründung und Berufsausübung einfacher ist, ganz im Gegenteil, Aktivismus ist eine Sache der Jungen ohne Verantwortung für Familie.

deutscheridentitärer
14. März 2017 10:50

"Ihr Text hingegen legt das gleiche Problem frei, welches auch den "Kult" um den Muskelmann Donovan & seine höchst fragwürdigen Thesen (wenn es denn welche sind ....) zum Thema Gewalt kennzeichnet."

Ich stimme der Stoßrichtung ihres Beitrags grundsätzlich völlig zu. Aber man darf auch nicht dogmatisieren. Ich würde eine solche Aktion wie die des Stick Man hierzulande auch vollständig ablehnen. Nachdem sie aber nun geschehen ist, hat sich gezeigt, dass sie auch "metapolitisch" höchst erfolgreich war; sie hat den Elan des rechten Lagers erfrischt und eignet sich kaum für Gewaltvorwürfe, da sie offensichtlich in einem Kontext der Selbstverteidigung geschehen ist. Das alleine ist, wie wir wissen, noch keine Garantie, dass der Sachverhalt auch so in der Öffentlichkeit ankommt, hier war es jedoch der Fall. Eine gute Sache also. Ansonsten ist Schneid und auch martialisches, körperbetontes Auftreten eine wichtige Sache, auch und gerade bei gewaltfreien Aktionen, wobei die Grenze zum Lächerlichen stets im Blick zu halten ist.

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