15. März 2017

Wer sind wir? Wer sind "Wir"? (1)

von Johannes Konstantin Poensgen / 3 Kommentare

Die grundlegende Unterscheidung innerhalb des Politischen ist die zwischen Freund und Feind. Sie trennt das Politische von anderen Bereichen menschlicher Tätigkeit.

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

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Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

Kommentare (3)

Caroline Sommerfeld
15. März 2017 12:01

Hat das Eigene nicht eher die Form konzentrischer Kreise? Im Innersten die Kernfamilie, dann: Großfamilie, Gemeinde, Ort, Nation, Rasse/Kultur. Nur der Sprung hin zum Kosmopolitismus will nie so recht gelingen und mutet daher, wie Sie richtig anhand des unseligen Timmermans festhalten, stets künstlich und falsch an. Sich als Deutscher mit Europa zu identifizieren ist keinesfalls künstlich und auch nicht am halben Weg zur transnationalen NWO.

Freund ist, wer denselben Feind hat (hübsch zirkulär, im übrigen). Das ist eben - auch bei Schmitt, soweit ich sehe - nicht eng territorial festgelegt. Schmitt denkt allerdings in Machträumen,und zu unserem Machtraum gehören die USA nicht, da wäre eher an Rußland zu denken. Ihre Frage nach der "internationalen Solidarität" von AltRight und Neuer Rechter gehört in diese geopolitische Spannung.

Richtet sich die AltRight gegen den Liberalismus (in den USA eher das, was bei uns die versammelte Linke ist), gegen den Globalismus, gegen antiweißen Rassismus, gegen Gender, PC und Feminismus - dann ist sie meines Erachtens unser Freund, und nicht bloß ein zweckdienlicher oder kontingenter Verbündeter. 

Balduin B.
15. März 2017 20:21

Damit im Politischen ein Wir entstehen kann, ist es hilfreich, wenn es ein auslösendes Moment gibt; als Entscheidungshilfe. Menschen neigen aus Trägheit dazu, sich einer Entscheidung möglichst nicht zu stellen. Erst ein Leidensdruck, der ein gewisses Maß erreicht hat, fordert das Bekenntnis zum Wir und das Bewusstsein für die Anderen.

Die Masseneinwanderung 2015 war in dieser Hinsicht ein Schlüsselereignis besonderer Tragweite, weil es für sehr viele Landsleute das klare Bekenntnis zum Wir ausgelöst hat. Es wird darauf ankommen, in kurzer Zeit die eigene Gruppe massiv quantitativ auszu-bauen. Wir brauchen auch den „Verbündeten, mit dem man sich über der Beute zerstreitet, nachdem der gemeinsame Feind besiegt ist“. Das Risiko der qualitativen Verwässerung muß man nach meiner Meinung in Kauf nehmen denn die Zeit läuft davon.

Um es mit Frau Sommerfeld zu sagen, die „Konzentrischen Kreise“ müssen alle einbezogen werden, auch wenn die Schnittmengen relativ gering sind, da der eigene Kreis definitiv nicht reichen wird. Die Globalisierer sind bereits auf der Zielgeraden. Eine Wende ist nur unter Aufbringung außerordentlicher Anstrengung, gepaart mit einer Kette von politischen Ereignissen die uns zupaß kommen, denkbar.

Cacatum non est pictum
15. März 2017 20:41

Gegen strategische Partnerschaften auf Zeit ist nichts zu sagen. Nach dem gemeinsam errungenen Sieg lässt sich neu überlegen, ob die Allianz aufrechterhalten oder in ihre ursprünglichen Bestandteile zergliedert werden soll. Für mich steht nur fest: Was über lange Zeiträume gewachsen ist, bleibt stabil - etwa Völker und Religionsgemeinschaften. Bürgerkriegskonflikte verlaufen immer an den Bruchlinien entlang, die von diesen Strukturen ausgebildet werden. Wenn es zum Ernstfall kommt, wird sich alles wie von Geisterhand sortieren. Daran vermögen auch 50 Jahre Multikulti-Propaganda nichts zu ändern.

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