Sezession
22. März 2017

Der Empathie-Effekt

Caroline Sommerfeld / 7 Kommentare

Diesem zufolge wäre Empathie Emotion sharing, das Sichhineinversetzen in die Gefühle anderer, zumeist von Opfern und Leidenden, mit denen man sich „identifiziert“. Mitfühlen wird geradezu als Urinstinkt gehandelt, dem nicht nachzugehen soziale Devianz darstellt.

Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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„Empathielosigkeit“ angesichts von „Flüchtlingen“ oder „Ausländern“ oder allgemein Minderheiten, gehört in diesem Paradigma zur Psychopathologie der Rechten. Linke sind empathisch bis hin zur allgemeinen Menschenliebe und wünschen sich in Ehe, Familie, Schule, Religion, ja gesamtgesellschaftlich mehr Achtsamkeit, „eine Kultur des Hinschauens“, Sich-Öffnen und pädagogisch angeleitetes Erlernen von „Empathiefähigkeit“.

Breithaupt ist nicht von soziopolitischem Erkenntnisinteresse gesteuert. So wie ich ihn kenne, ist ihm einfach ein Dominanzbegriff suspekt geworden, und die Frage entstand (schon in seinem ersten Buch zum Thema, Kulturen der Empathie, 2009): Was steckt dahinter? Wie funktioniert Empathie wirklich? Und wie jeder aufklärerisch erzogene Wissenschaftler will natürlich auch er einen Common sense infragestellen.

Seine zahllos eingestreuten Beteuerungen, wie wichtig Empathie im menschlichen Zusammenleben sei und wie zerstörerisch „falsche Empathie“ sein kann, bis hin zu den sadistischen und vampiristischen dunklen Seiten (wer jemanden leiden machen will, muß dessen Daumenschrauben genau kennen), lassen erkennen, daß es ihm weder darum zu tun ist, Empathielosigkeit zur neuen Tugend zu erheben, noch einen besseren Empathiebegriff zur Förderung des Allgemeinwohls bereitzustellen.

Was, wenn nun Empathie überhaupt kein genuines Gefühl ist? Niklas Luhmanns Diktum, Motive seien keine Gefühle, sondern externe Zuschreibungen von Handlungsgründen, ist nicht direkt Breithaupts Ausgangspunkt, ähnlich wie dieser geht er aber auch von einem primären Akt des Beobachtens aus. Beobachten paßt nicht zum Gefühlehaben – dieses Paradox ist für ihn zentral.

Der empathische Beobachter habe „einen ästhetischen Vorteil“, insofern man die Situation des anderen ästhetisieren und damit klären könne. „Ästhetisch“ definiert er mit Alexander Gottlieb Baumgarten als Klarheit sinnlicher Wahrnehmung.

Er kommt zu diesem – gemessen am Common-sense-Empathieverständnis – kalten Blick auf den anderen mit niemand geringerem als Friedrich Nietzsche. Breithaupt ist Literaturwissenschaftler und schert sich nicht darum, ob in psychologicis Nietzsche eine anerkannte Quelle ist, er nimmt ihn einfach her, und mit ihm einen folgenschweren produktiven Dualismus.

Mit Nietzsche können Menschen entweder wahrnehmend, objektiv und empathiefähig sein, oder expressiv, kräftig und charakterstark.

Der distanzierte und schwache Habitus der Empathen zeichnet diese als Beta-Tiere aus, als eben die typischen nietzscheschen Unterlinge mit ihrer „Sklavenmoral“, die weder hassen noch lieben noch herrschen können. Wer empathisch beobachtet, hat kein eigenes starkes Ich, sondern muß dieses erst im anderen auffinden – notwendig wird dadurch der andere der Starke. So erklärt sich das extreme Projektionsbedürfnis im Akt der Empathie: der Sklave erfindet das starke Individuum, aber um es zu vernichten.

Wenn es den Sklaven gelingt, den Herren das Sehen beizubringen, das Beobachten, so sehen diese das Leiden der Schwächlinge und damit ihren eigenen Anteil an ebendiesem. Wenn die Herren Mitleid entwickeln, werden sie dadurch gebunden, unfrei, selbstlos. […] Der empathische Mensch hat keine eigenen Gefühle, zumindest keine starken Gefühle voller Leidenschaft. Stattdessen lebt er die Gefühle anderer Menschen nach.

Diese steile These übernimmt Fritz Breithaupt souverän von Nietzsche und kommt damit zu einer weiteren Neuausrichtung von Empathie:

Es ist überhaupt nicht das „Opfer“, mit dem man sich identifiziert, sondern die Projektion richtet sich auf die Rolle des Helfers. „Der Empathiker steckt in einer Bewunderungsfalle“. Er stellt sich nicht bloß das Leiden des Opfers vor, sondern identifiziert sich mit einer kompletten sozialen Szene: Beobachter, Helfer, Opfer. Darin imaginiert er sich selber als heroischen potentiellen Helfer.

Um überhaupt Empathie empfinden zu können sei es mithin hilfreich, eine Helferfigur zu erfinden. Die Moral dieser Empathie, so Breithaupt, ist schwach und sitzt einer narrativen Szene auf. Der Weg zum veritablen Narzißmus ist gar nicht so weit, gibt er zu bedenken.

Empirische Studien geben Breithaupt (der sich in seinem Buch ebenfalls über weite Strecken auf kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse bezieht) und Nietzsche hier wohl recht: Das Gefühl moralischer Empörung, von dem man immer glaubte, es diene der sozialen Gerechtigkeit, also dritten Personen, dient in Wirklichkeit oft der Rückversicherung eigener Moralität. Eigene Schuldgefühle spielen die viel größere Rolle als der objektive Zustand des Opfers, dem die herausgekehrte Empörung gilt.

Vor diesem Hintergrund ist ein zentrales Kapitel des Buches, überschrieben mit „Deutschland, Weltmeister der Empathie. Angela Merkel und die Flüchtlinge“, nur folgerichtig weitergedachter Nietzsche. Die Szene vom Anfang des Jahres 2015, in der Merkel das Flüchtlingsmädchen namens Reem vor laufender Kamera erst zum Weinen bringt mit der Aussage, Deutschland könne eben nicht alle aufnehmen, und sie dann mütterlich dafür lobt, hier so tapfer gesprochen zu haben, ist als Epic fail der Empathie zu begreifen.

Nichts löst mehr Empathie der Schwachen aus als markierte Empathiefehler. Merkels „falsche Empathie“ ist zu einem kollektiven Phänomen in Deutschland geworden, das darin gründet, Empathiefehler als Schuld zu begreifen und zu überkompensieren. Endlich kommt mit dem Migrantenansturm die erlösende Gelegenheit, all unsere Empathiefehler (vom Holocaust bis zur Dritten Welt bis zu familären Verfehlungen) auf einen Streich wiedergutzumachen, und Angela Merkel eilt dem reuigen Kollektiv voran.

Daß Empathie für Breithaupt ein psychohygienisches Funktionsprinzip und kein moralischer Positivwert ist, zeigt sich am Schluß des Buches daran, wie er Trumps Wahlsieg interpretiert. Trump habe es wie noch niemand zuvor verstanden, im Wahlkampf Empathie auszulösen, selbst bei ihm, dem liberalen Trumpgegner.

Wer sich in die Situation von Donald Trump versetzt oder versetzt findet, steht plötzlich unter dem Druck, reagieren zu müssen. Der Moment der Beschuldigung ist wie kaum ein anderer einer, der zur Einnahme einer Perspektive führt. Doch was sagt man in der Situation des Beschuldigten? Wer ist dem Druck des Angriffs gewachsen? [...] Trump wird zur Figur der Empathie nicht als Mensch, sondern als Abwender von Angriffen. Je stärker der Angriff, desto 'besser' wird er.

Hier zeigt sich, daß Empathie eben nicht Mitleid mit dem Opfer ist, sondern einen „Ich-Effekt“ (Breithaupt) zeitigt. Ich will nicht länger ein Unterling sein, der sich auf den Gegenüber hin entwerfen muß, der sich verlieren muß, sondern ich will einer sein, der stark ist, lieben, hassen und herrschen kann. Ob ich es will oder nicht (er „findet“ sich in ihn versetzt), muß ich die passivierende Haltung des „objektiven Menschen“ im Akt der Empathie verlassen.

Daß dies nun schwerlich als „dunkle Seite“ der Empathie noch zu verstehen ist, ist Breithaupts vielleicht ungewollte Konsequenz aus seinem befreienden Nietzscheanismus. Wer sich aus den Fängen des Social-justice-Empathiebegriffs befreit, hat die „dunkle Seite“ mitbefreit, die nun „prachtvoll nach Beute und Sieg lüstern“ umherschweift.

Auch wenn der Autor als Schlußsatz seines Buches über seinen Trumpempathieanfall schreibt: „Davon bin ich nun befreit“, müßte man sich ihn nach Durchgang durch diesen Icherzeugungsmechanismus als einen anderen Menschen vorstellen. Das hat er nun davon.


Caroline Sommerfeld

Caroline Sommerfeld ist promovierte Philosophin und dreifache Mutter.

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Kommentare (7)

Tassilo von Baiern
22. März 2017 20:24

Der Deutsche ist in seinem Volkscharakter immer schon höchst moralisch gewesen (im Sinne der jeweils herrschenden Ideologie). Dies ist Teil der streberhaften, deutschen Hauswartsmentalität.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in Streitgesprächen mit den größen Gutmenschen und Ethnomasochisten, die beste Waffe, genau dieser Ansatz ist. Sie lassen sich nicht durch Fakten überzeugen! Ihre Triebfeder ist ein wohlig warmes Gefühl der vermeintlichen, moralischen Überlegenheit. Dagegen hat das rationalste und einleuchtendste Argument keine Chance.

Man muss viel mehr, den noch viel größeren Moralapostel geben. Ich versuche immer freundlich zu bleiben und auch Verständnis zu zeigen. Ein Standpunkt sitzt gleich nicht mehr so bombenfest, wenn das Ego gepinselt wird. Dann kann man (in moralinsaurem Ton versteht sich) darauf aufmerksam machen, dass es höchst unmoralisch ist, ein ganzes Volk auszutauschen, ja ein Verbrechen gegenüber der Zukunft unserer Kinder! Wenn ich nach diesem Muster argumentiert habe, war die Reaktion meist nachdenkliches Schweigen. Teilweise war in Ansätzen sogar unterdrückte Zustimmung erkennbar.

Und im Gegensatz zu den Linken hat unsere moralische Entrüstung ja auch eine faktische Grundlage. Wir müssen endlich von dem Gedanken wegkommen unseren Gegener überzeugen zu wollen. Es ist viel mehr eine Verführung. Dem Gutmenschen darf nicht sein moralisches Hochgefühl genommen werden. Es muss nur anders ausgerichtet -programmiert- werden.   

Ich wollte diesen Kommentar eigentlich schon unter Ihren letzten Artikel posten. War dann aber zu spät dran. Denke aber nicht, dass er jetzt völlig themenfremd ist.

RMH
23. März 2017 11:51

Ja, so ist das bei sehr vielen, man hilft, weil man unbewusst fühlt, damit sich in allererster Linie selber zu helfen und wenn es nur darum geht, ein "gutes" Gefühl deshalb zu bekommen.

Echte, selbstlose Hilfe außerhalb eines engen Kreises, wie Familie etc., gibt es selten bis nie.

Gutmenschen müssen permanent ihr Ego füttern. Man kann mithin auf vorhandene Defizite bei ihnen schließen. Dabei erfolgt dieses Verhalten zumeist nicht in der klaren Erkenntnis des Tuns, sondern eben in notwendig falschem Bewusstsein - diese Erkenntnis ist ja eigentlich gerade bei den Linken ein zentrales Erklärungsmotiv für das Handeln der Bürger innerhalb einer bourgeoisen Gesellschaft. Entsprechendes kann man aber nun auf die uns heute beherrschende, gesellschaftliche Ideologie übertragen.

Urwinkel
23. März 2017 12:06

Ihr Kommentar ist mitnichten themenfremd, Tassilo. Sie haben das schlummernde in den Gutmenschen blumig umrissen und skizziert. "Gutmenschen" reagieren oft hochemotional. Die können von 0 auf 100 hysterisch hochfahren und wie dazu programmiert ihr Maul aufreißen. Ist eigentlich keine Neuigkeit.

Was Sie als "nachdenkliches Schweigen" bezeichnen lässt sich noch treffender als "Feigheit" und "Hinterhältigkeit" bezeichnen. Die Gutis (oder auch SJWs) sind feige. Gedankenfaul, verwöhnt, verhausschweint.

Solche Existenzen nahm ich bislang nur am Rand des unbedingt-Nötigen wahr und hielt sie eher für Faschingsfiguren: Seit den dokumentierten Protesten gegen den Trumperfolg, weiß ich, daß es diese Unbalancierten wirklich gibt und sie es ernst meinen.

Gotlandfahrer
23. März 2017 13:12

@ Tassilo: Zu dieser schon mehrfach auch hier formulierten Erkenntnis, dass der Mensch in Fragen, die sich auf seine soziale Anerkennung in der Gruppe auswirken können, nicht über Argumente zu seiner Position kommt, sondern umgekehrt, er sich die intuitiv für die soziale Anerkennung geeignete Position im Nachhinein 'verargumentiert', stimme ich Ihnen voll zu (ML nannte hierzu einmal das trefflich dieses Phänomen beschreibende Buch von Jonathan Haidt 'The righteous mind: Why Good People are divided by Politics and Religion', für dieses Fundstück bin ich immer noch sehr dankbar).

Jedoch glaube ich, dass Sie mit dem Versuch, unsere Position qua Moralisierung im Ranking nach oben zu 'programmieren' kein Erfolg haben werden (außer das Gegenüber ist sich seiner Position selber längst unsicher). Der voherige Beitrag von Frau Sommerfeld 'Die Ethnomasochistin' liefert dafür ein typisches Beispiel, wenn die den Blondschopf ihres Kleinen streichelnde Mutter allen Ernstes sagt es sei doch gut, wenn die Blonden ausstürben. 

Die überwiegende Masse der Menschen besteht aus Herdentieren, die den Mächtigen folgen. Die Mächtigen verbreiten die ihre Position am besten legitimierende Erzählung, die somit den moralischen Standard setzt. Die meisten Menschen haben nicht den Anspruch, ihre Energie für einen (und sei es nur inneren) Widerspruch zu dieser Erzählung zu verwenden. Wozu auch? Spieltheoretisch gehen sie mit dem Widerspruch als Einzelner das größere Risiko ein ohne etwas gewinnen zu können, denn als Einzelner ändern sie nicht die Entscheidung der Masse, werden bei Widerspruch als Einzelner aber gestraft, erleiden also einen Schaden. Hingegen ist das Risiko sachlich falsch zu liegen dies aber gemeinschaftlich mit der Masse, geringer, denn den Schaden teilen sie mit der Masse, relativ zu anderen kann es ihnen also nicht schlechter ergehen. 

Folglich wählen sie selbst in geheimen Wahlen kein intellektuelles Konzept, und sei es noch so redlich und sachlich richtig. Sie wählen - jedenfalls die Masse - Personen, die von der Machterzählung am überzeugensten gestützt werden.

Selbst ein Trump lässt sich so erklären, denn anders als oben von Breithaupt dargelegt, glaube ich nicht, dass es Empathie aufgrund der Unfairness der Angriffe war, die ihm seine Wähler bescherte, sondern die Macht, die ihm diejenigen ungewollt zukommen liessen, die in einer nie dagewesenen Gemeinsamkeit ihm als einzelnen Menschen den totalen Krieg erklärt hatten. Gleichzeitig hatte Trump eine entschlossene Truppe um sich herum, die überzeugt genug wirkte, Trump und seine Erzählung durchzusetzen. 

Was uns in Deutschland daher fehlt, ist nicht so sehr die Möglichkeit, unsere Sache als die moralischere darzustellen. Das ist sie ohnehin. Was fehlt ist eine Person, die einen entschlossenen und für die Ausübung der Macht geeignet erscheinenden Unterstützerkreis der zweiten Reihe in Stellung bringt. Das Problem der AfD ist, dass sich die Top-Vertreter immer als Individuen auseinander dividieren lassen und so noch nicht einmal als stark genug erscheinen, um die eigenen Partei zu führen. Gleichzeitig sind diese oft beflissen bemüht, die gegen sie gerichteten Anklagepunkte auf keinen Fall zu bestätigen, womit die Herrschaftserzählung anerkannt wird. Wer aus der Masse der 'Follower' soll so eine Truppe wählen? 

Utz
23. März 2017 16:19

@ Tassilo

Es erscheint mir plausibel, daß man Gutmenschen und Ethnomasochisten am besten mit Moral begegnen kann. Aber das Argument "der Austausch der eigenen Bevölkerung sei unmoralisch, ein Verbrechen gegen die Zukunft der eigenen Kinder" habe ich schon öfter ausprobiert, er wirkt nicht. Es kommt dann als Antwort: Es gibt keine Rassen, nur Menschen. Das blonde Kind kann ohne weiteres zwischen gelben, schwarzen, roten spielen. Es soll sich freuen, daß seine Welt so bunt ist. Keiner tut ihm was, wir sind alle tolerant.

Wenn Sie eine Idee haben, wie ich da noch die (moralische) Kurve kriegen kann, verraten Sie es mir!

Urwinkel
23. März 2017 18:11

Utz, auf Ihren Vorbehalt habe ich eine einfache und effektive Antwort parat: Sie lautet "Na, menschelts schon wieder?" Das funktioniert aber nur bei engeren Vertrauten bzw. psychotischen Verwandten. Alle weiteren zücken daraufhin die Faust aus der Tasche und halten darauf hin ihr Drecksmaul und verpissen sich im Idealfall. Idioten sind sie alle.

Tassilo von Baiern
23. März 2017 21:29

@ Utz, Gotlandfahrer

Danke für die sehr informativen Ausführungen!

Ich glaube nicht, hier ein Patentrezept gefunden zu haben (oder dass es ein Patentrezept in der Diskussion mit Irrationalen überhaupt gibt).

Worauf ich hinaus will, ist dass es vielmehr darum geht die Diskussion unter anderen Gesichtspunkten zu betrachten. Nicht das sachliche Argument ist es, welches als Primat gesehen werden sollte, sondern vorrangig die Gefühlslage des Gegenübers. Weg von der rationalen auf eine emotionale Ebene. Wie ist die Grundstimmung in dem Gespräch? Fühlt sich der Gegener als Gesprächspartner ernst genommen und respektiert? Ist da vllt. sogar ein wenig gegenseitige Sympathie? Signalisiert man von Anfang an eine konträr-feindliche Haltung, wird man auch nicht durchdringen und braucht auch gar nicht weiter reden. Die Zugbrücke muss aber unten bleiben! Wenn sich der Linke als Mensch "verstanden" fühlt, fällt es ihm auch schwerer seine Argumentation aufrecht zu halten und sie beginnt scheibchenweise zu bröckeln. Dann kann man beginnen Zweifel zu schüren.

"Ja, bist du dir denn wirklich so hundert protzentig sicher, dass es eine friedliche Welt sein wird, wenn wir in der Minderheit sind? Mal unter uns: Würdest du darauf eine Wette abschließen? Und könntest du deinen kleinen blonden Jungen wirklich einer solchen, möglichen Gefahr aussetzen? Nein, ich glaube dafür bist du eine viel zu gute Mutter, als das du das könntest........."    

Ich weiss nicht, ob diese Methode insgsamt erfolgreich ist. Aber für die Saat des Zweifels und der Zwietracht hatten unsere Altvorderen immerhin einen eigenen Gott.

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