13. März 2017

Gewalt: jenseits von Gut und Böse

von Nils Wegner / 48 Kommentare

Vielfach nachgefragt – nun ist es soweit: Der Vortrag Jack Donovans auf der 17. Winterakademie des IfS, gehalten unter dem Titel "Gewalt: jenseits von Gut und Böse", ist nun mit deutschen Untertiteln als Video verfügbar!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Bei Donovan, dem produktiven Autor und Aktivist für eine neue Kultur der Männlichkeit, spielt die Gewaltfrage selbstverständlich eine große Rolle. Der Verfasser von Der Weg der Männer ist selbst – unter dem Stammesnamen "Ofnir" – Angehöriger der "Wolves of Vinland", die eine Art gegenkulturelle Stammesgemeinschaft darstellen und neben einem ausgesprochenen Körperkult durchaus gewalttätige Initiationsriten pflegen.

Mit solchen Stammesstrukturen als Möglichkeiten, einen Ausstieg aus dem ununterbrochenen Kreislauf eines Lebens im »Imperium des Nichts« zu schaffen, befaßt sich Donovans jüngstes Werk Becoming a Barbarian (wird derzeit für Antaios übersetzt). Seine Ansprache auf der "Gewalt"-Akademie war eng daran orientiert, und das nicht nur in der Art und Weise des Vortrags, dank der Donovan unter konsequenter Mißachtung der Mikrophone den Festsaal allein mit seiner dröhnenden Stimme zu erfüllen vermochte.

Es geht dabei nicht allein um die Wonne eines körperbetonten Lebensstils und die Inspiration, die Nietzsche für Donovan war (im Gespräch erzählte der Gast, daß er zur Vorbereitung auf seine Deutschlandreise just noch einmal Zur Genealogie der Moral gelesen habe). Ganz zu Anfang steht vor allem die Bestandsaufnahme, daß die moderne Gesellschaft mitnichten so wahnsinnig aufgeklärt und gewaltlos ist, wie sie immer tut: Die archaischen Triebe sind lediglich besser sublimiert und kommen in Form politisch regulierter Androhungen daher, neben denen keine weitere Gewalt zugelassen werden darf.

Auch wenn ihm solcherlei Themen der Metapolitik nur nachrangig wichtig sind und Fragen des "richtigen", und das heißt zwangsläufig des "ehrlichen" Lebens im Vordergrund stehen, so ist Donovan durch seine Schlußfolgerungen doch ein eminent politischer Autor, den als Akademieredner zu begrüßen eine Freude war und sicher nicht die letzte Zusammenarbeit über den "großen Teich" hinweg gewesen sein wird. Nun viel Vergnügen mit dem Mitschnitt; deutsche Untertitel lassen sich per Klick auf die Schaltfläche "CC" zuschalten!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (48)

Matthes
13. März 2017 10:29

Gibt es schon einen ungefähren Erscheinungstermin für die Übersetzung von "Becoming a Barbarian"? Naja, eigentlich auch egal, werde es mir früher oder später sowieso kaufen.

Valjean72
13. März 2017 11:59

Ich kann mit Herrn Donovan überhaupt nichts anfangen.

Und wenn ich mir dann noch den Buchtitel "Becoming a Barbarian" vergegenwärtige, dann stößt mich es gleich noch einmal ab.

Unsere Vorfahren waren eben keinen wilden Säufer und grunzenden Barbaren, wie es uns die offizielle, römisch beeinflusste Geschichtsschreibung eingebläut hat, sondern stolze Germanen mit eigener Religion, eigener Kultur und einem eigenen, menschenfreundlichen Wirtschaftssystem und für all das boten sie dem römischen Imperium die Stirn. Wobei es damals auch schon Leute gab, die es schick fanden unter der süssen Knute der Römer zu leben, nicht anders wie heute.

Cacatum non est pictum
13. März 2017 14:10

Gewalt ist die Quintessenz, die hinter allem steht! In diesem Punkt hat Jack Donovan recht. Und er hat einige simple Wahrheiten offengelegt, die man in unserer konsumorientierten Wohlfühlgesellschaft gern süßlich übertönt. Seine Unterscheidung zwischen "Herrenmoral" und "Sklavenmoral" finde ich in diesem Zusammenhang interessant. Aber für mich klingt das zu sehr nach der Mentalität eines Baumwollplantagenbesitzers im 19. Jahrhundert.

Rein deskriptiv mag Donovan richtig liegen. Aber ich würde mich davor hüten, Gewalt nicht auch an den Maßstäben der Ethik zu messen. Selbstverständlich gibt es gute und böse Gewalt - mit Grauschattierungen und auf dem Fundament von einem mal stärker, mal weniger stark ausgeprägten Konsens. Gewalt auszuüben, weil man "es kann", ist für meinen Geschmack eine Idee zu nah am Tierreich. In einer akuten Kriegs- oder Notwehrsituation verschwinden diese Maßstäbe vielleicht, aber im Sinne eines geordneten Gemeinwesens sollte man sie nicht suspendieren.

Utz
13. März 2017 15:12

Zwei Gedanken drängen sich bei mir in den Vordergrund:

Der eine ist: Wir dürfen das Wort Gewalt nicht mal aussprechen, weil unsere Feinde nur darauf warten, uns in die Ecke der dummen, plumpen, gewalttätigen, primitiven Barbaren zu stecken, um dann noch mehr Menschen gegen uns aufzubringen.

Andererseits ist die Rede von Donovan ein imponierendes Statement und eigentlich genau das, was wir bräuchten um nicht nur mit dürren Worten, sondern mit der Körpersprache, Gestik und Ausdruck/Lautstärke den ungebetenen Einwanderern gegenüber klarzumachen: wir sind noch da, es gibt uns noch und wir sind nicht das schwache Volk, das nicht einmal mehr den Anspruch auf seinen eigenen Lebensraum hochhält.

Schneekette
13. März 2017 15:41

Mir ist das Gerede von der Herrenmoral und natürlicher Ordnung doch recht unverständlich.

Zumindest mir kommt bei solchen Beiträgen der Gedanke an die Hackmoral der Pavianherde recht schnell und an die Aufforderung, all jene die unglücklich sind, mögen sich doch bitte schnellstens auf der Herde selbst entfernen.

Ganz offen bin ich deswegen hier, weil ich mir sicher bin, dass eine menschlichge Gesellschaft, in der niemand mehr als unbedingt notwendig leidet, nur im Rahmen eines Nationalstaates möglich ist.

RMH
13. März 2017 16:50

Hatte, ehrlich gesagt, noch nicht die Gelegenheit, mir die Rede anzuhören. Habe aber den dazu gehörenden Artikel in der aktuellen Ausgabe der Sezession gelesen. Natürlich ist es eine Binsenweisheit, dass jeder Anspruch nur so viel Wert ist, wie man ihn auch durchsetzen kann und das setzt in der allerletzten Konsequenz auch physische Gewalt voraus. In einer modernen Erwerbsgesellschaft gibt es aber noch eine ganz große Anzahl von anderen Gängelungsmethoden, sehr weit entfernt vor der Anwendung physischer Gewalt. Es ist auch ein Ausdruck von hoher Kultur, dass man die ultima ratio eben ganz ernsthaft ultima ratio sein lässt und das ultima eben nicht aufweicht und verschiebt, nur weil dies dem Testosteronspiegel einiger (im mitteleuropäischen Normalmaß Weniger!) entspräche.

In diesem Zusammenhang eine Anmerkung zum Begriff "Sklavenmoral". Man missversteht meines Erachtens Nietzsche völlig, wenn man hier in Kategorien eines schmachtenden Sklaven, der regelmäßig die Knute bekommt und eines Herren, der sich egoistisch nimmt, was er kriegen kann und gerne die Peitsche schwingt, denkt. Nietzsche war gedanklich durch sein altphilologisches Genie der antiken Welt deutlich näher, als wir mit unseren normalen Begrifflichkeiten und Stereotypen. Demzufolge war "Sklave" an der antiken Welt angelehnt, ebenso wie der "Freie" und ein Blick auf neuere – auch archäologisch belegte – Erkenntnisse zeigt, dass es im römischen Reich den Sklaven oftmals gar nicht so schlecht ging und die Freien wiederum unter Umständen freier waren, als Freiheit bei uns angenommen wird. Sklavenmoral ist daher nach meiner bescheidenen Nietzsche-Kenntnis so zu verstehen, dass dies eine Moral und eine Wertevorstellung definiert, die voll und ganz aus der Wahrnehmungssphäre eines abhängig arbeitenden Menschen stammt, dem solche interessanten Begriffe wie "Otium" vollkommen fremd sind, ja, die er dann eher mit Abwertungen wie "Müßigkeit ist aller Laster Anfang" abqualifiziert und für den daher Werte aus der Arbeitswelt wie Leistung, Fleiß, Sparsamkeit, Gehorsam, Pünktlichkeit, Sorgfalt etc.einen sehr hohen Stellenwert haben, die aber für einen echten Freien eher bis allenfalls "Sekundärtugenden" darstellen.

Gerade Rechte, Konservative und Liberale - aber auch Linke! Eigentlich alle „modernen“ bzw. "letzten" Menschen - sind oftmals bis ans krankhaft Gehende in dieser Art von Sklavenmoral verhaftet, in der Arbeit, persönliche Leistung und daraus resultierender Erfolg überragende Bedeutung haben. Aus antiker Sicht eher lächerlich, ebenso für einen Adel, der bereits etwas ist, ohne etwas primär „leisten“ zu müssen und der korrespondierend eben die entsprechende Herrenmoral pflegt.

Man kann heutzutage Dr. Dr. und Professor sein, ist aber eben doch nur Plebejer, wenn es an Herkunft und entsprechendem Stallgeruch fehlt. Eine Erkenntnis, die vielen einfach nur abgeht bzw. für die viele noch nicht einmal intellektuell ein Verständnis entwickeln können, weil sie es zu persönlich nehmen, wenn sie eben von Geburt an nicht einem besonderen Stande angehören. Extreme Albernheiten wie Phrasen vom "Adel durch Leistung" oder „Leistungsadel“ machen dann die Runde. Das ist dann, da Arbeit und Leistung offenbar alles ist, meiner Meinung nach die Sklavenmoral in höchster Vollendung. Da kann man noch so sehr wissen, wie man den Hummer ist, wo man das Weinglas anfasst und über klassische Musik alles wissen etc. Es ist dann eben nur erworbener Stil, aber nicht echter Charakter.

PS: Mir ist durchaus bekannt, dass Nietzsche die Themen wie Mitleid und Hinwendung zu Armen und Schwachen, "Feindesliebe" etc., sprich christliche Tugenden, wie wir sie auch in der Bergpredigt finden, als Sklavenmoral geißelt, aber dies ist eben vor dem Hintergrund zu verstehen, da dies Werte sind, die einem abhängig arbeitendem "Sklaven" besonders zu Gute kamen. Arbeit und die Fähigkeit, Leistung zu bringen ist der Wert des Sklavens und daraus leiten sich seine Interessen (Sorgen wie, was passiert, wenn ich einmal nicht mehr arbeiten kann? etc.) und seine Moral ab. Unsere heute Gesellschaft ist daher in einem enorm hohen Maße von Sklavenmoral durchdrungen - bis in die vermeintlichen Spitzen der Gesellschaft.

PPS:  In der aktuellen Form meines Browsers wurden mir keine Möglichkeiten, wie kursive Schrift etc. angezeigt. Man verzeiche mir daher die häufigen "Gänsefüßchen" im Beitrag.

tOm~!
13. März 2017 16:57

@Valjean72 "Und wenn ich mir dann noch den Buchtitel "Becoming a Barbarian" vergegenwärtige, dann stößt mich es gleich noch einmal ab."

Die Quintessenz des Ganzen liegt hier wohl darin begründet, daß wir zu Barbaren werden müssen?, um den barbarischen, arabischen Invasoren artgerecht begegnen zu können. 

Cheyenne Carron, eine französische Filmemacherin, hatte letztes Jahr "La chute de Homme" auf den Markt gebracht, eine äußerst engagierte Frau, die von den Massenmedien konsequent ignoriert wird. Gestern brachte sie bei Twitter ein Zitat von Guiseppe Verdi, der einst sagte:

*Kehren wir zum Alten zurück, es wird ein Fortschritt sein.*

Ist nur meine Meinung, aber dieser Forstschritt wäre mehr Zivilisation, und weniger Barbarei.

marodeur
13. März 2017 17:37

Das martialische Auftreten von Donovan erinnert an die Ästhetik von American History X. Das muss man als vergeistigter Mensch erst mal verdauen. Die  kritischen Stimmen der Kommentatoren zeigen, dass Donovan einen wunden Punkt bei uns trifft. Die Realität gibt ihm recht. Es geht letzten Endes um Dominanz. Der Nationalstaat wurde auf Blut und Härte errichtet und das ist auch der wesentliche Grund, warum er in Auflösung begriffen ist. Wer "Hackmoral" anprangert und "Ethik" in der Gewaltausübung einfordert, wird unterliegen gegen Primitivlinge, die nicht mal die Begriffe einordnen können. Warum soll das Volk beispielsweise Abschiebung oder gar Remigration unterstützen, wenn wir hier solche (oft groben) Aktionen als Pavianverhalten verspotten? Unter uns gelten unsere Regeln, aber im Jungle gelten nun mal die Gesetze der Jungles.

Lyrurus
13. März 2017 18:37

Abermals ein sehr guter Vortrag.

Zu den vorhergehenden Kommentaren scheint es mir, dass ich ein deutlich anderes Verständnis dieses Vortrages habe. Donovan ruft nicht zur Kulturlosigkeit auf sondern legt dar, dass Gewalt ein selbstverständlicher Teil jeder Kultur ist. Auch wenn das Gegenteil öffentlich propagiert wird. Gerade seine Ausführungen zum Thema staatliche Gewalt sind - auch wenn sie nicht neu sind - doch sehr anschaulich und in Diskussionen gut zu gebrauchen.

Im Übrigen freut mich als Burschenschafter natürlich seine kurze Stellungnahme zur Mensur.

Leser_01
13. März 2017 19:07

Seine Vortrag ist genial! Bitte auch sein zweites Buch übersetzen.

Ralf Kaiser
13. März 2017 19:47

Mir scheint, Donovan vermischt hier ständig die Ebenen. Verteidigung und Angriff/Eroberung/Raub, physische Gewalt und Gewalt als rein politisch-juristischer Begriff (für letzteres hätte er sogar das Grundgesetz zitieren können: "Alle Gewalt geht vom Volke aus."), alles wird bei ihm e i n e Soße. Natürlich sind die Grenzen fließend, aber es gibt sie, und im Zeitalter von Massenvernichtungswaffen sollte man sie sehr ernst nehmen und der Diplomatie erst recht den Vorrang geben. Man muß kein Weichei sein, um die Folgen der Gewalt und das mögliche Leid mitzudenken.   

Was bringt es außerdem, das englische Wort violence zu seinem lateinischen Ursprung zurückzuverfolgen, um dann zu sehen, daß es schon fast die gleiche Bedeutung hatte? Und daß Nietzsche in einem Fightclub war, ist mir auch gänzlich neu.  

Bernhard
13. März 2017 20:10

Ja, Donovan gehört in die Sezession - aber nur als warnendes, was mich betrifft: abschreckendes Beispiel dafür, wie wehrhafte Männlichkeit und Verteidigungsbereitschaft (mit Gewalt als ultima ratio) in muskelbepackte Herrenmoral abrutschen kann, in Tribalismus, in Thesen wie: "Dem Fremden schulden wir keine Wahrheit" und schließlich - darin ist sein nächster Buchtitel konsequent - in Barbarei. Wenn die Kardinaltugend der Tapferkeit (fortitudo) nicht durch die anderen Tugenden ergänzt, eingehegt und ausgerichtet wird, wird aus dem Ritter schnell ein apokalyptischer Reiter, wie deren drei auf Donovans letztem Buchtitel prangen.

Solution
13. März 2017 20:21

Ich freue mich schon auf das neue Buch von Donovan in unserer Sprache. Donovan ist echt, inspirierend und zukunftsweisend. Man hüte sich davor, ihn falsch zu verstehen. Unnötige und sinnlose Gewalt predigt er eben nicht. Wenn man der Tatsache Rechnung trägt, daß Gewalt zum menschlichen Dasein dazugehört, ist das noch lange kein Plädoyer für selbstmörderische Aktivitäten. Seine Truppe ist hoch diszipliniert und für den Ernstfall vorbereitet. 

Das Wort "Barbare" ist in seinem Buch erklärt. Man sollte es lesen, bevor man darüber spekuliert. 

Tweed
13. März 2017 21:43

Ja

Felix Treumund
13. März 2017 22:11

RMH schrieb:

In der aktuellen Form meines Browsers wurden mir keine Möglichkeiten, wie kursive Schrift etc. angezeigt. Man verzeiche mir daher die häufigen "Gänsefüßchen" im Beitrag.

„Gänsefüßchen" sehen so aus... sprach der Sklave, der auch die Feinheiten und Unterschiede der musikalischen Sprache, sagen wir einmal von Shostakovich von der G. Mahlers intensiver hören kann als so mancher aus dem „richtigen“ Hause. PS. Diejenigen, welche uns solche Kunst-Genüsse erst ermöglichen, wissen meist auch nicht wie man ein Weinglas „richtig“ hält - nicht wenige haben sogar direkt aus der Flasche getrunken. Zum Thema noch: Donavan sagt viel Richtiges aber nichts Neues - irgendwie bereitet mir die Person Unbehagen, worum kann ich so gar nicht sagen. Ich werde darüber nachdenken.

muotis
13. März 2017 23:42

Vielen Dank für die Freischaltung des Videos. Die zahlreichen Negativbewertungen zeigen deutlich, wie dringend wir Sezessionisten einer Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt" bedürfen. Niemand sollte Donovan allein anhand seines martialischen Auftretens und der exzessiven Nutzung von Signalwörtern ablehnen, denn was er zu sagen hat, ist gerade für uns Siegelbewahrer von eminenter Relevanz. Er ruft nicht zur Gewalt auf, weil das auch unmöglich wäre und etwas anderes als Haftstrafen nicht dabei heruskäme. Er fordert uns stattdessen auf, wehrhaft zu sein und zudem eine Kultur der Stärke zu leben, die wirklichen Mut wertschätzt und die Heldentat nicht verächtlich macht, sondern honoriert. Ich kann wirklich nicht erkennen, was daran falsch sein sollte. Glaube kaum, daß unter umgekehrten Vorzeichen ein wirklicher Staat zu machen wäre. Das beste Negativbeispiel bietet der Westen, der gerade über die Bedeutung von Geschlechtern diskutiert, während die Hauptstädte brennen. Die Gewalt holt die vermeintlich friedvollen, in Wahrheit aber höchst autoagressiven Gesellschaften ein. Die Frage ist also, ob wir der selbstverleugnenden und männliche Tugenden ablehnenden "Sklavenmentalität" etwas entgegensetzen wollen oder als "Opfer" das Feld räumen. Die Antwort sollte auf der Hand liegen.

Valjean72
14. März 2017 09:01

@marodeur: „Das martialische Auftreten von Donovan erinnert an die Ästhetik von American History X. Das muss man als vergeistigter Mensch erst mal verdauen.“

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Ich bin beileibe kein zartbesaiteter Bürgersohn, sondern ursprünglich ein Arbeiterkind, das eine Zeitspanne seiner Kindheit in einem benachteiligtem Viertel aufgewachsenen ist. In dieser Zeit und auch später in meiner Jugend hatte ich immer wieder mal mit Gewalt zu tun.

Eben darum beeindrucken mich Herrn Donovans Ausführungen kein bisschen, für mich wirkt er eher wie seine eigene Karikatur. Aber ich habe mich auch, im Gegensatz zu manch blassem Bürgersohn, nie für Gangster-Rap oder Ballerspiele begeistern können.

@Solution: „Das Wort "Barbare" ist in seinem Buch erklärt. Man sollte es lesen, bevor man darüber spekuliert.“

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Nun, ich werde gewiss kein Buch von Donovan lesen, dafür ist die mir zu Verfügung stehende Zeit zu knapp bemessen und meine Prioritäten liegen nun einmal woanders. (Immerhin habe ich mir seinen Artikel in der aktuellen Sezession zu Gemüte geführt)

Das Wort „Barbar“ ist ein abwertendes Schimpfwort. Das, was in der deutschen Geschichtsschreibung unter dem Begriff Völkerwanderung subsumiert wird, heißt im französischen beispielsweise „Invasions barbares“ und im italienischen „Invasioni barbariche“.

Wir sollten uns also nicht die Termini unserer Gegner zu Eigen machen, das ist zumindest meine Devise. Zudem gibt es eine Vielzahl von Belegen, dass die Germanen durchaus „kultiviert“ waren, wenn auch nicht römisch-kultiviert.

deutscheridentitärer
14. März 2017 09:19

"Eben darum beeindrucken mich Herrn Donovans Ausführungen kein bisschen, für mich wirkt er eher wie seine eigene Karikatur."

Ich sehe das ähnlich. Es ist nicht so, dass Donovan nicht in vielem Recht hat, aber er bleibt banal. Sein Männerbuch hatte ich mal vor Jahren gelesen, es war auf eine amerikanische Weise unterhaltsam und unbekümmert, aber es hat keinen Erkenntniswert gebracht. Außer man verbucht unter Erkenntniswert, dass Sport, und insbesondere Kraft- und Kampfsport, gut für den Mann ist. Das stimmt, ist aber allgemein bekannt. Als einen weit interessanteren, und auch deutscheren, Zugang zu derlei, sagen wir körperlichen Themen möchte ich den Autor/Sportler/Philosoph (qua Studiengang) Christian Zippel empfehlen, insbesondere dessen Werk "Der Wille zur Kraft".

Monika L.
14. März 2017 09:22

"Was Kubitschek angeht, möchte ich klarstellen, dass ich ihn achte und schätze. Es ist erfeulich, inmitten all der alerten, pfiffigen, körperspannungslosen, die Bereitschaft zu jeder Anpassung und jedem Verrat in ihren lebensspurenfreien Gesichtern tragenden intellektuellen Spitzbuben dieses Landes abwechslungshalber einmal einen Mann zu sehen. Was nicht heißt, dass mit ihm Politik zu machen ist. Das hätte ich noch vor einem Jahr einschränkungslos als Kompliment gemeint und heute beinahe ..."

Klonovsky, acta 8. März ( Anmerkung, Internationaler Tag der Frauen)

.......

Ich gebe zu, mit Jack Donovan kann ich nichts anfangen. Halte ihn für einen harmlosen "Spinner". Ami halt. Das Thema Gewalt ist trotzdem ein wichtiges Thema. Zur Wortbedeutung hätte  Stil-Blüte sicher einiges zu sagen. Gewalt - walten ( im Sinne von herrschen) - gewaltig - Walter usw. Erinnert sei auch an das alte Kirchenlied: Wer nur den lieben Gott lässt walten... Kein harmloses Erbauungslied ! Verharmlosung des christlichen Gottes zu einem " Toleranzgott" wäre da sicher auch mal ein Thema. Das hat auch Oriana Fallaci schon umgetrieben:

"Von wegen Milde, Zärtlichkeit ! ....Wie ein Mann verprügelt er die Pharisäer und die Rabbiner, die die Religion vermarkten. Wie ein Mann geht er das Thema des Laizismus an; " Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."Wie ein Mann hält er die Feiglinge auf, die die Ehebrecherin steinigen wollen...." ..,"Kurz, er schlägt sich wie ein Mann. Er quält sich, plagt sich, irrt sich, leidet, sündigt auch, und zuletzt stirbt er. Ohne zu sterben, denn das Leben stirbt nicht" .

Fallaci , Die Kraft der Vernunft

Diese Art von Männlichkeit halte ich in heutigen Zeiten für wichtiger als " dicke Arme" zu machen. Wenn man nicht mehr weiß, was es zu verteigen gilt , was das Eigene überhaupt ist, dann helfen auch keine markigen Worte.

deutscheridentitärer
14. März 2017 09:36

Das Klonovsky-Zitat von Monika L. hat mich sehr gestört. Ich achte und schätze Klonovsky, aber mit dem Spruch hat er gezeigt, dass er besser bei seinen Leisten als Journalist geblieben wäre. Kubitschek hat ungleich mehr politischen Instinkt bewiesen als ein Klonovsky oder die von ihm beratenen AfD Schranzen. Zudem sollte Klonovsky bedenken, dass er auf seiner Seite genügend Dinge geschrieben hat, die genauso skandalisierbar wären wie Höckes Rede. Dass dies nicht geschehen ist, liegt einzig und allein daran,  dass Höcke als Feind prioritisiert wurde und Klonovsky im Grunde kein Schwein kennt.

deutscheridentitärer
14. März 2017 09:41

"Ich freue mich schon auf das neue Buch von Donovan in unserer Sprache. Donovan ist echt, inspirierend und zukunftsweisend."

Primär ist er ein Homosexueller mit Männerbundfetisch. Das ist meinetwegen echt, und auch sonst nicht verkehrt, aber als Denker, und darum geht es hier ja, sehr begrenzt geeignet. Wenn man ein Verhältnis zur körperlichen Gewalt haben will geht man wohl besser in den Boxclub als ein Buch von Donovan zu lesen.

muotis
14. März 2017 11:29

Jungejunge! Die Mehrheit der Kommentatoren scheint beleidigt zu sein, weil ein Barbar, noch dazu ein homosexueller Ami, die Türe des obersten Stockwerk ihres Elfenbeinturms eingetreten hat und mit sonorer Stimme von den Zuständen unten am Boden berichtet und dazu auffordert, Stärke zu zeigen und nicht nur davon zu träumen. Aber die Sezession ist kein Elfenbeinturm, die Autoren sind "Ein-Mann-Kasernen", die Identitären sind friedlich, aber nicht wehrlos. Die permanente Gefahr der Gewalt läßt sich nicht auf Dauer ignorieren. Wenn man sich dieser Fragestellung derart konsequent verschließt wie einige Foristen dies gern hätten, wird man am Ende auf dem Bordstein liegen, umgeboxt von einem Analphabeten, der noch nie etwas von Donovan oder der AfD gehört hat. Niemand erwartet, daß wir uns wie die Vinlandwölfe bemalen und Met aus Tierschädeln trinken. Aber gerade die Reminiszenz Donovans an schlagende Verbindungen weist doch den Weg, den wir Deutschen beschreiten könnten, um für uns Wege der Stärke  zu finden. Für den Angang reicht es vielleicht, mit ein paar Freunden boxen zu gehen. Nur Mut, Männer! Seid stark! 

Dietrich Stahl
14. März 2017 12:00

Donovans Perspektive auf das Leben hat ihre Berechtigung wie jede andere auch. Unser Universum ist ein kriegerisches – was aber nicht das gleiche bedeutet wie gewaltsames. Der Krieger, Kämpfer, Wächter ist ein Archetyp. In Platons Staat ist er einer der vier Stände. Im indischen Kastensystem ist der Krieger – क्षत्रिय, kṣatriya, der zweite Stand. Der Krieger spielt eine wichtige Rolle in jeder Gesellschaft. Junge Männer gehen auch zu Spezialeinheiten oder generell zum Militär, um Exzellenz zu erfahren, ihre Grenzen auszuloten – bis an die Grenze des eigenen Todes. Es gibt da sicher noch andere Motive.

Da fällt mir eine witzige Geschichte ein. Ein Ehepaar aus meinem erweiterten Bekannten/Freundeskreis war in der DDR Opposition, friedensbewegt, ökologisch, bio, Wehrdienstverweigerer - all die „guten“ Sachen. Der Sohn stählte von Jugend an seinen Körper und wurde Kämpfer in einer dieser sehr speziellen Spezialeinheiten der Bundeswehr. Einsätze weltweit, über die er selbstverständlich nicht spricht. Seine Frau ist bei den Feldjägern. Geheiratet wurde in Uniform. Die Eltern haben ihren Sohn unterstützt, seine Entscheidungen akzeptiert. Das ist Liebe.

Wie auch immer, Jack Donovan überbetont Gewalt. Und er hantiert unsauber mit den Kategorien. Z.B. Gewalt und Macht.

„Gewalt ist das vorherrschende Prinzip und die grundlegende Funktion der Männlichkeit.“

Yang – das männliche Prinzip – steht für Kreativität, Aktivität, Bewegung, Licht etc. Gewalt ist eine Form von Aktivität und als solche eine von vielen Ausdrucksformen des männlichen Prinzips.

„Durch rechtschaffene Gewalt gegen alle äußeren Kräfte bestimmen und verfechten wir unsere Identität, setzen unser `Wir´ gegen `die Anderen´.“

Der Satz hat seine Berechtigung aus einer bestimmten Perspektive. Doch ich muß nachdrücklich widersprechen. Die Identität des Einzelnen und von Gruppen kann nur in der immer weiteren Erkundung des Eigenen realisiert werden. Und dieser Weg führt nach Innen. Und gleichzeitig nach Außen. Nach den beiden zitierten Sätzen habe ich aufgehört, mir das Video weiter anzuschauen. Gewalt ist nicht notwendig für Veränderung. 1989 hat es gezeigt. Das ist eines der großen Verdienste dieses Herbstes.

In den Kommentaren gibt es sehr viel berechtigte Kritik an Donovans Beiträgen. Es liegt eine große Gefahr in dieser Gewalt-Diskussion und -Faszination. Seit ca. 15 Jahren wird verzweifelt versucht, einen III. Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Zuletzt via Syrien und die Ukraine. Es klappt nicht - zum Glück. Ansonsten läge Deutschland jetzt schon wieder Mal in Schutt und Asche. Außerdem wird verzweifelt versucht, überall Bürgerkriege anzuzetteln. In einigen Ländern hat es geklappt. „Die“ wollen, daß wir uns bekriegen, je gewaltsamer umso besser für die. Chaos! Und danach die Friedhofs-NWO.

Im vorigen Diskussionsfaden schreibt Gustav Grambauer:

„Denen, die für sich (!) diesen Planeten bereits zum Schlachthaus umgewidmet haben und sich gern für den o. g. Plan verheizen lassen wollen, dabei auch und gerade den Donovan-Begeisterten in Schnellroda bzw. in dessen Umfeld, wünsche ich noch viel Glück, aber ich für meinen Teil werde diesen Krieg als Kulturkrieg (und zwar aus der Position der Kultur heraus) und als geistigen Krieg führen.“

So ungefähr ist auch meine Haltung.

marodeur
14. März 2017 13:05

@muotis

"Die Mehrheit der Kommentatoren scheint beleidigt zu sein, weil ein Barbar, noch dazu ein homosexueller Ami, die Türe des obersten Stockwerk ihres Elfenbeinturms eingetreten hat und mit sonorer Stimme von den Zuständen unten am Boden berichtet und dazu auffordert, Stärke zu zeigen und nicht nur davon zu träumen."

Ich denke mal, das ist nicht das Problem. Wir haben viel mehr den alten Dissenz der Kulturen. Amerikaner vermischen gern Marketing mit Inhalten. Zuspitzungen und Pauschalisierungen sind dort beispielsweise auch im wissenschaftlichen Bereich überhaupt kein Problem. Auf uns wirkt das immer sehr befremdend. Das ist das gleiche Gefühl, was mich beschleicht, wenn hier ab und zu diese Verschwörungsfilmchen auf youtube verlinkt werden. Inhaltlich kann ich meist ganz gut folgen. Aber die pompöse Präsentation mit lauter Musik und emotionalen Ankündigungen ala "Gleich kommt die spektakuläre Wahrheit" läßt einen als Deutschen automatisch vermuten, dass die versprochene Wahrheit hier dann doch nicht zu finden ist.

Insofern hatte ich zumindest Glück, dass ich den Artikel in der letzten Sezession gelesen hatte. Das war im Grunde eine hübsche Ergänzung zu Rest des Hefts. Das Video allein hätte mich auch nicht überzeugt.

Schneekette
14. März 2017 14:03

Zur Verdeutlichung: Es geht mir keinesfalls um Sitte, Anstand und Elfenbeinturm. Ich pflege sogar recht kernig meine Standpunkte zu vertreten und schätze beispielsweise an Pirincci und Trump ihr unbekümmertes und ganz gezielt eingesetztes ,A...proletentum'. Ich bin vielmehr zu dem Urteil gekommen, dass es im ,Westen' bereits und immer mehr recht barbarisch i.S. reinen Stärkerenrechts zugeht. Auch gehöre ich nicht zu den Typen, denen es gar nicht brutal genug zugehen kann. Aber das Einzige, was im ,Westen' weich und weibisch ist, ist das pseudolinke Geseier, mit dem der Diskurs zugeschlämmt wird. Dies zur Verdeckung einer Tatsache: Die Realität ist brutal. Mehr als brutal genug. Zu brutal. Der Brutalität als einem Rahmen Fesseln anzulegen, geht aber nur unter den Bedingungen eines Nationalstaats. Ausschließlich deswegen bin ich hier, Herr Donovan!

Caroline Sommerfeld
14. März 2017 14:37

Dass dies nicht geschehen ist, liegt einzig und allein daran,  dass Höcke als Feind prioritisiert wurde und Klonovsky im Grunde kein Schwein kennt.

Naja, er ist schon der sehr großen Leserschar seiner Acta diurna bekannt, außerdem ist er Petrys Redenschreiber und Berater.

Mich hat dieser Kommentar aus seinem Diarium auch aufgebracht: so ein cuck! Unsäglich. Die Passage davor ist ja schlimmer: den etablierten Parteien (sarkastisch, haha!) zu empfehlen, möglichst oft Höcke ein Mikro zu reichen und über "die 12 Jahre" reden zu lassen, und alle Welt wissenzulassen, daß Kubitschek den "Flügel" erfunden hat.

Dann kommt diese zitierte disclaimer-Passage. Im Sinne von: ich find ihn ja eh nett, aber muß mal aller Welt und der AfD erklären, warum er ein Spintisierer ist und politikuntauglich. Dieses Nach-Gleichgesinnten-Treten-und-dann-doch-Kuschelnwollen, um sich selber als moralisch höherwertig darzustellen, ist mindestens albern, wenn nicht einfach nur unwürdig.

Ich lese Klonovsky sehr gerne, aber das da ....

Rosenkranz
14. März 2017 15:28

Es war richtig einen Jack Donovan einzuladen. Das Thema Gewalt wurde somit aus allen möglichen Richtungen betrachtet. Es lebe die rechte Vielfalt. Wenn ein Donovan sagt: "Gewalt ist elementar", dann bestätigt er nur Ernst Jünger mit seiner Aussage: "Der Krieg gehört zum Leben dazu". Daß man sich trotzdem ritterlich und ehrenhaft verhalten kann, sollte uns allen eine Selbstverständlichkeit sein.

Wer wie ich einen Kampfsport/eine Kampfkunst ausübt, hat sicher schon einmal erlebt, daß körperliche Gewalt auch faszinierend sein kann. Wer hat nicht schon einmal im Rausch einen Armhebel durchgezogen oder die Verriegelte Würge noch ein Sekündchen länger als nötig gehalten? Von dieser Gewalt lebt der Kampfsport. Es macht Spaß. Ja und nach einem harten Training, ist die Toleranzschwelle auch außerhalb des Trainingsraumes etwas heruntergesetzt. Man fühlt sich quasi unsterblich. Als Kontrapunkt sehe ich nur das Aikido und das Boxen, wie es ein Henry Maske betrieben hat.

Richard87
14. März 2017 16:22

Zunächst: Ich finde, jeder aus dem "neurechten" Spektrum sollte Donovan gelesen haben. Zumindest als Gegenpol, an dem man sich abarbeiten muß. Viele hier sind Rechtsintellektuelle und als solche muß man sich auch mit Theoretikern beschäftigt haben - aber vor dem zehnten Addendum zu Spengler bietet Donovan sicher in kurzer Zeit mehr Impulse.

Das mit dem Thema Gewalt bei Donovan was sie bedeutet und was wiederum nicht, glaube ich schon richtig verstanden zu haben. Zu diskutieren wäre die Synthese der aktuellen Aufsätze von Sellner und Donovan.

Mein Problem nach der Lektüre von WoM und vor allem BaB ist nun ein anderes: Donovan meint für mich das mit dem "Tribe" als Gruppe Gleichgesinnter, für die man gegenseitig einsteht, schon sehr wörtlich. Also im besten Falle eine kleine Siedlung mit vielleicht 150 Einwohnern; aber alles darüber hinaus ist schon "Empire". Für den lohnt sich der Einsatz von Ressourcen kaum noch, wenn man sie alternativ auch für den "Tribe" einsetzen kann. Und bei Donovan verstehe ich das nicht im subsidiären Sinne, bei welchem die Nation dann die Familie im Großen ist. Sondern eben wortwörtlich. Da ist die Nation bereits ein völlig wirklichkeitsfernes Konstrukt.

Heißt, was beispielsweise in Berlin passiert, könnte mir schon weitestgehend egal sein. Auch Vergewaltigungen in der nächsten Großstadt sind eigentlich irrelevant, solange es meinen "Tribe" als nahe Gruppe nicht betrifft. 

Die Folgerung wäre dann: "Staatspolitik" ist Zeitverschwendung, dem Wehrdienst als Schäferhund-Insitution versucht man am besten zu entkommen und für eine Sache des Staates oder gar eines Abstraktums wie Europa den Kopf hinzuhalten, ist Verrat am Tribe. Dann würde Donovan auch vielleicht zu "Eigentümlich frei", aber nicht zu einer Szene passen, die auch noch Gehlen und Schmitt liest.

Verstehe nur ich Donovan so radikal libertär-anarchistisch, oder geht das anderen auch so?

Klaus D.
14. März 2017 17:24

Ich habe mir auch das Video angesehen, allerdings nach ca. 10 sec. den Ton abgeschaltet (der Ami-Slang geht mir gehörig auf die Nerven).

Ja, auf der Welt gilt (leider) das Recht des Stärkeren. In der politischen Auseinandersetzung jedoch sollte der Ersteinsatz von Gewalt von unserer Seite aus tunlichst unterbleiben. Trotzdem sollten wir wehrhaft sein und dies auch zeigen. Beispiel: Bei meiner mehrmaligen Teilnahme an AfD-Demos hätte ich es als wirksamer befunden, eigene Leute als Schutz vorweisen zu können, als nur die Polizei.

Sven Jacobsen
14. März 2017 17:35

Es ist offensichtlich, dass Donovan sozusagen eine kalkulierte Provokation der "Sezession" ist. Das letzte Themenheft, Donovans Thesen und allein seine rein physische Präsenz sollen vor Augen führen, wie sehr der westlichen liberalen Gesellschaft Standhaftigkeit und auch Wehrhaftigkeit abhanden gekommen sind. Sie ist, um Dr. Marc Jongen aufzugreifen, thymotisch unterversorgt. Die daraus resultierenden Probleme sind bekannt. Uns, und damit meine ich die Gesellschaft als ganze, entgleitet die Kontrolle über die eigene Nation und die eigene kulturelle Grundlage.

Das ist natürlich auch die "Spurbreite des schmalen Grats" im Sinne von Götz Kubitschek. Wer intelligent und diskussionsbereit ist, wird diese Provokation verstehen und den Zustand der Gesellschaft kritisch prüfen. Wer etwas unterstellen will, pickt sich bestimmte Aussagen Donovans oder die Thematik der „Gewalt“ als solche heraus und geht womöglich marktschreierisch gegen die angeblich notorisch gewaltbereiten Rechten vor.

Es besteht, soweit ich das beurteilen kann, nicht zwingend der Anspruch, Donovan wortwörtlich zu nehmen oder als unbestrittene Ikone zu inthronisieren, sondern hinter ihm Unmissverständlichkeit zu erkennen, die allein schon damit beginnt, beispielsweise bei Wahlen in einer abgeschlossenen Wahlkabine ein deutliches Signal zu setzen. Doch nicht einmal das bekommen die Deutschen derzeit hin.

Utz
14. März 2017 18:43

muotis schreibt:

"Wenn man sich dieser Fragestellung derart konsequent verschließt wie einige Foristen dies gern hätten, wird man am Ende auf dem Bordstein liegen, umgeboxt von einem Analphabeten, der noch nie etwas von Donovan oder der AfD gehört hat. Niemand erwartet, daß wir uns wie die Vinlandwölfe bemalen und Met aus Tierschädeln trinken."

Aber wir sollten schon mal üben zu kämpfen um uns selbst verteidigen zu können. Wir werden's brauchen!

Viele Kommentare hier sind mir zu reflexhaft. Man hat den Eindruck den Schreibern geht es nur darum entweder das Bild an die Wand zu werfen: "ich bin friedlich und kein Proll", oder das Bild "ich bin ein richtiger Kerl und lasse mir nichts gefallen".

Dabei könnten wir uns doch leicht auf "Notwehr" einigen. Leider befürchte ich, die Gelegenheit wird schneller kommen als uns lieb ist. Wir werden gar nicht Gelegenheit haben Gewalt auszuüben, bevor wir in die Situation kommen uns wehren zu müssen.

Cacatum non est pictum
14. März 2017 20:12

@marodeur

Das martialische Auftreten von Donovan erinnert an die Ästhetik von American History X. Das muss man als vergeistigter Mensch erst mal verdauen. Die  kritischen Stimmen der Kommentatoren zeigen, dass Donovan einen wunden Punkt bei uns trifft. Die Realität gibt ihm recht. Es geht letzten Endes um Dominanz. Der Nationalstaat wurde auf Blut und Härte errichtet und das ist auch der wesentliche Grund, warum er in Auflösung begriffen ist. Wer "Hackmoral" anprangert und "Ethik" in der Gewaltausübung einfordert, wird unterliegen gegen Primitivlinge, die nicht mal die Begriffe einordnen können. Warum soll das Volk beispielsweise Abschiebung oder gar Remigration unterstützen, wenn wir hier solche (oft groben) Aktionen als Pavianverhalten verspotten? Unter uns gelten unsere Regeln, aber im Jungle gelten nun mal die Gesetze der Jungles.

Je mehr kulturfremde Menschen sich bei uns ansiedeln, desto stärker sind wir gezwungen, uns an deren Konfliktlösungsmechanismen anzupassen, wenn wir nicht unterjocht werden wollen. Die Politik der ethnischen Durchmischung bewirkt genau das. Unglücklicherweise importieren wir vor allem gewaltaffine Völkerschaften, die das Faustrecht mit der Muttermilch aufsaugen. Der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch: Wir müssen werden wie sie. Andernfalls verschwinden wir von der Bildfläche.

Bewohner von Gegenden mit hohem Ausländeranteil wissen das längst. Und die Angehörigen der moralisch höherstehenden Schichten - Grüne, Bahnhofsklatscher und dergleichen - werden diesen Preis ebenfalls zu zahlen haben. Das ist meine einzige Genugtuung. Ganz klar: Die Jack-Donovan-Haltung weist uns den Weg in unsere Zukunft.

Georg
14. März 2017 21:38

Ein sehr guter Vortrag.

Die dazu geäußerte Kritik überrascht nicht und ist in sich ja auch stimmig. Denn noch kann, wenigstens hierzulande, jeder Bildungsbürger ungehindert und in Seelenruhe über sämtlichen auftauchenden Weltanschauungsfragen das vertraute Koordinatensystem aufspreizen, innerhalb dessen sich so trefflich über alles diskutieren läßt.

Donovan, ob nun als "Denker" zertifiziert oder nicht, ist innerhalb dieses Systems bestens orientiert, und vermutlich auch einigermaßen geübt im darin so beliebten Argumente-Tennis. Er sieht aber voraus, daß man eines Tages unter bestimmten Umständen (die eintreten werden, auch wenn die wenigsten sich das wünschen) in der Lage sein sollte, auch ohne all dies auszukommen, wenn man Recht behalten will.

Freilich: Wer sich - in Ermangelung der nötigen Phantasie, der längst fälligen Einsichten, oder der Aussicht auf genügend verbleibende Lebenszeit - nicht vorzustellen vermag, daß sich die Zeiten einmal grundlegend ändern könnten, der wird den fremdartigen Donovan (Muskeln!) weiterhin beargwöhnen. Und ihm vielleicht ein keckes "Amerikaner!" oder "schwul!" über den Jägerzaun hinterherrufen.

Aber bereits jene deutschen Kinder, die in diesen Jahren zur Welt kommen, werden es in ihrer Jugend- und Schulzeit mit einem Barbarentum zu tun bekommen, wie man es bei uns seit vielen Generationen nicht mehr kannte. Sie sollten darauf vorbereitet sein.

Raskolnikow
15. März 2017 08:39

Als ob wir eine Wahl hätten,

so redet Ihr; dabei haben wir nichts weniger als eine Wahl. Die Gewalt, das Elementare oder Ungehobelte wird uns vom Schicksal einfach an den Kopf geworfen und wir müssen zusehen, denn das Schicksal ist eine harte Mutter. Man kann keine "Einstellung zur Gewalt" haben, das ist ebenso absurd wie eine Meinung zu Unwettern, Schnupfen oder Stromausfall.

Was die Naserümpferei bezüglich Donovan anbelangt, lasse ich mein Urteil lieber schweben. Aber man sollte sich jener überbordenen Albernheit enthalten, die hier schon wieder im Schwange ist! Der Mann wurde von Kubitschek ja nicht zum Behufe der textilen, sportlichen oder sexuellen Neuorientierung aufgestellt, sondern weil er vermeintlich Interessantes zu proclamieren hat. Soviel intellektuelle Redlichkeit sollte bei hiesigem Publikum eigentlich vorausgesetzt werden können.

Ernst Jünger wird Euch doch auch nicht abspenstig, da er seine gewalttätige Geschwätzigkeit ("Schieße MG-Schützen ins rechte Auge...") vor uns ausbreitete oder damals den Flapper-Girls im Winterpalast unter den Rock griff. Es ist schon arg infantil, wenn man nur apperzipiert, was man für eine Variante seines eigenen Ich hält! Deshalb entgeht Euch auch Oscar Wilde, dieser geniale Urning...

Ein letztes Wort sei mir noch gestattet: Es ist eine Warnung! Und zwar vor dem Typus des "geistigen Kulturkriegers".

Ich habe nie einen Hehl aus meiner Prinzipien- und Überzeugungslosigkeit gemacht. Ich gestatte mir ein paar Marotten, Macken, Spleens, aber das war es dann auch schon. Deshalb tue ich auch, in gewissem Sinne, nichts. (Ohnehin der einzig wahre Lebensstil!) Aber wer sich Überzeugungen leistet, der sollte alles darein setzen und sich nicht scheuen, neben all dem Unverzichtbaren, was uns momentan zu Gesichte steht (Medien, Kultur, Aktivismus), sich auch über größere Opfer und Entbehrungen, ja auch über abwehrende und notwendende Gewalt Klarheit zu verschaffen.

Kurz: Nichtstun und abseits stehen (Raskolnikow), oder zu allem bereit sein (Wessels, Sellner, Thaler, Donovan etc...)!

Geradezu giftig wirken jedoch jene halbseidenen Schlauen in Heilandssandalen und ihr plappernder Nachtrab, die unsere Konflikte lediglich "als Kulturkrieg und als geistigen Krieg führen" wollen und vor großen Spieleinsätzen warnen.

Es soll hier gar nicht diskutiert werden, welche Kultur je ohne Gewalt auskam, welche Kultur rein geistig wäre, das ist augenscheinlich. Vielmehr soll das Unschickliche dieser feigen Halbheit erwähnt sein und jeder ehrliche Kerl sollte sich von solcherart laxen Leuten fernhalten, wenn diese die Triebwerke ihrer falschen Katechetik zünden; oder, beim Himmel!, prügelt den ganzen geselligen Zirkel zurück zu seinen Scharteken...

Allegro!

R.

Schneekette
15. März 2017 11:08

@Raskolnikow

Absolute Zustmmung. Allerdings ist es eher mein Typus, drr, pardon, so bescheuert ist, tatsächlich das  feindliche MG-Nest zu stürmen. Da ich nicht ganz dämlich bin, besteht sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit des Erfolgs. Das ist die Gewalt der Ausnahme. Nicht so sicher bin ich mir bei den Propagandisten der Gewalt des Alltags. Vom Typus her habe ich häufig erlebt, dass diese unter dem Preis eines eigenen  Nachteils, insbesondere für ihnen fremde eher selten tatsächlich in der ersten Linie standen, auch wenn sie noch so oft zuvor Härte bejahten.

Ralf Kaiser
15. März 2017 11:36

@ Raskolnikow

Da ist sie ja wieder, die berühmte "Alternativlosigkeit". Man kann aber durchaus eine Einstellung zur Gewalt haben. Es gibt Situationen, in denen man entscheiden kann, ob man sie anwendet oder nicht. Das ist bei einem Schnupfen eher schwierig.

Die Donovan-Fans hier argumentieren immer wieder mit der Notwehrsituation, die einem aufgezwungen werden kann. Ja, die gibt es, und sie wird in Zukunft wohl häufiger auftreten, und Wehrhaftigkeit ist dann in der Tat vonnöten. Niemand bestreitet das! Aber Donovan geht es doch gar nicht darum. Hört Euch doch diesen Vortrag einmal genauer an. Er würde allen, die er zu "Gegnern seines Stammes" ernannt hat, gerne einmal auflauern und die Fresse polieren, wenn da nicht diese blöde Polizei wäre, die ihn dazu zwingt, nur seine Kumpels zu vermöbeln.

Und noch eines, Raskolnikow: Es ist eine Unterstellung, allen, die hier Kritik üben, nachzusagen, sie verehrten Ernst Jünger und verachteten Oscar Wilde. Auf mich trifft nichts davon zu. Der Punkt ist, daß Wilde keinen Männlichkeitskult zelebriert hat. Wer dagegen die Männlichkeit so archaisch definiert wie Donovan, muß sich schon von manchen (nicht von mir) vorhalten lassen, daß er sich der Mannespflicht entzieht, viele Kinder für den Fortbestand des Stammes zu zeugen.

Tut mir ja leid, SEZESSION. Man kann es mir nie recht machen. Jetzt habt Ihr schon mal einen richtigen Heiden in Eure Reihen aufgenommen, und ich bin wieder nur am Meckern.

Monika L.
15. März 2017 12:16

"Kurz: Nichtstun und abseits stehen (Raskolnikow), oder zu allem bereit sein (Wessels, Sellner, Thaler, Donovan etc...)!"

Ist das die Alternative , Raskolnikow ? Was ist mit "zu allem bereit sein"  und Nichtstun ? War ein paar Tage im Kloster. Habe Jüngers " Waldgang" nochmals gelesen. Brauchbare Zitate drin. Und  las irgendwo eine Kritik:

Was aber den Waldgänger im Grunde ausmacht und zum Durchhalten befähigt, darüber schweigt sich Jünger am Ende wortreich aus. Er vermeidet gerade an den theologisch exponierten Stellen  die  e i n d e u t i g  klare  Antwort und flieht in die Dunkelheit des Begriffs ' Wald' .

Diesen Eindruck hatte ich nach der Lektüre auch. In der Kreuzkapelle des Klosters ( Odilienberg) lag ein junger Mann einsam die ganze Nacht vor dem Gekreuzigten auf den Knien. Ich hatte den Ein-druck, er sei zu allem bereit und tat doch Nichts....

Gustav Grambauer
15. März 2017 12:40

Raskolnikow

"... prügelt den ganzen geselligen Zirkel zurück zu seinen Scharteken..."

Was ich geschrieben hatte, hatte ich eigentlich recht klar in den Kontext der hegemonialen Bestrebungen hin zu einem Neuen Finsteren Zeitalter gestellt. Unser Gegensatz liegt doch auf der Hand: Sie lechzen diesem Finsteren Zeitalter mit jeder Faser entgegen (ich gerade nicht ...) und haben sich folgerichtig nach dem Resonanzprinzip voll auf dieses eingestellt, was in einem Zirkelschluß Ihre subjektiven Erwartungen an das Schicksal einschließt, die sich auch ganz sicher für Sie (!) zur selbsterfüllenden Prophezeihung eines Neuen Finsteren Zeitalters manifestieren werden oder eigentlich wahrscheinlich schon längst manifestiert haben.

Sie und ich gehören allein damit zwei gegensätzlichen Gattungen an, realisieren allein damit zwei völlig unterschiedliche Potenzen. Dies zeigt sich auch in unserem Gegensatz von Pessimsimus und Optimismus, wobei Optimismus die - im Notfall aus dem Nichts zu holende - Basis der geistigen Gesundheit und, - Psst! -, auch die Voraussetzung eines jeden militärischen Erfolges wäre, und es zeigt sich weiterhin gerade in der Haltung dem Schicksal gegenüber. Sie schreiben "das Elementare oder Ungehobelte wird uns vom Schicksal einfach an den Kopf geworfen", ich hingegen würde mir niemals von meinem Schicksal irgendetwas, was ich nicht will, "an den Kopf werfen" lassen, weil ich nämlich gelernt habe, Herr meines Schicksals zu sein, und mein Schicksal würde es auch mir gegenüber nicht wagen, mir irgendetwas an den Kopf zu werfen. Genau dieses Erlernen meine ich mit der ersten Lektion des "geistigen Krieges", und es ist der Grund für die Misere und eine epochale Tragödie, daß es dazu keinen kollektiven Lernprozeß gibt, u. a. weil nämlich Leute wie Sie bereits diese allererste Lektion, auch für den Spaß von ein bißchen billiger Polemik, zu verhindern trachten.

Ihre Lebenseinstellung kann ich in vielen Facetten noch nachvollziehen, weil ich eine ähnliche einmal selbst hatte - aber über mich und meinesgleichen können Sie NICHTS wissen. Und, ich komme zum Ausgangspunkt zurück, Ihre Mofaketten-Spezies hat leider den Drang, auf das, von dem Sie nichts wissen kann, nur zu einzuprügeln, einzuprügeln, einzuprügeln.

Noch etwas, abgesehen von dem Irrwitz, die Zivilisation dadurch gegen die Barbarei verteidigen zu wollen (falls Sie, wie gesagt, nicht sowieso völlig andere Motive haben ...), daß man sie selbst zur Barbarei umwidmet: auf der Basis physischer Stärke kommen Sie niemals auch nur ansatzweise gegen die Myriaden-und-aber-Myriaden an, die als Rammböcke gegen uns instrumentalisiert werden, ja, nicht mal auf der Basis hochtechnologischer Stärke. Da können Sie sowieso nur verlieren. Die Hinwendung zur Macht des Geistes wäre also allein schon eine Überlebensnotwendigkeit.

all`ottava

- G. G.

Dietrich Stahl
15. März 2017 13:52

Vermutlich wollen Sie provozieren, werter Raskolnikov. Sie widersprechen sich in Ihrem Beitrag mehrfach selbst. Ob das auch dazugehört? Möglich. Es wurde hier im Forum vor nicht allzu langer Zeit geschrieben, daß man bei Ihren Texten immer die literarische Fiktion mitdenken solle. Das macht es noch schwieriger.

„Kurz: Nichtstun und abseits stehen […], oder zu allem bereit sein“

Diese Aussage hat Substanz. Nachdem ich Ihren Text mehrfach gelesen hatte, konnte ich herzhaft lachen. Freundliche Grüße.

Richard87
15. März 2017 13:54

Letztlich muß halt zumindest jedem klar sein, daß man aus dem gesamten Schnellroda-Autorenkreis und auch dem Lesekanon keinen einheitlichen Guß erhalten kann. Wer noch vor drei Jahren jedem "institutions-konservativen" Weißmann-Beitrag selbstverständlich zugestimmt hat und jetzt aber gleichermaßen sagt, daß natürlich Donovan recht haben muß, wird zur Dialektik gezwungen.

Wer das für übertrieben hält, soll mir nach der Lektüre von "Becoming A Barbarian" doch bitte mal beantworten, wie er es mit der Wehrpflicht hält. 

Aber ich glaube, daß das zur Ausdifferenzierung passt, welche in den vergangenen Jahren zwischen diesen beiden Flügeln stattgefunden hat, was man ja in den gegenseitigen Spitzen hinreichend mitbekommt. Für einen der beiden Flügel stellt Donovan sicherlich das weitgehendste Konzept dar.

Cacatum non est pictum
15. März 2017 16:09

@Richard87

Die Folgerung wäre dann: "Staatspolitik" ist Zeitverschwendung, dem Wehrdienst als Schäferhund-Insitution versucht man am besten zu entkommen und für eine Sache des Staates oder gar eines Abstraktums wie Europa den Kopf hinzuhalten, ist Verrat am Tribe. Dann würde Donovan auch vielleicht zu "Eigentümlich frei", aber nicht zu einer Szene passen, die auch noch Gehlen und Schmitt liest.

Verstehe nur ich Donovan so radikal libertär-anarchistisch, oder geht das anderen auch so?

Donovans Fokus ist in der Tat eingeengt auf seinen "Stamm". Da ist man untereinander loyal und grenzt sich als Gruppe nach außen ab. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden. Die vielbesagten muslimischen Großfamilien hierzulande machen das ebenso. Es stiftet Identität und sorgt für ein gewisses Maß an sozialer Absicherung.

Staatspolitik ist damit allerdings nicht zu machen. Das geht schon aus Donovans Äußerungen zur Polizei hervor, die er lediglich als bewaffnete "Gang" zu betrachten scheint. Rein funktionalistisch gesehen mag das zutreffen, aber für ein geordnetes Staatswesen trägt diese simple Perspektive nichts aus. Eine Massengesellschaft kann nicht allein nach dem Faustrecht funktionieren.

Ein thymotisch Unterversorgter mag sich von Donovan dennoch hier und da inspirieren lassen.

Monika L.
15. März 2017 17:50

"Sie schreiben "das Elementare oder Ungehobelte wird uns vom Schicksal einfach an den Kopf geworfen", ich hingegen würde mir niemals von meinem Schicksal irgendetwas, was ich nicht will, "an den Kopf werfen" lassen, weil ich nämlich gelernt habe, Herr meines Schicksals zu sein, und mein Schicksal würde es auch mir gegenüber nicht wagen, mir irgendetwas an den Kopf zu werfen."

@G.G. 

Entweder sind Sie sehr jung, haben keine Phantasie oder fordern das Schicksal heraus .....

Solution
15. März 2017 19:31

Wäre Donovan nur auf seine kleine Welt und seinen kleinen Stamm bezogen, würde er keine Bücher schreiben, Vorträge halten und viele Kontakte suchen. 

Sein Stamm ist eine für das Überleben konzipierte Einheit mit einer für den angestrebten Zweck optimalen Größe. Das gilt auch in der Perspektive für die Zeit, in der die USA möglicherweise im Chaos versinken werden oder zumindest in einen Zustand der Agonie geraten könnten. Dann ist diese Organisationsform sinnvoll. Das funktioniert im Ernstfall aber nur, wenn es viele solcher miteinander verbundener Stämme gibt.

Wer sagt denn, daß die Stammesebene in Zukunft die höchste Ebene sein wird? Die Vereinigung der Stämme im Kampf gegen ihre Gegner kann schon zu einer höheren Organisationsform führen. Letztlich wird nach einem Sieg wieder ein Staat stehen, der auf den Stämmen aufbauen kann.

Donovan ist seiner Zeit voraus. Wir wissen nicht, ob er, H. A. Covington, die White Nationalists  oder sonstwer ein wirklich taugliches Konzept für die Zukunft in den USA entworfen hat. Warum sollte man nicht auch mit verschiedenen - allerdings grundsätzlich neuen - Alternativmodellen arbeiten? Vielleicht gibt es ja auch mehrere "richtige" Wege? 

Donovan hat eine Gemeinschaft aufgebaut, die funktioniert. Das sollten hier erst einmal einige seiner Kritiker nachmachen. Und wenn sie soetwas nicht wollen, sollen sie wenigstens aufhören herumzunörgeln.

deutscheridentitärer
15. März 2017 20:15

"Sie lechzen diesem Finsteren Zeitalter mit jeder Faser entgegen (ich gerade nicht ...)"

Wirklich nicht? Ich meine, ich verstehe solche Aussagen jetzt, am Ende meiner Jugend und mit Familie viel besser als früher. Aber wenn Sie sich in ihrer Stadt umschauen, gar die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, verspüren Sie da nicht den Wunsch das alles möge in Flammen aufgehen?

Schneekette
15. März 2017 20:45

@deutscheridentitärer

 "Aber wenn Sie sich in ihrer Stadt umschauen, gar die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, verspüren Sie da nicht den Wunsch das alles möge in Flammen aufgehen?"

Ja. Absolut. Mir geht es um die Propagande der Gewalt des Alltags.

Der Feinsinnige
15. März 2017 21:23

Jack Donovan hat es gleich zu Beginn seines Vortrags selbst gesagt: Er vertritt nichts Neues, sondern etwas Altes. An Donovans Darstellung der Rolle, die Gewalt im Leben von Menschen und Staaten gespielt hat und immer noch spielt, ist sicher vieles richtig. Nicht ohne Grund spricht man von „Staatsgewalt“ (wobei ich auf die einleuchtenden Aussagen Martin Sellners zum Spannungsverhältnis von Macht, Gewalt und Autorität zwar verweise – Vortrag „Gewaltloser Widerstand“, veröffentlicht von Götz Kubitschek am 20.2.2017 auf diesem Block - https://sezession.de/56999 -, im Video ab Minute 10.00, diese hier aber ansonsten außer acht lasse). Was Donovan leider ausblendet, ist die unschätzbare zivilisatorische Leistung, welche der Aufbau des staatlichen Gewaltmonopols darstellt. Die Schlußfolgerung, die Donovan im Vortrag zieht, und die ich nur als (wenn vielleicht nicht gewollte, so doch zumindest faktische) Infragestellung dieser Errungenschaft interpretieren kann, ist für mich erschreckend. Ohne staatliches Gewaltmonopol gilt das „Recht des Stärkeren“. Dies vertritt Donovan aber, soweit ich seinen Artikel in der „Sezession“ (Heft 76) richtig verstehe, gar nicht so eindeutig, wie der Wortlaut des Vortrages wohl nahezulegen scheint. Eindrucksvoll ist im Artikel die Anekdote von dem halbstarken Jungen mit dem Buch in der Hand, der die Notwendigkeit von Polizei in Frage stellt, und dem körperlich starken Polizisten, der antwortet: „Hast du irgendeinen noch so kleinen Zweifel daran, daß ich dir die Arme brechen und Dein Buch wegnehmen könnte, wenn ich Lust dazu hätte?“ Und weiter, als der Junge verneint: „Genau deshalb braucht es Polizisten, Junge.“

Im Artikel kommt Donovan zu dem durchaus unspektakulären Schluß, daß sich innere Ordnung wie Weltfrieden nur durch Androhung und Fähigkeit zur Gewaltausübung aufrechterhalten ließen. Problematisch sind jedoch Donovans Aussagen zu der Frage, wer zur Herstellung oder Aufrechterhaltung einer Ordnung (davon spricht er jedenfalls im Artikel) befugt sein soll. Soweit Donovan (zumindest im Vortrag) jedem einzelnen nahelegt, fähig und bereit zur Gewaltanwendung zu werden, liegt dies, soweit er die defensive Fähigkeit zur Notwehr meint, durchaus noch im Rahmen unserer Rechtsordnung. Soweit er jedoch die offensive Durchsetzung eigener Interessen mit Gewalt befürwortet, was er im Vortrag ebenfalls tut, stellt er die staatliche Ordnung in Frage. Dem kann ich nicht folgen. Schwer zu ertragen ist insbesondere, daß die Aussagen Donovans sofort an die Zustände in manchen bereits umgekippten Vierteln unserer Städte erinnern, die bereits zu „no-go-areas“ für Polizei und Einheimische geworden sind, verhalten sich doch viele Einwanderer bzw. deren Nachwuchs (im Zweifel ohne Donovans Aussagen zu kennen) im Kern so, wie Jack Donovan es in dem Vortrag ausführt. Gerade weil ich den Zusammenbruch unserer öffentlichen und staatlichen Ordnung verhindern will, trete ich unter anderem für das Ende der Massenzuwanderung und den Beginn einer nennenswerten Remigrationsbewegung ein. Nur starke Staaten können uns vor der drohenden Einwanderungskatastrophe schützen, nicht die einzelnen Bürger, so sehr diejenigen, die überhaupt dazu in der Lage sind, auch körperlich trainieren mögen.

@cacatum non est pictum

„Je mehr kulturfremde Menschen sich bei uns ansiedeln, desto stärker sind wir gezwungen, uns an deren Konfliktlösungsmechanismen anzupassen, wenn wir nicht unterjocht werden wollen. Die Politik der ethnischen Durchmischung bewirkt genau das. Unglücklicherweise importieren wir vor allem gewaltaffine Völkerschaften, die das Faustrecht mit der Muttermilch aufsaugen. Der Preis, den wir dafür zahlen, ist hoch: Wir müssen werden wie sie. Andernfalls verschwinden wir von der Bildfläche.

Noch hoffe ich, daß sich beides vermeiden läßt. Das Ziel sollte sein, weder zu verschwinden, noch so zu werden wie sie. Ich setze darauf, daß der Staat seine Macht endlich im Dienst der Interessen des Staatsvolkes ausübt. Unsere Aufgabe dürfte eher darin liegen, „dem Staat Beine zu machen“, wie es Götz Kubitschek in der PEGIDA-Rede vom 5.10.2015 formuliert hat - gedruckter Text: https://sezession.de/wp-content/uploads/2015/10/pegida510.pdf -, als den Staat zu schwächen. Die Umsetzung von Jack Donovans Gedanken trüge dagegen zur Schwächung des Staates bei.

muotis
15. März 2017 21:46

Danke Raskolnikow! Viel zu wenige Wortmeldungen von Ihrer Stelle in letzter Zeit! Viel zu tun im wilden Osten?

Fräulein von Trense
16. März 2017 00:09

@Raskolnikow

Meister! Jedes einzelne Ihrer Worte wiegt mehr als all das ... (na, man ist ja ein höflicher Mensch und schweigt lieber) der Anderen hier. Als sprachunbegabter  Nichtstuer und Ehrgeizloser im Abseits bin ich - wie immer- geradezu bezaubert wie schön und treffend Sie gewisse Dinge in Worte fassen.

Ja wirklich, die Zeiten, in der man es sich in behaglichen Wahnvorstellungen bequem machen und sein ganzes irdisches Leben damit verplempern konnte, sind vorbei.

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